Planet Fellowship (de)

Monday, 29 May 2017

Idee: Wiki zu gesellschaftspolitischen Positionen von Prominenten

Deutsch – Max's weblog | 10:15, Monday, 29 May 2017

CC-BY-SA 3.0 Sandro Halank / CC-BY 2.0 Ronnie Macdonald

CC-BY-SA 3.0 Sandro Halank / CC-BY 2.0 Ronnie Macdonald

Alles begann, als mein Mitbewohner Lars und ich uns eines morgens fragten: „Mit wem würden wir lieber ein Bier trinken gehen, Thomas de Maizière oder Jens Lehmann?“.

Zu de Maizière hatten wir beide eine recht eindeutige Meinung, aber bei Lehmann waren wir uns nicht sicher, ob wir uns mit ihm verstehen würden. Lars meinte sich zu erinnern, dass er ein merkwürdiges Gesellschaftsbild hätte, allerdings zeigte ein Blick auf Lehmanns Wikipedia-Artikel, dass er gemeinnützig sehr engagiert ist. Was nun? Würden wir uns mit dem Ex-Nationaltorwart bei einem gemütlichen Bier gut verstehen oder schon nach wenigen Minuten in einer heftigen Diskussion über Geschlechterbilder enden?

„Man bräuchte eine Wikipedia über gesellschaftspolitische Positionen von A-Prominenten“, sagte Lars, womit er meiner Meinung nach absolut Recht hat. Denn eine solche Sammlung zu politischen Einstellungen würde gleich mehreren Aufträgen dienen:

  • Prominente hübschen oft ihr Portfolio durch öffentlichkeitswirksame Aktionen wie Spendengalas oder ein paar Fototerminen mit armen Kindern in Drittweltländern auf, weichen aber in ihren Aussagen manchmal erkennbar von einem menschenfreundlichen Bild ab. Gerade bei politischen Akteuren ist eine gewisse Transparenz der gesellschaftlichen Grundeinstellungen wünschenswert.
  • Aus wissenschaftlicher Sicht ist ein Vergleich der „inszenierten“ Außendarstellung und der (vermeintlichen) eigentlichen Einstellung höchst interessant. Auch ein Abgleich der öffentlichen Einschätzung zu bestimmten Prominenten und der eigentlichen Positionen wäre sicherlich spannend und mit einer entsprechenden Datenbank gut durchzuführen.
  • Ein solches Wiki würde kritisches Denken fördern und etwa inhaltsleeren, rein auf Emotionen zielenden Wahlplakaten und Hochglanzbroschüren zumindest ein bisschen Macht entziehen.
  • Es würde ebenfalls widersprüchliche Positionen von Prominenten oder deren Wertewandel aufzeichnen.

Wie könnte ein solches Wiki gestaltet sein? Erste Ideen kreisten um eine Auflistung bestimmter gesellschaftspolitischer Fragen und wie die Person dazu eingestellt ist, also etwa Einstellung zu Geflüchteten, verschiedenen Geschlechterbildern, Hilfe von sozial schwächer Gestellten, Behinderung, Ehrenamt, Ehe und Partnerschaft, Religion und so weiter. Weiterhin wäre es spannend, eine Person auf einem zweiachsigen politischen Kompass einzuordnen (wie es etwa politicalcompass.org tut).

Ganz offensichtlich bräuchte es ebenso wie das große Vorbild Wikipedia eine große Anzahl von Freiwilligen, die Inhalte einstellen und ab einem gewissen Level auch moderieren und organisieren. Und natürlich müsste es einen wohldefinierten Codex geben, in dem beispielweise festgehalten wird, welche Arten von Quellen überhaupt für die Einschätzung von politischen Positionen zulässig sind (etwa nur direkte Interviews und keine Aussagen von Dritten).

Nichtsdestotrotz würde ein solches Wiki natürlich auch einige Risiken bergen:

  • Die Gefahr einseitiger oder gar verfälschter Eintragungen ist hoch. Man müsste große Warnungen anzeigen, wenn es bisher nur wenige Quellenangaben und Mitarbeitende an einem Eintrag gegeben hat.
  • Man bräuchte viel Moderation, die gewährleistet, dass eine Interpretation einer gewissen schriftlichen Aussage auch tatsächlich korrekt ist.
  • Die notwendigen Quellen sind nicht einfach zu beschaffen und auch sehr unübersichtlich, da wahrscheinlich hauptsächlich schriftliche Interviews oder Talkshows als Grundlage dienen müssten.
  • Sind Aussagen in Interviews in Zeitungen, Boulevardblättern und Talkshows überhaupts ausreichend, um die gesellschaftspolitische Einstellung eines Menschen zu beurteilen? Gegenfrage: Wenn nicht, wie kann man denn dann überhaupt etwa einer Politikerin „trauen“?

Man sieht, sehr kontrovers und ohne eindeutige Antwort. Was haltet Ihr von der Idee? Gibt’s sowas eigentlich schon? Und wo seht ihr Chancen und Risiken?

Sunday, 14 May 2017

Veranstaltungserinnerung: Der digitale Lebensraum – Wer bestimmt?

Do-FOSS | 15:10, Sunday, 14 May 2017

Wer verfügt darüber? – Pauluskirche & Kultur 2016-2017

Der digitale Lebensraum

Bild: Der digitale Lebensraum

Wie im Blogbeitrag vom 20.09.2016 angekündigt, wird Do-FOSS am 13. Juni 2017, um 19:00 Uhr mit dem Vortrag Der digitale Lebensraum – Wer bestimmt? zu Gast bei der Veranstaltungsreihe Wer verfügt darüber? in der Dortmunder Pauluskirche sein. In diesem Vortrag wird Do-FOSS die gesellschaftlichen Implikationen von Freier Software auf unsere Selbstbestimmtheit thematisieren und lädt zu einer anschließenden Diskussion.

Einen genaueren inhaltlichen Ausblick gibt es hier.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

The post Veranstaltungserinnerung: Der digitale Lebensraum – Wer bestimmt? appeared first on Do-FOSS.

Friday, 12 May 2017

Letzte Chance: Linuxwochen Linz 2017

gegenstrom. - Planet FSFE | 12:29, Friday, 12 May 2017

Linuxwochen Linz 2017

Hallo Planet!

Wer für das kommende Wochenende noch nicht vollends verplant ist, sollte sich die Linuxwochen Linz am Samstag und Sonntag etwas genauer ansehen.

Nur rund eine Zugstunde von Wien und kaum mehr von Salzburg entfernt, finden die Vorträge der Linuxwochen Linz im obersten Stock des Wissensturm (am Bahnhof) der Stadt Linz statt. Am nächsten Tag lädt der lokale Hackerspace /dev/lol zum gemeinsamen Hacken und Workshops ein.

Die Keynote am Samstag um 10:00 Uhr hält der Freie Software Aktivist und FSFE Koordinator von Österreich, Peter Bubestinger mit dem Thema:

Freie Software ist quasi überall. Sind wir jetzt fertig?

Dass unsere computerisiert-vernetzte Welt ohne Freie Software gar nicht mehr funktionieren
würde, ist nichts Neues. Aber inzwischen sehen sich sogar die größten Softwarehäuser der Welt
als leidenschaftliche Unterstützer von "Open Source", finanzieren FOSS Projekte - und 
öffentliche Ausschreibungen verlangen zunehmend eine Freie Lizenz.

Auf diese Errungenschaften können wir als FS-Community stolz sein, sie auch als Antrieb zu
nehmen und auf dieser Basis weitermachen. In diesem Vortrag werden wir diese Gegenwart
kritisch beleuchten um herauszufinden welchen Schafspelz die Wölfe diesmal tragen, wo es
Sinn macht hinzugreifen - und wo vielleicht sogar akuter Handlungsbedarf besteht.

Natürlich stellt die FSFE Österreich einen Info-Stand mit jeder Menge Material zum stöbern, Merchandising und am wichtigsten: Aufkleber! Wir freuen uns auf viele fruchtbare Gespräche mit euch und allen die Lust haben.

Großer Dank bereits an dieser Stelle an die Linzer FSFE Gruppe, die die Planung und Umsetzung der Linuxwochen in Linz 2017 übernommen hat!

Also: Eine Zugstunde ist keine Ausrede – wir sehen uns dort!

Liebe Grüße,
Chris

Tuesday, 02 May 2017

Mai? Neu!

fsfe – softmetzbetrieb | 20:54, Tuesday, 02 May 2017

<figure class="wp-caption alignnone" id="attachment_1859" style="width: 435px">This site under construction - Don't worry, it's gonna be cool... Homer's on the job, man!<figcaption class="wp-caption-text">Symbolfoto: An dieser Webpräsenz wird gearbeitet</figcaption></figure>

In den Anfängen des World Wide Web,  rannten alle wie bekloppt zu den Free Hostern und sicherten sich ein- bis zweistelige Mengen an MBytes für die eigene Seite.

Damit der eigene Heimat-Webpage etwas interessanter wurde, platzierte mensch solche Grafiken, die darauf hinweisen sollten, dass der Browser funktioniert und nur der Content fehlt. Oft genug blieb es dann bei dieser Ankündigung, ein Schelm wer böses denkt. 🙂

In Zeiten des Immer-an-Webs erschneint ein solcher Hinweis ziemlich anachronistisch, schließlich definiert mensch sich immer über den letzten Beitrag, und wenn der nicht kommt, ist mensch einfach inexistent (für das Web) oder so langweilig, dass ersiees nichtmal selbst dran denkt darüber zu berichten – ergo langweiliger als das Foto vom Mittagessen!!

Bei mir ist das natürlich anders. Es ist mehr passiert, als hier hin passt. Aber ich habe dieses Blog und ich werde ihnsiees nutzen! Doch Gemach, erst einmal erfinde ich mich neu und das kann noch etwas dauern.

Don’t worry, it’s gonna be cool… Homer’s on the job!

Monday, 17 April 2017

Masterplan Digitale Stadtverwaltung: Gemeinsame digitale Standards finden

Do-FOSS | 20:37, Monday, 17 April 2017

Stadt Dortmund bereitet Prozessveränderungen vor

Masterplan Digitales Dortmund

Bild: Masterplan Digitales Dortmund

In der Pressemitteilung Masterplan Digitales Dortmund – Das Projekt nimmt konkrete Formen an vom 04.04.2017 gibt die Stadt Dortmund die Aufteilung des Masterplans Digitales Dortmund in drei spezialisierte Masterpläne (Verwaltung, Bildung, Wirtschaft) bekannt. Zudem geht die Stadt näher auf die Herausforderungen einer digitalen Stadtverwaltung ein. Sie kommt in dieser Pressemitteilung zu dem Schluss, dass es das Ziel des Masterplans Digitale Stadtverwaltung sein muss, gemeinsame digitale Standards zu finden, um die Flexibilität im Bereich der sich stetig ändernden Anforderungen im IT-Umfeld zu erhöhen. Um eine solche Standardisierung zu erreichen, sieht die Stadt Bedarf an umfangreichen Prozessveränderungen innerhalb der Verwaltung.

Für Do-FOSS ist klar, dass es sich bei gemeinsamen Standards nur um Offene Standards handeln kann, denn nur diese garantieren eine herstellerunabhängige und wettbewerbsneutrale Flexibilität in Bezug auf zukünftige Anforderungen.

Die heterogene Vielfalt von Akteuren, mit denen eine Stadtverwaltung technisch kommunizieren muss, und ein dynamischer Softwaremarkt stellen eine Stadt bei der Findung gemeinsamer digitaler Standards vor besondere Herausforderungen. Zum einen ist es aus Sicht einer Stadtverwaltung nicht möglich vollumfänglich zu wissen, wer digitale Anbindung an sie sucht. Zum anderen ist es für eine Stadtverwaltung nicht möglich Entwicklungen auf dem Softwaremarkt im ausreichenden Maß vorherzusehen. Kommt es auf dem Markt zu Veränderungen, könnte eine Neuausrichtung der Softwarestrategie aufgrund von proprietären Bindungen an einzelne Marktteilnehmer notwendig werden. Dies ist in der Regel mit einem enormen finanziellen und organisatorischen Aufwand verbunden.

Offene Standards ermöglichen die technische Anbindung von unterschiedlichen Akteuren mit heterogener technischer Ausstattung. Dies gilt selbst dann, wenn diese Akteure der Stadt nicht bekannt sind und eine Vorabsprache mit allen Akteuren nicht möglich ist. Offene Standards sind das technisch konstante Bindeglied für eine sich stetig ändernde Softwareausstattung in einem dynamischen Softwaremarkt. Denn: Offene Standards nehmen einzelnen Akteuren die Aushandlung der technischen Einzelheiten ab, da sie bereits das Ergebnis einer Aushandlung auf übergeordneter Ebene darstellen. Somit helfen Offene Standards, Komplexität für alle Beteiligten zu reduzieren.

Auszug der Pressemitteilung vom 04.04.2017 im Wortlaut

Ziel: Gemeinsame digitale Standards finden

Demgegenüber ist das Handlungsfeld Verwaltung mit einer Vielzahl von Produkten konfrontiert, die unterschiedlichen gesetzlichen oder technischen Rahmenbedingungen unterliegen. Die Produktpalette ist vielfältig und sehr breit gestreut, sie reicht von freiwilligen bis zu pflichtigen Leistungen. Ziel wird es daher sein, digitale Standards für diese Produkte zu finden. Für diese Standardisierung werden jedoch umfangreiche Prozessveränderungen erforderlich. Auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen befinden sich durch die Bundes- und Landesgesetzgebung zum eGovernment im Umbruch.

Was bedeuten Offene Standards in der alltäglichen Praxis? – Ein Beispiel anhand der städtischen Pressemitteilungen

The Document Foundation hat bereits mit Schreiben vom 01.08.2016 an die Stadt Dortmund auf das Format der Pressemitteilungen der Verwaltung hingewiesen. Diese werden aktuell im proprietären DOC-Format veröffentlicht. Würde die Stadt Dortmund ihre Pressemitteilungen jedoch im ODF-Format veröffentlichen, so könnten alle Bürgerinnen und Bürger diese unabhängig von der eingesetzten Software und ihren finanziellen Möglichkeiten lesen. Schließlich handelt es sich beim ODF-Format um einen offenen Standard. Software, welche diesen Standard lesen kann ist frei und plattformunabhängig verfügbar.

Wie Do-FOSS in der Pressemitteilung Stadt Dortmund drängt Presse in technische Abhängigkeit vom 25.10.2015 dargestellt hat, wird aber nicht nur Bürgerinnen und Bürgern der Zugang zur Software eines bestimmten Herstellers unterstellt. Auch Institutionen wie die Presse werden in eine bestimmte technische Richtung gedrängt.

Die Umsetzung einer Strategie der Offenen Standards im Bereich der Pressemitteilungen erfordert keine fernliegenden Lösungen. Bereits heute setzt die Stadt Dortmund ein Office Paket ein mit dem im ODF-Format gespeichert werden kann. Nachdem die Stadt Dortmund der Öffentlichkeit bereits einen Freien Dokumentenaustausch zugesagt hat, wäre es eine Möglichkeit, dass dieser technisch sehr leicht umzusetzende Schritt Eingang in die städtischen Überlegungen für gemeinsame digitale Standards findet.

Aus Eins mach Drei: Endbündelung der Masterplan-Handlungsfelder

Neben der Formulierung der Zielvorgabe in Bezug auf die Standardisierung der Verwaltungs-IT, geht die Pressemitteilung auf eine wesentliche organisatorische Änderung ein: Der Masterplan Digitales Dortmund wird in drei Masterpläne aufgeteilt, um der unterschiedlichen Dynamik und den unterschiedlichen Zielsetzungen der Handlungsfelder Verwaltung, Bildung und Wirtschaft gerecht zu werden. Die Masterpläne tragen die naheliegenden Namen:

  • Masterplan Digitale Stadtverwaltung
  • Masterplan Digitale Bildung
  • Masterplan Digitale Wirtschaft

Fazit

Die IT-Landschaft der Stadt Dortmund befindet sich aktuell in einer bewegten Phase. Es ist positiv hervorzuheben, dass die Stadt Dortmund den Wert von gemeinsamen Standards erkannt hat. Do-FOSS sieht in den Prozessveränderungen die Chance bestehende Herstellerabhängigkeiten über Offene Standards und Freie Software zu reduzieren sowie Perspektiven für ein eigenständiges digitales Dortmund zu entwickeln.

Do-FOSS wird diese Entwicklung weiter begleiten und sieht den weiteren Entwicklungen der digitalen Masterpläne entgegen.

