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Monday, 14 September 2020

Stadt Dortmund unterstützt Aufbau eines Freien-Software-Repositorys für den öffentlichen Dienst

  • Do-FOSS
  • 19:05, Monday, 14 September 2020

Presseartikel

Bild: Presseartikel

OSBA und Vitako initiieren interkommunalen Baustein für mehr Digitale Souveränität

Auf Initiative der Open Source Business Alliance (OSBA) (einem Kooperationspartner von Do-FOSS) und der Vitako – Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister, wurde ein Interessenverbund zum Aufbau eines Freien-SoftwareRepositorys gegründet. Ziel dieses Verbundes ist die einfache Auffindbarkeit, der rechtssichere Austausch sowie die gemeinsame Entwicklung von Freier Software im interkommunalen Rahmen. Dieser Zusammenschluss ist Teil einer weitergefassten Strategie zur Gewährleistung der digitalen Souveränität des öffentlichen Dienstes.

Do-FOSS freut sich zusammen mit dem Dortmunder Systemhaus (dosys.) Teil des Interessenverbundes zu sein und damit gemeinsam einen konkreten Schritt hin zu mehr digitaler Souveränität mit Freier Software zu gehen. Ganz im Sinne von Public Money? Public Code!.


Logos der Unterstützer für ein öffentliches Code-Repository
Do-FOSS und das Dortmunder Systemhaus (dosys.) zählen zu den Unterstützern

Die OSBA und die Vitako haben dazu eine gemeinsame Pressemitteilung herausgegeben, welche im Folgenden wiedergeben wird. Für weitere Informationen siehe auch die Presseberichterstattungen von Heise und Golem.

Pressemitteilung der OSBA und der Vitako im Wortlaut

Stuttgart/Berlin, 10.09.2020. Eine von der Open Source Business Alliance und Vitako – Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister initiierte Gruppe von Experten hat ein erstes Konzept für ein „Open Source Code Repository“ für die öffentliche Hand erarbeitet und dafür zahlreiche Unterstützer gefunden. Ziel des Interessenverbunds ist es nun, den Weg für ein Portal zu bereiten, durch das die öffentliche Verwaltung in Deutschland Open Source Software (OSS), oft auch als „Freie Software“ oder „FOSS“ bezeichnet, in adäquater und rechtssicherer Weise austauschen und gemeinsam entwickeln kann. Der verstärkte Einsatz von OSS ist für die Autoren ein zentraler Baustein für mehr Digitale Souveränität. Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung sind eingeladen, sich mit dem Konzept eines solchen Repository auseinanderzusetzen, das die Digitalisierung der Verwaltung erheblich beschleunigen kann.

Open Source Code Repository bringt die Verwaltungsdigitalisierung voran

„In einer Reihe von Sitzungen einer Arbeitsgruppe, die kontinuierlich um weitere Fachleute aus dem OSS-Umfeld angewachsen ist, haben wir ausführlich verschiedenste Aspekte diskutiert und die Idee fortentwickelt“, sagt Dr. Christian Knebel, Projektleiter für die OSB Alliance. Als erstes Ergebnis wurde ein Arbeitspapier erstellt, dass die Idee eines Open Source Code Repository in einen Zusammenhang setzt, die Herausforderungen beschreibt, die Potentiale von OSS verdeutlicht und klar umreißt, wie das Repository Lösungen bieten, und die Verwaltungsdigitalisierung voranbringen kann.

„Wesentliche Teile von Staat und Verwaltung haben jetzt erkannt, wie wichtig digitale Souveränität ist, um Sicherheit, vertrauenswürdige Kommunikation und vor allem Innovationsfähigkeit für Staat, Einzelpersonen und die europäische Wirtschaft zu sichern und zu stärken“, erläutert Peter Ganten, Vorstandsvorsitzender der OSB Alliance. Ein wesentliches Mittel zur Erreichung von digitaler Souveränität sei Freie und Open Source Software mit ihren Vorzügen wie Flexibilität, Innovationsfähigkeit und Sicherheit.

Über Organisationsgrenzen hinweg kooperieren

Offener und freier Code ist für jeden einsehbar und damit unabhängig auf Sicherheitsaspekte zu überprüfen. Anwendungen können selbst betrieben und jederzeit an individuelle Bedürfnisse angepasst werden. So lässt sich eine weitgehende Unabhängigkeit von Herstellern erreichen. Außerdem haben Verwaltungen die Möglichkeit, über Organisationsgrenzen hinweg einfacher miteinander zu kooperieren. „Während die gemeinschaftliche Entwicklung von proprietärer Software durch unterschiedliche Behörden oder Rechenzentren oft sehr kompliziert ist und schon daran scheitert, vertragliche Fragen zu klären, ist Open Source Software einfacher zu handhaben“, erklärt Vitako-Geschäftsführer Dr. Ralf Resch.

Entsprechend verfolgt „Ein Ort für öffentlichen Code“ folgenden Ansatz: Offene und freie Software für die Verwaltung muss einerseits strukturiert auffindbar werden, andererseits kollaborativ und gleichzeitig rechtssicher entwickelt und dokumentiert werden können. Zudem ist wichtig, dass die Umgebung den Austausch zwischen den beteiligten Akteuren wie Programmierern, Anwendern und Administratoren fördert und den Aufbau von Netzwerken unterstützt, damit Communities rund um einzelne Projekte entstehen können.

Trägerorganisation finden, eine stabile Finanzierung erreichen

Auch wenn auf dem Weg noch einige technische, organisatorische und auch juristische Fragestellungen zu lösen bleiben, ist ein „Ort für öffentlichen Code“ kein Großprojekt. Die notwendigen Bestandteile sind ein Lösungskatalog, eine föderierte Nutzerverwaltung, eine Code- sowie eine Informationsplattform. Dafür existieren jeweils schon Open-Source-Lösungen, die in einem ersten Schritt installiert und konfiguriert werden können.

Nächster Schritt ist nun, eine Trägerorganisation zu finden und eine stabile Finanzierung zu erreichen, um den Bedürfnissen der entstehenden Community gerecht zu werden. Die Initiative „Ein Ort für öffentlichen Code“ lädt Verwaltung, Politik und Open Source Community ein, sich an der Diskussion zu beteiligen und das Projekt ganz im Sinne des Open-Source-Gedankens weiterzuentwickeln.

Bisherige Unterstützer

  • AG KRITIS
  • #cnetz – Verein für Netzpolitik e.V.
  • D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt e.V.
  • Dataport AöR
  • Deutscher Landkreistag
  • Digitalcourage e.V.
  • Digitale Gesellschaft eV.
  • Do-FOSS – die Initiative für den Einsatz Freier und Quelloffener Software (Free and Open Source Software, kurz FOSS) der Stadt Dortmund
  • Dortmunder Systemhaus (dosys)
  • DVZ Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern GmbH
  • Essener Systemhaus
  • Free Software Foundation Europe e.V.
  • govdigital eG
  • iRights.Lab GmbH
  • Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt)
  • Komm.ONE AöR
  • Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW)
  • Landeshauptstadt München
  • Offene Kommunen.NRW Institut e.V.
  • Open Source Business Alliance
  • Stadt Frankfurt am Main
  • Stadt Oldenburg
  • Stiftung Neue Verantwortung e.V.
  • Superrr Lab
  • The Document Foundation
  • Vitako – Bundesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister e.V.
  • Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung freien Wissens e.V.

Für Rückfragen wenden Sie sich an:

Vitako-Geschäftsstelle, Julian Einhaus, E-Mail: redaktion@vitako.de, +49 30 206315 614

OSBA Geschäftsstelle, E-Mail: info@osb-alliance.com, +49 711 90 715 390

Anmerkung: Wir nutzen in diesem Text den Begriff Open-Source-Software (Abkürzung OSS) und meinen damit Software, die (auch) in von Menschen lesbarem Quellcode verfügbar ist und deren Funktionsweise somit verstanden und unabhängig überprüft werden kann und die darüber hinaus verändert und in veränderter oder unveränderter Form frei eingesetzt und an Dritte weitergegeben werden darf. Gebräuchliche alternative Begriffe für mit diesen Rechten versehene Software sind Freie Software oder FOSS (Free and Open Source Software), gelegentlich auch FLOSS (Free, Libre and Open Source Software).

Papier Ein Ort für öffentlichen Code (Version 1)

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Die Pressemitteilung mit Nennung der Verbundpartner und deren Logos kann hier heruntergeladen werden.

CC0
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Monday, 03 August 2020

Alle Dortmunder OB-Kandidat*innen wollen Freie Software

  • Do-FOSS
  • 21:27, Monday, 03 August 2020

Kopf mit Fragezeichen und Do-FOSS-Logo

Wahlprüfstein Freie Software

Wahlprüfstein Freie Software

Do-FOSS hat den folgenden Wahlprüfstein organisiert, um die politische Meinungsbildung im derzeitigen Kommunalwahlkampf (in NRW) in Bezug auf Freie Software zu fördern. Im Folgenden veröffentlicht Do-FOSS die Fragen und die Antworten der Dortmunder Parteien Bündnis 90/DIE GRÜNEN, CDU, DIE LINKE., FDP, Piratenpartei und SPD. Do-FOSS freut es sehr, dass alle OB-Kandidat*innen Freie Software positiv sehen. Dies passt zum Leitbild zur Digitalisierung der Stadt Dortmund. Darin heißt es, dass Offenheit und Transparenz bereits auf der Ebene der Algorithmen umzusetzen sind. Dortmund und Freie Software gehören zusammen.

Fragen von Do-FOSS

Folgende Fragen wurden von Do-FOSS gestellt:

  1. Als Initiative fordern wir von unserer Stadtverwaltung die Nutzung von Freier Software / Open-Source-Software und Offenen Standards. Damit wollen wir digitale Souveränität fördern und die Krisensicherheit der Stadt Dortmund stärken. Wir setzen uns mit Freier Software für Transparenz, einen effektiven Datenschutz und eine selbstbestimmte, herstellerunabhängige Digitalisierung ein. Wir wollen digitale Teilhabe hürden- und barrierefrei gestalten, sodass alle Menschen mit der Software und dem Endgerät ihrer Wahl die Dortmunder Verwaltung erreichen können. Dies wird auf technischer Ebene durch Offene Standards verwirklicht.

    Wollen Sie den Einsatz von Freier Software und Offenen Standards als Bausteine für digitale Souveränität unterstützen?

  2. Wir denken, öffentliche Gelder (Steuergelder) sollen öffentliche Güter erzeugen. Im Fall von Software heißt dies, dass die Öffentlichkeit über den Quellcode von öffentlich finanzierter Software verfügen kann. Dies gewährleistet, dass die Verwaltung keinen privaten Verwertungsinteressen folgen muss. Dieses Ziel verfolgt die Kampagne Public Money? Public Code! der Free Software Foundation Europe.

    Welche Haltung haben Sie zu dem Grundsatz „Public Money? Public Code!“?

  3. Mit Freier Software kann aus unserer Sicht der IT-Standort Dortmund gestärkt werden, denn Geschäftsideen können vor Ort entwickelt werden. Bei Freier Software ist der Marktzugang offen und nicht durch Monopolrechte eingeschränkt. Startups und lokale Softwareanbieter werden damit in die Lage versetzt, Lösungen für die öffentliche IT-Infrastruktur anzubieten, und können gezielt in die städtische Wirtschaftsförderung einbezogen werden.

    Sehen Sie Freie Software als Teil einer Strategie zur Wirtschaftsförderung des IT-Standorts Dortmund?

Antworten der OB-Kandidat*innen im Wortlaut

Die Antworten der Parteien folgen in alphabetischer Reihenfolge nach Parteinamen.

Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Daniela Schneckenburger

Logo von Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Logo von Bündnis 90/DIE GRÜNEN (© Bündnis 90/DIE GRÜNEN)

  1. Wir GRÜNE unterstützen den Einsatz Freier Software und Offener Standards schon seit langem auf vielfältige Weise. Unter anderem haben wir unser Parteibüro weitestgehend auf Open-Source-Software umgestellt. Explizit schreiben wir im Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2020: „Wir fordern die Nutzung von Open-Source-Software und Offenen Standards. Damit fördern wir die digitale Souveränität und stärken die Krisensicherheit der Stadt Dortmund. Wir setzen uns mit Open-Source-Software für Transparenz, Datenschutz und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung in der Datenverarbeitung ein.“

    Daneben setzen wir uns dafür ein, dass sämtliche Daten, die durch die Stadt bereitgestellt werden können, in offenen Standards verarbeitet werden, so dass keine Herstellerabhängigkeit erzeugt wird. Das Open Data Portal wollen wir erweitern und die Daten einfacher verfügbar machen. Das Loslösen von Herstellerabhängigkeiten ist auch bei der Weiterentwicklung und Anpassung bestehender Software möglich, wenn der aktuelle Hersteller ein Programm nicht mehr weiterentwickeln kann oder will. Gerade in sensiblen Bereichen wie Smart City kann durch Open-Source-Software das Vertrauen in den Datenschutz sichergestellt werden. Der Erfolg der Corona-Warn-App überzeugt uns zusätzlich.

