Planet Fellowship (de)

Tuesday, 14 February 2017

Two pieces of software that I’m grateful for…

Hacking Linz » FSFE | 22:54, Tuesday, 14 February 2017

It’s I love Free Software Day again! …and again I have not written anything in advance. But there’s still time – in my timezone there still is almost an hour left before midnight. Plenty of time for a shout-out to two pieces of software that I hold dear.

Okular

First, I’d like to thank the developers of okular for writing the one PDF reader that I really like!

PDF readers are basically a commodity software: sure, everybody uses one, but nobody really notices it most of the time. Yet, okular was the first PDF reader that I really liked using. The user interface feels well designed (even more so if you think about the competition at the time I first encountered okular). It’s unobtrusive, and has so many small features that just clicked with me. Starting with the various selection modes, via the robust annotation support to the nice-looking presentation mode: every feature I use in this application works fabulously ;-)

Thank you for the great work!

darktable

The application that finally made me warm up to a raw photo workflow is darktable.

Not that I shoot all my photos using the raw format of my camera (not even close). But darktable made processing and editing raw images easy and accessible enough for me to like it. Where before I would think “raw photography is a nice tool for professionals”, darktable made me actually prefer non-destructive raw photo editing over traditional image editors. And it’s getting better with each release. Not that I use that many of the features that darktable provides…

And it’s not just the application itself that I like: Every once in a while, I check in to see what’s new in the blog. It’s mostly about upcoming features and development topics. Yet I find it often contains interesting reads and glimpses into the process behind producing such a nice program.

Thank you for making a raw workflow application that I actually like!

Conclusion

So, that’s my picks for I love Free Software Day 2017. Two applications that could not be much farther apart, but both of which I am very fond of in a different way. Keep up the good work!

Rolle Rückwärts in München: Diese Fragen sollte man sich stellen

Deutsch – Björn Schießle's Weblog | 11:08, Tuesday, 14 February 2017

Bereits diesen Mittwoch soll die Entscheidung fallen: München will bis 2021 die Nutzung des GNU/Linux-Desktop-Clients “LiMux” beenden und damit ein erfolgreiches Leuchtturmprojekt beenden. Ich habe dazu einen ausführlichen Artikel auf Netzpolitik.org veröffentlicht. Bürger haben ein Recht darauf, dass der Stadtrat verantwortungsvoll und professionell arbeitet. Angesichts der Tragweite der Entscheidung sollte auf jede der folgenden Fragen den beteiligten Stadträten die Antwort daher bereits vorliegen. Gerne dürfen diese Fragen auch als Grundlage verwendendet werden um die Entscheidungsträger zu kontaktieren.

Die drängendsten Fragen zur Entscheidung über die zukünftige IT Startegie in München

  • Warum ignoriert der Stadtrat mit seiner Entscheidung die von ihm selbst beauftragten Studien (MitKonkret, it@M Plus, Accenture) welche alle übereinstimmend mit der it@M die Organisationsstrukturen als Ursprung aller Probleme erkannt haben?
  • Existiert ein Zusammenhang zwischen dem Umzug von Microsoft nach München und der Rückkehr zu Microsoft?
  • Wieso werden immer wieder kostenintensive Gutachten und externe Firmen beansprucht, wenn der Stadtrat letztendlich diesen Empfehlungen nicht folgt? Siehe u.a. auch bereits Mitkonkret, die damals eine volle GmbH oder ein IT-Referat empfohlen haben aber von einer Mischform abrieten.
  • Auf wessen Kompetenz fundiert der Stadtratsbeschluss und die darin enthaltene Einschätzung dass Accenture, it@M und alle beteiligten IT-Experten falsch liegen und die Ursachen sich mit einer technologischen Entscheidung lösen ließen?
  • Diese Entscheidung des Stadtrates hat tiefgreifende technische Konsequenzen. Welcher IT-Architekt hat den Stadtrat diesbezüglich beraten und entschieden, dass die kostenintensive Umstellung auf Microsoft Windows eine notwendige Maßnahme ist?
  • Wie glaubt der Stadtrat in zwei Jahren eine komplett neue Infrastruktur zu schaffen angesichts der Tatsache dass auch die bestehende Infrastruktur mit der geplanten Grösse ihre Schwierigkeiten hat. Wie sollen in diesem Zeitraum 30.000 Mitarbeiter geschult, über 9.000 Vorlagen umgebaut, Wollmux und hunderte von komplexen Makros ersetzt werden?
  • Ist dem Stadtrat bewusst, wie er durch den Antrag die Leistung der IT-Mitarbeiter der Stadt herabwürdigt und dass dieses Verhalten die Attraktivität der Landeshauptstadt München als Arbeitgeber für kompetente IT-Spezialisten nachhaltig schädigt?
  • Was passiert mit den Mitarbeitern, die zur Zeit für den Basisclient und LibreOffice entwickeln? Werden diese entlassen oder wird ihnen eine angemessene Zeit zur Umschulung gegeben?
  • Welche Auswirkung hat diese Entscheidung auf den Betrieb der GNU/Linux-Server und das erst kürzlich neu aufgebaute Rechenzentrum der Stadt?

Weiter Fragen die man sich zu dem Thema stellen sollte

  • Wieso glaubt der Stadtrat an, Fachentscheidungen besser treffen zu können als die mit dem Thema beauftragten Fachleute?
  • Haben die Stadträte des Antrags geschäftliche Verbindungen zu Microsoft oder Microsoft-nahen Firmen?
  • Auf welcher Basis wurde entschieden, dass Windows das geeignete System sei?
  • Die Entscheidung ist nicht produktneutral und benachteiligt u.a. deutsche Anbieter und den Wirtschaftsstandort München. Ist das legal oder drohen der Stadt und den für die Entscheidung Verantwortlichen rechtliche Konsequenzen und Regressforderungen?
  • Erratische und unabgestimmte Entscheidungen können auch dazu führen dass viele Firmen bei Ausschreibungen der Landeshauptstadt München in Zukunft nicht mehr teilnehmen. Wie will der Stadtrat dies verhindern wenn Ausschreibungen, Projekte und betriebsfähige Software durch diese Entscheidung einfach weggeworfen werden?
  • Soll die technische Umstellung die notwendige administrative Umstellung ersetzen?
  • Wie verhält sich die geplante Entscheidung zum Teil der Entscheidungsvorlage in der die Notwendigkeit einer heterogenen, von Windows unabhängigen, Infrastrukturstrategie hervorgehoben wird?
  • Wie verhält sich diese Entscheidung insbesondere zu der “Web First”-Strategie, welche ebenfalls in der Entscheidung angesprochen wird?
  • Es gab schon in der Vergangenheit Gerüchte, dass der Stadtrat sich nicht an die Vorgaben der Stadt gehalten hat und unbetreute Windowsclients im Backbone der Stadt oder für Stadtratsaufgaben eingesetzt hat. Dies wäre u.A. eine grob fahrlässige Gefährdung der IT-Sicherheit. Entsprechen diese Gerüchte den Tatsachen?
  • Worauf begründet der Stadtrat seinen Optimismus, dass es keine Reibungsverluste zwischen den DiKas, der GmbH und dem Eigenbetrieb geben wird?
  • Soll der Stadtratsbeschluss zu einer Abschaffung der städtischen Infrastruktur führen bei der alle Daten der Bürger in der Accenture/Microsoft-Cloud gespeichert werden?
  • Wie sieht der Stadtrat die Gewährleistung des Datenschutzes, insbesondere angesichts der Executive Order von Präsident Trump welche den Datenschutz für nicht-US-Bürger abgeschafft hat.
  • Der Stadtrat zwingt mit dieser Entscheidung die Bürger der Landeshauptstadt München zum Einsatz von Microsoft Office für die Kommunikation mit der Verwaltung. Übernimmt der Stadtrat auch die Kostenfolgen dieser Entscheidung für die Bürger die aktuell nicht über Microsoft Office verfügen?
  • Der Stadtrat hat verlauten lassen, dass der Dokumentenaustausch wegen mangelnder Kompatibilität problematisch sei. Auf welche Art und Weise hat der Stadtrat vor, den Austausch von Dokumenten per E-Mail auszubauen? Angesichts von Viren, Erpressungs-Crypto-Trojanern und staatlichen Angreifern mit dem Ziel der Wirtschaftsspionage und
    Manipulation scheint dieses Ziel in die falsche Richtung zu gehen. Stellt dies nicht eine Gefährdung der Sicherheit der städtischen IT durch die Entscheidung des Stadtrats dar?
  • Wie beeinflusst die Entscheidung des Stadtrats die Kosteneffizenz des Gutachtens?

Wednesday, 11 January 2017

“Armutsdebatte: Das bedingungslose Grundeinkommen ist ungerecht”

egnun's blog » Netzpolitik | 00:03, Wednesday, 11 January 2017

“Kann sich der Mensch besser verwirklichen, wenn ihm der Staat ein bedingungsloses Grundeinkommen bietet? Der Armutsforscher Christoph Butterwegge bezweifelt das. Ein Kommunismus im Kapitalismus sei nicht möglich, sagt der Kandidat der Linkspartei für die Wahl zum Bundespräsidenten.”

Der Präsidentschaftskandidat und auch noch der der Linkspartei erklärt, warum ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) eher keinen Sinn ergibt und im Gegenteil sogar eher schädlich wäre für eine linke, proletarische Bewegung.

tl;dr

Es wäre fernab davon fair zu sein, da die Reichen mehr davon profitierten als die Armen.
Besonders aber für die Gewerkschaften wäre ein BGE schädlich, da mit einem solchen z.B. sämtliche “sozialpolitisch motivierten Regulierungen des Arbeitsmarktes gestrichen” und die Gewerkschaften so entmachtet würden.

Tuesday, 20 December 2016

Lerne ein Werkzeug für Freie Software kennen: FragDenStaat.de

Deutscher Planet – Dreierlei | 16:21, Tuesday, 20 December 2016

Heute in einer Woche beginnt der Chaos Communication Congress (33C3) und die FSFE-Assembly bietet dir dieses Jahr 21 Sessions. Darunter ist auch Arne Semsrott von der Open Knowledge Foundation Deutschland, der dort das Portal FragDenStaat.de betreut und an unserer Assembly einen Informationsfreiheits-Workshop für Einsteiger anbietet.

Wie auf dem FSFE summit dieses Jahr vorgestellt, planen wir in etwa Mitte nächsten Jahres die Kampagne “Public Money – Public Code” zu starten. Wie Katharina Nocun auf dem Summit erklärt, steckt Im Kern der Kampagne die Forderung, dass mit öffentlichen Geldern finanzierte Software(-entwicklungen) wiederum der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Erreichen wollen wir dies unter anderem durch medialen Druck, indem wir beispielsweise aufzeigen wie viel Geld von Öffentlicher Hand (versch-)wendet wird um immer und immer wieder für die selbe Software Lizengebühren zu bezahlen – anstatt sie einmal als Freie Software zu entwickeln und fortan gemeinsam zu pflegen und zu teilen.

Dafür brauchen wir Daten! Daten darüber wie viel Geld in proprietäre Software gesteckt wird, Auskünfte über die Ausflüchte warum nicht eine Freie Software Lösung bevorzugt wurde, warum Kommunen nicht gemeinsam Software in Auftrag geben … und so weiter. Die Daten sammeln wir im Wiki der FSFE um damit die Kampage mit dem nötigen Bums zu unterfüttern.
Um diese Daten und Informationen zu bekommen möchten wir parlamentarische Anfragen anstoßen und selbst Fragen nach dem europäischen Informationsfreiheitsgesetz ausrollen. Dazu gibt es inzwischen sehr hilfreiche und leicht zu verwendende Werkzeuge. Für die Anfragen innerhalb Deutschlands sind wir deshalb superglücklich Arne Semsrott, den Betreuer von FragDenStaat.de, für einen Einsteigerworkshop während des 33C3 gewonnen zu haben.

Der Workshop wird sich erst ganz allgemein dem Portal FragDenStaat.de widmen, wie man dort eine IFG-Anfrage stellt und wie man diese am sinnvollsten für seine Anliegen verwendet. Als zweiten Schritt werden wir auf das Thema Freie Software zu sprechen kommen und wie man gezielt IFG-Anfragen für Freie Software einsetzen kann. Schließlich besprechen wir sinnvolle Datenerfassung für die “Public Money – Public Code”-Kampagne.

Du solltest an diesem Workshop teilnehmen, wenn

  • du dich schon immer für IFG-Anfragen und FragDenStaat.de interessiert hast und den Umgang mit diesem wichtigen Werkzeug lernen möchtest.
  • du gerne Freie Software unterstützen möchtest und dazu lernen willst wie man dem Staat auf die Finger schaut.
  • du uns in unserer “Public Money – Public Code”-Kampagne unterstützen möchtest.

Der Workshop findet statt am Donnerstag, 29.12., in Raum 13-14.

Monday, 19 December 2016

Upcycling von Software? Ein paar Gedanken.

Deutscher Planet – Dreierlei | 09:55, Monday, 19 December 2016

Auf der OpenRheinRuhr bin ich mit Frank Lanitz und Wolfgang Romey zusammen gekommen um über verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit von IT und Software zu diskutieren. Frank hat uns zusammengebracht, weil im Eigenbaukombinat in Halle eine Informationsreihe zum Thema Upcycling geplant ist. In diesem Rahmen fragten wir uns ob es eigentlich ein upcycling von Software gibt? Was könnte man darunter verstehen?

Nehmen wir mal die laut Wikipedia erste Definition von upcycling zur Grundlage:

“‚Recycling‘, sagte er, ‚ich nenne es Down-cycling. Sie schlagen Steine kaputt, sie schlagen alles kaputt. Was wir brauchen, ist Up-cycling, bei dem alte Produkte einen höheren Wert erhalten, keinen geringeren.”

Es geht also darum ein gefertigtes Produkt in einer Weise zu verändern, dass es einen “höheren Wert” erhält, folglich geht es darum ein existierendes, in die Jahre gekommenes, Produkt nochmals aufzuwerten, zu verbessern.

Wir haben die These aufgestellt, dass ein “Forken” von Software ein Upcycling-Prozess ist. Oder zumindest unter Umständen zu einem upcycling Prozess werden kann. Als Forken bezeichnet man die Abspaltung einer Software-Community inklusive des Codes aus einem bestehenden Projekt heraus um daraus ein neues Projekt zu formen. Zum Beispiel ging Libre Office aus einer Abspaltung von Open Office hervor, das wiederum aus einer Abspaltung von Star Office hervorging. Möglich ist dieser Prozess grundsätzlich bei aller Software, deren Code frei lizensiert ist.

Um den Bogen zu obiger Definition zu schlagen, sind die genannten Abspaltungen jeweils Beispiele in denen ein bereits gefertigtes Produkt (für seine Aufgabe verwendbarer und ausführbarer Software code) genommen wurde und zu einem “höheren Wert” fortan verändert wurde (Weiterentwicklung des codes). Wobei der “höhere Wert” im Sinne einer Qualität sicher oft schwer zu bemessen ist beziehungsweise ein Punkt ist an dem sich so manche Geister scheiden. “Qualität” im klassischen Sinne soll deshalb an dieser Stelle keine Rolle spielen soll. Der “höhere Wert” der Abspaltungen wird stattdessen daran ermessen, dass es den Abspaltungen jeweils gelungen ist, eine größere Community aufzubauen als ihre “Mutter” und mit schnelleren Entwicklungszyklen das Projekt voranzutreiben.

