Planet Fellowship (de)

Wednesday, 18 March 2015

FSFE Fellowship-Treffen Rhein/Main März 2015

Being Fellow #952 of FSFE » German | 07:01, Wednesday, 18 March 2015

Hier der etwas verspätete Bericht vom letzten FSFE Treffen in Frankfurt am 4. März.

Ausnahmsweise war kein Platz für uns im Café Albatros und wir mussten umziehen. Um so etwas zu vermeiden werden wir künftig auch ohne “offizielle” Zusagen einfach blind einen Tisch reservieren. Bisher war dies im Albatros nie wirklich nötig gewesen, aber diesmal haben uns zwei große Gruppen mit ihren Reservierungen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich hatte die Bedienung gebeten eventuelle Nachzügler zu informieren, was meines Wissens auch gut geklapt hatte.
Trotzdem bitte ich alle, die uns nicht möglicherweise nicht gefunden haben sollten, um Entschuldigung. Und um es noch schlimmer zu machen: Ihr habt ein richtig tolles Treffen verpasst!
Die “üblichen Verdächtigen” blieben diesmal (teils entschuldigt ;) ) dem Treffen fern. Um so besser, dass von den letztlich 8 Teilnehmern 5 Neuzugänge dabei waren \o/

Vorstellungsrunde

Die bei neuen Gesichtern obligatorische Vorstellungsrunde offenbarte erneut wie breit gefächert Freie Software Interessierte Menschen aufgestellt sind: Von pensionierten Ärzten über Debian Entwicklern, Web-Designern, Wissenschaftlern, Politikern, Juristen bis zu einfachen Angestellten wie mich, die beruflich nahezu nichts mit Software zu tun haben.

Lücken im Wiki

Bernd wies uns darauf hin, dass es im FSFE Wiki noch einige Lücken zu füllen gibt. Dort gibt es noch viele Platzhalter, die mit Inhalt gefüllt werden wollen. Generell lässt die Struktur des Wikis sehr zu wünschen übrig. Man muss kein Fellow der FSFE werden um Schreibzugriff zu bekommen und was dran zu ändern. Wie ein Gastzugang erstellt werden kann, steht auf dieser Seite: http://wiki.fsfe.org/UserGuide#Guest_accounts

Skype Alternativen

Ein Punkt, den Bernd in diesem Zusammenhang angesprochen hat, war die Seite zu Skype Alternativen. Ich denke, das müsste diese hier sein: http://wiki.fsfe.org/ConvinceYourFriends Stimmt’s? Für Konferenzen hatte ich Mumble vorgeschlagen und darauf hingewiesen, dass sich nach dem Test-Workshop in Manchester zum DFD 2012 einiges getan hat. Auf der FOSDEM sah ich auch einen recht interessanten Lightning Talk über Scalable Video Conferencing with Jitsi Videobridge gesehen. Mir fällt auch jetzt ein, dass ich zu dem Thema im FSFE “Planet” schon einige Artikel von Daniel Pollock zu dem Thema gelesen habe.

Wie bringt man Freie Software unters Volk?

Wir kamen später auch wieder darauf zurück wie man Menschen motivieren kann, sich doch mal damit auseinanderzusetzen. Es ist eben ein sehr komplexes Thema, dass hier vermittelt werden muss. Gleichzeitig besteht die Schwierigkeit, dass in großen Teilen der Bevölkerung kein Problembewusstsein besteht und so sehen viele erst gar keine Veranlassung sich damit zu beschäftigen. In dem Zusammenhang kann ich noch folgende Texte und Medien empfehlen:

Nachwuchs in der Freien Software Szene

Es wurde auch bemerkt, dass beim CCC und offenbar in der gesamten Freien Software-Szene das Durchschnittsalter steigt. Interesse am Programmieren besteht allerdings. Wie können wir mehr Junge Menschen motivieren sich für Freie Software einzusetzen? Auch hier scheint ein Hindernis das fehlende Problembewusstsein zu sein. Nutzerrechte werden durch DRM und andere Mechanismen immer weiter eingeschränkt und die junge Generation kennt es gar nicht mehr anders.

FS in der Bildung

Wieder nicht von mir eingebracht! Es ist immer noch üblich, dass Lehrer *.doc oder *xls Dateien von ihren Schülern einfordern. Vielleicht sollten wir hier lokal mal was machen. Gibt es da Vorschläge wie wir da vorgehen können? Ansonsten könnten wir das polnische Konzept übernehmen.

FreeYourAndroid.org

So kamen wir auch auf Nutzerbeschränkungen von Mobiltelefonen und die FreeYourAndroid Kampagne. Wer daran Interesse hat, kann sich auf der Mailingliste eintragen.

Flyer, Sticker, sonstiges Promotion-Material

Ich hatte ja einiges an Promotion-Material mit und die Mannheimer hoffentlich ausreichend ausgestattet. Björn hat auch sofort zwei Tippfehler auf dem angesprochenen Werkzeug-Flyer gefunden, die ich gleich mal melden werde. Noch mal zur Info: Jede/r kann bei der FSFE kostenfrei Material bestellen. Und natürlich auch Tippfehler oder Verbesserungsvorschläge melden. :)

Bewerbung der Treffen

Es wurde vorgeschlagen die FSFE Treffen auch auf Meetup und Eventbrite anzukündigen. Ich habe zwar einen Meetup-Account, aber Events einstellen kostet dort neuerdings Geld. Laura bot an mit ihrem Meetup-Account auch unsere Treffen zu bewerben. Ich werde die Details mit ihr per Mail besprechen. Eventbrite kenne ich nicht und muss es mir erst mal ansehen. Auf den ersten Blick sieht es eher aus als könne man darüber nur Tickets verkaufen. Ist jemand hier, der die Bewerbung unserer Aktivitäten dort übernehmen möchte? Bisher benutze ich für die Ankündigung unserer Treffen ein selbst zusammengeschustertes Skript, dass Event-Einträge auf https://fsfe.org in mehreren Sprachen publiziert, die Mail Erinnerungen, Tweets und Posts an Diaspora verschickt. Eine einigermaßen aktuelle Version findet sich (noch) auf Gitorious. Nebenbei: Kennt jemand eine Freie Software Alternative zu Gitorious? Sonst muss ich es künftig eben selbst hosten. Der Plan ist künftig die XML Datei für UserGroups Rhein/Main automatisch anzupassen und zu committen.

Vernetzung mit anderen Gruppen

Nach dem Usergroup Treffen auf der Fuxcon begannen wir ja schon Kontakte zu anderen Gruppen zu knüpfen. Wir waren zu Gast beim CCC-Ffm und den Freifunkern und werden voraussichtlich im Mai zu den Mobile Users gehen. Danach müssen wir mal gucken wen wir als nächstes besuchen. Auf Rheinmeinrocks gibt es ja eine schöne Liste.

Flossie

Jane hatte Flossie erwähnt, ein Netzwerk für Frauen in der Freien Software Szene (Fokus auf UK). Leider hat sie dabei nicht die Bekanntschaft mit FSFE Aktivistin Anna Morris gemacht. Im Rhein/Main-Gebiet sind mir nur die Techettes , DigitalMediaWomen54 und Webgrrls bekannt, allerdings ohne Bezug auf Freie Software. Grund genug das Thema vielleicht mal dort anzusprechen!

Vorträge

Auch im Rahmen der Vernetzung wurde über einen Austausch von Speakern gesprochen. Die Freifunker hatten sich ja schon angeboten und der CCC würde die Räumlichkeiten stellen. So wie kürzlich geschehen:

Vortrag beim CCC-Ffm

Am 14. März hielt ich einen Vortrag im neuen HQ des CCC Frankfurt: Freie Software in der Bildung – Was passiert in Europa? Durch das dortige Feedback hielt ich dann am 22. März eine überarbeitete Version desselben auf den Chemnitzer Linuxtagen.

Künftige Vorträge

Jane würde gerne den nächsten Vortrag in Form eines Lightning Talks übernehmen \o/. Dafür bräuchten wir nur noch einen Termin um ein wenig Druck zu erzeugen :) April ist wohl zu kurzfristig, im Mai wollten wir zu den MobileUsers, da bliebe der 3. Juni als nächster Termin, aber das müssen wir noch klären.

Digitales Forum im Gallustheater

Björn hat die Idee hinter der geplanten Veranstaltung am 18. April noch etwas genauer erklärt als in der E-Mail an die Liste. Es sieht übrigens so aus das ich wohl kommen kann :)

Finanzierung von Freier Software/Freifunk/Hackerspaces/FSFE

Wir unterhielten uns darüber wie Projekte wie Freifunk sich finanzieren können ohne in Abhängigkeit von einem einzigen Spender zu geraten. Diese Problematik findet sich bei vielen Softwareprojekten, wie GnuPG und auch bei der FSFE und war ein Grund das Fellowship zu gründen. In dem Zusammenhang: Bernd hat bei der Vorstellungsrunde kurz angerissen, das HP viel Freie Software entwickeln lässt. Was er nicht erwähnt hat, war dass HP auch Silver Donor der FSFE ist.

CryptopartyFfm

Die Frankfurter Gruppe um die Cryptoparties tut sich im Moment schwer einen neuen Termin zu finden. Es wurde gefragt, wie die Cryptoparties in der Regel ablaufen. Hier die Kurzversion: Am Anfang gibt es einen kurzen einleitenden Vortrag, dann werden die Teilnehmer je nach Interesse und verfügbare CryptoAngels in Gruppen aufgeteilt und es geht ans Praktische. Wenn ich die Einleitung mache, nehme ich meistens was aus dem Repository hier: https://gitorious.org/cpffm/cpffm/ Da Gitorious im Mai schließen wird, benötige ich auch hierfür bald ein neues Zuhause.

Keysigning

Endlich wurden auch mal wieder GPG-Fingerprints ausgetauscht :)

Sonstige Themen

BootCD

Bernd hat in der Vorstellungsrunde bootcd erwähnt, was zufällig genauso aussieht wie etwas was ich vor einiger Zeit erfolglos gesucht habe. Das werde ich mir auf jeden Fall mal angucken.

Wann kommt RMS denn mal wieder nach Deutschland?

Laura sagte, dass RMS überall in der Weltgeschichte herumreist, aber schon ewig nicht mehr in Deutschland zu sehen war. Ich hab mal kurz geguckt: Stimmt ja gar nicht! ;) Beschwerden in diesem Fall bitte an die FSF in den USA, nicht an die FSFE :)

Technickphilosophie

Alexander hat noch mal auf Technikphilosophie.org hingewiesen. Zur zweiten Veranstaltung dieser Reihe waren wir auch eingeladen, konnten aber nicht kommen. Hoffentlich beim nächsten mal.

Qualität von LibreOffice

Es wurde bemerkt, dass LibreOffice qualitativ noch nicht gut genug sei. Ich nutze es zu selten um es beurteilen zu können. Aber man sieht, dass sich einiges tut. Bleibt mir nur noch auf das nächste Treffen am 1. April (kein Scherz) zu verweisen. Das ist ja nicht mehr lange. Bis demnächst!

flattr this!

Sunday, 01 March 2015

“Dortmund braucht Freie Software”

stehmann's blog | 16:31, Sunday, 01 March 2015

propagiert Do-FOSS. Till hat uns diese Initiative beim Fellowshiptreffen in Düsseldorf am 25.02.2015 vorgestellt.

Der Referent war frühzeitig da; die Teilnehmer kamen aber leider nur spärlich. Erst durch zwei “Nachzügler” wurde die Zweistelligkeit der Teilnehmerzahl erreicht. Allerdings hatte sich ein regelmäßiger Teilnehmer krankheitsbedingt entschuldigt. Und Rainer war leider trotz unseres Treffens von der Führung der FSFE zu einem Mitarbeitertreffen nach Berlin beordert worden, obwohl er sich sehr für das Thema und die Menschen hinter Do-FOSS interessiert.

Der offizielle Teil des Treffens begann mit der “obligaten” Vorstellungsrunde.

Till berichtete von der Organisationstruktur, der Entstehung und der Geschichte dieser inzwischen städtisch anerkannten Bürgerinitiative, die sich den verstärkten Einsatz Freier Software in der Verwaltung der Stadt Dortmund zum Ziel gesetzt hat.

Der dargelegte “Weg zu Freier Software” und die “strategische Überlegungen” machten einen sehr ausgereiften Eindruck. Interessant war auch die Zusammenarbeit mit der einschlägigen Gewerkschaft, welche dem Ziel dieser Initiative wohlwollend gegenübersteht.

Die strategische Überlegungen nahmen auch einen breiten Raum in der Diskussion ein, die sicherlich sowohl für den Referenten als auch für die Teilnehmer lehrreich war.

Der Referent brachte auch zum Ausdruck, dass Do-FOSS gerade an einer Unterstützung durch die FSFE sehr gelegen ist. Diese wird u.a. als öffentlicher Unterstützer auf der Homepage von Do-FOSS erwünscht.

Der Ausblick mit aktuellen Fragestellungen schloss diesen interessanten Vortrag ab.

Till hat uns freundlicherweise die Folien seines Vortrages zur Verfügung gestellt. Bis auf das Logo und die Silhouette der Stadt Dortmund steht der Inhalt der Folien unter der Lizenz cc0.

Insgesamt war es wieder ein interessanter Abend, der mehr Teilnehmer verdient gehabt hätte.

Beieindruckend war, was Do-FOSS mit recht wenigen Leuten trotz “starken Gegenwindes” in relativ kurzer Zeit “auf die Beine gestellt hat”. Der Chronist konnte sich insoweit eines besonderen Lobes nicht enthalten.

Diese Initiative verdient – wenn notwendig – unsere Unterstützung.

Das nächste reguläre Fellowshiptreffen in Düsseldorf findet am 25.03.2015 ab 19:30 Uhr im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt. Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem „offiziellen“ Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

Harald beschäftigt sich beruflich und in seiner Freizeit mit Freien Geoinformationssystemen und Offenen Geodaten. Hierüber wird er referieren. In diesem Bereich spielen Offene Standards eine Rolle bedeutsame Rolle, sodass dieses Treffen auch eine Veranstaltung im Rahmen des Document Freedom Day (DFD) ist.

Der Document Freedom Day wird am letzten Mittwoch im März begangen. Am letzten Mittwoch der Monate Januar bis November finden in Düsseldorf die Fellowshiptreffen statt. Daher wurde bereits in den vergangenen Jahren jeweils im März im Rahmen des regulären Fellowshiptreffens der Document Freedom Day begangen.

Gäste sind gerade bei diesem Treffen wie immer herzlich willkommen.

Der offizielle Teil wird spätestens um 23:00 Uhr enden.

Saturday, 14 February 2015

I Love Free Software Day 2015: GnuPG

André on Free Software » Deutsch | 18:40, Saturday, 14 February 2015

Wenn Sie sich gebildet haben in den Niederlanden wie ich, dann sind Sie
höchstwahrscheinlich in einer Situation geendet, wo das was Ihnen
erzählt ist und was um Sie herum geschieht zwei völlig unterschiedliche
Dinge sind.


Was passierte hinter der Mauer in die ’80er…

Während die Menschen in der DDR beraubt wurden, und das Geld
nach die Mauer und das spionieren der Kommunikation der gesamten
Bevölkerung ging, haben die niederländischen Regierung, die staatliche
Medien und die Schulen diese Art von Gesellschaft heruntergeredet. Wir,
in den Niederlanden, waren einer freien, sozialen Marktwirtschaft und
damit sehr viel besser. Zumindest das wurde man uns glauben
lassen.

Auf Vorschlag von meiner Schule damals, habe ich verpflichtet-freiwillig ein Besuch
gebracht an Berlin und Umgebung in den späten 80er Jahren. In meine
Gedanken an Ost-Berlin waren die Straßen sauber, die Preise günstig, und
die Leute sehr freundlich. Es gab fast keine Werbung in den Straßen
oder an Gebäuden. Es gab keine große Slogans von Unternehmen auf die
Kleidung. Eine PR Dame der DDR war immer mit unseren Gruppe und erzählte
über die Vorteile des Kommunismus und was für tolle Dinge der Staat
erreicht hat. Ost-Berlin sah aus wie eine kleine Stadt in der Provinz,
aber mit über einer Million Einwohnern.

… Und die Erzählung von dass, was danach
passierte

Gesellschaften können nur eine begrenzte Anzahl von Ressourcen
(Arbeitszeit, Geld) produzieren. Wenn eine Menge kreative Energie
gesellschaftlich Unterdrückt wird und das Geld geht in die Überwachung
und den Unterhalt der Mauern, dann geht man es nicht gewinnen in die
Wirtschaft. Darum ging die Sowjetunion nach unten.

Aber in dieser Zeit, Anfang der 90er Jahre, ging es nicht mehr
um das behalten und wenn möglich exportieren der freien sozialen
Marktwirtschaft. Es ging um den Grundstein zu liegen für die Demontage
des Sozialstaats in Westeuropa, Russland so weit wie möglich zurück zu
drücken und die Deutschen in einer Situation zu bringen wo es nur
erlaubt war wirtschaftlich zu gewinnen. Was die auch getan
haben.

In den inzwischen Feindlosen Niederlanden, hätte der Staat den
Wahl um sich zu einer echten Demokratie zu bekennen, wo man zum Beispiel
die Bürgermeister wählen kann. Es war aber nicht so.

