Planet Fellowship (de)

Sunday, 23 July 2017

Das Europäische Parlament und/über Produktlebenszyklen & Software Obsoleszenz

Deutscher Planet – Dreierlei | 12:18, Sunday, 23 July 2017

Zusammenfassung: Das Europäische Parlament hat mit 95% der Stimmen am 4.Juli eine “Entschließung” verabschiedet, in der es kurzgefasst eine “längere Lebensdauer für Produkte” fordert. Da die Lebensdauer elektronischer Produkte unweigerlich mit der verwendeten Software, deren Anpassbarkeit sowie Reparatur- und Updatepolitiken zusammenhängt, besteht in diesen Forderungen eine Chance, Freie Software über einen Verbraucherschutz-orientierten Diskurs zu fördern: Freie Software als ein Kernstück digitaler Nachhaltigkeit.

Bei einer “Entschließung” des Europäischen Parlaments (EP) handelt es sich um keine verbindlichen Vorgaben, viel mehr um eine Willenserklärung. Dennoch lässt die soeben verabschiedete Entschließung des EP aufhorchen. Denn sie fordert eine längere Lebensdauer von Produkten und stellt dabei klar, dass die Langlebigkeit elektronischer Produkte nicht nur von der Hard- sondern auch von der Software abhängt. Und auch wenn diese Entschließung teilweise noch konkrete Maßnahmen vermissen lässt, hält damit Einzug ins EP, was bereits seit längerem auf der Agenda von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Institutionen und Forschungseinreichtungen steht: dass eine digitale Nachhaltigkeit und die Nachhaltigkeit elektronischer Produkte eine Anpassbarkeit der Software bedingt.
Anpassbarkeit ist eine Grundeigeschaft Freier Software und damit ergibt sich hierin eine Chance, das Thema aufzugreifen und Freie Software auch in einen Verbraucherschutz-orientierten Diskurs einzubringen.

Reparatur und Handwerk

In der Entschließung des EP wird festgehalten:

“dass elektronische Geräte angesichts der Tatsache, dass Software immer schneller obsolet wird, unbedingt anpassbar sein müssen, damit sie auf dem Markt wettbewerbsfähig bleiben;”

sowie

“dass unbedingt die Möglichkeit gewährleistet sein sollte, Produkte von unabhängigen Anbietern reparieren zu lassen, und dass daher beispielsweise technischen Lösungen, Sicherheitsvorkehrungen und Softwarelösungen entgegengewirkt werden sollte, die dazu führen, dass Reparaturen nur von zugelassenen Unternehmen oder Stellen ausgeführt werden können;”

Beide Forderungen sind nicht nur im Sinne der Nachhaltigkeit immens wichtig, sondern auch um Monopolstellungen auf gesunde Weise einen Riegel vorzuschieben. In den letzten Jahren ist leider immer häufiger zu beobachten, wie etablierte Produzenten elektronischer Produkte dazu übergehen, die verbaute Hardware und verwendete Software immer unzugänglicher zu gestalten um Reparaturleistungen oder Anpassungen nur noch bei sich selbst oder mit zertifzierten Vertragspartnern zu ermöglichen. Diese Maßnahmen dienen dazu den Sektor lokaler und handwerklicher Dienstleistungen möglichst zu unterbinden und so eine eigene Monopolstellung zu festigen. Die Gesellschaft leidet hierbei doppelt, sowohl die Verbraucher als auch die lokale Wirtschaft.

Für das Thema Freie Software ist dabei der springende Punkt, dass immer mehr Reparaturleistungen und Anpassungen auch die Anpassung der zum Betrieb verwendeten Software erfordert. Und während erst der verschlossene Code einem Hersteller exakt die hier vom EP angeprangerten monopolartigen Dienstleistungsangebote ermöglicht, unterstützt die Offenheit Freier Software hingegen den lokalen IT- und Reparaturmarkt. Je weiter diese Erkenntnis in den Köpfen der Verbraucherschützer sowie Entscheidungsträger reift, desto mehr Unterstützung werden weitere Forderungen nach der Verwendung offener Standards und Freier Software auf politischer Ebene vermutlich auch in anderen Zusammenhängen erfahren können.

Software-Obsoleszenz

Vielversprechend klingen auch die Forderungen dazu, einer geplanten Software-Obsoleszenz entgegenzutreten. Dazu beleuchtet das EP insbesondere die fragwürdigen Update-Politiken mancher Hersteller, die dazu führen können, dass manch Produkt nach einem Update der Software an Funktionsfähigkeit verliert. Sei es zum Beispiel indem das Produkt danach unerträglich langsam wird oder nicht länger mit anderen Anwendungen kompatibel ist.

Darum fordert das EP:

“[…] die Hersteller auf, klare Informationen darüber bereitzustellen, inwiefern Software-Aktualisierungen und andere Aktualisierungen mit den eingebetteten Betriebssystemen, die den Verbrauchern zur Verfügung gestellt werden, kompatibel sind;”

sowie

“dass bei derartigen Aktualisierungen erläutert werden muss, wie sie sich auf den Betrieb des Geräts auswirken, und dass neue essenzielle Software mit der vorausgehenden Generation der Software kompatibel sein muss;”

und

“dass die Möglichkeit bestehen muss, essenzielle Software-Aktualisierungen rückgängig zu machen,”

Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen fordert das EP:

“die Kommission auf, in Konsultation mit Verbraucherverbänden, Herstellern und anderen Interessenträgern einen Vorschlag für eine EU-weit geltende Definition des Begriffs „geplante Obsoleszenz“ für materielle Güter und Software vorzulegen; fordert die Kommission ferner auf, gemeinsam mit den Marktüberwachungsbehörden die Einrichtung eines unabhängigen Systems zu prüfen, mit dem getestet werden könnte, ob Produkte geplante Obsoleszenz aufweisen; fordert in dieser Hinsicht, dass Hinweisgeber auf rechtlicher Ebene besser geschützt werden und in Bezug auf die Hersteller abschreckende Maßnahmen getroffen werden;”

Nach dem Umweltbundesamt anerkennt mit dieser Entschließung nun auch das Europäische Parlament eine geplante Osoleszenz durch Software.

Wenn es auch leider keine Erwähnung in der Entschließung des EP gefunden hat, ist offensichtlich, dass die Verwendung Freier Software einen möglichen Ausstieg aus geplanter Obsoleszenz bietet. Durch Herstellerunabhängigkeit und der Entkopplung von einer Produktbindung oder anderen DRM-Maßnahmen, kann die Verwendung Freier Software den meisten Probleme duch seine eigenen spezifischen Eigenschaften entgegentreten. Denn Updatefreiheit, Informationsbereitstellung sowie Abwärtskompatibilität sind häufig wesentliche Elemente Freier Software.

Geplante Software-Obsoleszenz und ihre Auswirkungen auf Produktlebenszyklen sind neben den staatlichen Akteuren auch Gegenstand aktueller Diskussionen zivilgesellschaftlicher Organisationen wie dem Runder Tisch Reparatur – unter anderem ein Zusammenschluß von Verbraucherzentralen, Umweltverbänden und Reparatur-Initiativen. Die dort ansässige AG Software Obsoleszenz erarbeitet aktuell ein Papier, dass aller Voraussicht nach noch ein paar Schritte weitergehen wird als die Entschließung des EP und insbesondere auch die Bedeutung offener Technologien hervorheben wird. Wünschenswert wäre die konkrete Forderung nach der Unterstützung offener Standards bei Datenformaten wie auch eine Unterstützung sparsamer Datenformate, die Bereitstellung von offenen Programmierschnittstellen sowie den Einsatz von Freien-Software-Lösungen zur Förderung der Herstellerunabhängigkeit und Nutzerautonomie.

Wichtige Schritte in Richtung einer digitalen Nachhaltigkeit

Die Themen Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit sind Themen die uns seit der Industrialiserung begleiten und fortan begleiten werden. Inzwischen scheint die Zeit gekommen, diese Themen auch in Bezug auf Software zu durchdenken. Und auch wenn die Entschließung des EP keine rechlichen Konsequenzen hat, wird eine Strahlwirkung davon auf verschiedene gesellschaftliche Akteure ausgehen. Um auf den fahrenden Zug aufzuspringen und die Bedeutung Freier Software für dieses Thema hervorzuheben, sollten wir uns als Freie-Software-Community weiter in diesen Diskurs einbringen. Digitale Nachhaltigkeit bietet eine große Chance, die Bedeutung Freier Software in einen Verbraucherschutz-orientierten Diskurs einzubringen und damit neue Allianzen zur Förderung Freier Software zu schmieden.

Des weiteren sollte meines Erachtens nach auch unabhängig von konkreten Produktlebenszyklen die (geplante) Obsoleszenz von Software selbst verstärkt in den Fokus rücken. Verschlossener Code, der zum Beispiel nicht länger weiterentwickelt wird oder dessen Support endet, ist letztendlich die geplante Obsoleszenz eines Software-Programmes. Auch die Verwendung proprietärer Standards sowie DRM-Maßnahmen und eine daraus entstehende fortschreitende Inkompatibilität zu anderer Software führt zu einer Obsoleszenz von Software. Diese und weitere Aspekte der digitalen Nachhaltigkeit sowie der Vorteile Freier Software habe ich für das Umweltbundesamt im Fachgespräch „Nachhaltige Software“ (S.29 ff.) beleuchtet.

Verwandte Beiträge:

Friday, 21 July 2017

Bundesregierung so: Freie Software Vielfalt und dessen strategische Vorteile nutzen

Deutscher Planet – Dreierlei | 08:34, Friday, 21 July 2017

Ich habe gerade die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Jan Korte, Dr. Petra Sitte, Frank Tempel, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE. – Drucksache 18/12698 – überflogen. Aus Sicherheitsgründen ist die Antwort leider stark gekürzt. Aber die Antwort auf die Frage nach dem Einsatz Freier-Software-Betriebssysteme im Sinne der IT-Sicherheit ist so schön, dass ich sie hier im Volltext zitieren möchte:

11. Welche Auswirkungen auf die IT-Sicherheit hat nach Auffassung der Bundesregierung der Einsatz von Open-Source-Betriebssystemen?

Ein zentraler Aspekt innerhalb der IT-Strategie des Bundes ist es, Monokulturen zu vermeiden, weil diese leichter angreifbar und daher sicherheitstechnisch bedenklich sind. Zudem ermöglicht eine gewisse Software-Vielfalt eine Hersteller-Unabhängigkeit, verhindert die Bildung von Monopolen und schützt vor den damit verbundenen negativen finanziellen Auswirkungen.

Der Einsatz von Freier Software ist mit technischen und strategischen Vorteilen verbunden, die durch die Eigenschaften Freier Software wirksam werden, und zwar vorrangig bei Einsatz, Lernen, Erweitern, Verteilen. Beim Einsatz der Freien Software sind folgende technische Aspekte hinsichtlich der IT-Sicherheit besonders wichtig:

  • Warnmeldungen über bei Sicherheitsprüfungen gefundene Fehler können veröffentlicht werden, weil es kein Non Disclosure Agreement (NDA; Geheimhaltungsvereinbarung) gibt. Der Anwender kann so bei Sicherheitslücken schnell informiert werden und Gegenmaßnahmen ergreifen.
  • Die Prüfung von Software auf Sicherheitslücken sollte immer möglich sein. Beim Einsatz von Software kann dies ein K.O.-Kriterium sein. Beim Vergleich zwischen herstellerabhängiger und freier Software steht Vertrauen versus Wissen.

Zu den Vorteilen zählt unter anderem die Software-Vielfalt, aber auch die Herstellerunabhängigkeit. Um die Kommunikation von Software-Komponenten untereinander und mit anderen Systemen zu gewährleisten, ist die Verwendung offener Standards und Schnittstellen unabdingbar.

Herstellerunabhängigkeit sowie die Verwendung offener Standards bieten eine gute Basis für IT-Sicherheit. Sicherheit ist jedoch ein Prozess. Um IT-Sicherheit erhalten zu können, müssen die Verantwortlichen das System genau kennen, regelmäßig warten und Sicherheitslücken schnell beheben.

Der Einsatz Freier Software bietet daher per se keine Gewähr für ein sicheres System. Er bietet in diesem Prozess jedoch strategische Vorteile.

Doch ständig lockt das Windows XP

Erschreckend jedoch, an anderer Stelle im gleichen Dokument (Frage 5 über die Kosten für Support- und Wartungsverträge der Betriebssysteme) wieder mal lesen zu müssen, dass immer noch Windows XP im Einsatz ist:

“Teilweise bestehen Support-/Wartungsverträge für ältere Betriebssysteme (Windows XP/NT).”

Peklo (Raspenava), kopec z pozadí Microsoft Windows XP

Ich habe zu dem Thema Einsatz von Windows XP auch eine IFG-Anfrage an das Bundesverteidigungsministerium gestellt, da es nach Aussage von Andrea Voßhoff noch etwa 12.000 Rechner mit Windows XP als Betriebssystem betreibt.

Frage doch mal deine Verwaltung, was diese eigentlich für Software im Einsatz oder in der Entwicklung hat.

Sunday, 16 July 2017

Inside ver.di – Digitalisierung aller Lebensbereiche wird immer konkreter

Do-FOSS | 14:47, Sunday, 16 July 2017

Was bestimmen wir, was die Konzerne?

Vor dem Hintergrund Smart City befasst sich ver.di Dortmund mit dem Thema Digitalisierung und bringt eine Extra-Ausgabe der Inside (Juli 2017), der ver.di-Zeitung für Beschäftigte der Stadt Dortmund, heraus. Mit einem Beitrag engagieren sich die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter der Verwaltung für eine Diskussion um die digitale Zukunft der Stadt Dortmund. Besonders wird die Frage aufgeworfen, wo die Gestaltungsmacht der Software liegt. Liegt die Gestaltungsmacht in den Händen der demokratischen Stadtgesellschaft oder in den Händen von global agierenden Konzernen, auf die kaum demokratischer Einfluss zu nehmen ist?

Die Vertrauensleute haben sich bereits in der Vergangenheit mit der Frage digitaler Selbstbestimmung befasst. Hieraus resultierte auch ein Beitrag für eine Inside. Do-FOSS freut sich über dieses anhaltende Engagement aus den Reihen der Stadt Dortmund und gibt den Titelbeitrag der aktuellen Inside im Folgenden gerne wieder. Darüber hinaus beinhaltet die Inside auch das Berliner Manifest: öffentliche Dienste 2.0 – Die Daseinsvorsorge in der Informationsgesellschaft stärken und die gewerkschaftliche Erklärung Gute Arbeit in Zeiten des digitalen Umbruchs! als Grundbausteine für eine informierte Debatte.

Beitrag in der Inside ver.di

Warum geht die Digitalisierung nicht nur „PC-Freaks“ etwas an?
Digitalisierung aller Lebensbereiche wird immer konkreter – was bestimmen wir, was die Konzerne?

Es geht voran mit der Digitalisierung aller Lebensbereiche. Als ver.di-Gewerkschafter*innen wollen wir für die laufende und zukünftige Digitalisierung sensibilisieren – allerdings ohne uns zu sehr in technischen Fragen zu verlaufen.
Wir wollen die Digitalisierung nicht unnötig verfachlichen. Die aus der Digitalisierung entstehende gesellschaftliche Dynamik geht uns alle an. Deshalb gilt es – nicht nur für uns als Gewerkschaft – einen Diskussionsprozess zu der Digitalisierung zu gestalten, der möglichst breit angelegt ist.