<figure class="wp-caption aligncenter" id="attachment_1853" style="width: 300px"><figcaption class="wp-caption-text">Ist das Upcycling?</figcaption></figure>

Ich habe nun den Gedanken des upcyclens von Software etwas weiter gesponnen und bin dabei mit folgender Gedankenskizze zu möglichen Klassifizierungen von upcycling-Prozessen rausgekommen:

Im folgenden kurze Erläuterungen zu den jeweiligen Prozessen:

  • Forken: Wie oben bereits ausgeführt, bezeichnet Forken in der Softwareentwicklung die Abspaltung eines Projektes in ein Folgeprojekt, bei dem die Quelltexte oder Teile davon fortan unabhängig vom ursprünglichen Mutterprojekt weiterentwickelt werden. Bekanntes Beispiel dafür ist die Abspaltung von Open Office zu Libre Office oder von Owncloud zu Nextcloud. Oft werden derartige Abspaltungen von einem oder mehreren Kern-Entwicklern des bestehenden Projektes vorangetrieben, die es vermögen dabei große Teile der Community an das neue Projekt mitzunehmen. Weshalb in solchen Beispielen die Fortentwicklung des Abkömmlings oft schneller und innovativer ist als das ihrer “Mutter” und sie damit auch schnell höhere Nutzerzahlen als ihre Mutter erreichen. Die Qualität außen vor gelassen, lassen allein die höheren Nutzerzahlen und schnellere Entwicklung des Abkömmlings über Zeit auf einen “höheren Wert” schließen.
    Es soll vermerkt sein, dass eine Abspaltung nicht zwangsläufig zu einem “höhen Wert” führen muss. Aber es ist möglich das dies passiert, und in diesen Fällen kann man von einem upcycling von Software sprechen, weil ein altes Produkt einen höheren Wert bekommt.
  • “Befreiung” / “Open sourcing”: Mitte der Neunziger gab es einen sogenannten “Browser War”, den Netscape Navigator damals gegen Microsoft’s Internet Explorer verlor. Als das Ende absehbar war, entschied man sich bei Netscape den Code des Browsers zu veröffentlichen und damit eine Freie Software als Alternative zu Microsofts IE auf den Markt zu bringen. Daraus ging dann schließlich nach ein paar weiteren Zwischenschritten der heute weitbekannte Mozilla Firefox hervor.
    Es ist quasi die Geschichte einer “Wiederbelebung” einer “sterbenden Software”. “Sterbend” in dem Sinne, dass die Nutzerzahlen bei Netscape derart eingebrochen waren, dass weitere Investitionen unwirtschaftlich erschienen und das Unternehmen beschloss die weitere Entwicklung einzustellen. Doch, um dem “Tod der Software” zu entgehen, wurde damals entschieden den Code zu veröffentlichen. Dieser wurde von anderen Entwicklern aufgegriffen und eine Community bildete sich die am Ende den Code gar neu geschrieben hat. Die sterbende Software hat durch die veröffentlichung des Codes unter einer freien Lizenz einen komplett neuen Lebenszyklus bekommen, es ist ein neues Produkt entstanden und dieses war am Ende schließlich besser als die Ursprungsmaterie. Man könnte im Sinne der Definition also auch bei einem erfolgreichen befreien / open-sourcing von einem upcycling-Prozess sprechen.
  • Verbreitung: id Software hat in den Neunziger Jahren das Shooter-Genre geprägt, beziehungsweise es unter anderem mit dem Titel “Doom” erst populär gemacht – heutzutage der “Klassiker” schlechthin. Außerdem hat id Software eine policy, dass sie 5 Jahre nach dem Erscheinen ihrer Spiele-Engines diese als Freie Software veröffentlichen. Damit ist auch Doom eines Tages unter einer freien Lizenz veröffentlicht worden (siehe vorherigen Punkt: Befreiung/Open sourcing) und es erfreut sich seitdem in einer gewissen Szene großer Beliebtheit Doom auf allen möglich oder unmöglichen Endgeräten zum Laufen zu bringen. Möglich wird dies durch die freie Verfügbarkeit des Codes und seines hohen Alters, weshalb er aus heutiger Perspektive nur sehr geringe Hardwareansprüche hat.
    Ist das nun upcycling? Nein könnte man sagen, denn der eigentliche Code oder das Spiel wird ja nicht verbessert – es wird lediglich portiert auf andere Geräte. Aber, auch wenn der eigentliche Code keine Veränderung erfährt kann man einer Software durchaus unterstellen, dass sie einen “höheren Wert” hat, auf je mehr unterschiedlichen Geräten sie installiert und ausgeführt werden kann. Eine Software wird damit schlichtweg universaler Anwendbar und weniger Abhängig von der Hardware. Mit jedem weiteren Gerät, auf dem Doom lauffähig gemacht wird, erfährt nach dieser Vorstellung die ursprüngliche Software einen Stück weit ein upcycling, einen höheren Wert. Und, um nochmal die Analogie des sterbenden Codes zu bedienen: Sie erfährt zugleich eine Wiederbelebung, bzw ein Weiterleben. Denn die Computer, für welche Doom ursprünglich geschrieben wurde die gibt es heutzutage kaum noch.
  • Wiederbeleben: Wenn eine Software keine Entwickler mehr hat und der letzte Nutzer gegangen ist, dann ist sie quasi tot, ist sie doch schließlich nur noch ungenutzter Code. Davon gibt es übrigens bereits jede Menge. Man könnte sich aber vorstellen, in einer fernen Zukunft, da liegt dieser alte unbenutzte code auf einem alten Datenträger herum und wird dann auf neue oder gar andere Weise wiederverwendet. Quasi wieder gefunden und “wiederbelebt”. Vielleicht weil dieser alte Code etwas ganz besonderes kann in Verbindung mit einem neuen Gerät. Oder, um sich etwas des Science Fiction Genres zu bedienen, es könnte in dieser fernen Zukunft auch der Code sein, der als einziges noch nicht vom imperialen Computersystem unter dessen Herrschaft gezogen ist und der den Rebellen als Grundbasis für ihre neue Welt dient … oder so ähnlich : )
    Um das Argument etwas greifbarer zu machen muss man auch gar nicht so weit in die Zukunft schauen. Eine derartige “Wiederbelebung” ist heutzutage auch schon denkbar. Und im Sinne unserer Definition wäre eine “Wiederbelebung” von altem Code zu neuen Aufgaben sicher ein “höherer Wert” und damit ein upcycling-Prozess.
  • Virtualisierung: ScummVM ist ein Beispiel für eine Software, die es durch einen Interpreter ermöglicht, viele ältere Computer- und Konsolen-Spiele auf wesentlich moderneren oder auch ganz anderen Plattformen zum Laufen zu bringen. Dabei handelt es sich insbesondere um Hardware-Umgebungen, deren ursprüngliche Entwickler weder vorhersehen noch bei der Programmierung berücksichtigen konnten. Anders als bei dem Beispiel von Doom (siehe Punkt: Verbreitung) werden diese neue Umgebungen allerdings nicht möglich, weil die Spiele selbst Freie Software wären. Lediglich die ScummVM selbst ist Freie Software und ermöglicht es anderer Software sich weiter zu verbreiten, indem alte Software auf neuen Hardware-Umgebungen zum Laufen gebracht wird. Wie in dem Punkt “Verbreitung” weiter oben ausgeführt, kann argumentiert werden, dass der Wert eine Software mit jeder Hardware steigt, auf der sie ausgeführt werden kann. ScummVM betreibt damit ein upcycling für alte Software, es ist quasi ein “upcycler”.

Als nächsten Schritt würde ich gerne die gerade ausgeführten Gedanken zum “upcycling von Software” diskutieren und freue mich über mehr Input dazu. Wenn ihr also weitere Gedanken dazu habt, tretet bitte in Kontakt mit mir.

Und wenn man von hier aus noch einen Schritt weiter gehen möchte, dann könnte man sich wohl als nächstes Überlegen, was für Bedingungen die oben beschriebenen Prozesse begünstigen oder gar deren Voraussetzung sind. Wobei schon sehr offenkundig ist, dass die freie Verfügbarkeit des Source Codes eine bedeutende Rolle spielt.

Thursday, 15 December 2016

Werkzeugkasten Freie Software

Deutsch – Björn Schießle's Weblog | 10:44, Thursday, 15 December 2016

Open Education Resources

Nach viel Arbeit, die dank einem tollen Autoren-Team und Herausgeber mindestens genauso viel Spaß gemacht hat, freue ich mich das der Werkzeugkasten Freie Software veröffentlicht wurde. Ganz im Sinn der Open Education Resources ist der Werkzeugkasten unter der Creative Commons By-SA Lizenz erhältlich. Damit können alle Inhalte im und außerhalb des Unterrichts frei verwendet werden, solange die Quelle benannt wird. Auch Anpassungen und Erweiterungen sind durch die Lizenz erlaubt. Hierfür steht der vollständige Werkzeugkasten als HTML, PDF, DOCX und ODT zum Download bereit.


Das Konzept Freie Software ist für die Schule wie geschaffen. Freie Software erlaubt es die Software für jeden Zweck zu verwenden, sie zu untersuchen, anzupassen und weiterzugeben. Dadurch können Schüler ohne Hindernisse, wie restriktive Lizenzen, mit der Software ihrer Wahl arbeiten. Durch die Möglichkeit die Software frei zu kopieren ist sicher gestellt, dass alle Schüler die gleichen Chancen haben und der Erfolg im Unterricht nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängt. Beim Einsatz Freier Software kann auch der Lehrer bedenkenlos die Software an die Schüler ausgeben, so dass zu Hause und in der Schule mit der selben Software gearbeitet werden kann. Schüler können zusammen lernen und die Software untereinander austauschen, dies ist eine Art der Zusammenarbeit wie sie in vielen anderen Bereichen der Schule selbstverständlich ist. Da Software fachübergreifend in nahezu jedem Bereich eingesetzt wird, kommt ihr eine besondere Bedeutung bei der Frage zu, welche Art des Miteinander und der Zusammenarbeit wir in Schulen vermitteln wollen.
Sollte die Neugier groß genug sein, ermöglicht Freie Software auch das sich die Schüler das Innenleben der Software anschauen und diese vielleicht sogar selber anpassen. Dadurch können Schüler spielerisch ein besseres Verständnis für die Technologie erwerben die sie im Alltag umgibt. Grundzüge dieser Technologie zu verstehen wird in Zukunft genauso wichtig sein wie das Lesen und Schreiben. Mit Freier Software haben Schulen die einmalige Gelegenheit Schülern nicht nur die Bedienung einer Black-Box beizubringen, sondern zur Erlangung nachhaltigem Wissens beizutragen.

Proprietäre Software verwendet oft seine ganz eigenen, undokumentierten Dateiformate. Dadurch besteht die Gefahr das man frühzeitig Dokumente in Formaten anhäuft welche man in Zukunft entweder gar nicht mehr lesen kann oder die einen dazu zwingen weiterhin Software des gleiche Herstellers einzusetzen. Dieser Lock-In Effekt ist einer der Gründe warum Hersteller ihre proprietäre Software oft bereitwillig günstig oder vollständig kostenlos an Schulen ausgegeben. Man sollte sich gut überlegen ob man ein solches zweifelhaftes “Geschenk” annehmen will. Im Gegensatz dazu basiert Freie Software oft auf standardisierten Dateiformaten. Diese erhöhen die Chancen, dass man seine Dokumente auch noch viele Jahre nach der Erstellung lesen und weiterverarbeiten kann. Auch die Möglichkeiten die Software zu wechseln sind dadurch deutlich besser.

Ich hoffe, dass es uns mit dem Werkzeugkasten Freie Software gelungen ist sowohl die grundlegenden Prinzipien und Vorteile Freier Software zu vermitteln, also auch ganz konkrete Softwarelösungen und Einsatzmöglichkeiten für den Alltag in der Schule vorzustellen. Ich bin schon sehr gespannt wie das Ergebnis angenommen wird und freue mich über jede Art von Rückmeldung.

Sunday, 11 December 2016

Agenda-Siegel 2016 der Stadt Dortmund an Do-FOSS verliehen

Do-FOSS | 19:21, Sunday, 11 December 2016

Freie Software: Teil globaler Nachhaltigkeitsziele 2030 der UN

Agenda-Siegel 2016

Bild: Agenda-Siegel 2016 (© Stadt Dortmund)

Am 25.09.2015 wurde in New York von den Vereinten Nationen für die Weiterverfolgung der Ergebnisse des Millenniums-Gipfels die Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beschlossen. Die Agenda 2030 folgt damit auf die Agenda 21. Die Agenda 2030 gliedert sich in 17 Nachhaltigkeitsentwicklungsziele (Sustainable Development Goals) mit 169 Zielvorgaben, die erstmals Umwelt- und Entwicklungsaspekte enthalten und sich an alle Staaten richten und nicht primär Entwicklungsländer im Fokus haben. Die am 01.01.2016 in Kraft getretenen Agenda-Ziele mit Erläuterungen finden sich u.a. auf den eigens eingerichteten Webseiten des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Im Zusammenhang mit den Agenda-Zielen verleiht die Stadt Dortmund das sog. Agenda-Siegel als Auszeichnung für bürgerschaftliche Projekte und Ideen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung. Die Stadt Dortmund beschreibt das Agenda-Siegel auf der Homepage ihres Agenda-Büros wie folgt:

Das Agenda-Siegel soll neben der Auszeichnung einer möglichst breiten Palette von Projekten die öffentlichkeitswirksame Darstellung des bürgerschaftlichen Engagements auf dem Weg zu einer nachhaltigen Stadt dokumentieren.
Das Siegel soll Anreize schaffen, sich mit den Prinzipien der Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Über die öffentliche Präsentation guter Beispiele und Aktionen soll verdeutlicht werden, was sich alles hinter dem Begriff „Agenda“ verbergen kann.

Ins Leben gerufen wurde die Auszeichnung im Jahr 2000 durch den Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Wohnen und wird seit 2004 jährlich vergeben. Die Jury des Agenda-Siegels 2016 bestand aus Vertreterinnen und Vertretern der Verbraucherzentrale Dortmund, der Evangelischen Kirche von Westfalen, der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW und des Handelsverbandes NRW. Die ausgewählten Projekte erhalten das Recht, das Agenda-Siegel in Form von Logo und Stempel mit Jahresangabe zu verwenden. Vergeben wird das Siegel in den Kategorien Schule und Initiative, Organisation, Verein, Privatperson.

Do-FOSS freut sich über eine erfolgreiche Bewerbung für das Agenda-Siegel 2016! Die Ausschreibungsunterlagen der Stadt Dortmund, die Bewerbungsunterlagen von Do-FOSS und Eindrücke von der Verleihung können in unserer Dokumentenverwaltung heruntergeladen werden. Mehr Informationen zum Agenda-Engagement der Stadt Dortmund finden sich auf der Webseite des Agenda-Büros der Stadt Dortmund. Die Pressemitteilung der Stadt Dortmund zur Verleihung des Agenda-Siegels 2016 ist auf der Unterseite Nachrichten zu finden.

Do-FOSS ermuntert alle Menschen auch in ihren Städten Freie Software zum Thema zu machen und steht gerne als Ansprechpartner zum Erfahrungsaustausch zur Verfügung.