Dokumente zum Herunterladen

Die Pressemitteilung der Stadt Dortmund vom 04.04.2017, kann hier heruntergeladen werden. Das Schreiben von The Document Foundation kann hier heruntergeladen werden.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

The post Masterplan Digitale Stadtverwaltung: Gemeinsame digitale Standards finden appeared first on Do-FOSS.

Einmal Fahrrad gestohlen und zurück

Deutscher Planet – Dreierlei | 12:42, Monday, 17 April 2017

Zusammenfassung: Vor kurzem wurde mir mein Fahrrad gestohlen und ich fand es danach um die Ecke. Deshalb merke: Gegend absuchen beim Fahrradklau.

Vor kurzem in Berlin. Ich bin nur kurz in meine Lieblingskneipe um ein Radler mit dem Barkeeper zu trinken. Mein Fahrrad habe ich direkt vor der Tür in den Fahrradständer gestellt und abgeschlossen. Zwar nicht an einen festen Gegenstand fixiert, aber eben mit einem dickem Fahrradschloss in sich selbst abgeschlossen.
Ungefähr eine halbe Stunde später gehe ich wieder vor die Türe und mein Fahrrad ist weg!
Geklaut.
Scheiße.
Schon mein drittes Fahrrad in 5 Jahren…

Dann schießt mir ein Gedanke durch den Kopf: Wenn ich das Fahrrad richtig abgeschlossen nur nicht angeschlossen habe, dann könnte es doch sein, dass der Dieb vielleicht gar nicht das passende Werkzeug dabei gehabt hat um mein dickes Schloss zu durchtrennen? Vielleicht ist es ein Gelegenheitsdieb, der mein Fahrrad gesehen hat und sich diesen Fang nicht entgehen lassen wollte … – aber weil er nicht das passende Werkzeug dabei hatte, hat er es vielleicht nur irgendwo hin gestellt, quasi “für später”, wenn er mit dem richtigen Werkzeug kommen kann?

Also laufe ich die Straße ab und suche mein Fahrrad. Und siehe da, nur 30m weiter, in einem Haufen von Sperrmüll, da steht es! Ich mache Luftsprünge und freue mich über das unverhoffte Wiederfinden meines Fahrrads. Und der Schlüssel passt auch noch ; )

Deshalb mein Tipp: Wenn mal (wieder) dein Fahrrad geklaut wurde, dann suche erstmal die Gegend ab. Vielleicht hat es der Dieb nur schnell irgendwo weggestellt um es später oder am nächsten Tag mit dem entsprechenden Equipment mitzunehmen.

Sunday, 16 April 2017

Freie Software: Eine Infrastrukturaufgabe

Wolfgang Romeys FSFE-Blog | 12:42, Sunday, 16 April 2017

Ich habe gerade “Die schöne Utopie” von Rainer Fischbach gelesen, wie alle seine Bücher ist es sehr interessant und anregend. Auf Seite 83 schreibt er Folgendes zu Freier Software:

Freie bzw. offene Software wird deshalb nur in dem Maße zu einem verallgemeinerbaren Modell werden, das sich auch jenseits der Inseln, auf denen es heute prosperiert, zu verbreiten vermag, in dem ihr Charakter als öffentliche Infrastruktur und öffentliches Gut politisch wahrgenommen und zum Motiv für den Aufbau entsprechender, auch Öffentlich finanzierter, Einrichtungen wird. Solange sie zufälligen individuellen Neigungen oder einzelnen kommerziellen Interessen überlassen bleibt, wird sie das Bild ungleichmäßiger und zum Teil wenig verlässlicher Qualität nicht hinter sich lassen. Doch das wäre an der Zeit. Eine Gesellschaft, in der die digitale, elektronische Kommunikation und der Zugang zu entsprechenden Diensten eine der Bewegung und dem Treffen auf öffentlichen Wegen und Plätzen gleichwertige Bedeutung erlangt hat, muss dafür auch eine öffentliche Infrastruktur schaffen. Öffentlich finanzierte offene Software kann dabei eine entscheidende, doch nicht die einzige Rolle spielen. Hier liegt eine der vielen staatlichen Infrastrukturaufgaben, von denen MASON keine Vorstellung zu haben scheint.

In einer Diskussion auf der fsfe-de-Liste ist der Gedanke, daß Software öffentlich finanziert werden müsse, auf heftige Ablehnung bei einigen gestoßen, was mich sehr überrascht hat. Ich bin deshalb gespannt, wie diese Aussage gesehen wird.

Wednesday, 12 April 2017

Eine neues Kampagnentool: Der Digital-o-Mat

Deutscher Planet – Dreierlei | 15:31, Wednesday, 12 April 2017

Zusammenfassung: Die Koalition Freies Wissen hat das Konzept des Wahl-o-Mat verwendet um einen Digital-o-Mat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zu erstellen: https://www.digital-o-mat.de/. Der Digital-o-Mat basiert auf Freier Software und wird von dieser Koalition auch zur Bundestagswahl 2017 eingesetzt werden.

Der Free Software Foundation Europe (FSFE) ist es mit ihren Ask Your Candidates-Kampagnen schon immer ein Anliegen gewesen, gerade auch die Wahlkampfzeiten zu nutzen um Kandidierende und Parteien zum Thema Freie Software zu befragen und zu durchleuchten. Letztes Jahr haben wir uns dann anlässlich der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin erstmalig mit anderen NGOs zu einer Koalition Freies Wissen zusammengeschlossen, um gemeinsame Wahlprüfsteine zu versenden. Zu der Koalition gehören neben der FSFE das Bündnis Freie Bildung, der Digitale Gesellschaft e.V., Freifunk, die Open Knowledge Foundation DE und Wikimedia DE.

<figure class="wp-caption alignright" id="attachment_2096" style="width: 300px"><figcaption class="wp-caption-text">Ein beispielhaftes Ergebnis des Digital-o-Mat</figcaption></figure>Aus dieser Koalition ist die Idee eines Digital-o-Mat hervorgegangen. Vorbild dafür war der Wahl-o-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung. In insgesamt acht Fragen können interessierte Wähler mit Hilfe des Digital-o-Mat ihre eigenen Präferenzen zu netzpolitischen Themen mit denen der in NRW antretenden Parteien abstimmen. Die Themen decken dabei Bildung, Freifunk, Freie Software und vieles mehr ab. Sobald man selbst die acht Fragen beantwortet hat, bekommt man automatisch ein Ergebnis der eigenen Meinung im Vergleich zu den Parteien präsentiert.

Unter diesem Ergebnis findet man zudem die detaillierteren Positionen der Parteien aufgeschlüsselt. Diese wurden von den Parteien für unseren Digital-o-Mat selbst erstellt.

<figure class="wp-caption aligncenter" id="attachment_2095" style="width: 754px"><figcaption class="wp-caption-text">Aufgeschlüsselte Antworten der Parteien, beispielhaft</figcaption></figure>

Solltest du nicht in Nordrhein-Westfalen wohnen, wirst du dieses Jahr zur Bundestagswahl erneut die Chance haben, den Digital-o-Mat als Wahlhilfe zu verwenden. Aber auch wenn du bei dieser Landtagswahl nicht wählen darfst, hilft der Digital-o-Mat dabei eine grobe Orientierung über die generellen Positionen der Bundesparteien zu aktuellen netzpolitischen Themen zu gewinnen.

Die zu Grunde liegende Software ist Freie Software und kann und darf und soll für andere Wahlen adoptiert, verändert, angepasst und wiederverwendet werden!
Code: GitHub; Lizenz: MIT

Federführend für dieses Projekt zeichnet sich Wikimedia Deutschland. Erstmalig in die Koalition hinzugesellt hat sich zudem der Chaos Computer Club. Das Logo stammt von Elio Qoshi von Ura / Open Source Design.

Tuesday, 11 April 2017

Presseartikel im Tagesspiegel: Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft

Do-FOSS | 19:50, Tuesday, 11 April 2017

Informationsfreiheitsanfrage aus 2014 der FSFE und Do-FOSS belegt die Aushebelung des Wettbewerbsrechts am Beispiel der Stadt Dortmund

Presseartikel

Bild: Presseartikel

Das multinational aufgestellte Journalistenteam von Investigate Europe hat die vorherrschende Praxis bei der Beschaffung digitaler kritischer Infrastrukturen durch die europäischen Verwaltungen beleuchtet. Für die Recherche wurde auch Do-FOSS befragt. Das Ergebnis der journalistischen Untersuchung mit dem Titel Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft gibt es als Online-Artikel vom 10.04.2017 auf Tagesspiegel.de oder als Printausgabe des Tagesspiegels ebenfalls vom 10.04.2017. Die Konsequenz aus den Recherchen ist für das Team von Investigate Europe klar. So titelt die Printausgabe: Ohne Zugang zum Quellcode keine digitale Souveränität.

Do-FOSS teilt diese Ansicht und freut sich zu dem Artikel durch die eigene Arbeit zur Aufarbeitung der Ausschreibungspraxis der Stadt Dortmund beigetragen zu haben. Aus Sicht von Do-FOSS ist vor allem der Teil des Artikels hervorzuheben, der die Stadt Dortmund direkt betrifft. Denn die Stadt Dortmund ist in dem Artikel Beispiel für die Aushebelung des Wettbewerbs und Vergaberechtsbruchs bei der Softwarebeschaffung. Die Zusammenarbeit zwischen der Free Software Foundation Europe (FSFE) und Do-FOSS förderte dies bereits 2014 mittels einer Informationsfreiheitsanfrage an die Öffentlichkeit. Wie der Wettbewerb und das Vergaberecht systematisch gebrochen werden, beschreibt der Artikel wie folgt.

Zitat aus dem Artikel des Tagesspiegels „Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft“

[…]
Zentrale Regierungsbehörden müssen alle Aufträge im Wert von mehr als 135 000 Euro europaweit öffentlich ausschreiben. Für alle anderen öffentlichen Stellen gilt das ab einem Volumen von 209 000 Euro. Beim Kauf der Standardsoftware für ihre Verwaltung setzen Europas Regierungen dieses geltende Recht zugunsten des Hoflieferanten Microsoft einfach kollektiv außer Kraft.

Bizarre Verfahren statt Wettbewerb

Dazu bedienen sie sich eines bizarren Verfahrens. Ohne Ausschreibung handeln sie mit dem US-Konzern Rabatte aus und schließen darüber Rahmenverträge ab. Denen können alle öffentlichen Körperschaften beitreten. In den folgenden Ausschreibungen suchen diese dann nur noch nach Händlern, die ihnen Microsoft-Lizenzen zu diesen Bedingungen verkaufen. Wettbewerb um diese öffentlichen Aufträge findet nicht statt.

So auch in Deutschland. Hier vereinbarte das Bundesinnenministerium (BMI) zuletzt 2015 neue „Konditionenverträge“ mit der irischen Niederlassung von Microsoft, über die der Konzern sein Europageschäft steuersparend abwickelt. Die darin genannten Rabatte können dann alle Behörden vom Bundesministerium bis zur kleinen Kommune in Anspruch nehmen. In einer „Ausschreibung“ sucht da zum Beispiel die Stadt Dortmund [Hervorhebung durch d. Verf.] nur noch einen „Handelspartner zum Microsoft-Volumenlizenzvertrag BMI“.

Das sei etwa so, als wenn der Staat den Kauf von Autos nur unter den Händlern von Volkswagen ausschreibe, spottet der niederländische Jurist Matthieu Paapst, der die Software-Beschaffung der öffentlichen Hand für seine Doktorarbeit an der Universität Groningen untersucht hat. Sein Fazit: „Die Praxis, Microsoft-Produkte für die öffentliche Verwaltung ohne offene Ausschreibung zu beschaffen, bricht das geltende EU-Recht.“
[…]

Fazit

Der Ausschnitt des Artikels könnte nahelegen, dass es sich um ein reines Vergaberechtsproblem handeln würde. Aber es geht nicht nur um Wettbewerb und die Wahrung des Vergaberechts. An anderer Stelle des insgesamt sehr lohnenswerten Artikels, gibt der Informatiker und Jurist Martin Schallbruch, der bis 2016 Abteilungsleiter für Informationstechnik und Cybersicherheit im Bundesinnenministerium war, warnend zu Bedenken: [Mit dieser Entwicklung] laufen die Staaten Europas Gefahr, die Kontrolle über ihre eigene IT-Infrastruktur zu verlieren. Für Do-FOSS ist klar: Es geht darum die kommunale Selbstverwaltung in der digitalen Welt zu erhalten. Die Stadt Dortmund könnte im Rahmen des Masterplans Digitales Dortmund diesbezüglich eine führende Rolle einnehmen.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

The post Presseartikel im Tagesspiegel: Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft appeared first on Do-FOSS.

Wednesday, 05 April 2017

Treffen der FSFE-Gruppe Franken am 15. März 2017

Florian Snows Blog » de | 18:31, Wednesday, 05 April 2017

Am 15. März fand nach einer etwas längeren Unterbrechnung wieder ein Treffen der FSFE-Gruppe Franken statt und zwar im K4CG in Nürnberg. Christian und ich hatten uns überlegt, dass wir abwechselnd ein Arbeitstreffen und ein soziales Treffen machen sollten, so dass wir auch Ziele stecken und erreichen können. Dieses Treffen war nach unserem Plan ein Arbeitstreffen.

Da wir erst noch gemeinsam etwas essen wollten, kam der soziale Teil dann doch zuerst und wir sprachen über verschiedene Themen. Aber es war auch nicht so gedacht, dass die Arbeitstreffen keine soziale Komponente haben sollten oder bei den sozialen Treffen nichts gearbeitet werden darf. Es ging ja nur darum, was im Vordergrund stehen sollte. Es wurde der Wunsch geäußert, mehr technische Themen zu behandeln um mehr Menschen anzuziehen. Das Problem dabei ist, dass man dann ein ähnliches Publikum wie Hackerspaces anzieht und nicht die breite Allgemeinheit, die wir gerne hätten. Außerdem ist Freie Software ein größeres Thema als nur der technische Teil. Ich denke wir sollten auf solche Wünsche aber eingehen, damit wir möglichst viele verschiedene Interessen abdecken können.

Außerdem kam die Frage auf, wie man damit umgeht, wenn nicht-technikaffine Menschen Bedenken zwecks Freiheit und Privatsphäre wegwischen oder ignorieren. Am besten erscheint eine anhaltende, aber höfliche Konfrontation mit dem Thema, denn steter Tropfen höhlt den Stein. Eine andere Möglichkeit wäre, Termine zu verpassen wenn diese Beispielsweise nur über Facebook angekündigt werden. Dies könnte einen Lerneffekt erzeugen und am Ende zur Nutzung einer besseren Lösung führen.

Ein weiteres Thema waren freie Messenger. Der relativ junge Messenger Matrix wurde genannt und wurde dafür kritisiert das Rad zumindest teilweise neu zu erfinden, aber auch dafür gelobt, bestehende Protokolle zu integrieren. So könnte sich Matrix eventuell wirklich eine Brücke zwischen verschiedenen Welten schlagen. GNU Ring wurde auch genannt als Alternative zu JitsiMeet und natürlich zu unfreien Messengern mit Videotelefonie. Bisher nutzen die meisten Teilnehmer XMPP und die meisten haben damit keine Probleme. Vor allem Conversations wurde hier als sehr positives Beispiel genannt, weil dieser Messenger vieles ohne große Konfiguration richtig, d.h. so wie erwartet macht. Rocketchat wurde genannt als Beispiel für Software, die etwas ersetzt, was gut funktioniert, weil es Slack imitiert, was widerum eine unfreie Imitation von IRC ist. IRC funktioniert aber nach wie vor und ist mit einer Vielzahl an Clients zugänglich.

Anschließend kamen wir zu unserem ersten Arbeitspunkt, der Diagnose unserer Mailingliste. Wir hatten immer wieder Schwierigkeiten damit, dass Mails gefiltert wurden und wir nicht feststellen konnten, woran das liegt. Diese Mails wurden auch nicht einfach in die Moderationsqueue geschoben, sondern gelöscht und dem Listen-Admin zugeschickt. Nach einigen Test-Mails (die Zustellung wurde dafür vorübergehend auf die Teilnehmer des Treffens beschränkt) konnten wir das Problem identifizieren: Bei zugelassenen MIME-Types fehlten multipart/signed und application/pgp-signature. Letzteres hätte auch weggelassen werden können, aber filtert man den ersten Teil weg, bleibt eine leere Nachricht, die Mailman dann verwirft. Da einige Kommunikationspartner ihre Mails signieren möchten, wurde auch das direkte Zustellen von Anhängen erlaubt. Ein Teilnehmer signiert öffentlich verfügbare Mails nicht, um die Schlüsselzuordnung im Zweifelsfall abstreiten zu können, aber da die Mehrheit der Meinung war, dass signierte, unverschlüsselte Mails sinnvoll sind, wurde dies ermöglicht. Der Footer, den Mailman einfügt, wird aber die Prüfung der Signatur fehlschlagen lassen. Eventuell schalten wir den Footer auch noch aus.

