Planet Fellowship
Thursday, 29 July 2010
Dradio Wissen: Der 4. Montag mit vier Freiheiten
Matthias Kirschner (I love it here) | 12:00, Thursday, 29 July 2010
Am Montag hatte ich ein Interview mit Dradio Wissen in dem ich erkläre, warum Freie Software wichtig für die Gesellschaft ist. Anhören ist im Moment leider nur per mp3. Wenn ihr zum dem Thema lieber etwas lesen wollt, dann lest den Artikel "Demokratie braucht Freie Software".
Das Interview ist Teil einer Interview-Reihe, die ab jetzt immer Montags um 10:30 Uhr gesendet wird. Am 1. und am 5. Montag wird dazu de:bug interviewt, am 2. Montag Constanze Kurz vom CCC, am 3. Mercedes Bunz und am 4. Montag bin ich immer dran. Die Themen sind aus dem Bereich Netzpolitik und Netzkultur. Die nächsten Termin bei denen es um Freie Software geht sind: 26. Juli, 30. August, 27. September, … Das Gespräch wird wiederholt um 14:30 Uhr und am Dienstag um 6:30 und steht auf der Webseite oder per Podcast zum Download bereit. Im Gegensatz zu den Live-Streams sind diese bisher leider noch nicht in OGG-Vorbis verfügbar.
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Matthias Kirschner
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Wednesday, 14 July 2010
BIKT: Patentrecht unterhöhlt Urheberrecht
Matthias Kirschner (I love it here) | 11:50, Wednesday, 14 July 2010
Immer wieder hören wir schizophrene Aussagen wie: “Wir wollen den Schutz des geistigen Eigentums stärken.” Warum diese Aussage schizophren ist, haben wir am Mittwoch bei Anhörung des Bundesministerium für Justiz (BMJ) wieder mal an einem konkreten Beispiel gesehen.
Aber alles nacheinander. Letzte Woche hatte Herr Prof. Hoeren in der Internet-Enquette noch gesagt: “Geistiges Eigentum ist ein dummer Begriff”. In meinem Beitrag hatte ich erklärt warum es wichtig ist, die richtigen Begriffe zu verwenden, wenn wir uns ernsthaft mit dem Urheberrecht, Patentrecht, Markenrecht und anderen Monopolrechten außeinandersezten wollen.
Am Mittwoch war ich bei der Anhörung des BMJ zum dritten Korb der Urheberrechtsreform. Auf der Tagesordnung standen: Kabelweitersendung, das sogenannte Kneipenrecht und als Hauptthema Open Access. Das wurde bereits von Matthias Spielkamp gut zusammengefasst.
Daher können wir uns auf mit dem Kommentar von Marco Schulze vom Bundesverband Informations- und Kommunikationstechnologie (BIKT) beschäftigen. Er hat bei der Anhörung einen interessanten Punkt zu Software-Patenten und dem Verhältnis zwischen Urheberrecht und Patentrecht angesprochen:
“Das Urheberrecht wird durch das Patentrecht unterhöhlt. Urheber /Softwareentwickler werden gezielt daran gehindert, ihre Werke zuveröffentlichen und nutzbar zu machen. Software ist nicht nur ein Werk, sondern Software dient auch dazu, andere Werke zur Verfügung zu stellen. Das bedeutet, wenn ich ein Werk verfügbar mache, muss ich das über einen Standard machen [...]. Durch (Software-)Patente werden diese Möglichkeiten ganz gezielt eingeschränkt und Open Access wird effektiv behindert [...]. Das muss man als Gesetzgeber angehen, um sicherzustellen, dass das Urheberrecht nicht durch das Patentrecht unterminiert werden kann.”
Urheberrecht und Patentrecht funktionieren nicht nur unterschiedlich, sie können, wie dieses Beispiel zeigt, auch gegeneinander arbeiten. Ein Programmierer kann durch Software-Patenten daran gehindert werden, sein Werk zu verbreiten. Was bedeutet es in diesem Fall, wenn jemand den Schutz von “geistigem Eigentum” stärken will? Will er das Patentrecht oder das Urheberrecht stärken? Oder hat er eine andere Idee? Wir werden keine ernsthafte Diskussionen zu den derzeitigen Fragen führen können, wenn wir unklare Begriffe verwenden.
Für Verfechter von Innovation im Software-Bereich, bietet der BIKT mit seiner Stellungsnahme zur Konsultation des BMJ und dem Kernpunkten-Papier eine gute Argumentation gegen Software-Patente aus Unternehmersicht.
Um dieses Thema weiter zu verfolgen, benötigen Organisationen wie BIKT, FFII und FSFE weiterhin eure Unterstützung!
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Matthias Kirschner
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Friday, 09 July 2010
Free Soccer Foundation Europe in Berlin
Torsten Grote (FSFE blog) | 10:06, Friday, 09 July 2010
Thursday, 08 July 2010
Bürger von NRW: Erinnert eure Politiker an ihr Wahlprogramm!
Matthias Kirschner (I love it here) | 13:33, Thursday, 08 July 2010
Obwohl die SPD und die Grünen in Nordrhein-Westfalen Freie Software laut ihrem Wahlprogramm fördern wollten, steht dazu nun nichts im Koalitionsvertrag. Deshalb seit ihr gefordert: Erinnert eure Politiker daran!.
Markus Beckedahl (Netzpolitik) hatte bereits die Artikel "NRW-Koalitionsvertrag aus netzpolitischer Sicht" und "Freien Software Forderungen in den Wahlprogrammen" geschrieben (danke dafür!). Heute habe ich es geschafft mir den Koalitionsvertrag selbst anzuschauen. Die einzige Stelle, die bei sehr wohlwollender Leseweise auf Freie Software in der Bildung hindeutet ist:
Wir wollen, dass es keine Spaltung beim Medienzugang gibt und alle Bürgerinnen und Bürgerdie neuen Möglichkeiten auch barrierefrei nutzen können und Kompetenz im Umgang mit Infor-mationen und ihren Daten besitzen. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen müssen Gefahrenerklärt, über Datenschutz aufgeklärt und das sachdienliche Nutzen neuer und besonders auch freier Medien und Softwareangebote gelernt werden. Medienpädagogik muss einen breiten Raum einnehmen. In allen Schulformen wollen wir einen altersgemäßen Medienkompetenzführerschein etablieren.
Liebe Freie-Software-Unterstützer aus NRW: fragt doch bitte eure Abgeordnete von Bündnis 90 / Die Grünen und SPD, wie Sie Freie Software fördern wollen. Sonst vergessen die das Thema nicht nur bei den Koalitionsverhandlungen, sondern verschlafen das in der ganzen Legislaturperiode. Auf der FSFE Seite zur Bundestagswahl 09 findet ihr ein paar Hinweise wie ihr mit Hilfe von Abgeordnetenwatch Fragen stellen könnt. Ansonsten gehen natürlich auch einfache E-Mails, Briefe, oder Telefonanrufe. Dabei könnt ihr Sie an folgende Stellen aus ihrem Wahlprogramm erinnern:
Durch den Einsatz von offener und freier Software lassen sich nicht nur Unmengen an Lizenzkosten einsparen, sondern in vielen Fällen ist diese Software ihren geschützten Konkurrenten weit voraus. Deshalb wollen wir den Einsatz und die Entwicklung solcher Software in öffentlichen Institutionen gezielt fördern und ihre Akzeptanz in der Öffentlichkeit steigern. (Bündis 90/Die Grünen)
Die Entwicklung von freier Software und Open-Source-Produkten stellt einen besonderen gesellschaftlichen Innovationsprozess dar. Wir wollen die Verbreitung von freier Software und freiem Wissen fördern. Durch öffentliche Förderung generierte Forschungsergebnisse müssen den Bürgerinnen und Bürgern unter öffentlichen Lizenzen zur Verfügung gestellt werden. Wir unterstützen neue Lizenzverfahren wie Creative Commons oder GNU General Public License (GPL). (SPD)
Gebt mir bitte Bescheid, wenn ihr eine Anfrage gestellt habt und was für Antworten ihr bekommt.
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Matthias Kirschner
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Tuesday, 06 July 2010
Hoeren: “Geistiges Eigentum ist ein dummer Begriff”
Matthias Kirschner (I love it here) | 15:02, Tuesday, 06 July 2010
Gestern hat Markus auf Netzpolitik einen Artikel über die Anhörung der Enquete-Kommission zu Netzpolitik geschrieben. In dem Artikel sind auch ein paar Äußerungen zu Freier Software und Offenen Standards enthalten. Dazu muss ich mir die Redebeiträge allerdings noch etwas genauer anschauen. Einen interessanten Punkt fand ich in dem Statement von Prof. Dr. Thomas Hoeren, hier der Ausschnitt aus Markus Live-Mitschrieb:
“Geistiges Eigentum ist ein dummer Begriff, bitte verzichten Sie darauf”. Kampfbegriff der Preußen für dumme Politiker, damit die das irgendwie als Eigentum verstehen. Ist gefährlicher Begriff, gehen viele unreflektiert ran. Besser: Immaterialgüterrecht. Applaus.
Prof. Rainer Kuhlen stimmt dem später zu und fügt an, dass der Begriff von “Verwertern missbraucht wird, die durch Lizenzverträge sich Güter aneignen und Urheberrecht umgehen.”
Die Free Software Foundation Europe argumentiert schon sehr lange dafür, diesen Begriff nicht zu verwenden. So z.B. Georg Greve (2003) in “Die geistige Armut bekämpfen (Wer besitzt und kontrolliert die Informationsgesellschaften?)”:
Das von Regierungsbehörden gern ignorierte Problem sind die sogenannten “intellectual property rights” (IPR), das “Geistige Eigentum”. Unter dieser schwammigen Begrifflichkeit werden zwar vorrangig Patente, Urheberrechte und Schutzmarken, aber auch Geschäftsmodelle und geografische Gebiete verstanden. Letztlich kann “Geistiges Eigentum” auf alles gemünzt werden, das Menschen damit bezeichnen wollen.
IPR beziehen sich auf heterogene und üblicherweise nicht miteinander zusammenhängende juristische Bereiche, deren ökonomische, politische und gesellschaftliche Effekte sehr verschieden sind. Aufgrund seiner verschiedenartigen Wirkung kann der Begriff des “Geistigen Eigentums” nicht von einem Gebiet auf ein anderes übertragen werden. Eine Übertragung würde sich nicht nur auf den qualifizierten wissenschaftlichen Disput kontraproduktiv auswirken. “Geistiges Eigentum” bedeutet in der Konsequenz die Wahrnehmung von Gedanken als Besitzstand. Was es bedeutet, Gedanken zu “besitzen”, ist unklar und erschließt sich einem skeptischen Geist nicht.
In all dem besteht eine Gemeinsamkeit.
Sowohl deren Zweck als auch deren Funktion ist es, begrenzte Monopolrechte auf geistige Kreativität zu gewähren. Weswegen ab hier für den Rest des Dokumentes der Begriff “Intellectual Property Rights” (IPRs) (”Geistiges Eigentum”) durch die, der Funktion und dem Zweck gerecht werdende Formulierung “Limited Intellectual Monopolies” (LIMs), “Begrenzte geistige Monopole” ersetzt werden wird.
Oder Richard Stallman (2004)in “Sagten Sie ‘geistiges Eigentum’? Eine verführerische Illusion”:
Es ist in Mode gekommen, Copyrights, Patente und Handelsmarken als “geistiges Eigentum” zu bezeichnen. Diese Mode entstand nicht aus einem dummen Zufall – der Begriff verzerrt und verwirrt diese Themen systematisch, und seine Verwendung wird in erster Linie von jenen vorangetrieben, die aus dieser Verwirrung Nutzen ziehen. Jeder, der klar über diese Gesetze nachdenken will, tut gut darin, diesen Begriff abzulehnen.
Wir haben auch eine Unterschriftenliste Auf dem Weg zur “Weltorganisation für geistigen Reichtum”, die ihr noch immer unterschreiben könnt.
Aber am wichtigsten: Verwendet klare Begriffe!
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Matthias Kirschner
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Monday, 05 July 2010
Eröffnung des Debian Edu/Skolelinux Lern- und Testzentrums
Torsten Grote (FSFE blog) | 21:52, Monday, 05 July 2010
Am 8. Mai war ich bei der Eröffnung des Debian Edu/Skolelinux Lern- und Testzentrums Berlin-Brandenburg. Es war eine schöne Feier in netter Atmosphäre. Dazu gab es ein leckeres Buffet mit Tuxkuchen.

