Planet Fellowship (de)

Wednesday, 20 May 2015

Nächster Halt: Endstation.

Max's weblog » Deutsch | 08:04, Wednesday, 20 May 2015

weselsky-putinMan könnte meinen, hier in Tansania ist man weit weg von den politischen Vorgängen in Deutschland. Doch interessanterweise wird es einem hier dieser Tage sehr einfach gemacht, den GDL-Streik, der vor allem vor Pfingsten in Deutschland die Bevölkerung elektrisiert, aus einer anderen Perspektive zu sehen. Wo selbst politik-kritische Formate wie die Satire-Komik-Sendung Heute Show durchgehend auf dem Gewerkschaftsführer Weselsky rumhackt, kann man durch den Vergleich mit Ländern wie Tansania, in denen das ganze Politikschauspiel noch etwas durchsichtiger und simpler gehalten ist, sehr gut verstehen, warum der GDL-Streik im Endeffekt ein notwendiges Übel für nahezu alle Bürger in Deutschland ist.

Über den Autor:
Max Mehl, 25, ist ein… ach, Ihr wisst wer ich bin. Wichtig für diesen Artikel ist allerdings, dass ich kein typischer Autor eines gewerkschaftsfreundlichen Beitrags bin. Ich bin Fan von offenem Wettbewerb, die SPD fand ich immer schon so naja und beim Wort “Sozialismus” bekomme ich nervöse Zuckungen. Trotzdem befürworte ich den GDL-Streik. Wie in aller Welt passt denn das zusammen?

Spätestens wer das zweite Semester der Politikwissenschaften absolviert hat, wird einen der wesentlichen Kerne der Realismustheorie verstanden haben. Es geht im Wesentlichen um Macht. Und Macht kann sich durch vieles definieren: Politischer Einfluss, militärische Schlagkraft, Ressourcen und natürlich Geld.

Was in Tansania gilt…

Hier in Tansania ist vor allem letzteres von Bedeutung. Wer über beträchtliche Summen von Geld verfügt, kann sich Einfluss kaufen und durch diesen Einfluss noch mehr Geld abzwacken. Im Gegenzug – und das ist viel prekärer – haben diejenigen, die kein Geld besitzen, keinen Einfluss, keine Stimme, keine Macht. Und das trifft somit auf weit über 90% der Bevölkerung zu. Die Tansanier haben es mit einem Parlament zu tun, das spätestens seit der Amtszeit des letzten Präsidenten diesem nur noch mehr Macht zuscheffelt. Und wenn es doch einmal so was verrücktes wie Korruptionsbekämpfung anstrebt, werden die verabschiedeten Gesetze per Veto geblockt oder ganz einfach nicht implementiert.

Auf der anderen Seite stehen die Dala Dala-Fahrer, die die typischen (meiner Meinung nach für Zwerge konstruierten) Kleinbusse in Betrieb halten, die (halbwegs) fixe Routen anfahren und im Nah- und Halbfernverkehr dominieren. Das Parlament hat vor einigen Wochen eine drastische Veränderung verabschiedet: Unter anderem teurere Lizenzen und regelmäßige Fahrprüfungen. Nicht, dass ich mehr Sicherheit nicht befürworten würde, aber in einem Land, in dem jeder Behördengang zu zahlende Bestechungsgelder mit sich bringt und die ebenfalls auf Bestechungsgeld aufbauende Polizei mit Freuden den Führerschein des Fahrers eines mit 15 Fahrgästen gefüllten Dala Dalas besonders gründlich untersuchen wird, ist das schon ein kritischer Vorgang.

Was haben diese Fahrer also für Möglichkeiten, ihrem Widerwillen Ausdruck zu verschaffen? Sich mit offenen Briefen an die Politik wenden? Mit Schildern auf der Straße protestieren? Nein, es handelt sich dabei um Menschen aus den unteren Schichten, die austauschbar sind. Aber sie haben die Macht, durch Streik ein ganzes Land lahmzulegen und haben das auch für etwas über 24 Stunden gemacht. Und plötzlich stehen die politischen Eliten und die revoltierenden Fahrer auf Augenhöhe und können (für tansanische Verhältnisse) anständig diskutieren.

… gilt umso mehr in Deutschland

Was wir aus dem Tansanischen Beispiel lernen: Es geht um Macht und um das Recht, auf Augenhöhe über Konditionen zu diskutieren. Doch was im fernen Afrika der übersichtliche Streit zwischen einer Horde Minibusfahrer und der Regierung ist, ist in Deutschland der womögliche Endkampf zwischen Arbeitnehmerrechten und den politischen und wirtschaftlichen Machthabern.

Denn es geht nicht nur um mehr Geld für die Lokführer, sondern darum, ob das (ironischerweise) von der SPD auf den Weg gebrachte Tarifeinheitsgesetz kleinere Gewerkschaften in die Bedeutungslosigkeit abschiebt und damit nicht nur den Lokführern, sondern de facto auch der gesamten “Arbeiterschaft” die Lobby entreißt. Denn wenn wir resümieren, waren die letzten Arbeitskämpfe immer nach demselben Muster aufgebaut: Verhandlungen, zwei kleine Warnstreiks, die niemandem so wirklich weh tun, weitere Verhandlungen und dann eine Einigung auf einen Betrag, der irgendwie auch nicht so wirklich zur Realität passen will, sondern die Arbeitnehmer im Vergleich zur Inflation immer schlechter da stehen lässt.

Quo vadis, Öffentliche Meinung?

weselsky-bild

Zwar eine Montage des Postillon, aber recht nah an der Wirklichkeit

Gewerkschaften werden langsam zu einem Relikt aus alten Tagen und dieser Trend wird von der alten Arbeiterpartei SPD, die jetzt irgendwo zwischen den Scheinwirklichkeiten rum dümpelt und es sich eigentlich mit allen verscherzt (Vorratsdatenspeicherung, TTIP, BND-Affäre…), nur noch verstärkt. Und wenn wir ehrlich sind, gefällt uns das sogar auf den ersten Blick. Was habe ich mich früher über Arbeiter in gelben VerDi-Westen geärgert, die mit ihrem Kohlestreik schon wieder den ersten Slot in der Tagesschau bekommen haben. Uns wäre es auch recht, wenn Züge einfach fahren würden, am besten ohne dass wir je einen Zugfahrer zu Gesicht bekommen.

Doch was wir damit im Endeffekt wollen würden, wäre die Entmachtung genau dieser Arbeitnehmer. Ich bin bei Weitem kein Sozialist und das Wort “Klassenkampf” war mir schon immer fern, aber ich weiß, dass jeder Mensch heute mindestens eine Lobby braucht. Wir sehen in Brüssel heute, wie Realpolitik gemacht wird: Mächtige, mit Millionen ausgestattete Lobbyorganisationen vertreten Wirtschaftsinteressen von Firmen, die wie Pipi Langstrumpf die Welt so gestalten (möchten), wie sie ihnen gefällt. Auf der Strecke bleiben dabei Interessen, die nicht mit ähnlich viel Geld unterfüttert sind. In der Free Software Foundation Europe (FSFE) sehen wir derzeit, wie schwer es ist, ohne überschäumende Ressourcen ganz rationale Interessen normaler Bürger und kleiner Unternehmen gegen die Macht riesiger Tech-Unternehmen zu vertreten. Wo sollen da Lokführer und Stahlarbeiter bleiben? Dazu kommt auch die politische und großgewerkschaftliche Untätigkeit, wie Jakob Augstein im Spiegel schon so gut zusammengefasst hat:

“Die Sozialdemokraten haben gegen die wachsende Ungleichheit nichts unternommen. Und die Gewerkschaften auch nicht. Im Gegenteil: Viel zu viele Sozialdemokraten und Gewerkschafter haben sich in der Vergangenheit auf die Seite der Lohndrücker geschlagen.”

weselsky-bahnsinn

Größenbahnsinn oder geht’s vielleicht um mehr?

Kurzum: Deutsche Bürger, die nicht gerade Besitzer eines Multi-Millionen-Euro-Unternehmens sind, sollten sich aus ganz rationalen Gründen gegen das Mainstream-Bashing von GDL und Weselsky stellen. Denn mit dem Ausgang dieser Streik-Schlacht kann sich entscheiden, ob harte Verhandlungsmethoden und Gewerkschaften überhaupt noch eine Zukunft haben. Diese kleine Gewerkschaft könnte die Blaupause für die kommenden Verhandlungen etwa mit Lehrkräften an Schulen und Universitäten sein und ob diese dann überhaupt streiken dürfen. Lokführer sind der Mehrzahl der Bürger recht egal, aber die Pädagogen zukünftiger Generationen sollten es nicht sein. Aber wenn es soweit kommt, hat sich womöglich deren politische Macht schon in Rauch aufgelöst, weil sie ihr letztes Machtmittel, den Streik, über Arbeitsgerichte, Tarifeinheitsgesetze und die gefestigte Streikmüdigkeit der Bevölkerung schon verloren hat.

Durch die geballte Einigkeit gegen diesen einen Streik einer Mini-Gewerkschaft schaufeln wir das Grab für die zukünftige Interessensvertretung von Arbeitnehmern in viel bedeutenderen Branchen und machen damit Wirtschaftsgrößen den größten Gefallen. Und was bleibt allen Normalo-Bürgern ohne Lobby dann, außer es das nächste Mal mit einer besseren Regierung zu versuchen, die der Wirtschaftslobby vielleicht etwas länger widerstehen kann?

Monday, 18 May 2015

Fellowshiptreffen bei der C3S

stehmann's blog | 16:20, Monday, 18 May 2015

Im April 2015 fand das Fellowshiptreffen einmal nicht im Chaosdorf, sondern in den Räumen der Cultural Commons Collecting Society SCE mit beschränkter Haftung (C3S), Heyestr. 194, 40625 Düsseldorf, statt. Hierbei handelt es sich um das ehemalige Bahnhofsgebäude des (Düsseldorf-)Gerresheimer Bahnhofes; es ist also mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar. Auch Parkplätze fanden sich noch.

Statt des ursprünglich geplanten Vortrages stand, wegen krankheitsbedingter Verhinderung von Jan Ulrich, ein Vortrag von Werner zu GnuPG auf dem Programm.

Es fand sich sich wieder ein zweistelliger Teilnehmerkreis ein, in dem auch die Frauen gut vertreten waren.

Zunächst fand eine Vorstellungsrunde statt. Dann berichtete in einem “Vorvortrag” m.eik vom Stande der Bestrebungen der Cultural Commons Collecting Society zur Erlangung des Statutes einer Verwertungsgenossenschaft. Auch über ein technisches Projekt der Genossenschaft, welches in Freie Software münden wird, konnte er uns einiges erzählen.

Als exklusive Neuigkeit erfuhren die Teilnehmer außerdem von der geplanten Neuauflage des OpenMusicContest im Sommer 2015. Von 2005 bis 2008 gab es die ersten vier Auflagen dieses Wettbewerbes, welche noch in guter Erinnerung sind und viel zur Bekanntheit der CreativeCommons-Lizenzen in Musikkreisen beigetragen haben. Nach längerer Pause soll es nun eine fünfte Auflage geben.

Hauptvortrag war jener von Werner Koch, Mitgründer der FSFE, unter dem Titel “Wissenswertes über GnuPG 2.1″.

GnuPG existiert inzwischen seit 17 Jahren und ist nicht nur in der Unixwelt ein alter Bekannter. Der Vortrag beschrieb einige der Neuheiten, die mit Version 2.1 eingeführt wurden. Vor allem ging er auf die folgenden drei Punkte ein:

Remote Use: Ein wesentliches Bestreben bei der Entwicklung der 2er Version war der verbesserter Schutz des privaten Schlüssels. Mit 2.1 ist es nun möglich GPG (für OpenPGP) oder GPGSM (für S/MIME) auf einem Server einzusetzen jedoch die Schlüssel auf dem eigenen Desktop zu belassen oder dort auch Smartcard basierte Schlüssel zu verwenden. Dieses Feature ist immer dann interessant, wenn große Datenmengen auf einem Server zu entschlüsseln oder zu signieren sind.

SSH: Obgleich schon seit vielen Jahren vorhanden, ist die plattformübergreifende SSH-Agent-Implementation in GnuPG eher noch ein Geheimtip. Das sollte sich ändern.

ECC: Seit Jahren ist bekannt, dass das RSA-Verfahren für zukunftssichere Verschlüsselung nicht mehr ausreichen wird, da die Schlüssel zu groß und damit zu langsam werden würden. Alle Public-Key basierten Protokolle migrieren deswegen langsam hin zu elliptischen Kurven. Der Vortrag erläuterte, welche Varianten und Kurvenparameter in GnuPG implementiert worden sind.

Er bot auch denen, und das war wohl die Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die GnuPG alltäglich beim Verschlüsseln und Signieren ihrer Mails einsetzen, noch interessante neue Informationen.

Auf eine spintane Aufforderung hin hat dann noch Frank – nur mit Stift und Clipboard – den Anwesenden die Mathematik elliptischer Kurven und ihre kryptologische Anwendung erläutert. Dies geschah so, dass tatsächlich alle verstanden, worum es ging.

Es gab also insgesamt drei interessante Vorträge an einem Abend, davon zwei recht spontan. Lediglich Werner konnte sich ein wenig vorbreiten. Dies mag man als Beleg für die Qualität des Teilnehmerkreises unserer Treffen werten. Danke an Werner für die Bereitschaft “einzuspringen”.

Uns gefiel es erklärtermaßen in den Räumen der C3S so gut, dass wir sicherlich wiederkommen werden.

Das nächste reguläre Fellowshiptreffen in Düsseldorf findet am 27.05.2015 ab 19:30 Uhr allerdings wieder im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt.

Das Thema wird noch bekannt gegeben.

Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem „offiziellen“ Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

Gäste sind bei diesem Treffen wie immer herzlich willkommen.

Sunday, 10 May 2015

1. Fellowship-Treffen Franken am 9. Mai 2015

Florian Snows Blog » de | 12:26, Sunday, 10 May 2015

Am 9. Mai 2015 fand in Bamberg das erste Treffen der Fellowship-Gruppe Franken statt.  Das Treffen war mit insgesamt acht Personen (zwei aus Bamberg, einer aus Forchheim, drei aus Nürnberg und zwei aus Ansbach) recht gut besucht.  Außerdem kam noch Rückmeldung von drei Personen per E-Mail, die es dieses Mal leider terminlich nicht schaffen konnten.

Nach einer Vorstellungsrunde und einem Überblick über Freie Software, die FSF und die FSFE, gingen wir zum Diskussionsteil über.  Wir sprachen darüber wie man Menschen für Freie Software begeistern kann und wie man Anschluss an Freie Softwareprojekte findet.  Außerdem konnten wir erste Ideen sammeln, was wir als Gruppe machen wollen wie z.B. Vorträge organisieren und hören.

Wir einigten uns darauf in Zukunft die Treffen im Wechsel in Bamberg und in Nürnberg abzuhalten um den Fahrtweg für alle Interessierten möglichst gering zu halten.  Wir suchen deshalb aktuell nach einem geeigneten Veranstaltungsort in Nürnberg.

Es bestand auf jeden Fall großes Interesse daran dieses Treffen weiter fortzusetzen und der Termin für das nächste Treffen wurde bereits auf den zweiten Samstag im Juni gesetzt.  Sollten wir rechtzeitig vorher einen Ort in Nürnberg gefunden haben, findet das Treffen in Nürnberg statt, ansonsten wieder im Backspace in Bamberg.

Vielen Dank an alle Teilnehmer, die teils einen sehr weiten Weg auf sich genommen haben, an den Backspace für die Bereitstellung der Räume und natürlich an die Unterstützung der FSFE im Vorfeld bei der Organisation!

Friday, 17 April 2015

“WLAN vor Ort

stehmann's blog | 13:28, Friday, 17 April 2015

Freifunk und offenes Wlan in den Städten und Gemeinden” lautete der Titel einer Veranstaltung am Abend des 14.04.2015 im Landtag des beölkerungsreichsten Bundeslandes. Eingeladen zu einem “kommualpolitischen Ratschlag” in einen Sitzungssaal der Grünen hatte deren Abgeordneter Matthi Bolte, der auch die Veranstaltung in hervoragender Weise moderierte.

Zur Vorbereitung war vorab eine FAQ per Mail verschickt wurde. Und schon im zweiten Satz der Antwort auf die erste Frage, wurde der Betrieb der Router mit “Freier Software” (sogar mit großen “F” geschrieben) erwähnt.

Das Interesse vor allem, aber nicht nur Grüner Kommunalpolitiker war groß; die Runde des Sitzungssaales füllte sich.

Im Mitelpunkt des Abends aber standen die Freifunker. Vom “Freifunk Rheinland e.V.” war Reiner Gutowski gekommen, Philip Bernroth vom Freifunk Ruhrgebiet und Hans-jörg Etzler vom “Verkehrsverein Arnsberg e.V.”.

Und wer sich jetzt fragt, was der “Verkehrsverein Arnsberg” mit Freifunk zu tun hat – die Antwort folgt.

Zunächst wurden die Herren vorgestellt, die dann erklärten, was Freifunk ist und will. Inzwischen werden etwa 2500 Router vom Freifunk Rheinland e.V. betrieben und es werden immer mehr.

Interessant war der Bericht des Herrn Etzler über das Projekt des Aufbaus eines Freifunknetzes in Arnsberg durch die dortige Geschäftswelt. Freifunk und damit auch Freie Software ist im Sauerland somit auch außerhalb der Kreise von Hackern, Geeks und Nerds angekommen. Die soziale Verantwortlichkeit der Projektbeteiligten zeigte sich darin, dass auch das dortige Flüchtlicngsheim mit Freifunk versorgt wurde. Nachdem die von Herrn Etzler als verständlich bezeichneten Bedenken der Bewohner hinsichtlich einer Überwachung ihrer Kommunikation ausgeräumt werden konnten, zeigten diese sich in beeindruckender Weise dankbar für diese für sie sehr wichtige Kommunikationsmöglichkeit.

Dass der Freifunk überparteilich ist, zeigt sich darin, dass der Bürgermeister von Arnsberg, der der CDU angehört, den Freifunk Arnsberg stark unterstützt.

Gegenstand der anschließenden Diskussion waren vor allem Fragen der sogenannten Störerhaftung. Diese nahmen verständlicherweise aber leider einen breiten Raum ein. Auch wurde erörtert, ob der Betrieb eines Freifunkrouters mit Internetanschluss mit der Geschäftsbedingungen der Internetserviceprovider vereinbar sei, was in vielen Fällen bejaht werden kann. Im Übrigen gab es bisher wohl auch noch keinen Fall, in dem der Betrieb eines Freifunkrouters am “Veto” des Internetserviceproviders gescheitert wäre.

Angeregt wurde auch, Schulen mit Freifunk auszustatten.

Ein Grüner Kommunalpolitiker aus einer Stadt im Grenzgebiet zwischen Rhein- und Sauerland äußerte Bedenken gegen den Freifunk u.a. wegen der drohenden Gefahr für die Volksgesundheit durch die elektromagnetischen Wellen, die von den Routern ausgehen, und auch wegen der Suchtgefahren bei Kindern und jugendlichen, die von diesen zusätzlichen Internetzugängen ausgingen. Auch wenn diese Bedenken beim Betreffenden wohl nicht zerstreut werden konnten, wurden sie von den anderen Teilnehmern keineswegs geteilt.

Auch Stefan Herwig, der unermüdliche Kämpfer für die Interessen der Contentdistributoren, hatte zu dieser Runde gefunden. Ihm war der Gedanke eines anonymen Internetzuganges offenbar ein Gräuel, was den Chronisten veranlasste, eine Lanze für die Anomymität im Internet als kulturell und sozial Wertvolle Errungenschaft zu brechen, was Zustimmung fand. Auch die Bedenken des Herrn Herwig wurden, wie er am Ende mit resignierendem Ton, aber sachlich zutreffend feststellen musste, von den meisten Teilnehmern nicht für relevant erachtet.

Bedauert wurde, dass im Landtag kein Freifunk zur Verfügung stand; was keineswegs am mangelnden Interesse von Abgeordneten und ihrer MitarbeiterInnen liegt, sondern an einer rigorosen Unterdrückung durch die Landtags-IT.

Das Engagement auch von Ratspersonen, die der Opposition angehören, wurde als zielführend dargelegt, denn auch auf kommunaler Ebene werden Vorschläge der Opposition oftmals zunächst abgelehnt, dann aber nach einer gewissen Zeit (auf der Basis eines entsprechenden Antrages der Mehrheitsfraktion(en)) doch umgesetzt.

Einigermaßen pünktlich konnte Matthi Bolte die Veranstaltungen beendeten. Dies galt aber nicht für die Diskussionen im Saal und anderswo.

Für viele der Kommunalpolitiker dürfte es ein anregender Abend gewesen sein. Mechtilde und ich nutzten die Gelegenheit die Bekanntschaften mit Teilnehmern aufzufrischen und neue Bekanntschaften zu schließen.

Hinzuweisen ist abschließend noch auf Freifunk statt Angst. WLAN-Störerhaftung geht alle an!