Danach legten wir unsere Ziele für dieses Jahr fest. Dies war der zweite wichtige Arbeitspunkt für dieses Treffen. Bisher haben wir uns einfach überlegt, was wir als Gruppe unternehmen könnten und haben das irgendwann auch getan. Um das ganze aber etwas strukturierter zu gestalten und nicht eher zufällig Aktivitäten auszuwählen, stand am Anfang die Frage danach, was wir erreichen möchten. Die Antwort hierauf war, dass einige Teilnehmer durchaus mit einer reinen Diskussionsveranstaltung zufrieden sind, andere aber die breitere Öffentlichkeit auf Freie Software aufmerksam machen möchte. In einem zweiten Schritt konnten wir dann Aktivitäten auswählen, die uns diesem Ziel näherbringen. Ein Punkt, ist, dass wir gerne einen Vortrag/Workshop an der Technischen Hochschule Nürnberg halten möchten. Es gibt dort eine “Arbeitsgruppe Open Source”, aber es werden offenbar zur Zeit auch die Computerräume auf Windows umgestellt. Wir möchten uns mit den Studenten unterhalten und Sie über Freie Software informieren. Außerdem möchten wir dieses Jahr wieder gerne einen Stand zum Software Freedom Day organisieren. Der letzte Stand in Bamberg verlief recht erfolgreich und wir möchten daran, wahrscheinlich in Nürnberg anknüpfen. Als letzte Aktivität kam wieder ein Pecha-Kucha-Vortrag auf. Hier haben wir ein interessantes Publikum und es gibt in der Gegend einige Veranstaltungen in diesem Format. Beim nächsten Arbeitstreffen möchten wir dazu Folien entwickeln und werden vorab einzeln schon einmal Ideen sammeln.

Vor unserem letzten größeren Arbeitsthema, der Terminfestlegung für das aktuelle Jahr, kamen ein paar interessante technische Themen auf. Wir sprachen über Hardware, mit der man GPG-Verschlüsselung durchführen kann, d.h. Hardware, auf der man in Software eine Smartcard abbildet. Dies hat den Vorteil, dass man nicht auf die unfreien Teile echter Smartcards angewiesen ist und den Verschlüsselungscode überprüfen kann. Der Nitrokey ist bereits ein solches Design, aber es kam die Idee auf, hier potentere Hardware zu verwenden, die sich weiterhin über USB mit Strom versorgen lässt, die aber größere Schlüsselgrößen ermöglicht. Durch die Speicherung des Schlüsselmaterials in der CPU selbst kann hier ein ähnliches Sicherheitsniveau wie bei Smartcards erreicht werden, zumindest sofern der Autor das richtig verstanden hat.

Ein anderes Thema waren die spannenden Entwicklungen rund um RISC V, einer freien Architektur, an der aktuell sehr großes Interesse besteht, das sie sehr effizient ist und auch die dahinterstehende Stiftung viele wichtige Mitglieder der Branche hat. Außerdem sprachen wir auch noch über die Möglichkeit mit Freier Software, Android-Apps zu entwickeln. Leider gab es hier außer des veralteten Replicant-SDKs keine gute Möglichkeit an Googles EULA vorbeizukommen. Hier besteht also noch Entwicklungsbedarf.

Zu guter letzt legten wir die Termine für dieses Jahr fest. Es gab Anfragen, nicht immer Wochenendtermine zu nehmen und für einige (potentielle) Teilnehmer sind auch Termine tagsüber besser unterzubringen. Auch die veränderte Ortsverteilung musste berücksichtigt werden. Inzwischen sind alle regelmäßigen Teilnehmer aus Nürnberg, aber es gibt immer noch Menschen, die uns gerne in Bamberg besuchen. Deswegen haben wir uns jetzt auf eine Dreierrotation geeinigt, d.h. wir treffen uns zweimal in Nürnberg, einmal in Bamberg. Dadurch sind auch die Arbeitstreffen gut verteilt und wir haben die Flexibilität, auch einen anderen Ort aufzunehmen, wenn dort Interesse besteht. Die genauen Termine gibt es im FSFE-Wiki, aber wir haben dieses mal bunt gemischt, sowohl was Wochentage betrifft, als auch die Tageszeit. Mal sehen, wie das Besucheraufkommen dann wird.

Das nächste Treffen findet am 25. April 2017 ab 19:00 Uhr im K4CG statt und ist dann ein Treffen mit Vortrag oder Video am Anfang.

Wednesday, 29 March 2017

Vorschläge zur Förderung von Open Science im Rahmen des OGP

Deutscher Planet – Dreierlei | 09:21, Wednesday, 29 March 2017

Die Wissenschaftskulturen haben sich fachübergreifend geöffnet und Open Science ist fester Bestandteil im Leitbild guter wissenschaftlicher Praxis. Akademikerinnen und Akademiker nehmen Elemente der Open Science als genuine Bestandteile ihrer wissenschaftlichen Arbeit wahr. Standards der Open Science, etwa kollaborative und kontributive Forschung, sind fest in der akademischen Praxis und Ausbildung implementiert. Öffentlich finanzierte und öffentlich ko-finanzierte Forschungsdaten und Forschungsergebnisse werden stets, privat finanzierte überwiegend offen publiziert, um ihre Wahrnehmbarkeit im akademischen Diskurs und darüber hinaus zu gewährleisten. Rechtliche Probleme offener Nutzung, etwa im Urheberrecht oder dem Datenschutzrecht, sind durch entsprechende rechtliche Schranken für Wissenschaft und Forschung gelöst. Öffentlich zugängliche und technisch barrierefreie Open Science Repositorien dienen der Wissenschaft als Hort der Wissensverteilung und des Diskurses sowie den Bürgern als Möglichkeit am akademischen Diskurs und der Forschung teilzunehmen. Der Gesellschaft im Gesamten dienen sie als Ort der digitalen Langzeitarchivierung und ermöglichen die Transparenz öffentlich verwendeter Forschungsgelder.

Soweit ist es leider noch nicht, aber das ist die Vision bis 2030, die wir in der Arbeitsgruppe “Open Science” des deutschen Nationalen Aktionsplan Open Government Partnership (OGP) formuliert haben. Damit es bis 2030 soweit kommen kann, haben wir jüngst ein Positionspapier zur Förderung von Open Science im Rahmen des europäischen Förderprogramms Horizon 2020 veröffentlicht und jetzt mit direktem Blick auf die Bundesregierung in einem Grundlagenpapier folgende konkrete Maßnahmen zur Förderung von Open Science formuliert:

  • Entwicklung einer Open Science Definition und Strategie, um eine langfristige Öffnung der öffentlich finanzierten oder ko-finanzierten Forschung zu erreichen. Dazu gehört insbesondere die im Rahmen des rechtlich möglichen, verpflichtende Veröffentlichung von Forschungsdaten (Open Data), -ergebnissen (Open Access), -methoden (Open Research) und -software (Open Source / Freie Software) unter freien Lizenzen.
  • Entwicklung und gesetzliche Implementierung einer Open-Science-Rechtsschranke für die freie Nutzung von Forschungsdaten und -ergebnissen im Wissenschaftskontext, die die rechtlichen Hindernisse der Open Science (u.a. Urheberrecht, Datenschutzrecht) befriedigend löst.
  • Aufbau von Open Science Repositories unter Verwendung Offener Technologien (Freie Software und offenen Standards) um technische Barrierefreiheit sowie eine nachhaltige Verfügbarkeit und die Langzeitarchivierung von Forschung zu garantieren.
  • Förderung der Bekanntheit, Qualität und Attraktivität von Open Science durch die Anstellung eines Open Science Beauftragten im Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Zuteilung eines speziell für Open Science verfügbaren Budgets. Dies sollte Projekte zur Förderung von Open Science unterstützen, zum Beispiel jährlich einen Open Science Preis für öffentlich finanzierte Forschung verleihen.
  • Entwicklung und Umsetzung eines geeigneten Anreizsystems für die Anwendung von Open Science in Forschungsprojekten mittels Implementierung entsprechender Anreizelemente im Rahmen der staatlichen Forschungsförderung.
  • Installation einer Open-Science-Kompetenzstelle als Kooperation der Wissenschaftsorganisationen zur Beratung von Hochschulen, Forschungsinstitutionen und Wissenschaftlern, um die Umsetzung von Open Science in der Praxis zu unterstützen.
  • Koordination der internationen Verzahnung und Abstimmung der nationalen Maßnahmen zu Open Science, idealerweise über den neu zu schaffenden Open Science Beauftragen im BMin für Bildung und Forschung.
  • Auslobung eines Programmes von Open-Science-Modellhochschulen (dotiert) zur Entwicklung, Erprobung und Evaluation neuer hochschulinterner Satzungen, Prozesse und Routinen der Open Science. Zudem eine Verankerung einer Open-Science-Erprobungsklausel in sämtlichen Landeshochschulgesetzen (LHGs), die den Hochschulen die Möglichkeit zur temporären Abweichung von den Bestimmungen des jeweiligen LHG gibt, um flexibel neue und innovative Elemente und Instrumente der Open Science zu testen. Nach der Erprobung und Evaluation sollen diese Maßnahmen im Erfolgsfall dann in den LHGs implementiert werden.
  • Transparenz der Forschung, der Finanzierung und der Arbeitsgruppen durch die Veröffentlichung aktueller Forschungsstränge und einer möglichen Einbindung von Bürgerbeteiligung (Citizen Science) sowie der Offenlegung von Kooperationsverträgen zwischen öffentlichen Hochschulen und Wirtschaft (Open Research Contracts).
  • Anstoß eines konzeptionellen Prozesses mit den Wissenschaftsorganisationen, den zuständigen Landes- und Bundesministerien und der Zivilgesellschaft zur Entwicklung einer Citizen Science Agenda, die Maßnahmen und Umsetzungsschritte zur Förderungen und Implementierung von Citizen Science im Wissenschaftssektor skizzieren soll.
  • Einrichtung einer Fachgruppe von Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen zur offenen Wissenschaft (Open Science), damit mindestens zweimal im Jahr ein verwaltungsinterner Austausch stattfinden kann, um das Themenfeld verwaltungsebenenübergreifend zu verstehen und schrittweise zu erschließen. Durch diese Fachgruppe sollen auf Seiten der öffentlichen Verwaltung Mitarbeiter als Gestalter und Thementreiber aufgebaut sowie Unterstützer in allen Ebenen gefunden, gefördert und eingebunden werden.
  • Einrichtung eines Arbeitskreises von Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wissenschaftsorganisationen zur offenen Wissenschaft (Open Science), damit mindestens zweimal im Jahr mit der Zivilgesellschaft ein fachlicher Austausch stattfinden kann, um einander zuzuhören und um Impulse der Zivilgesellschaft zur konzeptionellen Weiterentwicklung zu bekommen. Eine enge Anbindung dieses Arbeitskreises an die entsprechende Fachgruppe der Verwaltung sichert einen Wissenstransfer von neuen Erkenntnissen und aktuellen Entwicklungen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft in die öffentliche Verwaltung und indirekt in die Politik.
  • Beauftragung einer Studie zur wissenschaftlichen Grundlagenforschung über Offene Wissenschaft bis Dezember 2018, damit der nationale und der internationale Stand von Wissenschaft und Praxis reflektiert, das Gestaltungspotential mit Hilfe von Workshops (Collaborative Design) skizziert und so die relevanten Perspektiven für Umsetzungsvorschläge im Rahmen des zweiten Nationalen Aktionsplans bereits vorgelegt werden.
  • Durchführung eines Collaborative Design-Workshops zu Offener Wissenschaft bis Juni 2018, damit Bürger, die Zivilgesellschaft sowie weitere relevante Zielgruppen im Sinne einer nutzer- und mehrwertorientierten Gestaltung von offenen elektronischen Dienstangeboten sich einbringen können, um eine strukturierte Sammlung von Vorstellungen für künftige Umsetzungen zu entwickeln.

Insgesamt wurden 22 konkrete Handlungsfelder für den OGP formuliert und abgesteckt. Darunter auch sehr konkrete Ziele zur Förderung Freier Software.

Verwandte Posts:

Tuesday, 28 March 2017

Die vier (fünf) Freiheiten – Nur ausgedacht?

Wolfgang Romeys FSFE-Blog | 15:40, Tuesday, 28 March 2017

Ich habe bisher sehr selten erlebt, erinnern tue ich mich an keinen Fall, dass in der Auseinandersetzung um Freie Software die Tatsache verwendet wird, dass die vier (fünf) Freiheiten nicht einfach aus der Luft gegriffen sind, sondern ihnen technische Eigenschaften von Software entsprechen. Es gibt z.B. keinen technischen Grund, der das Kopieren von Software einschränkt.
Für unsere “Linux-im-Alltag”-Arbeit in Mülheim an der Ruhr habe ich deshalb einen Text verfasst, der dies genauer beschreibt. Er ist zu finden unter

Freie Software: Hintergrund.

Der Text richtet sich an Menschen ohne tiefere informationstechnische Kenntnisse. Für kritische Rückmeldungen bin ich dankbar.

In diesem Zusammenhang bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass im Vergleich von BSD-Lizenz und GPL nicht etwa die GPL die unfreiere Lizenz ist. Die GPL fordert, dass die vorhandenen technischen Eigenschaften von Software nicht eingeschränkt werden dürfen, die BSD-Lizenz lässt dies zu. Vergleiche ich das zum Beipsiel mit in Freiheit lebenden Tieren, fordert die GPL, dass der Tiger in Freiheit bleiben muss, die BSD-Lizenz lässt zu, dass er in einen Zoo gesperrt werden darf.

Bei Software ist das natürlich anders. Selbstverständlich gibt es legitime Gründe dafür, die Eigenschaften von Software zu beschneiden. Das sind aber immer Gründe, die keine technische Grundlage haben.

Monday, 27 March 2017

Dortmunder GRÜNE für Freie Software

Do-FOSS | 20:30, Monday, 27 March 2017

Do-FOSS migriert Dortmunder Kreisverbandsbüro von Bündnis 90/DIE GRÜNEN auf Freie Software

Tux mit GRÜNEN-Wappen

Bild: Tux mit GRÜNEN-Wappen (©Wappen: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Mit Hinblick auf die vielseitigen gesellschaftlichen Vorteile von Freier Software hat sich der Dortmunder Kreisverband von Bündnis 90/DIE GRÜNEN dazu entschlossen auf Freie Software zu setzen und das eigene Kreisverbandbüro auf Freie Software migriert. Im Zentrum dieser Entscheidung steht ein Bekenntnis zu digitalen Grundrechten, digitalen Gemeingütern, technologischer Transparenz und IT-Sicherheit. Die Migration wurde von Do-FOSS durchgeführt und ist nun seit einigen Monaten im produktiven Einsatz.

Neben der politischen Signalwirkung hat die Migration auf Freie Software auch ökologische und monetäre Vorteile für den Kreisverband. So konnten Hardware-Neuanschaffungen vermieden werden, da das eingesetzte Linux-Betriebssystem deutlich geringere Systemanforderungen stellt als das vormals eingesetzte Microsoft Windows. Lizenzkosten für bisher eingesetzte proprietäre Produkte fallen ebenfalls weg.

Im Zuge der Migration wurden eine Reihe von technischen Verbesserungen umgesetzt und zur späteren Nachvollziehbarkeit dokumentiert. In Bezug auf die IT-Sicherheit werden beispielsweise die Daten des Kreisverbandes nun durchgehend verschlüsselt, die E-Mail Kommunikation des Kreisverband mittels PGP (Pretty Good Privacy) abgesichert und Updates vollautomatisch mittels eines einheitlichen Updatekonzeptes eingespielt.