Das Programm wurde bereichert durch zahlreiche Vorträge, u.A. zu moodle und OpenOffice. Außerdem gab es viele Grußworte zur Eröffnung. Ich überbrachte das der FSFE, weil uns am selben Tag die Theodor-Heuss-Medaille in Stuttgart verliehen wurde.

Von Skolelinux wurde mehrfach betont, dass man die Räumlichkeiten nicht nur für sich allein haben will, sondern sehr an einer Kooperation mit anderen Initiativen aus dem Umfeld Freier Software interessiert ist. Auch eine bessere Kooperation mit dem Edu-Team der FSFE wurde angedacht.
Klarstellung der Bundes-CIO: “Marktstandards” rechtfertigen keine proprietären Standards
Matthias Kirschner (I love it here) | 09:42, Monday, 05 July 2010
Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe, IT-Beauftragte der Bundesregierung, sagte im Interview mit der Zeitschrift C’t, dass die Bundesregierung „nur mit offenen Standards weitestgehend Herstellerunabhängigkeit erreichen und damit Risiken vermeiden [kann]“. Außerdem sei „mit offenen IT-Standards ein Höchtsmaß an Interoperabilität [erreichbar]“. Damit konkretisiert Sie die Grundsatzrede von Innenminister Thomas de Maiziere in der er den Einsatz Offene Standards für staatliche IT-Systeme und Internet-Angebote gefordert hatte.
Für Rogall-Grothe muss ein Standard erstens vollständig publiziert werden, zweitens uneingeschränkt und dauerhaft genutzt und drittens nicht durch rechtliche Bestimmungen beschränkt werden dürfen. Die Bundesregierung unterstreicht damit: Ein Standards ist nur ein Standard, wenn auch Freie-Software-Unternehmen ihn ohne rechtliche oder technische Hindernisse umsetzen dürfen..
Die Staatssekretärin stellte klar: Mit Marktstandards sind keineswegs Standards gemeint, welche den Markt bereits dominieren. „Der Begriff Marktstandards wird im IT-Staatsvertrag als Gegenbegriff zu den von der öffentlichen Verwaltung selbst entwickelten Standards genutzt und nicht als Gegenbegriff zu offenen Standards”, so Rogall-Grothe. Verbindliche Standards sollen in Zukunft aber nur Offene Standards sein. Wie in meinen letzten Artikeln bereits geschrieben, wird der Begriff „Marktstandard” oft gegen Offene Standards und Freie Software verwendet. So rechtfertigte die sächsische Landesregierung im Mai ihren Einsatz von proprietären Standards damit, dass der IT-Staatsvertrag Marktstandards fordere. Bereits im April kritisierte die Free Software Foundation Europe (FSFE) diese Formulierung und bat Bundes-CIO um eine Klarstellung. Rogall-Grothe zeigt mit ihrer Aussage: Der Begriff „Marktstandards” rechtfertigt keineswegs den Einsatz proprietärer Standards in Behörden!
Mit der im Mai veröffentlichten Digitalen Agenda setzt auch die Europäische Kommission zunehmend auf Offene Standards, auch wenn immer wieder Rückschritte drohen. Daher fordert die FSFE (für die ich arbeite) Rogall-Grothe nun dazu auf, Deutschlands Einfluss in Europa geltend zu machen und dafür zu sorgen, dass die neue Version des European Interoperability Framework (EIF) eine starke Definition Offener Standards enthält.
PS: Die Anforderungen für einen Offenen Standard, sind etwas schwer zu merken. Wie bei der Definition Freier Software (Verwenden, Verstehen, Verbreiten, Verbessern), hilft hier eine Vereinfachung: Das Standard-”AEIOU”:
- aufbauend auf anderen Offenen Standards,
- existieren in mehreren Umsetzungen
- implementierbar ohne rechtliche oder technische Hindernisse
- offengelegt und daher für alle verfügbar
- unabhängig von einem einzelnen Unternehmen
Thursday, 01 July 2010
Das Fellowshiptreffen in Düsseldorf
Michael Stehmanns Blog (Just another FSFE Fellowship Blogs weblog) | 10:51, Thursday, 01 July 2010
am 30.06.2010 wies trotz des schönen Sommerwetters, das eigentlich zu anderen Aktivitäten herausforderte, und trotz der Bundespräsidentenwahl am gleichen Tage eine deutlich zweistellige Teilnehmerzahl auf. Auch die Frauenquote lag am ganzen Abend stets deutlich über 25 %.
Es ist bereits eine gute Tradition, dass regelmäßige Teilnehmer interessierte auswärtige Gäste zum Fellowshiptreffen mitbringen. Daher konnten wir an diesem Abend zwei Teilnehmer aus dem nördlichsten Bundesland begrüßen, die dazu noch zwei Generationen von IT-Interessierten verkörperten.
Ein “neuer” Fellow hatte den Weg von Krefeld nach Bilk gefunden. Dieser ist auch aktiv in der LUKi, sodass sein Erscheinen wohl auch als “Frucht” des Engagements der FSFE auf dem Ökumenische Kirchentag in München angesehen werden kann.
Interessante Teilnehmer fanden auch am späteren Abend an unseren Tisch. Einer von Ihnen war kundig im Umgang mit NoSQL-Datenbanksystemen (CouchDB).
Es ergaben sich also interessante Gespräche unter freiem Himmel an einem schönen Sommerabend. Was will man mehr?
Das nächste reguläre Fellowshiptreffen ist am 28.07.2010 am üblichen Orte (Gaststätte Friedrichskrone Ecke Talstraße/Kirchfeldstraße in Düsseldorf) zur üblichen Zeit (ab 19:30 CEST). Eventuelle Änderungen würden vorher bekannt gegeben. Gleiches gilt für ein außerordentliches Treffen.
Friday, 25 June 2010
Inteviews vom GLT in Berlin
Matthias Kirschner (I love it here) | 10:19, Friday, 25 June 2010
Dieses Jahr hatten wir vom 9.-12. Juni wieder einen Stand auf dem (GNU/)Linuxtag ;). Danke nochmal an alle Standhelfer: Torsten, Leena, Marc, Jürgen, Olaf, Sabine, Christian und vor allem Alex “e-user” Kahl für seinen starken Einsatz!
Torsten hat einen Vortrag über Freiheit in der Wolke gehalten und ich meinen Vortrag über “7 Missverständnisse über Freie Software (oder sind es Lügen?)” Dazu sind allerdings noch keine Mitschnitte verfügbar. Dafür gibt es:
- Torsten Grote im Deutschlandradio über Cloud Computing (Audio Mitschnitt (leider MP3))
- Torsten Grote and Frank Karlitschek (KDE, OwnCloud) bei Radio Tux über Cloud Computing (Audio Mitschnitt und
- Matthias Kirchner (das bin ich
) darüber, warum Demokratie Freie Software benötigt ( Audio Mitschnitt, basiert auf dem Artikel “Demokratie braucht Freie Software”).
Die Interviews sind wie andere Audio-Aufnahmen auf unserer Seite zu Audio-Mitschnitten verfügbar.
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Matthias Kirschner
Join FSFE’s Fellowship and protect your freedom!
Thursday, 17 June 2010
NoSQL summer at lake constance
Thomas Koch (Freie Software) | 07:31, Thursday, 17 June 2010
Have you already started to try out these new storage/database things commonly referred to as NoSQL? (For you google-bot, I'm talking about CouchDB, Cassandra, HBase, Hadoop, Hypertable, MongoDB, Tokyo Cabinet, etc). Well, it's one thing to install and use them but another to understand all the computer science background about them.
Therefor many developers around the world thought to make this summer a NoSQL summer. Local meetings are held in many cities: London, Los Angeles, New York, Paris, lake constance ... ![]()
If you like to meet for a beer and learn and discuss about some of the hottest stuff in computing, then come around! Please select the dates when you can join and the papers you'd like to discuss. You can subscribe to email announcements or ical and rss feeds at the lake constance nosql summer page.
Tuesday, 01 June 2010
Was Sachsens Staatsregierung gegen Freie Software hat
Matthias Kirschner (I love it here) | 17:18, Tuesday, 01 June 2010
Der sächsischen Landtag hat am 20. Mai über einen Entschließungsantrag von B90/Grüne zu Freier Software abgestimmt. Der Entschließungsantrag wurde gestellt, nachdem die Staatsregierung die große Anfrage der Grünen mit 56 Fragen zu Freier Software beantwortet hatte. Ziele des Entschließungsantrags waren die Entwicklung einer Freien Software IT-Strategie für die sächsischen Staatsverwaltung; die Umstellung der Server auf Freie Software; die Reduzierung der Herstellerabhängigkeit und die Förderung Freier Software an Schulen. CDU und FDP argumentierten gegen den Antrag und das Landesparlament lehnte ihn ab. Es ist normal, dass Anträge der Opposition abgelehnt werden. Dennoch sind die Argumente der Debatte interessant.
Im folgenden gehe ich auf die Gegenargumente der Staatsregierung ein. Sie bringt wiederholt "strategische Überlegungen" gegen Freie Software vor, nennt aber keinen einzigen dieser strategischen Gründe. Die sächsische CDU und FDP wollen Freie Software nicht fördern, weil sie nicht in den Markt eingreifen wollen. Jedoch bildet Sachsen seine Schüler mit Software des Monopolisten Microsoft aus und bewirbt auf den Regierungs-Webseiten die Firma Adobe. Die Staatsregierung schreibt keine Freie Software aus, beschwert sich aber, dass es zu wenig Freie-Software-Dienstleister und Fachanwendungen gibt. Weiterhin argumentieren sie mit dem Begriff "Marktstandards" gegen Freie Software.
Strategische Gründe FDP und CDU bringen wiederholt das Gegenargument, dass strategische Gründe beim beschaffen von Software berücksichtigt werden muss. Dabei kann sich die Staatsregierung nicht entscheiden, ob Freie Software eine strategischen Bedeutung hat (das kritisierte auch Julia Bonk von der Fraktion "Die Linke" in der Debatte). Manchmal ist Freie Software ein strategisches Handlungsfeld und manchmal nicht:
Die Vorteile einer FLOSS-Migration sind also in erster Linie strategischer Natur, insbesondere durch die zu gewinnende Herstellerunabhängigkeit durch Abstellung auf offene Standards, die Entflechtung der IT-Systeme und der Lichtung des Makro-/Vorlagen/Formulare-"Dschungels" im Office-Bereich. (Antwort Frage 36)
Aus heutiger Sicht sind deshalb grundsätzlich Vorteile wie Herstellerunabhängigkeit beim verstärkten Einsatz von FLOSS vorhanden, diese müssen jedoch immer im Lichte der gesamtwirtschaftlichen Betrachtung eingeordnet und strategisch bewertet werden. (Antwort Frage 45)
Dr. Karl-Heinz Gerstenberg (Grüne) hatte in der Landtagsdebatte noch einmal deutlich die strategischen Aspekte genannt:
"Vor allem aber liegt die Kontrolle der IT-Infrastruktur nicht mehr in den Händen weniger Hersteller; Einfluss und Macht über Arbeitsabläufe, sensible Kommunikation und Daten werden nicht länger an externe Akteure abgegeben. Durch den Einsatz Freier Software verhindern staatliche Stellen ihre Abhängigkeit von solchen Akteuren und gewinnen an Souveränität und Transparenz. Für eine Gesellschaft, die in starkem Maße auf digitale Kommunikationstechnologie angewiesen ist, gewinnt diese Freiheit der Kommunikationsmittel zunehmend an Bedeutung."
Freie Software beschreibt, was wir mit der Software machen dürfen. Laut Dr. Jürgen Martens (FDP) ist der Einsatz einer "bestimmten Software" nur ein Teilaspekt und muss strategische Überlegungen untergeordnet werden. Offensichtlich sieht die Staatsregierung Freie Software als ein Produkt an, wie ein Auto, Motorrad oder Fernseher. Die Entscheidung zwischen Freier Software und unfreier Software ist aber gerade nicht die zwischen zwei Produkten wie Audi oder BMW, sondern die Entscheidung, was ich mit dem Auto machen darf. In der Software-Lizenzen steht, was wir als Anwender mit der Software machen dürfen und was uns verboten wird. Bei Freier Software wird uns erlaubt, dass wir die Software für jeden Zweck verwenden, ihre Funktionsweise verstehen, sie weiter verbreiten und verbessern dürfen. Bei der Anschaffung von Autos wären dies Fragen wie: Dürfen wir die Motorhaube öffnen? Dürfen wir das Auto nur geschäftlich oder auch privat nutzen? Dürfen wir damit nur in Sachsen fahren oder auch in anderen Bundesländern. Dürfen wir es behindertengerecht umbauen? Und dürfen wir einen "Polizei"-Schriftzug und Blaulicht anbringen? Oder ist dies vertraglich verboten?. Wie ein italienisches Gericht bereits argumentiert hat, ist Freie Software kein bestimmtes Produkt, sondern eine rechtliche Eigenschaft.