<figure style=" width: 70%; height: auto; text-align: center; text-indent: 0; border: thin silver solid; margin: 0.5em; padding: 0.5em;">
Preisverleihung Sierau

<figcaption>Preisverleihung durch Oberbürgermeister Ullrich Sierau an Do-FOSS (repräsentiert von Till Schäfer) (Foto: Agenda-Büro Dortmund / © Stadt Dortmund)</figcaption> </figure>

<figure style=" width: 70%; height: auto; text-align: center; text-indent: 0; border: thin silver solid; margin: 0.5em; padding: 0.5em;">
Gruppenfoto: Agenda-Siegel-Preisträger

<figcaption>Agenda-Siegel-Preisträger (Foto: Anja Kador / Lizenz: unbekannt)</figcaption> </figure>

Freie Software: global denken, lokal handeln

Do-FOSS hat sich bislang vor allem intensiv in lokale Fragen von Softwareeinsatz eingebracht. Jedoch ist eine lokale Softwarestrategie nicht von einer globalen Entwicklung zu trennen. Freie Software entfaltet ihre Wirksamkeit durch die Möglichkeit globales Know-How mit örtlicher Kompetenz zu verbinden. Während Freie-Software-Projekte zum wesentlichen Teil international verfügbar sind und häufig auf internationalen Kooperationsstrukturen basieren, ist der Nutzen Freier-Software-Projekte gerade in lokalen kleineren Strukturen deutlich erkennbar. Der freie Zugang zu softwaretechnischem Wissen ermöglicht den Aufbau lokaler Kompetenzstrukturen und den Einbezug kleinerer Softwareanbieter in die Anpassung solcher Software an lokale Gegebenheiten. Der barrierefreie Zugang zu dem Know-How verhindert global wie lokal daher die Einhegung von Wissen und eine digitale Spaltung. Daher kann ein technologischer Wissenstransfer hervorgehoben werden, welcher durch Freie Software u.a. für das Nord-Süd-Gefälle ermöglicht wird (vgl. Nachhaltigkeitsentwicklungsziel 12 „Verantwortungsvoller Konsum / technological capacity“ und Nachhaltigkeitsentwicklungsziel 17 „Partnerschaften, um die Ziele zu erreichen / Technology“ & „Systematic issues“ der Agenda 2030). Darüberhinausgehend schafft Freie Software durch die Nachvollziehbarkeit ihrer Funktionalität (überprüfbar durch unabhängige Sachverständige) wichtiges Vertrauen, um die Digitalisierung des Lebensraumes bei uns vor Ort – wie z.B. durch das Projekt Smart City Dortmund angestrebt
wird – zu ermöglichen.

Freie Software hat zudem eine umfassende Nachhaltigkeitsdimension. In der Publikation des Umweltbundesamtes mit dem Titel Nachhaltige Software werden u.a. Zusammenhänge mit dem Energieverbrauch von Software (Green Software Engineering), den Hardwareanforderungen, der Wiederverwendbarkeit von Software (und damit der Einsparung von Entwicklungsressourcen), dem gesellschaftlich zugänglichem Wissen (in Form von Gemeingütern), Modularität (und der damit verbundenen Anpassbarkeit von Softwarelösungen), sowie zahlreiche weitere positive Auswirkungen auf soziale und wirtschaftliche Organisationsformen beschrieben. In der Publikation wird deutlich, dass eine Grundvoraussetzung für die Nachhaltigkeit von Software ist, dass sie unter einer Freien Lizenz veröffentlicht wird.

Das Umweltbundesamt zu Nachhaltiger Software:

Wird von Green IT (Grüner Informationstechnik) gesprochen, so denkt man dabei meist an energieeffiziente und ressourcenschonende Hardware. Von ebenso großer Bedeutung für die Nachhaltigkeit eines IT-Systems ist jedoch die Software. […] Unter „Nachhaltiger Software“ wird (im weitesten Sinne) Software verstanden, die entlang ihres Lebensweges (Entwicklung, Anwendung, Außerbetriebnahme) die Umwelt wenig belastet und somit ressourcenschonend und energieeffizient ist. Dies kann beispielsweise dadurch realisiert sein, dass sie effizient und schlank programmiert sowie modular und erweiterbar ist oder langfristig gepflegt wird. Weiterhin kann sich die Software dadurch auszeichnen, dass sie in ihrer Anwendung einen positiven Effekt auf die Umwelt hat, beispielsweise indem sie hilft, Energie und Ressourcen einzusparen oder Prozesse zu optimieren.“ (Umweltbundesamt – Nachhaltige Software, S. 9)

Gerade bei Freien Softwareprojekten gibt es häufig Bestrebungen alte Hardware länger nutzbar zu machen und z.B. Betriebssysteme mit besonders geringen Hardwareanforderungen zu entwickeln. Häufig werden Computer lediglich als Textverarbeitungsplätze (Briefe, E-Mails, etc.) genutzt und die dafür benötigte Funktionalität stellt niedrige Hardwareanforderungen. Dennoch entwickeln viele Closed-Source-Betriebssysteme immer höhere Anforderungen an Hardware. Durch die individuelle Anpassbarkeit von Freier Software lässt sich insbesondere eine schlanke und energieeffiziente IT-Architektur realisieren, welche mit nachhaltigen Hardwarekonzepten harmonisiert.

Freie Software: in Dortmund erfahren

An die obigen Überlegungen angelehnt, findet in DO-Hörde alle 2 Wochen ein offener Themenabend Einführung in die Nutzung Freier Software durch ein eigenständiges an Do-FOSS angegliedertes Projekt statt. An den Abenden dieser regelmäßigen Veranstaltung erhalten (neue) Anwenderinnen und Anwender Freier Software eine Einführung in den Alltagsgebrauch ihres (befreiten) Computers. Dabei liegt der Fokus auf der ressourcenschonenden GNU/Linux Distribution (L)Ubuntu, die sehr leicht zu installieren und zu warten ist und auch Computerlaien den Genuss einer Vielzahl Freier und Quelloffener Anwendungsprogramme ermöglicht, die (fast) keine Wünsche offenlassen. Weitere Informationen finden sich auf unserer Blog-Seite Einführung in die Nutzung Freier Software. Die Termine zu dieser Veranstaltung finden sich hier.

Dokumente zum Herunterladen

Der Folder zur Bewerbung um das Agenda-Siegel 2016 der Stadt Dortmund kann hier heruntergeladen werden. Der offizielle Bewerbungsbogen für das Agenda-Siegel 2016 kann hier und in einer von Do-FOSS erstellten lesefreundlicheren Version kann der Bewerbungsbogen hier heruntergeladen werden. Die Urkunde über die Verleihung des Agenda-Siegels 2016 an Do-FOSS kann hier heruntergeladen werden.

Die Pressemitteilung der Stadt Dortmund zur Verleihung des Agenda-Siegels 2016 vom 07.12.2016 kann hier sowie die Preisträgerliste des Agenda-Siegels 2016 kann hier heruntergeladen werden.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

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Tuesday, 29 November 2016

Die neue Berliner Koalition und Freie Software: Zwei Schritte vor, einer fehlt noch

Deutscher Planet – Dreierlei | 01:55, Tuesday, 29 November 2016

<figure class="wp-caption alignright" id="attachment_1759" style="width: 300px">Vertrag steht: Rot-Rot-Grün in Berlin - CC0 via pixabay<figcaption class="wp-caption-text">Vertrag steht: Rot-Rot-Grün in Berlin – CC0 via pixabay</figcaption></figure>Berlin hat seit bald zwei Wochen seinen ersten Rot-Rot-Grünen Koalitionsvertrag. Als Bundeshauptstadt und als ein Motor der deutschen digitalen Wirtschaft kommt dieser Regierung zugleich eine bundesweite Bedeutung zu. Das nun entstandene Werk ist durchaus Freie Software freundlich und fortschrittlich. Obwohl die vielleicht weitreichendste Entscheidung leider keinen Eingang gefunden hat: Eine Gesetzesänderung, die fortan verpflichten würde, von öffentlichen Geldern finanzierte Software unter einer Freien Lizenz zu veröffentlichen. Im folgenden eine Analyse des Vertrages unter dem Blickwinkel der Förderung und Verwendung Freier Software.

Text zu lang? Spring zum Resümee

Inhaltsverzeichnis:
Förderung Freier Software
Eigenentwicklung Freier Software
Wirtschaft
Bildung und OER
Wissenschaft und Open Access
Resümee

Teile der aktuellen Koalition hatten sich bereits im Wahlkampf sehr positiv gegenüber Freier Software geäußert. Insbesondere die Linke und die Grünen hatten schon in ihren Wahlprogrammen Maßnahmen zur Förderung Freier Software versprochen und dieses positive Bild auch noch einmal in Wahlprüfsteinen der Koalition Freies Wissen bestätigt.

Nach der Wahl hat die FSFE die künftigen Koalitionäre an ihre Wahlversprechen erinnert und dazu drei konkrete Handlungsempfehlungen geschickt. Jetzt ist der Koalitionsvertrag fertig und tatsächlich spiegeln sich darin auf gewisse Weise zwei von drei dieser Handlungsempfehlungen wider.

Förderung Freier Software

Die Förderung Freier Software wird in der deutschen Politik selten so konkret formuliert wie im aktuellen Berliner Koalitionsvertrag unter “Kultur- und Medienmetropole Berlin”. Dort schreibt sich die Koalition auf die Fahne:

Die Koalition fördert die Verwendung von freier und offener Software (Open Source) sowie von freien Lizenzen in der Berliner Verwaltung und auf deren Angeboten.

Auch wenn die Formulierung wenig konkret verbleibt, kann sie dennoch als fortschrittlich betrachtet werden. Denn andere Regierungsverantwortliche hierzulande fügen leider zu ähnlichen Bekenntnissen meist zusätzliche Verklausulierungen hinzu, wie zum Beispiel “Freie Software sei bei gleicher Qualität zu bevorzugen” oder “die Verwendung Freier Software sollte in Betracht gezogen werden.” Im Berliner Koalitionsvertrag hingegen wurde nun konkret die Förderung und Verwendung Freier Software festgehalten. Das ist hervorragend und an dessen Umsetzung werden wir die Koalition in den nächsten fünf Jahren nicht nur messen sondern auch mit Hilfe zur Seite stehen.
<figure class="wp-caption aligncenter" id="attachment_1764" style="width: 300px">Freie Software fördern - CC0  via pixabay<figcaption class="wp-caption-text">Freie Software fördern – CC0 via pixabay</figcaption></figure>
Außerdem möchte die Koalition zusammen mit dem IT- Diensleistungszentrum Berlin (ITDZ) die Verwaltungsmodernisierung vorantreiben. Dazu soll ein “Nutzerbeirat” eingerichtet werden, der das ITDZ bei grundsätzlichen Fragen berät. Und

Bei der Einführung und Aktualisierung von IKT wird die Koalition Herstellerunabhängigkeit, Interoperabilität, den weitest möglichen Einsatz von Open-Source-Software, IKT-Barrierefreiheit und ökologische Nachhaltigkeit (Green IT) beachten.

Die angesprochene Verwaltungsmodernisierung Berlins ist ein Mammutprojekt und längst überfällig. Der “weitest mögliche Einsatz von Open-Source-Software” erscheint dabei als ein folgerichtiger Schritt um aus entstandenen Abhängigkeiten zu entfliehen und eine langfristige Anpassbarkeit der Infrastruktur zu gewährleisten. Nur mit Hilfe Freie Software lässt sich die im Vertragstext gewünschte Herstellerunabhängigkeit und Interoperabilität erreichen und damit zugleich eine nachhaltige IT-Strategie verfolgen.

Für eine gelungene Umsetzung empfiehlt es sich, im zu schaffenden “Nutzerbeirat” auch zivilgesellschaftliche Experten mit einzubeziehen.

Eigenentwicklung Freier Software

Berliner Kultureinrichtungen beherbergen ein unschätzbares kulturelles Erbe. Dieser Kulturschatz kann durch Digitalisierung nicht nur geschützt, sondern über das Internet weltweit zugänglich und nachnutzbar gemacht werden. Die Einrichtungen werden verpflichtet, Digitalisate – wo rechtlich möglich – unter Freien Lizenzen als open data zu veröffentlichen. Zur Erprobung innovativer Formate mit digitalen Technologien wird die Koalition einen Innovationsfonds für Projekte der Einrichtungen und der Freien Szene etablieren

<figure class="wp-caption alignright" id="attachment_1482" style="width: 300px">CC0 via pixabay<figcaption class="wp-caption-text">Software frei entwickeln – CC0 via pixabay</figcaption></figure>

Die Digitalisierung von Kulturschätzen und deren Veröffentlichung unter Freien Lizenzen ist innovationsfördernd und fortschrittlich, die Errichtung eines Innovationsfonds ein wichtiger Schritt. Die “Erprobung innovativer Formate mit digitalen Technologien” bietet sich geradezu an für eine Verknüpfung, Eigenentwicklung oder der Anpassung von Freier Software. In wohl keiner anderen Stadt in Deutschland ist die “Freie Szene” derart ausgeprägt, ist es derart leicht Freie Software Entwickler zu finden. Insbesondere weil in Berlin die “Freie Kultur Szene” und die “Freie Software Szene” sehr eng miteinander interagieren oder gar verknüpft sind.

Sollte in diesem Zusammenhang neue Software entwickelt oder in Auftrag gegeben werden, dann wäre deshalb auch die Umsetzung eines der allen drei Parteien gemeinsamen Wahlversprechens wünschenswert: Eigenentwicklungen des Landes Berlin sowie in Auftrag gegebene Software unter einer freien Lizenz veröffentlichen.

Dasselbe gilt in ähnlicher Weise auch für andere Software-Projekte der Koalition:

  • Die Koalition wird ein Online-Portal der Justiz einrichten, in dem alle wichtigen Informationen und Unterlagen kostenlos zur Verfügung gestellt werden und Online-Überweisungen möglich sind.
  • Die Koalition wird eine zentrale Stelle zur Umsetzung der Berliner OpenData-Strategie schaffen und einen jährlichen Wettbewerb zur Förderung von Angeboten und Apps zur Nutzung offener Daten veranstalten.
  • Mit der gemeinsamen Erarbeitung von Berliner Leitlinien für Beteiligung durch Bürger*innen, Politik und Verwaltung stärkt die Koalition die Strukturen und Prozesse der Bürger*innenbeteiligung. Dabei werden insbesondere die Verfahren ausgebaut, die niedrigschwelliger, flexibler und repräsentativer sind. Im Zentrum steht dabei eine Vorhabenplattform (mein.berlin.de), auf der in Zukunft alle planerischen Vorhaben auf Landes- und Bezirksebene frühzeitig mit einer Projektbeschreibung und alle öffentlichen Beteiligungsverfahren veröffentlicht werden.
  • Die Koalition fördert freie und digitale Materialien für den schulischen und außerschulischen Unterricht und die frühkindliche Bildung. Sie wird eine barrierefrei zugängliche Plattform zur Erarbeitung, Verbreitung und Qualitätskontrolle freier Lehr- und Lernmaterialien (OER) entwickeln.

Abgesehen von dem geplanten Wettbewerb geht es bei all diesen Vorhaben um Eigenentwicklungen des Landes Berlin oder um in Auftrag gegebene Software unter Verwendung öffentlicher Gelder. Die FSFE fordert diese von der öffentlichen Hand finanzierte Software als Freie Software der Öffentlichkeit zurück zu geben.