Die Digitalisierung hat nicht nur einen Einfluss darauf, wie effizient wir Informationen maschinell verarbeiten. Die Digitalisierung erzeugt eine gesellschaftliche Umwälzung von revolutionärem Ausmaß. Wir sind gut beraten, Fragestellungen und Anforderungen zu entwickeln, anhand derer wir die Digitalisierung gesamtgesellschaftlich nutzbringend gestalten können. Wie sich beispielsweise in einem anderen Themenfeld (Globalisierung) rückblickend klar zeigt, haben wir dort zu viel auf Effizienz und zu wenig auf Verteilungsfragen gesetzt. Was können wir hieraus lernen? Wie können wir Gestaltungs- und Verteilungsfragen besser in den Diskurs um die Digitalisierung einbinden, damit Effizienz nicht wieder über allem steht? Wie können wir erreichen, dass Technik dem Menschen und dem Zusammenleben dient? Dass Nutzer*innen nicht als Datenlieferanten missbraucht und als Konsument*innen ausgenutzt werden?

Von gesellschaftlichen Akteuren wird unter dem Begriff „Smart City“ eine weitreichende Digitalisierung des öffentlichen Raums geplant und realisiert. Weniger offen wird dabei die Frage diskutiert, wer die Kontrolle über die Smart-City-Software und die von ihr generierten Daten haben wird. Wenn wir unser Lebensumfeld im Sinne einer Smart City mit Sensoren und Überwachungstechnik zur Datenerzeugung ausrüsten, stellt sich nicht nur die Frage, wer über Funktionen und Daten verfügen darf. Es stellen sich zugespitzt auch Fragen wie: Verändern sich unsere privaten und beruflichen Beziehungen angesichts eines umfassenden Überwachungspotenzials? Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen sind durch vermehrte Kontrollen zu erwarten?

Die Stadt Dortmund arbeitet derzeit an ihrer Position als Pilotprojektstadt Smart City und möchte in Europa eine Vorreiterrolle besetzen. Der „Dortmunder Weg“ könnte damit prägend für Europa sein. Es besteht ein großes multinationales Unternehmens- und Konzerninteresse mit unserer Dortmunder Verwaltung zu kooperieren. Wie Unternehmensvertreter der Allianz Smart City Dortmund aufgezeigt haben, sind öffentlich-rechtliche Fragen nicht zwangsläufig im Interesse von Unternehmen. Vorrangig suchen die in der Allianz vertretenen Wirtschaftsteilnehmer einen schnellen Marktzutritt, um als Dienstleister (Auftragnehmer) die Digitalisierung unseres Gemeinwesens voran zu bringen. Dass eine Stadtverwaltung aber kein Unternehmen wie jedes andere Unternehmen ist und besonderen rechtlichen Rahmenbedingungen unterliegt, tritt hinter dem Bestreben, neue Märkte besiedeln zu können, in den Hintergrund. Unternehmen dürfen aber öffentlich-rechtliche Grundsätze nicht durch einseitige Argumente wegwischen und ignorieren. Es muss zu einem breit angelegten Ausgleich der speziellen öffentlichen und privaten Interessen kommen. In diesem Zusammenhang begrüßen wir, dass der Dortmunder Rat zur Wahrung der öffentlichen Interessen mit Datum vom 01.06.2017 bereits beschlossen hat, Freie Software für die Realisierung von Open Government vorzusehen. [Hervorhebung durch d. Verf.]

Dokumente zum Herunterladen

Die Inside ver.di kann hier heruntergeladen werden. Von Do-FOSS gesammelte Unterlagen zu „Smart City Dortmund“ können hier eingesehen werden.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

The post Inside ver.di – Digitalisierung aller Lebensbereiche wird immer konkreter appeared first on Do-FOSS.

Monday, 29 May 2017

Idee: Wiki zu gesellschaftspolitischen Positionen von Prominenten

Deutsch – Max's weblog | 10:15, Monday, 29 May 2017

CC-BY-SA 3.0 Sandro Halank / CC-BY 2.0 Ronnie Macdonald

CC-BY-SA 3.0 Sandro Halank / CC-BY 2.0 Ronnie Macdonald

Alles begann, als mein Mitbewohner Lars und ich uns eines morgens fragten: „Mit wem würden wir lieber ein Bier trinken gehen, Thomas de Maizière oder Jens Lehmann?“.

Zu de Maizière hatten wir beide eine recht eindeutige Meinung, aber bei Lehmann waren wir uns nicht sicher, ob wir uns mit ihm verstehen würden. Lars meinte sich zu erinnern, dass er ein merkwürdiges Gesellschaftsbild hätte, allerdings zeigte ein Blick auf Lehmanns Wikipedia-Artikel, dass er gemeinnützig sehr engagiert ist. Was nun? Würden wir uns mit dem Ex-Nationaltorwart bei einem gemütlichen Bier gut verstehen oder schon nach wenigen Minuten in einer heftigen Diskussion über Geschlechterbilder enden?

„Man bräuchte eine Wikipedia über gesellschaftspolitische Positionen von A-Prominenten“, sagte Lars, womit er meiner Meinung nach absolut Recht hat. Denn eine solche Sammlung zu politischen Einstellungen würde gleich mehreren Aufträgen dienen:

  • Prominente hübschen oft ihr Portfolio durch öffentlichkeitswirksame Aktionen wie Spendengalas oder ein paar Fototerminen mit armen Kindern in Drittweltländern auf, weichen aber in ihren Aussagen manchmal erkennbar von einem menschenfreundlichen Bild ab. Gerade bei politischen Akteuren ist eine gewisse Transparenz der gesellschaftlichen Grundeinstellungen wünschenswert.
  • Aus wissenschaftlicher Sicht ist ein Vergleich der „inszenierten“ Außendarstellung und der (vermeintlichen) eigentlichen Einstellung höchst interessant. Auch ein Abgleich der öffentlichen Einschätzung zu bestimmten Prominenten und der eigentlichen Positionen wäre sicherlich spannend und mit einer entsprechenden Datenbank gut durchzuführen.
  • Ein solches Wiki würde kritisches Denken fördern und etwa inhaltsleeren, rein auf Emotionen zielenden Wahlplakaten und Hochglanzbroschüren zumindest ein bisschen Macht entziehen.
  • Es würde ebenfalls widersprüchliche Positionen von Prominenten oder deren Wertewandel aufzeichnen.

Wie könnte ein solches Wiki gestaltet sein? Erste Ideen kreisten um eine Auflistung bestimmter gesellschaftspolitischer Fragen und wie die Person dazu eingestellt ist, also etwa Einstellung zu Geflüchteten, verschiedenen Geschlechterbildern, Hilfe von sozial schwächer Gestellten, Behinderung, Ehrenamt, Ehe und Partnerschaft, Religion und so weiter. Weiterhin wäre es spannend, eine Person auf einem zweiachsigen politischen Kompass einzuordnen (wie es etwa politicalcompass.org tut).

Ganz offensichtlich bräuchte es ebenso wie das große Vorbild Wikipedia eine große Anzahl von Freiwilligen, die Inhalte einstellen und ab einem gewissen Level auch moderieren und organisieren. Und natürlich müsste es einen wohldefinierten Codex geben, in dem beispielweise festgehalten wird, welche Arten von Quellen überhaupt für die Einschätzung von politischen Positionen zulässig sind (etwa nur direkte Interviews und keine Aussagen von Dritten).

Nichtsdestotrotz würde ein solches Wiki natürlich auch einige Risiken bergen:

  • Die Gefahr einseitiger oder gar verfälschter Eintragungen ist hoch. Man müsste große Warnungen anzeigen, wenn es bisher nur wenige Quellenangaben und Mitarbeitende an einem Eintrag gegeben hat.
  • Man bräuchte viel Moderation, die gewährleistet, dass eine Interpretation einer gewissen schriftlichen Aussage auch tatsächlich korrekt ist.
  • Die notwendigen Quellen sind nicht einfach zu beschaffen und auch sehr unübersichtlich, da wahrscheinlich hauptsächlich schriftliche Interviews oder Talkshows als Grundlage dienen müssten.
  • Sind Aussagen in Interviews in Zeitungen, Boulevardblättern und Talkshows überhaupts ausreichend, um die gesellschaftspolitische Einstellung eines Menschen zu beurteilen? Gegenfrage: Wenn nicht, wie kann man denn dann überhaupt etwa einer Politikerin „trauen“?

Man sieht, sehr kontrovers und ohne eindeutige Antwort. Was haltet Ihr von der Idee? Gibt’s sowas eigentlich schon? Und wo seht ihr Chancen und Risiken?

Sunday, 14 May 2017

Veranstaltungserinnerung: Der digitale Lebensraum – Wer bestimmt?

Do-FOSS | 15:10, Sunday, 14 May 2017

Wer verfügt darüber? – Pauluskirche & Kultur 2016-2017

Der digitale Lebensraum

Bild: Der digitale Lebensraum

Wie im Blogbeitrag vom 20.09.2016 angekündigt, wird Do-FOSS am 13. Juni 2017, um 19:00 Uhr mit dem Vortrag Der digitale Lebensraum – Wer bestimmt? zu Gast bei der Veranstaltungsreihe Wer verfügt darüber? in der Dortmunder Pauluskirche sein. In diesem Vortrag wird Do-FOSS die gesellschaftlichen Implikationen von Freier Software auf unsere Selbstbestimmtheit thematisieren und lädt zu einer anschließenden Diskussion.

Einen genaueren inhaltlichen Ausblick gibt es hier.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

The post Veranstaltungserinnerung: Der digitale Lebensraum – Wer bestimmt? appeared first on Do-FOSS.

Friday, 12 May 2017

Letzte Chance: Linuxwochen Linz 2017

gegenstrom. - Planet FSFE | 12:29, Friday, 12 May 2017

Linuxwochen Linz 2017

Hallo Planet!

Wer für das kommende Wochenende noch nicht vollends verplant ist, sollte sich die Linuxwochen Linz am Samstag und Sonntag etwas genauer ansehen.

Nur rund eine Zugstunde von Wien und kaum mehr von Salzburg entfernt, finden die Vorträge der Linuxwochen Linz im obersten Stock des Wissensturm (am Bahnhof) der Stadt Linz statt. Am nächsten Tag lädt der lokale Hackerspace /dev/lol zum gemeinsamen Hacken und Workshops ein.

Die Keynote am Samstag um 10:00 Uhr hält der Freie Software Aktivist und FSFE Koordinator von Österreich, Peter Bubestinger mit dem Thema:

Freie Software ist quasi überall. Sind wir jetzt fertig?

Dass unsere computerisiert-vernetzte Welt ohne Freie Software gar nicht mehr funktionieren
würde, ist nichts Neues. Aber inzwischen sehen sich sogar die größten Softwarehäuser der Welt
als leidenschaftliche Unterstützer von "Open Source", finanzieren FOSS Projekte - und 
öffentliche Ausschreibungen verlangen zunehmend eine Freie Lizenz.

Auf diese Errungenschaften können wir als FS-Community stolz sein, sie auch als Antrieb zu
nehmen und auf dieser Basis weitermachen. In diesem Vortrag werden wir diese Gegenwart
kritisch beleuchten um herauszufinden welchen Schafspelz die Wölfe diesmal tragen, wo es
Sinn macht hinzugreifen - und wo vielleicht sogar akuter Handlungsbedarf besteht.

Natürlich stellt die FSFE Österreich einen Info-Stand mit jeder Menge Material zum stöbern, Merchandising und am wichtigsten: Aufkleber! Wir freuen uns auf viele fruchtbare Gespräche mit euch und allen die Lust haben.

Großer Dank bereits an dieser Stelle an die Linzer FSFE Gruppe, die die Planung und Umsetzung der Linuxwochen in Linz 2017 übernommen hat!

Also: Eine Zugstunde ist keine Ausrede – wir sehen uns dort!

Liebe Grüße,
Chris

Tuesday, 02 May 2017

Mai? Neu!

fsfe – softmetzbetrieb | 20:54, Tuesday, 02 May 2017

<figure class="wp-caption alignnone" id="attachment_1859" style="width: 435px">This site under construction - Don't worry, it's gonna be cool... Homer's on the job, man!<figcaption class="wp-caption-text">Symbolfoto: An dieser Webpräsenz wird gearbeitet</figcaption></figure>

In den Anfängen des World Wide Web,  rannten alle wie bekloppt zu den Free Hostern und sicherten sich ein- bis zweistelige Mengen an MBytes für die eigene Seite.

Damit der eigene Heimat-Webpage etwas interessanter wurde, platzierte mensch solche Grafiken, die darauf hinweisen sollten, dass der Browser funktioniert und nur der Content fehlt. Oft genug blieb es dann bei dieser Ankündigung, ein Schelm wer böses denkt. 🙂

In Zeiten des Immer-an-Webs erschneint ein solcher Hinweis ziemlich anachronistisch, schließlich definiert mensch sich immer über den letzten Beitrag, und wenn der nicht kommt, ist mensch einfach inexistent (für das Web) oder so langweilig, dass ersiees nichtmal selbst dran denkt darüber zu berichten – ergo langweiliger als das Foto vom Mittagessen!!

Bei mir ist das natürlich anders. Es ist mehr passiert, als hier hin passt. Aber ich habe dieses Blog und ich werde ihnsiees nutzen! Doch Gemach, erst einmal erfinde ich mich neu und das kann noch etwas dauern.

Don’t worry, it’s gonna be cool… Homer’s on the job!

Monday, 17 April 2017

Masterplan Digitale Stadtverwaltung: Gemeinsame digitale Standards finden

Do-FOSS | 20:37, Monday, 17 April 2017

Stadt Dortmund bereitet Prozessveränderungen vor

Masterplan Digitales Dortmund

Bild: Masterplan Digitales Dortmund

In der Pressemitteilung Masterplan Digitales Dortmund – Das Projekt nimmt konkrete Formen an vom 04.04.2017 gibt die Stadt Dortmund die Aufteilung des Masterplans Digitales Dortmund in drei spezialisierte Masterpläne (Verwaltung, Bildung, Wirtschaft) bekannt. Zudem geht die Stadt näher auf die Herausforderungen einer digitalen Stadtverwaltung ein. Sie kommt in dieser Pressemitteilung zu dem Schluss, dass es das Ziel des Masterplans Digitale Stadtverwaltung sein muss, gemeinsame digitale Standards zu finden, um die Flexibilität im Bereich der sich stetig ändernden Anforderungen im IT-Umfeld zu erhöhen. Um eine solche Standardisierung zu erreichen, sieht die Stadt Bedarf an umfangreichen Prozessveränderungen innerhalb der Verwaltung.

Für Do-FOSS ist klar, dass es sich bei gemeinsamen Standards nur um Offene Standards handeln kann, denn nur diese garantieren eine herstellerunabhängige und wettbewerbsneutrale Flexibilität in Bezug auf zukünftige Anforderungen.

Die heterogene Vielfalt von Akteuren, mit denen eine Stadtverwaltung technisch kommunizieren muss, und ein dynamischer Softwaremarkt stellen eine Stadt bei der Findung gemeinsamer digitaler Standards vor besondere Herausforderungen. Zum einen ist es aus Sicht einer Stadtverwaltung nicht möglich vollumfänglich zu wissen, wer digitale Anbindung an sie sucht. Zum anderen ist es für eine Stadtverwaltung nicht möglich Entwicklungen auf dem Softwaremarkt im ausreichenden Maß vorherzusehen. Kommt es auf dem Markt zu Veränderungen, könnte eine Neuausrichtung der Softwarestrategie aufgrund von proprietären Bindungen an einzelne Marktteilnehmer notwendig werden. Dies ist in der Regel mit einem enormen finanziellen und organisatorischen Aufwand verbunden.

Offene Standards ermöglichen die technische Anbindung von unterschiedlichen Akteuren mit heterogener technischer Ausstattung. Dies gilt selbst dann, wenn diese Akteure der Stadt nicht bekannt sind und eine Vorabsprache mit allen Akteuren nicht möglich ist. Offene Standards sind das technisch konstante Bindeglied für eine sich stetig ändernde Softwareausstattung in einem dynamischen Softwaremarkt. Denn: Offene Standards nehmen einzelnen Akteuren die Aushandlung der technischen Einzelheiten ab, da sie bereits das Ergebnis einer Aushandlung auf übergeordneter Ebene darstellen. Somit helfen Offene Standards, Komplexität für alle Beteiligten zu reduzieren.