  2. Wir unterstützen den Grundsatz „Public Money – Public Code“ und die Ziele der Initiative explizit.

  3. Freie Software kann Teil der Wirtschaftsförderung sein. Mit dem Ausschreiben von Softwareprojekten, die zu Open-Source-Software wird, können Aufträge kleinteiliger und spezialisierter vergeben werden. Dies bietet – neben den oft größeren Firmen, die die Basis-Software bereitstellen – insbesondere auch kleineren IT-Unternehmen die Möglichkeit, mit passgenauen Anwendungen weitergehende Spezialbedarfe abzudecken. Zusätzlich bietet sich die Chance herstellerunabhängiger Wartung und Fehlersuche. Wir wollen lokale Unternehmen von den Vorteilen von Open-Source-Entwicklungen überzeugen und dafür als Vorbild vorangehen.

CDU, Dr. Andreas Hollstein

Logo der CDU

Logo der CDU (© CDU)

  1. Ja. Die CDU hat dazu den Sachstandsbericht zur Untersuchung des Potentials von Freier Software und Offenen Standards (Drucksache 16108-19) am 30.01.2020 im Ausschuss für Personal und Organisation des Rates zustimmend zur Kenntnis genommen. Die dort beschriebenen Inhalte tragen wir mit und sind daher gespannt auf den Ergebnisbericht zum Einsatzpotential Freier Software und Offener Standards, der bis Mitte 2022 den politischen Gremien vorgelegt werden soll.

  2. Wir begrüßen die Veröffentlichung als Open Source von im öffentlichen Auftrag entwickelter Software. Derzeitige gesetzliche Regelungen, die einer kostenfreien Weitergabe von mit Steuergeldern erstellten Gütern entgegenstehen, müssen auf Bundesebene in diesem Sinne angepasst werden. Allerdings wird der kleinste Teil der in öffentlichen Einrichtungen eingesetzten Software in deren Auftrag entwickelt. In der großen Zahl der Fälle wird kommerziell angebotene Software eingekauft und gemäß den Bedürfnissen der Institution angepasst. Prüfenswert ist hier die Überlegung, finanzielle Ressourcen in die bedarfsgerechte Weiterentwicklung von Open Source Projekten zum Einsatz in der Verwaltung zu stecken, als kommerzielle Produkte anzupassen.

  3. Ja. Dortmund ist bundesweit ein prominenter IT-Standort. Ausweis hierfür sind bspw. die TU und FH, die B1ST Software-Factory und viele Dortmunder IT-Unternehmen. In den kommenden Jahren wird am Dortmunder Hafen der Campus für Digitales entstehen, der den IT-Standort Dortmund weiter stärken wird. Im Sinne einer 360°-Betrachtung des Themas IT, ist es für uns selbstverständlich, dass auch die Freie Software ein Teil der Dortmunder-IT-Wirtschaftsförderungsstrategie sein muss.

DIE LINKE., Utz Kowalewski

Logo von DIE LINKE.

Logo von DIE LINKE. (© DIE LINKE.)

  1. Unsere Fraktion hat die Einführung freier Software in den letzten beiden Wahlperioden konsequent unterstützt und auch aktiv eingefordert. Dies wollen wir auch in Zukunft weiterführen. In unserem Wahlprogramm für die kommende Wahlperiode heißt es: „DIE LINKE fordert die Umstellung der Stadtverwaltung auf Open-Source-Programme. Open Source heißt, dass jede*r den Quellcode des Computerprogramms einsehen, verändern und ihren*seinen Bedürfnissen anpassen kann. Nur wer den Quellcode kennt, kann sagen, was ein Programm wirklich tut. Daher kann die Stadt nur so die Datensicherheit ihrer Einwohner*innen garantieren. Sie spart Lizenzgebühren und macht sich herstellerunabhängig.“

  2. Die Stadtverwaltung ist auch im Bereich der IT finanziell nicht auskömmlich. Allerdings wird der in Dortmund geleistete Aufwand durch die kostenpflichtige Weitergabe von selbst erstellter Software zum Einsatz in einigen Nachbarkommunen reduziert. Alle sicherheits- und datenschutzrelevanten Programme im Kundenkontakt sollten als Open Source auch zur Überprüfung durch Dritte verfügbar sein. DIE LINKE begrüßt daher die Kampagne der Free Software Foundation. Auch hinsichtlich der Freigabe von öffentlichkeitsrelevanten Daten wie den Geoinformationsdaten sind wir eindeutig: Wir wollen diese Daten öffentlich zugänglich machen. Langwierige Antragsstellungen werden so überflüssig. Bauvorhaben und Planungen können beschleunigt werden.

  3. Wir halten es für sinnvoll, wirtschaftliche Ökosysteme mit Hilfe von kleineren IT-Unternehmen und Startups zu schaffen, die sich rund um die Dortmunder Stadtverwaltung und die kommunalen Betriebe als größten Arbeitgeber der Region orientieren. Die von der Wirtschaftsförderung initiierte Smart City Allianz deckt diesen Bereich nicht ab, sondern steht durch seine strenge Unterordnung unter die Interessen einiger weniger IT-Großkonzerne im Gegensatz zu dieser Idee.

FDP, Michael Kauch

Logo der FDP

Logo der FDP (© FDP)

  1. Ja. Gerade die öffentliche Verwaltung sollte hier als Vorbild voran gehen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man denke nur an den Aspekt des Vertrauens, den man bei der Corona-Tracing-App beobachten konnte, oder auch schlicht an die Tatsache, dass mögliche IT-Sicherheitslücken schneller gefunden werden können.

  2. Dem stimmen wir zu. Darüber hinaus stehen wir auch für Open Data und Open Government ein, also für die Veröffentlichung von nicht-unternehmensbezogenen und nicht-personenbezogenen Daten der Verwaltung in maschinenlesbarer Form. Dies sorgt für mehr Transparenzund stärkt die Demokratie.

    Deshalb haben wir folgenden Punkt in unser Wahlprogramm aufgenommen: „Um Smart City-Ansätze in Dortmund Wirklichkeit werden zu lassen, fordern die Freien Demokraten die umfangreiche Bereitstellung kommunal gesammelter Daten im Rahmen eines Open Data-Projekts. Dabei sind höchste Datenschutzstandards einzuhalten und Datensicherheit zu gewährleisten.“

  3. Wir sehen Freie Software als einen wichtigen Treiber für Innovation und Wettbewerb. Darüber hinaus wollen wir die Datensilos der öffentlichen Verwaltung aufbrechen und die dort liegenden nicht-unternehmensbezogene und nicht-personenbezogene Daten in maschinenlesbarer Form zu veröffentlichen. Denn auch das kann Triebfeder für innovative Geschäftsideen sein.

    Zu einer Strategie kann dies beispielsweise werden, wenn sich die öffentliche Verwaltung bei der Beschaffung von IT-Lösungen auf Open Source Projekte konzentriert und am besten darüber hinaus auch jungen Unternehmen bzw. Start-Ups eine Chance gibt.

Piratenpartei, Christian Gebel

Logo der Piratenpartei

Logo der Piratenpartei (© Piratenpartei)

  1. Wir unterstützen den Einsatz Freier Software und offener Standards in allen Lebensbereichen, natürlich auch in der öffentlichen Verwaltung. Dort sogar besonders, denn das Wohl des von der öffentlichen Hand verwaltete Gemeinwesen darf nicht abhängig sein von den Interessen weniger Software-Hersteller. Deshalb fordern wir, dass eine anerkannt freie Lizenz und der Datenaustausch mittels offener Standards wichtige Bestandteile des Kriterienkatalogs bei Ausschreibungen von Software-Produkten werden.

  2. Wir fordern nicht nur “Public Money? Public Code!”, sondern auch “Public Money? Public Media!” und “Public Money? Public Data!”. Wenn die öffentliche Verwaltung die Erzeugung von Code, Medieninhalten oder datenschutzrechtlich unbedenklichen Daten beauftragt, muss das Produkt der Öffentlichkeit zur freien Verfügung stehen. Und je mehr Kommunen nach diesen Grundsätzen handeln, desto mehr profitiert die Allgemeinheit.

  3. Freie Software ermöglicht einen besonders niedrigschwelligen Einstieg in die IT. Freie Software wächst aber auch mit den Anforderungen und ist daher prädestiniert für den Aufbau von Unternehmen. Wir fordern daher den Aufbau eines Kompetenzzentrums Freie Software bei der Dortmunder Wirtschaftsförderung und die enge Zusammenarbeit mit den ortsansäßigen Hochschulen auf diesem Gebiet.

SPD, Thomas Westphal

Logo der SPD

Logo der SPD (© SPD)

  1. Es trifft ohne Zweifel zu, dass seit Jahren Hardware immer kostengünstiger pro Leistung wird, während Softwareprodukte gleichzeitig bei teureren Lizensierungsmodellen immer größer, langsamer und weniger leistungsfähig werden – das Preis-Leistungsverhältnis also hier sinkt. Deswegen ist auch ein wachsender Trend zum Open Source nicht weiter überraschend und deshalb halte ich es auch für richtig, wenn die Stadt Dortmund sich hier stärker engagiert.

    Der Schritt die gemeinsame Arbeitsgruppe, der auch Sie angehören, nach der Potentialanalyse nunmehr um den CIO und weitere Akteure zu erweitern und die Entwicklungsanalyse auch durch Beteiligungsformate zu öffnen, halte ich für absolut richtig. Denn, wie Sie wissen, hängt am Ende die Qualität freier Software von der Community ab und die muss dann in Dortmund breiter einbezogen werden. Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn sehr konkrete Problemstellungen von städtischen Usern im Rahmen solcher Open Government Konferenzen in Dortmund durch diese Community einmal exemplarisch gelöst werden, um Potentiale und Schwachstellen an eben realen Fragestellungen aufzuzeigen. Ich denke, dass beide Seiten nämlich hier noch mehr Verständnis füreinander entwickeln müssen und dazu braucht es die richtigen Formate. Als Thema für ein solches erstes Testfeld sehe ich derzeit den Bildungsbereich, bei dem nicht zuletzt die Coronakrise große Schwächen aufgezeigt hat.

  2. Wie Sie wissen, besteht nicht bei allen öffentlichen Gütern automatisch gleich ein Anspruch auf kostenlose Nutzung (wir unterscheiden durchaus zum Beispiel bei Straßen zwischen PKW und LKW, also privater und kommerzieller Nutzung). In diesem Fall wäre das ähnlich aus meiner Sicht zu sehen. Wenn es zum Beispiel um öffentliche Auditierung und Verbesserung von Digitaler Infrastruktur oder öffentliche Entwicklung geht, dann wäre das so offen handzuhaben. Sollte aber zu beobachten sein, dass nicht lokale oder regionale Unternehmen etwas kommerziell nutzen, dann müsste man von Fall zu Fall entscheiden, wie man damit umgehen will.

  3. Open Source ist bei der Wirtschaftsförderung natürlich ein Thema, allerdings weitaus stärker in Bezug auf Entwicklung in Unternehmen und das ist für die Dortmunder Digitalwirtschaft auch der deutlich größere Markt. Für diese Digitalunternehmen sind bei Open Source im Bereich der Stadt weitaus mehr die Kenntnis über potentielle Schnittstellen und daraus resultierende Anwendungen interessant. Natürlich besteht seitens der Wirtschaftsförderung das Interesse, dass solche Potentiale dann auch lokal ausgeschöpft werden. Nicht zu unterschätzen ist hierbei allerdings, dass durchaus auch Anbieter aus anderen Regionen und Ländern hier sofort aktiv werden, so dass ohne intensive Netzwerkarbeit und Etablierung von Dortmunder Plattformen eben kein Automatismus zur Stärkung der lokalen Digitalwirtschaft besteht. Das ist aber wiederum die bundesweit anerkannte Stärke der Vernetzungsarbeit des Standorts Dortmund gewesen, so dass bei entsprechender Entscheidungen der Politik, dieses sofort auch umsetzbar wäre.