Wirtschaft

<figure class="wp-caption aligncenter" id="attachment_1767" style="width: 800px">Digitale Wirtschaft - CC-BY 3.0 von Peter Bennets<figcaption class="wp-caption-text">Digitalagentur für Wirtschaft? – CC-BY 3.0 von Peter Bennets</figcaption></figure>

Die Koalition wird die Verwaltung modernisieren und hier den Einsatz moderner IT ausbauen. Der digitale Zugang zur Verwaltung für die Bürger*innen wird hergestellt. Es wird eine Digitalagentur zur Verbesserung der digitalen Wirtschaft eingerichtet.

[…] werden eine Digitalisierungsstrategie auf Basis der Maßgaben von Nachhaltigkeit, Teilhabe und wirtschaftlicher Entwicklung erarbeitet und ein Bürgerdialog „Mein digitales Berlin“ durchgeführt sowie ein „Koordinator Digitales Berlin“ zur Koordination der verschiedenen digitalisierungsrelevanten politischen Aktivitäten mit den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteuren eingesetzt.

Mit einer “Digitalagentur” und einem „Koordinator Digitales Berlin“ wird die Koalition zwei neue Institutionen schaffen um ihre Digitalisierungsstrategie in Angriff zu nehmen. In ihrem Wirken wird sich unter anderem zeigen, ob wir die Versprechungen der Koalition beim Wort nehmen dürfen und tatsächlich eine Förderung Freier Software verfolgt werden wird. Die vorgesehene Einbindung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Akteure lässt zumindest hoffen, dass die Entwicklung zur Offenheit ernst gemeint ist.

Bildung und OER

Die Koalition fördert freie und digitale Materialien für den schulischen und außerschulischen Unterricht und die frühkindliche Bildung. Sie wird eine barrierefrei zugängliche Plattform zur Erarbeitung, Verbreitung und Qualitätskontrolle freier Lehr- und Lernmaterialien (OER) entwickeln.

Es war bereits im Wahlkampf ersichtlich, dass inzwischen alle Parteien Berlins die Bedeutung von OER für die zukünftige Bildung erkannt haben. Die jetzige Koalition schreibt deshalb nicht nur eine Förderung freier Bildungsmaterialien in ihr Programm sondern auch die Entwicklung einer unterstützenden Plattform. Dabei wäre es wünschenswert wenn die Koalition bestmöglich die Handlungsempfehlungen des Bündnis Freie Bildung in betracht zieht. Daraus unter anderem:

3. Bei der Wahl von Software, die für Bildungszwecke eingesetzt wird, ist darauf zu achten, dass diese offen/frei lizenziert ist […]. Ausnahmen von dieser zu etablierenden Praxis müssen begründet werden.
[…]
5. Projekte zur Verbesserung und Weiterentwicklung bestehender Open-Source-Bildungssoftware werden gefördert und in öffentlichen Ausschreibungen werden offene Formate und Open-Source-Softwarelösungen bevorzugt berücksichtigt.

Wissenschaft und Open Access

Die Koalition wird die Open Access Strategie umsetzen und ein Zukunftsprogramm Digitalisierung der Wissenschaft auflegen. Dabei sollen Open-Access-Publikationen, aber auch digitale Lehr- und Lernformate sowie offene Forschungsdaten etwa durch Regelungen in den Hochschulverträgen unterstützt werden.

<figure class="wp-caption alignright" id="attachment_1770" style="width: 300px">Berliner Wissenschaft bald Open Access? - CC-BY-SA 3.0 von OTFW<figcaption class="wp-caption-text">Berliner Wissenschaft bald Open Access? – CC-BY-SA 3.0 von OTFW</figcaption></figure>

Die Ausformulierung und Verwirklichung einer konkreten Open Access Strategie ist 13 Jahre nach der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen längst überfällig. Damit nähert sich die Berliner Regierung auch der EU an, deren Mitgliedstaaten Mitte des Jahres beschlossen haben, ab 2020 alle Publikationen öffentlich finanzierter Forschung unter Open Access zu veröffentlichen.

Bei der Strategie sollte von Anfang an auch die langfristige Offenheit und der universale Zugang der wissenschaftlichen Ergebnisse bedacht werden. Wichtige Schritte dahin wären die Bindung öffentlicher Fördergelder an umfassende Veröffentlichungen unter Freien Lizenzen. Dahinter steckt der Gedanke, dass nicht länger nur die finale Publikation Open Access sein soll, sondern vielmehr auch die dahin führenden Schritte, zum Beispiel Datenerfassungen und Softwareentwicklungen.

Eine langfristige IT-Struktur geschieht dabei durch den Betrieb von Open Access repositories unter Freier Software und Offenen Standards um die gewonnen Erkenntnisse möglichst langfristig zu archivieren und universal zugänglich zu machen.

Resümee

Insbesondere die Linken und die Grünen haben sich in ihren Parteiprogrammen und während des Wahlkampfes für die Förderung und Verwendung Freier Software stark gemacht. Der aktuelle Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün verdeutlicht das. Darin finden sich auch zwei der drei Handlungsempfehlungen der FSFE in Teilen verwirklicht. Zusammenfassend ein Abgleich:

Eigenentwicklungen des Landes Berlin sowie in Auftrag gegebene Software unter einer freien Lizenz veröffentlichen.

Diese Forderung der FSFE findet sich leider nicht im Koalitionsvertrag wider. Rot-Rot-Grün verpasst hier bisher die Chance, auf Basis ihrer gemeinsamen Wahlprogramme eine allgemein gültiges Rahmenwerk zu schaffen in dem mit öffentlichen Geldern finanzierte Software als Freie Software auch wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird. Das würde den Standort Berlin unter Umständen gerade auch für die digitale Wirtschaft noch attraktiver machen. Vorbild könnte hier das Weiße Haus sein, das künftig 20% der eigenentwickelten Software unter Freier Lizenz stellen möchte oder Russland, das kürzlich ein Gesetz erlassen hat, um Freie Software in der öffentlichen Verwaltung zu bevorzugen.

Abseits vom allgemeinen Rahmenwerk verpasst die Koalition bisher leider auch in ihren konkreten Planungen eine Bindung öffentlicher Gelder an die Entwicklung Freier Software zu knüpfen. Ob Innovationsfonds oder die geplanten Portale und Plattformen, leider gibt es bisher keinerlei Hinweise auf die Verknüpfung derselben an Freie Software. Es bleibt zu hoffen, dass dies in der konkreten Ausgestaltung noch Form annehmen wird.

Entwicklung einer langfristigen Strategie um die Verwaltung Berlins auf Freie Software umzustellen.

Bei der Umstellung der Verwaltung auf Freie Software hat sich die Koalition tatsächlich ein Herz gefasst und formuliert “Bei der Einführung und Aktualisierung von IKT wird die Koalition Herstellerunabhängigkeit, Interoperabilität, den weitest möglichen Einsatz von Open-Source-Software, […] beachten.” Insbesondere die Regierungsbeteiligung der Grünen lässt hier hoffen, da diese sich bereits in der Vergangenheit für eine Linux-Migration stark gemacht haben.

Die Förderung des Einsatzes von Open Educational Resources (OER) und Freier Software in den öffentlichen Bildungseinrichtungen Berlins.

Die Bedeutung von OER ist in der Koalition angekommen. Eine “barrierefrei zugängliche Plattform zur Erarbeitung, Verbreitung und Qualitätskontrolle freier Lehr- und Lernmaterialien (OER)” ist ein wichtiger Schritt zur weiteren Verbreitung und Verwendung von OER im schulischen Alltag. Wie das Bündnis Freie Bildung treffend formuliert, ist dabei “die Verwendung freier und offener Technologien, namentlich Offener Standards und Freier Software bei Erstellung und Verbreitung digitaler OER als unabdingbar”.

Es bleibt deshalb zu hoffen, dass die zu erschaffende Plattform Freie Software verwendet oder als Freie Software entwickelt wird.

Monday, 07 November 2016

Masterplan Digitales Dortmund

Do-FOSS | 22:25, Monday, 07 November 2016

Von den Ursprüngen…

Masterplan Digitales Dortmund

Bild: Masterplan Digitales Dortmund

Gestartet wurde Do-FOSS als Bildungsprojekt im Juni 2014 mit der Veranstaltung Demokratie braucht Freie Software an der TU Dortmund und einem Thementisch zu Gemeinwohlorientierter Software bei der 40-Jahr-Feier der GLS Gemeinschaftsbank Bank eG.
In der zweiten Jahreshälfte 2015 hätte der Rat der Stadt Dortmund die Fortschreibung des städtischen IT-Konzepts für die Jahre 2016-2021 beschließen sollen. Do-FOSS hatte als Projektziel den Diskussionsprozess mit den Vorteilen Freier und Quelloffener Software zu begleiten.

…zu neuen Zielen: Masterplan „Digitales Dortmund“

Statt des stark auf die Verwaltung konzentrierten IT-Konzepts hat der Rat der Stadt Dortmund mit Datum vom 07.07.2016 die auf sechs Jahre angelegte Entwicklung des Masterplans „Digitales Dortmund“ beschlossen. Die Erarbeitung des Masterplans wird im Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft in drei Phasen erfolgen. Nach Abschluss der einzelnen Phasen (je zwei Jahre) wird dem Rat ein Zwischenbericht vorgelegt (1. Phase: Verwaltung / Wirtschaft / Bildung, 2. und 3. Phase: u.a. Soziales, Familie, Jugend/Alter, Gesundheit, Kultur, Freizeit, Verkehr und Mobilität [vgl. Entwicklung des Masterplans „Digitales Dortmund“, S. 6]).

Das strategische Ziel des Erarbeitungsprozesses des Masterplans benennt der Rat auf S. 5 des Entwicklungsbeschlusses folgendermaßen:

Um die vorhandenen Gestaltungs- und Handlungsmöglichkeiten zu erkennen, optimal zu nutzen und nicht nur auf bereits eingetretene Veränderungen reagieren zu müssen, soll zunächst eine Strategie erarbeitet werden, ein Masterplan „Digitales Dortmund“. Dieser umfasst zum einen Visionen, wie sich Stadt und Verwaltung entwickeln könnten und sollten, aber auch konkrete Ziele und eine entsprechende Umsetzungsstrategie mit evaluierbaren Maßnahmen.

Die Stadt Dortmund hat in einer Pressemitteilung vom 24.05.2016 zum Diskussionsprozess des Masterplans u.a. erklärt:

Im Zentrum stehen (…) die Lebensqualität der Bevölkerung durch optimale Dienstleistungs-, Mitwirkungs- und Infrastrukturangebote, die Schonung von Ressourcen, der Mehrwert von Innovationen und ein wirtschaftsfreundliches Umfeld. Um diese Ziele zu erreichen, müssen moderne Technologien und Prozesse zum Einsatz kommen. Die Digitalisierung von Infrastrukturen, Organisationen und Lebenswelten (z.B. im Bildungs- oder Gesundheits- und Sozialwesen) ist daher eine zentrale strategische Aufgabe der Stadt. Die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sind zum Nervensystem der „smarten“ Stadt geworden.

Entsprechend des Ratsbeschlusses ist auch die Zielsetzung von Do-FOSS dahingehend angepasst worden, die bürgerorientierte Entwicklung des Masterplans zu begleiten. Do-FOSS begreift sich dabei als Projekt zum Wissenstransfer. Hierfür werden die momentanen Gegebenheiten der städtischen Software herausgearbeitet und in Bezug auf Freie Software und Offene Standards bewertet. Herr Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat in einem Schreiben aus Juni 2016 bereits erklärt, dass Freie Software Gegenstand des Erarbeitungsprozesses des Masterplans „Digitales Dortmund“ sein wird. Dies freut Do-FOSS, denn durch Freie Software wird besonderes Augenmerk auf den Erhalt der kommunalen Selbstverwaltungshoheit gelegt. Eine weitergehende Betrachtung hierzu hat Do-FOSS im Blogbeitrag Warum Freie Software und Offene Standards für die Stadt Dortmund? vorgenommen.

Das Projektziel von Do-FOSS ist es fortan Wege zu ermitteln, wie die Stadt Dortmund zukünftig mit Hilfe von Freier und Quelloffener Software bzw. Offener Standards die digitale Anschlussfähigkeit ihrer Bürgerinnen und Bürger fördern kann. Dafür zeigt Do-FOSS Wege für einen selbstbestimmten und transparenten Umgang mit digitaler Technik auf und engagiert sich dafür die notwendigen Voraussetzungen in die Diskussion des Masterplans einzubringen.

Des weiteren entwickelt Do-FOSS Konzepte zur Lockerung von Herstellerabhängigkeiten, welche durch Closed-Source-Modelle erzwungen werden. Durch eine entsprechende Zielsetzung im Masterplan könnte die Closed Source Software der Stadt Dortmund stetig und steuerbar durch Freie Software und Offene Standards abgelöst werden. Zudem wird der freie Austausch von Software zwischen jeglichen Akteuren durch Freie Lizenzen ermöglicht. Dadurch können Synergien genutzt werden, um u.a. Kostensenkungen zu realisieren. Gleichzeitig fördert Freie Software Wertschöpfung und Innovation: Ein großer Teil unfreier (sog. proprietärer) Software wird nicht in Europa produziert, demzufolge werden Lizenz- oder Pflegegebühren für solche Software zu einem beträchtlichen Teil aus der Region transferiert und woanders investiert. Damit erlischt auch das lokale Wissen über eine Schlüsseltechnologie unserer Zeit. Eine Rückkehr zu einem Modell der vollständigen Eigenentwicklung ist jedoch ebenfalls aus wirtschaftlichen und technischen Gründen (z.B. Interoperabilität) nicht wünschenswert. Freie Software ist in diesem Zusammenhang die optimale Symbiose, um lokales Know-How mit internationalen Standards und Entwicklungen zu verbinden. Daraus ergibt sich ein nicht unerheblicher fiskalischer, beschäftigungs- und innovationspolitischer Effekt. Dieser Effekt verstärkt sich durch die Möglichkeit für Jedermann, Freie Software zu verbessern. Immer dann, wenn beim Einsatz von Freier Software Optimierungs- oder Weiterentwicklungspotentiale erkannt werden, entspricht das einer Chance, diese Potentiale auszuschöpfen und daraus Wertschöpfung zu generieren. Nicht selten führt dies zu erfolgreich realisierbaren Geschäftsideen und somit zur Stärkung eines IT-Standorts. Bei proprietärer Software besteht dieses Potential nicht oder nur in sehr eingeschränktem Maß, denn hier ist der Hersteller der Einzige, der entsprechende Optimierungen vornehmen kann. Für Do-FOSS entspricht es der Zeit, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Richtlinie zum Software-Sprint zur Förderung von Open Source Entwicklerinnen und Entwicklern am 14.07.2016 herausgegeben hat.

Dokumente zum Herunterladen

Der Vorlage des Ratsbeschluss findet sich hier und eine Zusammenstellung der Protokolle aus den zuarbeitenden Ausschüssen und vom Rat findet sich hier. Eine ergänzende Pressemitteilung der Stadt Dortmund zur Besetzung der Leitung der Arbeitsgruppe Verwaltung vom 07.06.2016 findet sich hier.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
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Thursday, 27 October 2016

Wednesday, 26 October 2016

Frau Stadträtin Diane Jägers verhüllt Vergabepraxis auch im AFBL

Do-FOSS | 21:08, Wednesday, 26 October 2016

Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften (AFBL) dringt zu keinen Informationen aus der Verwaltung vor

Beratung über Freie Software

Bild: Beratung über Freie Software

Nachdem Frau Stadträtin Diane Jägers bereits gegenüber Do-FOSS Vergaberechtsfragen für beendet erklärt hat, übte sie diese Haltung auch gegenüber dem Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften (AFBL) in dessen Sitzungen vom 25.05.2016 und 30.06.2016 aus.