Auszug der Pressemitteilung vom 04.04.2017 im Wortlaut

Ziel: Gemeinsame digitale Standards finden

Demgegenüber ist das Handlungsfeld Verwaltung mit einer Vielzahl von Produkten konfrontiert, die unterschiedlichen gesetzlichen oder technischen Rahmenbedingungen unterliegen. Die Produktpalette ist vielfältig und sehr breit gestreut, sie reicht von freiwilligen bis zu pflichtigen Leistungen. Ziel wird es daher sein, digitale Standards für diese Produkte zu finden. Für diese Standardisierung werden jedoch umfangreiche Prozessveränderungen erforderlich. Auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen befinden sich durch die Bundes- und Landesgesetzgebung zum eGovernment im Umbruch.

Was bedeuten Offene Standards in der alltäglichen Praxis? – Ein Beispiel anhand der städtischen Pressemitteilungen

The Document Foundation hat bereits mit Schreiben vom 01.08.2016 an die Stadt Dortmund auf das Format der Pressemitteilungen der Verwaltung hingewiesen. Diese werden aktuell im proprietären DOC-Format veröffentlicht. Würde die Stadt Dortmund ihre Pressemitteilungen jedoch im ODF-Format veröffentlichen, so könnten alle Bürgerinnen und Bürger diese unabhängig von der eingesetzten Software und ihren finanziellen Möglichkeiten lesen. Schließlich handelt es sich beim ODF-Format um einen offenen Standard. Software, welche diesen Standard lesen kann ist frei und plattformunabhängig verfügbar.

Wie Do-FOSS in der Pressemitteilung Stadt Dortmund drängt Presse in technische Abhängigkeit vom 25.10.2015 dargestellt hat, wird aber nicht nur Bürgerinnen und Bürgern der Zugang zur Software eines bestimmten Herstellers unterstellt. Auch Institutionen wie die Presse werden in eine bestimmte technische Richtung gedrängt.

Die Umsetzung einer Strategie der Offenen Standards im Bereich der Pressemitteilungen erfordert keine fernliegenden Lösungen. Bereits heute setzt die Stadt Dortmund ein Office Paket ein mit dem im ODF-Format gespeichert werden kann. Nachdem die Stadt Dortmund der Öffentlichkeit bereits einen Freien Dokumentenaustausch zugesagt hat, wäre es eine Möglichkeit, dass dieser technisch sehr leicht umzusetzende Schritt Eingang in die städtischen Überlegungen für gemeinsame digitale Standards findet.

Aus Eins mach Drei: Endbündelung der Masterplan-Handlungsfelder

Neben der Formulierung der Zielvorgabe in Bezug auf die Standardisierung der Verwaltungs-IT, geht die Pressemitteilung auf eine wesentliche organisatorische Änderung ein: Der Masterplan Digitales Dortmund wird in drei Masterpläne aufgeteilt, um der unterschiedlichen Dynamik und den unterschiedlichen Zielsetzungen der Handlungsfelder Verwaltung, Bildung und Wirtschaft gerecht zu werden. Die Masterpläne tragen die naheliegenden Namen:

  • Masterplan Digitale Stadtverwaltung
  • Masterplan Digitale Bildung
  • Masterplan Digitale Wirtschaft

Fazit

Die IT-Landschaft der Stadt Dortmund befindet sich aktuell in einer bewegten Phase. Es ist positiv hervorzuheben, dass die Stadt Dortmund den Wert von gemeinsamen Standards erkannt hat. Do-FOSS sieht in den Prozessveränderungen die Chance bestehende Herstellerabhängigkeiten über Offene Standards und Freie Software zu reduzieren sowie Perspektiven für ein eigenständiges digitales Dortmund zu entwickeln.

Do-FOSS wird diese Entwicklung weiter begleiten und sieht den weiteren Entwicklungen der digitalen Masterpläne entgegen.

Dokumente zum Herunterladen

Die Pressemitteilung der Stadt Dortmund vom 04.04.2017, kann hier heruntergeladen werden. Das Schreiben von The Document Foundation kann hier heruntergeladen werden.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

The post Masterplan Digitale Stadtverwaltung: Gemeinsame digitale Standards finden appeared first on Do-FOSS.

Einmal Fahrrad gestohlen und zurück

Deutscher Planet – Dreierlei | 12:42, Monday, 17 April 2017

Zusammenfassung: Vor kurzem wurde mir mein Fahrrad gestohlen und ich fand es danach um die Ecke. Deshalb merke: Gegend absuchen beim Fahrradklau.

Vor kurzem in Berlin. Ich bin nur kurz in meine Lieblingskneipe um ein Radler mit dem Barkeeper zu trinken. Mein Fahrrad habe ich direkt vor der Tür in den Fahrradständer gestellt und abgeschlossen. Zwar nicht an einen festen Gegenstand fixiert, aber eben mit einem dickem Fahrradschloss in sich selbst abgeschlossen.
Ungefähr eine halbe Stunde später gehe ich wieder vor die Türe und mein Fahrrad ist weg!
Geklaut.
Scheiße.
Schon mein drittes Fahrrad in 5 Jahren…

Dann schießt mir ein Gedanke durch den Kopf: Wenn ich das Fahrrad richtig abgeschlossen nur nicht angeschlossen habe, dann könnte es doch sein, dass der Dieb vielleicht gar nicht das passende Werkzeug dabei gehabt hat um mein dickes Schloss zu durchtrennen? Vielleicht ist es ein Gelegenheitsdieb, der mein Fahrrad gesehen hat und sich diesen Fang nicht entgehen lassen wollte … – aber weil er nicht das passende Werkzeug dabei hatte, hat er es vielleicht nur irgendwo hin gestellt, quasi “für später”, wenn er mit dem richtigen Werkzeug kommen kann?

Also laufe ich die Straße ab und suche mein Fahrrad. Und siehe da, nur 30m weiter, in einem Haufen von Sperrmüll, da steht es! Ich mache Luftsprünge und freue mich über das unverhoffte Wiederfinden meines Fahrrads. Und der Schlüssel passt auch noch ; )

Deshalb mein Tipp: Wenn mal (wieder) dein Fahrrad geklaut wurde, dann suche erstmal die Gegend ab. Vielleicht hat es der Dieb nur schnell irgendwo weggestellt um es später oder am nächsten Tag mit dem entsprechenden Equipment mitzunehmen.

Sunday, 16 April 2017

Freie Software: Eine Infrastrukturaufgabe

Wolfgang Romeys FSFE-Blog | 12:42, Sunday, 16 April 2017

Ich habe gerade “Die schöne Utopie” von Rainer Fischbach gelesen, wie alle seine Bücher ist es sehr interessant und anregend. Auf Seite 83 schreibt er Folgendes zu Freier Software:

Freie bzw. offene Software wird deshalb nur in dem Maße zu einem verallgemeinerbaren Modell werden, das sich auch jenseits der Inseln, auf denen es heute prosperiert, zu verbreiten vermag, in dem ihr Charakter als öffentliche Infrastruktur und öffentliches Gut politisch wahrgenommen und zum Motiv für den Aufbau entsprechender, auch Öffentlich finanzierter, Einrichtungen wird. Solange sie zufälligen individuellen Neigungen oder einzelnen kommerziellen Interessen überlassen bleibt, wird sie das Bild ungleichmäßiger und zum Teil wenig verlässlicher Qualität nicht hinter sich lassen. Doch das wäre an der Zeit. Eine Gesellschaft, in der die digitale, elektronische Kommunikation und der Zugang zu entsprechenden Diensten eine der Bewegung und dem Treffen auf öffentlichen Wegen und Plätzen gleichwertige Bedeutung erlangt hat, muss dafür auch eine öffentliche Infrastruktur schaffen. Öffentlich finanzierte offene Software kann dabei eine entscheidende, doch nicht die einzige Rolle spielen. Hier liegt eine der vielen staatlichen Infrastrukturaufgaben, von denen MASON keine Vorstellung zu haben scheint.

In einer Diskussion auf der fsfe-de-Liste ist der Gedanke, daß Software öffentlich finanziert werden müsse, auf heftige Ablehnung bei einigen gestoßen, was mich sehr überrascht hat. Ich bin deshalb gespannt, wie diese Aussage gesehen wird.

Wednesday, 12 April 2017

Eine neues Kampagnentool: Der Digital-o-Mat

Deutscher Planet – Dreierlei | 15:31, Wednesday, 12 April 2017

Zusammenfassung: Die Koalition Freies Wissen hat das Konzept des Wahl-o-Mat verwendet um einen Digital-o-Mat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zu erstellen: https://www.digital-o-mat.de/. Der Digital-o-Mat basiert auf Freier Software und wird von dieser Koalition auch zur Bundestagswahl 2017 eingesetzt werden.

Der Free Software Foundation Europe (FSFE) ist es mit ihren Ask Your Candidates-Kampagnen schon immer ein Anliegen gewesen, gerade auch die Wahlkampfzeiten zu nutzen um Kandidierende und Parteien zum Thema Freie Software zu befragen und zu durchleuchten. Letztes Jahr haben wir uns dann anlässlich der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin erstmalig mit anderen NGOs zu einer Koalition Freies Wissen zusammengeschlossen, um gemeinsame Wahlprüfsteine zu versenden. Zu der Koalition gehören neben der FSFE das Bündnis Freie Bildung, der Digitale Gesellschaft e.V., Freifunk, die Open Knowledge Foundation DE und Wikimedia DE.

<figure class="wp-caption alignright" id="attachment_2096" style="width: 300px"><figcaption class="wp-caption-text">Ein beispielhaftes Ergebnis des Digital-o-Mat</figcaption></figure>Aus dieser Koalition ist die Idee eines Digital-o-Mat hervorgegangen. Vorbild dafür war der Wahl-o-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung. In insgesamt acht Fragen können interessierte Wähler mit Hilfe des Digital-o-Mat ihre eigenen Präferenzen zu netzpolitischen Themen mit denen der in NRW antretenden Parteien abstimmen. Die Themen decken dabei Bildung, Freifunk, Freie Software und vieles mehr ab. Sobald man selbst die acht Fragen beantwortet hat, bekommt man automatisch ein Ergebnis der eigenen Meinung im Vergleich zu den Parteien präsentiert.

Unter diesem Ergebnis findet man zudem die detaillierteren Positionen der Parteien aufgeschlüsselt. Diese wurden von den Parteien für unseren Digital-o-Mat selbst erstellt.

<figure class="wp-caption aligncenter" id="attachment_2095" style="width: 754px"><figcaption class="wp-caption-text">Aufgeschlüsselte Antworten der Parteien, beispielhaft</figcaption></figure>

Solltest du nicht in Nordrhein-Westfalen wohnen, wirst du dieses Jahr zur Bundestagswahl erneut die Chance haben, den Digital-o-Mat als Wahlhilfe zu verwenden. Aber auch wenn du bei dieser Landtagswahl nicht wählen darfst, hilft der Digital-o-Mat dabei eine grobe Orientierung über die generellen Positionen der Bundesparteien zu aktuellen netzpolitischen Themen zu gewinnen.

Die zu Grunde liegende Software ist Freie Software und kann und darf und soll für andere Wahlen adoptiert, verändert, angepasst und wiederverwendet werden!
Code: GitHub; Lizenz: MIT

Federführend für dieses Projekt zeichnet sich Wikimedia Deutschland. Erstmalig in die Koalition hinzugesellt hat sich zudem der Chaos Computer Club. Das Logo stammt von Elio Qoshi von Ura / Open Source Design.

Tuesday, 11 April 2017

Presseartikel im Tagesspiegel: Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft

Do-FOSS | 19:50, Tuesday, 11 April 2017

Informationsfreiheitsanfrage aus 2014 der FSFE und Do-FOSS belegt die Aushebelung des Wettbewerbsrechts am Beispiel der Stadt Dortmund

Presseartikel

Bild: Presseartikel

Das multinational aufgestellte Journalistenteam von Investigate Europe hat die vorherrschende Praxis bei der Beschaffung digitaler kritischer Infrastrukturen durch die europäischen Verwaltungen beleuchtet. Für die Recherche wurde auch Do-FOSS befragt. Das Ergebnis der journalistischen Untersuchung mit dem Titel Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft gibt es als Online-Artikel vom 10.04.2017 auf Tagesspiegel.de oder als Printausgabe des Tagesspiegels ebenfalls vom 10.04.2017. Die Konsequenz aus den Recherchen ist für das Team von Investigate Europe klar. So titelt die Printausgabe: Ohne Zugang zum Quellcode keine digitale Souveränität.

Do-FOSS teilt diese Ansicht und freut sich zu dem Artikel durch die eigene Arbeit zur Aufarbeitung der Ausschreibungspraxis der Stadt Dortmund beigetragen zu haben. Aus Sicht von Do-FOSS ist vor allem der Teil des Artikels hervorzuheben, der die Stadt Dortmund direkt betrifft. Denn die Stadt Dortmund ist in dem Artikel Beispiel für die Aushebelung des Wettbewerbs und Vergaberechtsbruchs bei der Softwarebeschaffung. Die Zusammenarbeit zwischen der Free Software Foundation Europe (FSFE) und Do-FOSS förderte dies bereits 2014 mittels einer Informationsfreiheitsanfrage an die Öffentlichkeit. Wie der Wettbewerb und das Vergaberecht systematisch gebrochen werden, beschreibt der Artikel wie folgt.

Zitat aus dem Artikel des Tagesspiegels „Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft“

[…]
Zentrale Regierungsbehörden müssen alle Aufträge im Wert von mehr als 135 000 Euro europaweit öffentlich ausschreiben. Für alle anderen öffentlichen Stellen gilt das ab einem Volumen von 209 000 Euro. Beim Kauf der Standardsoftware für ihre Verwaltung setzen Europas Regierungen dieses geltende Recht zugunsten des Hoflieferanten Microsoft einfach kollektiv außer Kraft.

Bizarre Verfahren statt Wettbewerb

Dazu bedienen sie sich eines bizarren Verfahrens. Ohne Ausschreibung handeln sie mit dem US-Konzern Rabatte aus und schließen darüber Rahmenverträge ab. Denen können alle öffentlichen Körperschaften beitreten. In den folgenden Ausschreibungen suchen diese dann nur noch nach Händlern, die ihnen Microsoft-Lizenzen zu diesen Bedingungen verkaufen. Wettbewerb um diese öffentlichen Aufträge findet nicht statt.

So auch in Deutschland. Hier vereinbarte das Bundesinnenministerium (BMI) zuletzt 2015 neue „Konditionenverträge“ mit der irischen Niederlassung von Microsoft, über die der Konzern sein Europageschäft steuersparend abwickelt. Die darin genannten Rabatte können dann alle Behörden vom Bundesministerium bis zur kleinen Kommune in Anspruch nehmen. In einer „Ausschreibung“ sucht da zum Beispiel die Stadt Dortmund [Hervorhebung durch d. Verf.] nur noch einen „Handelspartner zum Microsoft-Volumenlizenzvertrag BMI“.

Das sei etwa so, als wenn der Staat den Kauf von Autos nur unter den Händlern von Volkswagen ausschreibe, spottet der niederländische Jurist Matthieu Paapst, der die Software-Beschaffung der öffentlichen Hand für seine Doktorarbeit an der Universität Groningen untersucht hat. Sein Fazit: „Die Praxis, Microsoft-Produkte für die öffentliche Verwaltung ohne offene Ausschreibung zu beschaffen, bricht das geltende EU-Recht.“
[…]

Fazit

Der Ausschnitt des Artikels könnte nahelegen, dass es sich um ein reines Vergaberechtsproblem handeln würde. Aber es geht nicht nur um Wettbewerb und die Wahrung des Vergaberechts. An anderer Stelle des insgesamt sehr lohnenswerten Artikels, gibt der Informatiker und Jurist Martin Schallbruch, der bis 2016 Abteilungsleiter für Informationstechnik und Cybersicherheit im Bundesinnenministerium war, warnend zu Bedenken: [Mit dieser Entwicklung] laufen die Staaten Europas Gefahr, die Kontrolle über ihre eigene IT-Infrastruktur zu verlieren. Für Do-FOSS ist klar: Es geht darum die kommunale Selbstverwaltung in der digitalen Welt zu erhalten. Die Stadt Dortmund könnte im Rahmen des Masterplans Digitales Dortmund diesbezüglich eine führende Rolle einnehmen.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

The post Presseartikel im Tagesspiegel: Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft appeared first on Do-FOSS.