Tuesday, 14 April 2015

Erste Eindrücke aus Tansania

Max's weblog » Deutsch | 08:05, Tuesday, 14 April 2015

Pole pole – das ist die typisch tansanische Mentalität, alles etwas ruhiger und langsamer angehen zu lassen. Und wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum ich erst einen Monat nach meiner Ankunft in Tansania dazu komme, einen ersten Blogeintrag über meine bisherigen Erfahrungen zu schreiben. Ich bin hier von Anfang März bis Ende Juli als Freiwilliger in einer Organisation tätig, die die Bildung von jungen Menschen und der ländlichen Bevölkerung durch Einsatz und Schulung von IT verbessern will. Im Folgenden möchte ich kurz einen Rundumblick über mein Leben hier und die Bedingungen geben, konkret über meinen Alltag, die Gefahren, meine Arbeit als Freiwilliger, die einheimische Bevölkerung und Kultur, Wetter und Natur sowie das liebe Geld:

Mein Alltag

Blick auf das "Dach Afrikas" von unserer Haustür

Blick auf das “Dach Afrikas” von unserer Haustür

Ich wohne mit meiner Freundin in einer 3-Zimmer-WG im Stadtzentrum von Moshi, nahe des Kilimanjaros. Die Woche über arbeite ich momentan bis mittags im Moshi Institute of Technology, einer Art Volkshochschule mit Kursen im Bereich IT, Buchhaltung und Sprachen, welche von TAREO (Tanzania Rural Empowerment Organization) geleitet wird (dazu später mehr). Der Rest des Tages (nahezu alle Ehrenamtlichen in der Stadt arbeiten halbtags) geht hier mit ungewöhnlich zeitraubenden Aktivitäten wie Kochen, Einkaufen auf dem Markt und vom teils tierischen heißen Wetter ausruhen (zwischen 13 und 15 Uhr gehen selbst Transanier ungern auf die Straße) drauf. Die Länge des Tages wird durch die sehr früh einsetzende Dunkelheit um etwa 19 Uhr limitiert, nach der wir Wazungu (Mzungu = Ausländer, Weißer) nicht auf die Straße sollten, mehr dazu später. Am Wochenende bekommen wir Ehrenamtlichen für gewöhnlich frei, um die Stadt und Gegend zu erkunden, Trips zu unternehmen oder uns von der oft geistig anstrengenden Arbeit zu erholen.

Gefährlichkeit

Eine der häufigsten Fragen ist die nach der Gefährlichkeit. Kurzum: Es ist nicht viel gefährlicher als in einer deutschen Großstadt, wenn man sich nicht vollkommen daneben verhält und ein paar Grundregeln beachtet. Tagsüber haben wir noch nie davon gehört, dass jemand beklaut wurde, obwohl wir allein von der Hautfarbe her natürlich extrem auffällig sind. Moshi gilt als sehr sicher (was auf einige andere südlichere Großstädte in Tansania allerdings nicht zutrifft). Die größte Gefahr im Hellen ist es, in der ersten Zeit auf einen der zahlreichen Straßenverkäufer reinzufallen, die einem zuerst erzählen, wie toll sie arme Waisenkinder unterstützen und nach 5 Minuten plötzlich dubiose Safaris oder Halsketten anbieten – aber da lernt man schnell draus :)

In der Dunkelheit allerdings sind selbst normale Tansanier gut damit beraten, Bus oder Taxi zu nehmen. Armut und Arbeitslosigkeit locken Gelegenheitsdiebe hervor, die technische Geräte und Geld von den Unglücklichen abstauben wollen, aber diese dann meist ziehen lassen – ein Vorteil der kaum vorhandenen Kleinverbrechensaufklärung der hiesigen Polizei. Da das Taxi hier aber je nach Distanz 1,50€ bis 2,50€ pro Fahrt kostet, gehen wir Voluntäre da sowieso auf Nummer sicher und hatten in letzter Zeit nie Probleme.

Meine Arbeit

Ich arbeite für TAREO, eine Organisation, welche die ländliche Bevölkerung, die hier aufgrund der schlechten Bildung und der mieserablen Infrastruktur stark benachteiligt ist, unterstützen will. Das macht sie durch einige ländliche Schulen, aber auch Bildungseinrichtungen in Städten, wo junge Menschen Qualifikationen erwerben können. TAREO macht das vor allem durch den Einsatz von Computern und dem Internet, um die Menschen (meist Kinder, Jugendliche, Frauen und Farmer) gesellschaftlich aufholen zu lassen. Ein Problem nämlich ist, dass Schulen hier meist nicht kostenlos sind, oft ewig weit vom Wohnort entfernt sind und die Schullaufbahn sehr lange dauert, bis man etwa auf eine Universität gehen kann.

Moshi Innenstadt an einem Nachmittag

Moshi Innenstadt an einem Nachmittag

Im Moshi Institute of Technology (MIT), wo ich tätig bin, kann man an Kursen für Bürofachkräfte, IT-Techniker oder einfache PC-Grundlagen teilnehmen, was einen vergleichsweise geringen Betrag kostet. Dafür gibt es dann neben dem hier sehr wertvollen Wissen auch Zertifikate und sogar ganze Schulabschlüsse können nachgeholt werden. Natürlich ist das nicht vergleichbar mit professionellen Angeboten in Europa, schon einfach deswegen, weil die Infrastruktur fehlt. Wir arbeiten hier mit PCs aus dem Jahr 2001-2003, meist Pentium 3 oder 4 mit 256 bis 512MB Arbeitsspeicher. Leider laufen die meisten PCs noch mit WindowsXP, was ich aber durch die Installation von ressourcensparenden und vor allem kostenlosen Linux-basierten Systemen zu ändern gedenke.

Momentan aber ist die neue Webseite von TAREO (mittlerweile schon online) mein Hauptprojekt. Bisher hatte die Dachorganisation eine eigene Präsenz, genauso wie zwei der Center und der IT-Service – jeweils alle hoffnungslos veraltet und optisch ein Graus. Ich fasse nun alle Infos und einer modernen Webseite zusammen, strukturiere sie ordentlich, mache sie attraktiver für Sponsoren und interessierte Freiwillige und  besser auffindbar über Suchmaschinen. Mein Hauptaugenmerk liegt aber auf der einfachen Bedienung für die zuständigen Mitarbeiter, damit sie in Zukunft schnell Infos hinzufügen oder Bilder ändern können.

Diese Arbeit war zeitraubender als gedacht, weil es mehr Informationen, Schulen und Kurse zu vereinheitlichen galt als ich anfangs dachte. Möchte man dann noch aktuelle Bilder von den Einrichtungen auftreiben und vielleicht noch Fotos von den verschiedenen Mitarbeitern sammeln, kann sich das ganze nach hinten verschieben – pole pole halt. Bis Mitte/Ende April möchte ich dieses umfangreiche Projekt aber fertiggestellt haben und mich auf die Schulung von Lehrern des MIT konzentrieren. Momentan schwebt mit vor, die alte Software (und vielleicht auch Hardware) in der Einrichtung zu mordernisieren und dabei die 4 Lehrkräfte im Sinne von Learning by Doing einzubinden. Diese sind meist theoretisch recht fit und höchst interessiert, aber haben noch nie einen modernen Server angefasst oder eine Webseite online gestellt, weil einfach die Mittel dazu fehlen – etwas schade, wenn sie darüber unterrichten.

Die Einheimischen

Eine kleiner Weg in Moshi. Man beachte die Vegetation

Eine kleiner Weg in Moshi. Man beachte die Vegetation

Hier kann und will ich noch gar nicht so viel sagen. Die tansanische Kultur ist mir im Großen und Ganzen noch etwas unbekannt und fremd und man tritt immer mal wieder in kleine Fettnäpfchen. Eines der größten Probleme im Miteinander ist sicherlich die Sprachbarriere und die damit verbundenen Missverständnisse. Nur wenige Einheimische sprechen für unsere Verhältnisse wirklich gutes Englisch, um sich über kompliziertere Sachverhalte wie Kultur oder Gesellschaft zu unterhalten. Zudem waren die meisten Leute hier nie in Europa oder den USA und gehen davon aus, dass wir in der ersten Welt in purem Reichtum leben, nie krank werden, die iPhones und Fernseher auf Bäumen wachsen und alle happy sind. Das wird durch Filme und Serien vermittelt und leider durch Kurzzeittouristinnen in High-Heels und Miniröcken und wohlbeleibte Amis, die mit Geld um sich schmeißen (ist ja alles billig hier) nicht wirklich verbessert.

Ansonsten gibt es hier eine ganz klare Prioritätsverteilung: Die Familie steht ganz oben, dann folgen Freunde und erst dann mal Beruf oder Kunden. Nur die wenigsten Selbstständigen hier streben nach höherem, indem sie etwa ihre Restaurants renovieren, das Angebot erweitern oder eine Zweigstelle eröffnen. Man ist hier meist zufrieden, wenn man die Familie durchbringen kann. Ob das nun gut oder schlecht ist, überlasse ich Eurer Meinung. Aber wie ich schon gehört habe, spielt die Stammeszugehörigkeit hier noch eine sehr große Rolle. Dominant sind hier etwa die Chagga, welche als egoistisch und geschäftstüchtig gelten, wohingegen andere Stämme gastfreundlicher und selbstloser sein sollen. Eine Sonderrolle halten die Maasai inne, die ihrer traditionellen Lebensweise im Einklang mit der Natur treu geblieben sind. Einen Stamm der Maasai werden wir hoffentlich bald einmal über eine Nacht besuchen und dort mehr über sie lernen.

Wetter und Natur

Ein kleiner Ausschnitt aus der Herde Elefanten, die im Tarangire unseren Weg gekreuzt hat

Ein kleiner Ausschnitt aus der Herde Elefanten, die im Tarangire unseren Weg gekreuzt hat

Im April befindet sich Tansania für gewöhnlich in der großen Regenzeit, die Mitte/Ende März beginnt und bis Ende Mai dauert. Wer jetzt an Dauerregen und überschwemmte Straßen denkt, irrt genauso wie ich zu Anfang. Regenzeit bedeutet, dass es nachts mal ein paar Stunden regnet und tagsüber vielleicht mal maximal eine Stunde – dann aber wie aus Kübeln! Daher ist es auch etwas kälter als im hiesigen Sommer (November bis Februar), zumindest wenn man 28°C als kalt bezeichnen will. In höheren Lagen allerdings bewirkt dieser Regen wahre Wunder: Sandbraune Wiesen werden zu blühenden Äckern und jeder Schilling wird in die Landwirtschaft gesteckt. Selbst hier in Moshi sieht man plötzlich mehr Grün. Wir sind mal gespannt, wie sich die Regenzeit noch entwickelt und ob es hoffentlich noch kühler wird.

Tansania ist entgegen der weit verbreiteten Vorstellung, dass es sich um weite Ödnis, verbrannte Weiden und kahle Hügel handelt, ein von der Natur her sehr vielfältiges Land. Nachdem wir am Osterwochenende auf eine dreitägige Safari durch Lake Manyara, den Ngorongoro Krater und den Tarangire-Nationalpark gefahren sind, weiß ich, dass Tansania grün, blau, braun und rot zugleich kann: Urwaldähnliche Wälder, weite Steppen, riesige Seen, Hügellandschaften in sattem sandbraun mit einzelnen gigantischen Bäumen und erwachende Flüsse und an der Straße vulkanische rote Gesteinsbrüche. Das Weiß auf der Kuppe des Kilimanjaros natürlich nicht zu vergessen!

Money money money

10.000 Schilling. Umgerechnet 5€ und die größte Banknote

10.000 Schilling. Umgerechnet 5€ und die größte Banknote

Wie schon angedeutet, sind hier viele Sachen unglaublich günstig, vor allem einheimische Lebensmittel und Dienstleistungen. Die tansanische Währung sind Tansanische Schilling (TSH, TZS). Ein Euro entspricht etwa 2000TSH, die kleinste Münze sind 50TSH, der größte Schein 10.000TSH. Auf dem Markt, auf dem wir Gemüse und Obst einkaufen, kosten 3 (herrliche!) Auberginen 500TSH (0,25€), 5 kleine Paprika 500TSH, ein Eimer voller Kartoffeln je nach Qualität 3000TSH (1,50€) und eine Banane 100TSH (0,05€). Ein Rucksack voller Obst und Gemüse (natürlich Bio :P) kann nach einem Marktbesuch also für 5-10€ randvoll gefüllt sein. Dienstleistungen wie Nähereien sind hier ebenfalls sehr preiswert. So hat sich eine Freundin eine komplette Notebooktasche für 5-7€ nähen lassen, exklusive des auch preiswerten, aber hochwertigen Stoffs.

Vergleichsweise teuer sind hier aber importierte Produkte. 1kg Müsli bekommt man hier nicht für unter 5€, ein bisschen Käse schlägt auch mit mindestens 5€ zu Buche, echte Butter mit 4€ pro 250g. Werkzeuge sind ebenfalls mindestens doppelt so teuer wie im heimischen Baumarkt. Ein Liter Diesel kostet hier umgerechnet 80 Cent, eine kWh Strom 15 Cent – beides also für das tansanische Preisniveau sehr teuer. Beim Essen in Restaurants kommt es ganz klar darauf an, wo man hin geht. Die großen Touri-Restaurants, die in TripAdvisor o.ä. gelistet werden, sind auch für deutsche Verhältnisse mittelklassig teuer. Geht man aber in kleinere oder unbekanntere Läden, zahlt man für ein ausgiebiges und oft sehr gutes Essen auch mal nur 2,50€.

Ausblick

In den nächsten, hoffentlich bald folgenden Artikeln werde ich mich auf einzelne Themen beschränken. Technische, auf meine Arbeit bezogene Themen werde ich meinen Freunden aus dem Umkreis der FSFE zuliebe auf Englisch verfassen, dazu kommen aber wahrscheinlich einige unterhaltsame Nuancen aus Kultur und Alltag hier in Tansania oder Reiseberichte, die dann wieder auf Deutsch geschrieben sein werden.

Tuesday, 07 April 2015

Fellowshiptreffen am 25.03.2015

stehmann's blog | 18:51, Tuesday, 07 April 2015

Der Document Freedom Day (DFD) wird am letzten Mittwoch im März begangen. Am letzten Mittwoch der Monate Januar bis November finden in Düsseldorf die Fellowshiptreffen statt. Daher wurde bereits in den vergangenen Jahren jeweils im März im Rahmen des regulären Fellowshiptreffens der Document Freedom Day begangen.

Dieses Jahr ging es um Geodaten und Freie Geoinformationssysteme.

Die Teilnehmerzahl hatte erfreulicherweise wieder ein übliches Maß erreicht. Allerdings hatten auch fünf Teilnehmer des OpenStreetMap-Stammtisches Düsseldorf die Gelegenheit genutzt, den Referenten zu begleiten und am Fellowshiptreffen teilzunehmen. Nach der Vorstellungsrunde erwartete uns ein interessanter Vortrag.

Der Referent Harald Schwenk beschäftigt sich beruflich und in seiner Freizeit (OpenStreetMap) mit Freien Geoinformationssystemen und Offenen Geodaten. In diesem Bereich spielen Offene Standards eine bedeutsame Rolle.

Zu Beginn stellte uns Harald die OSGeo Foundation und den FOSSGIS e.V. vor. Letzterer hat in Deutschland auch die Rechtsträgerschaft für das OpenStreetMap-Projekt übernommen.

Dann erläuterte er uns die verschiedenen Arten von Geodaten (Vektordaten: Geometrie (Punkt, Linie, Fläche), SRID und Attribut(e); Rasterdaten und Punktwolken als Resultat von LIDAR).

Er erläuterte uns den Offen Standard OpenGIS Implementation Standard for Geographic information – Simple feature access – Part 1: Common architecture und Part 2: SQL option un dessen Implemaentation in PostgreSQL/PostGIS. Er stellte uns auch die Geography Markup Language (GML) vor.

Sein lebendiger, frei gehaltener Vortrag war gespickt mit prakischen Beispielen und Demostrationen. Die zahlreichen Nachfragen beantwortete Harald mit großer Sachkenntnis.

Rainer hatte zum Treffen einige Materialien mitgebracht, von denen der Rucksack “There is NO CLOUD, just other people’s computers” besonderen Anklang fand.

Nächstes Treffen:

Dokumentation ist ein wichtiges Thema – gerade auch bei Freier Software.

Unser Fellowshiptreffen im April 2015 findet am 29.04.2015 ab 19:30 Uhr in den Räumen der Cultural
Commons Collecting Society SCE mit beschränkter Haftung (C3S)
, Heyestr. 194, 40625 Düsseldorf, statt. Hierbei handelt es sich um das ehemalige Bahnhofsgebäude des (Düsseldorf-)Gerresheimer Bahnhofes; es ist also mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar.

Jan Ulrich Hasecke wird nicht nur über das Python-Dokumentationstool Sphinx sprechen, sondern unter dem Thema

“Undocumented Code is Broken Code          oder
Dokumentation ist erfolgskritisch!”

auch darüber, welchen Stellenwert die Dokumentation in einem Software-Projekt einnehmen sollte. “Documentation Driven Development” ist in diesem Zusammenhang ein Stichwort. Ebenso wird die Frage eine Rolle spielen: “Was kommt nach der Dokumentation?”

Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem „offiziellen“ Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

Gäste sind bei diesem Treffen wie immer herzlich willkommen.

Monday, 06 April 2015

FSFE Fellowship-Treffen Rhein/Main April 2015

Being Fellow #952 of FSFE » German | 22:55, Monday, 06 April 2015

Hier der etwas verspätete Bericht vom letzten FSFE Treffen in Frankfurt am 1. April (kein Scherz).Nach der obligatorischen, diesmal leider etwas zerfetzten Vorstellungsrunde, ging es um folgende Themen:

Freifunk für Asylbewerber

Den Anfang des Treffens hat ein Projekt in einer kleinen Gemeinde im Rhein/Main-Gebeit ausgefüllt. Die dort aufgenommenen Asylbewerber erhalten keinerlei Deutsch-Kurse. Eine offizielle Sprachförderung ist kaum vorhanden. Um diesen Missstand zu beheben engagiert sich Jane mit weiteren Freiwilligen im Rathaus und überlegt dort einen Router zu installieren, damit darüber Online-Kurse absolviert werden können. Wir diskutierten verschiedenste technische Möglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen.

In diesem Zusammenhang kamen wir auch auf das Thema Mumble-Server, der ein soziales Bedürfnis mit Technik, Gerätehoheit und Datenschutz kombiniert.

Mutterware

Thomas hat es mal wieder zu uns geschafft und die Gelegenheit nicht ausgelassen mich an die geplante Mutterware-Party zu erinnern. :)

Bewerbung der Treffen

ich habe im Gegenzug wieder versucht Thomas zu überreden meinen Plan umzusetzen künftig die XML Datei für UserGroups Rhein/Main automatisch anzupassen und zu committen. (Siehe voriges Posting)

Vorträge

Wir wollen ja außer unseren üblichen ohnehin gehaltvollen Treffen noch weitere mit Vorträgen gestalten.

Wie im letzten Bericht erwähnt würde Jane gerne einen Vortrag in Form eines Lightning Talks übernehmen \o/. Dafür bräuchten wir nur noch einen Termin, der schon fast gefunden scheint: September soll es sein und es wird grob in die Richtung Nutzerführung gehen. Genaueres ist noch nicht bekannt. Es bleibt spannend. :)

Den Talk im Rahmen eines Stammtischartigen Treffens in einem Lokal zu halten ist nicht soo herausvordernd. Die nächst höhere Stufe wäre dann der freundliche CCC-Ffm, der mich ja bereits letzten Monat schon experimentieren ließ.

Jane würde sich den HQ des CCC-Ffm gerne mal angucken. Da es dort bisher so nett war, wollten gleich welche mit: Angepeilt wurde ein gemeinsamer Besuch am 16. April (heute).

Mehr zu kommenden Vorträgen beim CCC gibt es hier: http://ccc-ffm.de/

Zur Atmosphäre beim CCC für Vorträge: sehr entspannt. Als ich meine “Generalprobe” für meinen Talk beim CLT dort hielt, habe ich anfangs erklärt, dass ich mich sehr schwer mit der Materialauswahl getan habe und den Vortrag noch sehr kürzen müsste. Ich habe dann das Publikum gefragt, ob es OK wäre, wenn ich über die veranschlagten 45 Minuten hinaus gehen dürfe um es danach zu fragen, welche Teile kürzer werden sollen und welche nicht. Da nach mir nichts geplant war, war dies kein Problem und ich habe gute 20 Minuten überzogen und wertvolles Feedback erhalten.

Ich habe die folgende Woche dann damit verbracht den Talk umzuschreiben. Das Resultat wurde etwas zusammengeschnitten auf Youtube veröffentlicht.

Technickphilosophie

Julia hat noch mal kurz die Themen der letzten Technikphilosophie.org Runde besprochen.

Besonders interessant fand ich hier das Thema welche Probleme sich Menschen in politischen Ausschüssen gegenübersehen, wenn sie eigentlich keine Ahnung haben und dass sie dann oft Beratungsresistent wirken. Ein gutes Beispiel sind hier die politischen Konsequenzen aus der Enquette Kommission.

Dazu kamen Themen wie neue Vorschriften zum Forschungsdatenmanagement die Betroffenen ins Straucheln bringen, weil sie eine gewisse Abneigung hegen sich mit Neuem auseinanderzusetzen. Besonders wenn es “von oben” aufgedrückt wird.

Mit der gleichen psychologischen Mechanik haben “verordnete” Freie Software Migrationen zu kämnpfen.