Nicht zuletzt wurde die Migration genutzt, um eine Bestandsaufnahme der IT durchzuführen und Daten sowie IT-Prozesse zu konsolidieren. Der Kreisverband verfügt nun über einen gut sortieren, datenschutzfreundlich konfigurierten Standardwerkzeugkasten für die vielfältigen Aufgaben der Geschäftsstelle und eine Mehrbenutzerumgebung, welche Daten und Einstellungen über die verschiedenen Endgeräte synchronisiert. Das Ganze wird über ein tagesgenaues Backup ergänzt, welches die Daten gegen technische Fehlfunktionen und Benutzerfehler absichert und in einer weiteren Backupstufe auch gegen Diebstahl und verheerende Gebäudeschäden. Die neue Infrastruktur schafft somit die Voraussetzung für ein unbeschwertes Arbeiten ohne Datenverlustängste und ermöglicht eine effiziente Zusammenarbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Mitglieder.

Do-FOSS freut sich über die vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit mit den GRÜNEN bei der Migration ihrer Geschäftsstelle, sowie ihre klare Positionierung für Freie Software. Die Pressemitteilung der Dortmunder GRÜNEN gibt Do-FOSS im Folgenden vollständig wieder.

Digitale Grundrechte – GRÜNE für Freie Software: Softwaremigration des Dortmunder Kreisverbandsbüros

Als GRÜNE fragen wir uns seit jeher, welche gesellschaftliche Wirkung Technikeinsatz entfaltet. Im Hinblick auf digitale Technik, fragen wir GRÜNE uns zudem, welche Grundvoraussetzungen für eine offene Gesellschaft im Digitalen bestehen.

Mit Blick auf die in den letzten Jahren bekannt gewordene globale Massenüberwachung ist für uns GRÜNE in NRW die wichtigste Konsequenz die Datensicherheit im öffentlichen und privaten Bereich auszubauen. Die öffentliche IT hat hierbei eine Vorbildfunktion. Deshalb wollen wir den Einsatz von Verschlüsselungstechnologien sowie von Freier und Offener Software in den Verwaltungen stärken.

Als Kreisverband Dortmund hatten wir nach Bekanntwerden der beispiellosen geheimdienstlichen Massenüberwachung, diese Verletzungen der informationellen Selbstbestimmung von Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam mit Landes- und Bundesgrünen unmittelbar verurteilt und haben nun auch technologische Konsequenzen für die hauseigene IT gezogen. Freie/Open Source Software sowie Freie Verschlüsselungstechnologien sind für uns Grundbausteine, um digitalpolitische Grundrechte auch technologisch zu wahren. Deshalb haben wir als Dortmunder Kreisverband die in unserem Büro eingesetzte IT auf Freie Software, Offene Formate und verschlüsselte E-Mail-Kommunikation umgestellt.

Christoph Neumann, Mitglied des Kreisvorstands: „Mittels Freier Lizenzen, die Freier Software zugrunde liegen, sehen wir auch eine Möglichkeit der fortschreitenden Privatisierung des öffentlichen Raumes entgegenzutreten. Wir wollen die Daseinsvorsorge auch im digitalen Raum garantieren und sehen daher die Notwendigkeit politisch gestaltbare Freiräume in der digitalen Welt weiter auszubauen. Es gilt unsere (digitalen) Gemeingüter für eine Gesellschaft für Alle zu stärken.“

Aus GRÜNER Sicht wirkt Freie Software darüber hinausgehend einer digitalen Spaltung der Gesellschaft entgegen. Sozialpolitisch, erleichtert Freie Software u.a. eine digitale Inklusion, da für Freie Software als Gemeingut keine Lizenzgebühren zu zahlen sind. Mittels Offener Formate lässt sich ein barrierefreier Zugang zu Informationen gestalten. Transparente Technologie – wie Freie Software – schafft zudem wichtiges Vertrauen in eine zunehmend digitalisierte Gesellschaft.

Mehr Informationen zu Freier Software gibt es u.a. bei der Free Software Foundation Europe oder auf Anfrage an christian.naehle@gruene-dortmund.de.

Die Umstellung/Migration der Software wurde für unser Büro von der Bürgerinitiative Do-FOSS durchgeführt. Do-FOSS, die Initiative für den Einsatz Freier und Quelloffener Software (Free and Open Source Software, kurz FOSS) bei der Stadt Dortmund erhielt vergangenen Dezember das Agenda-Siegel 2016 von der Stadt Dortmund für ihr Engagement zu digitaler Nachhaltigkeit.

Free Software Foundation Europe

Homepage von Do-FOSS: Agenda-Siegel 2016 der Stadt Dortmund an Do-FOSS verliehen

Dokumente zum Herunterladen

Die Pressemitteilung der Dortmunder GRÜNEN vom 27.03.2017 kann hier heruntergeladen werden (das PDF-Dokument wurde von Do-FOSS erstellt).

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

The post Dortmunder GRÜNE für Freie Software appeared first on Do-FOSS.

Tuesday, 21 March 2017

Steigender Linux-Server-Anteil in der Stadtverwaltung Dortmund

Do-FOSS | 21:03, Tuesday, 21 March 2017

Anteil Freier Software erstmalig in der Serverlandschaft der Stadt Dortmund sichtbar

Server-Tux

Bild: Server-Tux (CC BY-SA 3.0 (Server von RRZEicons)

In der Sitzung des Ausschusses für Personal und Organisation vom 02.02.2017 hat das Dortmunder Systemhaus (dosys.) gem. der aktuellen Berichtsvereinbarung einen Rückblick auf das Jahr 2016 aus IT-Sicht vorgelegt, sowie das halbjährlich wiederkehrende IT-Arbeitsprogramm vorgestellt. Aus Sicht von Do-FOSS ist es erfreulich, dass in dem Bericht zum ersten Mal auch Aussagen zum Verhältnis von Linux- und Windows-Servern enthalten sind (S. 43) und damit der Anteil Freier Software erstmalig in der Serverlandschaft sichtbar ist. Auch wird das jeweilige Serverwachstum über die Jahre 2014 bis 2016 offengelegt und zeigt einen steigenden Anteil von Linux-Servern. Die Fraktionsgemeinschaft DIE LINKE&PIRATEN hat dies zu einer Pressemitteilung mit Datum vom 16.02.2017 veranlasst (siehe gleichlautende Mitteilung der LINKEN und Mitteilung der Piratenpartei), welche Do-FOSS gerne wiedergibt:

LINKE & PIRATEN begrüßen die Zunahme von Linux-Servern in der Verwaltung

In ihrem Arbeitsprogramm für das laufende Jahr hat die Stadtverwaltung auch einen Überblick über ihre Server-Landschaft im Hintergrund gegeben. Dort sind erstmalig die Server-Betriebssysteme ausgewiesen. Gut zu erkennen: Der Anteil des freien und quelloffenen Betriebssystems Linux stieg seit 2014 von 32 auf 36 Prozent. Fast 60 Linux-Server hat die Verwaltung in dieser Zeit zusätzlich in Betrieb genommen.

„Freie und quelloffene Software wie Linux ermöglicht den Einblick in die Mechanismen dieser Software. So können Fehler schneller gefunden werden und sie dürfen auch selbst beseitigt werden. Gleichzeitig entfallen grundsätzlich Lizenzkosten, und die Verwendung offener Standards vermindert die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern“, erklärt Christian Gebel, IT-Fachmann der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN. „Gerade die öffentliche Verwaltung kann dadurch enorm profitieren.“

„Wir begrüßen nicht nur, dass die Verwaltung freie und quelloffene Software wie Linux verwendet“, findet Petra Tautorat, Sprecherin der Fraktion im Ausschuss für Personal und Organisation. „Wir finden auch wichtig, dass sie darüber informiert. Denn bislang halten viele Mitglieder anderer Fraktionen den Einsatz solcher Software für unnötig oder gar gefährlich. Sie als festen und wachsenden Bestandteil der eigenen IT-Infrastruktur zu sehen, wird viele daher überraschen.“

Im Vorfeld hatte die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN immer wieder Auskunft über die Verwendung freier und quelloffener Software in der Stadtverwaltung gefordert.

„Wir sind uns sicher, dass der Einsatz und die Wertschätzung, die freie Software in der Dortmunder Stadtverwaltung erfährt, sich noch weiter steigern lässt“, ergänzt IT Fachmann Gebel. „Das Signal ist eindeutig: Freie Software wird wichtiger.“

Dokumente zum Herunterladen

Das IT-Konzept der Stadt Dortmund: Arbeitsprogramm 2017 des dosys., das dem Ausschuss für Personal und Organisation zu seiner Sitzung vom 02.02.2017 vorgelegen hat, kann hier heruntergeladen werden. Eine Pressemitteilung der Fraktionsgemeinschaft DIE LINKE&PIRATEN vom 16.02.2017 kann hier heruntergeladen werden.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

The post Steigender Linux-Server-Anteil in der Stadtverwaltung Dortmund appeared first on Do-FOSS.

Sunday, 12 March 2017

Bitcoin: ein Energiefresser!

Wolfgang Romeys FSFE-Blog | 18:46, Sunday, 12 March 2017

Was es nicht alles gibt! Mit bitcoin habe ich mich noch nicht beschäftigt. Das wird sich jetzt ändern, weil ich auf ein umfassende Quelle gestoßen bin:
the balance – bitcoin basics.

Aufmerksam geworden bin darauf über den Artikel How Much Power Does the Bitcoin Network Use?, in dem es u.A. heißt:

At this rate, the bitcoin network runs at 342934450 watts, which equates to around 343 megawatts. Calculations based on EIA data reveal that the average US household consumes about 1.2 kilowatts of power, meaning that 343 megawatts would be enough to power 285,833 US homes at the time of writing (May 2015).

Auf motherboard habe ich dann einen weiteren Artikel zum Energiebedarf von bitcoin gefunden. Zitate:

That’s because bitcoin is incredibly energy intensive: at the time of Malmo’s piece, he calculated that a single bitcoin transaction requires as much electricity as the daily consumption of 1.6 American households, and that number has increased since then. “Adopting Bitcoin as a major currency anytime in the next few decades,” he wrote, “would just exacerbate anthropogenic climate change by needlessly increasing electricity consumption until it’s too late.”

As I have some experience in developing energy scenarios, I wanted to see how this could develop into the future. My findings weren’t much more encouraging. According to my calculations, if the bitcoin network keeps expanding the way it has done recently, it could lead to a continuous electricity consumption that lies between the output of a small power plant and the total consumption of a small country like Denmark by 2020.

Even in the optimistic scenario, just mining one bitcoin in 2020 would require a shocking 5,500 kWh, or about half the annual electricity consumption of an American household. And even if we assume that by that time only half of that electricity is generated by fossil fuels, still over 4,000 kg of carbon dioxide would be emitted per bitcoin mined. It makes you wonder whether bitcoin could still be called a virtual currency, when the physical effects could become so tangible.

In einem weiteren Artikel auf motherboard heißt es:

With about 110,000 transactions per day, that works out to 1.57 households daily usage of electricity per Bitcoin transaction. Yes, every time you buy something in Bitcoin, you could be using as much electricity as 1.57 American families do in a day.

Working off these (admittedly imperfect) figures, each VISA transaction consumes around 0.0003 household’s daily electricity use. That makes Bitcoin about 5,033 times more energy intensive, per transaction, than VISA, at current usage levels.

Interessant wären ein Vergleich mit Bargeld und dem GNU-Projekt Taler

Also: leider wieder ein Bereich, wo Digitaltechnik die Umwelt enorm belastet.

Thursday, 09 March 2017

Die Nutzungsphase für digitale Geräte beansprucht immer mehr Ressourcen

Wolfgang Romeys FSFE-Blog | 11:02, Thursday, 09 March 2017

Bekanntlich ist die Nutzungsphase digitaler Geräte die Phase im Lebenszyklus, in der die wenigsten Ressourcen verbraucht werden.  Aber auch in dieser Phase gibt es bedenkliche Entwicklungen:

Da immer größere Datenmengen gespeichert werden müssen, wird der Verbrauch an Elektrischer Energie dort bis 2020 um 30% zunehmen. Eine Ursache dafür ist sicherlich, das die Nutzer immer mehr zu Nutzung von Cloud-Diensten gedrängt werden, was auch Folgen für die Privatsphäre und die Sicherheit der Daten hat.

Im Vergleich zum Anstieg des Energieverbrauchs in den mobilen Netzen, ist das aber bescheiden. In den mobilen Netzen wird der Energieverbrauch bis 2020 um 150% steigen. Geschuldet ist das der “Immer-Online-Kultur”. Der zunehmende Energieverbrauch entsteht also auch dadurch, daß die Leute nicht auf den Eingang der nächsten Whatsapp, Twitter oder facebook Nachrichten,  die zu einem großen Teil belanglos sind, warten können, bis ein WLAN in der Nähe ist. Freifunk könnte also auch einen Beitrag zur Entlastung der Umwelt leisten.

 

Quelle: Resource Efficiency in the ICT Sector
Final Report, November 2016
Oeko-Institut e.V.
www.oeko.de

Friday, 03 March 2017

Von smart zu sinnlos – die globalen Auswirkungen von 10 Jahren Smartphone

Wolfgang Romeys FSFE-Blog | 16:32, Friday, 03 March 2017

Ich bin mal wieder auf einen interessanten Text zur Nachhaltigkeit von Smartphones gestoßen, From smart to senseless, in dem die globalen Folgen der Produktion, Nutzung und Entsorgung der in den letzen 10 Jahren produzierten ca. 7 Milliarden Smartphones dargestellt.

Es ergibt sich das zu erwartende Bild: ca. 70 % des Energieverbrauchs entsteht bei der Fertigung, 20 % bei der Nutzung, 2% bei der Entsorgung und 6% bei der Distribution. Daß die Distribution einen so hohen Anteil hat, hätte ich nicht gedacht. Daß nur 2% bei der Entsorgung entstehen, hat vermutlich damit zu tun, daß die Rückgewinnung von Rohstoffen nur in Ansätzen erfolgt.

Die traurigste Tatsache ist allerdings, daß in den USA die durchschnittliche Nutzungsdauer nur zwei Jahre beträgt.

Wo ein Grund für die Misere liegt, ergibt sich aus dem folgenden Zitat:

And sadly, the problems with smartphones do not end when a consumer is ready to repair or upgrade their phone. Major smartphone manufacturers are increasingly making product design decisions that take away an individual’s ability to replace the battery or add more memory. As a result, all the resources, energy, and human effort expended to make each phone are wasted, if the phone is damaged, needs a new battery, or the user outgrows the storage capacity. This greatly reduces the lifespan of the product and drives demand for new products and maximum profit.

Diese Design-Entscheidungen finden sich leider auch bei Tablets und Laptops.

Der Ausweg aus der Misere wird auch benannt:

We are calling for a new business model, in which smartphone manufacturers take into account the impacts their popular devices are having on our planet, and the desire of consumers to slow down the rate of phones they go through in a decade. Manufacturers should measure their innovation not by fewer millimeters and more megapixels, but by designing devices to last, by making them easily repairable and upgradeable, and using components and materials that can safely be reused again and again to make
new phones.

Mit meinem Fairphone habe ich wohl einen Hersteller gefunden, der versucht dieses Modell umzusetzten.

Friday, 24 February 2017

Industrie 4.0 – Schöne neue Welt oder Ressourcenfluch 4.0

Wolfgang Romeys FSFE-Blog | 13:30, Friday, 24 February 2017

Industrie 4.0 ist in letzter Zeit zu einem der Hype-Themen geworden, riesige Erwartungen werden daran genknüpft. Da Software eine der Grundlagen für die Industrie 4.0 ist, geht sie meiner Meinung nach auch die FSFE an, die prüfen sollte, wo sie tätig werden kann oder muß. Die mit der Industrie 4.0 verbundenen Sicherheitsrisiken, verschärft durch die Tatsache, daß der Quelltext der verwendeten Software überwiegend geheim ist, sollte schon Anlaß genug sein.

Auf einen für mich wesentlichen Aspekt bin ich aufmerksam geworden durch die Broschüre Ressourcenfluch 4.0
Die sozialen und ökologischen Auswirkungen von Industrie 4.0 auf den Rohstoffsektor

Die Industrie 4.0 wird nicht wie teilweise behauptet Ressourcenprobleme lösen sondern verschärfen. Dies gilt insbesonders für die Menschen, die in den Fördergebieten leben. Einige Zitate aus der Broschüre:

Die rohstoffpolitischen Forderungen der Industrie, die weiterhin einseitig die Versorgungssicherheit in den Fokus tellen, werden die globalen Herausforderungen des Rohstoffabbaus nicht lösen. Genau im Gegenteil, Industrie 4.0 scheint die schon jetzt mit dem Rohstoffabbau einhergehenden Herausforderungen an vielen Stellen massiv zu verschärfen.