Was also sind "gesamtwirtschaftliche und strategische Gründe" gegen die Vorschläge der Grünen, eine Übersicht der verwendeten Softwarelizenzen zu erstellen, neue Software als Freie Software zu beschaffen oder eine Migrationsstudie zu erstellen? Operative Gründe können sein, dass es noch keine Freie-Software-Lösung für das Problem gibt oder Mitarbeiter umgeschult werden müssen, was die Freie-Software-Lösung am Anfang teurer macht. Aber die Staatsregierung hat keine strategische Gründe gegen Freie Software genannt.
Eingriff in den Markt Ein anderes Gegenargument von FDP und CDU ist, dass die Bevorzugung von Freier Software ein Eingriff in den Markt darstellt. Und natürlich würde eine Regierung mit Freien-Software-Ausschreibungen in die Wirtschaft eingreifen. Die öffentliche Verwaltung kann, wie alle Großkunden, den Markt mit ihrer Nachfrage beeinflussen. In anderen Bereichen wie z.B. Telekommunikation, Verkehr und Energie reguliert die Regierung auch die Wirtschaft, was vollkommen legitim ist. Was spricht dagegen, wenn die Regierung bei der Beschaffung bestimmte rechtliche Eigenschaften ausschreibt, um ihre strategischen Ziele besser zu erreichen? Greift dies stärker in den Markt ein, wie wenn unsere Schüler mit Software des Monopolisten Microsoft ausgebildet werden oder sächsische Ministerie auf ihren Webseiten Werbung für Adobe machen?
Angebot und Nachfrage Die FDP Fraktion und die Staatsregierung bemängeln, dass es immer mehr Fachanwendungen gibt, die Zahl der Freien-Software-Fachanwendungen und Dienstleister jedoch gleich bleibt. Zurecht erwidert Gerstenberg (Grüne) in seiner Rede, dass sich das ändern lässt, indem man auf Freie Software umstellt. Weiter sagt er: "Eine Migration zu Freier Software wird von der Staatsregierung offensichtlich nicht ernsthaft in Betracht gezogen. Die teils widersprüchliche Argumentation deutet darauf hin, dass eine Migration zu Freier Software keineswegs nicht machbar ist, sondern entweder gescheut wird oder schlicht nicht gewollt ist."
Wenn die Staatsregierung keine Freie Software fordert, dann bekommt sie auch keine. Was spricht dagegen, neue Fachanwendungen als Freie Software zu entwickeln, selbst wenn sie für Microsoft Windows geschrieben werden? Das würde auch die Anzahl der Freien-Software-Dienstleister steigern. Was wiederum, wie Grüne und Linke richtig festgestellt haben, den Mittelstand und den Wissensaufbau im Bundesland fördern würde.
Marktstandards Im Gesetzt zur Errichtung des IT-Planungsrats steht, dass vorrangig "Marktstandards" eingesetzt werden soll. Wie in meinem Artikel zum IT-Planungsrat befürchtet, wirkt sich dies negativ für Freie Software aus. Hier Staatsminister Martens (FDP), wie er dies als Argument gegen Freier Software verwendet:
"Bei der Bund-Länder-Koordinierung für die IT-Entwicklung sollen gerade auch Marktstandards berücksichtigt werden. Das spricht nicht gegen, sondern gerade für einen Einsatz auch von Produkten etablierter Anbieter. Nämlich dem Nachkommen nach so gegannten de-facto Standards in der Verwaltung."(Video 46:50)
Was machen? In der Debatte haben unsere Politiker immer noch viele Aspekte Freier Software missverstanden. Wenn die Staatsregierung Freie Software erst einmal verstanden hat, wird sie langfristig auch migrieren. Das so eine Debatte aber überhaupt im Landtag geführt wird ist gut. Um die Missverständnisse zu beseitigen, müssen wir mit den Politikern kontinuierlich über Freie Software sprechen. Wie es in Sachsen weitergeht, hängt mit von euch ab. Hier ein paar Anregungen, was ihr tun könnt um mitzuhelfen:
- Wenn ihr aus Sachsen seit: Schickt euren Abgeordneten eine Rückmeldung zu der Diskussion. Schreibt ihnen, was ihr gut fandet und fragt nach, wenn ihr ihre Position nicht verstanden habt.
- Fragt eure Abgeordneten von CDU und FDP was strategische Gründe gegen Freie Software sind. In anderen Bundesländern könnt ihr die Fraktionen fragen, ob sie die gleiche Meinung wie die Fraktion in Sachsen haben.
- Fragt sie wie sie das Problem von Software-Monopolen lösen wollen.
Tipps und Beispiele dazu, wie ihr Abgeordnete zu Freier Software ansprechen könnt, findet ihr auf den Seiten der FSFE-Bundestagswahlkampagne 2009.
- Video Mitschnitt der Debatte vom 20. Mai im sächsischen Landtag. Von Michael Voigt in in OGG Theora umgewandelt). Das Plenarprotokoll dazu ist noch nicht verfügbar.
- Antwort der Staatsregierung (PDF, 37 Seiten) auf die große Anfrage der Grünen.
- Eckpunktepapier der Grünen und dem begleitenden Hintergrundpapier in dem die Grünen ihre Forderungen begründen und gehen auf die Antworten der Landesregierung eingehen.
- Pressemitteilung der Grünen in der sie "den Einsatz von Freier Software und die Abkehr vom Microsoft-Monopol in der Landesverwaltung" fordern
- Redebeitrag von Gerstenberg (Grüne).
- Rede von Julia Bonk (Die Linke) welche den Antrag der Grünen unterstützt haben.
- Michael Voigts Zusammenfassung der Debatte.
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Matthias Kirschner
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Thursday, 27 May 2010
Das Fellowshiptreffen am 26.05.2010
Michael Stehmanns Blog (Just another FSFE Fellowship Blogs weblog) | 10:13, Thursday, 27 May 2010
in Düsseldorf hatte tatsächlich kein Hauptthema, dafür wurden aber viele interessante Themen erörtert.
Wieder hatten erfreulich viele Menschen den Weg zum “Stammtisch” gefunden, darunter 25% Frauen.
Ein sehr aktiver Fellow wird uns demnächst Richtung Hamburg verlassen, was der dortigen Fellowship hoffentlich gehörigen “Auftrieb” gibt. Wegen verschiedener Veranstaltung im hiesigen Raum können wir uns jedoch darauf freuen, ihn bald wiederzusehen.
Die Vorbereitung zur OpenRheinRuhr 2010 ist in vollem Gange. Selbst am “Stammtisch” konnten die Beteiligten nicht von der Arbeit lassen.
Exemplare des ersten Heftes der International Free and Open Source Software Law Review fanden ein interessiertes Publikum, obwohl (oder weil?) nur ein Jurist anwesend war.
Das nächste reguläre Fellowshiptreffen ist am 30.06.2010 am üblichen Orte (Gaststätte Friedrichskrone Ecke Talstraße/Kirchfeldstraße in Düsseldorf) zur üblichen Zeit (ab 19:30 CEST). Eventuelle Änderungen würden vorher bekannt gegeben. Gleiches gilt für ein außerordentliches Treffen.
Wednesday, 26 May 2010
JMStV und freie Software — zwei Debatten zur Netzpolitik im sächsischen Landtag
miculog | 12:54, Wednesday, 26 May 2010
Gleich zwei spannende netzpolitische Debatten wurden in der letzten Plenarwoche im sächsischen Landtag ausgetragen: Die erste hatte den umstrittenen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag zum Thema, die zweite die freie Software. Diese Gelegenheit wollte ich mir nicht entgehen lassen und so habe ich den sächsischen Landtag für die beiden Debatten mit meiner Anwesenheit beehrt und möchte meine Eindrücke hier dazu berichten.
Friday, 21 May 2010
Freie Software jetzt im Parteiprogramm der Piratenpartei
Matthias Kirschner (I love it here) | 09:48, Friday, 21 May 2010
Aufgrund eines Hardware Problems auf meiner Seite, kommt dieses kurze Update aus der Reihe Parteien und Freie Software etwas verspätet. Dafür ist es eine gute Nachricht. Wie bereits im April berichtet, gab es bei der Piratenpartei einen Antrag zu Freier Software. Dieser Antrag wurde nun auf dem Bundesparteitag vom 15./16. Mai als einer unter zwei Programmanträgen angenommen. Damit werden folgende Ziele im Parteiprogramm der Piraten verankert:
- Eine demokratisch kontrollierte technische Infrastruktur.
- Die Förderung Offenen Standards, um bessere Zusammenarbeit verschiedener technischer Systeme zu ermöglichen.
- Die Sicherung von Innovation im Software-Bereich durch Verhinderung von Software-Patenten
- Förderung von freiem Informationfluss und daher die Verhinderung von Digitalen Restriktionsmaßnahmen.
- Die Förderung von Freier Software, um “die Kontrolle über ihre technischen Systeme selbst zu übernehmen und diese gegebenenfalls kollektiv und demokratisch weiter zu entwickeln”.
Gratulation an die Piratenpartei, dass sie gute Ziele klar formuliert ins Parteiprogramm aufgenommen haben.
PS: Weitere erfreuliche Neuigkeiten zu Freier Software gibt es aus Sachsen. Dort fordern die Grünen einen Umstieg auf Freie Software. Mehr dazu in meinem nächsten Eintrag.
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Matthias Kirschner
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Tuesday, 18 May 2010
Freie Software und Offene Standards nun Programm der Piratenpartei
Torsten Grote (FSFE blog) | 11:38, Tuesday, 18 May 2010
Vor einiger Zeit habe ich einen zweiteiligen Antrag zu Freier Software, Offenen Standards, Softwarepatenten und DRM für das Parteiprogramm der Piratenpartei geschrieben. Dieses vermisste diese Themen bisher schmerzlich und sprach sich sogar für die Gleichstellung jeglicher Software im Urheberrecht aus.
Die unglücklich benannte AG FLOSS der Piraten und ich haben dann noch eine ausführliche Begründung für den zweiten und wichtigsten Teil geschrieben und dann Antrag dann auf dem Bundesparteitag eingereicht.
Der Parteitag war sehr chaotisch und zu inhaltlicher Arbeit kam man kaum. Am Ende wurde nur eine handvoll Anträge überhaupt zur Abstimmung gestellt und ganze zwei wurden angenommen. Mein Antrag war darunter :) Das zeigt, dass man mit wenig Aufwand (Das Schreiben des Antrags hat nicht mehr als ein paar Stunden gedauert) schon Großes bewirken kann. Wenn alle ein paar Stunden investieren, können wir unglaubliches erreichen. Also los!
Monday, 17 May 2010
Die Linke — eine extremistische Partei von kommunistischen Verfassungsgegnern? | Eine Polemik gegen die FDP
miculog | 00:13, Monday, 17 May 2010
Kommunistische Verfassungsgegner, eine (links-)extremistische Partei. Mit diesen oder ähnlichen Attributen wird die Partei „Die Linke.” seit der diesjährigen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen besonders gern versehen, in der Regel kommen sie aus dem schwarz-gelben Lager. Auch Angela Merkel äußerte an dem—dank Gerhard Schröders epischem Auftritt—nie vergessenem Abend der Bundestagswahl 2005, sie werde „mit allen demokratischen Parteien” sprechen — und schloss die Linken dabei explizit aus. Doch handelt es sich bei der Linkspartei tatsächlich um eine Partei „kommunistischer Verfassungsgegner”, um eine extremistische Partei, vergleichbar mit der NPD?
Sunday, 16 May 2010
Linux Info-Veranstaltung mit Install-Party
Infos der Community "FreieSoftwareOG" | 15:07, Sunday, 16 May 2010
Am gestrigen Samstag boten die ansässigen Communities FreieSoftwareOG und LugOG in Zusammenarbeit mit der Stadt Offenburg bzw. den Familienzentren eine Informations-Veranstaltung zum Thema Linux und Freier Software.