    CC0
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Monday, 27 July 2020

Leitbild zur Digitalisierung der Stadt Dortmund

  • Do-FOSS
  • 19:35, Monday, 27 July 2020

Offenheit und Transparenz bereits auf der Ebene der Algorithmen umsetzen

Logo DOgital

Logo DOgital (© Stadt Dortmund)

Die Stadt Dortmund hat sich ein gemeinwohlorientiertes Leitbild zur Digitalisierung gegeben, welches nicht die Technologien in den Mittelpunkt stellt, sondern die Menschen und die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen. In der Ratssitzung vom 18.06.2020 (nachgeholte Sitzung vom 26.03.2020, die Corona-bedingt ausgefallen ist), hat der Rat der Stadt Dortmund das Leitbild beschlossen, welches geschlossen vom Verwaltungsvorstand zur Entscheidung vorgelegt wurde. Für Do-FOSS ist es besonders wichtig, dass die Stadt Dortmund durch das Leitbild auch für die Digitalisierung einer freien und offenen Gesellschaften verpflichtet ist. Dies bedeutet für die Stadt Dortmund u.a. Offenheit und Transparenz bereits auf der Ebene der Algorithmen um[zu]setzen. Mit diesem Aspekt entspricht das Leitbild dem Motto der Free Software Foundation Europe Free Software, Free Society. Nach dem Sachstandsbericht der AG Freie Software und der Charta Digitales Dortmund 2018 – 2030 festigt der Rat der Stadt Dortmund mit dem Leitbild zur Digitalisierung der Stadt Dortmund die Ausrichtung der Verwaltung hin zu Freier Software. Das Leitbild ist insgesamt lesenswert. Im Folgenden beschränkt sich Do-FOSS auf die Wiedergabe der Anforderungen und der Leitsätze für eine Dortmunder Digitalisierung.

Auszüge aus dem Leitbild zur Digitalisierung der Stadt Dortmund im Wortlaut

[…]
Im Wesentlichen ergibt sich der leitende Rahmen für die Digitalisierung in Städten in Deutschland und Europa aus den grundlegenden Werten, denen sich demokratische, freie und offene Gesellschaften [Hervorh. d. Verf.] verpflichtet fühlen. Sowohl für die Implementierung digitaler technischer Systeme in Städten als auch insbesondere der damit verbundenen Datenerfassung und -nutzung ist in diesem Zusammenhang u.a. zu prüfen, dass diese:

  • die Menschen-, Persönlichkeits- und Arbeitnehmer*innenrechte einhalten,
  • Demokratie und demokratische Strukturen nicht untergraben,
  • alle Menschen gleich behandeln und nicht diskriminieren,
  • die Beteiligung von Minderheiten in der Gesellschaft und bei der Entscheidungsfindung fortsetzen,
  • alle Bürger*innen gleichberechtigen in Entscheidungen über Dienstleistungen, die von öffentlichem Interesse sind,
  • dem Gemeinwohl orientiert sind,
  • einen Mehrwert zur Daseinsvorsorge leisten,
  • Wahlfreiheit ermöglichen und nicht einschränken,
  • Offenheit und Transparenz bereits auf Ebene der Algorithmen umsetzen, [Hervorh. d. Verf.]
  • die Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen der technischen Systeme gewährleisten,
  • ethischen Prinzipien und Verhaltenskodices für den Umgang mit Daten in der Stadt folgen sowie
  • die Umwelt- und Lebensqualität in der Stadt nicht negativ beeinflussen.

Sowohl für den Transformationsprozess als auch für die digitalen Anwendungen in der Stadt sollen die Grundsätze von Gleichberechtigung, Inklusion, Wahlfreiheit sowie Daseinsvorsorge und Gemeinwohlorientierung gelten.

Abgeleitet aus diesem Wertegerüst und der begonnenen Transformation, Dortmund zu einer digitalen Stadt weiterzuentwickeln, die die Menschen in den Mittelpunkt stellt, ergeben sich für uns Leitsätze, die wir in der Digitalisierung beachten wollen:

  • Digitalisierung ist die Chance für Innovation und positive Veränderung in unserer Stadt.
  • Wir stehen für eine Digitalisierung, die alle Menschen in der Stadt gleichbehandelt, nicht diskriminiert und dazu beiträgt, Beteiligung von Minderheiten in der Gesellschaft und in der Entscheidungsfindung fortzusetzen und zu stärken.
  • Wir stehen für eine Digitalisierung, die sozialer Ausgrenzung in Bildungsprozessen entgegenwirkt.
  • Im Sinne der globalen Ziele für eine nachhaltige Entwicklung messen wir der Nachhaltigkeit auch bei der Digitalisierung eine zentrale Bedeutung zu. Die Digitalisierung sehen wir gleichzeitig als ein wesentliches Instrument zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele.
  • Digitalisierung und Verwaltung sind kein Selbstzweck, sondern dienen den Menschen in der Stadt. Für uns stehen die Menschen im Mittelpunkt. Wir nutzen Digitalisierung deshalb insbesondere, um Prozesse und Dienstleistungen zu verbessern und aus der Sicht der Nutzer*innen zu gestalten. Dabei achten wir insbesondere auch darauf, dabei einen klaren Mehrwert für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu generieren.
  • Für uns gilt der Grundsatz „Digital First“, aber nicht „Digital Only“. So stärken wir die Wahlmöglichkeiten der Menschen, anstatt sie einzuschränken. Das heißt, wir werden allen, die digitale Lösungen nicht ohne Weiteres nutzen können oder möchten, adäquate Zugänge und geeignete Unterstützung anbieten.
  • Wir verstehen Digitalisierung als Querschnittsthema für die gesamte Stadt. Deshalb erarbeiten wir eine umfassende und gesamtstädtische Strategie, die ständig weiterentwickelt wird.
  • Wir nehmen die Menschen in Dortmund mit und beteiligen sie aktiv an der Gestaltung der Digitalisierung in unserer Stadt.
  • Mit der Digitalisierung stärken wir einen freien und fairen Prozess der Willensbildung im Sinne der Steigerung des Gemeinwohls.
  • Daten sind für uns ein wichtiges Gut. Wir nutzen Daten bereichsübergreifend zur besseren Steuerung unserer Stadt. Datenschutz, Datensicherheit und informelle Selbstbestimmtheit sind für uns eine Selbstverständlichkeit.
  • Wir stehen für eine Digitalisierung, die die kommunale Daseinsvorsorge in einer modernen Stadt unterstützt.
  • Wir denken Digitalisierung konsequent von Ende zu Ende. Das heißt, dass wir auch Automatisierung und Möglichkeiten des Einsatzes von diskriminierungsfreier und unterstützender Künstlicher Intelligenz betrachten.
  • Die Stärkung von Digital- und Medienkompetenz bildet die Grundlage einer erfolgreichen Digitalisierung.

Das hier beschriebene Wertegerüst und die Leitsätze zur Digitalisierung sollen sowohl in die Gesamtstrategie Digitalisierung der Stadt Dortmund als auch in die Aktivitäten der Allianz Smart City einfließen.

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Monday, 06 July 2020

Die Welt reparieren – Open Source und Selbermachen als postkapitalistische Praxis

  • Do-FOSS
  • 18:59, Monday, 06 July 2020

Buchtipp von Do-FOSS

Buch mit Do-FOSS-Symbol

Bild: Buchvorstellung

Für kurzweilige Abende während der Corona-Krise empfiehlt Do-FOSS das Buch Die Welt reparieren – Open Source und Selbermachen als postkapitalistische Praxis. Das Buch bietet einen Blick über den Tellerrand von Freier bzw. Open-Source-Software indem es das Prinzip Open in großer Bandbreite darstellt. Ob Open-Source-Software oder Open-Source-Baupläne, das Prinzip Open setzt keine Privilegien für die gesellschaftliche Partizipation voraus und stellt stattdessen die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt. Das Open-Source-Buch ist passenderweise unter einer Freien Lizenz erschienen (Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 3.0 DE Lizenz (BY-NC-ND)). Der Verlag Transcript bewirbt das Buch wie folgt.

Beschreibung des Buches „Die Welt reparieren – Open Source und Selbermachen als postkapitalistische Praxis“ von Transcript im Wortlaut


Cover des Buches Die Welt reparieren
Bild: Cover des Buches „Die Welt reparieren“ (CC-BY-ND 3.0)

Weltweit entstehen immer mehr Initiativen des Selbermachens, in denen eine Vielfalt von Anliegen und Problemen kollektiv bearbeitet werden. In diesen – jenseits von Markt und Staat angesiedelten – kollaborativen Zusammenhängen wird ein basisdemokratisch orientiertes Verständnis von Zusammenleben und Urbanität erprobt und zugleich nach ökologisch und sozial sinnvollen Lösungen für grundlegende Formen der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Energie sowie für alle zugängliche Technik gesucht. Dabei entstehen faszinierende neue Formen des gemeinsamen Produzierens, Reparierens und Tauschens von Dingen, die die industrielle Logik des 20. Jahrhunderts herausfordern und sogar auf den Kopf stellen.

Das Buch widmet sich der visionären Kraft dieser vielversprechenden innovativen Praxis und bietet zugleich eine gesellschaftliche Einordnung der neuen »Labore« gesellschaftlicher Transformation.

Buch zum Herunterladen

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Monday, 29 June 2020

Die Welt in der Krise

  • Do-FOSS
  • 17:23, Monday, 29 June 2020

Mit dem Prinzip Open krisenfeste und gemeinwohlorientierte Lösungen schaffen

Coronavirus symbol

Bild: Corona-Krise

Aufgrund der Corona-Pandemie ist unsere Gesellschaft durch den Lockdown gelähmt. Gleichzeitig entwickelt sich jedoch eine lebhafte Debatte über eine Transformation hin zu krisenfesten Strukturen und gemeinschaftlichen Formen des Zusammenlebens. In der gegenwärtigen Krise werden gängige Strukturen plötzlich als problematisch erkannt und weitreichende Veränderungen werden denkbar. Das Prinzip Open, welches schon lange in der Freien-Software-Welt gelebt wird, kristallisiert sich an vielen Stellen als Notwendigkeit heraus, um mit angemessener Selbstbestimmung, Schnelligkeit, Skalierbarkeit und Föderierbarkeit auf die rasante Krisenentwicklung reagieren zu können. Darüber hinaus ist der Transparenzaspekt des Prinzips Open extrem wichtig, um Akzeptanz und Vertrauen zu gewinnen. Dies gilt insbesondere in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs.

Das Prinzip Open wird in der Öffentlichkeit immer breiter debattiert und gefordert. Dies lässt sich an den folgenden Beispielen erkennen.

Freie Software wird zur Notwendigkeit

Angsichts der Corona-Krise wurde von der Bundesregierung ein Hackathon unter dem Motto #WirVsVirus ins Leben gerufen. Der Hackathon war mit über 40.000 Teilnehmer*innen der größte Hackathon der Welt. Der dazugehörige Leitfaden der Bundesregierung macht Freie Software (Open Source) zur Vorgabe in der Zusammenarbeit zur Bewältigung der allgegenwärtigen Krise:

Open Source

Um Ideen und Prototypen schnell weiterentwickeln zu können und für mehr Nachhaltigkeit und gute Dokumentation, sollen die im Hackathon entstehenden Ansätze Open Source entwickelt werden. Der Einsatz und die Verbreitung von Open-Source-Software ist kostenlos, die Software kann modifiziert und an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden, Fehler können von jedem gefunden und behoben werden und die Projekte entwicklen sich durch den Einsatz einer Community oft schneller.

Das Prinzip Open – Beitrag in der Inside ver.di

Auf die Krise passend reflektieren die Dortmunder ver.di-Vertrauensleute in der aktuellen Inside ver.di, was das Prinzip Open für die Gesellschaft und unsere Institutionen bedeutet.

Open Source für ein Zeitalter der Solidarität

Handlungsfähig durch Unabhängigkeit –
selbstständige Gesellschaft ist und bleibt systemrelevant

Die Corona-Krise macht uns ungewöhnlich deutlich, wie gefährlich die Abhängigkeit von privatwirtschaftlichen Lizenzen ist und wie sehr wir als Menschheit die gemeinschaftliche Solidarität brauchen. Hierfür ist das Open-Source-Prinzip ein zentraler Baustein – nicht nur, dass es uns technisch krisenfest macht, sondern auch als Gesellschaft eint und selbstständig bleiben lässt.