Wednesday, 05 April 2017

Treffen der FSFE-Gruppe Franken am 15. März 2017

Florian Snows Blog » de | 18:31, Wednesday, 05 April 2017

Am 15. März fand nach einer etwas längeren Unterbrechnung wieder ein Treffen der FSFE-Gruppe Franken statt und zwar im K4CG in Nürnberg. Christian und ich hatten uns überlegt, dass wir abwechselnd ein Arbeitstreffen und ein soziales Treffen machen sollten, so dass wir auch Ziele stecken und erreichen können. Dieses Treffen war nach unserem Plan ein Arbeitstreffen.

Da wir erst noch gemeinsam etwas essen wollten, kam der soziale Teil dann doch zuerst und wir sprachen über verschiedene Themen. Aber es war auch nicht so gedacht, dass die Arbeitstreffen keine soziale Komponente haben sollten oder bei den sozialen Treffen nichts gearbeitet werden darf. Es ging ja nur darum, was im Vordergrund stehen sollte. Es wurde der Wunsch geäußert, mehr technische Themen zu behandeln um mehr Menschen anzuziehen. Das Problem dabei ist, dass man dann ein ähnliches Publikum wie Hackerspaces anzieht und nicht die breite Allgemeinheit, die wir gerne hätten. Außerdem ist Freie Software ein größeres Thema als nur der technische Teil. Ich denke wir sollten auf solche Wünsche aber eingehen, damit wir möglichst viele verschiedene Interessen abdecken können.

Außerdem kam die Frage auf, wie man damit umgeht, wenn nicht-technikaffine Menschen Bedenken zwecks Freiheit und Privatsphäre wegwischen oder ignorieren. Am besten erscheint eine anhaltende, aber höfliche Konfrontation mit dem Thema, denn steter Tropfen höhlt den Stein. Eine andere Möglichkeit wäre, Termine zu verpassen wenn diese Beispielsweise nur über Facebook angekündigt werden. Dies könnte einen Lerneffekt erzeugen und am Ende zur Nutzung einer besseren Lösung führen.

Ein weiteres Thema waren freie Messenger. Der relativ junge Messenger Matrix wurde genannt und wurde dafür kritisiert das Rad zumindest teilweise neu zu erfinden, aber auch dafür gelobt, bestehende Protokolle zu integrieren. So könnte sich Matrix eventuell wirklich eine Brücke zwischen verschiedenen Welten schlagen. GNU Ring wurde auch genannt als Alternative zu JitsiMeet und natürlich zu unfreien Messengern mit Videotelefonie. Bisher nutzen die meisten Teilnehmer XMPP und die meisten haben damit keine Probleme. Vor allem Conversations wurde hier als sehr positives Beispiel genannt, weil dieser Messenger vieles ohne große Konfiguration richtig, d.h. so wie erwartet macht. Rocketchat wurde genannt als Beispiel für Software, die etwas ersetzt, was gut funktioniert, weil es Slack imitiert, was widerum eine unfreie Imitation von IRC ist. IRC funktioniert aber nach wie vor und ist mit einer Vielzahl an Clients zugänglich.

Anschließend kamen wir zu unserem ersten Arbeitspunkt, der Diagnose unserer Mailingliste. Wir hatten immer wieder Schwierigkeiten damit, dass Mails gefiltert wurden und wir nicht feststellen konnten, woran das liegt. Diese Mails wurden auch nicht einfach in die Moderationsqueue geschoben, sondern gelöscht und dem Listen-Admin zugeschickt. Nach einigen Test-Mails (die Zustellung wurde dafür vorübergehend auf die Teilnehmer des Treffens beschränkt) konnten wir das Problem identifizieren: Bei zugelassenen MIME-Types fehlten multipart/signed und application/pgp-signature. Letzteres hätte auch weggelassen werden können, aber filtert man den ersten Teil weg, bleibt eine leere Nachricht, die Mailman dann verwirft. Da einige Kommunikationspartner ihre Mails signieren möchten, wurde auch das direkte Zustellen von Anhängen erlaubt. Ein Teilnehmer signiert öffentlich verfügbare Mails nicht, um die Schlüsselzuordnung im Zweifelsfall abstreiten zu können, aber da die Mehrheit der Meinung war, dass signierte, unverschlüsselte Mails sinnvoll sind, wurde dies ermöglicht. Der Footer, den Mailman einfügt, wird aber die Prüfung der Signatur fehlschlagen lassen. Eventuell schalten wir den Footer auch noch aus.

Danach legten wir unsere Ziele für dieses Jahr fest. Dies war der zweite wichtige Arbeitspunkt für dieses Treffen. Bisher haben wir uns einfach überlegt, was wir als Gruppe unternehmen könnten und haben das irgendwann auch getan. Um das ganze aber etwas strukturierter zu gestalten und nicht eher zufällig Aktivitäten auszuwählen, stand am Anfang die Frage danach, was wir erreichen möchten. Die Antwort hierauf war, dass einige Teilnehmer durchaus mit einer reinen Diskussionsveranstaltung zufrieden sind, andere aber die breitere Öffentlichkeit auf Freie Software aufmerksam machen möchte. In einem zweiten Schritt konnten wir dann Aktivitäten auswählen, die uns diesem Ziel näherbringen. Ein Punkt, ist, dass wir gerne einen Vortrag/Workshop an der Technischen Hochschule Nürnberg halten möchten. Es gibt dort eine “Arbeitsgruppe Open Source”, aber es werden offenbar zur Zeit auch die Computerräume auf Windows umgestellt. Wir möchten uns mit den Studenten unterhalten und Sie über Freie Software informieren. Außerdem möchten wir dieses Jahr wieder gerne einen Stand zum Software Freedom Day organisieren. Der letzte Stand in Bamberg verlief recht erfolgreich und wir möchten daran, wahrscheinlich in Nürnberg anknüpfen. Als letzte Aktivität kam wieder ein Pecha-Kucha-Vortrag auf. Hier haben wir ein interessantes Publikum und es gibt in der Gegend einige Veranstaltungen in diesem Format. Beim nächsten Arbeitstreffen möchten wir dazu Folien entwickeln und werden vorab einzeln schon einmal Ideen sammeln.

Vor unserem letzten größeren Arbeitsthema, der Terminfestlegung für das aktuelle Jahr, kamen ein paar interessante technische Themen auf. Wir sprachen über Hardware, mit der man GPG-Verschlüsselung durchführen kann, d.h. Hardware, auf der man in Software eine Smartcard abbildet. Dies hat den Vorteil, dass man nicht auf die unfreien Teile echter Smartcards angewiesen ist und den Verschlüsselungscode überprüfen kann. Der Nitrokey ist bereits ein solches Design, aber es kam die Idee auf, hier potentere Hardware zu verwenden, die sich weiterhin über USB mit Strom versorgen lässt, die aber größere Schlüsselgrößen ermöglicht. Durch die Speicherung des Schlüsselmaterials in der CPU selbst kann hier ein ähnliches Sicherheitsniveau wie bei Smartcards erreicht werden, zumindest sofern der Autor das richtig verstanden hat.

Ein anderes Thema waren die spannenden Entwicklungen rund um RISC V, einer freien Architektur, an der aktuell sehr großes Interesse besteht, das sie sehr effizient ist und auch die dahinterstehende Stiftung viele wichtige Mitglieder der Branche hat. Außerdem sprachen wir auch noch über die Möglichkeit mit Freier Software, Android-Apps zu entwickeln. Leider gab es hier außer des veralteten Replicant-SDKs keine gute Möglichkeit an Googles EULA vorbeizukommen. Hier besteht also noch Entwicklungsbedarf.

Zu guter letzt legten wir die Termine für dieses Jahr fest. Es gab Anfragen, nicht immer Wochenendtermine zu nehmen und für einige (potentielle) Teilnehmer sind auch Termine tagsüber besser unterzubringen. Auch die veränderte Ortsverteilung musste berücksichtigt werden. Inzwischen sind alle regelmäßigen Teilnehmer aus Nürnberg, aber es gibt immer noch Menschen, die uns gerne in Bamberg besuchen. Deswegen haben wir uns jetzt auf eine Dreierrotation geeinigt, d.h. wir treffen uns zweimal in Nürnberg, einmal in Bamberg. Dadurch sind auch die Arbeitstreffen gut verteilt und wir haben die Flexibilität, auch einen anderen Ort aufzunehmen, wenn dort Interesse besteht. Die genauen Termine gibt es im FSFE-Wiki, aber wir haben dieses mal bunt gemischt, sowohl was Wochentage betrifft, als auch die Tageszeit. Mal sehen, wie das Besucheraufkommen dann wird.

Das nächste Treffen findet am 25. April 2017 ab 19:00 Uhr im K4CG statt und ist dann ein Treffen mit Vortrag oder Video am Anfang.

Wednesday, 29 March 2017

Vorschläge zur Förderung von Open Science im Rahmen des OGP

Deutscher Planet – Dreierlei | 09:21, Wednesday, 29 March 2017

Die Wissenschaftskulturen haben sich fachübergreifend geöffnet und Open Science ist fester Bestandteil im Leitbild guter wissenschaftlicher Praxis. Akademikerinnen und Akademiker nehmen Elemente der Open Science als genuine Bestandteile ihrer wissenschaftlichen Arbeit wahr. Standards der Open Science, etwa kollaborative und kontributive Forschung, sind fest in der akademischen Praxis und Ausbildung implementiert. Öffentlich finanzierte und öffentlich ko-finanzierte Forschungsdaten und Forschungsergebnisse werden stets, privat finanzierte überwiegend offen publiziert, um ihre Wahrnehmbarkeit im akademischen Diskurs und darüber hinaus zu gewährleisten. Rechtliche Probleme offener Nutzung, etwa im Urheberrecht oder dem Datenschutzrecht, sind durch entsprechende rechtliche Schranken für Wissenschaft und Forschung gelöst. Öffentlich zugängliche und technisch barrierefreie Open Science Repositorien dienen der Wissenschaft als Hort der Wissensverteilung und des Diskurses sowie den Bürgern als Möglichkeit am akademischen Diskurs und der Forschung teilzunehmen. Der Gesellschaft im Gesamten dienen sie als Ort der digitalen Langzeitarchivierung und ermöglichen die Transparenz öffentlich verwendeter Forschungsgelder.

Soweit ist es leider noch nicht, aber das ist die Vision bis 2030, die wir in der Arbeitsgruppe “Open Science” des deutschen Nationalen Aktionsplan Open Government Partnership (OGP) formuliert haben. Damit es bis 2030 soweit kommen kann, haben wir jüngst ein Positionspapier zur Förderung von Open Science im Rahmen des europäischen Förderprogramms Horizon 2020 veröffentlicht und jetzt mit direktem Blick auf die Bundesregierung in einem Grundlagenpapier folgende konkrete Maßnahmen zur Förderung von Open Science formuliert:

  • Entwicklung einer Open Science Definition und Strategie, um eine langfristige Öffnung der öffentlich finanzierten oder ko-finanzierten Forschung zu erreichen. Dazu gehört insbesondere die im Rahmen des rechtlich möglichen, verpflichtende Veröffentlichung von Forschungsdaten (Open Data), -ergebnissen (Open Access), -methoden (Open Research) und -software (Open Source / Freie Software) unter freien Lizenzen.
  • Entwicklung und gesetzliche Implementierung einer Open-Science-Rechtsschranke für die freie Nutzung von Forschungsdaten und -ergebnissen im Wissenschaftskontext, die die rechtlichen Hindernisse der Open Science (u.a. Urheberrecht, Datenschutzrecht) befriedigend löst.
  • Aufbau von Open Science Repositories unter Verwendung Offener Technologien (Freie Software und offenen Standards) um technische Barrierefreiheit sowie eine nachhaltige Verfügbarkeit und die Langzeitarchivierung von Forschung zu garantieren.
  • Förderung der Bekanntheit, Qualität und Attraktivität von Open Science durch die Anstellung eines Open Science Beauftragten im Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Zuteilung eines speziell für Open Science verfügbaren Budgets. Dies sollte Projekte zur Förderung von Open Science unterstützen, zum Beispiel jährlich einen Open Science Preis für öffentlich finanzierte Forschung verleihen.
  • Entwicklung und Umsetzung eines geeigneten Anreizsystems für die Anwendung von Open Science in Forschungsprojekten mittels Implementierung entsprechender Anreizelemente im Rahmen der staatlichen Forschungsförderung.
  • Installation einer Open-Science-Kompetenzstelle als Kooperation der Wissenschaftsorganisationen zur Beratung von Hochschulen, Forschungsinstitutionen und Wissenschaftlern, um die Umsetzung von Open Science in der Praxis zu unterstützen.
  • Koordination der internationen Verzahnung und Abstimmung der nationalen Maßnahmen zu Open Science, idealerweise über den neu zu schaffenden Open Science Beauftragen im BMin für Bildung und Forschung.
  • Auslobung eines Programmes von Open-Science-Modellhochschulen (dotiert) zur Entwicklung, Erprobung und Evaluation neuer hochschulinterner Satzungen, Prozesse und Routinen der Open Science. Zudem eine Verankerung einer Open-Science-Erprobungsklausel in sämtlichen Landeshochschulgesetzen (LHGs), die den Hochschulen die Möglichkeit zur temporären Abweichung von den Bestimmungen des jeweiligen LHG gibt, um flexibel neue und innovative Elemente und Instrumente der Open Science zu testen. Nach der Erprobung und Evaluation sollen diese Maßnahmen im Erfolgsfall dann in den LHGs implementiert werden.
  • Transparenz der Forschung, der Finanzierung und der Arbeitsgruppen durch die Veröffentlichung aktueller Forschungsstränge und einer möglichen Einbindung von Bürgerbeteiligung (Citizen Science) sowie der Offenlegung von Kooperationsverträgen zwischen öffentlichen Hochschulen und Wirtschaft (Open Research Contracts).
  • Anstoß eines konzeptionellen Prozesses mit den Wissenschaftsorganisationen, den zuständigen Landes- und Bundesministerien und der Zivilgesellschaft zur Entwicklung einer Citizen Science Agenda, die Maßnahmen und Umsetzungsschritte zur Förderungen und Implementierung von Citizen Science im Wissenschaftssektor skizzieren soll.
  • Einrichtung einer Fachgruppe von Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen zur offenen Wissenschaft (Open Science), damit mindestens zweimal im Jahr ein verwaltungsinterner Austausch stattfinden kann, um das Themenfeld verwaltungsebenenübergreifend zu verstehen und schrittweise zu erschließen. Durch diese Fachgruppe sollen auf Seiten der öffentlichen Verwaltung Mitarbeiter als Gestalter und Thementreiber aufgebaut sowie Unterstützer in allen Ebenen gefunden, gefördert und eingebunden werden.
  • Einrichtung eines Arbeitskreises von Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wissenschaftsorganisationen zur offenen Wissenschaft (Open Science), damit mindestens zweimal im Jahr mit der Zivilgesellschaft ein fachlicher Austausch stattfinden kann, um einander zuzuhören und um Impulse der Zivilgesellschaft zur konzeptionellen Weiterentwicklung zu bekommen. Eine enge Anbindung dieses Arbeitskreises an die entsprechende Fachgruppe der Verwaltung sichert einen Wissenstransfer von neuen Erkenntnissen und aktuellen Entwicklungen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft in die öffentliche Verwaltung und indirekt in die Politik.
  • Beauftragung einer Studie zur wissenschaftlichen Grundlagenforschung über Offene Wissenschaft bis Dezember 2018, damit der nationale und der internationale Stand von Wissenschaft und Praxis reflektiert, das Gestaltungspotential mit Hilfe von Workshops (Collaborative Design) skizziert und so die relevanten Perspektiven für Umsetzungsvorschläge im Rahmen des zweiten Nationalen Aktionsplans bereits vorgelegt werden.
  • Durchführung eines Collaborative Design-Workshops zu Offener Wissenschaft bis Juni 2018, damit Bürger, die Zivilgesellschaft sowie weitere relevante Zielgruppen im Sinne einer nutzer- und mehrwertorientierten Gestaltung von offenen elektronischen Dienstangeboten sich einbringen können, um eine strukturierte Sammlung von Vorstellungen für künftige Umsetzungen zu entwickeln.