Es ist eben nicht so, wie das BMWi frohlockt, dass die „deutsche Wirtschaft nachhaltiger [wird], da Industrie 4.0] erheblich zu Ressourcenschonung und Energieeffizienz beiträgt“ (BMWi 2015). Im Gegenteil: Die große Gefahr besteht, dass ein Pfad eingeschlagen wird, der nicht-nachhaltig, ressourcenintensiv und am Ende nur ein Irrweg ist, an dessen Wegesrand regelmäßig Menschen­rechtsverletzungen und ökologische Katastrophen zu finden sind. Ein Ressourcenfluch 4.0 bahnt sich für viele Gemeinschaften an, die noch heute auf den Rohstofflagerstätten leben, dort Landwirtschaft betreiben oder das knapper werdende Gut Wasser nutzen.

Zeitgleich steigt durch die Produktion von Sensoren, Displays, Mikrochips und anderen Empfangs- und Sendegeräten die Gefahr, dass metallische Rohstoffe „verbraucht“ werden, indem sie in Produkten nicht kenntlich gemacht und somit nicht zurückgewonnen werden.

Viele deutsche Unternehmen waschen ihre Hände in Unschuld, obwohl sie über die Lieferkette und als Nutznießer der Rohstoffe in Menschenrechtsverletzungen direkt oder indirekt involviert sind. Daher braucht es dringend ein verpflichtendes Gesetz zu gebührender menschenrechtlicher Sorgfalt im globalen Geschäftsverkehr.
Unternehmen müssen verpflichtet werden, die Auswirkungen ihrer Aktivitäten und Geschäftsbeziehungen auf Menschenrechte und Umwelt entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu untersuchen und negativen Auswirkungen entgegenzuwirken.

Tuesday, 14 February 2017

Two pieces of software that I’m grateful for…

Hacking Linz » FSFE | 22:54, Tuesday, 14 February 2017

It’s I love Free Software Day again! …and again I have not written anything in advance. But there’s still time – in my timezone there still is almost an hour left before midnight. Plenty of time for a shout-out to two pieces of software that I hold dear.

Okular

First, I’d like to thank the developers of okular for writing the one PDF reader that I really like!

PDF readers are basically a commodity software: sure, everybody uses one, but nobody really notices it most of the time. Yet, okular was the first PDF reader that I really liked using. The user interface feels well designed (even more so if you think about the competition at the time I first encountered okular). It’s unobtrusive, and has so many small features that just clicked with me. Starting with the various selection modes, via the robust annotation support to the nice-looking presentation mode: every feature I use in this application works fabulously ;-)

Thank you for the great work!

darktable

The application that finally made me warm up to a raw photo workflow is darktable.

Not that I shoot all my photos using the raw format of my camera (not even close). But darktable made processing and editing raw images easy and accessible enough for me to like it. Where before I would think “raw photography is a nice tool for professionals”, darktable made me actually prefer non-destructive raw photo editing over traditional image editors. And it’s getting better with each release. Not that I use that many of the features that darktable provides…

And it’s not just the application itself that I like: Every once in a while, I check in to see what’s new in the blog. It’s mostly about upcoming features and development topics. Yet I find it often contains interesting reads and glimpses into the process behind producing such a nice program.

Thank you for making a raw workflow application that I actually like!

Conclusion

So, that’s my picks for I love Free Software Day 2017. Two applications that could not be much farther apart, but both of which I am very fond of in a different way. Keep up the good work!

Rolle Rückwärts in München: Diese Fragen sollte man sich stellen

Deutsch – Björn Schießle's Weblog | 11:08, Tuesday, 14 February 2017

Bereits diesen Mittwoch soll die Entscheidung fallen: München will bis 2021 die Nutzung des GNU/Linux-Desktop-Clients “LiMux” beenden und damit ein erfolgreiches Leuchtturmprojekt beenden. Ich habe dazu einen ausführlichen Artikel auf Netzpolitik.org veröffentlicht. Bürger haben ein Recht darauf, dass der Stadtrat verantwortungsvoll und professionell arbeitet. Angesichts der Tragweite der Entscheidung sollte auf jede der folgenden Fragen den beteiligten Stadträten die Antwort daher bereits vorliegen. Gerne dürfen diese Fragen auch als Grundlage verwendendet werden um die Entscheidungsträger zu kontaktieren.

Die drängendsten Fragen zur Entscheidung über die zukünftige IT Startegie in München

  • Warum ignoriert der Stadtrat mit seiner Entscheidung die von ihm selbst beauftragten Studien (MitKonkret, it@M Plus, Accenture) welche alle übereinstimmend mit der it@M die Organisationsstrukturen als Ursprung aller Probleme erkannt haben?
  • Existiert ein Zusammenhang zwischen dem Umzug von Microsoft nach München und der Rückkehr zu Microsoft?
  • Wieso werden immer wieder kostenintensive Gutachten und externe Firmen beansprucht, wenn der Stadtrat letztendlich diesen Empfehlungen nicht folgt? Siehe u.a. auch bereits Mitkonkret, die damals eine volle GmbH oder ein IT-Referat empfohlen haben aber von einer Mischform abrieten.
  • Auf wessen Kompetenz fundiert der Stadtratsbeschluss und die darin enthaltene Einschätzung dass Accenture, it@M und alle beteiligten IT-Experten falsch liegen und die Ursachen sich mit einer technologischen Entscheidung lösen ließen?
  • Diese Entscheidung des Stadtrates hat tiefgreifende technische Konsequenzen. Welcher IT-Architekt hat den Stadtrat diesbezüglich beraten und entschieden, dass die kostenintensive Umstellung auf Microsoft Windows eine notwendige Maßnahme ist?
  • Wie glaubt der Stadtrat in zwei Jahren eine komplett neue Infrastruktur zu schaffen angesichts der Tatsache dass auch die bestehende Infrastruktur mit der geplanten Grösse ihre Schwierigkeiten hat. Wie sollen in diesem Zeitraum 30.000 Mitarbeiter geschult, über 9.000 Vorlagen umgebaut, Wollmux und hunderte von komplexen Makros ersetzt werden?
  • Ist dem Stadtrat bewusst, wie er durch den Antrag die Leistung der IT-Mitarbeiter der Stadt herabwürdigt und dass dieses Verhalten die Attraktivität der Landeshauptstadt München als Arbeitgeber für kompetente IT-Spezialisten nachhaltig schädigt?
  • Was passiert mit den Mitarbeitern, die zur Zeit für den Basisclient und LibreOffice entwickeln? Werden diese entlassen oder wird ihnen eine angemessene Zeit zur Umschulung gegeben?
  • Welche Auswirkung hat diese Entscheidung auf den Betrieb der GNU/Linux-Server und das erst kürzlich neu aufgebaute Rechenzentrum der Stadt?

Weiter Fragen die man sich zu dem Thema stellen sollte

  • Wieso glaubt der Stadtrat an, Fachentscheidungen besser treffen zu können als die mit dem Thema beauftragten Fachleute?
  • Haben die Stadträte des Antrags geschäftliche Verbindungen zu Microsoft oder Microsoft-nahen Firmen?
  • Auf welcher Basis wurde entschieden, dass Windows das geeignete System sei?
  • Die Entscheidung ist nicht produktneutral und benachteiligt u.a. deutsche Anbieter und den Wirtschaftsstandort München. Ist das legal oder drohen der Stadt und den für die Entscheidung Verantwortlichen rechtliche Konsequenzen und Regressforderungen?
  • Erratische und unabgestimmte Entscheidungen können auch dazu führen dass viele Firmen bei Ausschreibungen der Landeshauptstadt München in Zukunft nicht mehr teilnehmen. Wie will der Stadtrat dies verhindern wenn Ausschreibungen, Projekte und betriebsfähige Software durch diese Entscheidung einfach weggeworfen werden?
  • Soll die technische Umstellung die notwendige administrative Umstellung ersetzen?
  • Wie verhält sich die geplante Entscheidung zum Teil der Entscheidungsvorlage in der die Notwendigkeit einer heterogenen, von Windows unabhängigen, Infrastrukturstrategie hervorgehoben wird?
  • Wie verhält sich diese Entscheidung insbesondere zu der “Web First”-Strategie, welche ebenfalls in der Entscheidung angesprochen wird?
  • Es gab schon in der Vergangenheit Gerüchte, dass der Stadtrat sich nicht an die Vorgaben der Stadt gehalten hat und unbetreute Windowsclients im Backbone der Stadt oder für Stadtratsaufgaben eingesetzt hat. Dies wäre u.A. eine grob fahrlässige Gefährdung der IT-Sicherheit. Entsprechen diese Gerüchte den Tatsachen?
  • Worauf begründet der Stadtrat seinen Optimismus, dass es keine Reibungsverluste zwischen den DiKas, der GmbH und dem Eigenbetrieb geben wird?
  • Soll der Stadtratsbeschluss zu einer Abschaffung der städtischen Infrastruktur führen bei der alle Daten der Bürger in der Accenture/Microsoft-Cloud gespeichert werden?
  • Wie sieht der Stadtrat die Gewährleistung des Datenschutzes, insbesondere angesichts der Executive Order von Präsident Trump welche den Datenschutz für nicht-US-Bürger abgeschafft hat.
  • Der Stadtrat zwingt mit dieser Entscheidung die Bürger der Landeshauptstadt München zum Einsatz von Microsoft Office für die Kommunikation mit der Verwaltung. Übernimmt der Stadtrat auch die Kostenfolgen dieser Entscheidung für die Bürger die aktuell nicht über Microsoft Office verfügen?
  • Der Stadtrat hat verlauten lassen, dass der Dokumentenaustausch wegen mangelnder Kompatibilität problematisch sei. Auf welche Art und Weise hat der Stadtrat vor, den Austausch von Dokumenten per E-Mail auszubauen? Angesichts von Viren, Erpressungs-Crypto-Trojanern und staatlichen Angreifern mit dem Ziel der Wirtschaftsspionage und
    Manipulation scheint dieses Ziel in die falsche Richtung zu gehen. Stellt dies nicht eine Gefährdung der Sicherheit der städtischen IT durch die Entscheidung des Stadtrats dar?
  • Wie beeinflusst die Entscheidung des Stadtrats die Kosteneffizenz des Gutachtens?

Saturday, 11 February 2017

Software was HUPed

"Ich mein ja nur" ... (majestyx) #1923 | 17:56, Saturday, 11 February 2017

schon mal gelesen ? rsyslogd was HUPed
 
Sieht Mensch ja ab und an in so’nem GNU/Linux – Aber ich werde hier mal ein paar mehr Meldungen aus dem Syslog veröffenlichen.
 
Schon mal so was gelesen?

kernel: [ 1159.863503] usb 2-1.6: usbfs: USBDEVFS_CONTROL failed cmd brltty rqt 128 rq 6 len 255 ret -110
brltty[523]: USB control transfer error 110: Die Wartezeit für die Verbindung ist abgelaufen.

 
Sachdienliche Hinweise bitte in den Kommentaren hinterlassen. Dankeschöön!

St. iGNUsius in Berlin

"Ich mein ja nur" ... (majestyx) #1923 | 17:48, Saturday, 11 February 2017

Gestern war Richard Stallman zu Gast in Berlin. Zu einem seiner berühmt/berüchtigten Vorträge.

Der Vortrag über Freedom in Freesoftware wird laufend “upgedatet” – Dank einiger Unternehmen sogar recht oft und umfassend. Die üblichen Verdächtigen wie M$, Google und Apple lassen nicht locker mit Ihrem Versuch das freie aus der “Open Source” (Marketing Begriff!) heraus zu -kaufen -klagen u.s.w.

Richard erklärte den Zuhöhenden das “wie” und zeigt auf “was” Mensch dagegen tun kann.  Unterstützung erfährt der/die EndanwenderIn durch die Community. Beispielsweise helfen kleine Werkzeuge wie das LibreJS – Projekt dabei. Richard erklärte das recht ausfühlich nochmals. Die FSF hat einen Webbrowser freigegeben der LibreJS schon als Plugin vorab installiert hat. Wenn man dann mittels der IceCat auf eine Webseite kommt, nehmen wir hier im beispiel mal die WordPress Seite der FSFE bekommt “der IceCat User” folgende Hinweise:

 

List of accepted JavaScript in https://blogs.fsfe.org/majestyx/wp-login.php

List of blocked JavaScript in https://blogs.fsfe.org/majestyx/wp-login.php

LibreJS bietet dann gleich an, wenn der Webmaster eine Kontaktadresse hinterlegt hat, diesen darüber zu informieren.

Gerade Institutionen oder Menschen die “freie Informationen” (im weitesten Sinne) bereit stellen wollen sollten da aufmerksam werden. Den was “unfrei” ist kann ganz schnell zu Monetären Problemen führen. Und sei es nur eine “Urheberrechtsklage wegen der unerlaubten Nutzung o.ä” (Nein, das ist keine Juristische Aussage. Für so was haben wir das Legal-Team)

Tja, und so geht das Jahr 2017 gleich weiter wie das alte aufgehöhrt hat…. Ich musste in dem Zusammenhang mal wieder an einen alten Sponti Spruch aus den “80ern” erinnern: Freiräume bekommt man nicht, freiräume erkämpft Mensch sich. Natürlich nur Politisch/Sozial Das ist (noch) kein Aufruf zum Klassenkampf ;-)

Good Night & Good Luck

Wednesday, 11 January 2017

“Armutsdebatte: Das bedingungslose Grundeinkommen ist ungerecht”

egnun's blog » Netzpolitik | 00:03, Wednesday, 11 January 2017

“Kann sich der Mensch besser verwirklichen, wenn ihm der Staat ein bedingungsloses Grundeinkommen bietet? Der Armutsforscher Christoph Butterwegge bezweifelt das. Ein Kommunismus im Kapitalismus sei nicht möglich, sagt der Kandidat der Linkspartei für die Wahl zum Bundespräsidenten.”

Der Präsidentschaftskandidat und auch noch der der Linkspartei erklärt, warum ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) eher keinen Sinn ergibt und im Gegenteil sogar eher schädlich wäre für eine linke, proletarische Bewegung.

tl;dr

Es wäre fernab davon fair zu sein, da die Reichen mehr davon profitierten als die Armen.
Besonders aber für die Gewerkschaften wäre ein BGE schädlich, da mit einem solchen z.B. sämtliche “sozialpolitisch motivierten Regulierungen des Arbeitsmarktes gestrichen” und die Gewerkschaften so entmachtet würden.

Tuesday, 20 December 2016

Lerne ein Werkzeug für Freie Software kennen: FragDenStaat.de

Deutscher Planet – Dreierlei | 16:21, Tuesday, 20 December 2016

Heute in einer Woche beginnt der Chaos Communication Congress (33C3) und die FSFE-Assembly bietet dir dieses Jahr 21 Sessions. Darunter ist auch Arne Semsrott von der Open Knowledge Foundation Deutschland, der dort das Portal FragDenStaat.de betreut und an unserer Assembly einen Informationsfreiheits-Workshop für Einsteiger anbietet.

Wie auf dem FSFE summit dieses Jahr vorgestellt, planen wir in etwa Mitte nächsten Jahres die Kampagne “Public Money – Public Code” zu starten. Wie Katharina Nocun auf dem Summit erklärt, steckt Im Kern der Kampagne die Forderung, dass mit öffentlichen Geldern finanzierte Software(-entwicklungen) wiederum der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Erreichen wollen wir dies unter anderem durch medialen Druck, indem wir beispielsweise aufzeigen wie viel Geld von Öffentlicher Hand (versch-)wendet wird um immer und immer wieder für die selbe Software Lizengebühren zu bezahlen – anstatt sie einmal als Freie Software zu entwickeln und fortan gemeinsam zu pflegen und zu teilen.

Dafür brauchen wir Daten! Daten darüber wie viel Geld in proprietäre Software gesteckt wird, Auskünfte über die Ausflüchte warum nicht eine Freie Software Lösung bevorzugt wurde, warum Kommunen nicht gemeinsam Software in Auftrag geben … und so weiter. Die Daten sammeln wir im Wiki der FSFE um damit die Kampage mit dem nötigen Bums zu unterfüttern.
Um diese Daten und Informationen zu bekommen möchten wir parlamentarische Anfragen anstoßen und selbst Fragen nach dem europäischen Informationsfreiheitsgesetz ausrollen. Dazu gibt es inzwischen sehr hilfreiche und leicht zu verwendende Werkzeuge. Für die Anfragen innerhalb Deutschlands sind wir deshalb superglücklich Arne Semsrott, den Betreuer von FragDenStaat.de, für einen Einsteigerworkshop während des 33C3 gewonnen zu haben.