In wichtigen Bereichen versperren private Eigentumsrechte vielen Menschen die Teilhabe und den Zugang zu Wissen. Dazu zählen etwa Baupläne für Maschinen, Wissen um Medikamente und die genaue Funktionsweise von Software in Form des Quellcodes. Derartige Informationen, die eine Grundlage für die Herstellung von Gütern darstellen, sind dann nur für einen kleinen, exklusiven Teil der Gesellschaft (Monopol) verfügbar. Die Monopolinhaber bestimmen über den Zugang sowie die Weiterentwiclung dieses Wissens und lassen sich die Nutzung mittels geschlossener (closed) Lizenzen bezahlen. Häufig entwickelt sich durch diesen Wissensvorsprung eine Abhängigkeit zu den Monopolisten. Das hat zur Folge, dass Menschen ausgegrenzt werden und dadurch eine Gemeinschaft gespalten wird.


Open Swiss Knife
Bild: Johannes Spielhagen (CC-BY-SA 3.0)

Das Open-Source-Prinzip stellt mittels offener (open) Lizenzen den Gegenentwurf dar und bedeutet Zugang für alle, wobei mit „Source“ ebendiese Blaupausen zur Herstellung gemeint sind. Daher ist dieses Prinzip als gemeinwohlorientiertes Rahmenwerk ein zentraler Baustein für eine solidarische und selbstbestimmte Gesellschaft – besonders in Krisenzeiten.

Mit Open-Source-Lösungen können wir angemessen zügig und flexibel auf Situationen reagieren, von denen wir heute noch nicht wissen, dass sie morgen auftreten. So schnell, wie die Corona-Krise unseren Alltag bestimmt hat, müssen wir im öffentlichen Dienst auch handeln können. Die Flexibilität, Selbstbestimmtheit und Vertrauenswürdigkeit macht Open Source für die Wahrnehmung der kommunalen Daseinsvorsorge unverzichtbar. Eine handlungsfähige Kommunalverwaltung ist für das Vertrauen in die öffentlichen Institutionen entscheidend.

Open Source im öffentlichen Dienst bedeutet im ersten Schritt, dass wir unsere technische Infrastruktur selbst steuern. Dazu gehört die Möglichkeit, schnell und flexibel die Telearbeitsplätze für das Home Office all unserer Kolleg*innen einzurichten, um unser aller Gesundheit zu schützen und gleichzeitig handlungsfähig zu bleiben. Zudem können wir lange Bearbeitungswege verkürzen und die Reaktionszeit der Verwaltung erhöhen.

Bedauerlicherweise dominieren im öffentlichen Dienst häufig Herstellerabhängigkeiten als Folge einer fehlenden Open-Source-Strategie: Wir setzen in unseren Institutionen weitestgehend Systeme ein, die von den jeweiligen privatwirtschaftlichen Herstellern kontrolliert werden. Diese Kontrolle der Hersteller beruht maßgeblich auf deren Verwendung geschlossener Lizenzen, dem Gegensatz der Open-Source-Idee. Der öffentlichen Verwaltung, die das Gemeinwohl maßgeblich mitverantwortet, fehlt damit
Gestaltungshoheit.

Wie gefährlich dies sein kann, mit welch dramatischen Konsequenzen, zeigte sich in der Corona-Krise bei der fehlenden medizinischen Ausrüstung in den Krankenhäusern. Wenn aber deren Lizenzen einen notwendigen Nachbau oder eine Veränderung des Produktes zum Schutz von Menschen verhindern oder deren Preis- und Marktpolitik einen Zugang zum Material nur einigen wenigen möglich macht, kann dies tödliche Folgen haben.

Gemeinwohlorientiertes Denken und Handeln einer Gesellschaft bietet die größte Option, gestärkt aus einer Krise hervorzutreten. Mit Open Source haben wir eine Basis, um verschiedene Bereiche des öffentlichen Lebens für uns alle zu gestalten, für eine gemeinwohlorientierte Souveränität mit der Inklusion aller Menschen.
Als Gewerkschaft ver.di fühlen wir uns seit jeher dem Gemeinwohl verpflichtet. Wir haben schon vor der Krise erkannt, dass das Open-Source-Prinzip in die Grundüberlegungen unserer öffentlichen Infrastruktur gehört – für ein solidarisches Miteinander.

Eine Gesellschaft für alle ist unsere Motivation. Eine Gesellschaft, in der alle systemrelevant sind und bleiben.

Auch Do-FOSS meint, dass unsere öffentliche Infrastruktur für unser aller Daseinsvorsorge vorhanden sein soll und entsprechend gepflegt werden muss. Den Beitrag der Inside ver.di möchte Do-FOSS um ein Beispiel in Bezug auf medizinische Schutzausrüstung ergänzen. In dem Artikel Italian volunteers 3D print expensive life-saving coronavirus equipment for about $1 (anstatt ca. 10.000,- $ für das Ersatzteil des Herstellers) wird das Problem von fehlenden Ersatzteilen bei patentierten Beatmungsgeräten beschrieben. Für diese Geräte konnte der Hersteller aufgrund der spontanen Pandemielage keine Versorgungssicherheit herstellen. Leider sind die lebensrettenden Open-Source-Aktiven mit einer Patentklage des Herstellers konfrontiert worden. Damit zeigt sich das Fatale an der fehlenden Offenheit der eingesetzten Beatmungsgeräte. Die Menschen vor Ort durften nicht initiativ tätig werden, um ihre eigene Not zu lindern. Die geistigen Eigentumsrechte haben der Allgemeinheit keine ausreichenden Steuerungsmöglichkeiten belassen, um zu reagieren. Selbst digitale Erpresserkollektive haben während der Corona-Pandemie Krankenhäuser als Off-Limits erklärt. Damit bekommt die Geschäftspraxis des Herstellers der Beatmungsgeräte noch einmal eine besondere Härte.

Do-FOSS ist solidarisch mit allen Open-Source-Aktiven und arbeitet in Vielfalt an einer krisenfesteren Welt mit!

Dokument zum Herunterladen

Die Inside ver.di kann hier heruntergeladen werden.

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Monday, 22 June 2020

Digitale Teilhabe und Kompetenz durch Hardware-Upcycling

  • Do-FOSS
  • 19:02, Monday, 22 June 2020

Umwelt- und Schulverwaltungsamt gemeinsam für Freie Software

Do-FOSS-Tux

Bild: Do-FOSS-Tux

In den Blogbeiträgen Digitale Woche Dortmund: Freie Software schafft ökologische Perspektiven und Nachhaltigkeit durch Medienkompetenz – mehr Freie Software, weniger Elektroschrott hat Do-FOSS vom Engagement des Dortmunder Umweltamtes für Freie Software berichtet. Nun ist aus einer Kooperation des Umweltamtes mit dem Schulverwaltungsamt das Pilotprojekt Digitale Teilhabe und Kompetenz durch Hardware-Upcycling hervorgegangen. Seitens des Umweltamtes geht es um Hardwareupcycling für ein zweites Leben für Medien und seitens des Schulverwaltungsamtes geht es um Digitale Teilhabe und Medienkompetenz für alle Schüler*innen. Beide Ämter bauen zur Verwirklichung ihrer Anliegen auf Freie Software. Im Pressegespräch wurde erläutert, dass es mit diesem Projekt zukünftig auch um Bildung für nachhaltige Entwicklung gehen soll. Nähere Details zum Pilotprojekt sind in der Pressemitteilung der Stadt Dortmund vom 18.06.2020 zu finden.

Pressemitteilung im Wortlaut

„Digitale Teilhabe und Kompetenz durch Hardware-Upcycling“ – gemeinsames Pilotprojekt des Umwelt- und Schulverwaltungsamtes


Foto (1) des Pressetermins an der Albert-Schweizer-Realschule
Foto (1) des Pressetermins an der Albert-Schweizer-Realschule (Anlage zur Pressemitteilung, © Umweltamt Stadt Dortmund)

v.l.n.r.: Martin Depenbrock (Schulverwaltungsamt), Lena Dietrich, Christel Stegemann (Schuldirektorin Albert-Schweitzer-Realschule), Giacomo Mambranca, Daniel Schlep (Medienkünstler), Paula Lehmhaus, Christian Nähle (Umweltamt)

„#digitalmiteinander“ – so lautet das Motto des Digitaltages am 19. Juni 2020 (https://digitaltag.eu). Der Digitaltag ist erstmalig ein bundesweiter Aktionstag zur gemeinsamen Gestaltung des digitalen Wandels. Alle sollen in die Lage versetzt werden, sich souverän und sicher, selbstbewusst und selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen. Die Stadt Dortmund beteiligt sich ebenfalls am Digitaltag mit einem besonderen Pilotprojekt des Umwelt- und Schulverwaltungsamtes.

Hintergrund: Gesellschaft schwimmt in Hardware

In Privathäusern, Firmen und Institutionen häufen sich Mediengeräte (PCs, Laptops und andere, die scheinbar zu langsam oder sogar vermeintlich defekt sind. Computerhardware wird häufig aufgrund steigender Hardwareanforderungen von Software oder der fehlenden (Treiber-)Unterstützung von älterer Hardware durch Betriebssysteme entsorgt. Gleichzeitig besteht durch die Notwendigkeit von Sicherheits- und Kompatibilitätsupdates ein Handlungsdruck die Systeme mit aktueller bzw. gepflegter Software zu betreiben. Eine verbreitete und ökologisch schwerwiegende Folge hiervon: Massen von Computern und Notebooks landen im Müll und werden zu Elektroschrott. Doch das muss nicht sein! Erst No-Tech, dann Old-Tech und dann erst Hightechlösungen, so lautet die suffiziente Daumenregel. Denn rohstoff- und energieintensive digitale Lösungen erschaffen oft neue Probleme an anderer Stelle. „Wir fragen uns intensiv: Welche Wege gäbe es zu digitaler Nachhaltigkeit? Eine Antwort, die wir gefunden haben: Hardwareupcycling!“, sagt Christian Nähle vom Umweltamt der Stadt Dortmund. Die Wiederverwendbarkeit von älterer Hardware wird mit „Freier Software“ (Begriffserläuterung im Infoblock am Ende des Textes) erheblich verbessert, die Nutzungsdauer verlängert. Ein Freies Betriebssystem (z.B. Linux) bietet die Möglichkeit bis zu 20 Jahre alte Mediengeräte im Alltag oder in ganz verschiedenen Arbeitsumgebungen einzusetzen. Mediengeräte in Kombination mit Freier Software zu nutzen ist ein einfacher Einstieg für alle, die auch digital am gesellschaftlichen Wandel arbeiten.

Pilotprojekt: „Digitale Teilhabe und Kompetenz durch Hardware-Upcycling“

„Es ist höchste Zeit, in anderen Kreisläufen zu denken.“ meint auch der Medienkünstler Daniel Schlep, der dieses Jahr als Referent für den Förderverein Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutze.V. tätig ist, dessen Geschäftsführung bei Christian Nähle im Umweltamt liegt. Daniel Schlep hat die Übergabe von 10 Endgeräten (Standrechner + Monitore + Tastaturen + Mäuse + Kabel) für die Albert-Schweitzer-Realschule vorbereitet, um Schüler*innen für ihre digitale Teilhabe auszurüsten. Die nötige Kompetenz mit den Geräten umzugehen, gibt Daniel Schlep den Schüler*innen ebenfalls in einer Schulung nach den Sommerferien mit auf den Weg und sagt anlässlich des Pilotprojekts: „Nicht neue Geräte, sondern neues Wissen braucht die Welt. Es ist generell wichtig, den langfristig sinnvollen Umgang mit vorhandenen Geräten zu lehren. Freie Software ist in diesem Zusammenhang der Schlüssel. Mit dem Pilotprojekt schaffen wir Kompetenz, Kreativität und Kritikfähigkeit im Umgang mit Mediengeräten.“ Die Rektorin der Albert-Schweitzer-Realschule Christel Stegemann freut sich über den Beginn des Projekts und erläutert: „In Zeiten des Distanzlernens sind digitale Endgeräte eigentlich eine unverzichtbare Voraussetzung. Weil aber die mediale Neuausstattung unserer Albert-Schweitzer-Realschule erst zum Jahreswechsel realisiert wird, gibt es noch keine Leihgeräte für die Schüler*innen, die eine gleichberechtigte digitale Teilhabe erst möglich machen. Dieses Projekt stiftet somit einen ganz speziellen Nutzen in der Corona-Krise. So freuen wir uns hier in Dortmund-Nette sehr, dass wir an diesem Pilotprojekt teilnehmen dürfen. Hier verbinden sich Aspekte wie digitale Teilhabe, Nachhaltigkeit, sozialer Ausgleich in überzeugender Weise und stehen in vollem Einklang mit unserem Schulprogramm. Ein schöner Auftakt eines Projektes, das unbedingt einer starken Ausweitung bedarf, um selber nachhaltig zu wirken im Sinne sozialer Gerechtigkeit gerade in Corona-Zeiten.“

Pilotprojekt soll ausgeweitet werden

Ein Bedarf über das Pilotprojekt hinaus ist in Dortmund leicht erkennbar. Deshalb freut sich Christian Nähle ganz besonders, dass die AfB gGmbH (https://www.afb-group.de) seit kurzem Mitglied des Fördervereins Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz e.V. ist. Die AfB gGmbH ist nach eigenen Angaben Europas größtes gemeinnütziges IT-Unternehmen. Sie schafft als IT-Refurbisher durch Aufarbeitung und Verkauf gebrauchter IT- und Mobilgeräte Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung und ist Spezialist für IT-Recycling und -Remarketing. Sie übernimmt gebrauchte IT von Unternehmen, die sie nach zertifizierter Datenlöschung für die Wiederverwendung aufarbeiten. So erweitert die AfB gGmbH den Produktlebenszyklus, schont natürliche Ressourcen und reduziert Emissionen. Die Partner der AfB gGmbH profitieren von professionellen Dienstleistungen, Kennzahlen für ihren Nachhaltigkeitsbericht und attraktiven Benefits für ihre Mitarbeiter*innen.