Der Clou folgte nach dem ca. 45-minütigen Vortrag über das Thema Freie Software:
Jeder der Anwesenden konnte sich an den aufgebauten PCs selbst davon überzeugen wie einfach die Arbeit mit Freier Software ist. Einige waren dem Aufruf der Community gefolgt und hatten eigene PCs und Notebooks mitgebracht, um auf der Install-Party das neue Ubuntu “Lucid Lynx” zu installieren.


Durch die hervorragende Arbeit des Technik-Teams der LugOG stand den Interessenten Internet via LAN-Kabel oder WLAN zur Verfügung. Aufgrund der beschränkten Bandbreite zeigte es sich, daß die technische Voraussicht, einen lokalen Install-Mirror aufzusetzen eine sehr gute Idee war.
An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an alle Helfer!
Friday, 07 May 2010
Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen fordern einen Umstieg auf GNU/Linux und freie Software — Auswertung der großen FLOSS-Anfrage
miculog | 18:06, Friday, 07 May 2010
Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im sächsischen Landtag hatte eine große Anfrage zum Einsatz von freier Software in öffentlichen Stellen und Schulen in Sachsen gestellt. Dazu gab es heute eine Pressekonferenz und eine Pressemitteilung, in der sie ihre Auswertung der Antwort auf die Anfrage präsentiert haben. Die gewonnenen Erkenntnisse finde ich durchaus nicht uninteressant. Zum Beispiel hat die große Anfrage ergeben, dass nur 1,7% der Softwarelizenzen in Sachsen FOSS-Lizenzen sind. Ausgerechnet im Serverbereich, in dem freie Betriebssysteme wie GNU/Linux und die BSD-Derivate besonders etabliert sind und in dem ein Umstieg außerdem besonders einfach zu bewerkstelligen wäre, beträgt der Anteil an Freien-Software-Lizenzen nur 0,8%. Zudem fallen dort für nur 16% der im öffentlichen Sektor Sachsens eingesetzten Lizenzen 58% der gesamten Lizenzgebühren an. Insgesamt gibt Sachsen jährlich 9,3 Mio. Euro nur für die Lizenzierung proprietärer Softwareprodukte aus. Für außerordentlich gut gelungen halte ich im Besonderen das im Zuge der Anfrage erstellte Hintergrundpapier zu freier Software sowie dessen Kurzfassung. Ausgezeichnete Arbeit! Weiter so und aus der grünen Netzpolitik könnte ja tatsächlich noch etwas werden. :)
Friday, 30 April 2010
Will Steve Jobs Theora angreifen?
Matthias Kirschner (I love it here) | 16:00, Friday, 30 April 2010
Gestern hat Steve Jobs einen Artikel über Flash veröffentlicht. Das hat mein Kollege Hugo Roy zum Anlass genommen, ihm heute Mittag einen offenen Brief zu schreiben.
Hugo weißt in dem offenen Brief Herr Jobs auf Offene Standards hin und fragt warum Apple H.264 statt des Offenen Standards Theora umsetzen will:
May I remind you that H.264 is not an open standard? This video codec is covered by patents, and “vendors and commercial users of products which make use of H.264/AVC are expected to pay patent licensing royalties for the patented technology” (ref). This is why Mozilla Firefox and Opera have not adopted this video codec for their HTML5 implementation, and decided to chose Theora as a sustainable and open alternative.
Steven Jobs Antwort per E-Mail lautet wie folgt:
All video codecs are covered by patents. A patent pool is being assembled to go after Theora and other “open source” codecs now. Unfortunately, just because something is open source, it doesn’t mean or guarantee that it doesn’t infringe on others patents. An open standard is different from being royalty free or open source.
Das Freie Software nicht vor dem Unsinn von Softwarepatenten geschützt ist wissen wir. Deshalb arbeitet die FSFE mit dem FFII und anderen Organisationen dafür, dass Softwarepatente weiterhin in Europa verhindert werden.
Aber weiß jemand von euch etwas von dem Patentpool, der sich formiert um Theora und andernen Freien-Software-Codecs den Garaus zu machen?
–
Matthias Kirschner
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Thursday, 29 April 2010
Bericht vom Fellowshiptreffen am 28.04.2010 in Düsseldorf
Michael Stehmanns Blog (Just another FSFE Fellowship Blogs weblog) | 12:27, Thursday, 29 April 2010
Eigentlich sollte dieses Fellowshiptreffen kein bestimmtes Thema haben; aber meist kommt es anders als man denkt.
Da wiederum neue Gesichter am Tische zu sehen waren, begann das Treffen mit einer Vorstellungsrunde. Vom Niederrheine, aus dem Ruhrgebiet und sogar aus Münster und Köln waren Fellows angereist (die Fellinen kamen alle aus Düsseldorf). Sidux, Debian, Fedora, Geany, XFCE, OpenOffice.org, das Chaosdorf und verschiedene LUGs waren vertreten. Die LanLUG (Langenfelder Linux-User-Group) war mit allen residierenden Mitgliedern erschienen.
Sodann wurde beschlossen, Jose Marchesi (aus Frankfurt am Main) demnächst zu einem der regulären Fellowshiptreffen nach Düsseldorf einzuladen.
Dann kam Thomas Jensch, ehemals Praktikant im ehemaligen
Züricher Büro der FSFE, zu Wort, der in beeindruckender Weise die vielfältige Freie-Software-Szene in der Schweiz, ihre erfolgreichen Aktivitäten, ihre zukünftigen Vorhaben (FrOSCamp) und die Rolle der FSFE in der Schweiz beschrieb. Vieles erscheint auch für uns im “großen Kanton” lehrreich.
Danach und auch schon während seiner Ausführungen wurde lebhaft diskutiert.
Interessant war auch der Test des Wlans in der Friederichskrone, zu dem wir eingeladen waren. Wegen des negativen Ergebnisses gestaltete er sich langwierig und kurzweilig.
Auch die allgemeine Diskussion, beispielsweise über Freie Software im Bildungsbereich, kam nicht zu kurz. In den frühen Morgenstunden leerte sich auch das Fass Uerige.
Das nächste reguläre Fellowshiptreffen findet am 26.05.2010 (ab 19:30 Uhr) in der Friedrichskrone (Talstraße Ecke Kirchfeldstraße) statt.
Es wurde auch ins Auge gefasst, demnächst wieder am Sonntagmorgen (hmmm… - manche nennen es auch Mittag) ein “Spätaufsteherfrühstück” zu veranstalten.
Sunday, 25 April 2010
Verkaufsoffener Sonntag in Achern
Infos der Community "FreieSoftwareOG" | 17:49, Sunday, 25 April 2010
und die Community FSOG ist wieder mittendrin dabei…
An diesem sonnigen Tag habe ich erfreulich viele Gespräche mit Passanten und Kunden der Fun-Computer Filiale hier in Achern zum Thema Freie Software führen dürfen. Einige werden zu unserem nächsten Treffen kommen.
Natürlich habe ich alle auch eingeladen, unsere große Info-Veranstaltung am 15.05. hier in einem Offenburger Familienzentrum zu besuchen. In Zusammenarbeit mit der Stadt Offenburg informieren wir interessierte Einsteiger zu Linux und Freier Software.
Der Clou ist die Install-Party danach, auf der sich jeder von der FSOG und der anwesenden LugOG helfen lassen kann, das neue Ubuntu 10.04 auf mitgebrachten Geräten zu installieren.
Mehr dazu aber demnächst.
Friday, 23 April 2010
Demokratie braucht Freie Software
Matthias Kirschner (I love it here) | 14:50, Friday, 23 April 2010
Unsere Gesellschaft wurde schon immer von bestimmten Techniken geprägt. Lesen, Schreiben, Rechnen sowie Ackerbau, Buchdruck und Rundfunk haben die Art verändert, auf die wir unsere Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst betreiben. Die wichtigste Kulturtechnik des 21. Jahrhunderts ist Software. Die Free Software Foundation Europe (FSFE) setzt sich dafür ein, dass die Menschen in unserer Gesellschaft diese Kulturtechnik selbstbestimmt gestalten können.
Software ist heute aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Für die meisten von uns vergeht kein Tag, ohne dass wir Software benutzen. Jeder kennt Software vom Computer am Arbeitsplatz, vom Laptop oder vom Mobiltelefon. Doch sie ist auch dort, wo viele Menschen sie nicht vermuten: In Zügen, Autos, Fernsehapparaten, Waschmaschinen, Kühlschränken und vielem mehr. Ohne Software wären viele dieser Geräte wertlos. Ohne Software könnten wir keine E-Mails schreiben, keine Telefonate erledigen und nicht in der Weise einkaufen oder reisen, in der wir es heute tun. Software ist das zentrale Werkzeug unserer Gesellschaft.
Wenn wir andere über unsere Werkzeuge bestimmen lassen, können sie Macht über uns ausüben. Wer über eine Suchmaschine bestimmt, entscheidet was wir finden. Wer die Kontrolle über unsere E-Mails hat, kann uns zensieren. Allein über einen Kommunikationsdienst bestimmen zu können, bedeutet Macht darüber zu haben, wer sich mit wem über was austauschen kann. Wer über die Funktionsweise der Software in einem Unternehmen entscheidet, kann Arbeitsprozesse beeinflussen oder behindern.
In modernen Demokratien ist Macht verteilt. Wir verteilen legislative, exekutive und judikative Aufgaben zwischen unterschiedlichen Institutionen. Wir verteilen Zuständigkeiten zwischen verschiedenen Ebenen wie Bund, Ländern und Kommunen. Mit der Pressefreiheit wirken wir einem Informations-Monopol entgegen, in dem zu viel Macht in zu wenigen Hände konzentriert wäre. Das Ziel ist stets, Macht so auszubalancieren, dass selbst unser größter Widersacher innerhalb des demokratischen Systems Platz hat.
Wird Software als zentrales Werkzeug unserer Gesellschaft nur von einigen wenigen kontrolliert, ist dies eine Bedrohung für unsere Demokratie. Von Software hängt nicht nur unsere Kommunikation ab, sondern auch ein großer Teil unserer Infrastruktur. Die FSFE arbeitet dafür, dass die Benutzer mündig werden und die Kontrolle über die Software in den Händen aller liegt. Die Gesellschaft darf sich nicht von anderen abhängig machen, wenn es um die Gestaltung ihres zentralen Werkzeugs geht.
Unsere Gesellschaft muss allen die Möglichkeit geben, dieses zentrale Werkzeug selbst zu formen. Dafür benötigen wir die Freiheiten die Software für jeden Zweck zu verwenden, ihre Funktionsweise zu verstehen, sie weiter zu verbreiten und sie zu verändern.
- Verwenden Die Freiheit, die Software für jeden Zweck zu verwenden, verhindert Diskriminierung und ermöglicht allen Menschen eine Teilhabe an der Gesellschaft.
- Verstehen Unsere Gesellschaft muss die Freiheit haben, die Funktionsweise ihres wichtigsten Werkzeugs zu verstehen.
- Verbreiten Die Freiheit, die Software weiter zu verbreiten, stellt sicher, dass wir unsere Werkzeuge miteinander teilen und uns gegenseitig helfen können.
- VerbessernSchließlich muss eine Gesellschaft die Möglichkeit haben, ihre Werkzeuge selbst zu veränderen oder von anderen verändern zu lassen, um sie weiter zu entwickeln und an individuelle Bedürfnisse anzupassen.
Software, die ihren Benutzern diese vier Freiheiten gibt, ist Freie Software.