Und es ging darum warum Menschen sich immer weniger engagieren. Viele kehren nach der Arbeit nur noch nach Hause und sitzen vorm Fernseher. Talkshowguckern empfiehlt Alexander “Talk, Talk, Talk” um Zeit für Freie Software zu schaffen :)

FrOSCon

Am Wochenende des 22. und 23. August wird es die 10. FrOSCon geben. Wieder mal mit den Teckids. Freiwillige sind hier immer willkommen! Vielleicht schaffen wir es ja diesmal mehr als nur einen Betreuer beizusteuern.

Digitales Forum im Gallustheater

Am 18. April findet das Digitale Forum im Gallustheater statt. Wir werden berichten. Ich freu mich drauf!

künftige Treffen – Wochentagsfindung

Etwas unter den Tisch gefallen ist meine Umfrage zu bevorzugten Wochentagen. Ich hatte ganz vergessen, dass ich die Umfrage schon gestartet hatte, aber org-mode hat mich brav erinnert, als die von mir gesetzte Deadline verstrichen ist. :)

Kurz: Vorerst bleibt es bei Mittwoch.

Wie MS OOXML als ISO Standard durchgeboxt hat

Ortswechsel

Da es diesmal im Albatros recht laut war, sind wir um 9 noch mal ins Lilium gewechselt.Themen dort waren:

Warum gehen wir zu den Treffen?

was macht ein gutes Treffen aus? Was erwarten wir von einem gelungenem Treffen?

Sind ältere Menschen eine lohnende Zielgruppe für FS Advokaten?

Vielleicht sogar ein Vehicel die Jungen zu erreichen?

Wie hält das Flickwerk Internet zusammen?

Mit social events der Verantwortlichen!

alte IT Literatur

In dem Zusammenhang wurde das Buch The Cuckoo’s egg empfohlen.

Mit dabei waren

  • Alexander
  • Andre
  • Ellen
  • Guido
  • Jane
  • Thomas D.
  • Thomas W.

Nach den angesprochenen Besuch beim CCC heute, dem digitalem Forum im Gallus am Samstag werden wir uns erst wieder am 13. Mai zu Gast bei der “Mobile User Group Frankfurt” treffen.

Näheres dazu wie immer im Wiki. Bis demnächst!

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Sunday, 05 April 2015

OER

stehmann's blog | 16:07, Sunday, 05 April 2015

bedeutet Open Educational Resources. Es geht also um freie Lern- und Lehrmaterialien.

Das Bündnis Freie Bildung hat jüngst zusammen mit der FSFE und weiteren Bündnispartnern ein Positionspapier “Der Weg zur Stärkung freier Bildungsmaterialien” veröffentlicht. OER ist somit auch ein Thema der FSFE.

Am 17.03.2015 fand auf Veranlassung von Schulreferent Frank Wessel, Landespfarrer Peter Mörbel (Studienleiter) und dem Internet-Beauftragten der rheinischen Landeskirche Ralf-Peter Reimann eine Fachtagung zum Thema „Open Education Resources (OER) – ein Thema für Kirche im digitalen Zeitalter“ in der evangelischen Akademie im Rheinland (Bad Godesberg) statt. Wolf-Dieter und ich waren zu dieser Tagung beim vorangegangenen Fellowshiptreffen in Düsseldorf von Ralf-Peter absichtsvoll als Fellows der FSFE eingeladen worden.

Interessant war, dass Frank Wessel in seiner Einleitung den augustinischen Spruch “Omnis enim res, quae dando non deficit, dum habetur et non datur, nondum habetur, quomodo habenda est.”; (deutsch: “Denn jede Sache, die durch Mitteilung an andere nicht verliert, besitzt man nicht, wie man soll, solange man sie nur selber besitzt, ohne sie wieder an andere weiterzugeben”), ein Motto der FSFE aus ihrer frühen Zeit, erwähnte und hinzufügte, dass diese Sentenz aus dem Werk “De doctrina christiana” („Von der christlichen Lehre“), also einem Werk zur Bildung, stammt.

Während des längeren und gut fundierten Vortrag von Jan Neumann vom Hochschulbibliothekszentrum des Landes NRW) und danach fanden sehr angeregte Gespräche statt, in denen vor allem Fragen aufgeworfen wurden, die bei konsequenter Nutzung von OER in der kirchlichen und von der Kirche verantworteten Bildung vorab zu beantworten sind.

Aufgeworfen wurde beispielsweise die Frage, unter welchen Bedingungen jemand in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis ein in der Arbeitszeit erstelltes Werk unter einer Freien Lizenz veröffentlichen kann. Festgestellt wurde auch, dass der Umstand, dass die Creative-Commons-Lizenzen die Inhalte lizenzkostenfrei stellen, nicht bedeutet, dass sich Projekte zur Schaffung und Verbreitung von Inhalten, die unter einer CC-Lizenz stehen, nicht (beispielsweise über Teilnehmerbeiträge, Materialkosten, Crowdfunding) finanzieren ließen. Auch Fragen der Qualitätssicherung wurden erörtert.

Es wurden also Fragen aufgeworfen, die sich so oder so ähnlich auch bei Freier Software stellen, sodass mit gutem Grund gehofft werden kann, dass unsere Beiträge nützlich gewesen sind.

Die Beratungen zu diesem Thema sind sicherlich in der einen oder anderen Form fortzuführen, bevor sie Ergebnisse zeitigen können, denn viele Fragen konnten nur angerissen, nicht aber erschöpfend behandelt werden. Es sind auch noch “dicke Bretter zu bohren”, bis in allen Gremien und bei allen Entscheidungsträgern und Betroffenen das notwendige Bewusstsein für die (“im wahrsten Sinne des Wortes”) Notwendigkeit freier Bildungsmaterialien und ausreichende Kenntnisse hierüber vorhanden sein werden.

Insgesamt ist aber schon jetzt festzustellen, dass die evangelische rheinische Landeskirche, vor allem auch durch Ralf-Peter, ein ambitioniertes Programm in Bezug auf Freie Software und Freie Inhalte verfolgt, welches uneingeschränkt unterstützenswürdig ist.

Das Portal wurde gestartet – wir waren dabei

stehmann's blog | 13:06, Sunday, 05 April 2015

Eine kleine Handbewegung für den CIO – aber ein großer Tag für Nordrhein-Westfalen. Von einem Raum im 15. Stock des Gebäudes der IT.NRW ging eine neue Epoche der Landesgeschichte aus, und wir können sagen, wir sind dabei gewesen.

In diesem Blog ist schon mehrfach über das Projekt Open.NRW berichtet worden.

Open.NRW wurde als Open Government Strategie im Mai 2014 durch die Landesregierung beschlossen. Ziel dieser Strategie ist es, mehr Transparenz durch die Bereitstellung von Daten, mehr Bürgerbeteiligung durch elektronische Partizipationsverfahren und eine bessere Zusammenarbeit durch die Nutzung Sozialer Medien in NRW zu ermöglichen. Dafür soll das Portal die zentrale Plattform bieten. Öffentliche Daten sollen in maschinenlesbaren Formaten zur freien Verwendung bereitgestellt werden.

In einen Raum unter dem Dach im 15. Stock des Gebäudes der IT.NRW in Derendorf mit schönem Aus­blick auf die Sky­line von Düs­sel­dorf und mit 80 lee­ren Stüh­len war­tete das Team der Open.​NRW-Ge­schäfts­stel­le am Abend des 16.03.2015 auf den Be­ginn der Dia­log­werk­statt, mit der das Open.​NRW Por­tal frei­ge­schal­tet wer­den soll. Mechtilde und ich erschienen pünktlich und begrüßten einige Bekannte. Trotz erheblicher Verkehrsstörungen füllte sich der Saal.

Hart­mut Beuß, der Be­auf­trag­te der Lan­des­re­gie­rung für In­for­ma­ti­ons­tech­nik (CIO) er­öff­nete mit einer kurzen Rede die Ver­an­stal­tung. Dann war zunächst ein Vortrag an der Reihe. Chris­ti­an Din­nus erklärte, was seit der ers­ten Dia­log­werk­statt al­les pas­siert sei und was die Nut­zer des Open.​NRW Por­tals in Zu­kunft er­war­ten kön­nten.

Endlich war es dann soweit: der CIO drückte den roten Knopf und eröffnete das Open.​NRW Por­tal.

Nach dem Motto „mitreden, mitbestimmen, mitgestalten“ konnten die Teilnehmer in einer Feedbackrunde ihre Anmerkungen und Ideen mit dem Open.NRW-Team diskutieren und Fragen stellen. Von mir wurde der Vorschlag unterbreitet, die Struktur der CSV-Dateien zu dokumentieren und – soweit möglich – zu standardisieren.

Dr. Dirk Hinterlang vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) erläuterte dann in einem anschaulichen Vortrag sein Projekt „Naturschutzinformationen NRW“.

Danach konnten wir bei Speis und Trank networken. Es ergaben sich noch einige interessante Gespräche unter anderem mit zwei Landtagsabgeordneten der Piraten und ihren Mitarbeitern.

Der Veranstalterbericht findet sich hier; ein Interview mit Herrn Beuß dort. Dieser hat auch “zur Feier des Tages” einen Blogbeitrag verfasst.

Matthi Bolte, der netzpolitische Sprecher der (Regierungs-)Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Landtag NRW, würdigte am nächsten Tage unter dem Betreff “Offene Daten für alle – NRW startet Open Data Portal” das Ereignis als eine neue Stufe der Umsetzung der Open.NRW-Strategie. Mit dem Start des Portals für offene Daten würde ein zentrales Ziel für mehr Transparenz, politische Beteiligung und wirtschaftliche Innovation in Nordrhein-Westfalen gesetzt.

Auch wenn die derzeit dargebotenen Daten und Beteiligungsmöglichkeiten noch eher gering erscheinen können – ein Anfang ist gemacht. Und das in weniger als einem Jahr nach der Verabschiedung der Open.NRW-Strategie durch die nordrhein-westfälische Landesregierung und in weniger als zwei Jahren nach der Vorstellung erster Eckpunkte der Open.NRW-Strategie im Landtag.

Besuch bei der TroLUG

stehmann's blog | 09:48, Sunday, 05 April 2015

Für die Troisdorfer Linux User Group, organisiert als ein Club der Arbeiterwohlfahrt Troisdorf (AWO), ist die FrOSCon in St. Augustin ein “Heimspiel”. Daher hatten wir schon vor einigen Jahren versucht, einmal einen Besuch bei deren Treffen zu arrangieren. Am 05.03.2015 war es dann soweit: Mechtilde, Rainer und ich fuhren auf Einladung der TroLUG zu einem Treffen derselben. Ich war dazu auserkoren, dort einen Vortrag zu halten.

Wir trafen dort alte Bekannte und neue Gesichter. Es stellte sich dann heraus, dass viele Teilnehmer erfahrene IT-ler waren, was den Altersdurchschnitt prägte.

Mein Vortrag über Freie Software, deren Lizenzen und Vorteile für die Anwender, Richard Matthew Stallman und die FSFE und ihr Fellowship, den ich wie gewohnt frei hielt, dauerte länger als von mir erwartet – wohl auch, weil ich beim sachkundigen Publikum, welches kluge Zwischenfragen stellte, tiefer in die Materie einsteigen konnte. Dennoch konnte der offizielle Teil der Versammlung nach Abschluss der Diskussion pünktlich enden. Die teils lebhaften Diskussionen indizierten sicherlich das große Interesse der Teilnehmer an den behandelten Themen.

Rainer auch Materialien mitgebracht, die den Zuspruch der Teilnehmer fanden.

Die Folien hat die TroLUG ins Netz gestellt. Es steht dort auch eine odp-Version für alle, die die Freiheiten der Lizenz CC-BY-SA 3.0 DE nutzen möchten. Seitens der Teilnehmer wurde auch ein Protokoll gefertigt.

Nach dem offiziellen Teil klang der Abend noch in einer Troisdorfer Gastwirtschaft aus. Viel zu früh mussten wir uns leider auf den Heimweg machen.

Der Abend war für uns schön und für die TroLUG wohl, wie im Nachhinein vermeldet wurde, ein voller Erfolg.

Das interessante Vortragsprogramm dieser engagierten LUG ist sicherlich nicht nur einen Besuch in Troisdorf wert.

Lizenzmanagement – Alles im “grünen” Bereich oder Alarmstufe “rot”?

stehmann's blog | 09:39, Sunday, 05 April 2015

lautet das Thema eines Abends, der am 26.02.2015 von der “XING Gruppe Düsseldorf” und der XING-Gruppe “IT-Connection” veranstaltet wurde. Es handelte ich um eine Kooperation zweier befreundeter Xing-Gruppen.

Die zu diskutierende Frage lautete: Ist Ihr Unternehmen in Sachen Softwarelizenzmanagement richtig aufgestellt?

Nun spielt “license compliance” bei Freier Software für die Entwickler derselben eine große Rolle. Der Anwender jedoch, der sich auf sein gutes Recht “use for any purpose” berufen kann, wird mit diesem Thema bei Freier Software nicht belästigt. Da Freie Software auf beliebig vielen Computersystemen, Prozessoren und Prozessorkernen und auch auf virtuellen Maschinen, sowie beliebig lange eingesetzt werden darf, bedarf es auch keines Lizenzmanagements, und “Audit” ist für den Anwender Freier Software ein Fremdwort. Was also bewegte Mechtilde und mich zu einer solchen Veranstaltung zu gehen? Nun der Abend war lehrreich und interessant und bestärkte uns am Ende in unserer Entscheidung für Freie Software.

Neben uns nahmen noch etwa 60 Fachleute aus der IT teil. Organisiert wurde das Event in hervoragender Weise von Alexandra-Danae Wassenhoven von der XING-Gruppe “IT-Connection”, der etwa 90.000 IT-Verantwortliche aus dem deutschsprachigen Raum angehören sollen.

Vor und nach den Vorträgen gab es bei Speis und Trank Gelegenheit zum Networking. Mechtilde und ich lernten einige interessante Menschen kennen.

Johannes Balzer, Senior Consultant SAM Services and Operations bei Crayon, referierte zum Thema “Audit, Risiko oder Chance”. Bernd Löschner, Leiter CC License Services bei MT AG, referierte über “SAMT – Software-Asset-Management”.

Man erfuhr viel Interessantes zum Thema Softwarelizenzaudit.

Klar ist, dass die Hersteller von proprierärer Software dieses Instrument in erster Linie zur Generierung weiteren Umsatzes einsetzen. Dabei kommt ihnen zupass, dass die Verwaltung von Softwarelizenzen bei professionellem Einsatz in den letzten Jahren sehr komplex geworden ist. Hierzu hat nicht nur der technische Fortschritt in Gestalt von Cloud Computing und Virtualisierung beigetragen. Sondern es erschweren auch neue Nutzungsmodelle von unterschiedlichen Herstellern ein effektives Lizenzmanagement durch IT-Anwender und -Verantwortliche.

Zu welcher Verwirrung dies führen kann, berichtete ein Teilnehmer. Ein Vertriebler eines Datenbankherstellers konnte den Verantwortlichen eines mittelständischen Unternehmens mit dem Argument, die Software werde in ja in einem Unternehmen eingesetzt, dazu bewegen, die recht kostspielige “Enterprise”-Lizenz zu erwerben. Allein aufgrund des Aufwandes der mit dem Betrieb dieses Datenbankmanagementsystems verbunden ist, dürfte dieses aber wohl kaum für die häusliche Verwaltung von Briefmarkensammlung Verwendung finden, sodass dieses System wohl nahezu ausschließlich in Betrieben und Verwaltungen und dort auch mit günstigeren Lizenzen eingesetzt wird.

Teilnehmer wunderten sich darüber, wieso die Softwarehersteller “einfach so” in ihr Unternehmen eindringen und dieses untersuchen können. Ihnen musste erklärt werden, dass sie dieses Recht als Unternehmer, die nicht unter dem Schutz verbraucherschützender rechtlicher Regelungen stehen, vertraglich dem Softwarehersteller eingeräumt haben. Die Alternative zum Besuch des Auditteams desselben ist der Besuch durch Strafverfolungsbehörden, denn das Urheberrecht ist strafbewehrt.

Bisher dachte ich, die Verwaltung proprietärer Softwarelizenzen würde “nur” den Aufwand eines Lizenzmanagements erfordern. Dieses Bild war jedoch, wie an diesem Abend deutlich wurde, ziemlich unvollständig. Wegen der Komplexität der Verwaltung von Softwarelizenzen bei professionellem Einsatz drohen dem Anwender nach einem Audit hohe Nachzahlungen und Vertragsstrafen. Auch können sich im schlimmsten Falle (zivil- und straf-)rechtliche Konsequenzen für Unternehmensverantworliche ergeben.

Zur Meidung oder zumindest Minderung dieser zu erwartenden Auditfolgen kann zwar vorher externe Beratung eingeholt werden, was aber wiederum Kosten verursacht. Zwar kann eine solche Beratung möglicherweise auch zukünftig Lizenzkosten einsparen. Aber dann hat man in der Vergangenheit zuviel gezahlt, ohne das diese “ungerechtfertigte Bereicherung” des Softwareherstellers kondiziert werden kann. Man hatte ja “nur” den falschen Lizenzvertrag abgeschlossen, und “pacta sunt servanda”.

Hinzu kommen noch interne Auditkosten, denn zur tunlichen Betreuung der Auditoren ist sachkundiges Personal abzustellen.

Diese wiederkehrenden Kosten dürfen bei der Berechnung der Total Cost of Ownership nicht außer Acht gelassen werden.

Die “Erfindung” neuer Nutzungsmodelle seitens der Hersteller proprietärer Software und deren Durchsetzung bei zeitlich befristeter Lizenzierung raubt dem professionellen Anwender Planungssicherheit. Insoweit kann das bei proprietärer Software meist gegebene Vendor-Lock-in nicht von Anfang an ersichtliche, erhebliche finanzielle Auswirkungen für den Anwender haben.

Wer als professioneller Anwender Softwarelizenzaudits und deren Risiken, Nebenwirkungen und Folgen vermeiden will, tut also gut daran, Freie Software einzusetzen. Dann hat er auch keine diesbezüglichen Complianceprobleme.

Somit war der Blick in diese ganz andere Welt für uns lehrreich und bestätigte ein weiteres Mal unsere Entscheidung für Freie Software.

Interessant war auch der Aspekt, dass Hersteller proprietärer Software als Motiv für die Audits “Kundenerziehung” nannten. Das Menschenbild der Hersteller proprietärer Software scheint also dem der Schöpfer Freier Software ziemlich entgegengesetzt zu sein.

Wednesday, 18 March 2015

FSFE Fellowship-Treffen Rhein/Main März 2015

Being Fellow #952 of FSFE » German | 07:01, Wednesday, 18 March 2015

Hier der etwas verspätete Bericht vom letzten FSFE Treffen in Frankfurt am 4. März.

Ausnahmsweise war kein Platz für uns im Café Albatros und wir mussten umziehen. Um so etwas zu vermeiden werden wir künftig auch ohne “offizielle” Zusagen einfach blind einen Tisch reservieren. Bisher war dies im Albatros nie wirklich nötig gewesen, aber diesmal haben uns zwei große Gruppen mit ihren Reservierungen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich hatte die Bedienung gebeten eventuelle Nachzügler zu informieren, was meines Wissens auch gut geklapt hatte.
Trotzdem bitte ich alle, die uns nicht möglicherweise nicht gefunden haben sollten, um Entschuldigung. Und um es noch schlimmer zu machen: Ihr habt ein richtig tolles Treffen verpasst!
Die “üblichen Verdächtigen” blieben diesmal (teils entschuldigt ;) ) dem Treffen fern. Um so besser, dass von den letztlich 8 Teilnehmern 5 Neuzugänge dabei waren \o/

Vorstellungsrunde

Die bei neuen Gesichtern obligatorische Vorstellungsrunde offenbarte erneut wie breit gefächert Freie Software Interessierte Menschen aufgestellt sind: Von pensionierten Ärzten über Debian Entwicklern, Web-Designern, Wissenschaftlern, Politikern, Juristen bis zu einfachen Angestellten wie mich, die beruflich nahezu nichts mit Software zu tun haben.

Lücken im Wiki

Bernd wies uns darauf hin, dass es im FSFE Wiki noch einige Lücken zu füllen gibt. Dort gibt es noch viele Platzhalter, die mit Inhalt gefüllt werden wollen. Generell lässt die Struktur des Wikis sehr zu wünschen übrig. Man muss kein Fellow der FSFE werden um Schreibzugriff zu bekommen und was dran zu ändern. Wie ein Gastzugang erstellt werden kann, steht auf dieser Seite: http://wiki.fsfe.org/UserGuide#Guest_accounts

Skype Alternativen

Ein Punkt, den Bernd in diesem Zusammenhang angesprochen hat, war die Seite zu Skype Alternativen. Ich denke, das müsste diese hier sein: http://wiki.fsfe.org/ConvinceYourFriends Stimmt’s? Für Konferenzen hatte ich Mumble vorgeschlagen und darauf hingewiesen, dass sich nach dem Test-Workshop in Manchester zum DFD 2012 einiges getan hat. Auf der FOSDEM sah ich auch einen recht interessanten Lightning Talk über Scalable Video Conferencing with Jitsi Videobridge gesehen. Mir fällt auch jetzt ein, dass ich zu dem Thema im FSFE “Planet” schon einige Artikel von Daniel Pollock zu dem Thema gelesen habe.

Wie bringt man Freie Software unters Volk?