In Anlehnung an Fragen von Do-FOSS stellte die Fraktionsgemeinschaft DIE LINKE&PIRATEN eine Anfrage im AFBL zu dessen Sitzung vom 25.05.2016. DIE LINKE&PIRATEN unterstützt damit u.a. die von Do-FOSS mit Schreiben vom 10.04.2016 an Frau Stadträtin Jägers gerichteten Fragen zu städtischen Softwarevergaben. Die daraufhin entstandene Kommunikation zwischen AFBL und Frau Stadträtin Jägers kommentiert Do-FOSS im Folgenden anhand der entsprechenden Protokollauszüge, welche in den AFBL-Sitzungen vom 30.06.2016 und vom 23.09.2016 genehmigt wurden.

Dass die Antworten der Verwaltung an den AFBL überhaupt von Frau Stadträtin Jägers vorgenommen wurden erscheint merkwürdig, da die Fragen im originär für städtische Vergabe zuständigen Ausschuss gestellt wurden. Damit wäre eine Antwort des zuständigen Dezernenten für das Vergabewesen erwartbar gewesen und nicht von Frau Stadträtin Jägers, die andere Verantwortungsbereiche hat, wie bspw. das Dortmunder Systemhaus (dosys.). Es scheint, als taktiere die Stadt Dortmund über das übliche Maß hinaus mit ihren Zuständigkeiten. Zudem enthält das Schreiben von Frau Stadträtin Jägers keine Erkenntnisse, die nicht ohnehin öffentlichen Quellen zu entnehmen wären. Dies hat auch die Fraktionsgemeinschaft DIE LINKE&PIRATEN so gesehen und hat mit einem Hinweis auf die Dezernatszuständigkeit die Anfrage erneut eingebracht. Unnachvollziehbarer Weise hat Frau Stadträtin Jägers daraufhin schlicht ihre ursprüngliche Antwort erneut gegeben; und zwar ohne weiter über Hintergründe oder Zuständigkeiten zu informieren. Dennoch geben die Antworten aus den AFBL-Protokollen vom 30.06.2016 und vom 23.09.2016 Einblick in das Vergaberechtsverständnis der Stadt Dortmund.

Schriftwechsel von Frau Stadträtin Diane Jägers mit dem AFBL im Wortlaut

Da die Antworten von Frau Stadträtin Jägers an den AFBL zu den Sitzungen vom 25.05.2016 und 30.06.2016 wortgleich sind, wird im Folgenden nur eine Antwort (aus der genehmigten Niederschrift vom 23.09.2016 kopiert) vorgestellt:

Dem Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften liegt folgende Bitte um Stellungnahme der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN aus der Sitzung vom 25.05.16 erneut vor:

zum oben genannten TOP bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen:

  • Führt die Stadt Dortmund ihre Softwarevergaben wettbewerbs- und produktneutral durch?
  • Wie lautet das Verhältnis von Softwarevergaben nach dem Grundsatz
    • der produktneutralen Vergabe und
    • den Vergaben nach Alleinstellungsmerkmalen?
  • Welche Definition legt die Stadt Dortmund für Alleinstellungsmerkmale bei der Softwarevergabe zugrunde?
  • Sind die Ausschreibungen vergaberechtlich typoffene Ausschreibungen zur Ermöglichung der Koexistenz von Freier und proprietärer Software? Wenn ja, wie wird diese typoffenheit im Vergabeverfahren realisiert?
  • Nutzt die Stadt Dortmund die Ergänzenden Vertragsbedingungen für die Beschaffung von IT-Leistungen (EVB-IT) für Softwareausschreibungen?

Begründung:

Im Rahmen der Beratung des Ausschusses für Personal und Organisation vom 27.11.2015 wurde entschieden, den Themenkomplex „Einsatz von Freier Software“ im von der Verwaltung angekündigten Masterplan „Digitales Dortmund“ aufzugreifen.
Im Zusammenhang mit den hierfür stattfindenden verwaltungsweiten Beratungen, betrachten wir den mitunter wettbewerbsschwierigen Softwarevergabeprozess, welcher in einem Umfeld von weitgehend monopolistischen Marktstrukturen stattfindet. Wie das Bundesverwaltungsamt bereits erarbeitet hat, kann Freie Software in dieser Hinsicht die folgenden Auswirkungen auf Marktstrukturen haben:

  • Vermeidung von Monopolbildungen:
    Der Einsatz von Freier Software fördert keine monopolistischen / oligopolistischen Markt strukturen im Softwaresektor. Die zunehmende Verbreitung von Freier Software beeinflusst die (Preis-)Politik der bestehenden Anbieter positiv für die Verbraucherinnen und
    Verbraucher.
  • Berücksichtigung kleinerer und mittlerer sowie regionaler Unternehmen:
    Unternehmen die nicht die Kapazität zur Entwicklung eines eigenen Produkts (z.B. einer Office-Suite) haben, können eine solche Lösung als Freies Software Produkt mit entsprechenden Services (z.B. Customizing und Support) anbieten.
  • Stärkung der Verhandlungsbasis gegenüber Anbietern proprietärer Software:
    Freie-Software ermöglicht eine gestärkte Verhandlungsbasis gegenüber Anbietern proprietärer Software.
  • Mehr Wettbewerb:
    Auf Grund der Tatsache, dass unterschiedliche Anbieter Dienstleistungen wie die Weiterentwicklung oder Anpassung der selben Freien Software anbieten können, besteht in diesem Markt mehr Wettbewerb als bei proprietärer Software. Für Anwenderinnen und Anwender bedeutet dies grundsätzlich eine dauerhaft bessere Wirtschaftlichkeit der Software.

Weiterhin liegt dem Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften folgende Stellungnahme der Verwaltung vor:

Softwareverfahren für die Stadtverwaltung Dortmund werden in ordnungsgemäßen, wettbewerbs- und produktneutralen Vergabeverfahren beschafft.

Eine Statistik hinsichtlich Art, Anzahl und Umfang produktneutraler Verfahren und Vergaben mit Alleinstellungsmerkmalen existiert nicht. Ein Verhältnis der beiden genannten Vergabeverfahren zueinander kann somit nicht angegeben werden.

An Vergaben mit Alleinstellungsmerkmalen sind strenge Anforderungen verbunden. Diese beziehen sich sowohl auf Unternehmen als auch auf die zu beschaffenden Produkte (hier: Software). Die Stadt Dortmund hält sich bei derartigen Beschaffungen strikt an die Vorgaben der Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen Teil A – VOL/A-. Aus diesen Vorgaben ergeben sich die Definitionen:

Eine freihändige Vergabe an ein bestimmtes Unternehmen ist gemäß § 3 Abs. 5 Buchstabe l) VOL/A lediglich dann zulässig, wenn aus besonderen Gründen nur ein Unternehmen in Betracht kommt. Besondere Gründe sind solche Gründe, die im Zusammenhang mit der Natur des Geschäfts bzw. den Umständen der Vergabe stehen und wegen dieser nur ein Unternehmen als Auftragnehmer in Betracht kommt.

Zur Vergabe an ein bestimmtes Unternehmen müssen somit zwingend besondere Gründe vorliegen. Freihändige Vergaben an ein bestimmtes Unternehmen sind somit nicht zulässig, wenn nur ein Unternehmen eine wirtschaftliche oder inhaltlich bessere Leistungserbringung verspricht, grundsätzlich aber auch andere Unternehmen in der Lage sind, entsprechende Aufträge auszuführen.

Alleinstellungsmerkmale hinsichtlich der Vorgabe bestimmter Produkte ergeben sich aus § 7 Abs. 4 VOL/A bzw. § 31 Abs. 6 der Verordnung der Vergabe öffentlicher Aufträge (Vergabeverordnung -VgV-). Es gilt der Grundsatz der produktneutralen Ausschreibung. Demnach darf ein Auftraggeber nicht die technischen Spezifikationen und die Beschreibung auf ein bestimmtes Produkt oder auf eine bestimmte Marke verengen.

Dies ist nur ausnahmsweise mit dem Zusatz „oder gleichwertiger Art“ möglich, wenn eine hinreichend genaue Beschreibung durch verkehrsübliche Bezeichnungen nicht möglich ist. Der Zusatz „oder gleichwertiger Art“ kann entfallen, wenn ein sachlicher Grund die Produktvorgabe rechtfertigt. Ein solcher Grund liegt dann vor, wenn der Auftraggeber Erzeugnisse oder Verfahren mit unterschiedlichen Merkmalen zu bereits bei ihm vorhandenen Erzeugnissen oder Verfahren beschaffen muss und dies mit unverhältnismäßig hohem finanziellen Aufwand oder unverhältnismäßigen Schwierigkeiten bei Integration, Gebrauch, Betrieb oder Wartung verbunden wäre.

Die Einhaltung dieser Vorgaben werden bei Softwarebeschaffungen der Stadt Dortmund durch die Vergabestelle (Vergabe- und Beschaffungsamt der Stadt Dortmund -StA 19-) und bei Vergabeverfahren deren geschätzter Vergabewert höher als 25.000,00 EUR liegt zusätzlich durch das Rechnungsprüfungsamt -StA 14- gewährleistet.

Die Ausschreibungen der Stadt Dortmund sind, wie bereits auch im Satz 1 dieser Antwort dargestellt, typoffen. Bei der Ermittlung des wirtschaftlichsten Angebotes zu einer Ausschreibung von Software sind freie und geschlossene Softwareprodukte gleichgestellt. Die Ermittlung der Wirtschaftlichkeit der Angebote erfolgt über klassische Wirtschaftlichkeitsberechnungen.

Die Ergänzenden Vertragsbedingungen für die Beschaffungen von IT-Leistungen (EVB-IT) werden von der Stadt Dortmund genutzt.

Stellungnahme von Do-FOSS

Es klingt zunächst nach Rechtmäßigkeit, wenn Frau Stadträtin Jägers antwortet:

Softwareverfahren für die Stadtverwaltung Dortmund werden in ordnungsgemäßen, wettbewerbs- und produktneutralen Vergabeverfahren beschafft.

Sie führt jedoch weiter fort, dass das bei der Stadt Dortmund vorhandene Verhältnis (Art, Anzahl und Umfang) von wettbewerbs- und produktneutralen Ausschreibungen und den gegenteiligen Ausschreibungen nach Alleinstellungsmerkmalen nicht genannt werden könnte. Diese unklare Informationslage ist hier besonders auffällig, da davon ausgegangen werden kann, dass die Stadt Dortmund aufgrund ihrer proprietären Softwareausrichtung eine deutlich erhöhte Anzahl von Vergaben nach Alleinstellungsmerkmalen im IT-Bereich durchführt.
Die Stadt Dortmund ist aber nicht in der Lage die Einhaltung des im Weiteren von Frau Stadträtin Jägers benannten Rechtsrahmens „An Vergaben mit Alleinstellungsmerkmalen sind strenge Anforderungen verbunden.“ aufzuzeigen. Wie eng dieser Rechtsrahmen für Alleinstellungsmerkmale ist, wird von Frau Stadträtin Jägers folgend ausführlich beschrieben. So werden in vier Absätzen zunächst die rechtlichen Hürden für Vergaben nach Alleinstellungsmerkmalen, als Ausnahme zur Produktneutralität, vorgestellt und definiert. „Demnach darf ein Auftraggeber nicht die technische Spezifikationen und die Beschreibung auf ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Marke verengen.“ In welcher Häufigkeit diese eng gestrickte Ausnahme der Alleinstellungsmerkmale aber von der Stadt Dortmund durchbrochen wird, bleibt unklar. Damit bleibt ebenfalls unklar, ob die Stadt Dortmund Produktneutralität für ihre Softwarevergaben überhaupt verfolgt. Entsprechend kann die Einhaltung des Rechtsrahmens, der von Frau Stadträtin Jägers für die Stadt Dortmund beschrieben wird, weder bewertet oder gar überprüft werden. Insofern erscheint die längere Ausführung von Frau Stadträtin Jägers zur Abgrenzung von Produktneutral und Alleinstellungsmerkmal nur auf den ersten Blick, wie eine differenzierte Darstellung. Dem Schreiben fehlt neben der Antwort auf die Frage nach der Verhältniszahl Produktneutral / Alleinstellungsmerkmal aber jede anwendungsbezogene Tiefe.

Statt konkrete anwendungsbezogene Inhalte zu liefern, verweist Frau Stadträtin Jägers im weiteren Teil ihres Schreibens auf die formelle Verschachtlung des Vergabeprozesses innerhalb der Verwaltung:

Die Einhaltung dieser Vorgaben werden bei Softwarebeschaffungen der Stadt Dortmund durch die Vergabestelle (Vergabe- und Beschaffungsamt der Stadt Dortmund -StA 19-) und bei Vergabeverfahren deren geschätzter Vergabewert höher als 25.000,00 EUR liegt zusätzlich durch das Rechnungsprüfungsamt -StA 14- gewährleistet.

Hier stellt sich für Do-FOSS vor allem die Frage, ob auch im Vergabe- und Beschaffungszentrum sowie im Rechnungsprüfungsamt tatsächlich keine Statistiken zum Verhältnis von produktneutralen und den streng regulierten Vergaben nach Alleinstellungsmerkmalen geführt werden. Vor allem für das Vergabe- und Beschaffungszentrum erscheint es merkwürdig nicht über einen statistischen Gradmesser für Wettbewerb in Form von Vergabekategorien zu verfügen. Damit wären es mit dem dosys. insgesamt drei Stadtämter in denen die Postein- und Postausgänge statistisch nicht erfasst werden. Das erscheint entweder merkwürdig oder lückenhaft. Die statistische Leere wirkt angesichts der hohen Geldbeträge, welche für Software kontinuierlich ausgegeben werden, sogar befremdlich.

Auf die Frage, ob die Ausschreibungen vergaberechtlich typoffene Ausschreibungen zur Ermöglichung der Koexistenz von proprietärer und Freier Software sind, wiederholte Frau Stadträtin Jägers ihre Ansicht, dass proprietäre und Freie Softwareprodukte gleichgestellt seien. Realisiert würde dies durch klassische Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Außerdem bejahte Frau Stadträtin Jägers, dass die Stadt Dortmund Ergänzende Vertragsbedingungen für die Beschaffung von IT-Leistungen (EVB-IT) für Softwareausschreibungen nutze.

Damit ließ Frau Stadträtin Jägers erneut unklar, ob ihr die Bedeutung der Ausgestaltung der EVB-IT bewusst ist. Noch im Januar diesen Jahres schrieb Frau Stadträtin Jägers den Mitgliedern des Ausschusses für Personal und Organisation zwar:

Bei der [Software-]Auswahl sind freie sowie geschlossene Software-Produkte gleichgestellt.