So “Das Westen” hatte eine einmalige Chance alles zu Gute zu
ändern und hat es komplett gebliesen.

Die Menschen an die Macht wollten an die Macht bleiben und
brauchten eine politische Rechtfertigung. Ausfuhr von Waffen zu
instabilen Ländern wo die Idioten alles regeln sind eine Garantie fur
Terrorismus, und der Terrorismus ist die Ausrede, um hier nicht einer
vollen Demokratie aus zu rufen und die gesamte Bevölkerung unter
Überwachung zu bringen.

Als Untertan von den Niederlanden kann ich fast gar nichts tun.
Aber das, was ich tun kann, mache ich:

  • Freie Software, weil es steht für alles das Diktatoren nicht mögen
  • keine kommerziellen “Soziale Medien”
  • Eine Bank wählen die die Rüstungsindustrie nicht finanziert.

In den ’80er hat meine Geschichtslehrer gesagt, dass was
passiert ist in 1940, der Reden ist dass die niederländische Staat nie
Bevölkerungsdaten mit persönlichen Informationen über alle halten wurde.
Ich hoffe für ihn dass er wach geworden ist aus seinem Märchen und mit
mir die Freier Software unterstützen will.

An diesem Tag möchte ich allen Beteiligten in der Freien
Software danken, und ganz besonders diejenigen, die entwickeln und
arbeiten für GnuPG, weil es im Ende geht um die Freiheit.

Sunday, 08 February 2015

MAGIX: Retten Sie Ihre Videokassetten!

pb's blog » de | 22:06, Sunday, 08 February 2015

Seit einiger Zeit bekomme ich mehr und mehr Anfragen ob das von MAGIX angebotene Paket zur Digitalisierung und Archivierung von alten Videokassetten etwas taugt.

Als Techniker im nationalen Videoarchiv habe ich wahrscheinlich gewisse Ansprüche an die Digitalisierung und Archivtauglichkeit von Videomaterial, die für die meisten Endanwender_innen vielleicht “overkill” wären (z.B. verlustfreie Codecs).

Um analoge Videos einfach und billig zu überspielen ist dieses Produkt derzeit kaum zu unterbieten.
Die langfristige Archivierbarkeit (und Qualität) der Ausgabeformate stelle ich jedoch sehr in Frage.

Beim Nachlesen über dieses MAGIX-Paket fielen einige Dinge auf, die man vielleicht wissen/bedenken sollte, bevor man sich dieses Produkt zulegt.

Zusammenfassung / Überblick

  • Fragliche Qualität des Analog/Digitalwandlers
  • Ausschließlich verlustbehaftete Ausgabeformate
  • Sowohl WMV, als auch optische Speichermedien sind als Archivformat absolut unzulänglich
  • Unklare Generationsverluste bei Aufnahme/Bearbeitung/Export

Mögliche Hybridlösung:
MAGIX-Wandlerstick mit VirtualDub verwenden (siehe unten) und FFV1 oder DV als Videocodec verwenden. PCM für Audio.
Originaldateien auf Festplatte(n) speichern, und DVD/Blu-Ray lediglich für Ansichtskopien.
Somit kann man beschädigte DVD/Blu-Rays jederzeit neu erstellen, oder in Zukunft sogar in das-dann-gängige Videoformat zum Ansehen überspielen. Ohne zusätzlichen Generationsverlust.

Unterstützte Audio/Videoformate:
Unter “Technische Daten > Dateiformate” werden die unterstützten Formate für Video/Audio/Bild aufgelistet.

Die dort angegebenen Formate richten sich ausschließlich nach den Dateiendungen von Medienfiles (zB AVI, MOV, MP3, OGG). Das wirkt auf den ersten Blick zwar einfach(er), jedoch fehlen dadurch konkrete Informationen über die tatsächlich unterstützten Codecs.
Ein Videofile besteht immer aus 3 Komponenten:

  1. Container
  2. Video-Codec
  3. Audio-Codec

Abgesehen davon, dass die angegebenen “Videoformate” eine Mischung von Containern (AVI/MOV) und Codecs (DV, MPEG-1, MPEG-2, WMV) sind, wird ausschließlich “WMV(HD)” als Video-Exportformat aufgelistet.
Unter Anderem gibt es dort keine Information wie der Ton des Videos abgespeichert wird.

Die Liste an Audioformaten gibt lediglich an, dass man ausschließlich verlustbehaftete (!) Codecs wie MP3/WMA/Vorbis importieren kann.

Analog-Digital Wandler (AD-Konverter):
Das analoge Videosignal wird über einen kleinen, süßen USB-Stick mit Videoeingängen digital gewandelt.
Ich konnte noch keine öffentlich-zugänglichen Informationen über die technischen Details dieses Wandlers finden.

Offene Fragen:

  • Liefert der Wandler das unkomprimierte Digitalsignal – oder bereits eine verlustbehaftet (=lossy) komprimierte Version?
  • Selbe Frage für Audio…
  • Bleiben die Video-Halbbilder 1:1 erhalten?
  • Wird die Farbinformation beibehalten, oder das Subsampling verändert (zB 4:2:2 auf 4:2:0?)

Obwohl der Wandler-Stick von anderen Videoprogrammen (zB VirtualDub) als Eingang verwendet werden kann, ist unklar ob man bereits bei der Aufnahme in einen anderen Codec bereits einen Generationsverlust hat.
Das wäre für etwaige Nachbearbeitungen (zB Zuschneiden, Farbkorrekturen, Tonkorrekturen, etc) relevant, da man es sonst gleich mit mindestens 3 Generationsverlusten zu tun hätte:

  • Verlust 1: Lossy-Kompression im Wandler
  • Verlust 2: Bild-/Tonaufnahme in lossy Codec (WMV?)
  • Verlust 3: Export in lossy Codec/Format (DVD,Blu-Ray,etc)

Ich hoffe, der Wandler liefert das unkomprimierte Signal – und ich hoffe auch, dass zumindest der Ton bis zum Zeitpunkt des Exports unkomprimiert (PCM) abgespeichert wird. Klar ist es nicht.
Wer seine Videos in einem (immer noch) sinnvollen Preis/Leistungsverhältnis überspielen und sicher(er) aufbewahren möchte,

Archivtauglich(ere) Formate:
Am Besten ist natürlich, wenn man sich leisten kann Audio/Video unkomprimiert oder mit mathematisch verlustfreien (=lossless) Codecs (zB FFV1) abzulegen. Derzeit sind für Endanwender_innen die Datenmengen dabei jedoch wahrscheinlich noch zu groß.
Beispiel “FFV1/PCM in AVI” benötigt ca. 90 GB für 4h VHS (~370 MB/Min).

Verlockend ist natürlich kleinere Dateien zu erzeugen, aber das hat seinen Preis.

Sollte man sich entscheiden, verlustbehaftet zu komprimieren wäre so ziemlich jeder andere Codec ausser Windows Media zu bevorzugen. WMV/WMA ist aufgrund seines Microsoft-Ursprungs stark mit Windows verheiratet, und es ist aufgrund von lizenz- und patentrechtlichen Hürden unklar womit (und unter welchen Bedingungen) man diese Dateien in Zukunft öffnen kann. Für Nicht-Windows-Umgebungen liegen die Lizenzkosten für Hersteller von Programmen/Geräten, die WMV abspielen (oder umwandeln) möchten derzeit bei 300.000 USD pro Jahr. Siehe “Windows Media Components Product Agreement, Seite 12.

Der beste Kompromiss wäre wahrscheinlich “DV” (=verlustbehaftet, aber weit-verbreiteter offener Standard) als Videocodec mit PCM (=unkomprimiert. Quasi “WAV”) für Audio in AVI. Das wären ungefähr 55 GB für 4h VHS (~230 MB/Min).
Vom Preis/Leistungsverhältnis wäre zB ein Analog-zu-DV Wandler, wie zB der ADVC55 sinnvoll.

Als Aufnahmeprogramm kann “VirtualDub” verwendet werden. Der Ton sollte dabei unkomprimiert (PCM) aufgenommen und so auch im Videofile gespeichert werden. Voreinstellungen (=Presets) wie man damit DV am exaktesten aufnimmt, kann man sich von hier herunterladen.
Diese Einstellungen sind Teil von DVA-Profession, und werden in der Österreichischen Mediathek (dem nationalen Audio/Videoarchiv) verwendet.

Als generelle Faustregel für die Langzeitarchivierbarkeite von Medienformaten kann man sagen, dass eine Implementierung eines offenen Formats/Standards unter einer Freien Softwarelizenz (zB GPL) die besten Chancen hat quasi “für immer” zugänglich zu sein.
Wenn zum Beispiel ein offenes Medienformat vom Tool “FFmpeg” unterstützt wird, stehen die Chancen sehr sehr gut :)

DVD/Blu-ray als Trägerformat:
Hier ein kurzes Zitat von der Produktseite:

Digital ist besser: Vorteile von DVDs & Blu-ray Discs
Neben dem großen Speicherplatz, der langen Lebensdauer und der geringen Größe, besitzen sie keine sensiblen, mechanischen Bauteile und sind daher ideal zum Archivieren geeignet!

Das mit den mechanischen Bauteilen stimmt natürlich, aber “ideal zum Archivieren“?
Theoretisch “ja” – praktisch “nein”.

Die Zeit in der Archive alles auf optische Datenträger gespeicher haben sind vorbei. Größtenteils, da sich sehr schnell herausgestellt hat, dass gebrannte optische Datenträger noch viel anfälliger und kurzlebiger sind als Analogmaterial, Festplatten oder Magnetbänder. Gebrannte Scheiben die nach 2 Jahren schon nicht mehr fehlerfrei lesbar sind, sind nicht die Ausnahme. Je höher die Datendichte, desto fragiler natürlich auch die Daten darauf…

Weiters sollte man zwischen “Daten-Disk” und “Video-Disk” unterscheiden – das gilt für CD, wie DVD und Blu-Ray.
Wenn man seine Videos als Video-Disk brennt (zB Video-DVD), ist das Audio/Videoformat – inklusive Auflösung und Seitenverhältnis – größtenteils festgelegt. Derzeit sind das ausschließlich verlustbehaftete Videocodecs:

  • CD: MPEG-1
  • DVD: MPEG-2
  • Blu-Ray: MPEG-4 (H.264)

Es gibt (noch) keinen perfekten Träger. Schon gar nicht für Digitales.
Derzeit würde ich empfehlen, die Originaldateien auf Festplatte(n) zu speichern – und auf DVD/Blu-Ray lediglich Ansichtskopien.
Damit kann man auch das Archivformat und das Abspielformat des Videos trennen, und so seine Chancen erhöhen in Zukunft leichter und ohne zusätzlichen Generationsverlust auf zukünftige Formate für’s Ansehen der Videos zu konvertieren.

Seitenverhältnis:
Analoges Video in “Standard Definition” (SD) Auflösung, war immer für das Seitenverhältnis 4:3 aufgenommen – und so ist das Bild auch am Band gespeichert.
In den Screenshots auf der MAGIX Website wird das Video jedoch ausschließlich 16:9 angezeigt:

Sogar wenn man schwarze Balken oben und unten hat (=Letterbox), ist die Information am Band eigentlich nicht Breitbild.

In Europa haben wir PAL als Fernseh-/Videonorm.
Digitalisiert man PAL-SD-Video, ergibt sich dadurch in den meisten Fällen eine Pixelauflösung von 720×576. Aufgrund quadratischer Pixel entspricht das 5:4.

Auch wenn man 16:9 auf DV (=”Digital Video”) aufgenommen hat, wurde es anamorph mit 720×576 Pixel (=5:4) gespeichert – also ebenfalls nicht Breitbild.

Will man 4:3 auf 16:9 Vollbild abbilden, geht immer Information verloren.

Wie geht das MAGIX Videoprogramm damit um?
Beschneidet es automatisch, oder könnte man stattdessen schwarze Balken links/recht (=”Pillarbox“) haben? Das wäre das verlustfreie Video-Bildformat zur Archivierung, falls man auf ein 16:9-Anzeigeformat konvertieren will (zB Blu-Ray/HD).

Ich wage nicht zu fragen wie mit Halbbildern (=Fields) und/oder Deinterlacing umgegangen wird…

MXV:
Nur noch kurz eine Anmerkung zum “MXV” Format für Video:
In meiner Arbeit im nationalen Videoarchiv haben wir es tagtäglich mit den unterschiedlichsten Videodateiformaten als Quelle zu tun. MXV war mir bis dato unbekannt. Bei meiner Recherche fand’ ich wenig bis keine technischen Informationen darüber, abgesehen von diesen:

  • Es ist ein MAGIX-internes Format (wahrscheinlich ein Container)
  • Es gibt wahrscheinlich keine Tools (außer von MAGIX), die es öffnen/konvertieren können
  • Vielleicht ist es auch eine Projektdatei für MAGIX Videoprogramme
  • Angeblich enthält es MPEG-2 als Videocodec
  • Welches Audioformat es enthält ist völlig unklar. PCM? MP3? WMA? MXA?

Sollte man Videos in diesem Format abgelegt haben, empfehle ich sehr dringend sie bald-möglichst mit den MAGIX-Tools in ein offenes Format umzuwandeln. Es ist völlig unklar ob (und womit) man MXV überhaupt jemals wieder öffnen kann.
Leider kann bei einer Konvertierung nicht sichergestellt werden, dass man keine Qualität verliert (nochmalige, verlustbehaftere Kompression beim Export).

Beschwerden bitte nicht an mich, sondern an MAGIX ;)

“Let’s talk about sex, baby!”

stehmann's blog | 16:00, Sunday, 08 February 2015

Ein paar Gedanken aus gegebenem Anlass.

Keine Sorge, dieses Blog wird sich an dieser Stelle nicht mit der menschlichen, tierischen oder pflanzlichen Fortpflanzung befassen. Ich referiere an dieser Stelle nicht über Bienchen und Blümchen; es geht um etwas viel anstößigeres, unanständigeres – Ihr müsst jetzt recht tapfer sein oder die Lektüre hier beenden – ein moralisches Skandalthema ersten Ranges – mehr Ehen scheitern hieran, als an unterschiedlichen Vorstellungen über ein erfülltes Sexualleben: Es geht um Geld!

Folgt man einem oft kurzweilig zu lesenden, recht bekanntem Blogger, so kommt der moralisch integere Entwickler Freier Software, nachdem er Körper und Geist durch die Reinigung der Straßen seiner Heimatstadt erfrischt und so für seinen Unterhalt und den Unterhalt seiner Familie gesorgt hat, abends nach Hause, um sich dort in seiner Freizeit der Implementation der Algorithmen elliptischer Kurven zu widmen. In naiver Ignoranz ist dieser Idealist von den Bedürfnissen der Praxis gänzlich unbeeindruckt und befasst sich nur mit dem, was ihm Spass macht oder als geistige Herausforderung sein Interesse weckt.

Nichts darf zwischen dem Schöpfer und seinen Werke stehen! Nicht die Sorgen um das Aus- und Fortkommen oder gar die Gier nach Reichtum. Alles hat von Alltagssorgen unbefleckt, rein zu sein, programmieren l’art pour l’art, coding as a pastime.

Nun darf auch ein Blogger, der ansonsten eigentlich unverdächtig ist, ein Romantiker zu sein, gelegentlich recht kitschige Vorstellungen dem geneigten Publikum unterbreiten. Und überschreibt nicht auch der Verfasser dieses Textes eine seine Vortragsfolien mit: “Geld spielt keine Rolle!”?

Aber:

Unser Vizepräsident, der auch über “10 Missverständnisse über Freie Software” referiert, benennt eines dieser Missverständnisse wie folgt: “Mit Freier Software kann man kein Geld verdienen.” Und er fragt hinsichtlich dieser “Missverständnisse” mit guten Gründen: “Oder sind es Lügen?”

Der hier in Rede stehende Blogger macht daraus sogar, den Mantel des Moralisten umlegend: “Mit Freier Software darf man kein Geld verdienen (selbst wenn man es kann).”

Richard Matthew Stallman, dem mit einiger Berechtigung ein gewisser ethischer Fundamentalismus nachgesagt wird, ist insoweit ganz Pragmatiker:

“Viele Leute glauben, dass es im Sinne des GNU-Projektes wäre, dass man kein Geld für den Vertrieb von Kopien von Software verlangen dürfe, oder dass man so wenig wie möglich verlangen solle – gerade genug, um die Kosten zu decken.
Tatsächlich aber ermutigen wir Leute, die Freie Software weitervertreiben, sogar, so viel Geld zu verlangen wie sie wollen bzw. können.
Freie Programme werden manchmal kostenlos weitergegeben, und manchmal für einen beachtlichen Preis vertrieben. Oftmals steht das selbe Programm auf beide Arten von unterschiedlichen Anbietern zur Verfügung. Das Programm ist frei, unabhängig vom Preis, weil Anwender Freiheiten bei seiner Verwendung haben.“

Das “Geld spielt keine Rolle!” ist somit ganz anders gemeint: Software kann auch dann als frei zu charakterisieren zu sein, wenn man mit ihr Geld verdienen will.