Wir kamen später auch wieder darauf zurück wie man Menschen motivieren kann, sich doch mal damit auseinanderzusetzen. Es ist eben ein sehr komplexes Thema, dass hier vermittelt werden muss. Gleichzeitig besteht die Schwierigkeit, dass in großen Teilen der Bevölkerung kein Problembewusstsein besteht und so sehen viele erst gar keine Veranlassung sich damit zu beschäftigen. In dem Zusammenhang kann ich noch folgende Texte und Medien empfehlen:

Nachwuchs in der Freien Software Szene

Es wurde auch bemerkt, dass beim CCC und offenbar in der gesamten Freien Software-Szene das Durchschnittsalter steigt. Interesse am Programmieren besteht allerdings. Wie können wir mehr Junge Menschen motivieren sich für Freie Software einzusetzen? Auch hier scheint ein Hindernis das fehlende Problembewusstsein zu sein. Nutzerrechte werden durch DRM und andere Mechanismen immer weiter eingeschränkt und die junge Generation kennt es gar nicht mehr anders.

FS in der Bildung

Wieder nicht von mir eingebracht! Es ist immer noch üblich, dass Lehrer *.doc oder *xls Dateien von ihren Schülern einfordern. Vielleicht sollten wir hier lokal mal was machen. Gibt es da Vorschläge wie wir da vorgehen können? Ansonsten könnten wir das polnische Konzept übernehmen.

FreeYourAndroid.org

So kamen wir auch auf Nutzerbeschränkungen von Mobiltelefonen und die FreeYourAndroid Kampagne. Wer daran Interesse hat, kann sich auf der Mailingliste eintragen.

Flyer, Sticker, sonstiges Promotion-Material

Ich hatte ja einiges an Promotion-Material mit und die Mannheimer hoffentlich ausreichend ausgestattet. Björn hat auch sofort zwei Tippfehler auf dem angesprochenen Werkzeug-Flyer gefunden, die ich gleich mal melden werde. Noch mal zur Info: Jede/r kann bei der FSFE kostenfrei Material bestellen. Und natürlich auch Tippfehler oder Verbesserungsvorschläge melden. :)

Bewerbung der Treffen

Es wurde vorgeschlagen die FSFE Treffen auch auf Meetup und Eventbrite anzukündigen. Ich habe zwar einen Meetup-Account, aber Events einstellen kostet dort neuerdings Geld. Laura bot an mit ihrem Meetup-Account auch unsere Treffen zu bewerben. Ich werde die Details mit ihr per Mail besprechen. Eventbrite kenne ich nicht und muss es mir erst mal ansehen. Auf den ersten Blick sieht es eher aus als könne man darüber nur Tickets verkaufen. Ist jemand hier, der die Bewerbung unserer Aktivitäten dort übernehmen möchte? Bisher benutze ich für die Ankündigung unserer Treffen ein selbst zusammengeschustertes Skript, dass Event-Einträge auf https://fsfe.org in mehreren Sprachen publiziert, die Mail Erinnerungen, Tweets und Posts an Diaspora verschickt. Eine einigermaßen aktuelle Version findet sich (noch) auf Gitorious. Nebenbei: Kennt jemand eine Freie Software Alternative zu Gitorious? Sonst muss ich es künftig eben selbst hosten. Der Plan ist künftig die XML Datei für UserGroups Rhein/Main automatisch anzupassen und zu committen.

Vernetzung mit anderen Gruppen

Nach dem Usergroup Treffen auf der Fuxcon begannen wir ja schon Kontakte zu anderen Gruppen zu knüpfen. Wir waren zu Gast beim CCC-Ffm und den Freifunkern und werden voraussichtlich im Mai zu den Mobile Users gehen. Danach müssen wir mal gucken wen wir als nächstes besuchen. Auf Rheinmeinrocks gibt es ja eine schöne Liste.

Flossie

Jane hatte Flossie erwähnt, ein Netzwerk für Frauen in der Freien Software Szene (Fokus auf UK). Leider hat sie dabei nicht die Bekanntschaft mit FSFE Aktivistin Anna Morris gemacht. Im Rhein/Main-Gebiet sind mir nur die Techettes , DigitalMediaWomen54 und Webgrrls bekannt, allerdings ohne Bezug auf Freie Software. Grund genug das Thema vielleicht mal dort anzusprechen!

Vorträge

Auch im Rahmen der Vernetzung wurde über einen Austausch von Speakern gesprochen. Die Freifunker hatten sich ja schon angeboten und der CCC würde die Räumlichkeiten stellen. So wie kürzlich geschehen:

Vortrag beim CCC-Ffm

Am 14. März hielt ich einen Vortrag im neuen HQ des CCC Frankfurt: Freie Software in der Bildung – Was passiert in Europa? Durch das dortige Feedback hielt ich dann am 22. März eine überarbeitete Version desselben auf den Chemnitzer Linuxtagen.

Künftige Vorträge

Jane würde gerne den nächsten Vortrag in Form eines Lightning Talks übernehmen \o/. Dafür bräuchten wir nur noch einen Termin um ein wenig Druck zu erzeugen :) April ist wohl zu kurzfristig, im Mai wollten wir zu den MobileUsers, da bliebe der 3. Juni als nächster Termin, aber das müssen wir noch klären.

Digitales Forum im Gallustheater

Björn hat die Idee hinter der geplanten Veranstaltung am 18. April noch etwas genauer erklärt als in der E-Mail an die Liste. Es sieht übrigens so aus das ich wohl kommen kann :)

Finanzierung von Freier Software/Freifunk/Hackerspaces/FSFE

Wir unterhielten uns darüber wie Projekte wie Freifunk sich finanzieren können ohne in Abhängigkeit von einem einzigen Spender zu geraten. Diese Problematik findet sich bei vielen Softwareprojekten, wie GnuPG und auch bei der FSFE und war ein Grund das Fellowship zu gründen. In dem Zusammenhang: Bernd hat bei der Vorstellungsrunde kurz angerissen, das HP viel Freie Software entwickeln lässt. Was er nicht erwähnt hat, war dass HP auch Silver Donor der FSFE ist.

CryptopartyFfm

Die Frankfurter Gruppe um die Cryptoparties tut sich im Moment schwer einen neuen Termin zu finden. Es wurde gefragt, wie die Cryptoparties in der Regel ablaufen. Hier die Kurzversion: Am Anfang gibt es einen kurzen einleitenden Vortrag, dann werden die Teilnehmer je nach Interesse und verfügbare CryptoAngels in Gruppen aufgeteilt und es geht ans Praktische. Wenn ich die Einleitung mache, nehme ich meistens was aus dem Repository hier: https://gitorious.org/cpffm/cpffm/ Da Gitorious im Mai schließen wird, benötige ich auch hierfür bald ein neues Zuhause.

Keysigning

Endlich wurden auch mal wieder GPG-Fingerprints ausgetauscht :)

Sonstige Themen

BootCD

Bernd hat in der Vorstellungsrunde bootcd erwähnt, was zufällig genauso aussieht wie etwas was ich vor einiger Zeit erfolglos gesucht habe. Das werde ich mir auf jeden Fall mal angucken.

Wann kommt RMS denn mal wieder nach Deutschland?

Laura sagte, dass RMS überall in der Weltgeschichte herumreist, aber schon ewig nicht mehr in Deutschland zu sehen war. Ich hab mal kurz geguckt: Stimmt ja gar nicht! ;) Beschwerden in diesem Fall bitte an die FSF in den USA, nicht an die FSFE :)

Technickphilosophie

Alexander hat noch mal auf Technikphilosophie.org hingewiesen. Zur zweiten Veranstaltung dieser Reihe waren wir auch eingeladen, konnten aber nicht kommen. Hoffentlich beim nächsten mal.

Qualität von LibreOffice

Es wurde bemerkt, dass LibreOffice qualitativ noch nicht gut genug sei. Ich nutze es zu selten um es beurteilen zu können. Aber man sieht, dass sich einiges tut. Bleibt mir nur noch auf das nächste Treffen am 1. April (kein Scherz) zu verweisen. Das ist ja nicht mehr lange. Bis demnächst!

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Sunday, 01 March 2015

“Dortmund braucht Freie Software”

stehmann's blog | 16:31, Sunday, 01 March 2015

propagiert Do-FOSS. Till hat uns diese Initiative beim Fellowshiptreffen in Düsseldorf am 25.02.2015 vorgestellt.

Der Referent war frühzeitig da; die Teilnehmer kamen aber leider nur spärlich. Erst durch zwei “Nachzügler” wurde die Zweistelligkeit der Teilnehmerzahl erreicht. Allerdings hatte sich ein regelmäßiger Teilnehmer krankheitsbedingt entschuldigt. Und Rainer war leider trotz unseres Treffens von der Führung der FSFE zu einem Mitarbeitertreffen nach Berlin beordert worden, obwohl er sich sehr für das Thema und die Menschen hinter Do-FOSS interessiert.

Der offizielle Teil des Treffens begann mit der “obligaten” Vorstellungsrunde.

Till berichtete von der Organisationstruktur, der Entstehung und der Geschichte dieser inzwischen städtisch anerkannten Bürgerinitiative, die sich den verstärkten Einsatz Freier Software in der Verwaltung der Stadt Dortmund zum Ziel gesetzt hat.

Der dargelegte “Weg zu Freier Software” und die “strategische Überlegungen” machten einen sehr ausgereiften Eindruck. Interessant war auch die Zusammenarbeit mit der einschlägigen Gewerkschaft, welche dem Ziel dieser Initiative wohlwollend gegenübersteht.

Die strategische Überlegungen nahmen auch einen breiten Raum in der Diskussion ein, die sicherlich sowohl für den Referenten als auch für die Teilnehmer lehrreich war.

Der Referent brachte auch zum Ausdruck, dass Do-FOSS gerade an einer Unterstützung durch die FSFE sehr gelegen ist. Diese wird u.a. als öffentlicher Unterstützer auf der Homepage von Do-FOSS erwünscht.

Der Ausblick mit aktuellen Fragestellungen schloss diesen interessanten Vortrag ab.

Till hat uns freundlicherweise die Folien seines Vortrages zur Verfügung gestellt. Bis auf das Logo und die Silhouette der Stadt Dortmund steht der Inhalt der Folien unter der Lizenz cc0.

Insgesamt war es wieder ein interessanter Abend, der mehr Teilnehmer verdient gehabt hätte.

Beieindruckend war, was Do-FOSS mit recht wenigen Leuten trotz “starken Gegenwindes” in relativ kurzer Zeit “auf die Beine gestellt hat”. Der Chronist konnte sich insoweit eines besonderen Lobes nicht enthalten.

Diese Initiative verdient – wenn notwendig – unsere Unterstützung.

Das nächste reguläre Fellowshiptreffen in Düsseldorf findet am 25.03.2015 ab 19:30 Uhr im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt. Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem „offiziellen“ Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

Harald beschäftigt sich beruflich und in seiner Freizeit mit Freien Geoinformationssystemen und Offenen Geodaten. Hierüber wird er referieren. In diesem Bereich spielen Offene Standards eine Rolle bedeutsame Rolle, sodass dieses Treffen auch eine Veranstaltung im Rahmen des Document Freedom Day (DFD) ist.

Der Document Freedom Day wird am letzten Mittwoch im März begangen. Am letzten Mittwoch der Monate Januar bis November finden in Düsseldorf die Fellowshiptreffen statt. Daher wurde bereits in den vergangenen Jahren jeweils im März im Rahmen des regulären Fellowshiptreffens der Document Freedom Day begangen.

Gäste sind gerade bei diesem Treffen wie immer herzlich willkommen.

Der offizielle Teil wird spätestens um 23:00 Uhr enden.

Saturday, 14 February 2015

I Love Free Software Day 2015: GnuPG

André on Free Software » Deutsch | 18:40, Saturday, 14 February 2015

Wenn Sie sich gebildet haben in den Niederlanden wie ich, dann sind Sie
höchstwahrscheinlich in einer Situation geendet, wo das was Ihnen
erzählt ist und was um Sie herum geschieht zwei völlig unterschiedliche
Dinge sind.


Was passierte hinter der Mauer in die ’80er…

Während die Menschen in der DDR beraubt wurden, und das Geld
nach die Mauer und das spionieren der Kommunikation der gesamten
Bevölkerung ging, haben die niederländischen Regierung, die staatliche
Medien und die Schulen diese Art von Gesellschaft heruntergeredet. Wir,
in den Niederlanden, waren einer freien, sozialen Marktwirtschaft und
damit sehr viel besser. Zumindest das wurde man uns glauben
lassen.

Auf Vorschlag von meiner Schule damals, habe ich verpflichtet-freiwillig ein Besuch
gebracht an Berlin und Umgebung in den späten 80er Jahren. In meine
Gedanken an Ost-Berlin waren die Straßen sauber, die Preise günstig, und
die Leute sehr freundlich. Es gab fast keine Werbung in den Straßen
oder an Gebäuden. Es gab keine große Slogans von Unternehmen auf die
Kleidung. Eine PR Dame der DDR war immer mit unseren Gruppe und erzählte
über die Vorteile des Kommunismus und was für tolle Dinge der Staat
erreicht hat. Ost-Berlin sah aus wie eine kleine Stadt in der Provinz,
aber mit über einer Million Einwohnern.

… Und die Erzählung von dass, was danach
passierte

Gesellschaften können nur eine begrenzte Anzahl von Ressourcen
(Arbeitszeit, Geld) produzieren. Wenn eine Menge kreative Energie
gesellschaftlich Unterdrückt wird und das Geld geht in die Überwachung
und den Unterhalt der Mauern, dann geht man es nicht gewinnen in die
Wirtschaft. Darum ging die Sowjetunion nach unten.

Aber in dieser Zeit, Anfang der 90er Jahre, ging es nicht mehr
um das behalten und wenn möglich exportieren der freien sozialen
Marktwirtschaft. Es ging um den Grundstein zu liegen für die Demontage
des Sozialstaats in Westeuropa, Russland so weit wie möglich zurück zu
drücken und die Deutschen in einer Situation zu bringen wo es nur
erlaubt war wirtschaftlich zu gewinnen. Was die auch getan
haben.

In den inzwischen Feindlosen Niederlanden, hätte der Staat den
Wahl um sich zu einer echten Demokratie zu bekennen, wo man zum Beispiel
die Bürgermeister wählen kann. Es war aber nicht so.

So “Das Westen” hatte eine einmalige Chance alles zu Gute zu
ändern und hat es komplett gebliesen.

Die Menschen an die Macht wollten an die Macht bleiben und
brauchten eine politische Rechtfertigung. Ausfuhr von Waffen zu
instabilen Ländern wo die Idioten alles regeln sind eine Garantie fur
Terrorismus, und der Terrorismus ist die Ausrede, um hier nicht einer
vollen Demokratie aus zu rufen und die gesamte Bevölkerung unter
Überwachung zu bringen.

Als Untertan von den Niederlanden kann ich fast gar nichts tun.
Aber das, was ich tun kann, mache ich:

  • Freie Software, weil es steht für alles das Diktatoren nicht mögen
  • keine kommerziellen “Soziale Medien”
  • Eine Bank wählen die die Rüstungsindustrie nicht finanziert.

In den ’80er hat meine Geschichtslehrer gesagt, dass was
passiert ist in 1940, der Reden ist dass die niederländische Staat nie
Bevölkerungsdaten mit persönlichen Informationen über alle halten wurde.
Ich hoffe für ihn dass er wach geworden ist aus seinem Märchen und mit
mir die Freier Software unterstützen will.

An diesem Tag möchte ich allen Beteiligten in der Freien
Software danken, und ganz besonders diejenigen, die entwickeln und
arbeiten für GnuPG, weil es im Ende geht um die Freiheit.

Sunday, 08 February 2015

MAGIX: Retten Sie Ihre Videokassetten!

pb's blog » de | 22:06, Sunday, 08 February 2015

Seit einiger Zeit bekomme ich mehr und mehr Anfragen ob das von MAGIX angebotene Paket zur Digitalisierung und Archivierung von alten Videokassetten etwas taugt.

Als Techniker im nationalen Videoarchiv habe ich wahrscheinlich gewisse Ansprüche an die Digitalisierung und Archivtauglichkeit von Videomaterial, die für die meisten Endanwender_innen vielleicht “overkill” wären (z.B. verlustfreie Codecs).

Um analoge Videos einfach und billig zu überspielen ist dieses Produkt derzeit kaum zu unterbieten.
Die langfristige Archivierbarkeit (und Qualität) der Ausgabeformate stelle ich jedoch sehr in Frage.

Beim Nachlesen über dieses MAGIX-Paket fielen einige Dinge auf, die man vielleicht wissen/bedenken sollte, bevor man sich dieses Produkt zulegt.

Zusammenfassung / Überblick

  • Fragliche Qualität des Analog/Digitalwandlers
  • Ausschließlich verlustbehaftete Ausgabeformate
  • Sowohl WMV, als auch optische Speichermedien sind als Archivformat absolut unzulänglich
  • Unklare Generationsverluste bei Aufnahme/Bearbeitung/Export

Mögliche Hybridlösung:
MAGIX-Wandlerstick mit VirtualDub verwenden (siehe unten) und FFV1 oder DV als Videocodec verwenden. PCM für Audio.
Originaldateien auf Festplatte(n) speichern, und DVD/Blu-Ray lediglich für Ansichtskopien.
Somit kann man beschädigte DVD/Blu-Rays jederzeit neu erstellen, oder in Zukunft sogar in das-dann-gängige Videoformat zum Ansehen überspielen. Ohne zusätzlichen Generationsverlust.

Unterstützte Audio/Videoformate:
Unter “Technische Daten > Dateiformate” werden die unterstützten Formate für Video/Audio/Bild aufgelistet.

Die dort angegebenen Formate richten sich ausschließlich nach den Dateiendungen von Medienfiles (zB AVI, MOV, MP3, OGG). Das wirkt auf den ersten Blick zwar einfach(er), jedoch fehlen dadurch konkrete Informationen über die tatsächlich unterstützten Codecs.
Ein Videofile besteht immer aus 3 Komponenten:

  1. Container
  2. Video-Codec
  3. Audio-Codec

Abgesehen davon, dass die angegebenen “Videoformate” eine Mischung von Containern (AVI/MOV) und Codecs (DV, MPEG-1, MPEG-2, WMV) sind, wird ausschließlich “WMV(HD)” als Video-Exportformat aufgelistet.
Unter Anderem gibt es dort keine Information wie der Ton des Videos abgespeichert wird.

Die Liste an Audioformaten gibt lediglich an, dass man ausschließlich verlustbehaftete (!) Codecs wie MP3/WMA/Vorbis importieren kann.

Analog-Digital Wandler (AD-Konverter):
Das analoge Videosignal wird über einen kleinen, süßen USB-Stick mit Videoeingängen digital gewandelt.
Ich konnte noch keine öffentlich-zugänglichen Informationen über die technischen Details dieses Wandlers finden.

Offene Fragen:

  • Liefert der Wandler das unkomprimierte Digitalsignal – oder bereits eine verlustbehaftet (=lossy) komprimierte Version?
  • Selbe Frage für Audio…
  • Bleiben die Video-Halbbilder 1:1 erhalten?
  • Wird die Farbinformation beibehalten, oder das Subsampling verändert (zB 4:2:2 auf 4:2:0?)

Obwohl der Wandler-Stick von anderen Videoprogrammen (zB VirtualDub) als Eingang verwendet werden kann, ist unklar ob man bereits bei der Aufnahme in einen anderen Codec bereits einen Generationsverlust hat.
Das wäre für etwaige Nachbearbeitungen (zB Zuschneiden, Farbkorrekturen, Tonkorrekturen, etc) relevant, da man es sonst gleich mit mindestens 3 Generationsverlusten zu tun hätte:

  • Verlust 1: Lossy-Kompression im Wandler
  • Verlust 2: Bild-/Tonaufnahme in lossy Codec (WMV?)
  • Verlust 3: Export in lossy Codec/Format (DVD,Blu-Ray,etc)

Ich hoffe, der Wandler liefert das unkomprimierte Signal – und ich hoffe auch, dass zumindest der Ton bis zum Zeitpunkt des Exports unkomprimiert (PCM) abgespeichert wird. Klar ist es nicht.
Wer seine Videos in einem (immer noch) sinnvollen Preis/Leistungsverhältnis überspielen und sicher(er) aufbewahren möchte,

Archivtauglich(ere) Formate:
Am Besten ist natürlich, wenn man sich leisten kann Audio/Video unkomprimiert oder mit mathematisch verlustfreien (=lossless) Codecs (zB FFV1) abzulegen. Derzeit sind für Endanwender_innen die Datenmengen dabei jedoch wahrscheinlich noch zu groß.
Beispiel “FFV1/PCM in AVI” benötigt ca. 90 GB für 4h VHS (~370 MB/Min).

Verlockend ist natürlich kleinere Dateien zu erzeugen, aber das hat seinen Preis.

Sollte man sich entscheiden, verlustbehaftet zu komprimieren wäre so ziemlich jeder andere Codec ausser Windows Media zu bevorzugen. WMV/WMA ist aufgrund seines Microsoft-Ursprungs stark mit Windows verheiratet, und es ist aufgrund von lizenz- und patentrechtlichen Hürden unklar womit (und unter welchen Bedingungen) man diese Dateien in Zukunft öffnen kann. Für Nicht-Windows-Umgebungen liegen die Lizenzkosten für Hersteller von Programmen/Geräten, die WMV abspielen (oder umwandeln) möchten derzeit bei 300.000 USD pro Jahr. Siehe “Windows Media Components Product Agreement, Seite 12.