Den rechtlichen Rahmen für dieses Bekenntnis lässt Frau Stadträtin Jägers jedoch unberücksichtigt:
Für Softwareausschreibungen sind Ergänzende Vertragsbedingungen für die Beschaffung von IT-Leistungen (EVB-IT) rechtlich vorgegeben und per Rechtsverordnung in Nordrhein-Westfalen verbindlich anzuwenden. Diese wurden gemeinsam vom Kooperationsausschuss Automatisierte Datenverarbeitung Bund / Länder / Kommunaler Bereich (KoopA ADV) (heute: IT-Planungsrat) und dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) formuliert. Zu den EVB-IT stellt der Bitkom fest:

Zwar enthalten manche EVB-IT Vertragstypen (etwa EVB-IT System, EVB-IT Systemlieferung) bereits eine Nutzungsrechtsmatrix, die es den öffentlichen Auftraggebern ermöglicht, unterschiedliche Lizenzmodelle und Nutzungsrechtsbeschränkungen im Rahmen einer Ausschreibung zu berücksichtigen. Allerdings werden in den jeweiligen Nutzungsrechtsmatrizen die Besonderheiten von Open-Source-Software [und damit insbesondere auch Freie Software – Anm. d. Verf.], wie zum Beispiel Copyleft-Klauseln und Bearbeitungsrechte, bislang nicht abgebildet. Sofern eine Ausschreibung auf Basis von EVB-IT erfolgt und der Auftraggeber die rechtlichen Besonderheiten der Open-Source-Software nicht in anderer Form berücksichtigt, müssten Angebote mit Open-Source-Softwareanteilen, vor allem in Form von Fremdkomponenten, grundsätzlich von der Wertung ausgeschlossen werden.
Solange die EVB-IT den Besonderheiten der Lizenz- und Nutzungsbedingungen von Open-Source-Software nicht gerecht werden, ist es daher erforderlich, dass die jeweiligen EVB-IT um spezifische Regelungen zu Open-Source-Software ergänzt werden. (Bitkom Leitfaden zu Open-Source-Software 2.0, Bitkom e.V. 2016, S. 88)

Do-FOSS muss sich daher weiterhin fragen: Wie gestaltet die Stadt Dortmund ihre Softwareausschreibungen, so dass sich sowohl Anbieter von proprietärer, als auch von Freier Software mit ihren Produkten bewerben können? (vgl. Blogbeitrag Stadträtin Diane Jägers – Fragen zur Softwarevergabe: unbeantwortet)

Frau Stadträtin Jägers beschreibt in ihrer Erwiderung an den AFBL lediglich einen Rechtsrahmen, der eben nicht automatisch zur Folge hat, dass die städtischen Ausschreibungen typoffen sind um proprietäre und Freie Software gleichzustellen. Die vorgeschriebenen EVB-IT benötigen eine ergänzende Form, damit Freie Software in Vergabeverfahren bewertet werden kann. Andernfalls muss Freie Software grundsätzlich aufgrund der Unvergleichbarkeit ausgeschlossen werden, was eine klassische Wirtschaftlichkeitsberechnung, wie die von der Frau Stadträtin Jägers berichtet, vergaberechtlich nicht ausreichend macht.

Nahezu alle FOSS-Lizenzen enthalten umfassende Haftungs- und Gewährleistungsausschlüsse. Diese Haftungs- und Gewährleistungsausschlüsse beziehen sich jedoch nicht auf das Vertragsverhältnis vom Auftraggeber zum Auftragnehmer, sondern auf das Rechtsverhältnis zum Rechteinhaber. (Open Source Business Alliance [OSBA]Handreichungen zur Nutzung der EVB-IT für OSS, S. 11; siehe in diesem Zusammenhang auch verschiedene Beispiele zu Nutzungsrechtsmatrizen des Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik)

Besonders angesichts der Hinweise des Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik sowie der OSBA ist eine Gleichstellung proprietärer und Freier Software nicht durch ein Bekenntnis oder durch eine beruhigende Behauptung zu erreichen. Insofern bleibt die Aussage der Stadt Dortmund zur Gleichstellung proprietärer und Freier Software fragwürdig bis sie die entsprechenden Musterverträge in die Freie-Software-Diskussion einbringt.

Fazit

Es erscheint zunächst folgerichtig, dass Frau Stadträtin Jägers mit ihrem Antwortschreiben auf die Rechtsgrundlagen verweist und diese gesetzlichen Grundlagen in die Diskussion einbringt. Sie verpasst es aber, die gestellten Fragen auf die Vergabepraxis der Stadt Dortmund anzuwenden und der Öffentlichkeit entsprechende Auskunft über den Softwareeinkauf der Stadt Dortmund zu geben. Die Antwort von Frau Stadträtin Jägers scheint eher sich selbst zu dienen, um die Strategie verfolgen zu können sich öffentlich in Vergabefragen nicht klar festlegen zu müssen. Auch die Eroberung der Auskunftshoheit von Frau Stadträtin Jägers scheint einem Selbstzweck zu dienen. Es bleibt unerklärlich warum Frau Stadträtin Jägers antwortet, die gar nicht Herrin der Statistiken an dieser Stelle ist. Auch dass die Typoffenheit ein Lippenbekenntnis von Frau Stadträtin Jägers ist, enttäuscht. Frau Stadträtin Jägers versucht vergaberechtliche Fragen mit Wirtschaftlichkeitsberechnungen zu lösen. Ein Ansatz der Unmöglichkeit.

Was Frau Stadträtin Jägers nicht beachtet: Die EU-Kommission hat bereits 2013 einen Leitfaden veröffentlicht (Heise Online berichtete hierzu), der die Erfahrungen von vielen (auch deutschen) Verwaltungen aufnimmt und aufzeigt, wie durch Ausschreibungen, die Offene Standards fordern, öffentliche Gelder effektiver investiert werden könnten. Auch vor dem Hintergrund der Dortmunder Haushaltslage wäre daher eine Auseinandersetzung mit Offenen Standards und Freier Software wichtig. Frau Stadträtin Jägers vergibt mit ihrer Blockadehaltung die Chance auf eine nachhaltige, sichere und bürgerorientierte Softwarestrategie für die Stadt Dortmund.

Die Vergaberechtsfragen auf dem formal politischen Weg klären zu wollen, erscheint aufgrund der Blockadehaltung der Verwaltung aussichtslos. Die wesentliche Frage, die für Do-FOSS bleibt, ist warum die Stadt Dortmund über ihr Softwarevergabeverfahren nicht näher informieren will.

Dokumente zum Herunterladen

Das Schreiben von Frau Stadträtin Diane Jägers aus Juni 2016 kann hier heruntergeladen werden. Die Pressemitteilung von Do-FOSS zum Thema, die u.a. auch an den AFBL und das Rechnungsprüfungsamt der Stadt Dortmund ging, kann hier heruntergeladen werden.

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Monday, 24 October 2016

Informationsstand zum “Linux Presentation Day”

Infos der Community "FreieSoftwareOG" | 10:47, Monday, 24 October 2016

Am vergangenen Samstag fand der “Linux Presentation Day” 2016.2 auch in Offenburg statt.

Die Offenburger Community bot Interssierten Ein- und Umsteigern mit einem Informationsstand die Möglichkeit, sich umfassend über GNU/Linux und Freie Software zu informieren.

Dank der guten Vorbereitung und des zur Verfügung gestellten Materials der Organisatoren des LPD war die Resonanz sehr gut.

Innerhalb der 5 Stunden kamen ca. 20 – 25 Menschen vorbei, die sich interessierten oder gleich tiefergehende Informationen haben wollten.

Wir verteilten Flyer, Buttons, Sticker und natürlich die freundlicherweise zur Verfügung gestellten Freiexemplare der Zeitschrift “Linux-User”.

Alles in Allem sind wir zufrieden mit der Ausbeute, da auch einige Neulinge versprochen haben, zum nächsten Treffen zu kommen.

 

 

Und natürlich bedanken wir uns auch für das gute Wetter bei unserem Schutzpatron St. IGNUcius

Thursday, 13 October 2016

Freie Software – Definition in Dortmund

Deutsch – Max's weblog | 17:22, Thursday, 13 October 2016

do-foss_definitionSeit einiger Zeit arbeiten wir bei der Free Software Foundation Europe (FSFE) mit der Initiative Do-FOSS aus Dortmund zusammen, die dort mehr Freie Software in die öffentliche Verwaltung einbringen möchte. Konkret wird in Dortmund aktuell an dem Masterplan Digitales Dortmund gearbeitet, der „die zukünftige digitale Ausrichtung und die damit verbundenen Veränderungsprozesse an der Schnittstelle von Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft (Bürgerinnen und Bürger, Politik, Vereine, Unternehmen, Wissenschaft)“ beinhaltet.

Erfreulicherweise wird der Masterplan auch Freie Software beinhalten, doch haben unsere Freunde von Do-FOSS bemerken müssen, dass dieser Begriff häufig im Zusammenhang mit Open Source Software erwähnt wird. Wir als FSFE verstehen Open Source als Synonym für Freie Software, aber mussten leider schon in der Vergangenheit öfter feststellen, dass damit nur die Verfügbarkeit des Quellcodes und nicht – wie bei Freier Software offensichtlicher – auch die anderen drei der insgesamt vier Freiheiten Freier Software gemeint waren: Neben der Freiheit, die Funktionsweise anhand des Codes nachzuvollziehen (2), auch die Verwendung für jeden Zweck (1), das Teilen der Software mit anderen (3), und das Verbessern der Programme (4).

Was also versteht nun die Stadt Dortmund unter Freier Software? Macht sie einen Unterschied zwischen Freier Software und Open Source?

Daher habe ich bereits im Mai diesen Jahres einen Brief an den Dortmunder Oberbürgermeister Ulrich Sierau (SPD) geschrieben mit der Bitte, uns die Definition der Stadt für Freie Software mitzuteilen. Im selben Schritt habe ich die gängige Definition von Freier Software mit ihren vier Rechten angehängt und angeboten, dass wir als FSFE der Stadt im weiteren Prozess gerne behilflich sind. Die Antwort, die ich Ende Juni erhalten habe, hat uns allerdings enttäuscht. Dort wird nur darauf verwiesen, dass der bereits erwähnte Masterplan die Definition von Freier Software aufgreift:

Der Masterplan wird im Dialog mit der Stadtgesellschaft erarbeitet. Den Ergebnissen dieser Beratungen möchte ich nicht vorgreifen.

Damit wird leider die Chance verspielt, gleich zu Beginn der wichtigen Beratungen über eine effektive städtische digitale Strategie den Fokus auf transparente, vertrauenswürdige und wirtschaftlich nachhaltige Software zu setzen. Wir hoffen, dass die Stadt Dortmund sich so bald wie möglich auf die gängige Definition von Freier Software einigt, diese auch mit dem Begriff von Open Source Software gleichsetzt und Freier Software den Vorzug bei Anschaffungen und Weiterentwicklungen gibt.

Weiterführende Links

Stadt Dortmund: Definition Freier Software

Do-FOSS | 16:59, Thursday, 13 October 2016

Anfrage der Free Software Foundation Europe und Antwort vom Oberbürgermeister

Definition Freier Software

Definition Freier Software. ©FSFE Logo: fsfe.org

In einem Schreiben der Free Software Foundation Europe (FSFE), einem Kooperationspartner von Do-FOSS, an Herrn Oberbürgermeister Ullrich Sierau vom 13.05.2016, wurde nach der städtischen Definition Freier Software gefragt. In der bisherigen städtischen Diskussion um Freie Software, wurde der Begriff Freie Software von der Stadt Dortmund lediglich mehrfach im Zusammenhang mit Open Source Software genannt (vgl. Schießle – Freie Software, Open Source, FOSS, FLOSS – gleich und trotzdem anders). Der städtisch verwendete Begriff weist damit zumindest in Richtung eines gewissen Offenheitheitsverständnisses von Software. Aber eine Definition Freier Software, die ein gemeinsames Begriffsverständnis für die Diskussion sichert und die tatsächlichen Vorteile Freier Software ausweist, ist bislang von der Stadt Dortmund nicht erfolgt. Es ist also nicht erkennbar, welche Vorstellung innerhalb der Dortmunder Stadtverwaltung über Freie Software herrscht. Do-FOSS bedankt sich bei der FSFE für ihren Beitrag zur Begriffsschärfung der Dortmunder Debatte.

Mit einem Schreiben vom 30.06.2016 hat Herr Oberbürgermeister Sierau auf das Schreiben der FSFE geantwortet, aber die Definition Freier Software in die Erarbeitung des Masterplans Digitales Dortmund vertagt.

Definitionsanfrage der FSFE im Wortlaut

Definition Freie Software

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Sierau,

seitens der Free Software Foundation Europe beobachten wir die sich entwickelnde Dortmunder Diskussion um Freie Software bereits länger und freuen uns darüber.

Unserer Erfahrung nach ist es gut, dem Begriff der Freien Software auch eine Definition zugrunde zu legen.
Beispielsweise hilft dies zum einen bei der Zielsetzung, zum anderen beugt dies einer Verwechselung mit dem Begriff Freeware vor.

Als Free Software Foundation Europe verwenden wir die folgende Definition:

  1. Die Freiheit, das Programm für jeden Zweck auszuführen.
  2. Die Freiheit, die Funktionsweise eines Programms zu untersuchen, und es an seine Bedürfnisse anzupassen
  3. Die Freiheit, Kopien weiterzugeben und damit seinen Mitmenschen zu helfen
  4. Die Freiheit, ein Programm zu verbessern, und die Verbesserungen an die Öffentlichkeit weiterzugeben, sodass die gesamte Gesellschaft profitiert

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns mitteilen würden, ob die Stadt Dortmund unter dem Begriff Freie Software ebenfalls diese vier Freiheiten versteht. Falls die Stadt ein hiervon abweichendes Begriffsverständnis hat, würden wir uns freuen, wenn Sie uns mitteilen würden, was Sie unter dem Begriff Freie Software verstehen, damit wir einen gemeinsamen Wissensstand haben.

Vielen Dank für Ihre Antwort. Wir stehen Ihnen als Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Max Mehl
Koordinator Deutschland

Antwort von Herrn Oberbürgermeister Ullrich Sierau im Wortlaut

Antwort zu der offenen Frage von der Free Software Foundation Europe e.V.
hier: Schreiben Definition Freie Software von der Free Software Foundation e.V. vom 13.05.2016

Sehr geehrter Herr Mehl,

auf Ihr Schreiben zum Thema Definition Freier Software nehme ich Bezug.

Der Masterplan Digitales Dortmund wird die zukünftige digitale Ausrichtung und die damit verbundenen Veränderungsprozesse an der Schnittstelle von Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft (Bürgerinnen und Bürger, Politik, Vereine, Unternehmen, Wissenschaft) beinhalten.

Die Definition des Begriffes Freier Software für die Stadt Dortmund wird im Masterplan Digitales Dortmund aufgegriffen.

Der Masterplan wird im Dialog mit der Stadtgesellschaft erarbeitet. Den Ergebnissen dieser Beratungen möchte ich nicht vorgreifen.