Die Free Software Foundations in den USA, in Europa, in Indien und in Lateinamerika setzen sich seit 1985 für diese vier Freiheiten ein. Als gemeinnützige und unabhängige Organisation arbeiten wir, die FSFE, im Dialog mit Politik, Verwaltung und anderen Organisationen dafür, dass auf UN- und EU-Ebene sowie in den europäischen Länder gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, die allen Menschen die Teilnahme im digitalen Zeitalter ermöglicht. Dazu gehört auch, Gesetze zu verhindern, die den Nutzern von Software ihre Freiheiten nehmen könnten. Wir tragen die Idee Freier Software in die unterschiedlichsten Teile unserer Gesellschaft. Wir beraten Freie-Software-Entwickler, damit diese sich auf darauf konzentrieren können, bessere Werkzeuge zu programmieren. Wir erklären Unternehmen, welche wirtschaftlichen Vorteile sie von Freier Software haben. Wir helfen Software-Unternehmen zu verstehen, wie sie Geld mit Freier Software verdienen können. Die Gesellschaft profitiert von all diesen Tätigkeiten, indem sie bessere Werkzeuge bekommt und die Kontrolle über diese Werkzeuge behält.
Eine demokratische Gesellschaft braucht starke Stützen. Eine davon ist Freie Software.
Anmerkung:Ich wollte schon sehr lange einen Aufsatz über die politsche Relevanz Freier Software für unsere Demokratie schreiben, um meine politische Überzeugung schriftlich festzuhalten. Für die Verleihung der Theodor-Heuss-Medaille an uns am 8. Mai in Stuttgart wollte die Stiftung einen Text von uns für die Broschüre. Das war ein guter Anlass um die Notizen und Ideen zu dem Thema zusammenzuführen, zu kürzen und wirklich loszulegen. Vielen lieben Dank an Alexander Kahl, Bernhard Reiter, Constantin Engel, Michael Kesper, Reinhard Müller und Torsten Grote für kritsche Anmerkungen, Verbesserungen und Korrektur diese Woche und an Karsten Gerloff für den sprachlichen Feinschliff.
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Matthias Kirschner
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Friday, 16 April 2010
Will die Piratenpartei Freie Software?
Matthias Kirschner (I love it here) | 14:58, Friday, 16 April 2010
Bisher hatte die Piratenpartei nur eine Passage in ihrem Parteiprogramm, dass Software, die durch die öffentliche Verwaltung erstellt oder in Auftrag gegeben wird, unter einer Freien Lizenz veröffentlicht werden soll. Was die Position der Piratenpartei allgemein zu Freier Software und deren Bedeutung für unsere Gesellschaft ist, war bisher jedoch nicht klar.
Die AG zu Freier Software der Piratenpartei hat jetzt allerdings einen Änderungsantrag für das Parteiprogramm eingereicht. Neben Abschnitten zu Digitalen Restriktionsmaßnahmen (DRM), Softwarepatenten und Offene Standards enthält dieser auch einen Abschnitt zu Freier Software:
Wir setzen uns für die Förderung von Software ein, die von allen uneingeschränkt benutzt, untersucht, verbreitet und verändert werden kann. Diese sogenannte Freie Software garantiert ihren Nutzerinnen alle wesentlichen Freiheiten, die notwendig sind, um die Kontrolle über ihre technischen Systeme selbst zu übernehmen und diese gegebenenfalls kollektiv und demokratisch weiter zu entwickeln. Dies leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung von Autonomie und Privatsphäre aller Nutzer. Insbesondere Bildungseinrichtungen und die gesamte öffentliche Verwaltung sollen schrittweise darauf hinarbeiten ihre gesamte technische Infrastruktur auf Freie Software umzustellen, um so langfristig Kosten für die öffentlichen Haushalte und die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern zu reduzieren.
Das lässt einen doch mal hoffen. Obwohl sich viele Politiker vor der Wahl auf Nachfrage der FSFE für Freie Software ausgesprochen haben, hatten die Grünen im Gegesatz zu den anderen Parteien ein klares Statement zu Freier Software. Z.B.:
Offene Formate, Lizenzen wie Creative Commons und Freie Software wollen wir fördern, um Inhalte, Software und Technik so zu gestalten, dass sie von möglichst vielen umfassend genutzt werden können. (Parteiprogramm:195-196)
Ich bin gespannt, ob der Antrag in der Piratenpartei angenommen wird. Daran werden wir sehen, was die Piratenpartei bezüglich Freier Software will. Geht es der Piratenpartei nur darum, Software kostenlos zu verwenden? Oder geht es ihr um die gesellschaftenlichen und politischen Aspekte von Freier Software, wie z.B., dass die Gesellschaft die Kontrolle über eines ihrer wichtigsten Werkzeuge hat?
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Matthias Kirschner
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Thursday, 15 April 2010
Frauen in der Netzpolitik: Die Piratinnen Diskussion
Torsten Grote (FSFE blog) | 09:10, Thursday, 15 April 2010
Vor einiger Zeit wurde auf der Landesmitgliederkonferenz der Berliner Piratenpartei ein neues Netzwerk speziell für Frauen unter dem Motto “Klarmachen zum Gendern” gegründet. In der dazugehörigen privaten Pressemitteilung ist von einem Schutzraum die Rede, “in dem auch die leisen Stimmen unter den Frauen Gehör finden”. Eigentlich sollte es keinen überraschen, dass es für Frauen in einem von Männern dominierten Umfeld, wie der Piratenpartei, zu Schwierigkeiten kommen kann. Ob es nun gleich einen Schutzraum braucht, um diese Schwierigkeiten zu thematisieren, hätte diskutiert werden können.
Mittlerweile aber wissen wir, dass es durchaus einen solchen Schutzraum braucht. Bewiesen haben das ausgerechnet die Gegner dieser Idee. Schon kurz nach der Ankündigung wurde die Seite der Piratinnen im Wiki der Piratenpartei gelöscht. Es folgte eine Löschdiskussion ganz nach dem Vorbild der Wikipedia. Nachdem man sich gegen eine Löschung entschieden hatte, setzte eine große Diskussion auf der Seite ein. Die männlichen aber auch weiblichen Gegner reagierten sehr emotionalisiert. Man fühlte sich wohl angegriffen. Viele Männer waren der Ansicht man würde ihnen falsches Verhalten vorwerfen. Viele Frauen glaubten, dass man für alle von ihnen sprechen wolle und der geforderte Schutzraum auch für sie notwendig sein solle. Eine geschlossene nichtöffentliche Liste verstoße außerdem gegen das Transparenzgebot der Piraten, meinten diejenigen, die noch nicht verstehen, dass Transparenz nicht immer und überall sinnvoll ist. Die verschickte private Pressemitteilung habe die Presse vom Parteitag abgelenkt und hätte für eine offizielle Pressemitteilung gehalten werden können, so ein anderes Argument. Es hagelte und hagelt zu allem von allen Seiten Kritik. Im Wiki wurde sogar eine Liste der Gegner geführt. Von parteischädigendem Verhalten, Satzungsverstoß und Parteiausschluss war die Rede. Von offizieller Seite kommt keine Unterstützung, stattdessen auch Anfeindungen via Twitter.
Mittlerweile wurde die Initiatorin der Piratinnen sogar vom Berliner Landesvorstand offiziell verwarnt. In der Begründung heißt es unter anderem:
Der Vorstand der Piratenpartei Deutschland Berlin fordert das Mitglied Lena Simon auf, ihre politischen Ideen in Zukunft offen innerhalb der Strukturen der Piratenpartei zu entwickeln.
Dabei liegt, gerade in Anbetracht der heftigen Reaktionen auf Lenas Vorstoß, die Vermutung sehr nahe, dass das eben bisher nicht möglich war. Der große Widerstand zeigt, dass es das auch jetzt immer noch nicht ist. Wenn man nach dem Vortragen seiner Ideen von einer großen Übermacht Männer in Grund und Boden geredet wird, trägt man diese Ideen oder Meinungen vielleicht besser woanders vor oder thematisiert sie gar nicht mehr.
Die Art und Weise wie die Diskussion geführt wird ist nicht nur peinlich sondern verabscheuenswert. In einem mittlerweile gesperrten Blogeintrag “Lena und ihre Häkelgruppe” schrieb jemand
Es bleibt abzuwarten, dass die Domain irgendwann auf ein ein eigenes Blog führt, der einen geschützen Bereich nur für Frauen hat, zu dem man sich nur mit Menstruationsblut anmelden kann.[...]
So bleibt für den außenstehenden männlichen Piraten nur zu vermuten, dass es sich hier um das Pendent zur Fußballgruppe eines Betriebsrates handelt, bei dem auch keine Frauen in die Umkleide gehören – sprich: die Piraten Häkelgruppe. Bei Kaffee und Schnittchen.
Ähnliche Aussagen finden sich auf diversen Blogs und auf Twitter. Die ganze Berichterstattung und Meinungsäußerung zum Thema kann auf einer speziellen Wikiseite der Piraten und auf piratinnen.org verfolgt werden. Ich denke, es bedarf einer wesentlich sachlicheren und auch informierteren Diskussion. Bei diesem Thema denken leider alle, sie könnten qualifiziert mitreden, nur weil auch sie ein Geschlecht besitzen.
Die wohl am häufigsten vertretene Meinung ist, dass es für Frauen gar keine Schwierigkeiten gibt. Die Piratenpartei selbst sei Post-Gender, weil sie offiziell nicht nach Geschlecht frage und unterscheide. Auf die Idee, dass es für einige Frauen eben doch Schwierigkeiten geben könnte kommt leider kaum jemand.
“Die größte Gefahr für die Gleichberechtigung ist der Mythos, wir hätten sie schon.” (Grethe Nestor)
Mittlerweile ist es stiller geworden und Lena hat sich bei den Piraten etwas zurückgezogen. Sie engagiert sich nun neben den Piratinnen noch für ein breiter aufgestelltes Netzwerk von Frauen in der Netzpolitik.
Tuesday, 13 April 2010
Frauen in der Netzpolitik: Workshop in Hattingen
Lena's blog | 09:03, Tuesday, 13 April 2010
So! Nun ist es offiziell.
Am ersten Juniwochenende werde ich ein Seminar zum Thema “Frauen in der Netzpolitik” in Hattingen veranstalten und freue mich natürlich über rege Beteiligung.
Genauere Infos gibts unter www.frauenim.net
Die Anmeldung läuft über den FoeBuD, dem mensch bei der Gelegenheit ja auch gleich mal ne Kleinigkeit spenden kann, wenn mensch will.
Ich freue mich über Anmeldungen und Rückmeldungen.
Monday, 12 April 2010
Politischer Abend mit der FSFE am 27.01.2010, 19:30 Uhr in Düsseldorf
Dominic Hopf (Mäh?) | 23:07, Monday, 12 April 2010
Neben einigen Piraten aus Düsseldorf und Umgebung hat sich bereits auch Die Linke angekündigt dort zu erscheinen. Je nachdem wie viele Vertreter der anderen Parteien dort erscheinen werden, wird dieser Abend eine interessante Diskussionsrunde mit Stammtisch-Atmosphäre, oder spontan zu einer Podiumsdiskussion.
Die Treffen des Fellowship der FSFE finden jeden letzten Mittwoch im Monat ab 19:30 in der Friedrichskrone, Kirchfeldstr. 85, 40215 Düsseldorf statt [1]. Das Büro der FSFE befindet sich umliegend in der Talstraße 110.
Die Free Software Foundation Europe (FSFE) ist eine nicht gewinnorientierte und in einigen Staaten als gemeinnützig anerkannte Nichtregierungsorganisation, die für Freie Software eintritt. Für die Sicherung einer gleichen und gerechten Teilhabe aller an der Informationsgesellschaft ist es entscheidend, dass jeder die Freiheiten hat, Software zu benutzen, zu studieren, weiterzugeben und zu verändern. Ziel der FSFE ist es, durch ihre Aktivitäten das Verständnis und die Unterstützung für Freier Software in der Öffentlichkeit, Politik und Gesetzgebung maßgeblich zu verbessern. Der Einsatz und die Entwicklung von Technologien, die ihren Nutzern diese Freiheiten gewähren, wie zum Beispiel das GNU/Linux Betriebssystem, wird von der FSFE gefördert und unterstützt.
http://www.fsfe.org/index.de.html
[1] http://www.stadtbranchenbuch.com/duesseldorf/1220537.html