Es ist also demnach keineswegs unmoralisch, sondern vernünftig und dem Fortschritt Freier Software förderlich, durch die Entwicklung Freier Software nicht nur Ruhm und Anerkennung, sondern auch sein Auskommen zu suchen. Moralisch angreifbar ist es vielmehr, unter Ausnutzung seiner Glaubwürdigkeit im Gewande romantischer Vorstellungen vom Programmieren ausschließlich des intellektuellen Vergnügens wegen den FUD der Gegner Freier Software vom Hobbyprogrammierer fortzuspinnen und so zum Kronzeugen derer zu werden, die bereit sind, die Freiheit anderer ihrem eigenen Profit zu opfern.

Manche werfen dem in Rede stehenden Entwickler Freier kryptografischer Software nun auch vor, er hätte sich von einem Unternehmen mit Sitz in Raleigh, North Carolina, anstellen lassen sollen. Dies ist in der Tat an sich kein abwegiger Gedanke.

Ja, hätte er dies doch getan! So hat er uns viel genommen! Spätestens beim ersten neuen Bug in “seiner” Software hätten wir kurzweilige Verschwörungstheorien munter diskutieren können. Um dieses Vergnügen hat uns der Schuft gebracht!

Und die Moral von der Geschichte? Eine derartiger Beitrag muss doch positiv enden!

Die Moral liefere ich gerne:
Wer hier und heute um die Freiheit kämpft, darf, kann und muss nicht warten, bis gesellschaftliche Utopien – und seien sie noch so gut gemeint – erst zur allgemeinen Auffassung und dann auch realisiert werden.

Saturday, 07 February 2015

FOSDEM 2015

stehmann's blog | 17:28, Saturday, 07 February 2015

Für Haecksen und Hacker endet das Jahr mit dem Congress, auf den sie sich das ganze Jahr über freuen und vorbereiten. Für die Freundinnen und Freunde, Entwickler und Entwicklerinnen Freier Software beginnt das Jahr mit einem Event in Brüssel. Das erste und europaweit größte Event in jedem Jahr ist nämlich das Free and Open Source Developers European Meeting (FOSDEM) in Brüssel. Dieses Event fand in diesem Jahr am 31.1. und 01.02. statt.

Begonnen hatte die FOSDEM für uns bereits am Donnerstagabend in der Düsseldorfer Geschäftsstelle der FSFE mit dem Auspacken, Zählen, Falten und Einpacken der T-Shirts und anderer Textilien.

Auch in diesem Jahr ging es dann zeitig bereits am Freitagmittag auf nach Brüssel, denn wir wollten den Apache-OpenOffice-Stand schon am Freitag aufbauen. Erfreulicherweise blieb der befürchtete Schneefall aus, sodass wir bei gutem Wetter reisten.

Das Rollupdisplay wurde auf der anderen Seite des Ganges gegenüber dem Stand platziert, das Material ausgeladen und die Banner angebracht. Letztere mussten wegen der untergrundschonenden Klebematerialien im Laufe des Events noch ein paar Mal neu fixiert werden.

Nach dem Aufbau ging es weiter zum Fellowshipkoordinatorentreffen der FSFE in die Wohnung des belgischen Koordinators Mauricio, wo für unser leibliches Wohl gesorgt war. Zunächst wurden die anderen Teilnehmer begrüßt. Groß war die Wiedersehensfreude. Anhand meines Spickzettels, den ich für das Fellowshiptreffen in Düsseldorf im Januar gefertigt hatte, konnte ich dann – nunmehr in Englisch – über die Aktivitäten der Düsseldorfer Fellowshipgruppe im vergangenen Jahr berichten und erfuhr, was die anderen Gruppen so gemacht hatten.

Am Samstagmorgen wurde dann der Standaufbau durch die Installation von Rechner und Bildschirm vollendet. Wir erhielten das Material, das für das Jubiläum “15 Jahre OpenOffice” angefertigt worden war.

Neben uns war wieder der Perl-Stand, der viel Publikum anzog; auf der anderen Seite dieses Mal LibreOffice. Zahlreiche Freunde aus diesem Projekt waren angereist.

Zum Standdienst waren neben mir Mechtilde und Michaela eingeteilt. Lediglich drei weitere, allerdings hochrangige Mitglieder des Projektes bildeten unser Eventteam, nämlich Andrea, der fungierende PMC-Chair, Jan, zu diesem Zeitpunkt Kandidat für die Nachfolge von Andrea, und ein weiterer Entwickler, der Mitglied des PMC ist. Ein kleines, aber feines Team. Unser Stand war auch wieder Anlaufpunkt für die Entwickler anderer Apache-Projekte, die vorbeischauten.

Die meisten Gespräche führten wir in Englisch, viele aber auch in Deutsch. Flyer waren in diesen beiden Sprachen und in Französisch vorhanden.

Den Samstagabend verbrachten wir im Kreise des Apache-OpenOffice-Projektes; Mechtilde fand einen Parkplatz in einer Parallelstraße des Boulevard Anspach, der Anspachlaan, direkt an der Börse, deren Vorplatz als Treffpunkt ausgemacht war. Da das urige, kleine Fish-and-Chips-Restaurant, wo wir aßen, großen Zulauf hatte, gingen wir anschließend für einen “Absacker” in einen irischen Pub, den wir schon von unseren bisherigen FOSDEM-Besuchen kannten. Wegen der notwendigen Rückfahrt ins Hotel mussten sich Mechtilde und ich leider des Genusses der dort ausgeschenkten, hervorragenden Biere enthalten.

Die FOSDEM ist wohl auch das größte Fellowshiptreffen, sodass vor dem FSFE-Stand meist reger Betrieb herrschte. Die Arbeit hinter dem FSFE-Stand lief dieses Jahr wieder “wie am Schnürchen”. Es hat sich ein bewährtes Team herausgebildet, das “Hand in Hand” arbeitet. Insbesondere die neuen Rucksäcke mit dem Motiv der Kampagne “There is NO CLOUD, …” fanden reißenden Absatz.

Routiniert verlief wieder der Abbau der Stände am Sonntagabend. Noch unter dem Eindruck der zahlreichen Gespräche, die wir mit dem interessierten Publikum, aber auch mit Freunden aus anderen Projekten geführt hatten, traten wir dann die Heimreise an. Wieder hatten wir ein gutes Reisewetter.

Fellowshiptreffen am 28.01.2015

stehmann's blog | 14:32, Saturday, 07 February 2015

Im Januar ist traditionell das Rückblicks- und Planungstreffen. So auch in diesem Jahr.

Leider waren insgesamt nur acht Teilnehmer gekommen, darunter auch zwei Referenten für die Treffen im Februar und März. Ob die Aufforderung “Alle sind auch eingeladen, zu bedenken, ob sie, beispielsweise durch eine Vortrag, etwas zur Gestaltung unserer Aktivitäten im Jahre 2015 beitragen können.” die anderen Aktivisten abgeschreckt hatte? Immerhin fehlten einige entschuldigt. Aus dem rechtsrheinischen Süden von Köln war ein regelmäßiger Teilnehmer des Bonner Fellowshiptreffens gekommen, der sich auch bei uns wohl recht wohl fühlt.

Keineswegs nur ihm zuliebe konnte der Chronist in seinem Rückblick auf das vergangene Jahr feststellen, dass im Jahre 2014 der “rheinische Referentenaustausch” zwischen der Bonner und der Düsseldorfer Fellowshipgruppe in Gang gekommen ist. Dieser wird, da ist sich der Chronist ziemlich gewiss, auch in diesem Jahre fortgesetzt werden.

Der offizielle Teil des Treffens begann mit der “obligaten” Vorstellungsrunde.

“Dortmund braucht Freie Software” propagiert Do-FOSS, eine Initiative für den Einsatz Freier Software bei der Stadt Dortmund. Till hat uns diese Initiative kurz vorgestellt, um uns einen Vorgeschmack auf unser Treffen im Februar zu geben, bei welchem Mitglieder dieser Initiative uns diesselbe und deren Aktivitäten nahebringen werden. Bei dieser Gelegenheit wird man sicherlich auch überlegen, was man eventuell gemeinsam unternehmen kann.

Wer Do-FOSS und ihr Anliegen bereits vorher unterstützen will, hat dazu am Nachmittage des 19.02.2015 ab 14:00 Uhr Gelegenheit. Dann sollen nämlich vor dem Rathaus von Dortmund anlässlich der ersten Ratssitzung in diesem Jahr, die um 15:00 Uhr beginnt, Flyer verteilt werden. Helfer sind willkommen!

Harald stellte das Thema für das Fellowshiptreffen im März vor. Er beschäftigt sich mit Freien Geoinformationssystemen und Offenen Geodaten. Hierüber wird er dann im März referieren.

Beim Rückblick auf das vergangene Jahr konnten zahlreiche Aktivitäten, an denen Düsseldorfer Fellows beteiligt waren, memoriert werden. Einzelheiten können diesem Blog entnommen werden.

Auch im Jahre 2015 fährt wieder unser Bus zu den Chemnitzer Linux-Tagen am 21. und 22.03.2015. Aufgrund der bisherigen Anmeldungen konnte bereits eine erste Senkung des Reisepreises vorgenommen werden. Birgit konnte diese bereits beim Treffen in Aussicht stellen; ihre Erwartung hat sich also betätigt. Es kann festgestellt werden, dass sich dieser Bus etabliert hat.

Jeder sollte einmal in Chemnitz zu den Linux-Tagen gewesen sein und der beste Weg dorthin ist der Freedom-Tours-Bus, der auch dieses Jahr wieder mit der freundlichen Empfehlung der Düsseldorfer Fellowship-Gruppe der FSFE auf die Reise geht.

Gewünscht wurden von den Teilnehmern des Treffens mehr technische Themen. Auch wenn wir im Februar eher mit einem politischen Thema starten, werden sich die Koordinatoren bemühen, diesem Wunsche Rechnung zu tragen.

Nach dem außerordentliches Fellowshiptreffen am 12.10.2014 waren sich die meisten ortansässigen Teilnehmer einig, dass eine solche sonntagvormittägliche Veranstaltung mit Familien kein einmaliges Ereignis bleiben darf. Leider musste das “Schwesterherz” schließen. Es soll daher geprüft werden, ob ein solches Treffen in den Räumen des c3s im Gerresheimer Bahnhof stattfinden kann. Dort werden wir auch im April 2015 unser ordentliches Fellowshiptreffen abhalten.

Am 14.02.2015 feiern wir den “I love Free Software Day 2015″. Eine gute Gelegenheit, einmal unsere Liebe zu Freier Software zu zeigen und eine Entwicklerin oder einen Entwickler zu umarmen (Bitte vorher um Erlaubnis fragen!).

Nächstes Treffen:

Das nächste reguläre Fellowshiptreffen in Düsseldorf findet am 25.02.2015 ab 19:30 Uhr im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt. Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem „offiziellen“ Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

Thema ist, wie bereits erwähnt, die Initiative Do-FOSS.

Der offizielle Teil wird um 23:00 Uhr enden.

Gäste sind bei diesem Treffen wie immer herzlich willkommen.

Wednesday, 04 February 2015

Die irreführende Rhetorik für mehr Überwachung

Jens Lechtenbörger » Deutsch | 16:59, Wednesday, 04 February 2015

Unser von Grundgesetz und Europäischer Menschenrechtskonvention zugesichertes Abwehrrecht zur Privatsphäre gegenüber dem Staat wird unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung seit Jahren weiter eingeschränkt. Die Begründungen für zusätzliche Einschränkungen werden mit mehr oder weniger geschickter, aber in jedem Fall irreführender Rhetorik vortragen, die zu selten als solche entlarvt wird. Überlegen Sie selbst.

Der Bundesminister des Innern, Herr Dr. Thomas de Maizière, argumentierte in einer Rede am 20.1.2015, dass Verschlüsselung notwendig sei, damit wir, die Bevölkerung, uns sicher im Internet bewegen könnten. Trotzdem sollten Sicherheitsbehörden in der Lage sein, verschlüsselte Kommunikation zu entschlüsseln. Er versuchte, diese Forderung nach unwirksamer oder umgehbarer Verschlüsselung durch eine Analogie aus der physischen Welt vernünftig erscheinen zu lassen: Wir alle schließen unsere Häuser ab, in die die Polizei unter rechtsstaatlichen Voraussetzungen eindringen darf.

Diese Analogie ist aus mehreren Gründen irreführend:

  • Das Eindringen in unsere Häuser erfolgt in begründeten Einzelfällen. Demgegenüber wird unsere Kommunikation im Internet von Geheim- und Nachrichtendiensten abgehört, gespeichert und analysiert, und zwar im Wesentlichen vollständig, hemmungslos und unkontrolliert, wie wir spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden wissen.
  • Das Eindringen in unsere Häuser erfordert personellen Aufwand, was ein Vorgehen mit Verstand und Augenmaß erzwingt. (Dies ändert sich, je mehr Smartphones, Smart-TVs, Smart-Watches, smarte Brillen usw. wir als zusätzliche Augen und Ohren jenseits unserer Kontrolle einsetzen.) Demgegenüber laufen Spionage und Überwachung im Internet weitgehend automatisiert ab, was anlasslose Massenüberwachung unter Missachtung der Unschuldsvermutung ermöglicht.
  • Das Eindringen in unsere Häuser ist für uns (meistens) erkennbar und damit anfechtbar. Demgegenüber finden Spionage und Überwachung im Internet hinterrücks statt. Welche Daten von wem zu welchen Zwecken erfasst werden, bleibt im Verborgenen und lässt uns keine Möglichkeit zu rechtsstaatlicher Gegenwehr.

Diese Unterschiede zwischen Überwachung in der physischen Welt und Überwachung im Internet erfordern, dass wir unsere Kommunikation verschlüsseln, wenn wir an Privatsphäre interessiert sind. Wenn „vertrauenswürdige“ staatliche Stellen diese Verschlüsselung umgehen können, dann werden das auch nicht vertrauenswürdige staatliche Stellen und andere Kriminelle schaffen. Das ist inakzeptabel.

Unser Bundesinnenminister steht mit seiner wirren Analogie leider nicht allein. In ähnlicher Weise behauptete Herr Troels Oerting, der Leiter des Europäischen Zentrums zur Bekämpfung der Cyberkriminalität, dass die verschlüsselte Kommunikation so ähnlich wirke wie der Kofferraum eines Autos, der bei einer Polizeikontrolle nicht geöffnet werden könne. Offenbar entgehen auch Herrn Oerting die fundamentalen Unterschiede (a) des begründeten Vorgehens im Einzelfall unter Personaleinsatz mit rechtsstaatlichen Abwehrmöglichkeiten und (b) der anlasslosen, automatisierten und unbemerkbaren Massenüberwachung ohne Möglichkeit zur Gegenwehr. Vermutlich dieser haarsträubenden Logik folgend forderte im Januar 2015 der Anti-Terror-Koordinator im Rat der Europäischen Union, Herr Gilles de Kerchove, die Hinterlegung kryptografischer Schlüssel. Höchst bedenklich.

Unser Bundesinnenminister ist auch an anderer Stelle zu schnell, um die Feinheiten der Realität angemessen zu würdigen. So behauptet er in seiner oben erwähnten Rede mit Bezug auf den Terroranschlag auf Charlie Hebdo:

Die Ereignisse in Paris verdeutlichen einmal mehr, dass wir gemeinsam handeln müssen, und zwar nicht nur im Bereich der so genannten „realen“ Welt. Das Handeln krimineller und terroristischer Bestrebungen findet genauso in der „virtuellen“ Welt statt […]

Die Ereignisse in Paris mögen vieles verdeutlichen, mit der virtuellen Welt hatten sie herzlich wenig zu tun. Die Attentäter waren verschiedenen staatlichen Stellen im Vorfeld bekannt, aber ihre Überwachung wurde zu früh beendet. Davon, dass die Täter verschlüsselt kommuniziert hätten, ist nirgends die Rede – auch nicht in der ministeriellen Rede. Dass er dieses Attentat dennoch zur Rechtfertigung der Umgehung von Verschlüsselung, unserer einzigen Waffe gegen anlasslose Massenüberwachung und andere Kriminalität im Internet, verwendet, ist ungeheuerlich.

Im Ausland ist die Lage nicht besser. So versprach Premierminister David Cameron seinen Landsleuten angesichts des Attentats in Paris, im Falle seiner Wiederwahl Terroristen keine sicheren Kommunikationsräume zu lassen. Dem Premierminister ist offenbar ebenso wie unserem Innenminister entgangen, dass das Attentat nichts mit sicherer terroristischer Kommunikation zu hatte. Darüber hinaus macht seine Aussage klar, wohin die Reise gehen soll: Wer unbekannten Terroristen keine sichere Kommunikation zugestehen will, darf niemandem sichere Kommunikation zugestehen. Von Ihnen und mir ist nicht auszuschließen, dass wir unbekannte Terroristen sind; daher müssen wir überwacht werden, und zwar überall, wo dies technisch machbar ist.

Momentan gibt es noch vergängliche, unaufgezeichnete, private Gespräche. In Familien, mit Wildfremden, zwischen ganz normalen und zwischen verrückten Menschen. Auch die Brüder Kouachi werden sich vor ihrem Anschlag auf Charlie Hebdo über ihre Pläne unterhalten haben. Hatten sie ein Recht auf private Gespräche? Haben wir, die wir anders als sie nicht in Terror-Camps ausgebildet worden sind, dieses Recht, oder wollen wir es uns nehmen lassen, Cameron folgend?