Mit freundlichen Grüßen
Ullrich Sierau

Fazit

Do-FOSS wird die persönliche Zusage zur Definition von Freier Software von Herrn Oberbürgermeister Sierau in die Erarbeitung des Masterplans Digitales Dortmund einbringen. Eine positive Nachricht der Stadt Dortmund ist in diesem Zusammenhang, dass die Ausschreibungsunterlagen der Stadt Dortmund für ihren nächsten Sukzessivliefervertrag PC-Systeme bereits eine Linux-Kompatibilität fordern (vgl. Vergabeunterlagen, S. 49 und S. 50 oder auch die Blätter zu den Mindestproduktanforderungen an städtische PCs hier (Standard PC) und hier (Power PC). Die Stadt Dortmund ist also seitens der Hardware für den Einsatz Freier Software aufgestellt. Bemerkenswert ist hier auch noch eine Bieterfrage im Vergabeverfahren und die entsprechende Antwort der Stadt Dortmund:

Frage:
Sie fordern, dass die angebotenen Geräte Linux kompatibel sind und der Anbieter gegebenenfalls Treibersourcen unbekannter Hardware für openSUSE 13.1 oder höher zur Verfügung stellt. Bei openSUSE handelt es sich um ein Open Source Projekt. Das heißt, hier gibt es keinen Hersteller, bei dem man einen Supportanspruch, z.B. in Form von aktuellen oder neuen Treibern, geltendmachen kann. Hier ist man auf die Zuarbeiten der openSUSE Community angewiesen. Der Anbieter hat somit keinen Einfluss auf die Aktualität der Treiber.
Ist daher ein Verweis auf den Download Bereich der openSUSE Community ausreichend um diese Anforderung als erfüllt anzusehen?

Antwort:
Ja, ein Verweis auf den Download Bereich der openSUSE Community ist ausreichend.

Damit bekennt sich die Stadt Dortmund in ihren Hardwareanforderungen zu Freier Software und bejaht die Möglichkeit mit einer Freien-Software-Community zusammenzuarbeiten. Nun gilt es lediglich noch ein gemeinsames Verständnis Freier Software zu definieren. Danke an die FSFE für diesen Baustein!

Dokumente zum Herunterladen

Das Schreiben der FSFE vom 13.05.2016 kann hier und die Erwiderung von Herrn Oberbürgermeister Sierau vom 30.06.2016 kann hier heruntergeladen werden.

Die Ausschreibungsunterlagen einschließlich der Bieterfragen können hier heruntergeladen werden.

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Saturday, 08 October 2016

Frau Stadträtin Diane Jägers erklärt Vergaberechtsfragen für beendet

Do-FOSS | 18:26, Saturday, 08 October 2016

Antworten zur Softwarevergabe von Frau Stadträtin Diane Jägers unterbunden

Do-FOSS Einkaufswagen

Bild: Freie Softwarevergabe

Auf die Kritik von Do-FOSS, dass Frau Stadträtin Jägers die im Diskussionsprozess zu Softwarevergaben aufgeworfenen Fragen nicht oder nur ausweichend beantwortet habe, reagiert die Stadträtin mit einem Schreiben vom 28.06.2016 erneut mit einer Weigerung die Diskussion zu führen. Do-FOSS fragt sich, warum die Stadt Dortmund ihr Softwarevergabeverfahren nicht öffentlich diskutieren will.

Schreiben von Frau Stadträtin Diane Jägers an Do-FOSS im Wortlaut

Antwort zu den offenen Fragen von Do-FOSS
hier: Schreiben „Fragen zur Softwarevergabe: erneut unbeantwortet von Frau Stadträtin Jägers“ von Do-FOSS vom 02.06.2016

Sehr geehrter Herr Schäfer,
auf Ihr Schreiben zum Thema „Fragen zur Softwarevergabe: erneut unbeantwortet von Frau Jägers“ nehme ich Bezug.
Der Themenkomplex „Software-Einsatz – Einsatz von freier Software“ wird, wie im Ausschuss für Personal und Organisation am 27.11.2015 entschieden, im Masterplan „Digitales Dortmund“ aufgegriffen.
Den Ergebnissen dieser verwaltungsweiten Beratungen möchte ich nicht vorgreifen.

Mit freundlichen Grüßen
Diane Jägers

Fazit

Zunächst ist es positiv, dass in dem Schreiben bekräftigt wird, dass der Einsatz von Freier Software im Masterplan „Digitales Dortmund“ aufgegriffen werden wird. Dies hat Do-FOSS in der Vergangenheit bereits mehrfach festgestellt. Bzgl. der jüngsten Widersprüche der Stadt Dortmund zu ihrem Softwarekonzept, sowie der Verweigerungshaltung und den Zirkelschlüssen von Frau Stadträtin Jägers, wird jedoch keine Aussage getätigt. Insofern blockiert die Stadt Dortmund jede weitere Diskussion und lässt keine Erkenntnisgewinne zu. Öffentlichkeit scheint in IT- und Vergaberechtsfragen der Stadt Dortmund nicht erwünscht zu sein. Warum die Stadt Dortmund ihre Informationspolitik an dieser Stelle beschränkt, wird von Frau Stadträtin Jägers nur Vermutungen überlassen. Do-FOSS wird die aufgeworfenen Fragen und das Schreiben von Frau Stadträtin Jägers in die Erarbeitung des Masterplans „Digitales Dortmund“ einbringen und weiterhin versuchen die bisherigen Unklarheiten zu beleuchten.

Dokumente zum Herunterladen

Das Schreiben von Do-FOSS an Frau Stadträtin Diane Jägers vom 02.06.2016 kann hier und die Erwiderung von Frau Stadträtin Jägers vom 28.06.2016 kann hier heruntergeladen werden.

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Friday, 07 October 2016

Wear Fair & mehr 2016

gegenstrom. - Planet FSFE | 13:36, Friday, 07 October 2016

Hallo Planet!

Die Wear Fair & mehr ist die größte österreichische Textilmesse für nachhaltige Kleidung und Lebensstil. Mit 33 Programmpunkten, 200 AusstellerInnen und 13.000 BesucherInnen, bot die Messe für jeden etwas. Ein paar Schlagworte: bio, fair, saisonale Lebensmittel, nachhaltige Energien, Elektronik reparieren und Wege aus der „Weg-werf-Gesellschaft“, CETA & TTIP, alte Vespas mit modernem Elektroantrieb, Biohöfe und vieles mehr.

Das österreichische Fellowship der FSFE war dieses Jahr mit einem Informationsstand vertreten und konnten neben vielen informativen Gesprächen auch jede Menge T-Shirts, Taschen und Baby-Bodys verkaufen. Und das trotz der tendenziell modisch bewussteren „Konkurrenz“. :-)

Wear Fair 2016
Das Fellowship ist motiviert und früh beim Aufbau…

Wear Fair 2016
…wie auch am Panorama gut zu sehen ist.

Wear Fair 2016
Dann kann es losgehen: Die Linzer Fellows kurz nach dem Aufbau.

Toll auch: Wir konnten rund 40 E-Mail Adressen von Interessierten sammeln, die gerne mehr über Freie Software auf einer Informationsveranstaltung erfahren möchten. Nach derzeitigem Stand wird diese 2-3-stündige Veranstaltung im Linzer Raum stattfinden und Freie Software allgemein beleuchten, wie auch handfeste Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.

Wear Fair 2016
Jonglieren ist eine gute Möglichkeit auf sich aufmerksam zu machen…

Wear Fair 2016
…und manches Mal kamen wir aus den Gesprächen kaum noch heraus!

Nach drei Tagen Wear Fair, unzähligen Gesprächen und ziemlich müden Füßen ist ganz klar eine erfolgreiche Bilanz zu ziehen. Kaum jemand kann sich daran erinnern, so viele hochwertige und spannende Gespräche auf einer klassischen Linux-Konferenz geführt zu haben. Nicht nur die Quantität war beeindruckend, auch der Tiefgang und die Qualität so mancher Unterhaltung.

Wie schon zuvor die Veganmania und die Fair Planet aufzeigten, unterstreicht auch die Wear Fair, dass wir weiterhin über den Tellerrand schauen werden, um Menschen zu erreichen.

Vielen Dank an die Linzer Fellows, die den Großteil der Organisation und des Auf- und Abbaus übernommen haben. Aber auch an die Wiener Unterstützung, die mit immerhin 5 Personentagen Einsatz aufwarten konnte. Ein gelungenes, überregionales Event! :-)

Die nächsten Stationen

Friday, 23 September 2016

Endgerätefreiheit testen – Es sind wieder Router verfügbar!

Deutsch – Max's weblog | 09:23, Friday, 23 September 2016

mirsasha, CC BY-NC-ND 2.0

mirsasha, CC BY-NC-ND 2.0

Seit dem 1. August herrscht – auch dank der langfristigen Arbeit der FSFE – gesetzlich Endgerätefreiheit in Deutschland, sprich alle Kundinnen und Kunden eines DSL- oder Kabelanbieters sollen die Freiheit haben, ein Modem oder Router ihrer Wahl anzuschließen, ohne systematisch benachteiligt zu werden. Doch halten die Anbieter das wirklich ein? Die FSFE testet das mit Hilfe großartiger Freiwilliger, denen wir alternative Testgeräte zuschicken. Und davon sind aktuell wieder ein paar verfügbar und warten auf neue Tester!

Auf der Wiki-Seite für den Anschlusstest haben wir mittlerweile für viele größere wie kleinere Anbieter Erfahrungen von Leuten gesammelt. Man erhält dadurch eine schnelle Übersicht, bei welchem Anbieter es Probleme geben könnte und wie diese am besten zu lösen sind. Für einige Anbieter wie Unitymedia haben wir schon viele Ergebnisse erhalten, doch bei einigen anderen populären wie zum Beispiel der Telekom oder 1&1 sieht es noch mau aus. Daher würden ich und die FSFE sich freuen, wenn Kunden solcher Anbieter versuchen würden, einen alternativen Router anzuschließen.

Das Prozedere ist ganz einfach: Schreibt mir eine E-Mail (Kontaktdaten), in der ihr

  1. euren Anschluss etwas näher beschreibt (Welcher Anbieter? Welcher Tarif? Wird Telefonie/TV genutzt? Welches Router/Modem-Gerät ist bisher im Einsatz?)
  2. eure postalische Adresse nennt.

Dann nehme ich Euch in die Liste der Tester auf. Euch entstehen dabei selbstverständlich keine Kosten, aber wir würden uns natürlich freuen, wenn Ihr uns als Fördermitglieder unterstützen würdet, damit wir auch in Zukunft aktiv für Nutzerrechte eintreten können.

P.S.: Ihr habt schon einen alternativen Router bei einem der Anbieter im Einsatz? Super! Dann schreibt mir doch bitte eine Mail nach Vorlage der Berichte im FSFE-Wiki, oder tragt es selbst dort ein, wenn Ihr schon einen Account habt. Danke :)

Tuesday, 20 September 2016

Der digitale Lebensraum – Wer bestimmt?

Do-FOSS | 18:19, Tuesday, 20 September 2016

Wer verfügt darüber? – Pauluskirche & Kultur 2016-2017

Der digitale Lebensraum

Bild: Der digitale Lebensraum

Do-FOSS ist am 13. Juni 2017, um 19:00 Uhr mit dem Vortrag Der digitale Lebensraum – Wer bestimmt? zu Gast bei der Veranstaltungsreihe Wer verfügt darüber? in der Dortmunder Pauluskirche. In diesem Vortrag wird Do-FOSS die gesellschaftlichen Implikationen von Freier Software auf unsere Selbstbestimmtheit thematisieren und lädt zu einer anschließenden Diskussion. Die Veranstaltungsreihe selber geht dabei über Freie Software hinaus und befasst sich mit weiteren Themenfeldern in denen Nutzungsrechte einen Einfluss auf die Selbstbestimmtheit und Mündigkeit haben. Do-FOSS ist Impulsgeber der Veranstaltungsreihe in der Pauluskirche und freut sich auf spannende Themenabende bezüglich Zugang und Verfügungsrechten zu lebensnotwendigen Grundgütern. Die Zusammenhänge dieser Themen werden in einer Abschlussveranstaltung reflektiert. Weitere Informationen gibt es auf der Veranstaltungsseite der Pauluskirche.

Aus dem Flyer zur Veranstaltungsreihe Wer verfügt darüber – Pauluskirche & Kultur 2016-2017:

Anlässlich der 500 Jahre Reformation und erster Aufklärung fragen wir uns:

Wie ist es heute um unsere Mündigkeit bestellt?

Wir wollen diese Frage anhand von Zugang zu lebensnotwendigen Grundgütern und Verfügungsrechten über diese betrachten und fragen weiter:

Wer verfügt darüber?

Dazu haben wir zu 5 Ter­minen Fachreferenten zu folgenden Themen eingeladen und halten auch eine Abschlussveranstal­tung:

Den Referenten ist gemeinsam, dass es in ihrer Arbeit um Zugang und Verfügungsrechte geht. Eine Überlegung an der sich in der Pauluskirche bei der Veranstaltungsplanung orientiert wurde, ist diese:

Eine Ressource ist frei, wenn

  1. man sie ohne Erlaubnis nutzen kann; oder
  2. die Erlaubnis, sie zu nutzen, neutral vergeben wird. (Lawrence Lessig)

Der Vortrag von Do-FOSS wird diesen Überlegungen folgen. Alle Vorträge finden in der Pauluskirche (Schützenstr. 35, 44147 Dortmund) statt:

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Wie bedeutend ist der digitale Lebensraum? Wer bestimmt wie wir uns in diesem bewegen dürfen und wie wir miteinander kommunizieren?

Um uns im digitalen Lebensraum zu bewegen benötigen wir alle Software. Sie begleitet uns durch unseren Tag und ermöglicht uns unsere Vorstellungen umzusetzen. Wir beziehen Informationen durch sie, bewegen uns mit ihr in Netzen und kommunizieren mit ihrer Hilfe. Software ermöglicht uns also Dinge zu tun, definiert jedoch auch die Grenzen unseres digitalen Handelns.

Doch wer definiert diese Möglichkeiten und Grenzen? In der digitalen Welt führt diese Frage zu dem Begriff des geistigen Eigentums. Der Eigentümer einer Software definiert, wer diese benutzen darf, auf welche Art die Software benutzt werden darf und wer Zugang zu welchen Informationen hat. Was jedoch häufig nicht bekannt ist: Auch gekaufte Software gehört in der Regel weiterhin dem Hersteller und nicht dem Anwender. Der Anwender erhält nur eine begrenzte Nutzungserlaubnis. Diese Art von Software wird als proprietär bezeichnet. Freier Software ist dazu der Gegenentwurf. In ihrem Kern unterscheiden sich proprietäre und Freie Software also in der Regelung des Eigentums. Freie Software ist tatsächlich frei, d.h. ihr Eigentum ist auf niemanden eingeschränkt, womit sie Gemeingut ist und allen gehört. Wir fragen uns: Warum könnte uns digitale Selbstbestimmung wichtig sein?

Dokumente zum Herunterladen

Der Veranstaltungsflyer kann hier (klein) oder hier (groß) heruntergeladen werden.

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Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

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Thursday, 15 September 2016

Reguläres Treffen der Community und kleiner Zeitungsbericht

Infos der Community "FreieSoftwareOG" | 12:46, Thursday, 15 September 2016

Am Mittwoch traf sich die Community “FreieSoftwareOG” wieder.

Ausnahmsweise nicht im Unico, sondern wegen Urlaub desselben im Linken Zentrum “R12″.

Dort ging es um Programmierung, und welche Werkzeuge es im Bereich der Freien Software für Einsteiger gibt.

Erfreulicherweise gesellte sich auch eine Mitarbeiterin des Offenburger Tageblatts nebst Fotograf dazu, um (endlich mal wieder) über die Offenburger Communities und Freie Software zu berichten.

Diese Gelegenheit ergab sich aus einem Mailing von Matthias, welches er an verschiedene regionale Medien gesendet hatte.

Nochmals vielen Dank dafür an dieser Stelle.