Dortmunder*innen können einander helfen – Aufruf an Unternehmen Unternehmen

können ihre Geräte von der AfB gGmbH abholen lassen, anstatt sie zu entsorgen. 10 Prozent der Geräte, die von der AfB gGmbH zur Wiedernutzung aufbereitet werden, können von Dortmunder Schulen kostenfrei als Lerngegenstand zur Schulung des Nachhaltigkeitsdenkens in der Umweltpädagogik und z.B. im Technikunterricht eingesetzt werden. Außerdem können die Geräte von den Schüler*innen zu Hause genutzt werden. Auch Privatpersonen können sich über den Förderverein mit Gerätespenden beteiligen. Für Rückfragen steht Ihnen der Geschäftsführer des Fördervereins Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz e.V., Christian Nähle, zur Verfügung (cnaehle@stadtdo.de, 50 – 2 87 74).

Infokasten: Freie Software

Die Eigenschaft „frei“ in Freier Software hat weder mit Kostenlosigkeit einer Software zu tun hat, noch gibt sie einen Hinweis auf die Marktfähigkeit einer Software („Ist das Produkt gut?“). Frei bedeutet im Zusammenhang mit Freier Software:

  1. Die Freiheit, ein Programm für jeden Zweck auszuführen. („Ich darf machen.“)
  2. Die Freiheit, die Funktionsweise eines Programms zu untersuchen, und es an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. („Ich darf lernen.“)
  3. Die Freiheit, Kopien weiterzugeben und damit meinen Mitmenschen zu helfen. („Ich kann mit anderen zusammenarbeiten.“)
  4. Die Freiheit, ein Programm zu verbessern, und die Verbesserungen an die Öffentlichkeit weiterzugeben, sodass die gesamte Gesellschaft profitiert. („Ich bin mündig.“)

Sofern diese Freiheiten nicht vorliegen, wird von proprietärer Software gesprochen, d.h. die Software befindet sich im Eigentum von jemandem und ist kein Gemeingut.

Redaktionshinweis:

Dieser Medieninformation hängt an:


Foto (2) des Pressetermins an der Albert-Schweizer-Realschule
Foto (2) des Pressetermins an der Albert-Schweizer-Realschule (Anlage zur Pressemitteilung, © Umweltamt Stadt Dortmund)

v.l.n.r.: Lena Dietrich, Paula Lehmhaus (beide Schülerinnen)

Dokumente zum Herunterladen

Die Pressemitteilung der Stadt Dortmund vom 18.06.2020 kann hier heruntergeladen werden. Die Anlage Positionspapier Runder Tisch Reparatur kann hier und die Pressefotos können hier und hier heruntergeladen werden.

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Tuesday, 31 March 2020

Videokonferenzen und verteiltes Lernen

Vergangene Woche fand am Donnerstag das Bildungstreffen der Berlin / Brandenburgischen Unterstützerïnnen der FSFE statt. Offensichtlich haben wir uns dafür nicht wie sonst persönlich getroffen, sondern den Abend genutzt um FreieSoftware Projekte zu testen mit denen man in diesen Zeiten als Gruppe reden kann. Vor dem Hintergrund von Video-Konferenzen aus dem Homeoffice, aber auch vor dem Hintergrund eines virtuellen Klassenraums. Dazu haben wir uns zu acht Jitsi Meet und Big Blue Button angesehen.

Jitsi

Logo des Jitsi Projekts

Den Start haben wir auf dem Jitsi-Meet Server der Freifunker in Hamburg gemacht (vielen Dank für das Betreiben des Dienstes!). Mit uns acht Personen im Chat hatten wir keine Probleme was die Performance anging; selbst bei maximaler Videoqualität. Vor dem Treffen geteiltem Link im Browser geöffnet und los konnte es gehen.

An der linken Seite ein einklappbarer Text-Chat, dominierend im Rest des Browser-Fensters die Video-Streams der einzelnen Teilnehmenden der Konferenz. Einzig direkt am Anfang hatte ich kurz das Problem, dass ich alle die, die nach mir gekommen sind nicht hören konnte… F5 und neu laden der Seite hilft an der Stelle. [Dieses oder ähnliche Problem hatte ich allerdings bei so ziemlich allen Audio-/Video-Konferenz Lösungen im Browser von Zeit zu Zeit mal, das liegt nicht an Jitsi und die Lösung war immer Raum verlassen und wieder betreten]. Anschließend war der Chat aber stabil.

Jitsi bietet neben der Chat Funktionalität noch ein gemeinsames Editieren von Dokumenten in einem Etherpad und das Teilen des Desktop vom Rechner an. Für Menschen die nicht über ihren Desktop Rechner oder das Notebook am Chat teilnehmen wollen gibt es Apps, u.a. für Android z.B. im F-Droid Katalog.

Wenn ihr auf der Suche nach einem Jitsi-Meet Server seit, den ihr für eure Telko verwenden könnt, gibt es z.B. den Dienst jitsi.random-redirect.de der euch auf einen zufällig ausgewählten Server weiter leitet. Oder ihr stöbert mal ein bisschen in der Liste der Server im Wiki des Projekts auf github. Wenn ihr euch einen eigenen Server installieren wollt, denkt eventuell dran, dass Jitsi-Meet in der Grundkonfiguration den STUN Server von Google verwendet.Mike Kuketz beschreibt in seinem Blog wie man die Einstellung einfach ändern kann.

Big Blue Button

Big Blue Button Logo

Als nächstes haben wir uns Big Blue Button auf der Test-Instanz der Cyber4EDU Initiative getestet (auch euch vielen Dank dafür). Betreten des Chats und grundlegende Elemente des Interfaces sind vergleichbar mit dem von Jitsi-Meet. Aber neben den oben genannten Features bietet Big Blue Button noch einige Features die offensichtlich auf die Situation eines Lehrenden und einem Kreis von Zuhörenden abgestimmt ist.

So gehören neben dem Chat noch Moderations-Werkzeuge für den Leitenden des Seminars, ein White-Board (sprich eine Tafel), ein Umfrage-Werkzeug und das Teilen von Dokumenten/Bildern mit den Zuhörenden zu den Funktionen von Big Blue Button. Darüber hinaus kann man den Hauptraum für eine begrenzte Zeit in so genannte Break-Out-Räume verlassen um die Seminar-Gruppe in kleine Arbeitsgruppen aufzuteilen. Nach einer vorgegebenen Zeit geht es dann automatisch zurück in den Hauptraum um die Ergebnisse zu besprechen.

Vor dem Betreten eines Chatraums, und damit auch beim Wechsel zwischen dem Hauptraum und den Break-Off-Räumen, wird die Verbindung mit einem Echo-Test ausgetestet. Erst wenn die eigene Aufnahme hören konnte, kann man den Raum betreten. Das hat zwar den Vorteil, dass die Verbindung getestet ist, aber bei vielen Raumwechseln hat es uns ein wenig genervt. Auch hatten wir in der Testgruppe teilweise das Problem einer wesentlich höheren Systemlast bis hin zu Abstürzen des Rechners.

Das Projekt betreibt einen eigenen Demo Server und Big Blue Button ist bereits in vielen Lernplattform integriert.

Nachtrag (2. April 2020): Über Mastodon hat Daniel Kulesz darauf hingewiesen, dass der wesentliche Unterschied zwischen Jitsi-Meet und Big Blue Button darin besteht, das letzteres einen zentralen (selbst-betreibbaren) Server für die Konferenzen verwendet, während Jitsi auf Peer-to-Peer Techniken setzt,.. Dies ist allerdings nur im Chat von zwei Personen der Fall, danach schaltet auch Jitsi-Meet auf eine s.g. Video-Bridge als zentrale Komponente um. Dadurch entstehen also keine Vor- bzw. Nachteile im Betrieb mit vielen Chat-Teilnehmern.

Andere nützliche Tools

Wer bereits eine NextCloud betreibt um Kalendarien, Kontakte und andere Daten in der eigenen Cloud zu hosten, kann NextCloud Talk (Android App im F-Droid Katalog) verwenden um einfach eine Video-Konferenz zu betreiben. Neben dem Audio-/Video-Chat läuft ähnlich wie bei den beiden obigen Lösungen ein Text-Chat. Um an einer in der NextCloud gehosteten Konferenzschaltung teilnehmen zu können, bedarf es allerdings meines Wissens nach eines bestehenden Accounts auf der Instanz. [Edit: Ich wurde eines besseren belehrt :) danke dafür! Die Option einen Link zu teilen ist nur etwas versteckt.]

Ressourcen schonender als eine Video-Konferenz und sind Audio-Konferenzen. Unter anderem gibt es da das Mumble Projekt (Android App im F-Droid Katalog) mit dem es einfach möglich ist einen eigenen Konferenz-Server selbst zu betreiben. Auch hier werden Zugangsdaten zum Server benötigt die vorher geteilt werden müssen. Mumble kommt ursprünglich aus der Gamer-Szene, aber man kann auch einfach über andere Dinge als Spiele reden. Für Menschen die nicht selbst hosten wollen, gibt es hier eine Liste öffentlicher Server.

Grundsätzlich gilt, nicht alles muss mit eingeschalteter Kamera kommuniziert werden. In den meisten Fällen reicht der Ton. Das spart Bandbreite und dir muss dein Jogging-Anzug und die Unordnung zu Hause nicht peinlich sein. Ja ich weiß, kann man auch mit einem Poster im Hintergrund lösen das Problem… Und schaltet euer Mikro aus, wenn ihr nichts zu sagen habt. Ob jetzt über push-to-talk oder einfach die Stummschalt-Taste, dann stören eure Hintergrundgeräusche nicht die laufende Unterhaltung, und niemand wird auf eure Chips neidisch.

In meiner, zugegeben recht begrenzten, Erfahrung mit proprietären Tele-Konferenzsystemen haben alle FLOSS Projekte eine wesentlich bessere Audio-/Videoqualität bieten können. Verbindungsaussetzer hatte ich mit denen genau so oft oder selten wie auch mit den freien Projekten.

Fazit

Für das, was wir  beim Treffen gemacht haben, also eine einfache Video-Konferenz, fand ich Jitsi-Meet voll und ganz ausreichend. Das Interface ist schön simpel gehalten und es hat einfach funktioniert. Wer eh schon eine eigene NextCloud Instanz betreibt und nur einen kleinen Personenkreis in die Konferenz einladen will, sollte einfach mal  NC Talk ausprobieren.

Für Lehrveranstaltungen im virtuellen Raum scheint Big Blue Button eine schöne Alternative zu sein. Der Echo-Test beim Raumwechsel war etwas nervig, aber dann war die Funktionalität wenigstens getestet. Und das integrierte White-Board war äußerst nützlich.

Links

Hier die Links zu den besprochenen FLOSS Projekten

Und einigen schönen Listen und Anleitungen zu digitalen Konferenzen und Werkzeugsammlungen für HomeOffice und entferntes Lernen:


Die verwendeten Logos sind der Homepage der Projekte entnommen Sollten die Verwendung in diesem Artikel euren Nutzungsbedingungen o.ä. widersprechen, meldet euch bitte bei mir, dann entferne ich sie natürlich umgehend.

Thursday, 12 March 2020

Medienresonanz zum Sachstandsbericht der AG Freie Software

  • Do-FOSS
  • 01:08, Thursday, 12 March 2020

Dortmunder Arbeitsgruppe Freie Software wird bundesweit wahrgenommen

Do-FOSS-Sendet

Do-FOSS sendet

In diesem Blogbeitrag findet sich eine von Do-FOSS zusammengestellte Medienresonanz zum aktuellen Dortmunder Sachstandsbericht zur Untersuchung der Potenziale von Freier Software und Offenen Standards. Do-FOSS dankt der wohlwollenden Resonanz und den vielfältigen Rückmeldungen von Communities und Einzelpersonen! Gemeinsam wollen wir unseren Weg für Freie Software weitergehen.