Der Workshop wird sich erst ganz allgemein dem Portal FragDenStaat.de widmen, wie man dort eine IFG-Anfrage stellt und wie man diese am sinnvollsten für seine Anliegen verwendet. Als zweiten Schritt werden wir auf das Thema Freie Software zu sprechen kommen und wie man gezielt IFG-Anfragen für Freie Software einsetzen kann. Schließlich besprechen wir sinnvolle Datenerfassung für die “Public Money – Public Code”-Kampagne.

Du solltest an diesem Workshop teilnehmen, wenn

  • du dich schon immer für IFG-Anfragen und FragDenStaat.de interessiert hast und den Umgang mit diesem wichtigen Werkzeug lernen möchtest.
  • du gerne Freie Software unterstützen möchtest und dazu lernen willst wie man dem Staat auf die Finger schaut.
  • du uns in unserer “Public Money – Public Code”-Kampagne unterstützen möchtest.

Der Workshop findet statt am Donnerstag, 29.12., in Raum 13-14.

Monday, 19 December 2016

Upcycling von Software? Ein paar Gedanken.

Deutscher Planet – Dreierlei | 09:55, Monday, 19 December 2016

Auf der OpenRheinRuhr bin ich mit Frank Lanitz und Wolfgang Romey zusammen gekommen um über verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit von IT und Software zu diskutieren. Frank hat uns zusammengebracht, weil im Eigenbaukombinat in Halle eine Informationsreihe zum Thema Upcycling geplant ist. In diesem Rahmen fragten wir uns ob es eigentlich ein upcycling von Software gibt? Was könnte man darunter verstehen?

Nehmen wir mal die laut Wikipedia erste Definition von upcycling zur Grundlage:

“‚Recycling‘, sagte er, ‚ich nenne es Down-cycling. Sie schlagen Steine kaputt, sie schlagen alles kaputt. Was wir brauchen, ist Up-cycling, bei dem alte Produkte einen höheren Wert erhalten, keinen geringeren.”

Es geht also darum ein gefertigtes Produkt in einer Weise zu verändern, dass es einen “höheren Wert” erhält, folglich geht es darum ein existierendes, in die Jahre gekommenes, Produkt nochmals aufzuwerten, zu verbessern.

Wir haben die These aufgestellt, dass ein “Forken” von Software ein Upcycling-Prozess ist. Oder zumindest unter Umständen zu einem upcycling Prozess werden kann. Als Forken bezeichnet man die Abspaltung einer Software-Community inklusive des Codes aus einem bestehenden Projekt heraus um daraus ein neues Projekt zu formen. Zum Beispiel ging Libre Office aus einer Abspaltung von Open Office hervor, das wiederum aus einer Abspaltung von Star Office hervorging. Möglich ist dieser Prozess grundsätzlich bei aller Software, deren Code frei lizensiert ist.

Um den Bogen zu obiger Definition zu schlagen, sind die genannten Abspaltungen jeweils Beispiele in denen ein bereits gefertigtes Produkt (für seine Aufgabe verwendbarer und ausführbarer Software code) genommen wurde und zu einem “höheren Wert” fortan verändert wurde (Weiterentwicklung des codes). Wobei der “höhere Wert” im Sinne einer Qualität sicher oft schwer zu bemessen ist beziehungsweise ein Punkt ist an dem sich so manche Geister scheiden. “Qualität” im klassischen Sinne soll deshalb an dieser Stelle keine Rolle spielen soll. Der “höhere Wert” der Abspaltungen wird stattdessen daran ermessen, dass es den Abspaltungen jeweils gelungen ist, eine größere Community aufzubauen als ihre “Mutter” und mit schnelleren Entwicklungszyklen das Projekt voranzutreiben.

<figure class="wp-caption aligncenter" id="attachment_1853" style="width: 300px"><figcaption class="wp-caption-text">Ist das Upcycling?</figcaption></figure>

Ich habe nun den Gedanken des upcyclens von Software etwas weiter gesponnen und bin dabei mit folgender Gedankenskizze zu möglichen Klassifizierungen von upcycling-Prozessen rausgekommen:

Im folgenden kurze Erläuterungen zu den jeweiligen Prozessen:

  • Forken: Wie oben bereits ausgeführt, bezeichnet Forken in der Softwareentwicklung die Abspaltung eines Projektes in ein Folgeprojekt, bei dem die Quelltexte oder Teile davon fortan unabhängig vom ursprünglichen Mutterprojekt weiterentwickelt werden. Bekanntes Beispiel dafür ist die Abspaltung von Open Office zu Libre Office oder von Owncloud zu Nextcloud. Oft werden derartige Abspaltungen von einem oder mehreren Kern-Entwicklern des bestehenden Projektes vorangetrieben, die es vermögen dabei große Teile der Community an das neue Projekt mitzunehmen. Weshalb in solchen Beispielen die Fortentwicklung des Abkömmlings oft schneller und innovativer ist als das ihrer “Mutter” und sie damit auch schnell höhere Nutzerzahlen als ihre Mutter erreichen. Die Qualität außen vor gelassen, lassen allein die höheren Nutzerzahlen und schnellere Entwicklung des Abkömmlings über Zeit auf einen “höheren Wert” schließen.
    Es soll vermerkt sein, dass eine Abspaltung nicht zwangsläufig zu einem “höhen Wert” führen muss. Aber es ist möglich das dies passiert, und in diesen Fällen kann man von einem upcycling von Software sprechen, weil ein altes Produkt einen höheren Wert bekommt.
  • “Befreiung” / “Open sourcing”: Mitte der Neunziger gab es einen sogenannten “Browser War”, den Netscape Navigator damals gegen Microsoft’s Internet Explorer verlor. Als das Ende absehbar war, entschied man sich bei Netscape den Code des Browsers zu veröffentlichen und damit eine Freie Software als Alternative zu Microsofts IE auf den Markt zu bringen. Daraus ging dann schließlich nach ein paar weiteren Zwischenschritten der heute weitbekannte Mozilla Firefox hervor.
    Es ist quasi die Geschichte einer “Wiederbelebung” einer “sterbenden Software”. “Sterbend” in dem Sinne, dass die Nutzerzahlen bei Netscape derart eingebrochen waren, dass weitere Investitionen unwirtschaftlich erschienen und das Unternehmen beschloss die weitere Entwicklung einzustellen. Doch, um dem “Tod der Software” zu entgehen, wurde damals entschieden den Code zu veröffentlichen. Dieser wurde von anderen Entwicklern aufgegriffen und eine Community bildete sich die am Ende den Code gar neu geschrieben hat. Die sterbende Software hat durch die veröffentlichung des Codes unter einer freien Lizenz einen komplett neuen Lebenszyklus bekommen, es ist ein neues Produkt entstanden und dieses war am Ende schließlich besser als die Ursprungsmaterie. Man könnte im Sinne der Definition also auch bei einem erfolgreichen befreien / open-sourcing von einem upcycling-Prozess sprechen.
  • Verbreitung: id Software hat in den Neunziger Jahren das Shooter-Genre geprägt, beziehungsweise es unter anderem mit dem Titel “Doom” erst populär gemacht – heutzutage der “Klassiker” schlechthin. Außerdem hat id Software eine policy, dass sie 5 Jahre nach dem Erscheinen ihrer Spiele-Engines diese als Freie Software veröffentlichen. Damit ist auch Doom eines Tages unter einer freien Lizenz veröffentlicht worden (siehe vorherigen Punkt: Befreiung/Open sourcing) und es erfreut sich seitdem in einer gewissen Szene großer Beliebtheit Doom auf allen möglich oder unmöglichen Endgeräten zum Laufen zu bringen. Möglich wird dies durch die freie Verfügbarkeit des Codes und seines hohen Alters, weshalb er aus heutiger Perspektive nur sehr geringe Hardwareansprüche hat.
    Ist das nun upcycling? Nein könnte man sagen, denn der eigentliche Code oder das Spiel wird ja nicht verbessert – es wird lediglich portiert auf andere Geräte. Aber, auch wenn der eigentliche Code keine Veränderung erfährt kann man einer Software durchaus unterstellen, dass sie einen “höheren Wert” hat, auf je mehr unterschiedlichen Geräten sie installiert und ausgeführt werden kann. Eine Software wird damit schlichtweg universaler Anwendbar und weniger Abhängig von der Hardware. Mit jedem weiteren Gerät, auf dem Doom lauffähig gemacht wird, erfährt nach dieser Vorstellung die ursprüngliche Software einen Stück weit ein upcycling, einen höheren Wert. Und, um nochmal die Analogie des sterbenden Codes zu bedienen: Sie erfährt zugleich eine Wiederbelebung, bzw ein Weiterleben. Denn die Computer, für welche Doom ursprünglich geschrieben wurde die gibt es heutzutage kaum noch.
  • Wiederbeleben: Wenn eine Software keine Entwickler mehr hat und der letzte Nutzer gegangen ist, dann ist sie quasi tot, ist sie doch schließlich nur noch ungenutzter Code. Davon gibt es übrigens bereits jede Menge. Man könnte sich aber vorstellen, in einer fernen Zukunft, da liegt dieser alte unbenutzte code auf einem alten Datenträger herum und wird dann auf neue oder gar andere Weise wiederverwendet. Quasi wieder gefunden und “wiederbelebt”. Vielleicht weil dieser alte Code etwas ganz besonderes kann in Verbindung mit einem neuen Gerät. Oder, um sich etwas des Science Fiction Genres zu bedienen, es könnte in dieser fernen Zukunft auch der Code sein, der als einziges noch nicht vom imperialen Computersystem unter dessen Herrschaft gezogen ist und der den Rebellen als Grundbasis für ihre neue Welt dient … oder so ähnlich : )
    Um das Argument etwas greifbarer zu machen muss man auch gar nicht so weit in die Zukunft schauen. Eine derartige “Wiederbelebung” ist heutzutage auch schon denkbar. Und im Sinne unserer Definition wäre eine “Wiederbelebung” von altem Code zu neuen Aufgaben sicher ein “höherer Wert” und damit ein upcycling-Prozess.
  • Virtualisierung: ScummVM ist ein Beispiel für eine Software, die es durch einen Interpreter ermöglicht, viele ältere Computer- und Konsolen-Spiele auf wesentlich moderneren oder auch ganz anderen Plattformen zum Laufen zu bringen. Dabei handelt es sich insbesondere um Hardware-Umgebungen, deren ursprüngliche Entwickler weder vorhersehen noch bei der Programmierung berücksichtigen konnten. Anders als bei dem Beispiel von Doom (siehe Punkt: Verbreitung) werden diese neue Umgebungen allerdings nicht möglich, weil die Spiele selbst Freie Software wären. Lediglich die ScummVM selbst ist Freie Software und ermöglicht es anderer Software sich weiter zu verbreiten, indem alte Software auf neuen Hardware-Umgebungen zum Laufen gebracht wird. Wie in dem Punkt “Verbreitung” weiter oben ausgeführt, kann argumentiert werden, dass der Wert eine Software mit jeder Hardware steigt, auf der sie ausgeführt werden kann. ScummVM betreibt damit ein upcycling für alte Software, es ist quasi ein “upcycler”.

Als nächsten Schritt würde ich gerne die gerade ausgeführten Gedanken zum “upcycling von Software” diskutieren und freue mich über mehr Input dazu. Wenn ihr also weitere Gedanken dazu habt, tretet bitte in Kontakt mit mir.

Und wenn man von hier aus noch einen Schritt weiter gehen möchte, dann könnte man sich wohl als nächstes Überlegen, was für Bedingungen die oben beschriebenen Prozesse begünstigen oder gar deren Voraussetzung sind. Wobei schon sehr offenkundig ist, dass die freie Verfügbarkeit des Source Codes eine bedeutende Rolle spielt.

Thursday, 15 December 2016

Werkzeugkasten Freie Software

Deutsch – Björn Schießle's Weblog | 10:44, Thursday, 15 December 2016

Open Education Resources

Nach viel Arbeit, die dank einem tollen Autoren-Team und Herausgeber mindestens genauso viel Spaß gemacht hat, freue ich mich das der Werkzeugkasten Freie Software veröffentlicht wurde. Ganz im Sinn der Open Education Resources ist der Werkzeugkasten unter der Creative Commons By-SA Lizenz erhältlich. Damit können alle Inhalte im und außerhalb des Unterrichts frei verwendet werden, solange die Quelle benannt wird. Auch Anpassungen und Erweiterungen sind durch die Lizenz erlaubt. Hierfür steht der vollständige Werkzeugkasten als HTML, PDF, DOCX und ODT zum Download bereit.


Das Konzept Freie Software ist für die Schule wie geschaffen. Freie Software erlaubt es die Software für jeden Zweck zu verwenden, sie zu untersuchen, anzupassen und weiterzugeben. Dadurch können Schüler ohne Hindernisse, wie restriktive Lizenzen, mit der Software ihrer Wahl arbeiten. Durch die Möglichkeit die Software frei zu kopieren ist sicher gestellt, dass alle Schüler die gleichen Chancen haben und der Erfolg im Unterricht nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängt. Beim Einsatz Freier Software kann auch der Lehrer bedenkenlos die Software an die Schüler ausgeben, so dass zu Hause und in der Schule mit der selben Software gearbeitet werden kann. Schüler können zusammen lernen und die Software untereinander austauschen, dies ist eine Art der Zusammenarbeit wie sie in vielen anderen Bereichen der Schule selbstverständlich ist. Da Software fachübergreifend in nahezu jedem Bereich eingesetzt wird, kommt ihr eine besondere Bedeutung bei der Frage zu, welche Art des Miteinander und der Zusammenarbeit wir in Schulen vermitteln wollen.
Sollte die Neugier groß genug sein, ermöglicht Freie Software auch das sich die Schüler das Innenleben der Software anschauen und diese vielleicht sogar selber anpassen. Dadurch können Schüler spielerisch ein besseres Verständnis für die Technologie erwerben die sie im Alltag umgibt. Grundzüge dieser Technologie zu verstehen wird in Zukunft genauso wichtig sein wie das Lesen und Schreiben. Mit Freier Software haben Schulen die einmalige Gelegenheit Schülern nicht nur die Bedienung einer Black-Box beizubringen, sondern zur Erlangung nachhaltigem Wissens beizutragen.

Proprietäre Software verwendet oft seine ganz eigenen, undokumentierten Dateiformate. Dadurch besteht die Gefahr das man frühzeitig Dokumente in Formaten anhäuft welche man in Zukunft entweder gar nicht mehr lesen kann oder die einen dazu zwingen weiterhin Software des gleiche Herstellers einzusetzen. Dieser Lock-In Effekt ist einer der Gründe warum Hersteller ihre proprietäre Software oft bereitwillig günstig oder vollständig kostenlos an Schulen ausgegeben. Man sollte sich gut überlegen ob man ein solches zweifelhaftes “Geschenk” annehmen will. Im Gegensatz dazu basiert Freie Software oft auf standardisierten Dateiformaten. Diese erhöhen die Chancen, dass man seine Dokumente auch noch viele Jahre nach der Erstellung lesen und weiterverarbeiten kann. Auch die Möglichkeiten die Software zu wechseln sind dadurch deutlich besser.

Ich hoffe, dass es uns mit dem Werkzeugkasten Freie Software gelungen ist sowohl die grundlegenden Prinzipien und Vorteile Freier Software zu vermitteln, also auch ganz konkrete Softwarelösungen und Einsatzmöglichkeiten für den Alltag in der Schule vorzustellen. Ich bin schon sehr gespannt wie das Ergebnis angenommen wird und freue mich über jede Art von Rückmeldung.

Sunday, 11 December 2016

Agenda-Siegel 2016 der Stadt Dortmund an Do-FOSS verliehen

Do-FOSS | 19:21, Sunday, 11 December 2016

Freie Software: Teil globaler Nachhaltigkeitsziele 2030 der UN

Agenda-Siegel 2016

Bild: Agenda-Siegel 2016 (© Stadt Dortmund)

Am 25.09.2015 wurde in New York von den Vereinten Nationen für die Weiterverfolgung der Ergebnisse des Millenniums-Gipfels die Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beschlossen. Die Agenda 2030 folgt damit auf die Agenda 21. Die Agenda 2030 gliedert sich in 17 Nachhaltigkeitsentwicklungsziele (Sustainable Development Goals) mit 169 Zielvorgaben, die erstmals Umwelt- und Entwicklungsaspekte enthalten und sich an alle Staaten richten und nicht primär Entwicklungsländer im Fokus haben. Die am 01.01.2016 in Kraft getretenen Agenda-Ziele mit Erläuterungen finden sich u.a. auf den eigens eingerichteten Webseiten des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Im Zusammenhang mit den Agenda-Zielen verleiht die Stadt Dortmund das sog. Agenda-Siegel als Auszeichnung für bürgerschaftliche Projekte und Ideen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung. Die Stadt Dortmund beschreibt das Agenda-Siegel auf der Homepage ihres Agenda-Büros wie folgt:

Das Agenda-Siegel soll neben der Auszeichnung einer möglichst breiten Palette von Projekten die öffentlichkeitswirksame Darstellung des bürgerschaftlichen Engagements auf dem Weg zu einer nachhaltigen Stadt dokumentieren.
Das Siegel soll Anreize schaffen, sich mit den Prinzipien der Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Über die öffentliche Präsentation guter Beispiele und Aktionen soll verdeutlicht werden, was sich alles hinter dem Begriff „Agenda“ verbergen kann.