Insgesamt wurden 22 konkrete Handlungsfelder für den OGP formuliert und abgesteckt. Darunter auch sehr konkrete Ziele zur Förderung Freier Software.

Verwandte Posts:

Tuesday, 28 March 2017

Die vier (fünf) Freiheiten – Nur ausgedacht?

Wolfgang Romeys FSFE-Blog | 15:40, Tuesday, 28 March 2017

Ich habe bisher sehr selten erlebt, erinnern tue ich mich an keinen Fall, dass in der Auseinandersetzung um Freie Software die Tatsache verwendet wird, dass die vier (fünf) Freiheiten nicht einfach aus der Luft gegriffen sind, sondern ihnen technische Eigenschaften von Software entsprechen. Es gibt z.B. keinen technischen Grund, der das Kopieren von Software einschränkt.
Für unsere “Linux-im-Alltag”-Arbeit in Mülheim an der Ruhr habe ich deshalb einen Text verfasst, der dies genauer beschreibt. Er ist zu finden unter

Freie Software: Hintergrund.

Der Text richtet sich an Menschen ohne tiefere informationstechnische Kenntnisse. Für kritische Rückmeldungen bin ich dankbar.

In diesem Zusammenhang bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass im Vergleich von BSD-Lizenz und GPL nicht etwa die GPL die unfreiere Lizenz ist. Die GPL fordert, dass die vorhandenen technischen Eigenschaften von Software nicht eingeschränkt werden dürfen, die BSD-Lizenz lässt dies zu. Vergleiche ich das zum Beipsiel mit in Freiheit lebenden Tieren, fordert die GPL, dass der Tiger in Freiheit bleiben muss, die BSD-Lizenz lässt zu, dass er in einen Zoo gesperrt werden darf.

Bei Software ist das natürlich anders. Selbstverständlich gibt es legitime Gründe dafür, die Eigenschaften von Software zu beschneiden. Das sind aber immer Gründe, die keine technische Grundlage haben.

Monday, 27 March 2017

Dortmunder GRÜNE für Freie Software

Do-FOSS | 20:30, Monday, 27 March 2017

Do-FOSS migriert Dortmunder Kreisverbandsbüro von Bündnis 90/DIE GRÜNEN auf Freie Software

Tux mit GRÜNEN-Wappen

Bild: Tux mit GRÜNEN-Wappen (©Wappen: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Mit Hinblick auf die vielseitigen gesellschaftlichen Vorteile von Freier Software hat sich der Dortmunder Kreisverband von Bündnis 90/DIE GRÜNEN dazu entschlossen auf Freie Software zu setzen und das eigene Kreisverbandbüro auf Freie Software migriert. Im Zentrum dieser Entscheidung steht ein Bekenntnis zu digitalen Grundrechten, digitalen Gemeingütern, technologischer Transparenz und IT-Sicherheit. Die Migration wurde von Do-FOSS durchgeführt und ist nun seit einigen Monaten im produktiven Einsatz.

Neben der politischen Signalwirkung hat die Migration auf Freie Software auch ökologische und monetäre Vorteile für den Kreisverband. So konnten Hardware-Neuanschaffungen vermieden werden, da das eingesetzte Linux-Betriebssystem deutlich geringere Systemanforderungen stellt als das vormals eingesetzte Microsoft Windows. Lizenzkosten für bisher eingesetzte proprietäre Produkte fallen ebenfalls weg.

Im Zuge der Migration wurden eine Reihe von technischen Verbesserungen umgesetzt und zur späteren Nachvollziehbarkeit dokumentiert. In Bezug auf die IT-Sicherheit werden beispielsweise die Daten des Kreisverbandes nun durchgehend verschlüsselt, die E-Mail Kommunikation des Kreisverband mittels PGP (Pretty Good Privacy) abgesichert und Updates vollautomatisch mittels eines einheitlichen Updatekonzeptes eingespielt.

Nicht zuletzt wurde die Migration genutzt, um eine Bestandsaufnahme der IT durchzuführen und Daten sowie IT-Prozesse zu konsolidieren. Der Kreisverband verfügt nun über einen gut sortieren, datenschutzfreundlich konfigurierten Standardwerkzeugkasten für die vielfältigen Aufgaben der Geschäftsstelle und eine Mehrbenutzerumgebung, welche Daten und Einstellungen über die verschiedenen Endgeräte synchronisiert. Das Ganze wird über ein tagesgenaues Backup ergänzt, welches die Daten gegen technische Fehlfunktionen und Benutzerfehler absichert und in einer weiteren Backupstufe auch gegen Diebstahl und verheerende Gebäudeschäden. Die neue Infrastruktur schafft somit die Voraussetzung für ein unbeschwertes Arbeiten ohne Datenverlustängste und ermöglicht eine effiziente Zusammenarbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Mitglieder.

Do-FOSS freut sich über die vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit mit den GRÜNEN bei der Migration ihrer Geschäftsstelle, sowie ihre klare Positionierung für Freie Software. Die Pressemitteilung der Dortmunder GRÜNEN gibt Do-FOSS im Folgenden vollständig wieder.

Digitale Grundrechte – GRÜNE für Freie Software: Softwaremigration des Dortmunder Kreisverbandsbüros

Als GRÜNE fragen wir uns seit jeher, welche gesellschaftliche Wirkung Technikeinsatz entfaltet. Im Hinblick auf digitale Technik, fragen wir GRÜNE uns zudem, welche Grundvoraussetzungen für eine offene Gesellschaft im Digitalen bestehen.

Mit Blick auf die in den letzten Jahren bekannt gewordene globale Massenüberwachung ist für uns GRÜNE in NRW die wichtigste Konsequenz die Datensicherheit im öffentlichen und privaten Bereich auszubauen. Die öffentliche IT hat hierbei eine Vorbildfunktion. Deshalb wollen wir den Einsatz von Verschlüsselungstechnologien sowie von Freier und Offener Software in den Verwaltungen stärken.

Als Kreisverband Dortmund hatten wir nach Bekanntwerden der beispiellosen geheimdienstlichen Massenüberwachung, diese Verletzungen der informationellen Selbstbestimmung von Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam mit Landes- und Bundesgrünen unmittelbar verurteilt und haben nun auch technologische Konsequenzen für die hauseigene IT gezogen. Freie/Open Source Software sowie Freie Verschlüsselungstechnologien sind für uns Grundbausteine, um digitalpolitische Grundrechte auch technologisch zu wahren. Deshalb haben wir als Dortmunder Kreisverband die in unserem Büro eingesetzte IT auf Freie Software, Offene Formate und verschlüsselte E-Mail-Kommunikation umgestellt.

Christoph Neumann, Mitglied des Kreisvorstands: „Mittels Freier Lizenzen, die Freier Software zugrunde liegen, sehen wir auch eine Möglichkeit der fortschreitenden Privatisierung des öffentlichen Raumes entgegenzutreten. Wir wollen die Daseinsvorsorge auch im digitalen Raum garantieren und sehen daher die Notwendigkeit politisch gestaltbare Freiräume in der digitalen Welt weiter auszubauen. Es gilt unsere (digitalen) Gemeingüter für eine Gesellschaft für Alle zu stärken.“

Aus GRÜNER Sicht wirkt Freie Software darüber hinausgehend einer digitalen Spaltung der Gesellschaft entgegen. Sozialpolitisch, erleichtert Freie Software u.a. eine digitale Inklusion, da für Freie Software als Gemeingut keine Lizenzgebühren zu zahlen sind. Mittels Offener Formate lässt sich ein barrierefreier Zugang zu Informationen gestalten. Transparente Technologie – wie Freie Software – schafft zudem wichtiges Vertrauen in eine zunehmend digitalisierte Gesellschaft.

Mehr Informationen zu Freier Software gibt es u.a. bei der Free Software Foundation Europe oder auf Anfrage an christian.naehle@gruene-dortmund.de.

Die Umstellung/Migration der Software wurde für unser Büro von der Bürgerinitiative Do-FOSS durchgeführt. Do-FOSS, die Initiative für den Einsatz Freier und Quelloffener Software (Free and Open Source Software, kurz FOSS) bei der Stadt Dortmund erhielt vergangenen Dezember das Agenda-Siegel 2016 von der Stadt Dortmund für ihr Engagement zu digitaler Nachhaltigkeit.

Free Software Foundation Europe

Homepage von Do-FOSS: Agenda-Siegel 2016 der Stadt Dortmund an Do-FOSS verliehen

Dokumente zum Herunterladen

Die Pressemitteilung der Dortmunder GRÜNEN vom 27.03.2017 kann hier heruntergeladen werden (das PDF-Dokument wurde von Do-FOSS erstellt).

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

The post Dortmunder GRÜNE für Freie Software appeared first on Do-FOSS.

Tuesday, 21 March 2017

Steigender Linux-Server-Anteil in der Stadtverwaltung Dortmund

Do-FOSS | 21:03, Tuesday, 21 March 2017

Anteil Freier Software erstmalig in der Serverlandschaft der Stadt Dortmund sichtbar

Server-Tux

Bild: Server-Tux (CC BY-SA 3.0 (Server von RRZEicons)

In der Sitzung des Ausschusses für Personal und Organisation vom 02.02.2017 hat das Dortmunder Systemhaus (dosys.) gem. der aktuellen Berichtsvereinbarung einen Rückblick auf das Jahr 2016 aus IT-Sicht vorgelegt, sowie das halbjährlich wiederkehrende IT-Arbeitsprogramm vorgestellt. Aus Sicht von Do-FOSS ist es erfreulich, dass in dem Bericht zum ersten Mal auch Aussagen zum Verhältnis von Linux- und Windows-Servern enthalten sind (S. 43) und damit der Anteil Freier Software erstmalig in der Serverlandschaft sichtbar ist. Auch wird das jeweilige Serverwachstum über die Jahre 2014 bis 2016 offengelegt und zeigt einen steigenden Anteil von Linux-Servern. Die Fraktionsgemeinschaft DIE LINKE&PIRATEN hat dies zu einer Pressemitteilung mit Datum vom 16.02.2017 veranlasst (siehe gleichlautende Mitteilung der LINKEN und Mitteilung der Piratenpartei), welche Do-FOSS gerne wiedergibt:

LINKE & PIRATEN begrüßen die Zunahme von Linux-Servern in der Verwaltung

In ihrem Arbeitsprogramm für das laufende Jahr hat die Stadtverwaltung auch einen Überblick über ihre Server-Landschaft im Hintergrund gegeben. Dort sind erstmalig die Server-Betriebssysteme ausgewiesen. Gut zu erkennen: Der Anteil des freien und quelloffenen Betriebssystems Linux stieg seit 2014 von 32 auf 36 Prozent. Fast 60 Linux-Server hat die Verwaltung in dieser Zeit zusätzlich in Betrieb genommen.

„Freie und quelloffene Software wie Linux ermöglicht den Einblick in die Mechanismen dieser Software. So können Fehler schneller gefunden werden und sie dürfen auch selbst beseitigt werden. Gleichzeitig entfallen grundsätzlich Lizenzkosten, und die Verwendung offener Standards vermindert die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern“, erklärt Christian Gebel, IT-Fachmann der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN. „Gerade die öffentliche Verwaltung kann dadurch enorm profitieren.“

„Wir begrüßen nicht nur, dass die Verwaltung freie und quelloffene Software wie Linux verwendet“, findet Petra Tautorat, Sprecherin der Fraktion im Ausschuss für Personal und Organisation. „Wir finden auch wichtig, dass sie darüber informiert. Denn bislang halten viele Mitglieder anderer Fraktionen den Einsatz solcher Software für unnötig oder gar gefährlich. Sie als festen und wachsenden Bestandteil der eigenen IT-Infrastruktur zu sehen, wird viele daher überraschen.“

Im Vorfeld hatte die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN immer wieder Auskunft über die Verwendung freier und quelloffener Software in der Stadtverwaltung gefordert.

„Wir sind uns sicher, dass der Einsatz und die Wertschätzung, die freie Software in der Dortmunder Stadtverwaltung erfährt, sich noch weiter steigern lässt“, ergänzt IT Fachmann Gebel. „Das Signal ist eindeutig: Freie Software wird wichtiger.“

Dokumente zum Herunterladen

Das IT-Konzept der Stadt Dortmund: Arbeitsprogramm 2017 des dosys., das dem Ausschuss für Personal und Organisation zu seiner Sitzung vom 02.02.2017 vorgelegen hat, kann hier heruntergeladen werden. Eine Pressemitteilung der Fraktionsgemeinschaft DIE LINKE&PIRATEN vom 16.02.2017 kann hier heruntergeladen werden.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

The post Steigender Linux-Server-Anteil in der Stadtverwaltung Dortmund appeared first on Do-FOSS.

Sunday, 12 March 2017

Bitcoin: ein Energiefresser!

Wolfgang Romeys FSFE-Blog | 18:46, Sunday, 12 March 2017

Was es nicht alles gibt! Mit bitcoin habe ich mich noch nicht beschäftigt. Das wird sich jetzt ändern, weil ich auf ein umfassende Quelle gestoßen bin:
the balance – bitcoin basics.

Aufmerksam geworden bin darauf über den Artikel How Much Power Does the Bitcoin Network Use?, in dem es u.A. heißt:

At this rate, the bitcoin network runs at 342934450 watts, which equates to around 343 megawatts. Calculations based on EIA data reveal that the average US household consumes about 1.2 kilowatts of power, meaning that 343 megawatts would be enough to power 285,833 US homes at the time of writing (May 2015).

Auf motherboard habe ich dann einen weiteren Artikel zum Energiebedarf von bitcoin gefunden. Zitate:

That’s because bitcoin is incredibly energy intensive: at the time of Malmo’s piece, he calculated that a single bitcoin transaction requires as much electricity as the daily consumption of 1.6 American households, and that number has increased since then. “Adopting Bitcoin as a major currency anytime in the next few decades,” he wrote, “would just exacerbate anthropogenic climate change by needlessly increasing electricity consumption until it’s too late.”

As I have some experience in developing energy scenarios, I wanted to see how this could develop into the future. My findings weren’t much more encouraging. According to my calculations, if the bitcoin network keeps expanding the way it has done recently, it could lead to a continuous electricity consumption that lies between the output of a small power plant and the total consumption of a small country like Denmark by 2020.

Even in the optimistic scenario, just mining one bitcoin in 2020 would require a shocking 5,500 kWh, or about half the annual electricity consumption of an American household. And even if we assume that by that time only half of that electricity is generated by fossil fuels, still over 4,000 kg of carbon dioxide would be emitted per bitcoin mined. It makes you wonder whether bitcoin could still be called a virtual currency, when the physical effects could become so tangible.

In einem weiteren Artikel auf motherboard heißt es:

With about 110,000 transactions per day, that works out to 1.57 households daily usage of electricity per Bitcoin transaction. Yes, every time you buy something in Bitcoin, you could be using as much electricity as 1.57 American families do in a day.

Working off these (admittedly imperfect) figures, each VISA transaction consumes around 0.0003 household’s daily electricity use. That makes Bitcoin about 5,033 times more energy intensive, per transaction, than VISA, at current usage levels.

Interessant wären ein Vergleich mit Bargeld und dem GNU-Projekt Taler

Also: leider wieder ein Bereich, wo Digitaltechnik die Umwelt enorm belastet.