Presseartikel (alphabetisch nach Hrsg. sortiert)

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Friday, 21 February 2020

Nachhaltigkeit durch Medienkompetenz – mehr Freie Software, weniger Elektroschrott

  • Do-FOSS
  • 11:58, Friday, 21 February 2020

Freie Software ermöglicht Bildung für nachhaltige Entwicklung

Do-FOSS-Tux

Bild: Do-FOSS-Tux

Im Blogbeitrag Digitale Woche Dortmund: Freie Software schafft ökologische Perspektiven hat Do-FOSS von einer ersten öffentlichen Auseinandersetzung des Umweltamtes mit Freier Software berichtet. Nun wird aus dem Umweltamt für das Jahr 2020 eine vierteilige Veranstaltungsreihe (eine pro Quartal) zum Thema organisiert. Zum Auftakt gab die Stadt Dortmund am 10.02.2020 eine Pressemitteilung heraus. Mit der Veranstaltung Nachhaltigkeit durch Medienkompetenz – mehr Freie Software, weniger Elektroschrott fügt die Stadt Dortmund der Vielseitigkeit von Freier Software unter ökologischen Aspekten eine weitere praktische Dimension hinzu. Zudem erscheint das Thema Freie Software jetzt auch im Bildungs- und Schulkontext der Stadt Dortmund als Element von Bildung für nachhaltige Entwicklung. Do-FOSS unterstützt diese Entwicklung.

Pressemitteilung im Wortlaut

Zwei Veranstaltungen: „Nachhaltigkeit durch Medienkompetenz – mehr Freie Software, weniger Elektroschrott“

Der Förderverein Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz e.V. (dlze in der Berswordt-Halle) lädt zu einer Informationsveranstaltung und zu einem kostenfreien Workshop für Bürger*innen ein.

In Privathäusern, Firmen und Institutionen häufen sich Mediengeräte (PCs, Laptops, …), die scheinbar zu langsam oder sogar vermeintlich defekt sind. Computerhardware wird häufig aufgrund steigender Hardwareanforderungen von Software oder der fehlenden Treiber-Unterstützung von alter Hardware durch Betriebssysteme entsorgt. Gleichzeitig besteht durch die Notwendigkeit von Sicherheits- und Kompatibilitätsupdates ein Handlungsdruck, die Systeme mit aktueller bzw. gepflegter Software zu betreiben. Eine verbreitete und ökologisch schwerwiegende Folge hiervon: Massen von Computern und Notebooks landen im Müll und werden zu Elektroschrott.

Erst No-Tech, dann Old-Tech und dann erst Hightechlösungen, so lautet die suffiziente Daumenregel. Denn rohstoff- und energieintensive digitale Lösungen erschaffen oft neue Probleme an anderer Stelle. Welche Wege gäbe es zu digitaler Nachhaltigkeit? Ein Weg ist Hardwareupcycling! Die Wiederverwendbarkeit von alter Hardware wird mit Freier Software erheblich verbessert, die Nutzungsdauer verlängert. Ein Freies Betriebssystem (z.B. Linux) bietet die Möglichkeit bis zu 20 Jahre alte Mediengeräte im Alltag oder in ganz verschiedenen Arbeitsumgebungen einzusetzen. Mediengeräte in Kombination mit Freier Software zu nutzen ist ein einfacher Einstieg für alle, die auch digital am gesellschaftlichen Wandel arbeiten. Gemeinsam mit dem Medienkünstler Daniel Schlep als Referenten (http://www.danielschlep.de), werden interessierten Personen zwei Veranstaltungen angeboten:

Datum: 26.02.2020
Uhrzeit: Beginn: 18 Uhr (Einlass: 17.30 Uhr) – Ende ca. 20 Uhr
Ort: Umweltamt (Raum 247, 2. Etage), Brückstraße 45, 44135 Dortmund

In dieser Veranstaltung werden grundlegende Informationen zum Thema Nachhaltigkeit durch Medienkompetenz – mehr Freie Software, weniger Elektroschrott erläutert und ausgetauscht. Auch kann dieser Abend dazu dienen, andere Menschen kennenzulernen, die ebenfalls Interesse an Freier Software haben oder auch schon Nutzer*innen von Freier Software sind.

Hinweis: Eine Anmeldung ist nicht notwendig, wird aber zur besseren Planung der Bestuhlung erbeten: info@danielschlep.de

Datum: 29.02.2020
Uhrzeit: Beginn: 13 Uhr (Einlass: 12:30 Uhr) – Ende ca. 15 Uhr
Ort: Umweltamt (Raum 247, 2. Etage), Brückstraße 45, 44135 Dortmund

Dieser Workshop bietet die Möglichkeit, mit Freier Software (Linux) aktiv in Berührung zu kommen. Die notwendigen Schritte für das kreative Upcycling von alten Mediengeräten werden hierbei erläutert. Systeme und Programme können getestet und weiterführende Möglichkeiten in verschiedenen Anwendungsbereichen (Büro, Grafik, Video, Musik, Spieleentwicklung, etc.) erlebt werden.

Hinweis: Eine Anmeldung ist erforderlich, da die Zahl der möglichen Teilnehmer*innen begrenzt ist: info@danielschlep.de

Für Rückfragen steht Ihnen der Geschäftsführer des Fördervereins Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz e.V. (dlze in der Berswordt-Halle), Christian Nähle, gerne zur Verfügung (cnaehle@stadtdo.de, 50 – 2 87 74).

Dokument zum Herunterladen

Die Pressemitteilung der Stadt Dortmund vom 10.02.2020 kann hier heruntergeladen werden.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

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Saturday, 15 February 2020

F-Droid zum I Love FreeSoftware Day in Berlin

Am vergangenen Donnerstag war Marcus Hoffmann (@Bubu) beim Treffen der Berliner Unterstützerïnnen der FSFE zu Gast und hat uns über den aktuellen Status des F-Droid Projekts berichtet, über neue Entwicklungen und die unterschiedlichen Wege wie jeder von uns, auch als nicht Coder, das Projekt unterstützen kann.

Für diejenigen unter euch, die F-Droid noch nicht kennen

F-Droid ist ein installierbarer Katalog mit FOSS-Apps (Free and Open Source Software) für Android. Der Client vereinfacht die Suche und Installation von Apps und behält den Überblick über Aktualisierungen.
(Quelle f-droid.org)

Aktuell beinhaltet dieser Katalog etwa 2000 Apps für Smartphones die ein Android basiertes Betriebssystem verwenden. Unter anderem so Alltagsretter wie Transportr (Begleiter für den öffentlichen Verkehr), NewPipe (zum offline-nutzen und streamen von diversen Plattformen wie Peertube, Soundcloud und Youtube), OSMAnd (offline Karten von OpenStreetMap), Conversations (XMPP/Jabber Client)… ok, das sind meine Alltagsretter aber ihr findet da bestimmt auch welche.

Neben dem eigenen Katalog von FLOSS Apps den das F-Droid Projekt unterhält, und die im Katalog beinhaltenden Apps alle selber erstellt um sicher zu gehen, dass sie in einer auf ausschließlich FLOSS basierten Umgebung gebaut werden können, bietet F-Droid aber noch weitere coole Features. So kann jedes Projekt / jeder Mensch relativ einfach einen eigenen Katalog von Apps pflegen, die dann über die F-Droid App installiert werden können. Unter anderem Friendiqa (ein Qt/QML basierter Client für Friendica), das Briar-Projekt oder das Guardian Projects nutzen diese Möglichkeit so eine von dem Hauptkatalog unabhängige Bezugsquelle ihrer Apps zu schaffen. Außerdem wird man direkt in der Beschreibung der Apps über Antifeatures (Werbung, Tracker, die Verwendung unfreier Dienste, …) informiert, so dass man sich gleich überlegen kann ob es das wirklich wert ist die App trotzdem zu benutzen. Aber es gibt noch einige andere nette Features beim F-Droid Store. Was mir zum Beispiel vollkommen unbekannt war ist, dass die F-Droid App einen Nearby Modus besitzt mit dessen Hilfe man von anderen F-Droid Nutzerïnnen Apps laden kann, selbst wenn man derzeit kein Internet hat.

Wie viele anderen FLOSS Projekte auch, sucht auch das F-Droid Projekt Unterstützer.  Dabei werden auch, aber nicht nur, Coder gesucht, die sich der Verbesserung der F-Droid App, der Homepage oder dem Repomaker widmen. Letzteres ist eine Django / Python Applikation die es ermöglicht mit ein paar Klicks und dem ausfüllen von ein paar Formularen eigene Verzeichnisse für den F-Droid Katalog zu erzeugen. Eine Applikation, die dringend neue Entwickler sucht um auf die aktuellen Versionen der Abhängigkeiten gebracht zu werden.

Aber auch wenn du kein Entwickler bist, kannst du das F-Droid Projekt unterstützen. Fehlt dir eventuell eine App von der du weißt, dass sie FLOSS ist im F-Droid Katalog? Dann kannst du dies einfach beim Projekt melden (und am besten aktiv dabei helfen die App dann zu paketieren). Es werden Übersetzerïnnen gesucht, die die Beschreibungen der Applikationen übersetzen und Menschen, die die Meta-Daten warten. Letzteres muss nicht in den Repositories des F-Droid Projekts geschehen, sondern kann direkt bei den Projekten der Applikationen geschehen. Die Dokumentation muss aktuell gehalten werden und es werden Menschen gesucht, die sich um einzelne Applikationen kümmern und dafür Sorge tragen, dass die Apps im F-Droid Katalog aktuell bleiben. Viel zu tun wie man sieht, und falls du Lust darauf hättest dich einzubringen, schau doch einfach mal im F-Droid Forum vorbei oder kontaktiere das F-Droid Team auf einem anderen Weg.

Die Folien zum Vortrag hat Marcus schon online gestellt (EN, PDF).

Vielen herzlichen Dank für deinen Besuch beim Treffen auch an dieser Stelle nochmal @Marcus! Hoffentlich sieht man sich dann mal auf einem der geplanten F-Droid Abende wieder. Weitere Informationen dazu wird es sicherlich über die Berliner Mailingliste oder unseren Account im Fedivers geben.

Wednesday, 05 February 2020

Stadt Dortmund legt mit Zwischenbericht der AG Freie Software den Grundstein für digitale Souveränität

  • Do-FOSS
  • 11:20, Wednesday, 05 February 2020

Sachstandsbericht im Ausschuss für Personal und Organisation veröffentlicht

AG Freie Software

Bild: AG Freie Software

DIREKT ZUR VIDEOBOTSCHAFT

Gemeinsam mit der Stadt Dortmund legt Do-FOSS den ersten Sachstandsbericht (CC-BY-SA) des städtischen digitalen Innovationsprojekts Potenzialanalyse Freie Software und Offene Standards vor. Der Bericht wurde vom zuständigen Ausschuss für Personal und Organisation am 30.01.2020 zur Kenntnis genommen.

Die Motivation für den Einsatz von Freier Software wird u.a. von den folgenden Überlegungen getragen:

  • IT-Monopole wie das der Firma Microsoft und Herstellerabhängigkeiten werden zunehmend als konträr zum Gemeinwohl erkannt. Ohne digitale Souveränität gibt es keine Souveränität des öffentlichen Dienstes und keine staatliche Souveränität. Freie Software ist für die Souveränität digitaler Gesellschaften der Grundbaustein.
  • Für Do-FOSS gilt es eine IT-Betriebsverantwortung u.a. im gültigen vergaberechtlichen und datenschutzrechtlichen Rechtsrahmen zu gewährleisten. Freie Software bietet hierfür die nötigen Voraussetzungen.
  • Die Dortmunder Stadtverwaltung strebt für attraktive Arbeitsplätze in der Digitalisierung nach agilen, flexiblen und mobilen Arbeitsmethoden. Eine IT-Infrastruktur auf Basis von Offenen Standards bietet hierfür die nötige Modularität.
  • Die kommunale IT-Landschaft entspricht einem heterogenen Strauß an Anforderungen und Anwendungen. Eine zentrale Herausforderung ist es daher, diese Aspekte in einer IT-Strategie zu bündeln, sodass die Vorteile von Freier Software für die Stadt Dortmund zum Tragen kommen.