Ins Leben gerufen wurde die Auszeichnung im Jahr 2000 durch den Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Wohnen und wird seit 2004 jährlich vergeben. Die Jury des Agenda-Siegels 2016 bestand aus Vertreterinnen und Vertretern der Verbraucherzentrale Dortmund, der Evangelischen Kirche von Westfalen, der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW und des Handelsverbandes NRW. Die ausgewählten Projekte erhalten das Recht, das Agenda-Siegel in Form von Logo und Stempel mit Jahresangabe zu verwenden. Vergeben wird das Siegel in den Kategorien Schule und Initiative, Organisation, Verein, Privatperson.

Do-FOSS freut sich über eine erfolgreiche Bewerbung für das Agenda-Siegel 2016! Die Ausschreibungsunterlagen der Stadt Dortmund, die Bewerbungsunterlagen von Do-FOSS und Eindrücke von der Verleihung können in unserer Dokumentenverwaltung heruntergeladen werden. Mehr Informationen zum Agenda-Engagement der Stadt Dortmund finden sich auf der Webseite des Agenda-Büros der Stadt Dortmund. Die Pressemitteilung der Stadt Dortmund zur Verleihung des Agenda-Siegels 2016 ist auf der Unterseite Nachrichten zu finden.

Do-FOSS ermuntert alle Menschen auch in ihren Städten Freie Software zum Thema zu machen und steht gerne als Ansprechpartner zum Erfahrungsaustausch zur Verfügung.

<figure style=" width: 70%; height: auto; text-align: center; text-indent: 0; border: thin silver solid; margin: 0.5em; padding: 0.5em;">
Preisverleihung Sierau<figcaption>Preisverleihung durch Oberbürgermeister Ullrich Sierau an Do-FOSS (repräsentiert von Till Schäfer) (Foto: Agenda-Büro Dortmund / © Stadt Dortmund)</figcaption></figure>

<figure style=" width: 70%; height: auto; text-align: center; text-indent: 0; border: thin silver solid; margin: 0.5em; padding: 0.5em;">
Gruppenfoto: Agenda-Siegel-Preisträger<figcaption>Agenda-Siegel-Preisträger (Foto: Anja Kador / Lizenz: unbekannt)</figcaption></figure>

Freie Software: global denken, lokal handeln

Do-FOSS hat sich bislang vor allem intensiv in lokale Fragen von Softwareeinsatz eingebracht. Jedoch ist eine lokale Softwarestrategie nicht von einer globalen Entwicklung zu trennen. Freie Software entfaltet ihre Wirksamkeit durch die Möglichkeit globales Know-How mit örtlicher Kompetenz zu verbinden. Während Freie-Software-Projekte zum wesentlichen Teil international verfügbar sind und häufig auf internationalen Kooperationsstrukturen basieren, ist der Nutzen Freier-Software-Projekte gerade in lokalen kleineren Strukturen deutlich erkennbar. Der freie Zugang zu softwaretechnischem Wissen ermöglicht den Aufbau lokaler Kompetenzstrukturen und den Einbezug kleinerer Softwareanbieter in die Anpassung solcher Software an lokale Gegebenheiten. Der barrierefreie Zugang zu dem Know-How verhindert global wie lokal daher die Einhegung von Wissen und eine digitale Spaltung. Daher kann ein technologischer Wissenstransfer hervorgehoben werden, welcher durch Freie Software u.a. für das Nord-Süd-Gefälle ermöglicht wird (vgl. Nachhaltigkeitsentwicklungsziel 12 „Verantwortungsvoller Konsum / technological capacity“ und Nachhaltigkeitsentwicklungsziel 17 „Partnerschaften, um die Ziele zu erreichen / Technology“ & „Systematic issues“ der Agenda 2030). Darüberhinausgehend schafft Freie Software durch die Nachvollziehbarkeit ihrer Funktionalität (überprüfbar durch unabhängige Sachverständige) wichtiges Vertrauen, um die Digitalisierung des Lebensraumes bei uns vor Ort – wie z.B. durch das Projekt Smart City Dortmund angestrebt
wird – zu ermöglichen.

Freie Software hat zudem eine umfassende Nachhaltigkeitsdimension. In der Publikation des Umweltbundesamtes mit dem Titel Nachhaltige Software werden u.a. Zusammenhänge mit dem Energieverbrauch von Software (Green Software Engineering), den Hardwareanforderungen, der Wiederverwendbarkeit von Software (und damit der Einsparung von Entwicklungsressourcen), dem gesellschaftlich zugänglichem Wissen (in Form von Gemeingütern), Modularität (und der damit verbundenen Anpassbarkeit von Softwarelösungen), sowie zahlreiche weitere positive Auswirkungen auf soziale und wirtschaftliche Organisationsformen beschrieben. In der Publikation wird deutlich, dass eine Grundvoraussetzung für die Nachhaltigkeit von Software ist, dass sie unter einer Freien Lizenz veröffentlicht wird.

Das Umweltbundesamt zu Nachhaltiger Software:

Wird von Green IT (Grüner Informationstechnik) gesprochen, so denkt man dabei meist an energieeffiziente und ressourcenschonende Hardware. Von ebenso großer Bedeutung für die Nachhaltigkeit eines IT-Systems ist jedoch die Software. […] Unter „Nachhaltiger Software“ wird (im weitesten Sinne) Software verstanden, die entlang ihres Lebensweges (Entwicklung, Anwendung, Außerbetriebnahme) die Umwelt wenig belastet und somit ressourcenschonend und energieeffizient ist. Dies kann beispielsweise dadurch realisiert sein, dass sie effizient und schlank programmiert sowie modular und erweiterbar ist oder langfristig gepflegt wird. Weiterhin kann sich die Software dadurch auszeichnen, dass sie in ihrer Anwendung einen positiven Effekt auf die Umwelt hat, beispielsweise indem sie hilft, Energie und Ressourcen einzusparen oder Prozesse zu optimieren.“ (Umweltbundesamt – Nachhaltige Software, S. 9)

Gerade bei Freien Softwareprojekten gibt es häufig Bestrebungen alte Hardware länger nutzbar zu machen und z.B. Betriebssysteme mit besonders geringen Hardwareanforderungen zu entwickeln. Häufig werden Computer lediglich als Textverarbeitungsplätze (Briefe, E-Mails, etc.) genutzt und die dafür benötigte Funktionalität stellt niedrige Hardwareanforderungen. Dennoch entwickeln viele Closed-Source-Betriebssysteme immer höhere Anforderungen an Hardware. Durch die individuelle Anpassbarkeit von Freier Software lässt sich insbesondere eine schlanke und energieeffiziente IT-Architektur realisieren, welche mit nachhaltigen Hardwarekonzepten harmonisiert.

Freie Software: in Dortmund erfahren

An die obigen Überlegungen angelehnt, findet in DO-Hörde alle 2 Wochen ein offener Themenabend Einführung in die Nutzung Freier Software durch ein eigenständiges an Do-FOSS angegliedertes Projekt statt. An den Abenden dieser regelmäßigen Veranstaltung erhalten (neue) Anwenderinnen und Anwender Freier Software eine Einführung in den Alltagsgebrauch ihres (befreiten) Computers. Dabei liegt der Fokus auf der ressourcenschonenden GNU/Linux Distribution (L)Ubuntu, die sehr leicht zu installieren und zu warten ist und auch Computerlaien den Genuss einer Vielzahl Freier und Quelloffener Anwendungsprogramme ermöglicht, die (fast) keine Wünsche offenlassen. Weitere Informationen finden sich auf unserer Blog-Seite Einführung in die Nutzung Freier Software. Die Termine zu dieser Veranstaltung finden sich hier.

Dokumente zum Herunterladen

Der Folder zur Bewerbung um das Agenda-Siegel 2016 der Stadt Dortmund kann hier heruntergeladen werden. Der offizielle Bewerbungsbogen für das Agenda-Siegel 2016 kann hier und in einer von Do-FOSS erstellten lesefreundlicheren Version kann der Bewerbungsbogen hier heruntergeladen werden. Die Urkunde über die Verleihung des Agenda-Siegels 2016 an Do-FOSS kann hier heruntergeladen werden.

Die Pressemitteilung der Stadt Dortmund zur Verleihung des Agenda-Siegels 2016 vom 07.12.2016 kann hier sowie die Preisträgerliste des Agenda-Siegels 2016 kann hier heruntergeladen werden.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

The post Agenda-Siegel 2016 der Stadt Dortmund an Do-FOSS verliehen appeared first on Do-FOSS.

Tuesday, 29 November 2016

Die neue Berliner Koalition und Freie Software: Zwei Schritte vor, einer fehlt noch

Deutscher Planet – Dreierlei | 01:55, Tuesday, 29 November 2016

<figure class="wp-caption alignright" id="attachment_1759" style="width: 300px">Vertrag steht: Rot-Rot-Grün in Berlin - CC0 via pixabay<figcaption class="wp-caption-text">Vertrag steht: Rot-Rot-Grün in Berlin – CC0 via pixabay</figcaption></figure>Berlin hat seit bald zwei Wochen seinen ersten Rot-Rot-Grünen Koalitionsvertrag. Als Bundeshauptstadt und als ein Motor der deutschen digitalen Wirtschaft kommt dieser Regierung zugleich eine bundesweite Bedeutung zu. Das nun entstandene Werk ist durchaus Freie Software freundlich und fortschrittlich. Obwohl die vielleicht weitreichendste Entscheidung leider keinen Eingang gefunden hat: Eine Gesetzesänderung, die fortan verpflichten würde, von öffentlichen Geldern finanzierte Software unter einer Freien Lizenz zu veröffentlichen. Im folgenden eine Analyse des Vertrages unter dem Blickwinkel der Förderung und Verwendung Freier Software.

Text zu lang? Spring zum Resümee

Inhaltsverzeichnis:
Förderung Freier Software
Eigenentwicklung Freier Software
Wirtschaft
Bildung und OER
Wissenschaft und Open Access
Resümee

Teile der aktuellen Koalition hatten sich bereits im Wahlkampf sehr positiv gegenüber Freier Software geäußert. Insbesondere die Linke und die Grünen hatten schon in ihren Wahlprogrammen Maßnahmen zur Förderung Freier Software versprochen und dieses positive Bild auch noch einmal in Wahlprüfsteinen der Koalition Freies Wissen bestätigt.

Nach der Wahl hat die FSFE die künftigen Koalitionäre an ihre Wahlversprechen erinnert und dazu drei konkrete Handlungsempfehlungen geschickt. Jetzt ist der Koalitionsvertrag fertig und tatsächlich spiegeln sich darin auf gewisse Weise zwei von drei dieser Handlungsempfehlungen wider.

Förderung Freier Software

Die Förderung Freier Software wird in der deutschen Politik selten so konkret formuliert wie im aktuellen Berliner Koalitionsvertrag unter “Kultur- und Medienmetropole Berlin”. Dort schreibt sich die Koalition auf die Fahne:

Die Koalition fördert die Verwendung von freier und offener Software (Open Source) sowie von freien Lizenzen in der Berliner Verwaltung und auf deren Angeboten.

Auch wenn die Formulierung wenig konkret verbleibt, kann sie dennoch als fortschrittlich betrachtet werden. Denn andere Regierungsverantwortliche hierzulande fügen leider zu ähnlichen Bekenntnissen meist zusätzliche Verklausulierungen hinzu, wie zum Beispiel “Freie Software sei bei gleicher Qualität zu bevorzugen” oder “die Verwendung Freier Software sollte in Betracht gezogen werden.” Im Berliner Koalitionsvertrag hingegen wurde nun konkret die Förderung und Verwendung Freier Software festgehalten. Das ist hervorragend und an dessen Umsetzung werden wir die Koalition in den nächsten fünf Jahren nicht nur messen sondern auch mit Hilfe zur Seite stehen.
<figure class="wp-caption aligncenter" id="attachment_1764" style="width: 300px">Freie Software fördern - CC0  via pixabay<figcaption class="wp-caption-text">Freie Software fördern – CC0 via pixabay</figcaption></figure>
Außerdem möchte die Koalition zusammen mit dem IT- Diensleistungszentrum Berlin (ITDZ) die Verwaltungsmodernisierung vorantreiben. Dazu soll ein “Nutzerbeirat” eingerichtet werden, der das ITDZ bei grundsätzlichen Fragen berät. Und

Bei der Einführung und Aktualisierung von IKT wird die Koalition Herstellerunabhängigkeit, Interoperabilität, den weitest möglichen Einsatz von Open-Source-Software, IKT-Barrierefreiheit und ökologische Nachhaltigkeit (Green IT) beachten.

Die angesprochene Verwaltungsmodernisierung Berlins ist ein Mammutprojekt und längst überfällig. Der “weitest mögliche Einsatz von Open-Source-Software” erscheint dabei als ein folgerichtiger Schritt um aus entstandenen Abhängigkeiten zu entfliehen und eine langfristige Anpassbarkeit der Infrastruktur zu gewährleisten. Nur mit Hilfe Freie Software lässt sich die im Vertragstext gewünschte Herstellerunabhängigkeit und Interoperabilität erreichen und damit zugleich eine nachhaltige IT-Strategie verfolgen.

Für eine gelungene Umsetzung empfiehlt es sich, im zu schaffenden “Nutzerbeirat” auch zivilgesellschaftliche Experten mit einzubeziehen.

Eigenentwicklung Freier Software

Berliner Kultureinrichtungen beherbergen ein unschätzbares kulturelles Erbe. Dieser Kulturschatz kann durch Digitalisierung nicht nur geschützt, sondern über das Internet weltweit zugänglich und nachnutzbar gemacht werden. Die Einrichtungen werden verpflichtet, Digitalisate – wo rechtlich möglich – unter Freien Lizenzen als open data zu veröffentlichen. Zur Erprobung innovativer Formate mit digitalen Technologien wird die Koalition einen Innovationsfonds für Projekte der Einrichtungen und der Freien Szene etablieren

<figure class="wp-caption alignright" id="attachment_1482" style="width: 300px">CC0 via pixabay<figcaption class="wp-caption-text">Software frei entwickeln – CC0 via pixabay</figcaption></figure>

Die Digitalisierung von Kulturschätzen und deren Veröffentlichung unter Freien Lizenzen ist innovationsfördernd und fortschrittlich, die Errichtung eines Innovationsfonds ein wichtiger Schritt. Die “Erprobung innovativer Formate mit digitalen Technologien” bietet sich geradezu an für eine Verknüpfung, Eigenentwicklung oder der Anpassung von Freier Software. In wohl keiner anderen Stadt in Deutschland ist die “Freie Szene” derart ausgeprägt, ist es derart leicht Freie Software Entwickler zu finden. Insbesondere weil in Berlin die “Freie Kultur Szene” und die “Freie Software Szene” sehr eng miteinander interagieren oder gar verknüpft sind.

Sollte in diesem Zusammenhang neue Software entwickelt oder in Auftrag gegeben werden, dann wäre deshalb auch die Umsetzung eines der allen drei Parteien gemeinsamen Wahlversprechens wünschenswert: Eigenentwicklungen des Landes Berlin sowie in Auftrag gegebene Software unter einer freien Lizenz veröffentlichen.