Der beste Kompromiss wäre wahrscheinlich “DV” (=verlustbehaftet, aber weit-verbreiteter offener Standard) als Videocodec mit PCM (=unkomprimiert. Quasi “WAV”) für Audio in AVI. Das wären ungefähr 55 GB für 4h VHS (~230 MB/Min).
Vom Preis/Leistungsverhältnis wäre zB ein Analog-zu-DV Wandler, wie zB der ADVC55 sinnvoll.

Als Aufnahmeprogramm kann “VirtualDub” verwendet werden. Der Ton sollte dabei unkomprimiert (PCM) aufgenommen und so auch im Videofile gespeichert werden. Voreinstellungen (=Presets) wie man damit DV am exaktesten aufnimmt, kann man sich von hier herunterladen.
Diese Einstellungen sind Teil von DVA-Profession, und werden in der Österreichischen Mediathek (dem nationalen Audio/Videoarchiv) verwendet.

Als generelle Faustregel für die Langzeitarchivierbarkeite von Medienformaten kann man sagen, dass eine Implementierung eines offenen Formats/Standards unter einer Freien Softwarelizenz (zB GPL) die besten Chancen hat quasi “für immer” zugänglich zu sein.
Wenn zum Beispiel ein offenes Medienformat vom Tool “FFmpeg” unterstützt wird, stehen die Chancen sehr sehr gut :)

DVD/Blu-ray als Trägerformat:
Hier ein kurzes Zitat von der Produktseite:

Digital ist besser: Vorteile von DVDs & Blu-ray Discs
Neben dem großen Speicherplatz, der langen Lebensdauer und der geringen Größe, besitzen sie keine sensiblen, mechanischen Bauteile und sind daher ideal zum Archivieren geeignet!

Das mit den mechanischen Bauteilen stimmt natürlich, aber “ideal zum Archivieren“?
Theoretisch “ja” – praktisch “nein”.

Die Zeit in der Archive alles auf optische Datenträger gespeicher haben sind vorbei. Größtenteils, da sich sehr schnell herausgestellt hat, dass gebrannte optische Datenträger noch viel anfälliger und kurzlebiger sind als Analogmaterial, Festplatten oder Magnetbänder. Gebrannte Scheiben die nach 2 Jahren schon nicht mehr fehlerfrei lesbar sind, sind nicht die Ausnahme. Je höher die Datendichte, desto fragiler natürlich auch die Daten darauf…

Weiters sollte man zwischen “Daten-Disk” und “Video-Disk” unterscheiden – das gilt für CD, wie DVD und Blu-Ray.
Wenn man seine Videos als Video-Disk brennt (zB Video-DVD), ist das Audio/Videoformat – inklusive Auflösung und Seitenverhältnis – größtenteils festgelegt. Derzeit sind das ausschließlich verlustbehaftete Videocodecs:

  • CD: MPEG-1
  • DVD: MPEG-2
  • Blu-Ray: MPEG-4 (H.264)

Es gibt (noch) keinen perfekten Träger. Schon gar nicht für Digitales.
Derzeit würde ich empfehlen, die Originaldateien auf Festplatte(n) zu speichern – und auf DVD/Blu-Ray lediglich Ansichtskopien.
Damit kann man auch das Archivformat und das Abspielformat des Videos trennen, und so seine Chancen erhöhen in Zukunft leichter und ohne zusätzlichen Generationsverlust auf zukünftige Formate für’s Ansehen der Videos zu konvertieren.

Seitenverhältnis:
Analoges Video in “Standard Definition” (SD) Auflösung, war immer für das Seitenverhältnis 4:3 aufgenommen – und so ist das Bild auch am Band gespeichert.
In den Screenshots auf der MAGIX Website wird das Video jedoch ausschließlich 16:9 angezeigt:

Sogar wenn man schwarze Balken oben und unten hat (=Letterbox), ist die Information am Band eigentlich nicht Breitbild.

In Europa haben wir PAL als Fernseh-/Videonorm.
Digitalisiert man PAL-SD-Video, ergibt sich dadurch in den meisten Fällen eine Pixelauflösung von 720×576. Aufgrund quadratischer Pixel entspricht das 5:4.

Auch wenn man 16:9 auf DV (=”Digital Video”) aufgenommen hat, wurde es anamorph mit 720×576 Pixel (=5:4) gespeichert – also ebenfalls nicht Breitbild.

Will man 4:3 auf 16:9 Vollbild abbilden, geht immer Information verloren.

Wie geht das MAGIX Videoprogramm damit um?
Beschneidet es automatisch, oder könnte man stattdessen schwarze Balken links/recht (=”Pillarbox“) haben? Das wäre das verlustfreie Video-Bildformat zur Archivierung, falls man auf ein 16:9-Anzeigeformat konvertieren will (zB Blu-Ray/HD).

Ich wage nicht zu fragen wie mit Halbbildern (=Fields) und/oder Deinterlacing umgegangen wird…

MXV:
Nur noch kurz eine Anmerkung zum “MXV” Format für Video:
In meiner Arbeit im nationalen Videoarchiv haben wir es tagtäglich mit den unterschiedlichsten Videodateiformaten als Quelle zu tun. MXV war mir bis dato unbekannt. Bei meiner Recherche fand’ ich wenig bis keine technischen Informationen darüber, abgesehen von diesen:

  • Es ist ein MAGIX-internes Format (wahrscheinlich ein Container)
  • Es gibt wahrscheinlich keine Tools (außer von MAGIX), die es öffnen/konvertieren können
  • Vielleicht ist es auch eine Projektdatei für MAGIX Videoprogramme
  • Angeblich enthält es MPEG-2 als Videocodec
  • Welches Audioformat es enthält ist völlig unklar. PCM? MP3? WMA? MXA?

Sollte man Videos in diesem Format abgelegt haben, empfehle ich sehr dringend sie bald-möglichst mit den MAGIX-Tools in ein offenes Format umzuwandeln. Es ist völlig unklar ob (und womit) man MXV überhaupt jemals wieder öffnen kann.
Leider kann bei einer Konvertierung nicht sichergestellt werden, dass man keine Qualität verliert (nochmalige, verlustbehaftere Kompression beim Export).

Beschwerden bitte nicht an mich, sondern an MAGIX ;)

“Let’s talk about sex, baby!”

stehmann's blog | 16:00, Sunday, 08 February 2015

Ein paar Gedanken aus gegebenem Anlass.

Keine Sorge, dieses Blog wird sich an dieser Stelle nicht mit der menschlichen, tierischen oder pflanzlichen Fortpflanzung befassen. Ich referiere an dieser Stelle nicht über Bienchen und Blümchen; es geht um etwas viel anstößigeres, unanständigeres – Ihr müsst jetzt recht tapfer sein oder die Lektüre hier beenden – ein moralisches Skandalthema ersten Ranges – mehr Ehen scheitern hieran, als an unterschiedlichen Vorstellungen über ein erfülltes Sexualleben: Es geht um Geld!

Folgt man einem oft kurzweilig zu lesenden, recht bekanntem Blogger, so kommt der moralisch integere Entwickler Freier Software, nachdem er Körper und Geist durch die Reinigung der Straßen seiner Heimatstadt erfrischt und so für seinen Unterhalt und den Unterhalt seiner Familie gesorgt hat, abends nach Hause, um sich dort in seiner Freizeit der Implementation der Algorithmen elliptischer Kurven zu widmen. In naiver Ignoranz ist dieser Idealist von den Bedürfnissen der Praxis gänzlich unbeeindruckt und befasst sich nur mit dem, was ihm Spass macht oder als geistige Herausforderung sein Interesse weckt.

Nichts darf zwischen dem Schöpfer und seinen Werke stehen! Nicht die Sorgen um das Aus- und Fortkommen oder gar die Gier nach Reichtum. Alles hat von Alltagssorgen unbefleckt, rein zu sein, programmieren l’art pour l’art, coding as a pastime.

Nun darf auch ein Blogger, der ansonsten eigentlich unverdächtig ist, ein Romantiker zu sein, gelegentlich recht kitschige Vorstellungen dem geneigten Publikum unterbreiten. Und überschreibt nicht auch der Verfasser dieses Textes eine seine Vortragsfolien mit: “Geld spielt keine Rolle!”?

Aber:

Unser Vizepräsident, der auch über “10 Missverständnisse über Freie Software” referiert, benennt eines dieser Missverständnisse wie folgt: “Mit Freier Software kann man kein Geld verdienen.” Und er fragt hinsichtlich dieser “Missverständnisse” mit guten Gründen: “Oder sind es Lügen?”

Der hier in Rede stehende Blogger macht daraus sogar, den Mantel des Moralisten umlegend: “Mit Freier Software darf man kein Geld verdienen (selbst wenn man es kann).”

Richard Matthew Stallman, dem mit einiger Berechtigung ein gewisser ethischer Fundamentalismus nachgesagt wird, ist insoweit ganz Pragmatiker:

“Viele Leute glauben, dass es im Sinne des GNU-Projektes wäre, dass man kein Geld für den Vertrieb von Kopien von Software verlangen dürfe, oder dass man so wenig wie möglich verlangen solle – gerade genug, um die Kosten zu decken.
Tatsächlich aber ermutigen wir Leute, die Freie Software weitervertreiben, sogar, so viel Geld zu verlangen wie sie wollen bzw. können.
Freie Programme werden manchmal kostenlos weitergegeben, und manchmal für einen beachtlichen Preis vertrieben. Oftmals steht das selbe Programm auf beide Arten von unterschiedlichen Anbietern zur Verfügung. Das Programm ist frei, unabhängig vom Preis, weil Anwender Freiheiten bei seiner Verwendung haben.“

Das “Geld spielt keine Rolle!” ist somit ganz anders gemeint: Software kann auch dann als frei zu charakterisieren zu sein, wenn man mit ihr Geld verdienen will.

Es ist also demnach keineswegs unmoralisch, sondern vernünftig und dem Fortschritt Freier Software förderlich, durch die Entwicklung Freier Software nicht nur Ruhm und Anerkennung, sondern auch sein Auskommen zu suchen. Moralisch angreifbar ist es vielmehr, unter Ausnutzung seiner Glaubwürdigkeit im Gewande romantischer Vorstellungen vom Programmieren ausschließlich des intellektuellen Vergnügens wegen den FUD der Gegner Freier Software vom Hobbyprogrammierer fortzuspinnen und so zum Kronzeugen derer zu werden, die bereit sind, die Freiheit anderer ihrem eigenen Profit zu opfern.

Manche werfen dem in Rede stehenden Entwickler Freier kryptografischer Software nun auch vor, er hätte sich von einem Unternehmen mit Sitz in Raleigh, North Carolina, anstellen lassen sollen. Dies ist in der Tat an sich kein abwegiger Gedanke.

Ja, hätte er dies doch getan! So hat er uns viel genommen! Spätestens beim ersten neuen Bug in “seiner” Software hätten wir kurzweilige Verschwörungstheorien munter diskutieren können. Um dieses Vergnügen hat uns der Schuft gebracht!

Und die Moral von der Geschichte? Eine derartiger Beitrag muss doch positiv enden!

Die Moral liefere ich gerne:
Wer hier und heute um die Freiheit kämpft, darf, kann und muss nicht warten, bis gesellschaftliche Utopien – und seien sie noch so gut gemeint – erst zur allgemeinen Auffassung und dann auch realisiert werden.

Saturday, 07 February 2015

FOSDEM 2015

stehmann's blog | 17:28, Saturday, 07 February 2015

Für Haecksen und Hacker endet das Jahr mit dem Congress, auf den sie sich das ganze Jahr über freuen und vorbereiten. Für die Freundinnen und Freunde, Entwickler und Entwicklerinnen Freier Software beginnt das Jahr mit einem Event in Brüssel. Das erste und europaweit größte Event in jedem Jahr ist nämlich das Free and Open Source Developers European Meeting (FOSDEM) in Brüssel. Dieses Event fand in diesem Jahr am 31.1. und 01.02. statt.

Begonnen hatte die FOSDEM für uns bereits am Donnerstagabend in der Düsseldorfer Geschäftsstelle der FSFE mit dem Auspacken, Zählen, Falten und Einpacken der T-Shirts und anderer Textilien.

Auch in diesem Jahr ging es dann zeitig bereits am Freitagmittag auf nach Brüssel, denn wir wollten den Apache-OpenOffice-Stand schon am Freitag aufbauen. Erfreulicherweise blieb der befürchtete Schneefall aus, sodass wir bei gutem Wetter reisten.

Das Rollupdisplay wurde auf der anderen Seite des Ganges gegenüber dem Stand platziert, das Material ausgeladen und die Banner angebracht. Letztere mussten wegen der untergrundschonenden Klebematerialien im Laufe des Events noch ein paar Mal neu fixiert werden.

Nach dem Aufbau ging es weiter zum Fellowshipkoordinatorentreffen der FSFE in die Wohnung des belgischen Koordinators Mauricio, wo für unser leibliches Wohl gesorgt war. Zunächst wurden die anderen Teilnehmer begrüßt. Groß war die Wiedersehensfreude. Anhand meines Spickzettels, den ich für das Fellowshiptreffen in Düsseldorf im Januar gefertigt hatte, konnte ich dann – nunmehr in Englisch – über die Aktivitäten der Düsseldorfer Fellowshipgruppe im vergangenen Jahr berichten und erfuhr, was die anderen Gruppen so gemacht hatten.

Am Samstagmorgen wurde dann der Standaufbau durch die Installation von Rechner und Bildschirm vollendet. Wir erhielten das Material, das für das Jubiläum “15 Jahre OpenOffice” angefertigt worden war.

Neben uns war wieder der Perl-Stand, der viel Publikum anzog; auf der anderen Seite dieses Mal LibreOffice. Zahlreiche Freunde aus diesem Projekt waren angereist.

Zum Standdienst waren neben mir Mechtilde und Michaela eingeteilt. Lediglich drei weitere, allerdings hochrangige Mitglieder des Projektes bildeten unser Eventteam, nämlich Andrea, der fungierende PMC-Chair, Jan, zu diesem Zeitpunkt Kandidat für die Nachfolge von Andrea, und ein weiterer Entwickler, der Mitglied des PMC ist. Ein kleines, aber feines Team. Unser Stand war auch wieder Anlaufpunkt für die Entwickler anderer Apache-Projekte, die vorbeischauten.

Die meisten Gespräche führten wir in Englisch, viele aber auch in Deutsch. Flyer waren in diesen beiden Sprachen und in Französisch vorhanden.

Den Samstagabend verbrachten wir im Kreise des Apache-OpenOffice-Projektes; Mechtilde fand einen Parkplatz in einer Parallelstraße des Boulevard Anspach, der Anspachlaan, direkt an der Börse, deren Vorplatz als Treffpunkt ausgemacht war. Da das urige, kleine Fish-and-Chips-Restaurant, wo wir aßen, großen Zulauf hatte, gingen wir anschließend für einen “Absacker” in einen irischen Pub, den wir schon von unseren bisherigen FOSDEM-Besuchen kannten. Wegen der notwendigen Rückfahrt ins Hotel mussten sich Mechtilde und ich leider des Genusses der dort ausgeschenkten, hervorragenden Biere enthalten.

Die FOSDEM ist wohl auch das größte Fellowshiptreffen, sodass vor dem FSFE-Stand meist reger Betrieb herrschte. Die Arbeit hinter dem FSFE-Stand lief dieses Jahr wieder “wie am Schnürchen”. Es hat sich ein bewährtes Team herausgebildet, das “Hand in Hand” arbeitet. Insbesondere die neuen Rucksäcke mit dem Motiv der Kampagne “There is NO CLOUD, …” fanden reißenden Absatz.

Routiniert verlief wieder der Abbau der Stände am Sonntagabend. Noch unter dem Eindruck der zahlreichen Gespräche, die wir mit dem interessierten Publikum, aber auch mit Freunden aus anderen Projekten geführt hatten, traten wir dann die Heimreise an. Wieder hatten wir ein gutes Reisewetter.

Fellowshiptreffen am 28.01.2015

stehmann's blog | 14:32, Saturday, 07 February 2015

Im Januar ist traditionell das Rückblicks- und Planungstreffen. So auch in diesem Jahr.

Leider waren insgesamt nur acht Teilnehmer gekommen, darunter auch zwei Referenten für die Treffen im Februar und März. Ob die Aufforderung “Alle sind auch eingeladen, zu bedenken, ob sie, beispielsweise durch eine Vortrag, etwas zur Gestaltung unserer Aktivitäten im Jahre 2015 beitragen können.” die anderen Aktivisten abgeschreckt hatte? Immerhin fehlten einige entschuldigt. Aus dem rechtsrheinischen Süden von Köln war ein regelmäßiger Teilnehmer des Bonner Fellowshiptreffens gekommen, der sich auch bei uns wohl recht wohl fühlt.

Keineswegs nur ihm zuliebe konnte der Chronist in seinem Rückblick auf das vergangene Jahr feststellen, dass im Jahre 2014 der “rheinische Referentenaustausch” zwischen der Bonner und der Düsseldorfer Fellowshipgruppe in Gang gekommen ist. Dieser wird, da ist sich der Chronist ziemlich gewiss, auch in diesem Jahre fortgesetzt werden.

Der offizielle Teil des Treffens begann mit der “obligaten” Vorstellungsrunde.

“Dortmund braucht Freie Software” propagiert Do-FOSS, eine Initiative für den Einsatz Freier Software bei der Stadt Dortmund. Till hat uns diese Initiative kurz vorgestellt, um uns einen Vorgeschmack auf unser Treffen im Februar zu geben, bei welchem Mitglieder dieser Initiative uns diesselbe und deren Aktivitäten nahebringen werden. Bei dieser Gelegenheit wird man sicherlich auch überlegen, was man eventuell gemeinsam unternehmen kann.

Wer Do-FOSS und ihr Anliegen bereits vorher unterstützen will, hat dazu am Nachmittage des 19.02.2015 ab 14:00 Uhr Gelegenheit. Dann sollen nämlich vor dem Rathaus von Dortmund anlässlich der ersten Ratssitzung in diesem Jahr, die um 15:00 Uhr beginnt, Flyer verteilt werden. Helfer sind willkommen!

Harald stellte das Thema für das Fellowshiptreffen im März vor. Er beschäftigt sich mit Freien Geoinformationssystemen und Offenen Geodaten. Hierüber wird er dann im März referieren.

Beim Rückblick auf das vergangene Jahr konnten zahlreiche Aktivitäten, an denen Düsseldorfer Fellows beteiligt waren, memoriert werden. Einzelheiten können diesem Blog entnommen werden.

Auch im Jahre 2015 fährt wieder unser Bus zu den Chemnitzer Linux-Tagen am 21. und 22.03.2015. Aufgrund der bisherigen Anmeldungen konnte bereits eine erste Senkung des Reisepreises vorgenommen werden. Birgit konnte diese bereits beim Treffen in Aussicht stellen; ihre Erwartung hat sich also betätigt. Es kann festgestellt werden, dass sich dieser Bus etabliert hat.

Jeder sollte einmal in Chemnitz zu den Linux-Tagen gewesen sein und der beste Weg dorthin ist der Freedom-Tours-Bus, der auch dieses Jahr wieder mit der freundlichen Empfehlung der Düsseldorfer Fellowship-Gruppe der FSFE auf die Reise geht.

Gewünscht wurden von den Teilnehmern des Treffens mehr technische Themen. Auch wenn wir im Februar eher mit einem politischen Thema starten, werden sich die Koordinatoren bemühen, diesem Wunsche Rechnung zu tragen.

Nach dem außerordentliches Fellowshiptreffen am 12.10.2014 waren sich die meisten ortansässigen Teilnehmer einig, dass eine solche sonntagvormittägliche Veranstaltung mit Familien kein einmaliges Ereignis bleiben darf. Leider musste das “Schwesterherz” schließen. Es soll daher geprüft werden, ob ein solches Treffen in den Räumen des c3s im Gerresheimer Bahnhof stattfinden kann. Dort werden wir auch im April 2015 unser ordentliches Fellowshiptreffen abhalten.

Am 14.02.2015 feiern wir den “I love Free Software Day 2015″. Eine gute Gelegenheit, einmal unsere Liebe zu Freier Software zu zeigen und eine Entwicklerin oder einen Entwickler zu umarmen (Bitte vorher um Erlaubnis fragen!).

Nächstes Treffen:

Das nächste reguläre Fellowshiptreffen in Düsseldorf findet am 25.02.2015 ab 19:30 Uhr im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt. Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem „offiziellen“ Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

Thema ist, wie bereits erwähnt, die Initiative Do-FOSS.

Der offizielle Teil wird um 23:00 Uhr enden.

Gäste sind bei diesem Treffen wie immer herzlich willkommen.

Wednesday, 04 February 2015

Die irreführende Rhetorik für mehr Überwachung

Jens Lechtenbörger » Deutsch | 16:59, Wednesday, 04 February 2015

Unser von Grundgesetz und Europäischer Menschenrechtskonvention zugesichertes Abwehrrecht zur Privatsphäre gegenüber dem Staat wird unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung seit Jahren weiter eingeschränkt. Die Begründungen für zusätzliche Einschränkungen werden mit mehr oder weniger geschickter, aber in jedem Fall irreführender Rhetorik vortragen, die zu selten als solche entlarvt wird. Überlegen Sie selbst.