Bevor Sie urteilen, sei daran erinnert, dass die Gefahr, ein Terroropfer zu werden, verschwindend klein ist. Laut Zahlen der New York Times vom Juli 2013 starben seit 2005 jährlich 23 Amerikaner durch Terror. Dreiundzwanzig. Etwa doppelt so viele starben an Bienen- und Wespenstichen, 15-mal so viele durch Stürze von Leitern. In Deutschland gab es nach Angaben der Tagesschau im Januar 2015 bisher nur einen einzigen islamistischen Anschlag – und zwar im März 2011 mit zwei Todesopfern. Demgegenüber gibt es bei uns jährlich mehr als 3.000 Verkehrstote. An den Folgen von Alkoholmissbrauch sollen in Deutschland 74.000 Menschen pro Jahr sterben.

Bevor Sie urteilen, sei zudem daran erinnert, dass Terroristen in Europa und in den USA in den vergangenen Jahren regelmäßig im Vorfeld auffällig geworden sind und Sicherheitsbehörden vor ihren Untaten bekannt waren. Offenbar fehlte es an gezielter Überwachung, um Anschläge zu verhindern. Wer trotzdem vorgibt, die Situation durch anlasslose Massenüberwachung oder durch die Schwächung von Verschlüsselungstechniken verbessern zu können, sollte sich rechtfertigen müssen oder ausgelacht werden.

Haben wir also ein Recht auf vergängliche, unaufgezeichnete, private Gespräche? Im Grunde spielt die Antwort auf diese Frage zumindest für Kommunikation im Internet keine Rolle: Wenn Sie denken, dass Sie dieses Recht haben sollten, müssen und können Sie es sich nehmen. Sie dürfen Ihre Kommunikation nicht kommerziell orientierten Datenkraken anvertrauen, und Sie müssen Ihre Kommunikation verschlüsseln.

Verschlüsselung ist alternativlos. Im Januar 2015 sind Berichte hochrangiger europäischer Gremien erschienen, die dies nachdrücklich belegen. Zum einen empfiehlt der Rechtsausschuss der Parlamentarischen Versammlung des Europarats durchgängige Verschlüsselung zum Schutz unserer Privatsphäre. Zum anderen empfiehlt auch der Ausschuss für Technikfolgenabschätzung des EU-Parlaments den Einsatz von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Anonymisierungsdiensten zum Schutz der Privatsphäre.

Ich rate Ihnen, für private Kommunikation nicht auf die Dienste bekannter Datenkraken zurückzugreifen, sondern freie Software zur Verteidigung Ihrer Grundrechte einzusetzen, insbesondere GnuPG zur E-Mail-Selbstverteidigung und Tor oder JonDo zur Anonymisierung im Internet.

Lassen Sie sich nicht in die Irre führen, sondern verteidigen Sie Ihre Grundrechte!

Sunday, 25 January 2015

Freie Software – Ressourcen schonen durch Teilen

Don't Panic » Deutscher Planet | 15:58, Sunday, 25 January 2015

Ende November wurde ich zu einem Fachgespräch „Nachhaltige Software“ eingeladen, veranstaltet durch das Öko-Institut e.V. sowie das Umweltbundesamt. Es handelte sich um eine Auftaktveranstaltung zur Forschungsfrage „Was ist Nachhaltige Software?“ beziehungsweise zu der Frage, welche Kriterien zur Bestimmung von Nachhaltigkeit von Software und dessen Entwicklung in Betracht gezogen werden können.
Ich wurde gebeten die Bedeutung Freier Software in Bezug auf Nachhaltigkeit zu beleuchten. Selbst sehe ich die besondere Bedeutung Freier Software für eine Digitale Nachhaltigkeit – den Veranstaltern war verständlicherweise jedoch die ökologische Nachhaltigkeit ein besonderes Anliegen. Und auch dazu kann Freie Software einen bedeutenden Beitrag leisten. Ich habe versucht in meinen Ausführungen beiden Ansprüchen gerecht zu werden.
Im Anschluss an die Veranstaltung entstand der folgende Artikel, der demnächst in die öffentliche Dokumentation des Umweltbundesamtes aufgenommen wird. Bis das soweit ist gibt es hier eine Vorabversion (auch als PDF verfügbar).

Zusammenfassung:
Dieser Artikel widmet sich den nachhaltigen Aspekten Freier Software und offener Entwicklungsmodelle. Dazu wird zuerst in das Verständnis von Nachhaltigkeit und in die Nachhaltigkeit digitaler Ressourcen eingeführt. Es folgt eine Erklärung Freier Software und schließlich wird skizziert, welche direkten positiven ökologischen Auswirkungen durch die Entwicklung und Verwendung Freier Software erzielt werden können.

Inhaltsverszeichnis

1. Software im Kontext der Nachhaltigkeit

Je mehr unsere alltäglichen Interaktionen durch die Verwendung digital-technischer Geräte geprägt werden, desto mehr rückt die Ökobilanz dieser technischen Geräte in den Fokus der Aufmerksamkeit. Elektroschrott, Recycling, „Green-IT“, Ökostrom, Halbwertszeit von Hardware und verwandte Aspekte gewinnen an Bedeutung. Über die „Nachhaltigkeit“ der verwendeten Software wird hingegen kaum gesprochen. Was könnte man darunter verstehen, was ist nachhaltig und welche Anforderungen müsste Software erfüllen um nachhaltig zu sein?

1.1 Zum Begriff „Nachhaltigkeit“

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ hat im letzten Jahrzehnt eine nahezu inflationäre Verwendung gefunden [1], insbesondere in Politik und Wirtschaft. Als eine Folge daraus wurde in unterschiedlichsten Kontexten von Nachhaltigkeit gesprochen, so dass der Begriff weiter an Unschärfe gewonnen hat. Deshalb wird den weiteren Ausführungen dieses Artikels folgende Definition zu Grunde gelegt:

„Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, daß künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“

Dieses Zitat ist einer der zentralen und meist zitierten Leitsätze des Brundtland-Berichts „Unsere gemeinsame Zukunft“ [2]. Durch die darin enthaltene intertemporale Dimension wird in Kurzform auch von „Generationengerechtigkeit“ gesprochen.
Bei Betrachtung endlicher Ressourcen, die eines Tage erschöpft sein könnten, wäre unter der Generationengerechtigkeit ein Konsum zu verstehen, der die vorhandenen Ressourcen auf eine Art und Weise schont, dass auch zukünftige Generationen noch von der gleichen Ressource zehren können. Bei Software gilt es, diese Aspekte der Ressourcenschonung beim Energieverbrauch der Software zu bedenken, sowie im Rohstoffverbrauch bei der für den Betrieb der Software notwendigen Hardware. Betrachten wir hingegen Software selbst als Ressource, ergeben sich andere Bedingungen der Generationengerechtigkeit. Denn Software ist digital und damit immateriell – und für den Erhalt digitaler Ressourcen gelten andere Kriterien einer nachhaltigen Entwicklung.

1.2 Nachhaltigkeit digitaler Ressourcen

In der Digitalen Gesellschaft werden unser Arbeitsalltag, unsere Kommunikation und ein großer Teil unserer Infrastruktur inzwischen von Software gesteuert oder vereinfacht. Heute in Deutschland Heranwachsende ohne Zugang zu jeglichem Computer aufzuziehen wäre geradezu verantwortungslos, da es einem sozialen und gesellschaftlichen Ausschluss gleichkäme. Je mehr kritische Infrastruktur von Software gestellt wird, desto wichtiger werden auch der Erhalt, das Verständnis und der Zugang zu dieser Software. Software wird zu einem Fundament, dessen eigene Existenz zum Erhalt unser digital gewachsenen Infrastruktur notwendig ist; ebenso wie das Wissen um die Bedienung der Software. Es ist an der Zeit, Software als Informations- und Wissensressource zu verstehen.

Betrachten wir Software als eine Ressource, unterscheidet sich diese grundlegend von natürlichen, endlichen Ressourcen. Software – sowie digitale Information jeglicher Art – ist eine immaterielle Ressource und unterliegt damit ähnlichen Bedingungen wie Wissens- und Kulturgüter. Für digitale Ressourcen gilt, dass trotz exzessiver Anwendung, Gebrauch und miteinander Teilen kein Verzehr der Güter stattfindet. Jeder kann von derselben Ressource profitieren ohne dabei die Ressource für andere Konsumenten zu schmälern.
Beispiel: Betrachten wir ein einzelnes Computerprogramm als eine Ressourcen-Einheit der Menge Eins, dann kann diese Einheit prinzipiell unendlich oft verwendet, kopiert und getauscht werden ohne dass sich dadurch die Ursprungsressource jemals verbrauchen würde. Im Gegenteil: Mit jeder Kopie des Computerprogramms steigt die Menge der zur Verfügung stehenden Ressourcen-Einheiten. Betrachtet man eine spezifische Form digitaler Information – zum Beispiel ein einzelnes Computerprogramm – als besonders schützenswert und möchte diese Ressource für zukünftige Generationen erhalten, dann ist eine erfolgversprechende Strategie, möglichst viele Kopien davon (= Einheiten) möglichst weit zu verbreiten.
Zusammenfassend gilt, dass Software dann zu einer nachhaltigen Ressource wird, wenn sie frei kopiert und angepasst werden kann. Diese Möglichkeiten müssen jedoch explizit eingeräumt werden. Denn obwohl Software sich durch die Erstellung von Kopien nicht erschöpfen kann, können digitale Ressourcen durchaus ausschließbare Güter sein: Durch Anwendung von Immaterialgüterrechten, geschlossenem Code und Kopierschutzmaßnahmen werden digitale Ressourcen künstlich verknappt und damit vom Teilen, dem freien Gebrauch und der freien Weiterentwicklung ausgeschlossen. Die künstliche Verknappung des Angebots soll Markt erschaffend wirken; allerdings liegt gerade in der künstlichen Verknappung digitaler Ressourcen die Gefahr des unwiderruflichen Ressourcen- und damit Wissensverlustes. Denn mit der Nicht-Veröffentlichung des dem Programm zu Grunde liegenden Codes wird das Wissen um die Herstellung und Funktionsweise der Software privatisiert. Das sorgt für einen unmündigen Kunden, der vom Support und dem Gutdünken des Herstellers abhängig ist. In unserem Zusammenhang ist es darüber hinaus vor allem eine Gefahr für den Erhalt der Software als zukünftige Ressource.
Durch das Verschließen des Codes liegt das Wissen um die Funktion sowie das Recht der Kopie und der Verbreitung dieser Information in den Händen einer geschlossenen Gruppe, beispielsweise eines Unternehmens. Verschwindet dieses Unternehmen eines Tages vom Markt, dann ist die Gefahr groß, dass damit auch für immer das Wissen um die Software verloren geht. Gleiches gilt für verschlossene Dateiformate. Daten, die in proprietären Formaten gespeichert werden, können nicht als zukunftssicher gelten, denn es sind nur ganz spezielle, verschlossene Computerprogramme fähig, diese Daten auszulesen. Mehr noch: Proprietäre Dateiformate erschaffen und gestalten Insellösungen und Inkompatibilität. Dadurch sollen Kunden an den Hersteller gebunden werden. Geht jedoch dem Hersteller das Wissen um seine proprietären Formate verloren, ist es damit zugleich den zukünftigen Generationen verloren gegangen. Das ist eine der wenigen Gefahren, wie sich eine digitale Ressource in der Tat erschöpfen kann.

Dieser Gefahr entgegen wirken Freie Software [3] und Offene Standards [4]. Beide stehen der Öffentlichkeit dank ihrer offenen Lizenzbestimmungen frei zur Verfügung. Durch öffentliche Dokumentation sowie das explizite Recht, die Software zu kopieren und anzupassen, bilden sie das Fundament, um digitale Information und Software als eine nachhaltige Ressource für zukünftige Generationen zu erhalten. So lange es Computer gibt, werden diese in der Lage sein Freie Software zu verstehen und zu verwenden. Das erfüllt nicht nur den Anspruch der Generationengerechtigkeit, sondern auch einen weiteren Leitsatz des Brundtland-Berichts:

“Im wesentlichen ist dauerhafte Entwicklung ein Wandlungsprozeß, in dem die Nutzung von Ressourcen, das Ziel von Investitionen, die Richtung technologischer Entwicklung und institutioneller Wandel miteinander harmonieren und das derzeitige und künftige Potential vergrößern, menschliche Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen.“ [5]

Verfolgen wir also eine Entwicklung, welche „die Nutzung von Ressourcen“ auf eine Weise ermöglicht, „das derzeitige und künftige Potential [zu] vergrößern“, dann müssen wir auf Freie Software und Offene Standards setzen. Nur diese können die Ressource Software nachhaltig sichern und deren Potenzial auch für die Zukunft vergrößern. Es ist an der Zeit für die Digitale Gesellschaft eine Digitale Nachhaltigkeit [6] zu fördern.

1.3 Nachhaltigkeit ‘durch’ aber auch ‘von’ Software

Die bisherigen Ausführungen legen nahe, dass bei der Bestimmung von „nachhaltiger Software“ mindestens zwei Aspekte von Nachhaltigkeit berücksichtigt werden sollten. Zum einen die ökologischen Auswirkungen durch den Betrieb von Software, eine Nachhaltigkeit ‘durch’ Software. Zum andern das Verständnis von Software selbst als eine Ressource, das eine Nachhaltigkeit ‘von’ Software fordert.

Bei der Betrachtung von Nachhaltigkeit durch Software ist in erster Linie der Energieverbrauch ein maßgebender Faktor. Um Prozesse durchzuführen, benötigt Software Energie. Energieerzeugung bringt jedoch häufig massive Umwelt- und Klimaeinflüsse mit sich. Eine logische Ableitung aus diesem Zusammenhang wäre, dass nachhaltige Software eine Software sei, die möglichst effizient und dadurch Energie schonend läuft. Betrachten wir als Beispiel Software A und B, welche exakt dieselbe Leistung erbringen, wobei A jedoch weniger Energie für das gleiche Ergebnis benötigt. Dann wäre A in unserem Sinne als eine Energie schonende und damit nachhaltige Software zu verstehen.
Der Energieverbrauch zum Betrieb der Software ist jedoch nur ein Aspekt. Einen weitaus größeren ökologischen Fußabdruck hinterlässt die zum Betrieb von Software produzierte Hardware. Ihre Produktion erfordert hohe Mengen an Energie und oft den Einsatz äußerst begrenzter Ressourcen, z.B. sogenannter „seltener Erden“. Software, die zum Betrieb möglichst geringe Anforderungen an Hardware stellt oder gar eine langfristige Verwendung von Hardware garantiert, ist damit im Sinne der Ressourcenschonung definitiv auch als eine nachhaltige Software zu verstehen.

Schließlich müssen Software und digitale Information selbst als Ressource betrachtet werden. Software wird immer mehr zur kritischen Infrastruktur der Digitalen Gesellschaft. Die größte Gefahr für die Nachhaltigkeit von Software besteht – analog zu der Ressource Wissen – darin, die eigentlich unbegrenzte Ressource in einer Weise zu verknappen oder zu verschließen, dass zukünftige Generationen nicht mehr daran teilhaben können. Im Gegenzug können sich insbesondere in der Verwendung von Software als eine gemeinsame Ressource erhebliche Synergieeffekte ergeben, da effiziente Lösungen geteilt und damit potenziert werden [7]. Wie zu sehen sein wird, kann Freie Software zu allen drei Aspekte – Energieeffizienz, Hardwareschonung und Digitale Nachhaltigkeit – einen entscheidenden Beitrag leisten.

2. Freie Software – Definition, Entstehung und heutige Bedeutung

Bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde Software weitgehend als ein freies Gut behandelt und inklusive des offenen Quellcodes verbreitet. Computer sind zu dieser Zeit meist im universitären Umfeld zu finden. Es ist üblich, die zugehörige Software auf ihre Eigenschaften und Auswirkungen hin zu untersuchen, diese zu teilen und zu verbessern. Transparenz, sowie die Wiederverwendung oder Wiederholung von Ergebnissen und Erkenntnissen bilden die Grundlagen der elektronischen Informationswissenschaft.
Mit dem Aufkommen des Heimcomputer in den 70er und 80er Jahren beginnen Hardwarehersteller jedoch damit, ihre für den Betrieb der Hardware mitgelieferte Software nur noch in verschlossenen Dateiformaten und damit ohne den zu Grunde liegenden Quellcode auszuliefern. Das Wissen um den Betrieb der Maschine soll verschlossen bleiben. 1974 wird das amerikanische Copyright auch auf Computerprogramme ausgeweitet. Es kommt zur Verbreitung des Personal Computers der Firma International Business Machines Corporation (IBM) und dessen mitgeliefertem Betriebssystem DOS der Firma Microsoft. Damit wird im außeruniversitären Umfeld der Grundstein zur Akzeptanz des Vertriebs proprietärer Software gelegt. Als proprietäre Software wird Software bezeichnet, deren Quellcode nicht ersichtlich ist und für die zudem nur eingeschränkte Nutzungsrechte gelten.

Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, initiiert Richard Stallman – Mitarbeiter im Labor „Künstliche Intelligenz“ des Massachusetts Institute of Technology – 1983 die Entwicklung des GNU-Projektes [8]. Ziel des GNU-Projektes ist, ein komplettes Betriebssystem zu schreiben, dass vollständig aus Freier Software besteht. Damals bis heute wird unter Freier Software jegliche Software verstanden, die allen Nutzenden vier grundsätzliche Rechte (sogenannte „Freiheiten“) einräumt [9]. Diese sind das Recht die Software

  1. zu verwenden (zu jedem Zweck, ohne Einschränkung)
  2. zu verstehen (den Quellcode einzusehen um das Programm untersuchen zu können)
  3. zu verbreiten (das Programm beliebig oft zu kopieren und zu teilen)
  4. zu verbessern (das Programm zu verändern und die neue Version selbst zu veröffentlichen)

Diese Nutzungsrechte werden gegeben und garantiert durch Lizenzen. Die Lizenz der Software beschreibt, was Nutzende unter welchen Umständen mit der Software machen dürfen. Im Gegensatz zu proprietärer Software räumen die Lizenzen Freier Software explizit das Recht ein die Software zu verstehen und zu teilen. Lizenzen dieser Art gibt es viele. Die Free Software Foundation (FSF) führt dazu eine Liste von anerkannten Freie Software Lizenzen [10]. Die am häufigsten verwendeten Lizenzen [11] sind in Reihenfolge ihrer Häufigkeit GPLv2, MIT , Apache, GPLv3 und BSD. Grob lassen sich diese Lizenzen in zwei „Familien“ einteilen, die sich durch unterschiedliche Formen der „Weitervererbung“ unterscheiden: Manche Lizenzen fordern, dass im Falle einer Veränderung und Wiederveröffentlichung des Quellcodes der abgewandelte Code unter derselben Lizenz veröffentlicht werden muss. Damit wird erreicht, dass eine einmal als Freie Software veröffentlichte Software sowie alle Ableitungen und Weiterentwicklungen frei bleiben. Dieses weitervererbende Prinzip wird als Copyleft bezeichnet.
Andere Lizenzen hingegen fordern nicht ihre eigene Weitervererbung. Diese gelten als nicht-schützend. Zur Abgrenzung von Copyleft-Lizenzen werden diese als nicht-schützend oder auch permissiv bezeichnet. Wer den Quellcode einer Freien Software verändert, die unter nicht-schützender Lizenz veröffentlicht wurde, kann diese Abwandlung entweder unter der gleichen Lizenz veröffentlichen, unter einer Copyleft-Lizenz oder gar unter einer proprietären Lizenz. Beide Lizenz-Familien finden in der Praxis etwa gleich häufig Verwendung [12].

1984 kündigt Richard Stallman seinen Job, um sich in Vollzeit der Entwicklung von GNU zu widmen. 1985 gründet er die Free Software Foundation und entwickelt 1989 mit der Veröffentlichung der ersten GNU General Public License (GPL) [13] das Prinzip des Copyleft. Stallmans ursprüngliche Ankündigung der Entwicklung des GNU-Projektes gilt heute als Geburtsstunde Freier Software und der Freien Software Bewegung. Anfang 2000 entwickelt Lawrence Lessig aus den Prinzipien Freier Software und deren Lizenzen die Creative Commons Lizenzen, die eine Adoption der Ideen Freier Software auf die Verbreitung freier Wissens- und Kulturgüter darstellt. Zur selben Zeit und in den Folgejahren berufen sich weltweit immer mehr Bewegungen auf die Prinzipien Freier Software und Freien Wissens, darunter Open Access, Open Data, Open Source, Open Knowledge und Open Educational Resources.

Freie Software finden wir heutzutage in unzähligen digitalen Geräten, die uns umgeben. Darunter eingebettete Systeme (zum Beispiel Internet-Router), digitalisierte Geräte (zum Beispiel Fernseher, Kühlschrank, Mikrowelle), Taschencomputer (zum Beispiel sogenannte „Smartphones“ [14]), Supercomputer [15], der größte Teil der Internet-Hardware (zum Beispiel Server [16]) und mit GNU/Linux [17] auch der Laptop und Desktop. Unter Endanwendern bekannte Software ist zum Beispiel Linux, Firefox, Wikipedia, Android, Open/Libre Office, Apache, WordPress und viele mehr.

3. Freie Software und ökologische Nachhaltigkeit

Die Veröffentlichung des Quellcodes, dessen Teil- und Wiederverwendbarkeit sind maßgebende Eigenschaften Freier Software. Freie Software kann durch diese Charakteristika als gemeinsame Ressource verwendet werden, wie beispielsweise das Wissen in der Bibliothek. Offenheit und Verfügbarkeit des Quellcodes bergen zudem zahlreiche positive Auswirkungen auf unsere sozialen und wirtschaftlichen Organisationsformen. Diese können hier jedoch nicht weiter ausgeführt werden; dieses Kapitel widmet sich ausschließlich den möglichen ökologischen Gewinnen Freier Software.

3.1 Modularität, Freie Software und Effizienz

Freie Software und Betriebssysteme bestehen üblicherweise aus einer Kombination einzelner Module, die mit Hilfe offener Schnittstellen miteinander kommunizieren und so zu einer Gesamtkomposition zusammengestellt werden. Diese Modularität kann dazu dienen, das verwendete Betriebssystem so schlank und effizient wie möglich den Betriebsanforderungen anzupassen. Viele Computer und Computerarbeitsplätze werden schließlich nur dazu verwendet, Texte zu schreiben und zu verarbeiten, sowie diese über das Internet auszutauschen (im Folgenden „Textverarbeitungsplatz“). Wird für einen solchen Textverarbeitungsplatz ein proprietäres System „von der Stange“ erworben, dann ist dieses System üblicherweise dazu ausgelegt viele weitere Aufgaben erledigen zu können und erfordert und verwendet dazu zahlreiche Hardwarekomponenten sowie erhöhte Mindestanforderungen an die Hardware. Meist bieten die Vertreiber keine Anpassungen oder bedarfsorientierte Abstufungen ihrer Systeme an. Weil es sich um proprietäre Software handelt, haben Nutzende zudem keine Möglichkeit, das System selbst zu verschlanken oder gewisse Funktionen auszulassen. Bei Verwendung derartiger Systeme entsteht eine Herstellerabhängigkeit, in welcher der Software-Hersteller allen Nutzenden die zur Anwendung benötigte Hardware vorschreiben kann.
Bei der Verwendung eines Freien Software Betriebssystems hingegen besteht prinzipiell die Möglichkeit, jedes Modul und Programm manuell zu konfigurieren, zu entfernen, auszutauschen oder auch einzubauen. Da Freie Software geteilt werden darf, können eigens konfigurierte Systeme verbreitet werden und alle Nutzenden von dieser Konfiguration profitieren. Das führt zu Interessensgruppen – sogenannte communitys – die spezielle GNU/Linux-Software Konfigurationen – sogenannte Distributionen – pflegen und veröffentlichen. Darunter gibt es auch Distributionen, die sich als besonders Hardware- und Ressourcenschonend hervortun [18]. Für den oben angeführten Textverarbeitungsplatz sind solche Distributionen im Sinne der Effizienz bestens geeignet. Ganz generell ermöglicht die Modularität Freier Software ein für die jeweiligen Aufgabenbereiche zugeschnittenes System zu erstellen, ohne unnötigen Ballast. Oder, wie es Antoine de Saint-Exupéry einst ausdrückte: “Vollkommenheit entsteht offensichtlich nicht dann, wenn es nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.” [19]

3.2 Hardware als Ressource verstehen

Die Produktion von Hardware erfordert jede Menge Ressourcen, sowohl seltene Rohstoffe als auch Energie. Jede Möglichkeit, unseren Hardwareverbrauch zu senken, kann als ein Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit betrachtet werden. Darunter wäre eine bedarfsorientierte Neuanschaffung von Hardware zu verstehen sowie eine möglichst lange Verwendung alter Hardware. Wie soeben ausgeführt, bietet Freie Software, insbesondere GNU/Linux-Systeme, dafür speziell zugeschnittene Distributionen, die möglichst wenige Anforderungen an die Hardware stellen. Hinzu kommt, dass der offene Quellcode eigene Anpassungen sowie die Übertragbarkeit der Software auf verschiedene Endgeräte ermöglicht. Das heißt, für unser Beispiel des Textverarbeitungsplatzes benötige ich mit der Verwendung Freier Software nicht länger einen Laptop oder Desktop-Computer. Durch die Verwendung eines schlanken GNU/Linux-Systems mit grafischer Oberfläche und einer Libre Office-Suite [20] ist ein komfortabler Textverarbeitungsplatz bereits mit viel geringerem Hardwareaufwand möglich, beispielsweise mit dem Mini-Computer RaspberryPi [21]. Anstatt sich also vom Hersteller diktieren zu lassen, welche Hardwareanforderungen dessen multifunktionales Betriebssystem benötigt, kann durch die Verwendung Freier Software ein möglichst schlankes System verwendet werden und in Folge dessen eine bedarfsorientierte Neuanschaffung von Hardware erfolgen.

Die Unabhängigkeit der Software und ihrer Anwendung wirkt sich zudem positiv auf den Lebenszyklus und die Langlebigkeit von Hardware aus. Mit Freier Software kann ökologisch problematischen Geschäftsmodellen entgegengewirkt werden, welche vorsehen die Halbwertszeit von Hardware gering zu halten oder den Wert alter Hardware zu senken, indem neue Softwareentwicklungen nicht länger den Einsatz alter Hardware unterstützen. Denn selbst viele Jahre alte Rechner sind meist vollkommen ausreichend um mit Hilfe schlanker Distributionen einen stabilen, schnellen und effizienten Textverarbeitungsplatz zu ermöglichen. Die Unabhängigkeit und Anpassungsfähigkeit Freier Software bietet dadurch die Freiheit, selbst zu entscheiden, ab wann eine Hardware zu alt für den eigenen Einsatz geworden ist.
Um den Vertrieb neuer Hardware zu fördern, wird teilweise versucht zu argumentieren, dass neue Hardware doch viel Energie sparsamer sei als alte Hardware. Das ist allerdings Augenwischerei, denn die Herstellung neuer Hardware zehrt in der Energiebilanz jeden Effizienzgewinn auf. Ökologisch schneidet jede Wieder- oder Weiterverwendung von Hardware besser ab als Elektroschrott, selbst mit Recycling. Auch birgt die Verwendung alter Hardware eine soziale Komponente. Wer für den eigenen Betrieb neue Hardware benötigt, kann die ausrangierte Hardware beispielsweise noch sinnvoll als Arbeitsplatz in anderen Abteilungen, in Bildungseinrichtungen oder in der Entwicklungshilfe einsetzen.

3.3 Gemeinsame Lösungen für eine gemeinsame Ressource

Freie Software gibt jeder und jedem das Recht, die Software frei zu verwenden, zu verstehen, zu verbreiten und zu verbessern. Dadurch entsteht ein Entwicklungsmodell, welches es uns ermöglicht, Software als eine gemeinsame Ressource zu verstehen und zu verwenden. Einzelne Lösungen können so für gemeinsame Lösungen sorgen, Effizienzgewinne sich dadurch potenzieren.
Ein Beispiel: Der Stadt Berlin gelingt es, eine äußerst effiziente und maßgeschneiderte Software für ihre Verwaltung zu schreiben. Sie beschließt, diese Software per Lizenz als Freie Software zu veröffentlichen. Die Stadt Konstanz bedient sich nun dieser Freien Software und verwendet sie für ihre eigene Verwaltung. Weil die Stadt Konstanz jedoch viel kleiner ist, werden bestimmte Module nicht benötigt, zum Beispiel die Erfassung des Straßenbahnnetzes. Die entsprechenden Module werden entfernt und in Konstanz wird nun eine schlankere Version der Software zum Einsatz gebracht. Nachdem Konstanz ihre selbst angepasste Version wiederveröffentlicht, können andere Kleinstädte davon ebenso profitieren ohne dazu erst eigene Personalressourcen einsetzen zu müssen. Schließlich fällt einem pfiffigen Mitarbeiter in Neubrandenburg beim Betrachten des Codes eine Möglichkeit auf, verschiedene Rechenprozesse zusammenzuführen und die Software damit noch effizienter zu gestalten. Nach erfolgreicher Implementierung und Wiederveröffentlichung durch die Stadt Neubrandenburg können nun auch Konstanz und Berlin die verbesserte Version des Codes in ihren eigenen Anwendungsumgebungen implementieren und somit profitieren am Ende alle Anwender von der gleichen Lösung. Schließlich entsteht so eine gemeinsame Ressource und im Falle von nur einer nachhaltigen Lösung kann sich zugleich die Ökobilanz aller Anwendenden erhöhen.
Dieses Prinzip, das hier als theoretisches Beispiel angeführt wurde, finden wir in der Praxis in vielen Freie Software-Projekten [22]. Als herausragendes Beispiel sei der Linux-Kernel angeführt. Der Linux-Kernel ist eine Schnittstelle, welche die Anweisungen der Software in maschinenlesbare Anweisungen an die Hardware übersetzt. 1991 begann Linus Torvalds als einzelne Person den Linux-Kernel zu entwickeln und als Freie Software unter der GPLv2-Lizenz [23] zu veröffentlichen. Schnell haben sich über das Internet weitere Entwickler eingefunden um gemeinsam den Linux-Kernel zu programmieren. Heute ist der Linux-Kernel wohl der meistverwendete Kernel weltweit. Wir finden dessen Anwendung in nahezu allen Formen digitaler Geräte, vom Router zum Kühlschrank über das Smartphone und den Laptop hin zu Supercomputern [24]. Ermöglicht wird dies durch inzwischen hunderte, tausende Programmierer weltweit, die jeder für sich immer weiter zur gemeinsamen Ressource des Linux-Kernels beitragen und diesen verbessern. Darunter sind Studierende und Freiwillige, aber vor allem auch Angestellte globaler IT-Firmen wie Intel, Red Hat, Samsung, IBM oder Google [25]. Firmen, die auf dem freien Markt in Konkurrenz zueinander stehen, erschaffen hier eine gemeinsame Ressource, die wiederum alle – inklusive der Konkurrenz – ausschöpfen können um Kapital zu generieren. Das ist kein Widerspruch sondern kalkuliertes Geschäft. Durch die gemeinsame Ressource vermeiden sie die Gefahr, dass Eigenentwicklungen scheitern oder obsolet werden, sie profitieren zudem von den Entwicklungen anderer und müssen nicht jeden Gedanken aufs neue Erfinden oder imitieren.
Ob gewollt oder nicht, alle Beitragenden erzeugen mit der Entwicklung des Linux-Kernels eine digitale Nachhaltigkeit der gemeinsamen Ressource „Software Kernel“. Diese zeichnet sich durch stetige Effizienzsteigerung sowie Anpassungsfähigkeit aus. Die Möglichkeit, diese Entwicklungen auf unzählige Endgeräte zu adaptieren, hat nachhaltige Auswirkungen auf die gesamte Sphäre digital-technischer Hardware. Positive und nachhaltige Aspekte für die Umwelt ergeben sich aus gemeinsamen Möglichkeiten der Energiesparsamkeit sowie dem Erhalt von Hardware beziehungsweise der bedarfsorientierten Neuanschaffung von Hardware.

4. Ausblick

Für die Beantwortung der Forschungsfrage „Was ist Nachhaltige Software?“ beziehungsweise der Kategorisierung der Nachhaltigkeitskriterien von Software spielt Freie Software und dessen Entwicklungsmodell zweifelsfrei eine wichtige Rolle. Wie gezeigt, fördert Freie Software eine digitale Nachhaltigkeit in der digitalen Gesellschaft und ist die Grundvoraussetzung dafür, Software als gemeinsame Ressource zu verstehen und zu erhalten. Ökologisch können durch Modularität und Anpassungsmöglichkeiten sowohl Energie als auch Hardware als Ressourcen geschont werden. Schließlich sorgen selbst einzelne Lösungen für gemeinsame Effizienzsteigerungen und eine gemeinsame Nachhaltigkeit. In Bezug auf die in Frage stehende Analogie zu dem „Blauen Engel“ empfehle ich deshalb eine Nachhaltigkeitskategorie „Freie Software“.