Thursday, 09 March 2017

Die Nutzungsphase für digitale Geräte beansprucht immer mehr Ressourcen

Wolfgang Romeys FSFE-Blog | 11:02, Thursday, 09 March 2017

Bekanntlich ist die Nutzungsphase digitaler Geräte die Phase im Lebenszyklus, in der die wenigsten Ressourcen verbraucht werden.  Aber auch in dieser Phase gibt es bedenkliche Entwicklungen:

Da immer größere Datenmengen gespeichert werden müssen, wird der Verbrauch an Elektrischer Energie dort bis 2020 um 30% zunehmen. Eine Ursache dafür ist sicherlich, das die Nutzer immer mehr zu Nutzung von Cloud-Diensten gedrängt werden, was auch Folgen für die Privatsphäre und die Sicherheit der Daten hat.

Im Vergleich zum Anstieg des Energieverbrauchs in den mobilen Netzen, ist das aber bescheiden. In den mobilen Netzen wird der Energieverbrauch bis 2020 um 150% steigen. Geschuldet ist das der “Immer-Online-Kultur”. Der zunehmende Energieverbrauch entsteht also auch dadurch, daß die Leute nicht auf den Eingang der nächsten Whatsapp, Twitter oder facebook Nachrichten,  die zu einem großen Teil belanglos sind, warten können, bis ein WLAN in der Nähe ist. Freifunk könnte also auch einen Beitrag zur Entlastung der Umwelt leisten.

 

Quelle: Resource Efficiency in the ICT Sector
Final Report, November 2016
Oeko-Institut e.V.
www.oeko.de

Friday, 03 March 2017

Von smart zu sinnlos – die globalen Auswirkungen von 10 Jahren Smartphone

Wolfgang Romeys FSFE-Blog | 16:32, Friday, 03 March 2017

Ich bin mal wieder auf einen interessanten Text zur Nachhaltigkeit von Smartphones gestoßen, From smart to senseless, in dem die globalen Folgen der Produktion, Nutzung und Entsorgung der in den letzen 10 Jahren produzierten ca. 7 Milliarden Smartphones dargestellt.

Es ergibt sich das zu erwartende Bild: ca. 70 % des Energieverbrauchs entsteht bei der Fertigung, 20 % bei der Nutzung, 2% bei der Entsorgung und 6% bei der Distribution. Daß die Distribution einen so hohen Anteil hat, hätte ich nicht gedacht. Daß nur 2% bei der Entsorgung entstehen, hat vermutlich damit zu tun, daß die Rückgewinnung von Rohstoffen nur in Ansätzen erfolgt.

Die traurigste Tatsache ist allerdings, daß in den USA die durchschnittliche Nutzungsdauer nur zwei Jahre beträgt.

Wo ein Grund für die Misere liegt, ergibt sich aus dem folgenden Zitat:

And sadly, the problems with smartphones do not end when a consumer is ready to repair or upgrade their phone. Major smartphone manufacturers are increasingly making product design decisions that take away an individual’s ability to replace the battery or add more memory. As a result, all the resources, energy, and human effort expended to make each phone are wasted, if the phone is damaged, needs a new battery, or the user outgrows the storage capacity. This greatly reduces the lifespan of the product and drives demand for new products and maximum profit.

Diese Design-Entscheidungen finden sich leider auch bei Tablets und Laptops.

Der Ausweg aus der Misere wird auch benannt:

We are calling for a new business model, in which smartphone manufacturers take into account the impacts their popular devices are having on our planet, and the desire of consumers to slow down the rate of phones they go through in a decade. Manufacturers should measure their innovation not by fewer millimeters and more megapixels, but by designing devices to last, by making them easily repairable and upgradeable, and using components and materials that can safely be reused again and again to make
new phones.

Mit meinem Fairphone habe ich wohl einen Hersteller gefunden, der versucht dieses Modell umzusetzten.

Friday, 24 February 2017

Industrie 4.0 – Schöne neue Welt oder Ressourcenfluch 4.0

Wolfgang Romeys FSFE-Blog | 13:30, Friday, 24 February 2017

Industrie 4.0 ist in letzter Zeit zu einem der Hype-Themen geworden, riesige Erwartungen werden daran genknüpft. Da Software eine der Grundlagen für die Industrie 4.0 ist, geht sie meiner Meinung nach auch die FSFE an, die prüfen sollte, wo sie tätig werden kann oder muß. Die mit der Industrie 4.0 verbundenen Sicherheitsrisiken, verschärft durch die Tatsache, daß der Quelltext der verwendeten Software überwiegend geheim ist, sollte schon Anlaß genug sein.

Auf einen für mich wesentlichen Aspekt bin ich aufmerksam geworden durch die Broschüre Ressourcenfluch 4.0
Die sozialen und ökologischen Auswirkungen von Industrie 4.0 auf den Rohstoffsektor

Die Industrie 4.0 wird nicht wie teilweise behauptet Ressourcenprobleme lösen sondern verschärfen. Dies gilt insbesonders für die Menschen, die in den Fördergebieten leben. Einige Zitate aus der Broschüre:

Die rohstoffpolitischen Forderungen der Industrie, die weiterhin einseitig die Versorgungssicherheit in den Fokus tellen, werden die globalen Herausforderungen des Rohstoffabbaus nicht lösen. Genau im Gegenteil, Industrie 4.0 scheint die schon jetzt mit dem Rohstoffabbau einhergehenden Herausforderungen an vielen Stellen massiv zu verschärfen.

Es ist eben nicht so, wie das BMWi frohlockt, dass die „deutsche Wirtschaft nachhaltiger [wird], da Industrie 4.0] erheblich zu Ressourcenschonung und Energieeffizienz beiträgt“ (BMWi 2015). Im Gegenteil: Die große Gefahr besteht, dass ein Pfad eingeschlagen wird, der nicht-nachhaltig, ressourcenintensiv und am Ende nur ein Irrweg ist, an dessen Wegesrand regelmäßig Menschen­rechtsverletzungen und ökologische Katastrophen zu finden sind. Ein Ressourcenfluch 4.0 bahnt sich für viele Gemeinschaften an, die noch heute auf den Rohstofflagerstätten leben, dort Landwirtschaft betreiben oder das knapper werdende Gut Wasser nutzen.

Zeitgleich steigt durch die Produktion von Sensoren, Displays, Mikrochips und anderen Empfangs- und Sendegeräten die Gefahr, dass metallische Rohstoffe „verbraucht“ werden, indem sie in Produkten nicht kenntlich gemacht und somit nicht zurückgewonnen werden.

Viele deutsche Unternehmen waschen ihre Hände in Unschuld, obwohl sie über die Lieferkette und als Nutznießer der Rohstoffe in Menschenrechtsverletzungen direkt oder indirekt involviert sind. Daher braucht es dringend ein verpflichtendes Gesetz zu gebührender menschenrechtlicher Sorgfalt im globalen Geschäftsverkehr.
Unternehmen müssen verpflichtet werden, die Auswirkungen ihrer Aktivitäten und Geschäftsbeziehungen auf Menschenrechte und Umwelt entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu untersuchen und negativen Auswirkungen entgegenzuwirken.

Tuesday, 14 February 2017

Two pieces of software that I’m grateful for…

Hacking Linz » FSFE | 22:54, Tuesday, 14 February 2017

It’s I love Free Software Day again! …and again I have not written anything in advance. But there’s still time – in my timezone there still is almost an hour left before midnight. Plenty of time for a shout-out to two pieces of software that I hold dear.

Okular

First, I’d like to thank the developers of okular for writing the one PDF reader that I really like!

PDF readers are basically a commodity software: sure, everybody uses one, but nobody really notices it most of the time. Yet, okular was the first PDF reader that I really liked using. The user interface feels well designed (even more so if you think about the competition at the time I first encountered okular). It’s unobtrusive, and has so many small features that just clicked with me. Starting with the various selection modes, via the robust annotation support to the nice-looking presentation mode: every feature I use in this application works fabulously ;-)

Thank you for the great work!

darktable

The application that finally made me warm up to a raw photo workflow is darktable.

Not that I shoot all my photos using the raw format of my camera (not even close). But darktable made processing and editing raw images easy and accessible enough for me to like it. Where before I would think “raw photography is a nice tool for professionals”, darktable made me actually prefer non-destructive raw photo editing over traditional image editors. And it’s getting better with each release. Not that I use that many of the features that darktable provides…

And it’s not just the application itself that I like: Every once in a while, I check in to see what’s new in the blog. It’s mostly about upcoming features and development topics. Yet I find it often contains interesting reads and glimpses into the process behind producing such a nice program.

Thank you for making a raw workflow application that I actually like!

Conclusion

So, that’s my picks for I love Free Software Day 2017. Two applications that could not be much farther apart, but both of which I am very fond of in a different way. Keep up the good work!

Rolle Rückwärts in München: Diese Fragen sollte man sich stellen

Deutsch – Björn Schießle's Weblog | 11:08, Tuesday, 14 February 2017

Bereits diesen Mittwoch soll die Entscheidung fallen: München will bis 2021 die Nutzung des GNU/Linux-Desktop-Clients “LiMux” beenden und damit ein erfolgreiches Leuchtturmprojekt beenden. Ich habe dazu einen ausführlichen Artikel auf Netzpolitik.org veröffentlicht. Bürger haben ein Recht darauf, dass der Stadtrat verantwortungsvoll und professionell arbeitet. Angesichts der Tragweite der Entscheidung sollte auf jede der folgenden Fragen den beteiligten Stadträten die Antwort daher bereits vorliegen. Gerne dürfen diese Fragen auch als Grundlage verwendendet werden um die Entscheidungsträger zu kontaktieren.

Die drängendsten Fragen zur Entscheidung über die zukünftige IT Startegie in München

  • Warum ignoriert der Stadtrat mit seiner Entscheidung die von ihm selbst beauftragten Studien (MitKonkret, it@M Plus, Accenture) welche alle übereinstimmend mit der it@M die Organisationsstrukturen als Ursprung aller Probleme erkannt haben?
  • Existiert ein Zusammenhang zwischen dem Umzug von Microsoft nach München und der Rückkehr zu Microsoft?
  • Wieso werden immer wieder kostenintensive Gutachten und externe Firmen beansprucht, wenn der Stadtrat letztendlich diesen Empfehlungen nicht folgt? Siehe u.a. auch bereits Mitkonkret, die damals eine volle GmbH oder ein IT-Referat empfohlen haben aber von einer Mischform abrieten.
  • Auf wessen Kompetenz fundiert der Stadtratsbeschluss und die darin enthaltene Einschätzung dass Accenture, it@M und alle beteiligten IT-Experten falsch liegen und die Ursachen sich mit einer technologischen Entscheidung lösen ließen?
  • Diese Entscheidung des Stadtrates hat tiefgreifende technische Konsequenzen. Welcher IT-Architekt hat den Stadtrat diesbezüglich beraten und entschieden, dass die kostenintensive Umstellung auf Microsoft Windows eine notwendige Maßnahme ist?
  • Wie glaubt der Stadtrat in zwei Jahren eine komplett neue Infrastruktur zu schaffen angesichts der Tatsache dass auch die bestehende Infrastruktur mit der geplanten Grösse ihre Schwierigkeiten hat. Wie sollen in diesem Zeitraum 30.000 Mitarbeiter geschult, über 9.000 Vorlagen umgebaut, Wollmux und hunderte von komplexen Makros ersetzt werden?
  • Ist dem Stadtrat bewusst, wie er durch den Antrag die Leistung der IT-Mitarbeiter der Stadt herabwürdigt und dass dieses Verhalten die Attraktivität der Landeshauptstadt München als Arbeitgeber für kompetente IT-Spezialisten nachhaltig schädigt?
  • Was passiert mit den Mitarbeitern, die zur Zeit für den Basisclient und LibreOffice entwickeln? Werden diese entlassen oder wird ihnen eine angemessene Zeit zur Umschulung gegeben?
  • Welche Auswirkung hat diese Entscheidung auf den Betrieb der GNU/Linux-Server und das erst kürzlich neu aufgebaute Rechenzentrum der Stadt?

Weiter Fragen die man sich zu dem Thema stellen sollte

  • Wieso glaubt der Stadtrat an, Fachentscheidungen besser treffen zu können als die mit dem Thema beauftragten Fachleute?
  • Haben die Stadträte des Antrags geschäftliche Verbindungen zu Microsoft oder Microsoft-nahen Firmen?
  • Auf welcher Basis wurde entschieden, dass Windows das geeignete System sei?
  • Die Entscheidung ist nicht produktneutral und benachteiligt u.a. deutsche Anbieter und den Wirtschaftsstandort München. Ist das legal oder drohen der Stadt und den für die Entscheidung Verantwortlichen rechtliche Konsequenzen und Regressforderungen?
  • Erratische und unabgestimmte Entscheidungen können auch dazu führen dass viele Firmen bei Ausschreibungen der Landeshauptstadt München in Zukunft nicht mehr teilnehmen. Wie will der Stadtrat dies verhindern wenn Ausschreibungen, Projekte und betriebsfähige Software durch diese Entscheidung einfach weggeworfen werden?
  • Soll die technische Umstellung die notwendige administrative Umstellung ersetzen?
  • Wie verhält sich die geplante Entscheidung zum Teil der Entscheidungsvorlage in der die Notwendigkeit einer heterogenen, von Windows unabhängigen, Infrastrukturstrategie hervorgehoben wird?
  • Wie verhält sich diese Entscheidung insbesondere zu der “Web First”-Strategie, welche ebenfalls in der Entscheidung angesprochen wird?
  • Es gab schon in der Vergangenheit Gerüchte, dass der Stadtrat sich nicht an die Vorgaben der Stadt gehalten hat und unbetreute Windowsclients im Backbone der Stadt oder für Stadtratsaufgaben eingesetzt hat. Dies wäre u.A. eine grob fahrlässige Gefährdung der IT-Sicherheit. Entsprechen diese Gerüchte den Tatsachen?
  • Worauf begründet der Stadtrat seinen Optimismus, dass es keine Reibungsverluste zwischen den DiKas, der GmbH und dem Eigenbetrieb geben wird?
  • Soll der Stadtratsbeschluss zu einer Abschaffung der städtischen Infrastruktur führen bei der alle Daten der Bürger in der Accenture/Microsoft-Cloud gespeichert werden?
  • Wie sieht der Stadtrat die Gewährleistung des Datenschutzes, insbesondere angesichts der Executive Order von Präsident Trump welche den Datenschutz für nicht-US-Bürger abgeschafft hat.
  • Der Stadtrat zwingt mit dieser Entscheidung die Bürger der Landeshauptstadt München zum Einsatz von Microsoft Office für die Kommunikation mit der Verwaltung. Übernimmt der Stadtrat auch die Kostenfolgen dieser Entscheidung für die Bürger die aktuell nicht über Microsoft Office verfügen?
  • Der Stadtrat hat verlauten lassen, dass der Dokumentenaustausch wegen mangelnder Kompatibilität problematisch sei. Auf welche Art und Weise hat der Stadtrat vor, den Austausch von Dokumenten per E-Mail auszubauen? Angesichts von Viren, Erpressungs-Crypto-Trojanern und staatlichen Angreifern mit dem Ziel der Wirtschaftsspionage und
    Manipulation scheint dieses Ziel in die falsche Richtung zu gehen. Stellt dies nicht eine Gefährdung der Sicherheit der städtischen IT durch die Entscheidung des Stadtrats dar?
  • Wie beeinflusst die Entscheidung des Stadtrats die Kosteneffizenz des Gutachtens?

Saturday, 11 February 2017

Software was HUPed

"Ich mein ja nur" ... (majestyx) #1923 | 17:56, Saturday, 11 February 2017

schon mal gelesen ? rsyslogd was HUPed
 
Sieht Mensch ja ab und an in so’nem GNU/Linux – Aber ich werde hier mal ein paar mehr Meldungen aus dem Syslog veröffenlichen.
 