Day against DRM - AG FLOSS fragt nach euren Ideen
Dominic Hopf (Mäh?) | 23:05, Monday, 12 April 2010
Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.
OpenRheinRuhr 2010 kündigt sich an
Dominic Hopf (Mäh?) | 23:04, Monday, 12 April 2010
Sunday, 11 April 2010
Betriebssystemwoche auf FM4 feat. Peter
Georg Kienesbergers blog | 17:56, Sunday, 11 April 2010
Nächste Woche, von 12. bis 15. April, bringt der Radiosender FM4, zugehörig zum öffentlich-rechtlichen ORF (Oesterreichischer Rundfunk), eine Spezialwoche zum Thema Betriebssysteme unter dem Titel “Check The System”. Hierbei werden drei der gängigsten Betriebssysteme in Hinblick auf gesellschaftliche, soziale und politische Aspekte beleuchtet wobei die Technik angeblich eher im Hintergrund stehen soll.
Natürlich kommen bei dieser Sendereihe auch Experten zur Sprache und Peter, unser Vizekoordinator für Österreich, ist einer davon. Letzten Freitag hat er ein ausführliches Interview über Freie Betriebssysteme und Freie Software im Allgemeinen gegeben. Dieses Material wird dann nächste Woche immer wieder eingestreut, zusammen mit den Aufnahmen der anderen Experten.
Das detaillierte Programm ist schon verfügbar und ein Online-Artikel gesellt sich auch dazu.
Friday, 09 April 2010
Unsere Definition und Merkhilfe zu Offenen Standards verbreitet sich
Matthias Kirschner (I love it here) | 14:01, Friday, 09 April 2010
Heute morgen hat heise über das Marktstandard-Thema berichtet und dabei kurz meinen Blog-Eintrag, den ich auch bei Netzpolitik veröffentlicht hatte, aufgegriffen.
Ich finde es gut, dass das Thema jetzt etwas bekannter gemacht wird. Was mich außerdem gefreut hat, in dem Artikel stand, dass der Linuxverband und LiSoG “den schwachen Formulierungen eine Reihe eigener Definitionen [Offener Standards] entgegen[setzen].” Die Definition wird allerdings nicht nur von Linuxverband und Lisog verwendet. Wie die Definition zustande kam, könnt ihr auf unserer Seite zur Offenen-Standard-Definition nachlesen:
Die FSFE wollte nicht noch eine weitere Definition vorschlagen. Wir beschlossen, uns der Definition eines Offenen Standards anzuschließen, die im Rahmen der Vorbereitungen für Certified Open geschaffen wurde. Die Arbeit an der Definition begann, bevor die FSFE sich an diesem Projekt beteiligte und basierte zu Beginn auf der Definition des Europäischen Rahmenprogramms zur Interoperabilität (EIF) der Europäischen Kommission.
Im Gespräch mit mehreren Schlüsselfiguren der Industrie, Politik und Gemeinschaft wurde die Definition überarbeitet und in eine Definition von fünf Punkten, denen alle Beteiligten zustimmten, umgearbeitet. Diese Definition fand schließend Anwendung beim SELF EU Projekt, der Genfer Erklärung zu Standards und der Zukunft des Internets 2008 oder dem Document Freedom Day.
Die Kurzform davon mit dem AEIOU, welche in der Pressemitteilung des Linuxverbands verwendet wird, stammt von Reinhard Müller aus unserem österreichischen Länderteam. Ich hatte das im im April 2008 als die “aeiou”-Kriterien eines Offenen Standards hier geschrieben.
Für den Document Freedom Day haben wir diese einfache Erklärung in unserer Pressemitteilung zur Preisverleihung an Deutschlandradio und Radio Orange wieder aufgegriffen. Ich denke das zeigt, dass solche kurzen Merkhilfen, wie Reinhard für Offene Standards erstellt hat, sehr hilfreich sind. Genauso wie die vier Freiheiten mit Verwenden, Verstehen, Verbreiten, Verbessern (im Englischen use, study, share, improve) für Freie Software hilfreich sind. Also ein Dankeschön an Reinhard für die gute Merkhilfe!
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Matthias Kirschner
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Thursday, 08 April 2010
IT-Planungsrat soll auf Marktstandards abstellen. Aber Was sind Marktstandards?
Matthias Kirschner (I love it here) | 16:25, Thursday, 08 April 2010
Heute in zwei Wochen, am 22. April, soll der IT-Planungsrat, der die Zusammenarbeit von Bund und Ländern in IT-Fragen koordinieren soll, zum ersten Mal zusammenkommen. Dieser soll in Zukunft vorrangig “Marktstandards” berücksichtigen. Was bedeutet dies für uns?
Beschlossen wurde dies am 25. Februar bei der “Zweite(n) Beratung und Schlussabstimmung Bundesregierung zum Vertrag über die Errichtung des IT-Planungsrats und über die Grundlagen der Zusammenarbeit beim Einsatz der Informationstechnologie in den Verwaltungen von Bund und Ländern - Vertrag zur Ausführung von Artikel 91c GG” - Drs 17/427, 17/571. Im Wortlaut von 17/427 (S. 11) unter § 3 Festlegung von IT-Interoperabilitäts- und IT-Sicherheitsstandards:
(1) Für den im Rahmen ihrer Aufgabenerfüllung notwendigen Austausch von Daten zwischen dem Bund und den Ländern sollen gemeinsame Standards für die auszutauschenden Datenobjekte, Datenformate und Standards für Verfahren, die zur Datenübertragung erforderlich sind, sowie IT-Sicherheitsstandards festgelegt werden. Hierbei ist vorrangig auf bestehende Marktstandards abzustellen.
Wie bitte? Marktstandards? Mit diesem Begriff versuchen Freie-Software-Gegner schon seit längerem Offene Standards auszuhebeln und damit Freie Software zu verhindern. Die Argumentation lautet dann: “Lasst uns ein Format/Protokoll benutzen, das eine weite Verbreitung hat.” Eine weite Verbreitung kann aber entweder durch einen Offenen Standard enstanden sein oder durch die Monopolstellung eines Software-Anbieters. Im Gegensatz zu Offenen Standards werden bei dieser Argumentation eben keine bestehenden Monopole aufgebrochen. Im Gegenteil, Migrationen zu Freier Software (oder anderen unfreien Lösungen) werden damit extrem erschwert.
Ist es den Gegnern nun gelungen, die derzeitige Situation abzusichern und Veränderungen zu verhindern? Wird der IT-Planungsrat bestehende Monopole im Sofwarebereich weiter sichern und in Zukunft neue schaffen? Hatte die Regierung nicht andere Ziele für Freie Software und Offene Standards? Was sagt denn der Koalitionsvertrag dazu?
Die Informationstechnik des Bundes bedarf der Konzentration, Standardisierung und Effizienzsteigerung sowie Bündelung vorhandener Ressourcen. Wir werden hierzu den Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik stärken. Wir prüfen, wie die IT des Bundes sich zukünftig an offenen Standards orientieren und dabei auch Open-Source-Lösungen berücksichtigen kann. (S. 102)
Hat die Prüfung ergeben, dass die Regierung jetzt doch keine Offenen Standards will oder wie sollen wir das verstehen? In der Begründung für den Satz “Hierbei ist vorrangig auf bestehende Marktstandards abzustellen.” (S. 88) steht:
Der Verweis auf den Vorrang bestehender Marktstandards in Satz 2 verpflichtet den IT-Planungsrat, vor der Prüfung, ob Bund und Länder eigene Standards entwickeln sollen, auf dem Markt zu prüfen, ob es dort bereits wirtschaftlichere Lösungen gibt.
Ah. Der Begriff Marktstandards soll als Gegensatz zu verwaltungseigenen Standards verstanden werden. Trotzdem ergibt der Begriff für mich keinen Sinn. Wie die EU-Kartellverfahren zu Webbrowsern oder Arbeitsgruppen-Servernzeigen, haben wir ja gerade das Problem, dass es oft keinen Markt gibt. Wenn proprietäre Standards einen Markt ermöglichen würden, dann gäbe es gar keine Notwendigkeit für Offene Standards. Statt von Marktstandards sollte man bei vielen verbreiteten Standards leider von Monopolstandards sprechen. (Bei der Bundestagswahlkampagne der FSFE hat Wolfgang Schäuble die Gefahr von “Dienstleistungsmonopolen” bestätigt.)