Fussnoten

[1] Der Autor empfiehlt dazu die satirische Visualisierung der zunehmenden Verwendung des Begriffes “Sustainable” durch den Webcomic “xkcd”
[2] Brundtland 1987, Absatz 49; Der sogenannte “Brundtland-Bericht” ist der Abschlussbericht der von den Vereinten Nationen eingesetzten Brundtland-Kommission. Seine Veröffentlichung hat maßgebend zu einem gemeinsamen globalen Verständnis einer nachhaltigen Entwicklung beigetragen.
[3] Für eine Einführung in Freie Software, siehe Kapitel 2: „Freie Software – Definition, Entstehung und heutige Bedeutung“
[4] Unter dem Begriff „Offene Standards“ werden Dateiformate oder Protokolle verstanden, deren Dokumentation, Verwendung und Implementation frei, offen und für alle zugänglich ist. Für eine genaue Definition siehe die „Genfer Erklärung zu Standards und der Zukunft des Internets“ (Genf 2008)
[5] Brundtland 1987, Absatz 15
[6] “Digitale Nachhaltigkeit” ist ein noch junger Begriff ohne allgemeingültige Definition. In der Wissenschaft (vgl. Busch 2008, Grassmuck 2004, Stürmer 2009) hat sich jedoch eine weitgehend einheitliche Verwendung des Begriffes etabliert (vgl. Martens 2013). Demnach wird unter Digitaler Nachhaltigkeit mindestens verstanden: die Verwendung Freier Software und Offener Standards, der offene Zugang zu Daten und die Freie Zirkulation von Daten.
[7] Zur Erläuterung dieses Arguments siehe Abschnitt “3.3 „Gemeinsame Lösungen für eine gemeinsame Ressource“
[8] In Anlehnung an das damals weit verbreitete Betriebssystem Unix ergibt sich das Akronym „GNU“, das bedeutet „Gnu’s Not Unix“.
[9] Die Anwendung und Garantie dieser vier Freiheiten für alle Nutzenden hat bedeutende Auswirkungen auf die Software selbst, deren Entstehungsprozess sowie deren Verwendung und Bedeutung. Diese Aspekte können hier allerdings nicht diskutiert werden. Für mehr Hintergrund siehe FSFEs “Introduction to Free Software”
[10] Siehe https://www.gnu.org/licenses/license-list.html
[11] Siehe Black Duck 2014
[12] ebd.
[13] Inzwischen gibt es eine ganze „GPL-Lizenzfamilie“. Dazu gehören Versionsnachfolger (GPLv2, GPLv3) sowie Abwandlungen (LGPL, AGPL) und deren Nachfolger.
[14] Das Freie Software Betriebssystem Android hat einen Marktanteil auf europäischen Mobilgeräten von 73,9%. (vgl. ZDNet 2014a)
[15] 97% der Top 500 schnellsten Supercomputer laufen unter Linux (vgl. ZDNet 2014b)
[16] 58% aller Webserver laufen mit der Freien Software Apache (vgl. W3Techs 2014)
[17] Als GNU/Linux werden Betriebssysteme bezeichnet, die eine Kombination aus GNU Software und dem Linux-Kernel sind. Diese werden klassischerweise auf dem Desktop und Laptop eingesetzt.
[18] thinkwiki.de listet unter „Ressourcenschonende Linux Distributionen“ (thinkwiki 2014) beispielsweise Debian (eine Distribution) für den Einsatz mit einer i486-CPU-Architektur. Das ist Hardware, die in Desktops zwischen Anfang und Mitte der 90er Jahre eingebaut wurde. In Kombination mit einer ressourcenschonenden Desktopumgebung, beispielsweise LXDE oder Xfce (siehe thinkwiki 2014), kann damit auf bereits 20 Jahre alter Hardware eine aktuelles Betriebssystem mit grafischer Oberfläche effizient betrieben werden.
[19] Saint-Exupéry 1939: S. 61
[20] Libre Office wird hier nur als ein Beispiel für eine komplette Büroanwendungsumgebung auf Basis Freier Software verwendet. Dieselbe Aussage gilt auch für andere Büroanwendungssoftware, die als Freie Software lizenziert ist.
[21] „RaspberryPi“ bezeichnet einen preisgekrönten Einplatinencomputer, der besonders günstig (derzeit in etwa 40 Euro) und zudem energiesparsam ist. Seit 2012 kann dort ein komplettes Libre Office-Systen zum Laufen gebracht werden (siehe TDF 2012)
[22] Genau genommen finden wir das Prinzip überall. Allerdings sind in der Praxis manche der Projekte so klein, dass es nur eine Person ist, die tatsächlich Codezeilen beiträgt und die Software somit verbessert.
[23] Die 1991 veröffentlichte Folgeversion der ursprünglichen Gnu General Public License
[24] Siehe dazu auch Ende des Kapitel 2: „Freie Software – Definition, Entstehung und heutige Bedeutung“
[25] Für die Version 3.18 des Linux Kernel haben allein die oben gelisteten Firmen zusammen 29% aller Code-Änderungen beigetragen (LWN 2014)

Quellenverzeichnis:

Saturday, 24 January 2015

Fellowshiptreffen am 26.11.2014

stehmann's blog | 19:25, Saturday, 24 January 2015

Beim Fellowshiptreffen am 26.11.2014, also dem letzten Treffen in diesem Jahr stand das Thema Gesundheitskarte auf der Agenda. Der Bonner Neurologe und Freund Freier Software Walther Koehler diskutierte mit uns seine kritischen Gedanken hierzu.

Bereits die Historie, die uns der Referent erläuterte, vermag kaum Anlass zum Optimismus hinsichtlich eines Gelingens dieses Projektes geben. Ankündigungen und Resultate stehen in einem Missverhältnis, welches aber für viele EDV-”Groß-”Projekte typisch ist.

Erläutert wurde auch die derzeitige Auslegung dieses Projektes, wie sie sich aus der Sicht eines zwangsläufigen Anwenders darstellt. Vieles erscheint derart unpraktikabel und fehlgeplant, dass ernste Sorgen um den Datenschutz in den Arztpraxen angezeigt erscheinen. Vom versprochenen Nutzen für den Patienten ist praktisch nichts übriggeblieben. Für den Arzt und die anderen Angehörigen der Heilberufe ist die Gesundheitskarte keine Hilfe, sondern nur eine zusätzliche Last, wofür die fehlende Begeisterung der Ärzteschaft für dieses Projekt deutlicher Ausdruck ist.

Beispielsweise wird das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient dadurch belastet, dass dem Arzt die Prüfung der Identität seines Patienten auferlegt wird.

Dass auch hinsichtlich Freier Software nichts Positives berichtet werden konnte, erschien daher kaum überraschend.

Mit den Vortrag von Walther hat der “rheinische Referentenaustausch” eine schöne Fortsetzung erfahren. Die Kontakte zwischen der Bonner und der Düsseldorfer Fellowshipgruppe erweisen sich als fruchtbringend und hoffnungsvoll für die Zukunft.

Nächste Treffen:

Im Januar, am 28.01.2015, ist ab 19:30 Uhr im Chaosdorf unser “traditionelles” Rückblicks- und Planungstreffen.

Referenten für Februar und März 2015 konnten bereits gewonnen werden.

OpenRheinRuhr 2014

stehmann's blog | 19:22, Saturday, 24 January 2015

In diesem Jahr fand die OpenRheinRuhr am 08. und 09. November wieder an gewohnter Stelle in den Räumen des Rheinischen Industriemuseums in Oberhausen statt. Auf diesem Event sind die Fellows der FSFE mit Vorträgen und Workshops, in der Organisation, an vielen anderen Ständen als Standpersonal – also praktisch überall – aktiv.

Nur wenige Meter vom Trubel des Events entfernt hielt auch die FSFE ihre jährliche Mitgliederversammlung ab, sodass die Teilnehmer derselben Gelegenheit hatten, in den Pausen kurze Gespräche mit der Basis führten. Auch während des Social-Event am Samstagabend standen hierfür zahlreiche Fellows und andere Freie-Software-Aktivisten zur Verfügung.

Der Stand der FSFE war nicht nur gut platziert, sondern fiel auch dadurch auf, dass er vom neuen sechs mal drei Meter großen Pavillon überdacht war. Dies ermöglichte es Rainer, ihn sehr ansprechend zu gestalten, sodass er viele Besucher anzog.

Neben dem Apache-OpenOffice-Stande befand sich wieder der LibreOffice-Stand. Auf der anderen Seite war der Stand des sidux e.V., der bekanntlich die PrOOo-Box unterstützt. Wir waren somit von Freunden umgeben.

Wir, Mechtilde und ich, wurden wieder von Michaela und marudor unterstützt.

Erfreulich war, dass Thomas Krumbein, der langjährige Vorsitzende des OOoDeV und späteren FrODeV, auch unserem Stand einen Besuch abstattete.

Auf den Seiten des sidux e.V. befindet sich auch ein längere Bericht über diese Veranstaltung mit Lichtbildern. Auf zumindest einem ist auch unser Stand gut zu sehen.

Fellowshiptreffen im Oktober 2014

stehmann's blog | 19:19, Saturday, 24 January 2015

Der Landtagsabgeordnete Matthi Bolte sprach mit uns am 29.10.2014 über das Thema Open.NRW.

Über das Projekt Open.NRW ist in diesem Blog schon mehrfach berichtet worden. Am 27.05.2014 hat die nordrhein-westfälische Landesregierung die Open.NRW-Strategie verabschiedet.

Es war daher sehr interessant, von einem Landtagsabgeordneten einer die Landesregierung tragenden Fraktion über den Stand dieses Projektes informiert zu werden und mit ihm die Zukunft von Offenheit, Transparenz und Bürgerbeteiligung zu diskutieren.

Schließlich sind die Verwendung Offener Standards und bewährter und allgemein bekannter Lizenzen uns ein Anliegen.

Es gab daher einen regen Gedankenaustausch. Danke an Matthi Bolte für diesen interessanten Abend.

T-Dose 2014

stehmann's blog | 19:15, Saturday, 24 January 2015

Die T-DOSE ist ein kostenloses und jährliches Treffen in Eindhoven zur Förderung der Nutzung und Entwicklung Freier Software. Dieses Jahr fand sie am 25. und 26. Oktober wieder in Eindhoven statt. In diesem Jahr hatte auch Apache OpenOffice einen Stand angemeldet und erhalten.

Selbstverständlich war auf dem Standrechner die neuste Apache-OpenOffice-Version mit niederländischer Lokalisierung installiert. Nur niederländische Flyer hatten wir leider nicht. Aber die englischen oder die deutschen Flyer taten es in Regel auch.

Benachbart war der Stand der Free Software Foundation Europe, der sich wieder an seinem “angestammten” Platz befand. Der niederländische Fellowship-Koordinator Maurice hatte ein großes, fast zweistelliges Team von Fellows gewinnen können, diesen zu betreuen. Diese gestalteten den Stand sehr ansehnlich.

Die T-Dose war also auch in diesem Jahr wieder ein niederlänisch-rheinisches Fellowshiptreffen und Eindhoven auch dieses Jahr wieder eine Reise wert.

Außerordentliches Fellowshiptreffen am 12.10.2014 und LINUXCON EUROPE in Düsseldorf

stehmann's blog | 19:12, Saturday, 24 January 2015

Vom 13. bis 15.10.2014 fand die LINUXCON EUROPE im Congress Centre in Düsseldorf statt. Hierzu fanden sich viele Freunde Freier Software im Rheinland ein.

Dies war der Anlass für ein außerordentliches Fellowshiptreffen am Vormittage des 12.10.2014 im Schwesterherz. Freunde Freier Software von Bilk bis Japan trafen sich dort zum Brunch und hatten teilweise ihre Familien mitgebracht. Es war ein lockeres und fröhliches Treffen, das sich bis in den Nachmittag hinzog.

Die meisten ortansässigen Teilnehmer waren sich einig, dass eine solche sonntagvormittägliche Veranstaltung mit Familien kein einmaliges Ereignis bleiben darf.

Den FSFE-Stand auf der LINUXCON EUROPE hatten Rainer und Reiner wieder sehr ansprechend gestaltet. Der Chronist hatte neben seinem Standdienst die Gelegenheit, Mitglieder des Legal Network (auch aus Nordamerika) und einige hochrangige “Apachen” zu treffen.

Am Stand ergaben sich interessante Gespräche. Denen, die die FSFE noch nicht kannten oder mit der FSF verwechselten, konnten wir unsere Ziele, Arbeitweisen, Kampagnen und Projekte erklären. Auch der Präsident der FSFE ließ es sich nicht nehmen, den Stand zu besuchen.

Eine bemerkenswerte Beobachtung ergab sich noch am Ende der Veranstaltung. Wir am FSFE-Stand hatten “tapfer durchgehalten”, weil wir aufgrund unserer Erfahrung erwarteten, dass sich Teilnehmer die Gelegenheit nicht entgehen lassen würden, sich für die Heimreise mit Textilien und anderen Dingen “einzudecken”. Doch diese Erwartung erwies sich als abgrundtief irrig; LINUXCON-Teilnehmer ticken offenbar ganz anders.

Achja – dass Deutschland nicht gänzlich und ausschließlich von Bayern besiedelt ist, gehört, wie das Logo auf den Event-T-Shirts belegte, in Nordamerika wohl nicht zum Allgemeinwissen, aber für manche hier sind ja auch alle Niederländer “Holländer”.

Nachtrag: Mir ist mein Teilnehmerausweis für die LINUXCON EUROPE wieder in die Hände gefallen. Dort wird meine Rolle als “Networking Attendee” charakterisiert. Mir gefällt diese Bezeichnung!

Barcamp der Evangelischen Kirchen im Rheinland, Westfalen und Lippe

stehmann's blog | 19:09, Saturday, 24 January 2015

Von 26. bis 28. September 2014 fand im Haus der Kirche in Essen ein gemeinsames Barcamp der Landeskirchen in Rheinland, Westfalen und Lippe statt. Kooperationspartner waren der Kirchenkreis Essen und das (katholische) Bistum Essen.

Hieran nahmen auf Einladung auch der Chronist und seine Ehefrau teil.

Bereits am Freitagabend trafen wir uns zu einem ersten Kennenlernen und zur Ausgabe der Barcamp-T-Shirts.

Am Samstagmorgen ging es dann “richtig” los. Ein Barcamp ist das, was die Teilnehmer daraus machen. Auch der Chronist hatte zwei Sessionvorschläge mitgebracht.

Erstaunlich war die Aufgeschlossenheit der Teilnehmer gegenüber Freier Software, die viele selber (zumindest privat) nutzten. Wir trafen auch einige “alte Bekannte” aus der “Freien-Software-Szene”.

Nicht nur bei den Sessions war somit unser Anliegen gut vertreten; es konnten auch einige gute Gespräche “am Rande” mit Interessierten geführt werden.

Am Sonntagmorgen bot ich mich dann spontan an, eine Session zum Thema “SEO” zu leiten, die sehr gut besucht war.

Eigentlich konnte ich nur “Binsenwahrheiten” darbieten, die gleichwohl manchem noch etwas Neues boten. Bemerkenswert war die Erleichertung der Teilnehmer, als ich erklärte, dass die marktführende Suchmaschine für Menschen geschriebene Seiten “liebt”.

Die Nachlese befindet sich sowohl hier, als auch dort.

Im Jahre 2015 findet ein zweites Barcamp statt. Leider kann der Chronist wegen einer Terminkollision nicht daran teilnehmen, was er sehr schade findet, denn er kann sich der Meinung eines Teilnehmer nur anschließen, der erkärte, was Offenheit und Neugier aufeinander angehe, könne sich dieses Barcamp durchaus mit klassischen Nerdveranstaltungen messen.

Was der Chronist noch gelernt hat: Aktuelle Bibelübersetzungen sind leider proprietär – aber es gibt Menschen, die das ändern.

Fellowshiptreffen im September 2014

stehmann's blog | 19:03, Saturday, 24 January 2015

“Omnis enim res, quae dando non deficit, dum habetur et non datur, nondum habetur, quomodo habenda est.”; (deutsch: “Denn jede Sache, die durch Mitteilung an andere nicht verliert, besitzt man nicht, wie man soll, solange man sie nur selber besitzt, ohne sie wieder an andere weiterzugeben”) ist ein Motto der FSFE aus ihrer frühen Zeit. Diese Erkenntnis ist jedoch etwa 1600 Jahre alt und stammte von einem in der ganzen Christenheit angesehenen Heiligen.

Ralf Peter Reimann, Diplom-Informatiker und Pastor, führte uns auf dem Fellowshiptreffen am 24.09.2014 durch die Kirchengeschichte unter dem Aspekt des Gedankens des Teilens.

Er diskutierte dann aber auch mit uns eine Herausforderung heutiger Zeit, nämlich die Einführung Freier Software im kirchlichen Bereich.

Ralf Peter konfrontierte uns mit häufigen Einwänden und Fragen, deren Widerlegung und Beantwortung uns nicht schwer fiel.

So wurde das Teilen von Wissen ein gegenseitiges.