Der Bundesminister des Innern, Herr Dr. Thomas de Maizière, argumentierte in einer Rede am 20.1.2015, dass Verschlüsselung notwendig sei, damit wir, die Bevölkerung, uns sicher im Internet bewegen könnten. Trotzdem sollten Sicherheitsbehörden in der Lage sein, verschlüsselte Kommunikation zu entschlüsseln. Er versuchte, diese Forderung nach unwirksamer oder umgehbarer Verschlüsselung durch eine Analogie aus der physischen Welt vernünftig erscheinen zu lassen: Wir alle schließen unsere Häuser ab, in die die Polizei unter rechtsstaatlichen Voraussetzungen eindringen darf.

Diese Analogie ist aus mehreren Gründen irreführend:

  • Das Eindringen in unsere Häuser erfolgt in begründeten Einzelfällen. Demgegenüber wird unsere Kommunikation im Internet von Geheim- und Nachrichtendiensten abgehört, gespeichert und analysiert, und zwar im Wesentlichen vollständig, hemmungslos und unkontrolliert, wie wir spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden wissen.
  • Das Eindringen in unsere Häuser erfordert personellen Aufwand, was ein Vorgehen mit Verstand und Augenmaß erzwingt. (Dies ändert sich, je mehr Smartphones, Smart-TVs, Smart-Watches, smarte Brillen usw. wir als zusätzliche Augen und Ohren jenseits unserer Kontrolle einsetzen.) Demgegenüber laufen Spionage und Überwachung im Internet weitgehend automatisiert ab, was anlasslose Massenüberwachung unter Missachtung der Unschuldsvermutung ermöglicht.
  • Das Eindringen in unsere Häuser ist für uns (meistens) erkennbar und damit anfechtbar. Demgegenüber finden Spionage und Überwachung im Internet hinterrücks statt. Welche Daten von wem zu welchen Zwecken erfasst werden, bleibt im Verborgenen und lässt uns keine Möglichkeit zu rechtsstaatlicher Gegenwehr.

Diese Unterschiede zwischen Überwachung in der physischen Welt und Überwachung im Internet erfordern, dass wir unsere Kommunikation verschlüsseln, wenn wir an Privatsphäre interessiert sind. Wenn „vertrauenswürdige“ staatliche Stellen diese Verschlüsselung umgehen können, dann werden das auch nicht vertrauenswürdige staatliche Stellen und andere Kriminelle schaffen. Das ist inakzeptabel.

Unser Bundesinnenminister steht mit seiner wirren Analogie leider nicht allein. In ähnlicher Weise behauptete Herr Troels Oerting, der Leiter des Europäischen Zentrums zur Bekämpfung der Cyberkriminalität, dass die verschlüsselte Kommunikation so ähnlich wirke wie der Kofferraum eines Autos, der bei einer Polizeikontrolle nicht geöffnet werden könne. Offenbar entgehen auch Herrn Oerting die fundamentalen Unterschiede (a) des begründeten Vorgehens im Einzelfall unter Personaleinsatz mit rechtsstaatlichen Abwehrmöglichkeiten und (b) der anlasslosen, automatisierten und unbemerkbaren Massenüberwachung ohne Möglichkeit zur Gegenwehr. Vermutlich dieser haarsträubenden Logik folgend forderte im Januar 2015 der Anti-Terror-Koordinator im Rat der Europäischen Union, Herr Gilles de Kerchove, die Hinterlegung kryptografischer Schlüssel. Höchst bedenklich.

Unser Bundesinnenminister ist auch an anderer Stelle zu schnell, um die Feinheiten der Realität angemessen zu würdigen. So behauptet er in seiner oben erwähnten Rede mit Bezug auf den Terroranschlag auf Charlie Hebdo:

Die Ereignisse in Paris verdeutlichen einmal mehr, dass wir gemeinsam handeln müssen, und zwar nicht nur im Bereich der so genannten „realen“ Welt. Das Handeln krimineller und terroristischer Bestrebungen findet genauso in der „virtuellen“ Welt statt […]

Die Ereignisse in Paris mögen vieles verdeutlichen, mit der virtuellen Welt hatten sie herzlich wenig zu tun. Die Attentäter waren verschiedenen staatlichen Stellen im Vorfeld bekannt, aber ihre Überwachung wurde zu früh beendet. Davon, dass die Täter verschlüsselt kommuniziert hätten, ist nirgends die Rede – auch nicht in der ministeriellen Rede. Dass er dieses Attentat dennoch zur Rechtfertigung der Umgehung von Verschlüsselung, unserer einzigen Waffe gegen anlasslose Massenüberwachung und andere Kriminalität im Internet, verwendet, ist ungeheuerlich.

Im Ausland ist die Lage nicht besser. So versprach Premierminister David Cameron seinen Landsleuten angesichts des Attentats in Paris, im Falle seiner Wiederwahl Terroristen keine sicheren Kommunikationsräume zu lassen. Dem Premierminister ist offenbar ebenso wie unserem Innenminister entgangen, dass das Attentat nichts mit sicherer terroristischer Kommunikation zu hatte. Darüber hinaus macht seine Aussage klar, wohin die Reise gehen soll: Wer unbekannten Terroristen keine sichere Kommunikation zugestehen will, darf niemandem sichere Kommunikation zugestehen. Von Ihnen und mir ist nicht auszuschließen, dass wir unbekannte Terroristen sind; daher müssen wir überwacht werden, und zwar überall, wo dies technisch machbar ist.

Momentan gibt es noch vergängliche, unaufgezeichnete, private Gespräche. In Familien, mit Wildfremden, zwischen ganz normalen und zwischen verrückten Menschen. Auch die Brüder Kouachi werden sich vor ihrem Anschlag auf Charlie Hebdo über ihre Pläne unterhalten haben. Hatten sie ein Recht auf private Gespräche? Haben wir, die wir anders als sie nicht in Terror-Camps ausgebildet worden sind, dieses Recht, oder wollen wir es uns nehmen lassen, Cameron folgend?

Bevor Sie urteilen, sei daran erinnert, dass die Gefahr, ein Terroropfer zu werden, verschwindend klein ist. Laut Zahlen der New York Times vom Juli 2013 starben seit 2005 jährlich 23 Amerikaner durch Terror. Dreiundzwanzig. Etwa doppelt so viele starben an Bienen- und Wespenstichen, 15-mal so viele durch Stürze von Leitern. In Deutschland gab es nach Angaben der Tagesschau im Januar 2015 bisher nur einen einzigen islamistischen Anschlag – und zwar im März 2011 mit zwei Todesopfern. Demgegenüber gibt es bei uns jährlich mehr als 3.000 Verkehrstote. An den Folgen von Alkoholmissbrauch sollen in Deutschland 74.000 Menschen pro Jahr sterben.

Bevor Sie urteilen, sei zudem daran erinnert, dass Terroristen in Europa und in den USA in den vergangenen Jahren regelmäßig im Vorfeld auffällig geworden sind und Sicherheitsbehörden vor ihren Untaten bekannt waren. Offenbar fehlte es an gezielter Überwachung, um Anschläge zu verhindern. Wer trotzdem vorgibt, die Situation durch anlasslose Massenüberwachung oder durch die Schwächung von Verschlüsselungstechniken verbessern zu können, sollte sich rechtfertigen müssen oder ausgelacht werden.

Haben wir also ein Recht auf vergängliche, unaufgezeichnete, private Gespräche? Im Grunde spielt die Antwort auf diese Frage zumindest für Kommunikation im Internet keine Rolle: Wenn Sie denken, dass Sie dieses Recht haben sollten, müssen und können Sie es sich nehmen. Sie dürfen Ihre Kommunikation nicht kommerziell orientierten Datenkraken anvertrauen, und Sie müssen Ihre Kommunikation verschlüsseln.

Verschlüsselung ist alternativlos. Im Januar 2015 sind Berichte hochrangiger europäischer Gremien erschienen, die dies nachdrücklich belegen. Zum einen empfiehlt der Rechtsausschuss der Parlamentarischen Versammlung des Europarats durchgängige Verschlüsselung zum Schutz unserer Privatsphäre. Zum anderen empfiehlt auch der Ausschuss für Technikfolgenabschätzung des EU-Parlaments den Einsatz von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Anonymisierungsdiensten zum Schutz der Privatsphäre.

Ich rate Ihnen, für private Kommunikation nicht auf die Dienste bekannter Datenkraken zurückzugreifen, sondern freie Software zur Verteidigung Ihrer Grundrechte einzusetzen, insbesondere GnuPG zur E-Mail-Selbstverteidigung und Tor oder JonDo zur Anonymisierung im Internet.

Lassen Sie sich nicht in die Irre führen, sondern verteidigen Sie Ihre Grundrechte!

Sunday, 25 January 2015

Freie Software – Ressourcen schonen durch Teilen

Don't Panic » Deutscher Planet | 15:58, Sunday, 25 January 2015

Ende November wurde ich zu einem Fachgespräch „Nachhaltige Software“ eingeladen, veranstaltet durch das Öko-Institut e.V. sowie das Umweltbundesamt. Es handelte sich um eine Auftaktveranstaltung zur Forschungsfrage „Was ist Nachhaltige Software?“ beziehungsweise zu der Frage, welche Kriterien zur Bestimmung von Nachhaltigkeit von Software und dessen Entwicklung in Betracht gezogen werden können.
Ich wurde gebeten die Bedeutung Freier Software in Bezug auf Nachhaltigkeit zu beleuchten. Selbst sehe ich die besondere Bedeutung Freier Software für eine Digitale Nachhaltigkeit – den Veranstaltern war verständlicherweise jedoch die ökologische Nachhaltigkeit ein besonderes Anliegen. Und auch dazu kann Freie Software einen bedeutenden Beitrag leisten. Ich habe versucht in meinen Ausführungen beiden Ansprüchen gerecht zu werden.
Im Anschluss an die Veranstaltung entstand der folgende Artikel, der demnächst in die öffentliche Dokumentation des Umweltbundesamtes aufgenommen wird. Bis das soweit ist gibt es hier eine Vorabversion (auch als PDF verfügbar).

Zusammenfassung:
Dieser Artikel widmet sich den nachhaltigen Aspekten Freier Software und offener Entwicklungsmodelle. Dazu wird zuerst in das Verständnis von Nachhaltigkeit und in die Nachhaltigkeit digitaler Ressourcen eingeführt. Es folgt eine Erklärung Freier Software und schließlich wird skizziert, welche direkten positiven ökologischen Auswirkungen durch die Entwicklung und Verwendung Freier Software erzielt werden können.

Inhaltsverszeichnis

1. Software im Kontext der Nachhaltigkeit

Je mehr unsere alltäglichen Interaktionen durch die Verwendung digital-technischer Geräte geprägt werden, desto mehr rückt die Ökobilanz dieser technischen Geräte in den Fokus der Aufmerksamkeit. Elektroschrott, Recycling, „Green-IT“, Ökostrom, Halbwertszeit von Hardware und verwandte Aspekte gewinnen an Bedeutung. Über die „Nachhaltigkeit“ der verwendeten Software wird hingegen kaum gesprochen. Was könnte man darunter verstehen, was ist nachhaltig und welche Anforderungen müsste Software erfüllen um nachhaltig zu sein?

1.1 Zum Begriff „Nachhaltigkeit“

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ hat im letzten Jahrzehnt eine nahezu inflationäre Verwendung gefunden [1], insbesondere in Politik und Wirtschaft. Als eine Folge daraus wurde in unterschiedlichsten Kontexten von Nachhaltigkeit gesprochen, so dass der Begriff weiter an Unschärfe gewonnen hat. Deshalb wird den weiteren Ausführungen dieses Artikels folgende Definition zu Grunde gelegt:

„Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, daß künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“

Dieses Zitat ist einer der zentralen und meist zitierten Leitsätze des Brundtland-Berichts „Unsere gemeinsame Zukunft“ [2]. Durch die darin enthaltene intertemporale Dimension wird in Kurzform auch von „Generationengerechtigkeit“ gesprochen.
Bei Betrachtung endlicher Ressourcen, die eines Tage erschöpft sein könnten, wäre unter der Generationengerechtigkeit ein Konsum zu verstehen, der die vorhandenen Ressourcen auf eine Art und Weise schont, dass auch zukünftige Generationen noch von der gleichen Ressource zehren können. Bei Software gilt es, diese Aspekte der Ressourcenschonung beim Energieverbrauch der Software zu bedenken, sowie im Rohstoffverbrauch bei der für den Betrieb der Software notwendigen Hardware. Betrachten wir hingegen Software selbst als Ressource, ergeben sich andere Bedingungen der Generationengerechtigkeit. Denn Software ist digital und damit immateriell – und für den Erhalt digitaler Ressourcen gelten andere Kriterien einer nachhaltigen Entwicklung.

1.2 Nachhaltigkeit digitaler Ressourcen

In der Digitalen Gesellschaft werden unser Arbeitsalltag, unsere Kommunikation und ein großer Teil unserer Infrastruktur inzwischen von Software gesteuert oder vereinfacht. Heute in Deutschland Heranwachsende ohne Zugang zu jeglichem Computer aufzuziehen wäre geradezu verantwortungslos, da es einem sozialen und gesellschaftlichen Ausschluss gleichkäme. Je mehr kritische Infrastruktur von Software gestellt wird, desto wichtiger werden auch der Erhalt, das Verständnis und der Zugang zu dieser Software. Software wird zu einem Fundament, dessen eigene Existenz zum Erhalt unser digital gewachsenen Infrastruktur notwendig ist; ebenso wie das Wissen um die Bedienung der Software. Es ist an der Zeit, Software als Informations- und Wissensressource zu verstehen.

Betrachten wir Software als eine Ressource, unterscheidet sich diese grundlegend von natürlichen, endlichen Ressourcen. Software – sowie digitale Information jeglicher Art – ist eine immaterielle Ressource und unterliegt damit ähnlichen Bedingungen wie Wissens- und Kulturgüter. Für digitale Ressourcen gilt, dass trotz exzessiver Anwendung, Gebrauch und miteinander Teilen kein Verzehr der Güter stattfindet. Jeder kann von derselben Ressource profitieren ohne dabei die Ressource für andere Konsumenten zu schmälern.
Beispiel: Betrachten wir ein einzelnes Computerprogramm als eine Ressourcen-Einheit der Menge Eins, dann kann diese Einheit prinzipiell unendlich oft verwendet, kopiert und getauscht werden ohne dass sich dadurch die Ursprungsressource jemals verbrauchen würde. Im Gegenteil: Mit jeder Kopie des Computerprogramms steigt die Menge der zur Verfügung stehenden Ressourcen-Einheiten. Betrachtet man eine spezifische Form digitaler Information – zum Beispiel ein einzelnes Computerprogramm – als besonders schützenswert und möchte diese Ressource für zukünftige Generationen erhalten, dann ist eine erfolgversprechende Strategie, möglichst viele Kopien davon (= Einheiten) möglichst weit zu verbreiten.
Zusammenfassend gilt, dass Software dann zu einer nachhaltigen Ressource wird, wenn sie frei kopiert und angepasst werden kann. Diese Möglichkeiten müssen jedoch explizit eingeräumt werden. Denn obwohl Software sich durch die Erstellung von Kopien nicht erschöpfen kann, können digitale Ressourcen durchaus ausschließbare Güter sein: Durch Anwendung von Immaterialgüterrechten, geschlossenem Code und Kopierschutzmaßnahmen werden digitale Ressourcen künstlich verknappt und damit vom Teilen, dem freien Gebrauch und der freien Weiterentwicklung ausgeschlossen. Die künstliche Verknappung des Angebots soll Markt erschaffend wirken; allerdings liegt gerade in der künstlichen Verknappung digitaler Ressourcen die Gefahr des unwiderruflichen Ressourcen- und damit Wissensverlustes. Denn mit der Nicht-Veröffentlichung des dem Programm zu Grunde liegenden Codes wird das Wissen um die Herstellung und Funktionsweise der Software privatisiert. Das sorgt für einen unmündigen Kunden, der vom Support und dem Gutdünken des Herstellers abhängig ist. In unserem Zusammenhang ist es darüber hinaus vor allem eine Gefahr für den Erhalt der Software als zukünftige Ressource.
Durch das Verschließen des Codes liegt das Wissen um die Funktion sowie das Recht der Kopie und der Verbreitung dieser Information in den Händen einer geschlossenen Gruppe, beispielsweise eines Unternehmens. Verschwindet dieses Unternehmen eines Tages vom Markt, dann ist die Gefahr groß, dass damit auch für immer das Wissen um die Software verloren geht. Gleiches gilt für verschlossene Dateiformate. Daten, die in proprietären Formaten gespeichert werden, können nicht als zukunftssicher gelten, denn es sind nur ganz spezielle, verschlossene Computerprogramme fähig, diese Daten auszulesen. Mehr noch: Proprietäre Dateiformate erschaffen und gestalten Insellösungen und Inkompatibilität. Dadurch sollen Kunden an den Hersteller gebunden werden. Geht jedoch dem Hersteller das Wissen um seine proprietären Formate verloren, ist es damit zugleich den zukünftigen Generationen verloren gegangen. Das ist eine der wenigen Gefahren, wie sich eine digitale Ressource in der Tat erschöpfen kann.

Dieser Gefahr entgegen wirken Freie Software [3] und Offene Standards [4]. Beide stehen der Öffentlichkeit dank ihrer offenen Lizenzbestimmungen frei zur Verfügung. Durch öffentliche Dokumentation sowie das explizite Recht, die Software zu kopieren und anzupassen, bilden sie das Fundament, um digitale Information und Software als eine nachhaltige Ressource für zukünftige Generationen zu erhalten. So lange es Computer gibt, werden diese in der Lage sein Freie Software zu verstehen und zu verwenden. Das erfüllt nicht nur den Anspruch der Generationengerechtigkeit, sondern auch einen weiteren Leitsatz des Brundtland-Berichts:

“Im wesentlichen ist dauerhafte Entwicklung ein Wandlungsprozeß, in dem die Nutzung von Ressourcen, das Ziel von Investitionen, die Richtung technologischer Entwicklung und institutioneller Wandel miteinander harmonieren und das derzeitige und künftige Potential vergrößern, menschliche Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen.“ [5]

Verfolgen wir also eine Entwicklung, welche „die Nutzung von Ressourcen“ auf eine Weise ermöglicht, „das derzeitige und künftige Potential [zu] vergrößern“, dann müssen wir auf Freie Software und Offene Standards setzen. Nur diese können die Ressource Software nachhaltig sichern und deren Potenzial auch für die Zukunft vergrößern. Es ist an der Zeit für die Digitale Gesellschaft eine Digitale Nachhaltigkeit [6] zu fördern.

1.3 Nachhaltigkeit ‘durch’ aber auch ‘von’ Software

Die bisherigen Ausführungen legen nahe, dass bei der Bestimmung von „nachhaltiger Software“ mindestens zwei Aspekte von Nachhaltigkeit berücksichtigt werden sollten. Zum einen die ökologischen Auswirkungen durch den Betrieb von Software, eine Nachhaltigkeit ‘durch’ Software. Zum andern das Verständnis von Software selbst als eine Ressource, das eine Nachhaltigkeit ‘von’ Software fordert.

Bei der Betrachtung von Nachhaltigkeit durch Software ist in erster Linie der Energieverbrauch ein maßgebender Faktor. Um Prozesse durchzuführen, benötigt Software Energie. Energieerzeugung bringt jedoch häufig massive Umwelt- und Klimaeinflüsse mit sich. Eine logische Ableitung aus diesem Zusammenhang wäre, dass nachhaltige Software eine Software sei, die möglichst effizient und dadurch Energie schonend läuft. Betrachten wir als Beispiel Software A und B, welche exakt dieselbe Leistung erbringen, wobei A jedoch weniger Energie für das gleiche Ergebnis benötigt. Dann wäre A in unserem Sinne als eine Energie schonende und damit nachhaltige Software zu verstehen.
Der Energieverbrauch zum Betrieb der Software ist jedoch nur ein Aspekt. Einen weitaus größeren ökologischen Fußabdruck hinterlässt die zum Betrieb von Software produzierte Hardware. Ihre Produktion erfordert hohe Mengen an Energie und oft den Einsatz äußerst begrenzter Ressourcen, z.B. sogenannter „seltener Erden“. Software, die zum Betrieb möglichst geringe Anforderungen an Hardware stellt oder gar eine langfristige Verwendung von Hardware garantiert, ist damit im Sinne der Ressourcenschonung definitiv auch als eine nachhaltige Software zu verstehen.

Schließlich müssen Software und digitale Information selbst als Ressource betrachtet werden. Software wird immer mehr zur kritischen Infrastruktur der Digitalen Gesellschaft. Die größte Gefahr für die Nachhaltigkeit von Software besteht – analog zu der Ressource Wissen – darin, die eigentlich unbegrenzte Ressource in einer Weise zu verknappen oder zu verschließen, dass zukünftige Generationen nicht mehr daran teilhaben können. Im Gegenzug können sich insbesondere in der Verwendung von Software als eine gemeinsame Ressource erhebliche Synergieeffekte ergeben, da effiziente Lösungen geteilt und damit potenziert werden [7]. Wie zu sehen sein wird, kann Freie Software zu allen drei Aspekte – Energieeffizienz, Hardwareschonung und Digitale Nachhaltigkeit – einen entscheidenden Beitrag leisten.