Schon mal so was gelesen?

kernel: [ 1159.863503] usb 2-1.6: usbfs: USBDEVFS_CONTROL failed cmd brltty rqt 128 rq 6 len 255 ret -110
brltty[523]: USB control transfer error 110: Die Wartezeit für die Verbindung ist abgelaufen.

 
Sachdienliche Hinweise bitte in den Kommentaren hinterlassen. Dankeschöön!

St. iGNUsius in Berlin

"Ich mein ja nur" ... (majestyx) #1923 | 17:48, Saturday, 11 February 2017

Gestern war Richard Stallman zu Gast in Berlin. Zu einem seiner berühmt/berüchtigten Vorträge.

Der Vortrag über Freedom in Freesoftware wird laufend “upgedatet” – Dank einiger Unternehmen sogar recht oft und umfassend. Die üblichen Verdächtigen wie M$, Google und Apple lassen nicht locker mit Ihrem Versuch das freie aus der “Open Source” (Marketing Begriff!) heraus zu -kaufen -klagen u.s.w.

Richard erklärte den Zuhöhenden das “wie” und zeigt auf “was” Mensch dagegen tun kann.  Unterstützung erfährt der/die EndanwenderIn durch die Community. Beispielsweise helfen kleine Werkzeuge wie das LibreJS – Projekt dabei. Richard erklärte das recht ausfühlich nochmals. Die FSF hat einen Webbrowser freigegeben der LibreJS schon als Plugin vorab installiert hat. Wenn man dann mittels der IceCat auf eine Webseite kommt, nehmen wir hier im beispiel mal die WordPress Seite der FSFE bekommt “der IceCat User” folgende Hinweise:

 

List of accepted JavaScript in https://blogs.fsfe.org/majestyx/wp-login.php

List of blocked JavaScript in https://blogs.fsfe.org/majestyx/wp-login.php

LibreJS bietet dann gleich an, wenn der Webmaster eine Kontaktadresse hinterlegt hat, diesen darüber zu informieren.

Gerade Institutionen oder Menschen die “freie Informationen” (im weitesten Sinne) bereit stellen wollen sollten da aufmerksam werden. Den was “unfrei” ist kann ganz schnell zu Monetären Problemen führen. Und sei es nur eine “Urheberrechtsklage wegen der unerlaubten Nutzung o.ä” (Nein, das ist keine Juristische Aussage. Für so was haben wir das Legal-Team)

Tja, und so geht das Jahr 2017 gleich weiter wie das alte aufgehöhrt hat…. Ich musste in dem Zusammenhang mal wieder an einen alten Sponti Spruch aus den “80ern” erinnern: Freiräume bekommt man nicht, freiräume erkämpft Mensch sich. Natürlich nur Politisch/Sozial Das ist (noch) kein Aufruf zum Klassenkampf ;-)

Good Night & Good Luck

Wednesday, 11 January 2017

“Armutsdebatte: Das bedingungslose Grundeinkommen ist ungerecht”

egnun's blog » Netzpolitik | 00:03, Wednesday, 11 January 2017

“Kann sich der Mensch besser verwirklichen, wenn ihm der Staat ein bedingungsloses Grundeinkommen bietet? Der Armutsforscher Christoph Butterwegge bezweifelt das. Ein Kommunismus im Kapitalismus sei nicht möglich, sagt der Kandidat der Linkspartei für die Wahl zum Bundespräsidenten.”

Der Präsidentschaftskandidat und auch noch der der Linkspartei erklärt, warum ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) eher keinen Sinn ergibt und im Gegenteil sogar eher schädlich wäre für eine linke, proletarische Bewegung.

tl;dr

Es wäre fernab davon fair zu sein, da die Reichen mehr davon profitierten als die Armen.
Besonders aber für die Gewerkschaften wäre ein BGE schädlich, da mit einem solchen z.B. sämtliche “sozialpolitisch motivierten Regulierungen des Arbeitsmarktes gestrichen” und die Gewerkschaften so entmachtet würden.

Tuesday, 20 December 2016

Lerne ein Werkzeug für Freie Software kennen: FragDenStaat.de

Deutscher Planet – Dreierlei | 16:21, Tuesday, 20 December 2016

Heute in einer Woche beginnt der Chaos Communication Congress (33C3) und die FSFE-Assembly bietet dir dieses Jahr 21 Sessions. Darunter ist auch Arne Semsrott von der Open Knowledge Foundation Deutschland, der dort das Portal FragDenStaat.de betreut und an unserer Assembly einen Informationsfreiheits-Workshop für Einsteiger anbietet.

Wie auf dem FSFE summit dieses Jahr vorgestellt, planen wir in etwa Mitte nächsten Jahres die Kampagne “Public Money – Public Code” zu starten. Wie Katharina Nocun auf dem Summit erklärt, steckt Im Kern der Kampagne die Forderung, dass mit öffentlichen Geldern finanzierte Software(-entwicklungen) wiederum der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Erreichen wollen wir dies unter anderem durch medialen Druck, indem wir beispielsweise aufzeigen wie viel Geld von Öffentlicher Hand (versch-)wendet wird um immer und immer wieder für die selbe Software Lizengebühren zu bezahlen – anstatt sie einmal als Freie Software zu entwickeln und fortan gemeinsam zu pflegen und zu teilen.

Dafür brauchen wir Daten! Daten darüber wie viel Geld in proprietäre Software gesteckt wird, Auskünfte über die Ausflüchte warum nicht eine Freie Software Lösung bevorzugt wurde, warum Kommunen nicht gemeinsam Software in Auftrag geben … und so weiter. Die Daten sammeln wir im Wiki der FSFE um damit die Kampage mit dem nötigen Bums zu unterfüttern.
Um diese Daten und Informationen zu bekommen möchten wir parlamentarische Anfragen anstoßen und selbst Fragen nach dem europäischen Informationsfreiheitsgesetz ausrollen. Dazu gibt es inzwischen sehr hilfreiche und leicht zu verwendende Werkzeuge. Für die Anfragen innerhalb Deutschlands sind wir deshalb superglücklich Arne Semsrott, den Betreuer von FragDenStaat.de, für einen Einsteigerworkshop während des 33C3 gewonnen zu haben.

Der Workshop wird sich erst ganz allgemein dem Portal FragDenStaat.de widmen, wie man dort eine IFG-Anfrage stellt und wie man diese am sinnvollsten für seine Anliegen verwendet. Als zweiten Schritt werden wir auf das Thema Freie Software zu sprechen kommen und wie man gezielt IFG-Anfragen für Freie Software einsetzen kann. Schließlich besprechen wir sinnvolle Datenerfassung für die “Public Money – Public Code”-Kampagne.

Du solltest an diesem Workshop teilnehmen, wenn

  • du dich schon immer für IFG-Anfragen und FragDenStaat.de interessiert hast und den Umgang mit diesem wichtigen Werkzeug lernen möchtest.
  • du gerne Freie Software unterstützen möchtest und dazu lernen willst wie man dem Staat auf die Finger schaut.
  • du uns in unserer “Public Money – Public Code”-Kampagne unterstützen möchtest.

Der Workshop findet statt am Donnerstag, 29.12., in Raum 13-14.

Monday, 19 December 2016

Upcycling von Software? Ein paar Gedanken.

Deutscher Planet – Dreierlei | 09:55, Monday, 19 December 2016

Auf der OpenRheinRuhr bin ich mit Frank Lanitz und Wolfgang Romey zusammen gekommen um über verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit von IT und Software zu diskutieren. Frank hat uns zusammengebracht, weil im Eigenbaukombinat in Halle eine Informationsreihe zum Thema Upcycling geplant ist. In diesem Rahmen fragten wir uns ob es eigentlich ein upcycling von Software gibt? Was könnte man darunter verstehen?

Nehmen wir mal die laut Wikipedia erste Definition von upcycling zur Grundlage:

“‚Recycling‘, sagte er, ‚ich nenne es Down-cycling. Sie schlagen Steine kaputt, sie schlagen alles kaputt. Was wir brauchen, ist Up-cycling, bei dem alte Produkte einen höheren Wert erhalten, keinen geringeren.”

Es geht also darum ein gefertigtes Produkt in einer Weise zu verändern, dass es einen “höheren Wert” erhält, folglich geht es darum ein existierendes, in die Jahre gekommenes, Produkt nochmals aufzuwerten, zu verbessern.

Wir haben die These aufgestellt, dass ein “Forken” von Software ein Upcycling-Prozess ist. Oder zumindest unter Umständen zu einem upcycling Prozess werden kann. Als Forken bezeichnet man die Abspaltung einer Software-Community inklusive des Codes aus einem bestehenden Projekt heraus um daraus ein neues Projekt zu formen. Zum Beispiel ging Libre Office aus einer Abspaltung von Open Office hervor, das wiederum aus einer Abspaltung von Star Office hervorging. Möglich ist dieser Prozess grundsätzlich bei aller Software, deren Code frei lizensiert ist.

Um den Bogen zu obiger Definition zu schlagen, sind die genannten Abspaltungen jeweils Beispiele in denen ein bereits gefertigtes Produkt (für seine Aufgabe verwendbarer und ausführbarer Software code) genommen wurde und zu einem “höheren Wert” fortan verändert wurde (Weiterentwicklung des codes). Wobei der “höhere Wert” im Sinne einer Qualität sicher oft schwer zu bemessen ist beziehungsweise ein Punkt ist an dem sich so manche Geister scheiden. “Qualität” im klassischen Sinne soll deshalb an dieser Stelle keine Rolle spielen soll. Der “höhere Wert” der Abspaltungen wird stattdessen daran ermessen, dass es den Abspaltungen jeweils gelungen ist, eine größere Community aufzubauen als ihre “Mutter” und mit schnelleren Entwicklungszyklen das Projekt voranzutreiben.

<figure class="wp-caption aligncenter" id="attachment_1853" style="width: 300px"><figcaption class="wp-caption-text">Ist das Upcycling?</figcaption></figure>

Ich habe nun den Gedanken des upcyclens von Software etwas weiter gesponnen und bin dabei mit folgender Gedankenskizze zu möglichen Klassifizierungen von upcycling-Prozessen rausgekommen:

Im folgenden kurze Erläuterungen zu den jeweiligen Prozessen:

  • Forken: Wie oben bereits ausgeführt, bezeichnet Forken in der Softwareentwicklung die Abspaltung eines Projektes in ein Folgeprojekt, bei dem die Quelltexte oder Teile davon fortan unabhängig vom ursprünglichen Mutterprojekt weiterentwickelt werden. Bekanntes Beispiel dafür ist die Abspaltung von Open Office zu Libre Office oder von Owncloud zu Nextcloud. Oft werden derartige Abspaltungen von einem oder mehreren Kern-Entwicklern des bestehenden Projektes vorangetrieben, die es vermögen dabei große Teile der Community an das neue Projekt mitzunehmen. Weshalb in solchen Beispielen die Fortentwicklung des Abkömmlings oft schneller und innovativer ist als das ihrer “Mutter” und sie damit auch schnell höhere Nutzerzahlen als ihre Mutter erreichen. Die Qualität außen vor gelassen, lassen allein die höheren Nutzerzahlen und schnellere Entwicklung des Abkömmlings über Zeit auf einen “höheren Wert” schließen.
    Es soll vermerkt sein, dass eine Abspaltung nicht zwangsläufig zu einem “höhen Wert” führen muss. Aber es ist möglich das dies passiert, und in diesen Fällen kann man von einem upcycling von Software sprechen, weil ein altes Produkt einen höheren Wert bekommt.
  • “Befreiung” / “Open sourcing”: Mitte der Neunziger gab es einen sogenannten “Browser War”, den Netscape Navigator damals gegen Microsoft’s Internet Explorer verlor. Als das Ende absehbar war, entschied man sich bei Netscape den Code des Browsers zu veröffentlichen und damit eine Freie Software als Alternative zu Microsofts IE auf den Markt zu bringen. Daraus ging dann schließlich nach ein paar weiteren Zwischenschritten der heute weitbekannte Mozilla Firefox hervor.
    Es ist quasi die Geschichte einer “Wiederbelebung” einer “sterbenden Software”. “Sterbend” in dem Sinne, dass die Nutzerzahlen bei Netscape derart eingebrochen waren, dass weitere Investitionen unwirtschaftlich erschienen und das Unternehmen beschloss die weitere Entwicklung einzustellen. Doch, um dem “Tod der Software” zu entgehen, wurde damals entschieden den Code zu veröffentlichen. Dieser wurde von anderen Entwicklern aufgegriffen und eine Community bildete sich die am Ende den Code gar neu geschrieben hat. Die sterbende Software hat durch die veröffentlichung des Codes unter einer freien Lizenz einen komplett neuen Lebenszyklus bekommen, es ist ein neues Produkt entstanden und dieses war am Ende schließlich besser als die Ursprungsmaterie. Man könnte im Sinne der Definition also auch bei einem erfolgreichen befreien / open-sourcing von einem upcycling-Prozess sprechen.
  • Verbreitung: id Software hat in den Neunziger Jahren das Shooter-Genre geprägt, beziehungsweise es unter anderem mit dem Titel “Doom” erst populär gemacht – heutzutage der “Klassiker” schlechthin. Außerdem hat id Software eine policy, dass sie 5 Jahre nach dem Erscheinen ihrer Spiele-Engines diese als Freie Software veröffentlichen. Damit ist auch Doom eines Tages unter einer freien Lizenz veröffentlicht worden (siehe vorherigen Punkt: Befreiung/Open sourcing) und es erfreut sich seitdem in einer gewissen Szene großer Beliebtheit Doom auf allen möglich oder unmöglichen Endgeräten zum Laufen zu bringen. Möglich wird dies durch die freie Verfügbarkeit des Codes und seines hohen Alters, weshalb er aus heutiger Perspektive nur sehr geringe Hardwareansprüche hat.
    Ist das nun upcycling? Nein könnte man sagen, denn der eigentliche Code oder das Spiel wird ja nicht verbessert – es wird lediglich portiert auf andere Geräte. Aber, auch wenn der eigentliche Code keine Veränderung erfährt kann man einer Software durchaus unterstellen, dass sie einen “höheren Wert” hat, auf je mehr unterschiedlichen Geräten sie installiert und ausgeführt werden kann. Eine Software wird damit schlichtweg universaler Anwendbar und weniger Abhängig von der Hardware. Mit jedem weiteren Gerät, auf dem Doom lauffähig gemacht wird, erfährt nach dieser Vorstellung die ursprüngliche Software einen Stück weit ein upcycling, einen höheren Wert. Und, um nochmal die Analogie des sterbenden Codes zu bedienen: Sie erfährt zugleich eine Wiederbelebung, bzw ein Weiterleben. Denn die Computer, für welche Doom ursprünglich geschrieben wurde die gibt es heutzutage kaum noch.
  • Wiederbeleben: Wenn eine Software keine Entwickler mehr hat und der letzte Nutzer gegangen ist, dann ist sie quasi tot, ist sie doch schließlich nur noch ungenutzter Code. Davon gibt es übrigens bereits jede Menge. Man könnte sich aber vorstellen, in einer fernen Zukunft, da liegt dieser alte unbenutzte code auf einem alten Datenträger herum und wird dann auf neue oder gar andere Weise wiederverwendet. Quasi wieder gefunden und “wiederbelebt”. Vielleicht weil dieser alte Code etwas ganz besonderes kann in Verbindung mit einem neuen Gerät. Oder, um sich etwas des Science Fiction Genres zu bedienen, es könnte in dieser fernen Zukunft auch der Code sein, der als einziges noch nicht vom imperialen Computersystem unter dessen Herrschaft gezogen ist und der den Rebellen als Grundbasis für ihre neue Welt dient … oder so ähnlich : )
    Um das Argument etwas greifbarer zu machen muss man auch gar nicht so weit in die Zukunft schauen. Eine derartige “Wiederbelebung” ist heutzutage auch schon denkbar. Und im Sinne unserer Definition wäre eine “Wiederbelebung” von altem Code zu neuen Aufgaben sicher ein “höherer Wert” und damit ein upcycling-Prozess.
  • Virtualisierung: ScummVM ist ein Beispiel für eine Software, die es durch einen Interpreter ermöglicht, viele ältere Computer- und Konsolen-Spiele auf wesentlich moderneren oder auch ganz anderen Plattformen zum Laufen zu bringen. Dabei handelt es sich insbesondere um Hardware-Umgebungen, deren ursprüngliche Entwickler weder vorhersehen noch bei der Programmierung berücksichtigen konnten. Anders als bei dem Beispiel von Doom (siehe Punkt: Verbreitung) werden diese neue Umgebungen allerdings nicht möglich, weil die Spiele selbst Freie Software wären. Lediglich die ScummVM selbst ist Freie Software und ermöglicht es anderer Software sich weiter zu verbreiten, indem alte Software auf neuen Hardware-Umgebungen zum Laufen gebracht wird. Wie in dem Punkt “Verbreitung” weiter oben ausgeführt, kann argumentiert werden, dass der Wert eine Software mit jeder Hardware steigt, auf der sie ausgeführt werden kann. ScummVM betreibt damit ein upcycling für alte Software, es ist quasi ein “upcycler”.