Sunday, 11 January 2015

Bericht vom Fellowship-Treffen Rhein/Main am 7. Januar

Being Fellow #952 of FSFE » German | 23:11, Sunday, 11 January 2015

Am 7. Januar trafen wir uns also wieder im Café Albatros in Frankfurt. Aus spärlichen Notizen und einem löchrigen Gedächtnis, entstand folgendes Protokoll:

Begrüßung, Small Talk

Planung künftiger Treffen

Hauptthema des Abends war die Planung künftiger Treffen, da die noch überhaupt nicht fest standen. Am liebsten hätte ich das ganze Jahr durchgeplant, aber so einfach geht es ja nicht :)

Hier das vorläufige Ergebnis:

  • 4. Februar wieder Café Albatros
  • im März am liebsten Vortag im CCC und zwar über FS in der Bildung im europäischem Ausland (quasi als Generalprobe für mich zum CLT, falls mein Talk angenommen wird). Oder je nach Nachfrage ein anderes Thema. Zwischenzeitlich sind wir wieder beim CCC vorbei gegangen und haben mal nachgefragt. auch wegen SmartCard Workshops oder der MutterwareParty. Alles gut soweit, nur dass die genau im März umziehen werden.Wir werden berichten…
  • 1. April wieder Café Albatros
  • im Mai zu Gast bei den Mobile Users
    Wir verlassen hier den 1. Mittwoch im Monat und verschieben auf den 2. um uns mal bei den Mobile Users (ehemals Palm User Group) blicken zu lassen
  • 3. Juni wieder Café Albatros
  • Night of Science
    daneben werden wir versuchen am 19.6. zur Night of Science einen Info-Stand auf die Beine zu stellen.
  • Cryptoparties
    Ein neues Datum wird bald bekannt gegeben. Daneben zeichnen sich ein paar interessante neue Veranstaltungsorte ab.  Ich finde es nach wie vor schade, dass Twitter derzeit der einzige Kommunikationskanal mit der cpffm-Gruppe ist.
  • Software Freedom Day am 19.09.
    Wurde angesprochen, aber nichts konkretes beschlossen. Sollen wir da etwas unternehmen?
  • Vortrag bei der LUG
    da müssten wir mal nachhören ob Bedarf besteht.

Kommunalwahlen in Hessen 2016

Es wurde darauf hingewiesen, dass 2016 Kommunalwahlen in Hessen anstehen. Da sollten wir uns überlegen wann wir mit den Vorbereitungen beginnen wollen und was genau umsetzbar wäre. Fragenkatalog an Parteien schicken?

Aktionen in Schulen?

Wieder mal vorgeschlagen (und nicht mal von mir!) Da gibt es einige Schulen bei denen wir mal anfragen könnten. Hat da jemand besondere Kontakte oder weiß, welche Schulen dem Thema offen gegenüber stehen?

FSFE Jahresbericht

wurde angesprochen und zur Kenntnis genommen

Sticker verteilt

Diesmal habe ich endlich mal wieder dran gedacht und ordentlich Sticker und Flyer mitgebracht. Leider haben wir keine GPG-Flyer mehr, sind aber bestellt!

Es wollte noch jemand explizit daran erinnert werden sich doch an fsfe-web zu beteiligen :)

flattr this!

Sunday, 04 January 2015

Nächste Station: Tansania

Max's weblog » Deutsch | 17:03, Sunday, 04 January 2015

This post is also available in English / Diesen Beitrag gibt es auch auf Englisch

Wie einige von Euch vielleicht schon wissen, werde ich ab März diesen Jahres nach Tansania gehen. In der Stadt Moshi werde ich als ehrenamtlicher Computer-Lehrer in einem örtlichen Institut für IT-Ausbildung arbeiten.
In den nächsten Wochen und Monaten wird es in diesem Blog hoffentlich einige Neuigkeiten und Bilder zu sehen geben. Bis dahin im Folgenden einige sehr häufig gestellte Fragen und deren Antworten:

Wo zum Teufel liegt Tansania oder Moshi?

tanzania-mapTansania liegt an der Ostküste Afrikas mit Kenia im Norden und Mosambik im Süden. Einige wichtige Örtlichkeiten in Tansania sind der Viktoriasee, der Kilimanjaro oder die Insel Sansibar.
Die Hauptstadt ist Dodoma, wobei die größte und wichtigste Stadt aber Dar es Salaam ist. Moshi, wo ich wohnen werden, ist eine der größten Städte mit etwa 140.000 Einwohnern. Sie ist nahe des Kilimanjaro.

Was genau machst Du dort?

Ich werde als Computer- und Englischlehrer im Moshi Institute for Technology (MIT) arbeiten. Sie bieten verschiedene Kurse für Kinder und Erwachsene an, um IT-Kenntnisse in der Stadt und dem umliegenden Land zu verbreiten. Ich bin ziemlich frei in der Auswahl der Kurse, die ich anbieten kann. So habe ich beispielsweise geplant, Kurse in Computerreperaturen, Webseitenerstellung, Office-Software oder der allgemeinen Bedienung von Betriebssystemen anzubieten. Da ich ein Verfechter Freier Software bin, möchte ich sie so viel wie möglich einsetzen. Die Wiederverwendung alter Hardware und die Arbeit in einer ziemlich armen Umgebung machen Freie Software zur einzig sinnvollen Wahl.

Haben die überhaupt Technologie da unten?

Ja, durchaus. Mobiltelefone sind ziemlich weitverbreitet und die Institut, an dem ich arbeiten werde, hat Breitband-Internetanbindungen. Aber okay, sie haben auch wirklich alte gespendete Rechner auf Pentium I bis Pentium III-Basis und ich bezweifle, dass ich mit Beamern arbeiten kann.
Neben dem Mangel an modernen IT-Geräten gibt es auch wenige moderne Autos oder Haushaltsgeräte. Die meisten Häuser haben nicht einmal eine eigene Postadresse oder Festnetzanbindung. Die Elektrizitätsversorgung ist weit von einem stabilen Zustand entfernt, von Gesundheitsversorgung und Hygiene ganz zu schweigen.

Warum tust Du das?

Es gibt viele Gründe, aber der wichtigste ist, dass ich etwas für mich komplett neues erleben möchte. Man mag es Ausreißen oder Abenteuer nennen, aber ich bin wirklich gespannt darauf, von einer für mich noch unbekannten Kultur lernen zu können.
Ein anderer Grund ist der Austausch von Wissen und Know-How. In unserer westlichen Kultur können wir alles haben, was wir wollen. In Tansania ist das nicht der Fall, weswegen ich für meine Lehrangebote sehr viel improvisieren muss. Von der anderen Seite betrachtet habe ich hoffentlich genug IT-Kenntnisse, um den Teilnehmenden meines Kurses etwas nützliches beizubringen.

Hast Du keine Angst vor Ebola?

Ja, ich habe Sorgen, dass noch mehr Menschen durch diese Krankheit sterben werden. Aber um es deutlich zu machen: Die von Ebola betroffene Region ist so weit von Tansania entfernt wie Südeuropa. Viele innerafrikanischen Flüge wurden abgesetzt um die Verbreitung von Ebola innerhalb Afrikas zu unterbinden. Das Urteil über diese Isolationspolitik überlasse ich jedem selbst, aberzumindest jetzt ist es in Tansania recht sicher.

Wenn Du noch Fragen hast, zögere nicht mich anzuschreiben!

Quellen:
Tansania-Karte von TUBS (CC BY-SA 3.0 License)

Saturday, 20 December 2014

10 EUR im Monat für die Zukunft des Internets

softmetzbetrieb » fsfe | 13:15, Saturday, 20 December 2014

Wenn ich eine Seite nennen müsste, auf der ich im letzten Jahr die meiste Lesezeit verbracht habe, dann wäre das ganz klar netzpolitik.org.

netzpolitik.org berichtet mit großem Engagement und Kontinuität über aktuelle Entwicklungen in der (Netz)politik und Massenüberwachung, zeigt Zusammenhänge auf und, das ist für mich einer der Hauptgründe zu spenden, berichtet live aus dem NSA-Untersuchungsausschuss.

Daher möchte ich mit 10 EUR monatlicher Spende an netzpolitik.org ganz freiwillig diese tolle Arbeit unterstützen.

Sunday, 14 December 2014

Bericht vom Treffen der Münchner FSFE Lokalgruppe

softmetzbetrieb » fsfe | 17:14, Sunday, 14 December 2014

Planmäßig hatte die Münchner FSFE Lokalgruppe ihr letztes Treffen für 2014. Nachdem die letzten paar Treffen, zumeist krankheitsbedingt, etwas kleiner ausfielen, waren es dieses Mal wieder richtig viele Teilnehmer. Überraschungsgast war jemand aus der Red Matrix, der in meinem Profil über das Treffen gelesen hatte und vorbei kam um Gleichgesinnte zu treffen. Ich betrachte diesen Moment als den, an dem die “nutzlosen” und “benutzerlosen” alternativen sozialen Netzwerke beginnen, mit der physischen Welt zu kollidieren. :)

Unsere Agenda war recht umfangreich, aber wir haben alles besprechen können.

Zuerst hatte ich das Vergnügen, der Gruppe mitteilen zu dürfen, dass beim Rhein/Main-Treffen jemand teilgenommen hat, der von der FSFE bei einem unserer Corso Leopold-Stände erfahren hatte. Das waren großartige Neuigkeiten und alle waren glücklich davon zu hören.

Anschließend sprachen wir über die bevorstehenden Wahlen für den Fellowship-Sitz in der General Assembly (GA). Ich bat alle Gruppenmitglieder darüber nachzudenken, ob sie nicht für den Sitz kandidieren wollen und gab ein paar Informationen weiter, was die Arbeit dieses Sitzes ausmacht, usw. Außerdem berichtete ich vom bevorstehenden Wechsel im Exekutivrat der FSFE.

Kürzlich gab es ein paar Gespräche mit unserem Gastgeber, dem CCC. Es kann sein, dass der CCC an jedem Freitag eine interne Veranstaltung in seinen Räumen machen will. In diesem Fall müssten wir uns nach einem anderen Ort oder Zeitpunkt für unsere Treffen umschauen. Damit wir nicht kalt erwischt werden, haben wir die Optionen sondiert und sind zu der Entscheidung gelangt, dass für uns die Zeit wichtiger ist als der Ort.

Nach all den internen Themen widmeten wir uns unserer aktuellen Hauptaufgabe, nämlich die Stadt München von einer Rückmigration zu Windows abzuhalten. In vorherigen Treffen beschlossen wir, eine Website zu erstellen, in der die Öffentlichkeit über die Fakten informiert und die von den Bürgermeistern gestreuten Vorwürfe widerlegt werden. Nachdem sich die Situation zuletzt etwas entspannt hatte, war dieses Projekt etwas eingeschlafen. Da es aber inzwischen verdächtig ruhig geworden ist, haben wir beschlossen, dass Projekt schnellstmöglich an den Start zu bringen. Die zu erstellde Seite soll im Kenn ein LiMux-Watchblog werden. Wir versuchen in der kommenden Woche noch ein Treffen zu organisieren, um die ersten Texte zu verfassen.

März und damit der Document Freedom Day, stehen vor der Tür. Daher besprachen wir die Änderungen, die wir an unseren Freie Software Handouts vornehmen wollen. Wir haben entschieden, dass jede Serie auf anderfarbiges Papier gedruckt werden soll, damit auf den ersten Blick klar wird, dass es sich um 6 verschiedene Serien handelt und nicht um 6 Stapel des selben. Außerdem soll ein Veröffentlichungsdatum hinzugefügt und der einführende Text überarbeitet werden. Während des letzten Corso Leopold hatten wir ein paar Hardware-Probleme mit unserem Standmaterial. Wir werden daher, sobald der Schnee (nachdem er endlich mal gefallen ist ;)) geschmolzen ist, einen Probeaufbau machen und nötige Reperatur- und Pflegearbeiten vornehmen oder defekte Teile austauschen. Abschließend diskutierten wir die Idee, einen eigenen DFD-Preis auszuloben. Leider hatte niemand eine konkrete Idee für eine Nominierung, aber alle werden nochmal drüber nachdenken.

Zuguterletzt haben wir eine Diskussion über die Qualität unserer Arbeit vom vorherigen Treffen aufgegriffen. Damals sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir unsere Arbeit insbesondere hinsichtlich der Langzeit-Planung und Verfügbarkeit verbessern sollten. Daher haben wir dieses Mal über sinnvolle Tools diskutiert, die uns dabei unterstützen können. Für unser Januar-Treffen haben wir uns vorgenommen, einge Bug-/Aufgaben-Tracker anzuschauen. Redmine, Trac und Owncloud wurden bereits genannt, wenn jemand noch andere Vorschläge hat bitten wir um einen Kommentar.

Nachdem der offizielle Teil des Abends beendete war, entspann sich noch eine Diskussion über Red Matrix, kritische Masse und verteilte soziale Netzwerke.

Unser nächstes Treffen wird am 9. Januar 2015 ab 18:30h beim muCCC stattfinden. Außerdem werden wir uns im Rahmen der OSS-Treffen-Weihnachtsfeier zum Jahresausklang am 19. Dezember 2014 treffen.

Dieser Post erschien zuerst in englischer Sprache auf softmetz’ anglophone Free Software blog.

Saturday, 13 December 2014

Neuen Blog gestartet

softmetzbetrieb » fsfe | 13:04, Saturday, 13 December 2014

Ich habe heute mit einem neuen Blog begonnen. Wenn du dies list, dann liest du die deutsche Übersetzung des ersten Posts da.

Obwohl ich bereits diesen Blog hier schreibe, hatte ich immer das Gefühl, dass das Vermischen verschiedener Sprachen auf einer Blog-Site keinen Spaß macht. Allerdings gibt es für mich die Notwendigkeit, einige Posts auf Englisch zu veröffentlichen, weil die Freie Software Bewegung international ist und Englisch die einzige mir bekannte Sprache ist, um dieses Publikum zu erreichen.

Gemälde "The Tower of Babel" by Pieter Brueghel the Elder (1526/1530–1569)Ein naheliegender Ansatz, um dieses Problem anzugehen, wäre die Veröffentlichung aller Artikel in Englisch. Allerdings ist Deutsch meine Muttersprache und ich möchte meine Inhalte auch in den deutschen Sprachraum bringen. Ich will einfach nich von anderen deutsch sprechenden Menschen verlangen, Texte von mir auf Englisch zu lesen.
Nach etwas Grübelei kam ich zu den Schluss, dass es vorteilhaft wäre, einen englischsprachigen Blog über Freie Software zu haben. Ich werde versuchen, alle Veröffentlichungen von dort in der deutschen Übersetzung auch hier einzustellen.

Am Ende ist dieser Blog also mein deutschsprachiger Aggregator und gleichzeitig mein persönlicher Blog.

Dieser Post erschien zuerst in englischer Sprache auf softmetz’ anglophone Free Software blog.

Thursday, 04 December 2014

Reguläres Treffen der Community “FreieSoftwareOG”

Infos der Community "FreieSoftwareOG" | 14:22, Thursday, 04 December 2014

Am gestrigen Mittwoch trafen sich wieder einige Interessenten an Linux und Freier Software.

Das Thema dieses mal war: “Spiele unter Linux”

Ich habe aufgezeigt, daß es mittlerweile im Bereich der Spiele-Unterhaltung nicht mehr so schlimm aussieht, wie noch vor ein paar Jahren.

Hauptsächlich wegen Projekten wie “PlayOnLinux” und “Steam”.

Ja, Steam ist proprietäre Software, meines Erachtens aber der bisher einzige erfolgreiche Ansatz, professionelle Spiele auch an die Linux-User zu bringen.

Da es das Dezember-Treffen war, gab es traditionsgemäß auch wieder einen “NikoTux” für jeden…

Wednesday, 26 November 2014

Vortrag zu Freier Software und freien Lizenzen

Infos der Community "FreieSoftwareOG" | 22:09, Wednesday, 26 November 2014

Am gestrigen Dienstag hatte ich die Gelegenheit, einen kleinen 1-stündigen Vortrag zu Freier Software, freien Lizenzen und den Offenburger Communities zu halten.

 

 

 

 

 

 

 

Das 11-köpfige Publikum hatte einige Fragen (hauptsächlich zu Linux und Sicherheit), welche im Anschluss an den Vortrag noch länger diskutiert wurden.

 

Monday, 10 November 2014

Freie Kommunikation ist die Essenz des Menschseins

Max's weblog » Deutsch | 13:15, Monday, 10 November 2014

Im Folgenden werde ich – durch meinen Gemütszustand etwas angefeuert – darlegen, wieso digitale Kommunikationsüberwachung Gift für unsere Gesellschaft ist, weil sie nichts anderes als Millionen Abhörwanzen und Kameras in unseren privatesten Räumen ist.

Seit einigen Monaten hat sich ein Grundkonflikt in den politischen Debatten verstärkt: Welche Kommunikation sollte überwacht werden dürfen und welche nicht? Ausschließlich inländische Kommunikation? Geschäftliche E-Mails? Telefongespräche über 20 Sekunden Dauer?
Und parallel dazu bekomme ich seit mehreren Monaten regelmäßig Wutanfälle, nämlich wenn ich Kommentare von “Experten” und Laien lese, die solche künstliche Trennungen von Kommunikation und deren unterschiedliche Bewertung immer noch ernsthaft in Erwägung ziehen.

Wieso ist Kommunikation = Kommunikation?

Weil Kommunikation – in welcher Form auch immer – schützenswert ist und privat bleiben muss, weil wir uns sonst als Gesellschaft aufgeben. Es ist witzlos, gesetzlich eine künstliche Trennung zwischen Kommunikationsarten ziehen zu wollen. Nur die Ewiggestrigen können ernsthaft vorhaben, analoge und digitale Unterhaltung, Schriftwechsel und Meinungsaustausch zu trennen und deren Inhalt unterschiedlich zu behandeln.

Ja, die technischen Wege der Kommunikationsformen sind unterschiedlich: Bei der einen rege ich durch Muskelbewegungen Vibrationen in der Luft an, die bei meinem Gegenüber im Ohr zu sinnvollen Informationen verarbeitet werden. Bei der anderen schicke ich (un)willkürlich Nullen und Einsen durch Netzwerke, die durch immer noch atemberaubende Technik an der anderen Seite wieder lesbar werden. Doch die Qualität ist dieselbe.