Doch was meinen die Parteien dazu? Werfen wir einen Blick in das Plenarprotokoll 17/24 vom 25. Februar 2010. Zuerst äußert sich der parlamentarische Staatssekretär Dr. Christoph Bergner (S. 2129):
Erstens. In dem Staatsvertrag ist vorgesehen, dass IT-Standards im IT-Planungsrat durch Mehrheitsentscheidungen beschlossen werden. Solche Beschlüsse des IT-Planungsrats werden in allen Behörden Bindungswirkung entfalten. Umgekehrt kann auf Antrag des Bundes oder dreier Länder eine unabhängige Einrichtung überprüfen, ob eine Standardisierung wirklich notwendig ist. Das ist eine Sicherung, die verhindert, dass sich in der öffentlichen Verwaltung einseitig proprietäre Standards verfestigen.
Hier sieht es so aus, als ob der Entwurf vom BMI nicht gegen Offene Standards gerichtet ist. Proprietäre Standards werden als Gefahr dargestellt. Allerdings kein Wort dazu, dass proprietäre Standards sich bereits stark in der öffentlichen Verwaltung verfestigt haben. Aufgrund hoher Migrationskosten und Netzwerkeffekten wird sich daran ohne große Anstrengungen nichts ändern.
Auch der nächste Redner, Manuel Höferlin von der FDP, ist der Ansicht, dass Offene Standards selbstverständlich sind (S. 2131):
Auch die Forderung nach der vorrangigen Verwendung offener IT-Standards ist berechtigt. Die Koalition aus FDP und Union hat dies bereits im Koalitionsvertrag zum Thema gemacht. Es ist schön, dass Sie sich uns hier anschließen. [...]
Die FDP steht im Deutschen Bundestag wie keine andere Fraktion für Wettbewerb und Mittelstandsförderung, sodass Sie von den Grünen mit der Forderung nach Verhinderung marktbeherrschender Positionen einzelner Anbieter bei uns offene Türen einrennen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen von den Grünen, alle Forderungen, die Sie hier in Ihrem Entschließungsantrag stellen, sind vor allen Dingen eines: Selbstverständlichkeiten.
Das BMI sagt also, es wolle Offene Standards und für die FDP scheint dies auch selbstverständlich. Halina Wawzyniak von Die Linke - (S. 2132) ist der Ansicht, dass die Errichtung des IT-Planungsrats Freie Software behindert.
Die Verwendung freier Software mit offenem Quellcode wird durch die Einrichtung des IT-Planungsrats behindert statt ermöglicht. Es besteht weder eine hinreichende demokratische Legitimation des IT-Planungsrats und seiner Beschlüsse noch die Gewähr, dass bei dessen Beschlüssen datenschutzrechtliche Grundsätze gewahrt bleiben. Wir werden aus diesem Grund der Ratifizierung dieses Staatsvertrages unsere Zustimmung nicht geben. Da wir aber für Einzelfallprüfungen und nicht für allgemeine Ablehnung von Anträgen der Grünen stehen, haben wir uns entschlossen, dem Entschließungsantrag der Grünen, weil er einige unserer Kritikpunkte aufgreift, unsere Zustimmung zu geben.
Ja, Zentralisierung stellt eine potentielle Gefahr für Freie Software dar, aber das ist ein anderes Thema. Als Nächster in der Rednerliste hebt Dr. Konstantin von Notz von den Grünen seine Position hervor (S. 2133), welche sich mit der des Abgeordnetenhauses Berlin deckt:
Es müssen aber auch Vorkehrungen getroffen werden, dass die vorrangige Verwendung der Marktstandards nicht zu marktbeherrschenden Positionen von Anbietern der jeweiligen technischen Dienste führt. Wir wünschen uns außerdem, dass bei der Definition von technischen IT-Standards darauf hingewirkt wird, dass vorrangig offene IT-Standards eingesetzt werden. Und es bedarf mehr Transparenz – da stimme ich der Linken voll zu – durch eine regelmäßige Berichtspflicht. Der Deutsche Bundestag und die Öffentlichkeit müssen über die Entscheidungen und Berichte bezüglich des IT-Planungsrats zeitnah und regelmäßig informiert werden.
Diese Position wurde am 25. März mit dem Beschluss im Berliner Abgeordnetenhaus für den interfraktionellen Antrag zur “Berücksichtigung des Datenschutzes und Verhinderung von marktbeherrschenden Standards bei der Umsetzung des IT-Staatsvertrags” (Abgeordnetenhaus Berlin Drucksache 16/3057, 17.03.2010, 16. Wahlperiode) einstimmig unterstützt.
Darin haben die Parteien noch einmal die größten Bedenken der FSFE zum Staatsvertrag ausgedrückt:
5. Die im Staatsvertrag vorgesehene vorrangige Verwendung bestehender Markstandards darf nicht zu marktbeherrschenden Positionen von Anbietern dieser technischen Standards führen.
6. Bei der Definition von technischen IT-Standards muss darauf hingewirkt werden, sowohl vorrangig offene IT-Standards einzusetzen, als auch einer marktbeherrschenden Stellung von Anbietern keinen Vorschub zu leisten.
Was bedeutet der Begriff Marktstandard nun für Offene Standards? Zunächst einmal können sich die Offenen-Standard-Gegener freuen, dass der Begriff untergebracht wurde. Sie werden später ihre Freude daran haben, den Käufern in der öffentlichen Verwaltung zu erklären, was ein Marktstandard ist. Alle Beteiligten, die sich öffentlich geäußert haben, scheinen sich einig zu sein, dass Offene Standards selbstverständlich sind und die Grundlage für eine erfolgreiche deutsche Wirtschaft darstellen. Aber was zählen ein paar Äußerungen zu Offenen Standards im Bundestag, welche wir aus dem Plenarprotokoll zitieren können, gegenüber einem Gesetzestext, der von Marktstandards spricht?
Was wir mit dem IT-Staatsvertrag bekommen werden, ist eine Verantwortliche dafür: die Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik (BfIT) Cornelia Rogall-Grothe. Die Politiker sagen, dass sie Offene Standards wollen, und mit dem IT-Planungsrat hat die BfIT ein starkes Instrument den geäußerten Wunsch der Politik umzusetzen. Hat das BMI unwissentlich einen extrem missverständlichen Begriff gewählt, der gegen Offene Standards und dadurch gegen die geäußerten Ziele der Politik arbeiten wird oder war dies beabsichtigt? War es schlampige Arbeit bei der Begriffwahl oder ein bewusster Angriff auf Offene Standards?
Die Bundes-CIO wird sich in Zukunft daran messen lassen müssen, ob sie es schafft, bestehende Software-Monopole in der Öffentlichen Verwaltung aufzubrechen, oder ob sie bisherige Monopole weiter festigt und neue Monopole fördert. Unsere Aufgabe ist es, dies weiterhin genau zu beobachten.
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Matthias Kirschner
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Der Fluch der Usability
miculog | 12:43, Thursday, 08 April 2010
In diesem Blogposting lege ich dar, warum es meiner Meinung nach für eine demokratischen Gesellschaft nicht nur einem Mindestmaß an politischer, historischer, philosophischer, sowie gesellschafts- und „geisteswissenschaftlicher“ Allgemeinbildung bedarf, sondern auch einem Minimum an technischem Grundwissen und Bewusstsein im Umgang mit Computern und dem Internet, wenn es eine digitale Gesellschaft ist.
DFD 2010 im Rheinland - Die Bilder
Michael Stehmanns Blog (Just another FSFE Fellowship Blogs weblog) | 10:26, Thursday, 08 April 2010
Am Document-Freedom-Day wurde auch den Verantwortlichen des Deutschlandradios am Raderberg Gürtel in Köln eine Torte überreicht.
Nachfolgend einige Bilder.