Dasselbe gilt in ähnlicher Weise auch für andere Software-Projekte der Koalition:

  • Die Koalition wird ein Online-Portal der Justiz einrichten, in dem alle wichtigen Informationen und Unterlagen kostenlos zur Verfügung gestellt werden und Online-Überweisungen möglich sind.
  • Die Koalition wird eine zentrale Stelle zur Umsetzung der Berliner OpenData-Strategie schaffen und einen jährlichen Wettbewerb zur Förderung von Angeboten und Apps zur Nutzung offener Daten veranstalten.
  • Mit der gemeinsamen Erarbeitung von Berliner Leitlinien für Beteiligung durch Bürger*innen, Politik und Verwaltung stärkt die Koalition die Strukturen und Prozesse der Bürger*innenbeteiligung. Dabei werden insbesondere die Verfahren ausgebaut, die niedrigschwelliger, flexibler und repräsentativer sind. Im Zentrum steht dabei eine Vorhabenplattform (mein.berlin.de), auf der in Zukunft alle planerischen Vorhaben auf Landes- und Bezirksebene frühzeitig mit einer Projektbeschreibung und alle öffentlichen Beteiligungsverfahren veröffentlicht werden.
  • Die Koalition fördert freie und digitale Materialien für den schulischen und außerschulischen Unterricht und die frühkindliche Bildung. Sie wird eine barrierefrei zugängliche Plattform zur Erarbeitung, Verbreitung und Qualitätskontrolle freier Lehr- und Lernmaterialien (OER) entwickeln.

Abgesehen von dem geplanten Wettbewerb geht es bei all diesen Vorhaben um Eigenentwicklungen des Landes Berlin oder um in Auftrag gegebene Software unter Verwendung öffentlicher Gelder. Die FSFE fordert diese von der öffentlichen Hand finanzierte Software als Freie Software der Öffentlichkeit zurück zu geben.

Wirtschaft

<figure class="wp-caption aligncenter" id="attachment_1767" style="width: 800px">Digitale Wirtschaft - CC-BY 3.0 von Peter Bennets<figcaption class="wp-caption-text">Digitalagentur für Wirtschaft? – CC-BY 3.0 von Peter Bennets</figcaption></figure>

Die Koalition wird die Verwaltung modernisieren und hier den Einsatz moderner IT ausbauen. Der digitale Zugang zur Verwaltung für die Bürger*innen wird hergestellt. Es wird eine Digitalagentur zur Verbesserung der digitalen Wirtschaft eingerichtet.

[…] werden eine Digitalisierungsstrategie auf Basis der Maßgaben von Nachhaltigkeit, Teilhabe und wirtschaftlicher Entwicklung erarbeitet und ein Bürgerdialog „Mein digitales Berlin“ durchgeführt sowie ein „Koordinator Digitales Berlin“ zur Koordination der verschiedenen digitalisierungsrelevanten politischen Aktivitäten mit den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteuren eingesetzt.

Mit einer “Digitalagentur” und einem „Koordinator Digitales Berlin“ wird die Koalition zwei neue Institutionen schaffen um ihre Digitalisierungsstrategie in Angriff zu nehmen. In ihrem Wirken wird sich unter anderem zeigen, ob wir die Versprechungen der Koalition beim Wort nehmen dürfen und tatsächlich eine Förderung Freier Software verfolgt werden wird. Die vorgesehene Einbindung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Akteure lässt zumindest hoffen, dass die Entwicklung zur Offenheit ernst gemeint ist.

Bildung und OER

Die Koalition fördert freie und digitale Materialien für den schulischen und außerschulischen Unterricht und die frühkindliche Bildung. Sie wird eine barrierefrei zugängliche Plattform zur Erarbeitung, Verbreitung und Qualitätskontrolle freier Lehr- und Lernmaterialien (OER) entwickeln.

Es war bereits im Wahlkampf ersichtlich, dass inzwischen alle Parteien Berlins die Bedeutung von OER für die zukünftige Bildung erkannt haben. Die jetzige Koalition schreibt deshalb nicht nur eine Förderung freier Bildungsmaterialien in ihr Programm sondern auch die Entwicklung einer unterstützenden Plattform. Dabei wäre es wünschenswert wenn die Koalition bestmöglich die Handlungsempfehlungen des Bündnis Freie Bildung in betracht zieht. Daraus unter anderem:

3. Bei der Wahl von Software, die für Bildungszwecke eingesetzt wird, ist darauf zu achten, dass diese offen/frei lizenziert ist […]. Ausnahmen von dieser zu etablierenden Praxis müssen begründet werden.
[…]
5. Projekte zur Verbesserung und Weiterentwicklung bestehender Open-Source-Bildungssoftware werden gefördert und in öffentlichen Ausschreibungen werden offene Formate und Open-Source-Softwarelösungen bevorzugt berücksichtigt.

Wissenschaft und Open Access

Die Koalition wird die Open Access Strategie umsetzen und ein Zukunftsprogramm Digitalisierung der Wissenschaft auflegen. Dabei sollen Open-Access-Publikationen, aber auch digitale Lehr- und Lernformate sowie offene Forschungsdaten etwa durch Regelungen in den Hochschulverträgen unterstützt werden.

<figure class="wp-caption alignright" id="attachment_1770" style="width: 300px">Berliner Wissenschaft bald Open Access? - CC-BY-SA 3.0 von OTFW<figcaption class="wp-caption-text">Berliner Wissenschaft bald Open Access? – CC-BY-SA 3.0 von OTFW</figcaption></figure>

Die Ausformulierung und Verwirklichung einer konkreten Open Access Strategie ist 13 Jahre nach der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen längst überfällig. Damit nähert sich die Berliner Regierung auch der EU an, deren Mitgliedstaaten Mitte des Jahres beschlossen haben, ab 2020 alle Publikationen öffentlich finanzierter Forschung unter Open Access zu veröffentlichen.

Bei der Strategie sollte von Anfang an auch die langfristige Offenheit und der universale Zugang der wissenschaftlichen Ergebnisse bedacht werden. Wichtige Schritte dahin wären die Bindung öffentlicher Fördergelder an umfassende Veröffentlichungen unter Freien Lizenzen. Dahinter steckt der Gedanke, dass nicht länger nur die finale Publikation Open Access sein soll, sondern vielmehr auch die dahin führenden Schritte, zum Beispiel Datenerfassungen und Softwareentwicklungen.

Eine langfristige IT-Struktur geschieht dabei durch den Betrieb von Open Access repositories unter Freier Software und Offenen Standards um die gewonnen Erkenntnisse möglichst langfristig zu archivieren und universal zugänglich zu machen.

Resümee

Insbesondere die Linken und die Grünen haben sich in ihren Parteiprogrammen und während des Wahlkampfes für die Förderung und Verwendung Freier Software stark gemacht. Der aktuelle Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün verdeutlicht das. Darin finden sich auch zwei der drei Handlungsempfehlungen der FSFE in Teilen verwirklicht. Zusammenfassend ein Abgleich:

Eigenentwicklungen des Landes Berlin sowie in Auftrag gegebene Software unter einer freien Lizenz veröffentlichen.

Diese Forderung der FSFE findet sich leider nicht im Koalitionsvertrag wider. Rot-Rot-Grün verpasst hier bisher die Chance, auf Basis ihrer gemeinsamen Wahlprogramme eine allgemein gültiges Rahmenwerk zu schaffen in dem mit öffentlichen Geldern finanzierte Software als Freie Software auch wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird. Das würde den Standort Berlin unter Umständen gerade auch für die digitale Wirtschaft noch attraktiver machen. Vorbild könnte hier das Weiße Haus sein, das künftig 20% der eigenentwickelten Software unter Freier Lizenz stellen möchte oder Russland, das kürzlich ein Gesetz erlassen hat, um Freie Software in der öffentlichen Verwaltung zu bevorzugen.

Abseits vom allgemeinen Rahmenwerk verpasst die Koalition bisher leider auch in ihren konkreten Planungen eine Bindung öffentlicher Gelder an die Entwicklung Freier Software zu knüpfen. Ob Innovationsfonds oder die geplanten Portale und Plattformen, leider gibt es bisher keinerlei Hinweise auf die Verknüpfung derselben an Freie Software. Es bleibt zu hoffen, dass dies in der konkreten Ausgestaltung noch Form annehmen wird.

Entwicklung einer langfristigen Strategie um die Verwaltung Berlins auf Freie Software umzustellen.

Bei der Umstellung der Verwaltung auf Freie Software hat sich die Koalition tatsächlich ein Herz gefasst und formuliert “Bei der Einführung und Aktualisierung von IKT wird die Koalition Herstellerunabhängigkeit, Interoperabilität, den weitest möglichen Einsatz von Open-Source-Software, […] beachten.” Insbesondere die Regierungsbeteiligung der Grünen lässt hier hoffen, da diese sich bereits in der Vergangenheit für eine Linux-Migration stark gemacht haben.

Die Förderung des Einsatzes von Open Educational Resources (OER) und Freier Software in den öffentlichen Bildungseinrichtungen Berlins.

Die Bedeutung von OER ist in der Koalition angekommen. Eine “barrierefrei zugängliche Plattform zur Erarbeitung, Verbreitung und Qualitätskontrolle freier Lehr- und Lernmaterialien (OER)” ist ein wichtiger Schritt zur weiteren Verbreitung und Verwendung von OER im schulischen Alltag. Wie das Bündnis Freie Bildung treffend formuliert, ist dabei “die Verwendung freier und offener Technologien, namentlich Offener Standards und Freier Software bei Erstellung und Verbreitung digitaler OER als unabdingbar”.

Es bleibt deshalb zu hoffen, dass die zu erschaffende Plattform Freie Software verwendet oder als Freie Software entwickelt wird.

Monday, 07 November 2016

Masterplan Digitales Dortmund

Do-FOSS | 22:25, Monday, 07 November 2016

Von den Ursprüngen…

Masterplan Digitales Dortmund

Bild: Masterplan Digitales Dortmund

Gestartet wurde Do-FOSS als Bildungsprojekt im Juni 2014 mit der Veranstaltung Demokratie braucht Freie Software an der TU Dortmund und einem Thementisch zu Gemeinwohlorientierter Software bei der 40-Jahr-Feier der GLS Gemeinschaftsbank Bank eG.
In der zweiten Jahreshälfte 2015 hätte der Rat der Stadt Dortmund die Fortschreibung des städtischen IT-Konzepts für die Jahre 2016-2021 beschließen sollen. Do-FOSS hatte als Projektziel den Diskussionsprozess mit den Vorteilen Freier und Quelloffener Software zu begleiten.

…zu neuen Zielen: Masterplan „Digitales Dortmund“

Statt des stark auf die Verwaltung konzentrierten IT-Konzepts hat der Rat der Stadt Dortmund mit Datum vom 07.07.2016 die auf sechs Jahre angelegte Entwicklung des Masterplans „Digitales Dortmund“ beschlossen. Die Erarbeitung des Masterplans wird im Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft in drei Phasen erfolgen. Nach Abschluss der einzelnen Phasen (je zwei Jahre) wird dem Rat ein Zwischenbericht vorgelegt (1. Phase: Verwaltung / Wirtschaft / Bildung, 2. und 3. Phase: u.a. Soziales, Familie, Jugend/Alter, Gesundheit, Kultur, Freizeit, Verkehr und Mobilität [vgl. Entwicklung des Masterplans „Digitales Dortmund“, S. 6]).

Das strategische Ziel des Erarbeitungsprozesses des Masterplans benennt der Rat auf S. 5 des Entwicklungsbeschlusses folgendermaßen:

Um die vorhandenen Gestaltungs- und Handlungsmöglichkeiten zu erkennen, optimal zu nutzen und nicht nur auf bereits eingetretene Veränderungen reagieren zu müssen, soll zunächst eine Strategie erarbeitet werden, ein Masterplan „Digitales Dortmund“. Dieser umfasst zum einen Visionen, wie sich Stadt und Verwaltung entwickeln könnten und sollten, aber auch konkrete Ziele und eine entsprechende Umsetzungsstrategie mit evaluierbaren Maßnahmen.

Die Stadt Dortmund hat in einer Pressemitteilung vom 24.05.2016 zum Diskussionsprozess des Masterplans u.a. erklärt:

Im Zentrum stehen (…) die Lebensqualität der Bevölkerung durch optimale Dienstleistungs-, Mitwirkungs- und Infrastrukturangebote, die Schonung von Ressourcen, der Mehrwert von Innovationen und ein wirtschaftsfreundliches Umfeld. Um diese Ziele zu erreichen, müssen moderne Technologien und Prozesse zum Einsatz kommen. Die Digitalisierung von Infrastrukturen, Organisationen und Lebenswelten (z.B. im Bildungs- oder Gesundheits- und Sozialwesen) ist daher eine zentrale strategische Aufgabe der Stadt. Die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sind zum Nervensystem der „smarten“ Stadt geworden.

Entsprechend des Ratsbeschlusses ist auch die Zielsetzung von Do-FOSS dahingehend angepasst worden, die bürgerorientierte Entwicklung des Masterplans zu begleiten. Do-FOSS begreift sich dabei als Projekt zum Wissenstransfer. Hierfür werden die momentanen Gegebenheiten der städtischen Software herausgearbeitet und in Bezug auf Freie Software und Offene Standards bewertet. Herr Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat in einem Schreiben aus Juni 2016 bereits erklärt, dass Freie Software Gegenstand des Erarbeitungsprozesses des Masterplans „Digitales Dortmund“ sein wird. Dies freut Do-FOSS, denn durch Freie Software wird besonderes Augenmerk auf den Erhalt der kommunalen Selbstverwaltungshoheit gelegt. Eine weitergehende Betrachtung hierzu hat Do-FOSS im Blogbeitrag Warum Freie Software und Offene Standards für die Stadt Dortmund? vorgenommen.

Das Projektziel von Do-FOSS ist es fortan Wege zu ermitteln, wie die Stadt Dortmund zukünftig mit Hilfe von Freier und Quelloffener Software bzw. Offener Standards die digitale Anschlussfähigkeit ihrer Bürgerinnen und Bürger fördern kann. Dafür zeigt Do-FOSS Wege für einen selbstbestimmten und transparenten Umgang mit digitaler Technik auf und engagiert sich dafür die notwendigen Voraussetzungen in die Diskussion des Masterplans einzubringen.

Des weiteren entwickelt Do-FOSS Konzepte zur Lockerung von Herstellerabhängigkeiten, welche durch Closed-Source-Modelle erzwungen werden. Durch eine entsprechende Zielsetzung im Masterplan könnte die Closed Source Software der Stadt Dortmund stetig und steuerbar durch Freie Software und Offene Standards abgelöst werden. Zudem wird der freie Austausch von Software zwischen jeglichen Akteuren durch Freie Lizenzen ermöglicht. Dadurch können Synergien genutzt werden, um u.a. Kostensenkungen zu realisieren. Gleichzeitig fördert Freie Software Wertschöpfung und Innovation: Ein großer Teil unfreier (sog. proprietärer) Software wird nicht in Europa produziert, demzufolge werden Lizenz- oder Pflegegebühren für solche Software zu einem beträchtlichen Teil aus der Region transferiert und woanders investiert. Damit erlischt auch das lokale Wissen über eine Schlüsseltechnologie unserer Zeit. Eine Rückkehr zu einem Modell der vollständigen Eigenentwicklung ist jedoch ebenfalls aus wirtschaftlichen und technischen Gründen (z.B. Interoperabilität) nicht wünschenswert. Freie Software ist in diesem Zusammenhang die optimale Symbiose, um lokales Know-How mit internationalen Standards und Entwicklungen zu verbinden. Daraus ergibt sich ein nicht unerheblicher fiskalischer, beschäftigungs- und innovationspolitischer Effekt. Dieser Effekt verstärkt sich durch die Möglichkeit für Jedermann, Freie Software zu verbessern. Immer dann, wenn beim Einsatz von Freier Software Optimierungs- oder Weiterentwicklungspotentiale erkannt werden, entspricht das einer Chance, diese Potentiale auszuschöpfen und daraus Wertschöpfung zu generieren. Nicht selten führt dies zu erfolgreich realisierbaren Geschäftsideen und somit zur Stärkung eines IT-Standorts. Bei proprietärer Software besteht dieses Potential nicht oder nur in sehr eingeschränktem Maß, denn hier ist der Hersteller der Einzige, der entsprechende Optimierungen vornehmen kann. Für Do-FOSS entspricht es der Zeit, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Richtlinie zum Software-Sprint zur Förderung von Open Source Entwicklerinnen und Entwicklern am 14.07.2016 herausgegeben hat.

Dokumente zum Herunterladen

Der Vorlage des Ratsbeschluss findet sich hier und eine Zusammenstellung der Protokolle aus den zuarbeitenden Ausschüssen und vom Rat findet sich hier. Eine ergänzende Pressemitteilung der Stadt Dortmund zur Besetzung der Leitung der Arbeitsgruppe Verwaltung vom 07.06.2016 findet sich hier.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

The post Masterplan Digitales Dortmund appeared first on Do-FOSS.

Thursday, 27 October 2016