Stellen wir uns einmal vor…

Nehmen wir ein realitätsnahes Beispiel: Frau und Herr Schuster.
a) Es ist in unser aller Selbstverständnis, dass diese beiden Personen sich private, intime oder auch komplett irrelevante Nachrichten zukommen lassen dürfen, die keinen Staat und kein Unternehmen dieser Welt etwas angehen.
b) Dabei sollte es ebenso common sense sein, dass es auch gleich sein sollte, ob einer der beiden Ausländer ist, sich im Ausland befindet oder beide beim bei einem deutschen E-Mail-Provider sind.
c) Es sollte auch vollkommen egal sein, ob die beiden sich die Nachrichten sprachlich, per Telefon oder digital zukommen lassen.
d) Ein weiterer logischer Denkschritt ist, dass sich dieses Recht auf private, unüberwachte und sichere Kommunikation nicht nur auf Eheleute, sondern auf jede natürliche Person beziehen muss, egal in welchem Verhältnis sie zueinander stehen.

Momentan ist in den meisten von uns der Gedanke verankert, dass das, was wir einer Person persönlich analog sagen, privat ist. Wir kommen nicht auf die Idee, dass sich zwischen dem einen und den anderen Ohr eine Abhörwanze befindet. Doch die Grenzen zwischen analoger und digitaler Kommunikation verschwimmen allmählich. Wenn ich heutzutage meine jugendlichen Gruppenkinder beobachte, wie sie ihre ersten Beziehungen pflegen, so wird klar, dass sie private und intime Informationen analog und digital gleich behandeln. WhatsApp und ähnliche Dienste ersetzen nicht persönliche Unterhaltungen, sondern nehmen einfach denselben Stellenrang ein. Deshalb schicken sie sich auch digital intime Bilder: Was für uns ältere Generationen nur im sprichwörtlichen Schlafzimmer möglich war, passiert nun in einem vermeintlich privaten digitalen Raum. Für die Jüngeren ergibt eine analoge Trennung in einem digitalen Raum keinen Sinn. Kommentare wie der unseres neuen EU-Digitalkommissars Oettinger über die Dummheit dieser Generation sind daher weitab der Realität.

Wanzen und Kameras verändern uns

Doch was meinen Gruppenkindern (zum Glück?) noch fehlt, ist der Sinn dafür, sein Verhalten zu verändern, wenn man sich überwacht fühlt. Wieder nehmen wir unser Beispiel der Familie Schuster. Würde der Mann der Frau noch schöne Worte ins Ohr flüstern, wenn er wüsste, dass seine Kommunikation möglicherweise von einem Geheimdienstler, Unternehmen oder einer Polizistin abgehört werden könnte? Ich glaube nicht.
Genauso wenig würde sie wahrscheinlich ihre möglicherweise sehr linke politische Denkweise in einem privaten Gespräch offenbaren. Wer weiß schon, welche politischen Kräfte in zehn oder zwanzig Jahren wirken und ob diese nicht auf Überwachungsmaterial von früher zugreifen, um die Bevölkerung “einschätzen” zu können?

Kurzum: Menschen ändern ihr Verhalten drastisch, wenn sie sich belauscht und beobachten fühlen. Und bei einem weiteren Blick in die Zukunft wird dieses Dilemma noch stärker: Heute schreiben wir zwar E-Mails und Kurznachrichten und die Trennung zwischen analoger und digitaler Kommunikation ist noch einigermaßen verständlich. Doch wie sieht das in zehn oder zwanzig Jahren aus? Möglicherweise können wir uns da schon Gedanken schicken, E-Mails könnten intuitiv verfasst und dann beim Empfänger direkt hörbar abgespielt werden. Durch Virtual Reality-Technik könnte man auch bei räumlicher Trennung beieinander sein, über digitale Kanäle vernetzt.

Und jetzt stellen wir uns mal vor, jegliche digitale Kommunikation könnte auch in Zukunft – so wie heute schon selbstverständlich – überwacht, angezapft, gespeichert und ausgewertet werden. Und meine Gruppenkinder würden dann anfangen zu verstehen, dass sie bei jeglichem Kontakt, der nicht komplett analog und geheim stattfindet, überwacht werden würden. Wären die kommenden Generationen noch freie Menschen oder schlicht Gefangene in gläsernen Zellen, umzingelt von Wanzen und Kameras?

Als Jugendlicher hatte ich unglaubliche Vorfreude auf eine digitale Zukunft mit tausenden neuen Möglichkeiten. Heute habe ich Angst davor, was für eine Macht dort staatlichen und privaten Interessen zugeschanzt werden könnte und wie ich meine Verhaltensweisen dementsprechend anpassen muss, um mich nicht selbst zu stark verändern zu müssen.

Übertreibe ich nur oder geht es anderen auch so?

Tuesday, 04 November 2014

Patent-Crosslizensierung und Open Source – Das Open Invention Network beim “meet & greet” mit open it berlin

Creative Destruction & Me » FLOSS | 10:30, Tuesday, 04 November 2014

Open IT Berlin, das Berliner Netzwerk für Freie IT, führt in Kooperation mit der OSB Alliance und der Landesinitiative ProjektZukunft und dem SIBB e.V. am 13. November 2014 das nächste Meet and Greet durch. Es gibt Vorträge über Netzwerkmonitoring, Open-Source-Web-Infrastruktur, Schutz vor Ausspähung, die Document Foundation und einen von mir über den Umgang mit und den Schutz vor Softwarepatenten im Open-Source-Umfeld.

open it berlin

Patent-Crosslizensierung und Open Source – Das Open Invention Network

Dem Management von Patentrisiken kommt vor dem Hintergrund der drastisch gestiegenen Anzahl von Patentstreitigkeiten und der Aktivitäten von “Patenttrollen” eine insbesondere für kleine und mittelständige Unternehmen regelrecht existentielle Bedeutung zu. Das Open Invention Network wurde 2005 gegründet, um durch den Aufbau eines defensiven Patentpools und dessen Crosslizensierung einen Schutz des Open-Source-Ökosystems vor Softwarepatenten aufzubauen. In Zusammenarbeit mit der Linux Foundation und den Gründern steht die freie Mitgliedschaft allen Unternehmen und Contributor offen, die bereit sind, ein gegenseitiges Non Aggression Agreement einzugehen. Der Vortrag beschreibt das Konzept des Open Invention Network, den Wirkungsbereich des Non-Aggression-Netzwerks und die Möglichkeiten zur Mitwirkung für Unternehmen.

http://openitberlin.de/veranstaltungen/meet-greet-mit-open-it-berlin
— Mirko Boehm

Wer also interessiert ist an den Fallstricken, die sich in Softwarepatenten verbergen und wie das Open Invention Network am Schutz vor diesen arbeitet, dem sei der Termin ans Herz gelegt.

Weitere Details zur Veranstaltung gibt es auf der Webseite von Open IT Berlin. Die Veranstaltung ist findet in deutscher Sprache und ist kostenfrei. Um Anmeldung wird trotzdem gebeten, denn es gibt Catering! :-)


Filed under: Deutsch, FLOSS, Open Invention Network

Monday, 27 October 2014

Mein Talk beim GNU Hackers Meeting 2014 in München

softmetzbetrieb » fsfe | 20:54, Monday, 27 October 2014

GNU-HackerIch hatte beim diesjährigen GNU Hackers Meeting die Chance die Arbeit unserer Münchner FSFE-Fellowship-Gruppe vorzustellen.

Das Video vom Vortrag ist nun neben vielen anderen jetzt online abrufbar:

Saturday, 25 October 2014

Alive and kicking

softmetzbetrieb » fsfe | 21:49, Saturday, 25 October 2014

Möglicherweise erschien dir diese Seite in den letzten Monaten etwas eingeschlafen. Aber fürchte dich nicht, ich bin immer noch da. Leider war es mir schlicht zeitlich zuletzt nicht möglich hier zu schreiben und auch in den nächsten Wochen wird sich daran wohl nicht so viel ändern. Daher auf diese Weise ein Lebenszeichen und ein paar Updates.

Mein Blog war augenscheinlich in der heißen Phase des Müncher Oberbürgermeister_innenwahlkampfs eingeschlafen. Damals habe ich in meinem offenen Brief an Sabine Nallinger ihre Äußerungen zum angeblich gescheiterten LiMux-Projekt kritisiert. Hinter den Kulissen hatte ich mit ihr noch ein paar Mails ausgetauscht, herausgekommen ist aber nichts weiter. Letztendlich ist sie dann auch keine Bürgermeisterin geworden, sondern Dieter Reiter, Georg Schmid und Christine Strobl.

Die beiden Herren haben dann, kaum waren sie im Amt, mit der FUD-Keule auf den städtischen Pinguin eingeprügelt. Dieser, so beide in trauter Einigkeit, sei schließlich für alles Verantwortlich zu machen, was in der Stadt nicht rund läuft. Und dann musste Schmid auch noch mehrere Wochen auf sein neues Diensthandy warten, unerhört.

So dämlich, wie das jetzt klingt, der Schaden, den die Herren Reiter und Schmid angerichtet haben, ist beträchtlich. Menschen auf dem Corso Leopold haben sich an unserem Stand dahingehend geäußert, dass GNU/Linux schlecht wäre weil, ja weil der Oberbürgermeister das gesagt hat.

Inzwischen hat OB Reiter sehr leise zugegeben, dass Mux doch keine Schuld trifft, nicht einmal an der langen Wartezeit für das neue Daddel-Gerät vom Schmid. Bis es dahin war bei mir aber die Hölle los, weil ich (mit meinen Freunden von der FSFE, dem CCC, etc.) krampfhaft versucht habe auch nur ein stichhaltiges Argument gegen LiMux zu finden. Naja, wo es nichts gibt konnten wir auch nichts finden.

Leider hat auch niemand das Gefühl, dass die Sache jetzt ausgestanden ist. Daher wird dieses Whack-a-Mole-Spiel mich wohl auch in den kommenden Jahren immer wieder nerven.

Genug gejammert. Am kommenden Wochenende werde ich in Göteborg bei der FSCONS sein. Diese Veranstaltung ist die größte Konferenz für Freie Software in Skandinavien und weil ich inzwischen auch ein paar Brocken Schwedisch gelernt habe, wollte ich mal ins kalte Wasser (nur im übertragenen Sinne) springen. Dort werde ich am Stand der FSFE die Menschen über Freie Software und Offene Standards informieren und Merchandise-Artikel verkaufen.

Das soll als kurzes Update reichen.

Thursday, 02 October 2014

Reguläres Treffen der Community “FreieSoftwareOG”

Infos der Community "FreieSoftwareOG" | 09:27, Thursday, 02 October 2014

Am gestrigen Mittwoch traf sich wie immer die Community.

Das Thema war dieses mal “Das Leben nach TrueCrypt – Alternativen” und es zog den einen oder anderen interessierten Neuling bzw. Umsteiger an.

Ich berichtete in meinem Vortrag über den “Fall” TrueCrypt und zeigte einige Alternativen auf, welche zum Teil mit TrueCrypt kompatibel sind, oder sogar von dessen Sourcecode abstammen.

Ausserdem besteht ja die begründete Hoffnung, daß das schweizer Projekt “TCnext” die beliebte Verschlüsselungssoftware weiterführt.

Nach dem Vortrag gab es noch ein bischen was zu tun, denn einer der Besucher hatte einen Asus eee-PC dabei, welcher mit dem (etwas betagten) EasyPeasy nicht mehr so recht funktionierte.

Da ich darüber im Vorfeld informiert war, hatte ich einen Stick mit Linux Mint Mate vorbereitet, welcher für eine Neuinstallation des Gerätes verwendet werden konnte.

Als kleines Highlight hatte ich bei diesem Treffen erstmals einen TP-Link MR3020 mit PirateBox dabei, auf der ich (auch in Zukunft) diverse Freie Inhalte (Musik, Videos, ebooks) sowie die aktuellen Präsentationen der Treffen zum Download vorhalte.

Wednesday, 01 October 2014

Software Liberty is like Security in IT…

Mäh? | 09:52, Wednesday, 01 October 2014

… it's a progress, not a state. If you work on it, you have it. If you don't, you probably are going to lose it. Thus, sometimes it is necessary to do one step forward to feel complete and feel that you are someone doing at least something small for the development of free software.

One thing you can do is to be present on conferences with a booth for a project and probably also giving talks for the masses about topics people are most likely interested and concerned to.

Few days ago I was at the Kieler Linuxtage, a small but nice conference in Northern Germany. Result was a small booth for the Free Software Foundation Europe - as every year. What's new is, that I was giving a talk there. - I really didn't do that for almost four years now.

The talk is about free software on Android Phones - in special the alternative app store called F-Droid - and the FreeYourAndroid campaign which is powered by the FSFE.

If you are interested and understand the German language quite well, than you will find some stuff on the Youtube Channel of the Kieler Linuxtage, including a talk about FSFEs FreeYourAndroid campaign.

Thanks very much to Torsten to start the campaign and also for preparing the slides, of course. ;-)

Tuesday, 23 September 2014

Software Freedom Day 2014 in Köln

stehmann's blog | 19:10, Tuesday, 23 September 2014

Am Software Freedom Day werden seit 2004 jedes Jahr die Erfolge Freier Soft­ware gefeiert. Am Samstag, den 20. September 2014, geschah dies u.a. in der “Dingfabrik” in Köln. Diese war, seitdem wir das letzte Mal dort waren, von Deutz nach Nippes umgezogen.

Das engagierte Vorbereitungsteam hatte Referenten für ein interessantes Programm gewinnen können. An der Organisation und am Programm waren rheinische Fellows beteiligt.

Glücklicherweise hatten wir uns auf dem letzten Stück des Hinweges ein wenig verfahren. Als wir wendeten, sahen wir eine uns bekannte Person, die schwer zu tragen hatte. Es waren, wie sich dann herausstellte, ein Teil der Bücher für die abendliche Verlosung. Wir nahmen ihn dann mit. Nachdem wir ihn abgesetzt hatten, gestaltete sich die Parkplatzsuche eher schwierig. Nippes ist insoweit sicherlich nicht besser als Deutz.

Die neuen und geräumigen Räume der Dingfabrik boten uns in diesem Jahr viel Platz. Fünf Vorträge standen heuer auf dem Programm.

Ein Kölner Rechtsanwalt behandelte die Probleme, die sich bei der Kombination verschiedener Lizenzen Freier Software ergeben können. Im Vordergrund stand dabei die “Reichweite” der GPL. Seine Ausführungen waren auch für das in der Regel nicht juristisch kundige Publikum verständlich

Harald Weidner, der bislang in jedem Jahr einen interessanten Vortrag gehalten hat, hielt einen Vortrag zu “Big Data”. Endlich erfuhr man einmal, was die anderen Apache-Projekte so machen.

Das Mittagessen wurde dieses Jahr in einem kölschen Restaurant eingenommen. Den Sponsoren, besonders dem für das Mittagessen, sei auch in diesem Jahr wieder ein herzlicher Dank gesagt.

Nach dem Mittagessen präsentierte ich die Folien, die ich für CryptoParties vorbereitet habe. Ich habe also erzählt, was ich den Menschen auf diesen Events erklären möchte. Es wurden allerdings dann doch noch kryptologische Fragen diskutiert.

Der nächste Vortrag handelte dann von den Mühen, die ein von Freier Software überzeugter, nicht ganz unerfahrerer Anwender bei der Erfüllung seiner steuerlichen Erklärungspflichten hat. Unsere Finanzverwaltung scheint ein “Herz für Microsoft” zu haben und lässt die Nutzer anderer Betriebssysteme ziemlich “im Regen stehen”.

Danach gab es einen interessanten Vortrag zum Thema, wie man mit Software preiswerte Kameras mit den Features hochpreisiger Kameras ausstattet. Auch einige Hardwarehacks wurden gezeigt

Den Abschluss bildet ein Vortrag eines Bonner Neurologen zu den Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes Freier Software in seiner Praxis. Walther wird übrigens beim Düsseldorfer Fellowshiptreffen im Oktober einen Vortrag zur “Gesundheitskarte” halten.

Zum Schluss der offiziellen Veranstaltung gab es die traditionelle Verlosung gesponserter Bücher und eines T-Shirts. Dieses Jahr hatten die Sponsoren so reichlich gespendet, dass jeder ein Buch gewann.

Während am Vormittage die Teilnehmerzahl sich im Rahmen hielt, hatten die Veranstaltung am Nachmittag eine beachtliche Zuhörerschaft. Aus den drei rheinischen Fellowshipgruppen waren Teilnehmer erschienen. Auch die ausgelegten Flyer der FSFE fanden ihre Leser.

Nach dem offiziellen Teil stand man zunächst noch in der Dingfabrik zusammen, um danach den Tag noch bei einem Italiener ausklingen zu lassen.

Der abschließende Dank gilt auch in diesem Jahr wieder dem Orga-Team, das dieses Treffen der rheinischen Freunde Freier Software organisiert und jedes Jahr wieder ein interessantes Programm auf die Beine stellt.