Gruppenfoto: Pressekonferenz zur Vorstellung des Sachstandsbericht
Pressekonferenz zur Vorstellung des Sachstandsberichts am 14.01.2020: Jörg Zilian (Leiter Dortmunder Systemhaus) und Personaldezernent Christian Uhr (vorne, v. l.), präsentierten zusammen mit Dennis Nitschke (Dortmunder Systemhaus), Till Schäfer und Christian Nähle (beide Do-FOSS) den jüngst beendeten Sachstandsbericht zum Thema (hinten, v. l.). Es fehlt: Ralf Voelzkow (Personalrat).
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Torsten Tullius

Der IT- und Personaldezernent Christian Uhr lobte auf der Pressekonferenz zur Vorstellung des Sachstandsberichts die strategische Begleitung der städtischen Arbeitsgruppe Freie Software durch Do-FOSS. Dabei hob er die sachorientierte Sicht von Do-FOSS als Bürgerinitiative mit neutraler Außensicht auf die Verwaltung hervor. Besonderer Dank seitens Do-FOSS gilt den langjährigen Kooperationspartnern für ihre Unterstützung bei unserem Vorhaben.

Ausblick

Der Sachstandsbericht gibt im abschließenden Abschnitt (vgl. Abschnitt 6) folgenden Ausblick:

Durch die aktuellen Entwicklungen auf Bundesebene (vgl. u.a. die Pressemitteilung des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat BMI intensiviert Aktivitäten zur Stärkung der digitalen Souveränität in der öffentlichen Verwaltung [1] und die zugrunde liegende Studie Strategische Marktanalyse zur Reduzierung von Abhängigkeiten von einzelnen Software-Anbietern ist es für die Stadtverwaltung Dortmund geboten die eigene Digitalisierungsstrategie im Hinblick auf Freie Software und Offene Standards weiterzuentwickeln. Die Charta Digitales Dortmund 2018-2030 bietet für die weitere Bearbeitung einen geeigneten Rahmen. […]

Im Zusammenhang mit der städtischen Digitalisierungsstrategie wird die Zusammenarbeit mit dem CIO der Stadt Dortmund intensiviert. Das CIO übernimmt künftig die vernetzende Funktion, da sich die Thematik über viele Bereiche der Stadt Dortmund erstreckt. Die Ausrichtung der Arbeitsgruppe Freie Software wird daher entsprechend angepasst und sieht in diesem Zuge vor den Ergebnisbericht zum Einsatzpotenzial Freier Software und Offener Standards bis Ende des zweiten Quartals 2022 zu erstellen sowie den politischen Gremien vorzulegen. Bis zur Fertigstellung des Ergebnisberichts wird es verschiedene fachliche und öffentliche Beteiligungsformate geben; u.a. wird für das erste Quartal 2022 eine kommunale Open Government Konferenz in Dortmund geplant.

[1] Pressemitteilung des BMI vom 19.09.2019, abgerufen am 07.12.2019

Do-FOSS sieht besonders der kommunalen Open Government Konferenz entgegen und freut sich auf die gemeinsame Konferenzplanung mit dem Offene Kommunen.NRW Institut (OK.NRW). Es wird eine Konferenz für Freie Software für Kommunen und ein Bündnisauftakt für Kommunen für Freie Software. Hierzu lädt Do-FOSS bereits per Video ein:



Link zum Video
Dortmund braucht Freie Software – Einladung von Do-FOSS zur kommunalen Open Government Konferenz der Stadt Dortmund. Link zu YouTube!

Die künftige Arbeit der Arbeitsgruppe Freie Software kann in einer Instanz von OpenProject verfolgt werden. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Freie Software stehen, wie bei Do-FOSS üblich, unter einer Creative-Commons-Lizenz, so auch der aktuelle Sachstandsbericht (CC-BY-SA). Bei Fragen oder Anmerkungen kann die Arbeitsgruppe unter ag_freiesoftware@stadtdo.de und Do-FOSS unter kontakt@do-foss.de kontaktiert werden.

Pressemitteilung der Stadt Dortmund im Wortlaut

Die Pressemitteilung der Stadt Dortmund Masterplan „Digitale Verwaltung – Arbeiten 4.0“: Sachstandsbericht – Potential von Freier Software und Offenen Standards nutzen vom 14.01.2020 im Wortlaut:

Masterplan „Digitale Verwaltung – Arbeiten 4.0“:
Sachstandsbericht – Potential von Freier Software und Offenen Standards nutzen

Die Stadtverwaltung Dortmund hat bereits 2018 damit begonnen im Rahmen des Masterplans Digitale Stadtverwaltung die Potentiale von Freier Software und Offener Standards zu untersuchen. Mit Blick auf die aktuellen Aktivitäten und Entwicklungen auf Bundes- und Landesebene zur Stärkung der digitalen Souveränität der öffentlichen Verwaltung wird deutlich, wie wichtig diese Analyse für die Fortentwicklung der eigenen Digitalisierungsstrategie ist. Dabei geht es insbesondere darum, Wege zur Reduzierung von Abhängigkeiten zu einzelnen IT-Anbietern zu finden. Daneben verfolgt die Stadtverwaltung Dortmund mit dem Projekt u.a. noch weitere Zielvorstellungen, wie die Erhöhung der Flexibilität und Steuerungsfähigkeit beim Softwareeinsatz, dem Einsatz von offenen und standardisierten Dateiformaten und der Ermöglichung neuer Synergien sowie dem Abbau von lizenzrechtlichen Hemmnissen.

Eine erste wichtige Zwischenetappe ist nun erreicht. Die Arbeitsgruppe Freie Software, bestehend aus dem Dortmunder Systemhaus, dem Personalrat der Stadtverwaltung Dortmund und der Bürgerinitiative Do-FOSS, der Initiative für den Einsatz Freier und Quelloffener Software (Free and Open Source Software, kurz FOSS), hat die erste Phase der Potentialanalyse abgeschlossen und einen ersten Sachstandsbericht, u.a. mit Anforderungen, Begriffen und einer Bestandsaufnahme erstellt. Diese Dokumentation dient der Arbeitsgruppe als Basis für das weitere Vorgehen. Personal- und Organisationsdezernent Christian Uhr lobt die bisherige Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative: „Das Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, dass Bürger und Verwaltung konstruktiv und vertrauensvoll zusammenarbeiten können. Die neu gewonnenen Erkenntnisse werden uns dabei helfen, Abhängigkeiten vorzubeugen und auch in Zukunft digital handlungsfähig zu bleiben.“

Der Ergebnisbericht zum Einsatzpotenzial Freier Software und Offener Standards soll den politischen Gremien bis Ende des zweiten Quartals 2022 vorgelegt werden. Bis zur Fertigstellung des Ergebnisberichts wird es verschiedene fachliche und öffentliche Beteiligungsformate geben; u.a. wird für das erste Quartal 2022 eine kommunale Open Government Konferenz in Dortmund geplant.

Kontakt: Michael Meinders

Auszug aus der Vorlage an den Ausschuss für Personal und Organisation im Wortlaut

Die vollständige Vorlage an den Ausschuss für Personal und Organisation kann hier eingesehen werden. Der wesentliche Auszug aus der Vorlage wird im Folgenden wiedergegeben.

Die Verwaltung wurde beauftragt, einen Bericht zum Einsatzpotenzial von Freier Software und von Offenen Standards im Bereich der städtischen Informations- und Telekommunikationstechnik vorzulegen.

Im Rahmen der Arbeitsgruppe „Freie Software“, bestehend aus dem Dortmunder Systemhaus, dem Personalrat der Stadtverwaltung Dortmund und der Bürgerinitiative Do-FOSS, der Initiative für den Einsatz Freier und Quelloffener Software (Free and Open Source Software, kurz FOSS) bei der Stadt Dortmund, wurden daraufhin verschiedene Beschreibungen und Auswertungen für den Abschluss der ersten Phase „Begriffe, Anforderungen und Bestandsaufnahme“ erstellt. Die Dokumentation der ersten Phase dient als Basis für die weitere Vorgehensweise und umfasst die folgenden Themenpunkte:

a) Beschreibung allgemeiner Vorüberlegungen und Begriffsbestimmungen
In diesem Abschnitt wird ein allgemeiner Einblick in das Themenfeld des Softwareeinsatzes und den damit verbundenen Fragestellungen bzgl. der Nutzungsrechte, der Kompatibilität und Interoperabilität, des Datenschutzes und der IT-Sicherheit gegeben. Insbesondere wird definiert, was Freie Software und Offene Standards sind, wie diese mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen auf dem Softwaremarkt verknüpft sind und welche Zusammenhänge in Bezug auf Handlungsspielräume sowie Herstellerabhängigkeiten bestehen. Darüber hinaus wird eine einheitliche Terminologie und Kategorisierung von Software für das weitere Dokument eingeführt.

b) Beschreibung von Anforderungen der Stadt Dortmund an eine Software
Dieser Abschnitt beschreibt, wie die Stadt Dortmund Software in einem transparenten Verfahren auswählt und diese nach einem geregelten Prozess einführt. Grundlage dafür ist die „Geschäftsanweisung zur Einführung von Anwendungssoftware in der Stadtverwaltung Dortmund“ vom 13.07.2017, welche sich aktuell in einer grundlegenden Überarbeitungsphase befindet. Bei der Erstellung des Zwischenberichtes wurden bereits neue Einflüsse der Überarbeitung berücksichtigt. Oberstes Ziel bei der Auswahl ist die Erfüllung der zu Grunde liegenden Aufgabenstellung.

c) Erfassung der eingesetzten Freien-Software-Produkte in der Stadtverwaltung
Dortmund

Es wurde eine erste Bestandsaufnahme zum Freien-Software-Einsatz innerhalb der Dortmunder Stadtverwaltung erstellt. Die Erfassung wurde für Desktop- und Serversysteme getrennt vorgenommen und für die weitere Analyse im Verlauf des Projektes aufbereitet. Eine vollständige Liste der ermittelten Produkte auf Desktopsystemen, sowie die Häufigkeit der installierten Betriebssysteme in der Serverlandschaft sind im Sachstandsbericht erfasst.

d) Erfassung der Dateiendungen und -formate in der Stadtverwaltung Dortmund
Innerhalb der Stadtverwaltung Dortmund werden verschiedene Dateiformate verarbeitet. Zur weiteren Analyse wurden die geläufigsten Dateiendungen innerhalb der Stadtverwaltung Dortmund erfasst und auf Dateiformate zurückgeführt, soweit dies eindeutig möglich war. Eine vollständige Liste der betrachteten 1.121 Dateiendungen inkl. deren Häufigkeiten wurde erstellt. Es wurden die Top 50 Dateiendungen ausgewertet und kategorisiert, sowie die Top 20 Dateiendungen und -formate im zeitlichen Änderungsverlauf betrachtet.

Ausblick
Durch die aktuellen Entwicklungen auf Bundesebene (vgl. u.a. die Pressemitteilung des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat „BMI intensiviert Aktivitäten zur Stärkung der digitalen Souveränität in der öffentlichen Verwaltung“ vom 19.09.2019, https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2019/09/digitale-souveraenitaet-oeff-verwltg.html, abgerufen am 07.12.2019 und die zugrunde liegende Studie „Strategische Marktanalyse zur Reduzierung von Abhängigkeiten von einzelnen Software-Anbietern“) ist es für die Stadtverwaltung Dortmund geboten, die eigene Digitalisierungsstrategie im Hinblick auf Freie Software und Offene Standards weiterzuentwickeln. Die Charta „Digitales Dortmund 2018-2030“ bietet für die weitere Bearbeitung einen geeigneten Rahmen.

Im Zusammenhang mit der städtischen Digitalisierungsstrategie wird die Zusammenarbeit mit dem CIO der Stadt Dortmund intensiviert. Das CIO übernimmt künftig die vernetzende Funktion, da sich die Thematik über viele Bereiche der Stadt Dortmund erstreckt. Die Ausrichtung der Arbeitsgruppe Freie Software wird daher entsprechend angepasst und sieht in diesem Zuge vor, den Ergebnisbericht zum Einsatzpotenzial Freier Software und Offener Standards bis Ende des zweiten Quartals 2022 zu erstellen sowie den politischen Gremien vorzulegen. Bis zur Fertigstellung des Ergebnisberichts wird es verschiedene fachliche und öffentliche Beteiligungsformate geben; u.a. wird für das erste Quartal 2022 eine kommunale Open Government Konferenz in Dortmund geplant.