Zunächst musste die Torte noch liebevoll von Hand dekoriert werden.

Die fertige Torte.

Wir zeigen unsere Fahne.

Unsere Worte finden aufmerksames Gehör.

Der Verfasser bei seiner Laudatio.


Die Übergabe der Torte.



Endlich wird die Torte angeschnitten und verteilt.

Schließlich sind alle mit Torte und Kaffee versorgt.
Bilder vom abendlichen Fellowshiptreffen in Düsseldorf:


Vielen Dank an die Lichbildner.
Wednesday, 07 April 2010
Reguläres Treffen der Community
Infos der Community "FreieSoftwareOG" | 22:25, Wednesday, 07 April 2010
Auch heute fanden sich wieder an die 15 Interessenten Freier Software zu unserem regelmäßigen Treffen ein.
Das Thema war dieses mal exquisit technisch!
Unser “Gastdozent” referierte über die Programmiersprache “Clojure” (http://www.clojure.org), was den anwesenden Entwicklern meines Erachtens durchaus informativ entgegen kam.
Das nächste Treffen findet am 05.05. statt. Das Thema ist der Community-Webseite unter http://www.freiesoftwareog.org zu entnehmen.
Thursday, 01 April 2010
Der DFD in Wien, Offenburg, Berlin, Köln, Düsseldorf
Matthias Kirschner (I love it here) | 16:17, Thursday, 01 April 2010
So ich habe mir jetzt vorgenommen, öfter in Deutsch zu bloggen. Erinnert mich bitte freundlich, wenn ich mich nicht dran halte.
Auf dem englischen Blog hatte ich ja schon über die geplannten DFD-Aktivitäten in Berlin, Köln und Wien geschrieben und berichtet, dass wir den April zum Promoten von Ogg-Vorbis nutzen wollen. Gestern war der Document Freedom Day — der weltweite Aktionstag für Offene Standards.
Gestern habe ich in meinem Englischen Blog-Eintrag darüber geschrieben, was wir den ganzen Tag so gemacht haben. Außerdem gibts dort eine kleine Auswahl von Bildern. Hier jetzt nochmal das Zitat aus unserer Pressemitteilung:
“Wir fühlen uns durch diesen Preis mehr geehrt als durch einen Grimme-Preis”, meinte Egbert Meyer, Geschäftsführer des Online-Angebots von Deutschlandradio beim Anschneiden der DFD-Torte mit dem Schriftzug “rOGG on!”. (deutsche FSFE Pressemitteilung 31. März)
Die Ehrung des Deutschlandradios, fand jedoch nicht nur in Berlin statt. Unsere Rheinländer haben auch in Köln eine DFD-Torte überreicht. Michael Stehmann beschreibt den Tag in seinem Blog die Übergabe und wie sie Offene Standardss in die Kantine des Deutschlandradios gebracht haben. Hier ein kurzes Zitat:
Wir trafen also auf für Freie Software und Freie und offene Formate und Standards sehr aufgeschlossene kenntnisreiche Menschen, mit denen die Unterhaltung ein intellektuelles Vergnügen war, bei der man die “gleiche Wellenlänge” deutlich spürte.
Heute hab ich Peters Blog-Eintrag über die Wiener Verleihung an Radio Orange 94.0 gelesen. Die Berliner Torte war ja schon super, aber die Wiener Torte kann einen schon auch neidisch machen. Die Verleihung dort wurde gleich aufgenommen, d.h. wir werden bald Georg, Peter, Martin und die andern Fellows im Radio hören.

DFD-Torte der Wiener Fellowship-Gruppe
Zuverlässig wie jedes Jahr fand auch wieder eine DFD-Veranstaltung in Offenburg statt. Hier das Bild aus Edgars Blog-Eintrag.

Edgar in Offenburg
Viele Bilder findet ihr im Fellowship-Wiki und Hugo bittet um Mithilfe beim Erstellen des Pressespiegels. Vielen lieben Dank an alle Aktiven!!
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Matthias Kirschner
Join FSFE’s Fellowship and protect your freedom!
DFD 2010 im Rheinland
Michael Stehmanns Blog (Just another FSFE Fellowship Blogs weblog) | 10:14, Thursday, 01 April 2010
Die FSFE und der FFII überreichten heute den Document-Freedom-Day-Preis 2010 für die Nutzung und Förderung Offener Standards in der Gesellschaft an das Deutschlandradio. Da dieser öffentlich-rechtliche Sender in Köln beheimatet ist, ließ es sich die rheinische Fellowship nicht nehmen, auch den Verantwortlichen am Raderberg Gürtel am 31.03.2010 eine Torte zu überreichen. Dass einige Fellows auch die OpenOffice.org-Community mitvertraten und ein Teilnehmer auch den OpenMusicContest, demonstrierte die breite Basis, die den Document Freedom Day trägt.
Den Kölner Verkehrsverhältnissen Rechnung tragend trafen zufällig zwei Gruppen mit Kraftfahrzeugen vor Ort und viel zu früh fast gleichzeitig ein. Auf dem Parkplatz stehend und letzte Vorbreitungen treffend wurden wir freundlichst schon einmal ins Haus gebeten. Beim Besuch der dortigen Kantine erwies es sich als günstig, dass wir schon unsere grünen DFD-T-Shirts trugen und so auffällig als Gruppe erkennbar waren. Dies löste nämlich Frage bei den anderen Gästen der Kantine und im Eingangsbereich aus, sodass wir unsere Mission auch “unbeteiligten Mitarbeitern” des Sendern erklären konnten.
Um etwa 15:00 Uhr begann dann der “offizielle” Teil. In der Laudatio bemühte sich der Verfasser dieser Zeilen drei Fragen zu beantworten:
1. Warum ogg?
2. Warum zeichnen wir diesen Sender aus?
und
3. Warum beteiligt sich die FSFE an dieser Aktion?
Dabei konnten die Bedeutung Freier Formate und die Verdienste des Senders herausgestellt werden. Die Ausführungen trafen auf eine offensichtlich sehr interessierte und sachkundige Hörerschaft. Die vierte Frage, nämlich: Warum Torte?, wurde sodann nicht verbal, sondern oral beantwortet.
Die Gespräche bei Kaffee und Torte dienten zunächst dem näheren Kennenlernen, betrafen dann aber rasch auch Fragen der Einführung Freier Software in einer großen Organisation, Freie Inhalte und OpenAccess, den Wandel des Verhältnisses eines Rundfunksenders zu seinem Publikum in Zeiten der weiten Verbreitung des Internets und schließlich Gedanken über die mittel- und langfristige Zukunft der Medien.
Der Verantwortliche des Senders äußerte den Wunsch und die Hoffnung, dass wir in den nächsten fünf Jahren weiteren Anlass zu einem gemeinsamen Tortenessen haben. Ein Wunsch, den alle Anwesenden teilten.
Den Besuch zu beenden, war gar nicht so einfach. Die höchst interessanten Gespräche zogen sich noch bis zur Türe hin.
Wir trafen also auf für Freie Software und Freie und offene Formate und Standards sehr aufgeschlossene kenntnisreiche Menschen, mit denen die Unterhaltung ein intellektuelles Vergnügen war, bei der man die “gleiche Wellenlänge” deutlich spürte.
Am Abend fand dann das reguläre Fellowshiptreffen in Düsseldorf statt, bei dem selbstverständlich der Besuch beim Deutschlandfunk und der Document Freedom Day wichtiges Gesprächsthema war. Auch aus weiterer Entfernung fanden Fellows den Weg in die Talstraße. Die wieder einmal interessanten Gespräche fanden erst am nächsten Tag ihr Ende.
Das nächste reguläre Fellowshiptreffen ist am 28.04.2010.
Wednesday, 31 March 2010
Happy Document Freedom Day!
Infos der Community "FreieSoftwareOG" | 05:48, Wednesday, 31 March 2010
Guten Morgen.
Auch hier im kleinen Offenburg wird heute der Document Freedom Day begangen. Die Community hat wieder den Info-Stand vor Fun-Computer. Es werden Flyer und CDs verteilt, sowie Passanten und Kunden über Freie Formate informiert.
Detailierte Informationen darüber heute Abend.
Tuesday, 30 March 2010
Wann fährt der nächste Bus?
Birgit's Fellowship Blog | 17:24, Tuesday, 30 March 2010
Sind die Chemnitzer Linux-Tage wirklich schon 2 Wochen her? Irgendwie ist die Zeit wie im Fluge vergangen, und ich hatte arbeitsbedingt auch nicht wirklich Zeit zum Durchatmen.
Aber Dank des Linuxbus-Ruhr war zumindest die Fahrt nach Chemnitz und vor allem die Rückfahrt ziemlich entspannt. Wir waren zwar spät (oder früh…) zu Hause, aber was solls. Die Mütze voll Schlaf war im Bus ja mit drin
Mir hat die Organisation des Linuxbus-Ruhr einen irren Spaß gemacht. Die Busbesatzung war dann auch ein ziemlich bunt gemischter Haufen, wenn auch mit 15 Personen ein relativ kleiner. Das kann ruhig mehr werden!
Auf Events trifft man zwar immer wieder Leute, aber so ausgiebig Zeit zum Kennenlernen ist dann ja oft doch nicht. Und so war die Busfahrt wirklich eine Verlängerung der Chemnitzer Linux-Tage, wie ich es mir insgeheim erhofft hatte.
Womit wir schon bei der Frage wären: Wann fährt der nächste Bus? Also, auf jeden Fall nach Chemnitz im nächsten Jahr. Und dazwischen? Linuxtag Berlin wohl eher nicht, aber zur Fosdem? Oder schon zur FrOSCon? Macht mal Vorschläge, und ich schau, was sich machen lässt.
Zum Abschluss noch etwas zu den CLT selbst:
Ich hatte eine Vortrag zu E-Mail-Verschlüsselung gehalten. Der Saal war gut gefüllt, und auch die Resonanz auf meinen Vortrag war überwiegend positiv. Das ist gut für’s Ego. Und auch sonst kann ich wieder mal nur sagen: Perfekt organisiert, gutes Programm, immer wieder eine Reise wert.