Als nächsten Schritt würde ich gerne die gerade ausgeführten Gedanken zum “upcycling von Software” diskutieren und freue mich über mehr Input dazu. Wenn ihr also weitere Gedanken dazu habt, tretet bitte in Kontakt mit mir.

Und wenn man von hier aus noch einen Schritt weiter gehen möchte, dann könnte man sich wohl als nächstes Überlegen, was für Bedingungen die oben beschriebenen Prozesse begünstigen oder gar deren Voraussetzung sind. Wobei schon sehr offenkundig ist, dass die freie Verfügbarkeit des Source Codes eine bedeutende Rolle spielt.

Thursday, 15 December 2016

Werkzeugkasten Freie Software

Deutsch – Björn Schießle's Weblog | 10:44, Thursday, 15 December 2016

Open Education Resources

Nach viel Arbeit, die dank einem tollen Autoren-Team und Herausgeber mindestens genauso viel Spaß gemacht hat, freue ich mich das der Werkzeugkasten Freie Software veröffentlicht wurde. Ganz im Sinn der Open Education Resources ist der Werkzeugkasten unter der Creative Commons By-SA Lizenz erhältlich. Damit können alle Inhalte im und außerhalb des Unterrichts frei verwendet werden, solange die Quelle benannt wird. Auch Anpassungen und Erweiterungen sind durch die Lizenz erlaubt. Hierfür steht der vollständige Werkzeugkasten als HTML, PDF, DOCX und ODT zum Download bereit.


Das Konzept Freie Software ist für die Schule wie geschaffen. Freie Software erlaubt es die Software für jeden Zweck zu verwenden, sie zu untersuchen, anzupassen und weiterzugeben. Dadurch können Schüler ohne Hindernisse, wie restriktive Lizenzen, mit der Software ihrer Wahl arbeiten. Durch die Möglichkeit die Software frei zu kopieren ist sicher gestellt, dass alle Schüler die gleichen Chancen haben und der Erfolg im Unterricht nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängt. Beim Einsatz Freier Software kann auch der Lehrer bedenkenlos die Software an die Schüler ausgeben, so dass zu Hause und in der Schule mit der selben Software gearbeitet werden kann. Schüler können zusammen lernen und die Software untereinander austauschen, dies ist eine Art der Zusammenarbeit wie sie in vielen anderen Bereichen der Schule selbstverständlich ist. Da Software fachübergreifend in nahezu jedem Bereich eingesetzt wird, kommt ihr eine besondere Bedeutung bei der Frage zu, welche Art des Miteinander und der Zusammenarbeit wir in Schulen vermitteln wollen.
Sollte die Neugier groß genug sein, ermöglicht Freie Software auch das sich die Schüler das Innenleben der Software anschauen und diese vielleicht sogar selber anpassen. Dadurch können Schüler spielerisch ein besseres Verständnis für die Technologie erwerben die sie im Alltag umgibt. Grundzüge dieser Technologie zu verstehen wird in Zukunft genauso wichtig sein wie das Lesen und Schreiben. Mit Freier Software haben Schulen die einmalige Gelegenheit Schülern nicht nur die Bedienung einer Black-Box beizubringen, sondern zur Erlangung nachhaltigem Wissens beizutragen.

Proprietäre Software verwendet oft seine ganz eigenen, undokumentierten Dateiformate. Dadurch besteht die Gefahr das man frühzeitig Dokumente in Formaten anhäuft welche man in Zukunft entweder gar nicht mehr lesen kann oder die einen dazu zwingen weiterhin Software des gleiche Herstellers einzusetzen. Dieser Lock-In Effekt ist einer der Gründe warum Hersteller ihre proprietäre Software oft bereitwillig günstig oder vollständig kostenlos an Schulen ausgegeben. Man sollte sich gut überlegen ob man ein solches zweifelhaftes “Geschenk” annehmen will. Im Gegensatz dazu basiert Freie Software oft auf standardisierten Dateiformaten. Diese erhöhen die Chancen, dass man seine Dokumente auch noch viele Jahre nach der Erstellung lesen und weiterverarbeiten kann. Auch die Möglichkeiten die Software zu wechseln sind dadurch deutlich besser.

Ich hoffe, dass es uns mit dem Werkzeugkasten Freie Software gelungen ist sowohl die grundlegenden Prinzipien und Vorteile Freier Software zu vermitteln, also auch ganz konkrete Softwarelösungen und Einsatzmöglichkeiten für den Alltag in der Schule vorzustellen. Ich bin schon sehr gespannt wie das Ergebnis angenommen wird und freue mich über jede Art von Rückmeldung.

Sunday, 11 December 2016

Agenda-Siegel 2016 der Stadt Dortmund an Do-FOSS verliehen

Do-FOSS | 19:21, Sunday, 11 December 2016

Freie Software: Teil globaler Nachhaltigkeitsziele 2030 der UN

Agenda-Siegel 2016

Bild: Agenda-Siegel 2016 (© Stadt Dortmund)

Am 25.09.2015 wurde in New York von den Vereinten Nationen für die Weiterverfolgung der Ergebnisse des Millenniums-Gipfels die Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beschlossen. Die Agenda 2030 folgt damit auf die Agenda 21. Die Agenda 2030 gliedert sich in 17 Nachhaltigkeitsentwicklungsziele (Sustainable Development Goals) mit 169 Zielvorgaben, die erstmals Umwelt- und Entwicklungsaspekte enthalten und sich an alle Staaten richten und nicht primär Entwicklungsländer im Fokus haben. Die am 01.01.2016 in Kraft getretenen Agenda-Ziele mit Erläuterungen finden sich u.a. auf den eigens eingerichteten Webseiten des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Im Zusammenhang mit den Agenda-Zielen verleiht die Stadt Dortmund das sog. Agenda-Siegel als Auszeichnung für bürgerschaftliche Projekte und Ideen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung. Die Stadt Dortmund beschreibt das Agenda-Siegel auf der Homepage ihres Agenda-Büros wie folgt:

Das Agenda-Siegel soll neben der Auszeichnung einer möglichst breiten Palette von Projekten die öffentlichkeitswirksame Darstellung des bürgerschaftlichen Engagements auf dem Weg zu einer nachhaltigen Stadt dokumentieren.
Das Siegel soll Anreize schaffen, sich mit den Prinzipien der Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Über die öffentliche Präsentation guter Beispiele und Aktionen soll verdeutlicht werden, was sich alles hinter dem Begriff „Agenda“ verbergen kann.

Ins Leben gerufen wurde die Auszeichnung im Jahr 2000 durch den Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Wohnen und wird seit 2004 jährlich vergeben. Die Jury des Agenda-Siegels 2016 bestand aus Vertreterinnen und Vertretern der Verbraucherzentrale Dortmund, der Evangelischen Kirche von Westfalen, der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW und des Handelsverbandes NRW. Die ausgewählten Projekte erhalten das Recht, das Agenda-Siegel in Form von Logo und Stempel mit Jahresangabe zu verwenden. Vergeben wird das Siegel in den Kategorien Schule und Initiative, Organisation, Verein, Privatperson.

Do-FOSS freut sich über eine erfolgreiche Bewerbung für das Agenda-Siegel 2016! Die Ausschreibungsunterlagen der Stadt Dortmund, die Bewerbungsunterlagen von Do-FOSS und Eindrücke von der Verleihung können in unserer Dokumentenverwaltung heruntergeladen werden. Mehr Informationen zum Agenda-Engagement der Stadt Dortmund finden sich auf der Webseite des Agenda-Büros der Stadt Dortmund. Die Pressemitteilung der Stadt Dortmund zur Verleihung des Agenda-Siegels 2016 ist auf der Unterseite Nachrichten zu finden.

Do-FOSS ermuntert alle Menschen auch in ihren Städten Freie Software zum Thema zu machen und steht gerne als Ansprechpartner zum Erfahrungsaustausch zur Verfügung.

<figure style=" width: 70%; height: auto; text-align: center; text-indent: 0; border: thin silver solid; margin: 0.5em; padding: 0.5em;">
Preisverleihung Sierau<figcaption>Preisverleihung durch Oberbürgermeister Ullrich Sierau an Do-FOSS (repräsentiert von Till Schäfer) (Foto: Agenda-Büro Dortmund / © Stadt Dortmund)</figcaption></figure>

<figure style=" width: 70%; height: auto; text-align: center; text-indent: 0; border: thin silver solid; margin: 0.5em; padding: 0.5em;">
Gruppenfoto: Agenda-Siegel-Preisträger<figcaption>Agenda-Siegel-Preisträger (Foto: Anja Kador / Lizenz: unbekannt)</figcaption></figure>

Freie Software: global denken, lokal handeln

Do-FOSS hat sich bislang vor allem intensiv in lokale Fragen von Softwareeinsatz eingebracht. Jedoch ist eine lokale Softwarestrategie nicht von einer globalen Entwicklung zu trennen. Freie Software entfaltet ihre Wirksamkeit durch die Möglichkeit globales Know-How mit örtlicher Kompetenz zu verbinden. Während Freie-Software-Projekte zum wesentlichen Teil international verfügbar sind und häufig auf internationalen Kooperationsstrukturen basieren, ist der Nutzen Freier-Software-Projekte gerade in lokalen kleineren Strukturen deutlich erkennbar. Der freie Zugang zu softwaretechnischem Wissen ermöglicht den Aufbau lokaler Kompetenzstrukturen und den Einbezug kleinerer Softwareanbieter in die Anpassung solcher Software an lokale Gegebenheiten. Der barrierefreie Zugang zu dem Know-How verhindert global wie lokal daher die Einhegung von Wissen und eine digitale Spaltung. Daher kann ein technologischer Wissenstransfer hervorgehoben werden, welcher durch Freie Software u.a. für das Nord-Süd-Gefälle ermöglicht wird (vgl. Nachhaltigkeitsentwicklungsziel 12 „Verantwortungsvoller Konsum / technological capacity“ und Nachhaltigkeitsentwicklungsziel 17 „Partnerschaften, um die Ziele zu erreichen / Technology“ & „Systematic issues“ der Agenda 2030). Darüberhinausgehend schafft Freie Software durch die Nachvollziehbarkeit ihrer Funktionalität (überprüfbar durch unabhängige Sachverständige) wichtiges Vertrauen, um die Digitalisierung des Lebensraumes bei uns vor Ort – wie z.B. durch das Projekt Smart City Dortmund angestrebt
wird – zu ermöglichen.

Freie Software hat zudem eine umfassende Nachhaltigkeitsdimension. In der Publikation des Umweltbundesamtes mit dem Titel Nachhaltige Software werden u.a. Zusammenhänge mit dem Energieverbrauch von Software (Green Software Engineering), den Hardwareanforderungen, der Wiederverwendbarkeit von Software (und damit der Einsparung von Entwicklungsressourcen), dem gesellschaftlich zugänglichem Wissen (in Form von Gemeingütern), Modularität (und der damit verbundenen Anpassbarkeit von Softwarelösungen), sowie zahlreiche weitere positive Auswirkungen auf soziale und wirtschaftliche Organisationsformen beschrieben. In der Publikation wird deutlich, dass eine Grundvoraussetzung für die Nachhaltigkeit von Software ist, dass sie unter einer Freien Lizenz veröffentlicht wird.

Das Umweltbundesamt zu Nachhaltiger Software:

Wird von Green IT (Grüner Informationstechnik) gesprochen, so denkt man dabei meist an energieeffiziente und ressourcenschonende Hardware. Von ebenso großer Bedeutung für die Nachhaltigkeit eines IT-Systems ist jedoch die Software. […] Unter „Nachhaltiger Software“ wird (im weitesten Sinne) Software verstanden, die entlang ihres Lebensweges (Entwicklung, Anwendung, Außerbetriebnahme) die Umwelt wenig belastet und somit ressourcenschonend und energieeffizient ist. Dies kann beispielsweise dadurch realisiert sein, dass sie effizient und schlank programmiert sowie modular und erweiterbar ist oder langfristig gepflegt wird. Weiterhin kann sich die Software dadurch auszeichnen, dass sie in ihrer Anwendung einen positiven Effekt auf die Umwelt hat, beispielsweise indem sie hilft, Energie und Ressourcen einzusparen oder Prozesse zu optimieren.“ (Umweltbundesamt – Nachhaltige Software, S. 9)

Gerade bei Freien Softwareprojekten gibt es häufig Bestrebungen alte Hardware länger nutzbar zu machen und z.B. Betriebssysteme mit besonders geringen Hardwareanforderungen zu entwickeln. Häufig werden Computer lediglich als Textverarbeitungsplätze (Briefe, E-Mails, etc.) genutzt und die dafür benötigte Funktionalität stellt niedrige Hardwareanforderungen. Dennoch entwickeln viele Closed-Source-Betriebssysteme immer höhere Anforderungen an Hardware. Durch die individuelle Anpassbarkeit von Freier Software lässt sich insbesondere eine schlanke und energieeffiziente IT-Architektur realisieren, welche mit nachhaltigen Hardwarekonzepten harmonisiert.

Freie Software: in Dortmund erfahren

An die obigen Überlegungen angelehnt, findet in DO-Hörde alle 2 Wochen ein offener Themenabend Einführung in die Nutzung Freier Software durch ein eigenständiges an Do-FOSS angegliedertes Projekt statt. An den Abenden dieser regelmäßigen Veranstaltung erhalten (neue) Anwenderinnen und Anwender Freier Software eine Einführung in den Alltagsgebrauch ihres (befreiten) Computers. Dabei liegt der Fokus auf der ressourcenschonenden GNU/Linux Distribution (L)Ubuntu, die sehr leicht zu installieren und zu warten ist und auch Computerlaien den Genuss einer Vielzahl Freier und Quelloffener Anwendungsprogramme ermöglicht, die (fast) keine Wünsche offenlassen. Weitere Informationen finden sich auf unserer Blog-Seite Einführung in die Nutzung Freier Software. Die Termine zu dieser Veranstaltung finden sich hier.

Dokumente zum Herunterladen

Der Folder zur Bewerbung um das Agenda-Siegel 2016 der Stadt Dortmund kann hier heruntergeladen werden. Der offizielle Bewerbungsbogen für das Agenda-Siegel 2016 kann hier und in einer von Do-FOSS erstellten lesefreundlicheren Version kann der Bewerbungsbogen hier heruntergeladen werden. Die Urkunde über die Verleihung des Agenda-Siegels 2016 an Do-FOSS kann hier heruntergeladen werden.

Die Pressemitteilung der Stadt Dortmund zur Verleihung des Agenda-Siegels 2016 vom 07.12.2016 kann hier sowie die Preisträgerliste des Agenda-Siegels 2016 kann hier heruntergeladen werden.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

The post Agenda-Siegel 2016 der Stadt Dortmund an Do-FOSS verliehen appeared first on Do-FOSS.