Im weiteren Verlauf des Abends stellte sie den Anwesenden Fragen und wir versuchten ihr, in der gegebenen Kürze der Zeit, so viele Aspekte der Freien Software, deren Philosophie, was uns antreibt usw. zu vermitteln.

Die schiere Bandbreite der Themen ist für ein “allgemeines Interview” natürlich viel zu groß, sodaß auch der Artikel für Insider entsprechend unstrukturiert und teilweise “wirr” daherkommt.

Sie hatte mir den Text zwar vorab zur Korrektur geschickt, einige meiner Korrekturen flossen jedoch (warum auch immer) nicht in den Artikel ein.

Bevor ihr also den Link klickt, bedenkt, es handelt sich um einen Artikel, der von jemandem geschrieben wurde, der noch nie etwas von Freier Software oder deren Umfeld etwas gehört hat.

Dafür finde ich ihn aber gar nicht mal sooo schlecht…

http://www.bo.de/nachrichten/digitales/keine-macht-dem-programm

Wednesday, 07 September 2016

Umfassende Informationen zu elektronischem Müll in einem UN-Report

Wolfgang Romeys FSFE-Blog | 12:18, Wednesday, 07 September 2016

Die Universität der UNO, die UNU (ich wußte gar nicht, daß es sowas gibt) hat einen umfassenden Bericht zur Situation bei elektronischem Müll im Jahr 2014 heraus gegeben. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse findet sich hier:
Global E-Waste Volume Hits New Peak in 2014: UNU Report

Auf dieser Seite findet sich auch der link zum Download des Reports, in dem auch sehr anschauliche Grafiken enthalten sind.

Die Projektion für die nächsten Jahre sagt, daß es immer schlimmer wird.

Monday, 05 September 2016

Besser wird es nicht: Zur Entwicklung des Energieverbrauchs digitaler Geräte

Wolfgang Romeys FSFE-Blog | 16:11, Monday, 05 September 2016

The energy consumption of electronic devices is skyrocketing, as was recently reported by the International Energy Association (“Gadgets and gigawatts”). According to the research paper, the electricity consumption of computers, cell phones, flat screen TV’s, iPods and other gadgets will double by 2022 and triple by 2030. This comes down to the need for an additional 280 gigawatts of power generation capacity. An earlier report from the British Energy Saving Trust (The ampere strikes back – pdf) came to similar conclusions.

There are multiple reasons for the growing energy consumption of electronic equipment; more and more people can buy gadgets, more and more gadgets appear, and existing gadgets use more and more energy (in spite of more energy efficient technology – the energy efficiency paradox described here before).

Aus dem sehr lesenswerten Artikel

The monster footprint of digital technology

Treffen der FSFE-Gruppe Franken am 12. August 2016

Florian Snows Blog » de | 12:11, Monday, 05 September 2016

Am 12. August 2016 fand ein Treffen der FSFE Franken statt,
dieses Mal wieder im Backspace, dem tollen Hackerspace in Bamberg.
Wir durften einen neuen Teilnehmer aus der Gegend begrüßen, der über
den Backspace von uns erfahren hatte und sich auch einmal ansehen
wollte, was wir bei unseren Treffen so treiben.

Unter anderen gab es eine Diskussion zu Sicherheitsaspekten Freier und
unfreier Software und darüber, was reine Code-Reviews leisten können,
ohne die restlichen vier Freiheiten zu haben.

Außerdem berichtete Christian über ein Mögliches Upgrade für das
Plussy-Display, das wir auf Ständen verwenden.  Statt eines Beaglebone
Blacks, ist es auch möglich, einen A20-OlinuXino-LIME2 zu verwenden.
Dieses Board verwendet einen A20-Prozessor, der auch im EOMA68
eingesetzt wird und der dem Nutzer mehr Freiheiten bietet als manche
Bauteile auf dem Beaglebone.  Der Beaglebone kann zwar auch rein mit
Freier Software betrieben werden, aber dann liegen manche Komponenten
brach.  Dies wäre bei dem A20-Board nicht der Fall und zudem ist es
noch günstiger erhältlich.

Zu guter Letzt kam auch noch das Thema auf, Freier Software
spielerisch an andere Menschen zu vermitteln.  Die Begriffe Pokemon Go
und Gamification kamen in diesem Zusammenhang auf.  Eine Idee war, ein
Computerspiel zu erstellen, das ähnliche satirische Elemente enthält
wie GTA V, bei dem das facebookartige Netzwerk “Life Invaders” ganz
offen Nutzer ausbeutet und sich dabei toll vorkommt.  Da allerdings
ein Videospiel sehr viel Aufwand bedeutet, kam die Idee auf, ein
Brettspiel zu Freier Software zu entwerfen.  Ein Prototyp kann hier
mit sehr geringem Aufwand selbst erstellt werden und damit kann man
testen, ob ausreichend Spielspaß aufkommt und anschließend kann man
das spiel iterativ verbessern.  Uns schwebt hier eine Mischung aus
Karten- und Brettspiel vor, da sich beides auch in geringen
Stückzahlen günstig in professioneller Qualität herstellen lässt.
Spielsteine kann man entweder kaufen oder mit einem Lasercutter
herstellen.  Der nächste Schritt ist jetzt ein Konzeptentwurf.

Das nächste Treffen findet am 9. September 2016 ab 19 Uhr im K4CG in
Nürnberg statt.  Dort werden wir das 15-jährige Jubiläum der FSFE
feiern und ein paar Vorträge des diesjährigen FSFE Summits ansehen.

Sunday, 04 September 2016

1 PC = 1 Sportwagen?

Wolfgang Romeys FSFE-Blog | 17:36, Sunday, 04 September 2016

Bei meiner Suche nach Quellen zu Nachhaltigkeit und Digitaltechnik bin ich auf folgende Broschüre gestoßen:

Unsichtbare Kosten der PC-Fertigung

Die Broschüre ist aus dem Jahr 2007 und auf Deutsch. Es war für mich bisher sehr schwierig, aktuelle Darstellungen zum Thema zu finden, die umfassend und auf Deutsch geschrieben sind. Da bin ich für Hinweise dankbar. Wesentlich verbessert hat sich die Situation aber inzwischen nicht. Deutlich zugenommen hat nur das Greenwashing.

Daraus zwei Zitate

Das Bild einer entmaterialisierten Netzwerkgesellschaft blendet die sozialen und ökologischen Kosten der Herstellung und Entsorgung von Computern aus.

und

So entspricht die für die Herstellung eines PCs notwendige Menge an Rohstoffen in etwa der Menge, die für die Herstellung eines durchschnittlichen Sportwagens notwendig ist.

Das hätte ich nun doch nicht gedacht. Wie beim PC entfallen auch beim Auto übrigens 80% der Umweltbelastung auf die Herstellung. Also: Oldies fahren! Die sind zudem ja auch noch viel schöner.

Digitaltechnik und Nachhhaltigkeit

Thursday, 01 September 2016

„Schluss mit dem Routerzwang“ – Radiosendung im Deutschlandfunk

Deutsch – Max's weblog | 16:44, Thursday, 01 September 2016

Heute war ich beim Deutschlandfunk zu einer Radiosendung über den Routerzwang eingeladen. Wir haben etwa eine Stunde lang darüber geredet, warum es so wichtig ist, dass wir seit dem 1. August endlich Routerfreiheit in Deutschland haben, was das für Verbraucher bringt und welche Fragen noch ungeklärt sind.

Zusammen mit den beiden anderen Gästen, Marleen Frontzeck von teltarif.de und Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen, haben wir mit dem Moderator Römermann aber auch weitere Aspekte angeschnitten, etwa W-LAN-Sicherheit und Freifunk-Netzwerke. Insgesamt war es eine sehr angenehme und hoffentlich für möglichst viele Menschen auch informative Sendung. Und da es mein erstes Radio-Interview war, zumal auch noch live, freut mich das ganz besonders.

Eine kurze Zusammenfassung gibt auf der Deutschlandfunk-Webseite, von wo man auch die Audio-Aufnahme herunterladen bzw. direkt anhören kann. Für Archivierungszwecke stelle ich die komplette Sendung auch im freien ogg-Format hier zum Download bereit.

Sunday, 28 August 2016

Was ich am 27.08.2016 gelernt habe

fsfe – softmetzbetrieb | 12:55, Sunday, 28 August 2016

Meine Oma pflegte zu sagen „Man kann alt werden wie’ne Kuh, man lernt immer was dazu!“. Jetzt kann man natürlich darüber nachdenken, ob die Lebenserwartung von modernen Kühen noch angemessen für den Wissenserwerb ist, aber natürlich habe ich auch heute wieder was gelernt:

Saturday, 27 August 2016

Mein neues altes Firefox-Tab-Management

fsfe – softmetzbetrieb | 12:17, Saturday, 27 August 2016

Es war gar nicht lange nachdem mich jemand auf die Tab-Gruppen in Firefox aufmerksam gemacht hat, dass diese aus Firefox wieder rausgeflogen sind. Ich hatte mich trotz einiger Unzulänglichkeiten sehr schnell daran gewöhnt, nur noch ein Fenster zu haben und die Tabs, die ich nicht brauche, in den Hintergrund packen zu können. Ich habe immer mal wieder in den Addons nach etwas brauchbarem gesucht und, wie ich finde, nun auch gefunden.

Tree Style TabSchon vor etwas längerer Zeit bin ich auf Tree Style Tab gestoßen. Diese Addon verschiebt die Tab-Leiste an den Bildschirmrand. Neben der Tatsache, dass die Tabs wesentlich weniger Platz brauchen und das leidige horizontale Scrollen in der Tab-Leiste entfällt, werden aus einem Tab geöffnete neue Tabs eingerückt unter dem Ursprungs-Tab angezeigt. Die Einrückungsstruktur überlebt meistens auch Neustarts und hilft sehr den Überblick zu behalten.

Neulich bin ich dTab-Liste nach Tastenkombinationann auf Tab Groups gestoßen. Dieses auf dem Tabgruppen-Original-Code beruhende Addon stellt die verlorene Funktionalität wieder her. Und noch mehr. Die Tab-Gruppen lassen sich verschieden dargestellt anzeigen, so dass man für den jeweiligen Anwendungsfall die passende Sicht bekommt. Aber richtig toll finde ich die Möglichkeit, über die Tastatur zwischen den Gruppen nach links und rechts zu wechseln sowie – Trommelwirbel – nach Tab-Namen zu suchen und direkt zum Tab zu springen. Zuguterletzt kann man die Tabs noch Sichern und Wiederherstellen. Das einzige Manko bisher ist leider, dass die Tabgruppen nicht mit dem Firefox Sync synchronisiert werden, aber vielleicht kommt das noch. Auf jeden Fall eine prima Sache.

Mit diesen beiden Addons habe ich nun ein vermisstes Feature und noch viel mehr zurückbekommen.

Was ich am 26.08.2016 gelernt habe

fsfe – softmetzbetrieb | 11:34, Saturday, 27 August 2016

Meine Oma pflegte zu sagen „Man kann alt werden wie’ne Kuh, man lernt immer was dazu!“. Jetzt kann man natürlich darüber nachdenken, ob die Lebenserwartung von modernen Kühen noch angemessen für den Wissenserwerb ist, aber natürlich habe ich auch heute wieder was gelernt:

Friday, 26 August 2016

FrOSCon 2016 – Ein Rückblick

Deutsch – Max's weblog | 13:57, Friday, 26 August 2016

froscon1For English readers: This is a short report about the last FrOSCon conference with some pictures and the talk recordings. Have a look at Polina’s talk (second video), it’s in English!

Letztes Wochenende, am 20. und 21. August, fand in Sankt Augustin bei Bonn die 11. Ausgabe der FrOSCon statt, einer Konferenz zu Freier Software. Auch dieses Jahr war die FSFE mit einem Stand vertreten, an dem wir viele interessante Gespräche geführt und einen Ausschnitt unserer aktuellsten T-Shirts und weiterer Artikel präsentiert haben.

Dank zweier toller Helfer, Gabriele und Constantin, war diese FrOSCon ein voller Erfolg. Polina Malaja aus dem Berliner FSFE-Büro und ich, die dieses Jahr die Hauptorganisation übernommen haben, konnten am Montag mit vollster Zufriedenheit nach Hause fahren.

Videoaufzeichnung der Vorträge

Zufrieden konnten wir auch sein, weil unsere Vorträge wohl recht gut ankamen und wir die Zuhörer über hochaktuelle Themen – Routerzwang und Funkabschottung sowie den Digitalen Binnenmarkt und weitere Freie-Software-Themen auf EU-Ebene – auf den neuesten Stand bringen konnten. Dank des sehr professionellen Recording-Teams der FrOSCon sind schon jetzt die Videoaufzeichnungen unserer beiden Vorträge online.

Mein Vortrag mit dem Titel „Routerzwang und Funkabschottung – Was Aktivisten davon lernen können

<iframe allowfullscreen="allowfullscreen" frameborder="0" height="420" src="https://media.ccc.de/v/froscon2016-1738-routerzwang_und_funkabschottung_was_aktivisten_davon_lernen_konnen/oembed" width="700"></iframe>

Und Polinas sehr spannender Vortrag auf Englisch unter dem Titel „DSM, EIF, RED: Acronyms on the EU level and why they matter for software freedom„:

<iframe allowfullscreen="allowfullscreen" frameborder="0" height="420" src="https://media.ccc.de/v/froscon2016-1797-dsm_eif_red_acronyms_on_the_eu_level_and_why_they_matter_for_software_freedom/oembed" width="700"></iframe>

In diesem Sinne freuen wir uns auf die kommenden Events mit FSFE-Beteiligung. In Deutschland wären dies unter anderem der FSFE Summit Anfang September, die OpenRheinRuhr Anfang November, der ChaosCommunicationCongress kurz nach Weihnachten und natürlich die FOSDEM in Brüssel im neuen Jahr.

Thursday, 25 August 2016

Was ich am 25.08.2016 gelernt habe

fsfe – softmetzbetrieb | 21:11, Thursday, 25 August 2016

Meine Oma pflegte zu sagen „Man kann alt werden wie’ne Kuh, man lernt immer was dazu!“. Jetzt kann man natürlich darüber nachdenken, ob die Lebenserwartung von modernen Kühen noch angemessen für den Wissenserwerb ist, aber natürlich habe ich auch heute wieder was gelernt:

Wednesday, 24 August 2016

Jackson in Apache TomEE 7.0 im CXF-RS-Webclient und JAX-RS-Client verwenden

fsfe – softmetzbetrieb | 19:43, Wednesday, 24 August 2016

Beim Versuch den JSON-Provider Jackson zum Deserialisieren im CXF-Rest-Client bzw. dem JAX-RS-Client-API in TomEE 7 zu verwenden, kommt es zu der Situation, dass Apache Johnzon gezogen wird, egal was in TomEE konfiguriert wird.

Ich hatte die Frage auf Stackoverflow gestellt und als Antwort erhalten, dass Jackson sich als Provider für */* registriert, Johnzon für application/json und die Wahl des Providers einen Best-Match-Algorithmus verwendet.

Die Lösung besteht darin, Jackson zu erweitern und entsprechend zu annotieren:

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@Produces(MediaType.APPLICATION_JSON)
@Consumes(MediaType.APPLICATION_JSON)
public class NarrowJacksonJaxb‌JsonProvider
extends com.fasterxml.jackson.jaxrs.json.JacksonJaxb‌JsonProvider {}