2. Freie Software – Definition, Entstehung und heutige Bedeutung

Bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde Software weitgehend als ein freies Gut behandelt und inklusive des offenen Quellcodes verbreitet. Computer sind zu dieser Zeit meist im universitären Umfeld zu finden. Es ist üblich, die zugehörige Software auf ihre Eigenschaften und Auswirkungen hin zu untersuchen, diese zu teilen und zu verbessern. Transparenz, sowie die Wiederverwendung oder Wiederholung von Ergebnissen und Erkenntnissen bilden die Grundlagen der elektronischen Informationswissenschaft.
Mit dem Aufkommen des Heimcomputer in den 70er und 80er Jahren beginnen Hardwarehersteller jedoch damit, ihre für den Betrieb der Hardware mitgelieferte Software nur noch in verschlossenen Dateiformaten und damit ohne den zu Grunde liegenden Quellcode auszuliefern. Das Wissen um den Betrieb der Maschine soll verschlossen bleiben. 1974 wird das amerikanische Copyright auch auf Computerprogramme ausgeweitet. Es kommt zur Verbreitung des Personal Computers der Firma International Business Machines Corporation (IBM) und dessen mitgeliefertem Betriebssystem DOS der Firma Microsoft. Damit wird im außeruniversitären Umfeld der Grundstein zur Akzeptanz des Vertriebs proprietärer Software gelegt. Als proprietäre Software wird Software bezeichnet, deren Quellcode nicht ersichtlich ist und für die zudem nur eingeschränkte Nutzungsrechte gelten.

Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, initiiert Richard Stallman – Mitarbeiter im Labor „Künstliche Intelligenz“ des Massachusetts Institute of Technology – 1983 die Entwicklung des GNU-Projektes [8]. Ziel des GNU-Projektes ist, ein komplettes Betriebssystem zu schreiben, dass vollständig aus Freier Software besteht. Damals bis heute wird unter Freier Software jegliche Software verstanden, die allen Nutzenden vier grundsätzliche Rechte (sogenannte „Freiheiten“) einräumt [9]. Diese sind das Recht die Software

  1. zu verwenden (zu jedem Zweck, ohne Einschränkung)
  2. zu verstehen (den Quellcode einzusehen um das Programm untersuchen zu können)
  3. zu verbreiten (das Programm beliebig oft zu kopieren und zu teilen)
  4. zu verbessern (das Programm zu verändern und die neue Version selbst zu veröffentlichen)

Diese Nutzungsrechte werden gegeben und garantiert durch Lizenzen. Die Lizenz der Software beschreibt, was Nutzende unter welchen Umständen mit der Software machen dürfen. Im Gegensatz zu proprietärer Software räumen die Lizenzen Freier Software explizit das Recht ein die Software zu verstehen und zu teilen. Lizenzen dieser Art gibt es viele. Die Free Software Foundation (FSF) führt dazu eine Liste von anerkannten Freie Software Lizenzen [10]. Die am häufigsten verwendeten Lizenzen [11] sind in Reihenfolge ihrer Häufigkeit GPLv2, MIT , Apache, GPLv3 und BSD. Grob lassen sich diese Lizenzen in zwei „Familien“ einteilen, die sich durch unterschiedliche Formen der „Weitervererbung“ unterscheiden: Manche Lizenzen fordern, dass im Falle einer Veränderung und Wiederveröffentlichung des Quellcodes der abgewandelte Code unter derselben Lizenz veröffentlicht werden muss. Damit wird erreicht, dass eine einmal als Freie Software veröffentlichte Software sowie alle Ableitungen und Weiterentwicklungen frei bleiben. Dieses weitervererbende Prinzip wird als Copyleft bezeichnet.
Andere Lizenzen hingegen fordern nicht ihre eigene Weitervererbung. Diese gelten als nicht-schützend. Zur Abgrenzung von Copyleft-Lizenzen werden diese als nicht-schützend oder auch permissiv bezeichnet. Wer den Quellcode einer Freien Software verändert, die unter nicht-schützender Lizenz veröffentlicht wurde, kann diese Abwandlung entweder unter der gleichen Lizenz veröffentlichen, unter einer Copyleft-Lizenz oder gar unter einer proprietären Lizenz. Beide Lizenz-Familien finden in der Praxis etwa gleich häufig Verwendung [12].

1984 kündigt Richard Stallman seinen Job, um sich in Vollzeit der Entwicklung von GNU zu widmen. 1985 gründet er die Free Software Foundation und entwickelt 1989 mit der Veröffentlichung der ersten GNU General Public License (GPL) [13] das Prinzip des Copyleft. Stallmans ursprüngliche Ankündigung der Entwicklung des GNU-Projektes gilt heute als Geburtsstunde Freier Software und der Freien Software Bewegung. Anfang 2000 entwickelt Lawrence Lessig aus den Prinzipien Freier Software und deren Lizenzen die Creative Commons Lizenzen, die eine Adoption der Ideen Freier Software auf die Verbreitung freier Wissens- und Kulturgüter darstellt. Zur selben Zeit und in den Folgejahren berufen sich weltweit immer mehr Bewegungen auf die Prinzipien Freier Software und Freien Wissens, darunter Open Access, Open Data, Open Source, Open Knowledge und Open Educational Resources.

Freie Software finden wir heutzutage in unzähligen digitalen Geräten, die uns umgeben. Darunter eingebettete Systeme (zum Beispiel Internet-Router), digitalisierte Geräte (zum Beispiel Fernseher, Kühlschrank, Mikrowelle), Taschencomputer (zum Beispiel sogenannte „Smartphones“ [14]), Supercomputer [15], der größte Teil der Internet-Hardware (zum Beispiel Server [16]) und mit GNU/Linux [17] auch der Laptop und Desktop. Unter Endanwendern bekannte Software ist zum Beispiel Linux, Firefox, Wikipedia, Android, Open/Libre Office, Apache, WordPress und viele mehr.

3. Freie Software und ökologische Nachhaltigkeit

Die Veröffentlichung des Quellcodes, dessen Teil- und Wiederverwendbarkeit sind maßgebende Eigenschaften Freier Software. Freie Software kann durch diese Charakteristika als gemeinsame Ressource verwendet werden, wie beispielsweise das Wissen in der Bibliothek. Offenheit und Verfügbarkeit des Quellcodes bergen zudem zahlreiche positive Auswirkungen auf unsere sozialen und wirtschaftlichen Organisationsformen. Diese können hier jedoch nicht weiter ausgeführt werden; dieses Kapitel widmet sich ausschließlich den möglichen ökologischen Gewinnen Freier Software.

3.1 Modularität, Freie Software und Effizienz

Freie Software und Betriebssysteme bestehen üblicherweise aus einer Kombination einzelner Module, die mit Hilfe offener Schnittstellen miteinander kommunizieren und so zu einer Gesamtkomposition zusammengestellt werden. Diese Modularität kann dazu dienen, das verwendete Betriebssystem so schlank und effizient wie möglich den Betriebsanforderungen anzupassen. Viele Computer und Computerarbeitsplätze werden schließlich nur dazu verwendet, Texte zu schreiben und zu verarbeiten, sowie diese über das Internet auszutauschen (im Folgenden „Textverarbeitungsplatz“). Wird für einen solchen Textverarbeitungsplatz ein proprietäres System „von der Stange“ erworben, dann ist dieses System üblicherweise dazu ausgelegt viele weitere Aufgaben erledigen zu können und erfordert und verwendet dazu zahlreiche Hardwarekomponenten sowie erhöhte Mindestanforderungen an die Hardware. Meist bieten die Vertreiber keine Anpassungen oder bedarfsorientierte Abstufungen ihrer Systeme an. Weil es sich um proprietäre Software handelt, haben Nutzende zudem keine Möglichkeit, das System selbst zu verschlanken oder gewisse Funktionen auszulassen. Bei Verwendung derartiger Systeme entsteht eine Herstellerabhängigkeit, in welcher der Software-Hersteller allen Nutzenden die zur Anwendung benötigte Hardware vorschreiben kann.
Bei der Verwendung eines Freien Software Betriebssystems hingegen besteht prinzipiell die Möglichkeit, jedes Modul und Programm manuell zu konfigurieren, zu entfernen, auszutauschen oder auch einzubauen. Da Freie Software geteilt werden darf, können eigens konfigurierte Systeme verbreitet werden und alle Nutzenden von dieser Konfiguration profitieren. Das führt zu Interessensgruppen – sogenannte communitys – die spezielle GNU/Linux-Software Konfigurationen – sogenannte Distributionen – pflegen und veröffentlichen. Darunter gibt es auch Distributionen, die sich als besonders Hardware- und Ressourcenschonend hervortun [18]. Für den oben angeführten Textverarbeitungsplatz sind solche Distributionen im Sinne der Effizienz bestens geeignet. Ganz generell ermöglicht die Modularität Freier Software ein für die jeweiligen Aufgabenbereiche zugeschnittenes System zu erstellen, ohne unnötigen Ballast. Oder, wie es Antoine de Saint-Exupéry einst ausdrückte: “Vollkommenheit entsteht offensichtlich nicht dann, wenn es nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.” [19]

3.2 Hardware als Ressource verstehen

Die Produktion von Hardware erfordert jede Menge Ressourcen, sowohl seltene Rohstoffe als auch Energie. Jede Möglichkeit, unseren Hardwareverbrauch zu senken, kann als ein Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit betrachtet werden. Darunter wäre eine bedarfsorientierte Neuanschaffung von Hardware zu verstehen sowie eine möglichst lange Verwendung alter Hardware. Wie soeben ausgeführt, bietet Freie Software, insbesondere GNU/Linux-Systeme, dafür speziell zugeschnittene Distributionen, die möglichst wenige Anforderungen an die Hardware stellen. Hinzu kommt, dass der offene Quellcode eigene Anpassungen sowie die Übertragbarkeit der Software auf verschiedene Endgeräte ermöglicht. Das heißt, für unser Beispiel des Textverarbeitungsplatzes benötige ich mit der Verwendung Freier Software nicht länger einen Laptop oder Desktop-Computer. Durch die Verwendung eines schlanken GNU/Linux-Systems mit grafischer Oberfläche und einer Libre Office-Suite [20] ist ein komfortabler Textverarbeitungsplatz bereits mit viel geringerem Hardwareaufwand möglich, beispielsweise mit dem Mini-Computer RaspberryPi [21]. Anstatt sich also vom Hersteller diktieren zu lassen, welche Hardwareanforderungen dessen multifunktionales Betriebssystem benötigt, kann durch die Verwendung Freier Software ein möglichst schlankes System verwendet werden und in Folge dessen eine bedarfsorientierte Neuanschaffung von Hardware erfolgen.

Die Unabhängigkeit der Software und ihrer Anwendung wirkt sich zudem positiv auf den Lebenszyklus und die Langlebigkeit von Hardware aus. Mit Freier Software kann ökologisch problematischen Geschäftsmodellen entgegengewirkt werden, welche vorsehen die Halbwertszeit von Hardware gering zu halten oder den Wert alter Hardware zu senken, indem neue Softwareentwicklungen nicht länger den Einsatz alter Hardware unterstützen. Denn selbst viele Jahre alte Rechner sind meist vollkommen ausreichend um mit Hilfe schlanker Distributionen einen stabilen, schnellen und effizienten Textverarbeitungsplatz zu ermöglichen. Die Unabhängigkeit und Anpassungsfähigkeit Freier Software bietet dadurch die Freiheit, selbst zu entscheiden, ab wann eine Hardware zu alt für den eigenen Einsatz geworden ist.
Um den Vertrieb neuer Hardware zu fördern, wird teilweise versucht zu argumentieren, dass neue Hardware doch viel Energie sparsamer sei als alte Hardware. Das ist allerdings Augenwischerei, denn die Herstellung neuer Hardware zehrt in der Energiebilanz jeden Effizienzgewinn auf. Ökologisch schneidet jede Wieder- oder Weiterverwendung von Hardware besser ab als Elektroschrott, selbst mit Recycling. Auch birgt die Verwendung alter Hardware eine soziale Komponente. Wer für den eigenen Betrieb neue Hardware benötigt, kann die ausrangierte Hardware beispielsweise noch sinnvoll als Arbeitsplatz in anderen Abteilungen, in Bildungseinrichtungen oder in der Entwicklungshilfe einsetzen.

3.3 Gemeinsame Lösungen für eine gemeinsame Ressource

Freie Software gibt jeder und jedem das Recht, die Software frei zu verwenden, zu verstehen, zu verbreiten und zu verbessern. Dadurch entsteht ein Entwicklungsmodell, welches es uns ermöglicht, Software als eine gemeinsame Ressource zu verstehen und zu verwenden. Einzelne Lösungen können so für gemeinsame Lösungen sorgen, Effizienzgewinne sich dadurch potenzieren.
Ein Beispiel: Der Stadt Berlin gelingt es, eine äußerst effiziente und maßgeschneiderte Software für ihre Verwaltung zu schreiben. Sie beschließt, diese Software per Lizenz als Freie Software zu veröffentlichen. Die Stadt Konstanz bedient sich nun dieser Freien Software und verwendet sie für ihre eigene Verwaltung. Weil die Stadt Konstanz jedoch viel kleiner ist, werden bestimmte Module nicht benötigt, zum Beispiel die Erfassung des Straßenbahnnetzes. Die entsprechenden Module werden entfernt und in Konstanz wird nun eine schlankere Version der Software zum Einsatz gebracht. Nachdem Konstanz ihre selbst angepasste Version wiederveröffentlicht, können andere Kleinstädte davon ebenso profitieren ohne dazu erst eigene Personalressourcen einsetzen zu müssen. Schließlich fällt einem pfiffigen Mitarbeiter in Neubrandenburg beim Betrachten des Codes eine Möglichkeit auf, verschiedene Rechenprozesse zusammenzuführen und die Software damit noch effizienter zu gestalten. Nach erfolgreicher Implementierung und Wiederveröffentlichung durch die Stadt Neubrandenburg können nun auch Konstanz und Berlin die verbesserte Version des Codes in ihren eigenen Anwendungsumgebungen implementieren und somit profitieren am Ende alle Anwender von der gleichen Lösung. Schließlich entsteht so eine gemeinsame Ressource und im Falle von nur einer nachhaltigen Lösung kann sich zugleich die Ökobilanz aller Anwendenden erhöhen.
Dieses Prinzip, das hier als theoretisches Beispiel angeführt wurde, finden wir in der Praxis in vielen Freie Software-Projekten [22]. Als herausragendes Beispiel sei der Linux-Kernel angeführt. Der Linux-Kernel ist eine Schnittstelle, welche die Anweisungen der Software in maschinenlesbare Anweisungen an die Hardware übersetzt. 1991 begann Linus Torvalds als einzelne Person den Linux-Kernel zu entwickeln und als Freie Software unter der GPLv2-Lizenz [23] zu veröffentlichen. Schnell haben sich über das Internet weitere Entwickler eingefunden um gemeinsam den Linux-Kernel zu programmieren. Heute ist der Linux-Kernel wohl der meistverwendete Kernel weltweit. Wir finden dessen Anwendung in nahezu allen Formen digitaler Geräte, vom Router zum Kühlschrank über das Smartphone und den Laptop hin zu Supercomputern [24]. Ermöglicht wird dies durch inzwischen hunderte, tausende Programmierer weltweit, die jeder für sich immer weiter zur gemeinsamen Ressource des Linux-Kernels beitragen und diesen verbessern. Darunter sind Studierende und Freiwillige, aber vor allem auch Angestellte globaler IT-Firmen wie Intel, Red Hat, Samsung, IBM oder Google [25]. Firmen, die auf dem freien Markt in Konkurrenz zueinander stehen, erschaffen hier eine gemeinsame Ressource, die wiederum alle – inklusive der Konkurrenz – ausschöpfen können um Kapital zu generieren. Das ist kein Widerspruch sondern kalkuliertes Geschäft. Durch die gemeinsame Ressource vermeiden sie die Gefahr, dass Eigenentwicklungen scheitern oder obsolet werden, sie profitieren zudem von den Entwicklungen anderer und müssen nicht jeden Gedanken aufs neue Erfinden oder imitieren.
Ob gewollt oder nicht, alle Beitragenden erzeugen mit der Entwicklung des Linux-Kernels eine digitale Nachhaltigkeit der gemeinsamen Ressource „Software Kernel“. Diese zeichnet sich durch stetige Effizienzsteigerung sowie Anpassungsfähigkeit aus. Die Möglichkeit, diese Entwicklungen auf unzählige Endgeräte zu adaptieren, hat nachhaltige Auswirkungen auf die gesamte Sphäre digital-technischer Hardware. Positive und nachhaltige Aspekte für die Umwelt ergeben sich aus gemeinsamen Möglichkeiten der Energiesparsamkeit sowie dem Erhalt von Hardware beziehungsweise der bedarfsorientierten Neuanschaffung von Hardware.

4. Ausblick

Für die Beantwortung der Forschungsfrage „Was ist Nachhaltige Software?“ beziehungsweise der Kategorisierung der Nachhaltigkeitskriterien von Software spielt Freie Software und dessen Entwicklungsmodell zweifelsfrei eine wichtige Rolle. Wie gezeigt, fördert Freie Software eine digitale Nachhaltigkeit in der digitalen Gesellschaft und ist die Grundvoraussetzung dafür, Software als gemeinsame Ressource zu verstehen und zu erhalten. Ökologisch können durch Modularität und Anpassungsmöglichkeiten sowohl Energie als auch Hardware als Ressourcen geschont werden. Schließlich sorgen selbst einzelne Lösungen für gemeinsame Effizienzsteigerungen und eine gemeinsame Nachhaltigkeit. In Bezug auf die in Frage stehende Analogie zu dem „Blauen Engel“ empfehle ich deshalb eine Nachhaltigkeitskategorie „Freie Software“.

Fussnoten

[1] Der Autor empfiehlt dazu die satirische Visualisierung der zunehmenden Verwendung des Begriffes “Sustainable” durch den Webcomic “xkcd”
[2] Brundtland 1987, Absatz 49; Der sogenannte “Brundtland-Bericht” ist der Abschlussbericht der von den Vereinten Nationen eingesetzten Brundtland-Kommission. Seine Veröffentlichung hat maßgebend zu einem gemeinsamen globalen Verständnis einer nachhaltigen Entwicklung beigetragen.
[3] Für eine Einführung in Freie Software, siehe Kapitel 2: „Freie Software – Definition, Entstehung und heutige Bedeutung“
[4] Unter dem Begriff „Offene Standards“ werden Dateiformate oder Protokolle verstanden, deren Dokumentation, Verwendung und Implementation frei, offen und für alle zugänglich ist. Für eine genaue Definition siehe die „Genfer Erklärung zu Standards und der Zukunft des Internets“ (Genf 2008)
[5] Brundtland 1987, Absatz 15
[6] “Digitale Nachhaltigkeit” ist ein noch junger Begriff ohne allgemeingültige Definition. In der Wissenschaft (vgl. Busch 2008, Grassmuck 2004, Stürmer 2009) hat sich jedoch eine weitgehend einheitliche Verwendung des Begriffes etabliert (vgl. Martens 2013). Demnach wird unter Digitaler Nachhaltigkeit mindestens verstanden: die Verwendung Freier Software und Offener Standards, der offene Zugang zu Daten und die Freie Zirkulation von Daten.
[7] Zur Erläuterung dieses Arguments siehe Abschnitt “3.3 „Gemeinsame Lösungen für eine gemeinsame Ressource“
[8] In Anlehnung an das damals weit verbreitete Betriebssystem Unix ergibt sich das Akronym „GNU“, das bedeutet „Gnu’s Not Unix“.
[9] Die Anwendung und Garantie dieser vier Freiheiten für alle Nutzenden hat bedeutende Auswirkungen auf die Software selbst, deren Entstehungsprozess sowie deren Verwendung und Bedeutung. Diese Aspekte können hier allerdings nicht diskutiert werden. Für mehr Hintergrund siehe FSFEs “Introduction to Free Software”
[10] Siehe https://www.gnu.org/licenses/license-list.html
[11] Siehe Black Duck 2014
[12] ebd.
[13] Inzwischen gibt es eine ganze „GPL-Lizenzfamilie“. Dazu gehören Versionsnachfolger (GPLv2, GPLv3) sowie Abwandlungen (LGPL, AGPL) und deren Nachfolger.
[14] Das Freie Software Betriebssystem Android hat einen Marktanteil auf europäischen Mobilgeräten von 73,9%. (vgl. ZDNet 2014a)
[15] 97% der Top 500 schnellsten Supercomputer laufen unter Linux (vgl. ZDNet 2014b)
[16] 58% aller Webserver laufen mit der Freien Software Apache (vgl. W3Techs 2014)
[17] Als GNU/Linux werden Betriebssysteme bezeichnet, die eine Kombination aus GNU Software und dem Linux-Kernel sind. Diese werden klassischerweise auf dem Desktop und Laptop eingesetzt.
[18] thinkwiki.de listet unter „Ressourcenschonende Linux Distributionen“ (thinkwiki 2014) beispielsweise Debian (eine Distribution) für den Einsatz mit einer i486-CPU-Architektur. Das ist Hardware, die in Desktops zwischen Anfang und Mitte der 90er Jahre eingebaut wurde. In Kombination mit einer ressourcenschonenden Desktopumgebung, beispielsweise LXDE oder Xfce (siehe thinkwiki 2014), kann damit auf bereits 20 Jahre alter Hardware eine aktuelles Betriebssystem mit grafischer Oberfläche effizient betrieben werden.
[19] Saint-Exupéry 1939: S. 61
[20] Libre Office wird hier nur als ein Beispiel für eine komplette Büroanwendungsumgebung auf Basis Freier Software verwendet. Dieselbe Aussage gilt auch für andere Büroanwendungssoftware, die als Freie Software lizenziert ist.
[21] „RaspberryPi“ bezeichnet einen preisgekrönten Einplatinencomputer, der besonders günstig (derzeit in etwa 40 Euro) und zudem energiesparsam ist. Seit 2012 kann dort ein komplettes Libre Office-Systen zum Laufen gebracht werden (siehe TDF 2012)
[22] Genau genommen finden wir das Prinzip überall. Allerdings sind in der Praxis manche der Projekte so klein, dass es nur eine Person ist, die tatsächlich Codezeilen beiträgt und die Software somit verbessert.
[23] Die 1991 veröffentlichte Folgeversion der ursprünglichen Gnu General Public License
[24] Siehe dazu auch Ende des Kapitel 2: „Freie Software – Definition, Entstehung und heutige Bedeutung“
[25] Für die Version 3.18 des Linux Kernel haben allein die oben gelisteten Firmen zusammen 29% aller Code-Änderungen beigetragen (LWN 2014)

Quellenverzeichnis:

Saturday, 24 January 2015

Fellowshiptreffen am 26.11.2014

stehmann's blog | 19:25, Saturday, 24 January 2015

Beim Fellowshiptreffen am 26.11.2014, also dem letzten Treffen in diesem Jahr stand das Thema Gesundheitskarte auf der Agenda. Der Bonner Neurologe und Freund Freier Software Walther Koehler diskutierte mit uns seine kritischen Gedanken hierzu.

Bereits die Historie, die uns der Referent erläuterte, vermag kaum Anlass zum Optimismus hinsichtlich eines Gelingens dieses Projektes geben. Ankündigungen und Resultate stehen in einem Missverhältnis, welches aber für viele EDV-”Groß-”Projekte typisch ist.

Erläutert wurde auch die derzeitige Auslegung dieses Projektes, wie sie sich aus der Sicht eines zwangsläufigen Anwenders darstellt. Vieles erscheint derart unpraktikabel und fehlgeplant, dass ernste Sorgen um den Datenschutz in den Arztpraxen angezeigt erscheinen. Vom versprochenen Nutzen für den Patienten ist praktisch nichts übriggeblieben. Für den Arzt und die anderen Angehörigen der Heilberufe ist die Gesundheitskarte keine Hilfe, sondern nur eine zusätzliche Last, wofür die fehlende Begeisterung der Ärzteschaft für dieses Projekt deutlicher Ausdruck ist.

Beispielsweise wird das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient dadurch belastet, dass dem Arzt die Prüfung der Identität seines Patienten auferlegt wird.

Dass auch hinsichtlich Freier Software nichts Positives berichtet werden konnte, erschien daher kaum überraschend.

Mit den Vortrag von Walther hat der “rheinische Referentenaustausch” eine schöne Fortsetzung erfahren. Die Kontakte zwischen der Bonner und der Düsseldorfer Fellowshipgruppe erweisen sich als fruchtbringend und hoffnungsvoll für die Zukunft.

Nächste Treffen:

Im Januar, am 28.01.2015, ist ab 19:30 Uhr im Chaosdorf unser “traditionelles” Rückblicks- und Planungstreffen.

Referenten für Februar und März 2015 konnten bereits gewonnen werden.

OpenRheinRuhr 2014

stehmann's blog | 19:22, Saturday, 24 January 2015

In diesem Jahr fand die OpenRheinRuhr am 08. und 09. November wieder an gewohnter Stelle in den Räumen des Rheinischen Industriemuseums in Oberhausen statt. Auf diesem Event sind die Fellows der FSFE mit Vorträgen und Workshops, in der Organisation, an vielen anderen Ständen als Standpersonal – also praktisch überall – aktiv.

Nur wenige Meter vom Trubel des Events entfernt hielt auch die FSFE ihre jährliche Mitgliederversammlung ab, sodass die Teilnehmer derselben Gelegenheit hatten, in den Pausen kurze Gespräche mit der Basis führten. Auch während des Social-Event am Samstagabend standen hierfür zahlreiche Fellows und andere Freie-Software-Aktivisten zur Verfügung.

Der Stand der FSFE war nicht nur gut platziert, sondern fiel auch dadurch auf, dass er vom neuen sechs mal drei Meter großen Pavillon überdacht war. Dies ermöglichte es Rainer, ihn sehr ansprechend zu gestalten, sodass er viele Besucher anzog.

Neben dem Apache-OpenOffice-Stande befand sich wieder der LibreOffice-Stand. Auf der anderen Seite war der Stand des sidux e.V., der bekanntlich die PrOOo-Box unterstützt. Wir waren somit von Freunden umgeben.

Wir, Mechtilde und ich, wurden wieder von Michaela und marudor unterstützt.

Erfreulich war, dass Thomas Krumbein, der langjährige Vorsitzende des OOoDeV und späteren FrODeV, auch unserem Stand einen Besuch abstattete.

Auf den Seiten des sidux e.V. befindet sich auch ein längere Bericht über diese Veranstaltung mit Lichtbildern. Auf zumindest einem ist auch unser Stand gut zu sehen.

Fellowshiptreffen im Oktober 2014

stehmann's blog | 19:19, Saturday, 24 January 2015

Der Landtagsabgeordnete Matthi Bolte sprach mit uns am 29.10.2014 über das Thema Open.NRW.

Über das Projekt Open.NRW ist in diesem Blog schon mehrfach berichtet worden. Am 27.05.2014 hat die nordrhein-westfälische Landesregierung die Open.NRW-Strategie verabschiedet.

Es war daher sehr interessant, von einem Landtagsabgeordneten einer die Landesregierung tragenden Fraktion über den Stand dieses Projektes informiert zu werden und mit ihm die Zukunft von Offenheit, Transparenz und Bürgerbeteiligung zu diskutieren.

Schließlich sind die Verwendung Offener Standards und bewährter und allgemein bekannter Lizenzen uns ein Anliegen.

Es gab daher einen regen Gedankenaustausch. Danke an Matthi Bolte für diesen interessanten Abend.

T-Dose 2014

stehmann's blog | 19:15, Saturday, 24 January 2015

Die T-DOSE ist ein kostenloses und jährliches Treffen in Eindhoven zur Förderung der Nutzung und Entwicklung Freier Software. Dieses Jahr fand sie am 25. und 26. Oktober wieder in Eindhoven statt. In diesem Jahr hatte auch Apache OpenOffice einen Stand angemeldet und erhalten.

Selbstverständlich war auf dem Standrechner die neuste Apache-OpenOffice-Version mit niederländischer Lokalisierung installiert. Nur niederländische Flyer hatten wir leider nicht. Aber die englischen oder die deutschen Flyer taten es in Regel auch.

Benachbart war der Stand der Free Software Foundation Europe, der sich wieder an seinem “angestammten” Platz befand. Der niederländische Fellowship-Koordinator Maurice hatte ein großes, fast zweistelliges Team von Fellows gewinnen können, diesen zu betreuen. Diese gestalteten den Stand sehr ansehnlich.

Die T-Dose war also auch in diesem Jahr wieder ein niederlänisch-rheinisches Fellowshiptreffen und Eindhoven auch dieses Jahr wieder eine Reise wert.

Außerordentliches Fellowshiptreffen am 12.10.2014 und LINUXCON EUROPE in Düsseldorf

stehmann's blog | 19:12, Saturday, 24 January 2015

Vom 13. bis 15.10.2014 fand die LINUXCON EUROPE im Congress Centre in Düsseldorf statt. Hierzu fanden sich viele Freunde Freier Software im Rheinland ein.

Dies war der Anlass für ein außerordentliches Fellowshiptreffen am Vormittage des 12.10.2014 im Schwesterherz. Freunde Freier Software von Bilk bis Japan trafen sich dort zum Brunch und hatten teilweise ihre Familien mitgebracht. Es war ein lockeres und fröhliches Treffen, das sich bis in den Nachmittag hinzog.

Die meisten ortansässigen Teilnehmer waren sich einig, dass eine solche sonntagvormittägliche Veranstaltung mit Familien kein einmaliges Ereignis bleiben darf.

Den FSFE-Stand auf der LINUXCON EUROPE hatten Rainer und Reiner wieder sehr ansprechend gestaltet. Der Chronist hatte neben seinem Standdienst die Gelegenheit, Mitglieder des Legal Network (auch aus Nordamerika) und einige hochrangige “Apachen” zu treffen.

Am Stand ergaben sich interessante Gespräche. Denen, die die FSFE noch nicht kannten oder mit der FSF verwechselten, konnten wir unsere Ziele, Arbeitweisen, Kampagnen und Projekte erklären. Auch der Präsident der FSFE ließ es sich nicht nehmen, den Stand zu besuchen.

Eine bemerkenswerte Beobachtung ergab sich noch am Ende der Veranstaltung. Wir am FSFE-Stand hatten “tapfer durchgehalten”, weil wir aufgrund unserer Erfahrung erwarteten, dass sich Teilnehmer die Gelegenheit nicht entgehen lassen würden, sich für die Heimreise mit Textilien und anderen Dingen “einzudecken”. Doch diese Erwartung erwies sich als abgrundtief irrig; LINUXCON-Teilnehmer ticken offenbar ganz anders.

Achja – dass Deutschland nicht gänzlich und ausschließlich von Bayern besiedelt ist, gehört, wie das Logo auf den Event-T-Shirts belegte, in Nordamerika wohl nicht zum Allgemeinwissen, aber für manche hier sind ja auch alle Niederländer “Holländer”.

Nachtrag: Mir ist mein Teilnehmerausweis für die LINUXCON EUROPE wieder in die Hände gefallen. Dort wird meine Rolle als “Networking Attendee” charakterisiert. Mir gefällt diese Bezeichnung!

Barcamp der Evangelischen Kirchen im Rheinland, Westfalen und Lippe

stehmann's blog | 19:09, Saturday, 24 January 2015

Von 26. bis 28. September 2014 fand im Haus der Kirche in Essen ein gemeinsames Barcamp der Landeskirchen in Rheinland, Westfalen und Lippe statt. Kooperationspartner waren der Kirchenkreis Essen und das (katholische) Bistum Essen.

Hieran nahmen auf Einladung auch der Chronist und seine Ehefrau teil.

Bereits am Freitagabend trafen wir uns zu einem ersten Kennenlernen und zur Ausgabe der Barcamp-T-Shirts.

Am Samstagmorgen ging es dann “richtig” los. Ein Barcamp ist das, was die Teilnehmer daraus machen. Auch der Chronist hatte zwei Sessionvorschläge mitgebracht.

Erstaunlich war die Aufgeschlossenheit der Teilnehmer gegenüber Freier Software, die viele selber (zumindest privat) nutzten. Wir trafen auch einige “alte Bekannte” aus der “Freien-Software-Szene”.

Nicht nur bei den Sessions war somit unser Anliegen gut vertreten; es konnten auch einige gute Gespräche “am Rande” mit Interessierten geführt werden.

Am Sonntagmorgen bot ich mich dann spontan an, eine Session zum Thema “SEO” zu leiten, die sehr gut besucht war.

Eigentlich konnte ich nur “Binsenwahrheiten” darbieten, die gleichwohl manchem noch etwas Neues boten. Bemerkenswert war die Erleichertung der Teilnehmer, als ich erklärte, dass die marktführende Suchmaschine für Menschen geschriebene Seiten “liebt”.

Die Nachlese befindet sich sowohl hier, als auch dort.

Im Jahre 2015 findet ein zweites Barcamp statt. Leider kann der Chronist wegen einer Terminkollision nicht daran teilnehmen, was er sehr schade findet, denn er kann sich der Meinung eines Teilnehmer nur anschließen, der erkärte, was Offenheit und Neugier aufeinander angehe, könne sich dieses Barcamp durchaus mit klassischen Nerdveranstaltungen messen.

Was der Chronist noch gelernt hat: Aktuelle Bibelübersetzungen sind leider proprietär – aber es gibt Menschen, die das ändern.

Fellowshiptreffen im September 2014

stehmann's blog | 19:03, Saturday, 24 January 2015

“Omnis enim res, quae dando non deficit, dum habetur et non datur, nondum habetur, quomodo habenda est.”; (deutsch: “Denn jede Sache, die durch Mitteilung an andere nicht verliert, besitzt man nicht, wie man soll, solange man sie nur selber besitzt, ohne sie wieder an andere weiterzugeben”) ist ein Motto der FSFE aus ihrer frühen Zeit. Diese Erkenntnis ist jedoch etwa 1600 Jahre alt und stammte von einem in der ganzen Christenheit angesehenen Heiligen.

Ralf Peter Reimann, Diplom-Informatiker und Pastor, führte uns auf dem Fellowshiptreffen am 24.09.2014 durch die Kirchengeschichte unter dem Aspekt des Gedankens des Teilens.

Er diskutierte dann aber auch mit uns eine Herausforderung heutiger Zeit, nämlich die Einführung Freier Software im kirchlichen Bereich.

Ralf Peter konfrontierte uns mit häufigen Einwänden und Fragen, deren Widerlegung und Beantwortung uns nicht schwer fiel.

So wurde das Teilen von Wissen ein gegenseitiges.

Sunday, 11 January 2015

Bericht vom Fellowship-Treffen Rhein/Main am 7. Januar

Being Fellow #952 of FSFE » German | 23:11, Sunday, 11 January 2015

Am 7. Januar trafen wir uns also wieder im Café Albatros in Frankfurt. Aus spärlichen Notizen und einem löchrigen Gedächtnis, entstand folgendes Protokoll:

Begrüßung, Small Talk

Planung künftiger Treffen

Hauptthema des Abends war die Planung künftiger Treffen, da die noch überhaupt nicht fest standen. Am liebsten hätte ich das ganze Jahr durchgeplant, aber so einfach geht es ja nicht :)

Hier das vorläufige Ergebnis:

  • 4. Februar wieder Café Albatros
  • im März am liebsten Vortag im CCC und zwar über FS in der Bildung im europäischem Ausland (quasi als Generalprobe für mich zum CLT, falls mein Talk angenommen wird). Oder je nach Nachfrage ein anderes Thema. Zwischenzeitlich sind wir wieder beim CCC vorbei gegangen und haben mal nachgefragt. auch wegen SmartCard Workshops oder der MutterwareParty. Alles gut soweit, nur dass die genau im März umziehen werden.Wir werden berichten…
  • 1. April wieder Café Albatros
  • im Mai zu Gast bei den Mobile Users
    Wir verlassen hier den 1. Mittwoch im Monat und verschieben auf den 2. um uns mal bei den Mobile Users (ehemals Palm User Group) blicken zu lassen
  • 3. Juni wieder Café Albatros
  • Night of Science
    daneben werden wir versuchen am 19.6. zur Night of Science einen Info-Stand auf die Beine zu stellen.
  • Cryptoparties
    Ein neues Datum wird bald bekannt gegeben. Daneben zeichnen sich ein paar interessante neue Veranstaltungsorte ab.  Ich finde es nach wie vor schade, dass Twitter derzeit der einzige Kommunikationskanal mit der cpffm-Gruppe ist.
  • Software Freedom Day am 19.09.
    Wurde angesprochen, aber nichts konkretes beschlossen. Sollen wir da etwas unternehmen?
  • Vortrag bei der LUG
    da müssten wir mal nachhören ob Bedarf besteht.

Kommunalwahlen in Hessen 2016

Es wurde darauf hingewiesen, dass 2016 Kommunalwahlen in Hessen anstehen. Da sollten wir uns überlegen wann wir mit den Vorbereitungen beginnen wollen und was genau umsetzbar wäre. Fragenkatalog an Parteien schicken?

Aktionen in Schulen?

Wieder mal vorgeschlagen (und nicht mal von mir!) Da gibt es einige Schulen bei denen wir mal anfragen könnten. Hat da jemand besondere Kontakte oder weiß, welche Schulen dem Thema offen gegenüber stehen?

FSFE Jahresbericht

wurde angesprochen und zur Kenntnis genommen

Sticker verteilt

Diesmal habe ich endlich mal wieder dran gedacht und ordentlich Sticker und Flyer mitgebracht. Leider haben wir keine GPG-Flyer mehr, sind aber bestellt!

Es wollte noch jemand explizit daran erinnert werden sich doch an fsfe-web zu beteiligen :)

flattr this!

Sunday, 04 January 2015

Nächste Station: Tansania

Max's weblog » Deutsch | 17:03, Sunday, 04 January 2015

This post is also available in English / Diesen Beitrag gibt es auch auf Englisch

Wie einige von Euch vielleicht schon wissen, werde ich ab März diesen Jahres nach Tansania gehen. In der Stadt Moshi werde ich als ehrenamtlicher Computer-Lehrer in einem örtlichen Institut für IT-Ausbildung arbeiten.
In den nächsten Wochen und Monaten wird es in diesem Blog hoffentlich einige Neuigkeiten und Bilder zu sehen geben. Bis dahin im Folgenden einige sehr häufig gestellte Fragen und deren Antworten:

Wo zum Teufel liegt Tansania oder Moshi?

tanzania-mapTansania liegt an der Ostküste Afrikas mit Kenia im Norden und Mosambik im Süden. Einige wichtige Örtlichkeiten in Tansania sind der Viktoriasee, der Kilimanjaro oder die Insel Sansibar.
Die Hauptstadt ist Dodoma, wobei die größte und wichtigste Stadt aber Dar es Salaam ist. Moshi, wo ich wohnen werden, ist eine der größten Städte mit etwa 140.000 Einwohnern. Sie ist nahe des Kilimanjaro.

Was genau machst Du dort?

Ich werde als Computer- und Englischlehrer im Moshi Institute for Technology (MIT) arbeiten. Sie bieten verschiedene Kurse für Kinder und Erwachsene an, um IT-Kenntnisse in der Stadt und dem umliegenden Land zu verbreiten. Ich bin ziemlich frei in der Auswahl der Kurse, die ich anbieten kann. So habe ich beispielsweise geplant, Kurse in Computerreperaturen, Webseitenerstellung, Office-Software oder der allgemeinen Bedienung von Betriebssystemen anzubieten. Da ich ein Verfechter Freier Software bin, möchte ich sie so viel wie möglich einsetzen. Die Wiederverwendung alter Hardware und die Arbeit in einer ziemlich armen Umgebung machen Freie Software zur einzig sinnvollen Wahl.

Haben die überhaupt Technologie da unten?

Ja, durchaus. Mobiltelefone sind ziemlich weitverbreitet und die Institut, an dem ich arbeiten werde, hat Breitband-Internetanbindungen. Aber okay, sie haben auch wirklich alte gespendete Rechner auf Pentium I bis Pentium III-Basis und ich bezweifle, dass ich mit Beamern arbeiten kann.
Neben dem Mangel an modernen IT-Geräten gibt es auch wenige moderne Autos oder Haushaltsgeräte. Die meisten Häuser haben nicht einmal eine eigene Postadresse oder Festnetzanbindung. Die Elektrizitätsversorgung ist weit von einem stabilen Zustand entfernt, von Gesundheitsversorgung und Hygiene ganz zu schweigen.

Warum tust Du das?

Es gibt viele Gründe, aber der wichtigste ist, dass ich etwas für mich komplett neues erleben möchte. Man mag es Ausreißen oder Abenteuer nennen, aber ich bin wirklich gespannt darauf, von einer für mich noch unbekannten Kultur lernen zu können.
Ein anderer Grund ist der Austausch von Wissen und Know-How. In unserer westlichen Kultur können wir alles haben, was wir wollen. In Tansania ist das nicht der Fall, weswegen ich für meine Lehrangebote sehr viel improvisieren muss. Von der anderen Seite betrachtet habe ich hoffentlich genug IT-Kenntnisse, um den Teilnehmenden meines Kurses etwas nützliches beizubringen.

Hast Du keine Angst vor Ebola?

Ja, ich habe Sorgen, dass noch mehr Menschen durch diese Krankheit sterben werden. Aber um es deutlich zu machen: Die von Ebola betroffene Region ist so weit von Tansania entfernt wie Südeuropa. Viele innerafrikanischen Flüge wurden abgesetzt um die Verbreitung von Ebola innerhalb Afrikas zu unterbinden. Das Urteil über diese Isolationspolitik überlasse ich jedem selbst, aberzumindest jetzt ist es in Tansania recht sicher.

Wenn Du noch Fragen hast, zögere nicht mich anzuschreiben!

Quellen:
Tansania-Karte von TUBS (CC BY-SA 3.0 License)

Saturday, 20 December 2014

10 EUR im Monat für die Zukunft des Internets

softmetzbetrieb » fsfe | 13:15, Saturday, 20 December 2014

Wenn ich eine Seite nennen müsste, auf der ich im letzten Jahr die meiste Lesezeit verbracht habe, dann wäre das ganz klar netzpolitik.org.

netzpolitik.org berichtet mit großem Engagement und Kontinuität über aktuelle Entwicklungen in der (Netz)politik und Massenüberwachung, zeigt Zusammenhänge auf und, das ist für mich einer der Hauptgründe zu spenden, berichtet live aus dem NSA-Untersuchungsausschuss.

Daher möchte ich mit 10 EUR monatlicher Spende an netzpolitik.org ganz freiwillig diese tolle Arbeit unterstützen.