Dokumente zum Herunterladen

Der Sachstandsbericht Untersuchung der Potenziale von Freier Software und Offenen Standards inkl. Anhänge kann hier heruntergeladen werden. Die Pressemitteilung der Stadt Dortmund vom 14.01.2020 kann hier und das zugehörige Pressefoto kann hier bzw. hier hochaufgelöst heruntergeladen werden. Die Vorlage an den Ausschuss für Personal und Organisation zu seiner Sitzung vom 30.01.2020 kann hier heruntergeladen werden. Die Strategische Marktanalyse zur Reduzierung von Abhängigkeiten von einzelnen Software-Anbietern im Auftrag des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat kann hier heruntergeladen werden. Die Charta Digitales Dortmund 2018-2030 kann hier heruntergeladen werden. Eine Broschüre Public Money – Public Code – Modernising Public Infrastructure with Free Software kann hier heruntergeladen werden.

CC0
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Friday, 29 November 2019

Open-Source-Brötchen auf der Personalversammlung der Stadt Dortmund 2019

  • Do-FOSS
  • 15:20, Friday, 29 November 2019

Personalversammlung mit digitalem Biss

Am 20.11.2019 fand die jährliche Personalversammlung der Stadt Dortmund statt. Dieses Jahr war die Personalversammlung bereits im Vorfeld stark von dem Thema Digitalisierung geprägt. Passend dazu brachte die Gewerkschaft ver.di (Bezirk Westfalen) den Beschäftigten die Bedeutung von Freier Software durch eine besondere Aktion näher. ver.di Westfalen verteilte zu Beginn der Versammlung 1.000 Open-Source-Brötchen (vgl. die Arbeit von Do-FOSS zum Thema Open-Source-Saatgut). Damit knüpfte ver.di Westfalen an den Saatgut-Software-Vergleich von Do-FOSS an, welcher für das Konferenzbuch der Bits & Bäume beschrieben wurde. Dieser Vergleich wurde auch schon in einer Inside ver.di aufgegriffen. Do-FOSS stellt die sinnliche Aktion von ver.di im Folgenden anhand eines Flyers vor, welcher zusammen mit den Open-Source-Brötchen verteilt wurde. Im Weiteren gibt Do-FOSS die ver.di-Beiträge des zuständigen Gewerkschaftssekretärs Martin Steinmetz für den Fachbereich Gemeinden vollständig wieder. Die Beiträge zu den Themen Digitalisierung, Mobiles Arbeiten und Fachkräftemangel sind im Zuge einer Frage-Antwort-Gesprächsrunde auf der Bühne der Personalversammlung entstanden. Do-FOSS freut sich, dass ver.di für Freie Software bundesweit voranschreitet. Aus Sicht von Do-FOSS ist besonders die abschließende Problematisierung von Microsoft als Monopolist in der der immateriellen Infrastruktur des öffentlichen Dienstes hervorzuheben. Do-FOSS betrachtet Herstellerabhängigkeiten durch Monopolstellungen im Rahmen der städtischen Potenzialanalyse Freie Software.

Flyer Open-Soure-Brötchen / Open-Source-Software im Wortlaut

Open-Source-Saatgut
Wem gehört das Saatgut, das in unserem Essen steckt? Wie sehr ist unsere Ernährung von Konzernen abhängig? Und was ist an diesem Brötchen anders?

Saatgut-Vielfalt ist unverzichtbar für unsere Landwirtschaft und unsere Ernährung. Dabei wird immer deutlicher, dass private Saatgut-Monopole, die sich auf geistigen Eigentumsrechten gründen, ökologische Vielfalt verdrängen und Lebensmittelerzeuger*innen in Abhängigkeit treiben.

ver.di Westfalen unterstützt eine Alternative:
Mit der Open-Source-Saatgut-Lizenz wird Saatgut als Gemeingut vor Monopolisierung geschützt, d.h. es ist für alle auf Dauer zugänglich und kann nicht privat vereinnahmt werden. Open-Source-Saatgut fördert ökologische Vielfalt – in der Pflanzenzüchtung, auf dem Acker und auf dem Teller.

Open-Source-Software
Für Menschen ist der Zugang zu Wissen in der Informationsgesellschaft ähnlich elementar, wie eine monopolfreie Versorgung mit Saatgut. Open-Source-Software ist die gemeinwohlorientierte Grundversorgung in der Digitalisierung. Deshalb ist Open-Source-Software unersetzlich, um Bürger*innenrechte ins digitale Zeitalter zu übersetzen und eine öffentliche Daseinsvorsorge für die Informationsgesellschaft zu verantworten.

Als ver.di wünschen wir uns, dass Verwaltung und Politik ihren Weg für eine Open-Source-Software-Strategie fortsetzt und Dortmund als Open-Source-Stadt bundesweit vorangeht.

Wortbeiträge von ver.di Westfalen auf der Personalversammlung im Wortlaut

Thema: Digitalisierung

Martin Steinmetz: Ich glaube, dass hat der eine oder die andere auch schon so erlebt? Sonntagabend 3 Minuten vor dem Tatort. WhatsApp Nachricht auf dem Handy. Der Kollege schreibt: Kannst du noch eben…und zack geht das Kopfkino los und es fällt schwer bei den vielen Gedanken, die durch den Kopf schießen, dem Tatort mit seinen Handlungssträngen zu folgen.

Der Einsatz mobiler Endgeräte ist heute selbstverständlich und ist aus unserer Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Sie ermöglichen uns orts- und zeitflexibel zu arbeiten. Beginn und Ende von Arbeitszeiten lassen sich selbstbestimmter mit individuellen Bedürfnissen und Anforderungen vereinbaren. Schauen wir mit dem Brennglas drauf, stellen wir fest, dass die neuen Freiheiten auch Gefahren mit sich bringen. Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen. Es gibt keine Orte der »Nichtarbeit« mehr. Die Entgrenzung von Arbeit, ständig im standby-Modus zu sein, immer und überall erreichbar zu sein ist wissenschaftlich untersucht worden. Die grundsätzliche Feststellung: noch viel zu selten führt die Digitalisierung und mobiles Arbeiten zu Vorteilen auch auf Seiten der Beschäftigten. Stattdessen führen Digitalisierungsprozesse zu einer Steigerung der Arbeitsintensität, zu Zeitdruck und damit zu mehr psychischen Belastungen und Krankheiten. Arbeitet man alleine steigt der Ergebnisdruck. Die Arbeit wird aber auch schneller und komplexer. In den eigenen vier Wänden fehlt der fachliche und soziale Austausch.

In einer ver.di-Erklärung vertreten wir unter der Überschrift »Freiräume für mehr Arbeits- und Lebensqualität erschließen« die Auffassung, dass die Nutzung dieser erweiterten Freiräume verstärkt im Interesse der Beschäftigten organisiert werden und der Verbesserung ihrer Arbeits- und Lebensqualität dienen muss! Deshalb sollten Beschäftigte durchsetzbare Ansprüche auf ein Mindestmaß an Tätigkeitsanteilen erhalten, die während der betriebsüblichen Arbeitszeiten an einem von ihnen selbst zu bestimmenden Arbeitsplatz erbracht werden können. Deswegen brauchen wir beispielsweise dringend Regelungen darüber, dass die eingesparte Fahrzeit zum Arbeitsplatz zu mehr Freizeit führt!

Dieses Beispiel der mobilen Arbeit deutet aber auch schon den ökologischen Nutzen der mobilen Arbeit auf. Eine bundesweite Reduzierung von Pendlerverkehren mit PKW’s führt zu einer Reduzierung von 9,4% des motorisierten Individualverkehrs. Gleichzeitig geht damit Arbeits- und Gesundheitsschutz einher, weil Risiken und Belastungen von Arbeitnehmern durch den Straßenverkehr reduziert werden.

Aber worum geht es ver.di? Wenn die Chancen mobilen Arbeitens überwiegen sollen müssen wir das Hauptthema anpacken: Arbeitszeit und Erreichbarkeit! Der Anteil mobilen Arbeitens an der Gesamtarbeitszeit muss klein gehalten werden. Es müssen klare Nichterreichbarkeitsregelungen getroffen werden. Die Erfassung von Arbeitszeit ist Grundvoraussetzung und muss festgeschrieben werden. Vertrauensarbeitszeit ist für mobil Beschäftigte zu vermeiden. Wir brauchen Instrumente um der möglichen Entkollegialisierung und Isolation zu begegnen. Arbeitsaufgaben von mobilen Beschäftigten und denen die betrieblich arbeiten, muss gerecht verteilt werden und die Arbeit muss so organisiert werden, dass sie in der tariflich bzw. vertraglich vereinbarten Arbeitszeit geleistet werden kann. Es stellen sich aber auch weitere Fragen wie die Teilnahme an bspw. Personalversammlungen gesichert ist.

Und für alles das gibt es uns. Wir haben das Recht, die Möglichkeit und die Power, tarifvertragliche Regelungen zu schaffen. Kurzum: für den Tatortfan muss der Tatortsonntag, Tatortsonntag bleiben!

Thema: Mobiles Arbeiten

Martin Steinmetz: Stellen wir uns vor, sämtliche städtischen Gebäude sind mit einem Fahrstuhl ausgestattet und es brennt, wir müssen raus. Wir stehen vor der Wahl: Aufzug oder Treppe. Unsere Entscheidung liegt doch auf der Hand. Wir wählen das Mittel aus, welches wir selbst kontrollieren können, jeden einzelnen Schritt. Wir nehmen also die Treppe!

So wie ein Aufzug im Brandfall nicht benutzt wird, darf Digitalisierung niemals die einzige Funktionsebene einer Verwaltung werden. Wir müssen auf analoge Methoden zurückgreifen können, um unsere Gewährleistungsverantwortung für den täglichen Grundbetrieb für die Gesellschaft verantworten zu können. Das Motto: lieber zehn echte Menschen, die ich anrufen kann, als einen Menschen, der 10 Chatbots betreut. Das gilt besonders in einer krisengeschüttelten Welt.
In Dortmund werden wir 35 % der Belegschaft über die nächsten 10 Jahre altersbedingt verlieren. Für uns in Dortmund ist auch klar: Ohne Digitalisierung wird die Grundleistung der Verwaltung altersbedingt rapide fallen. Aber: Digitalisierung wollen wir gemeinwohlorientiert gestalten – sozial und ökologisch. Andererseits brauchen wir aber auch unbedingt wieder mehr und qualifiziertes Personal. Die Menschen dürfen das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des ö.D. nicht aufgeben! Um für unsere gesellschaftliche Arbeit einen guten Rahmen zu schaffen, bereitet ver.di Tarifverhandlungen mit Schwerpunkt auf Digitalisierung vor. Für unsere operative Arbeit brauchen wir einen Tarifvertrag Digitalisierung. Das ist übrigens der beste Schutz davor, dass die Treppenhäuser, weil man ja überall Fahrstühle hat, abgerissen werden. Um die konkrete Frage vor diesem Hintergrund zu beantworten sagen wir als ver.di: Wir werden mit den öffentlichen Arbeitgebern einen Tarifvertrag aushandeln der auch unserer historischen Bedeutung nach ZEITSOUVERÄNITÄT gerecht wird um SELBSTBESTIMMUNG der Beschäftigten zu sichern. Das bedeutet: Zeit für Qualifikation und Zeit am Arbeitsplatz um mit neuen Methoden umzugehen. Und klar, das wird kosten!

Thema: Fachkräftemangel

Martin Steinmetz: Hier liegt der Spielball ohne Zweifel im Spielfeld der Arbeitgeber, denn für uns, ver.di, ist das nicht neu. Nicht ohne Grund haben wir bereits im Jahr 2013 den Tarifvertrag zur Bewältigung des demografischen Wandels im Nahverkehr abgeschlossen. Die Präambel dieses Tarifvertrages erklärt schon alles: „Der demografische Wandel wird in den kommenden Jahren die Beschäftigungssituation und den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen erheblich beeinflussen. Die Zahl der älteren Beschäftigten und das Durchschnittsalter der Belegschaften steigen deutlich. Gleichzeitig wird sich die Anzahl junger Nachwuchskräfte, insbesondere das Angebot von Auszubildenden, ab ca. 2015 dauerhaft und zunehmend verringern.“

Heute – Ende 2019 – wissen wir, dass in Dortmund – ich bin eben schon kurz darauf eingegangen über die nächsten 10 Jahre 35 % der Belegschaft altersbedingt verlieren wird.

Was wir brauchen ist also eine vorausschauende und nachhaltige Personalpolitik. Was wir jedoch erleben ist das von allen Seiten Wein gepredigt und Wasser verordnet wird. Es wird beispielsweise von hochwertiger Bildung, der Einführung eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung und Inklusion gesprochen. Alle Wissen aber auch: Damit sind Ansprüche formuliert, für die das vorhandene Personal bei weitem nicht ausreicht. Und nicht zuletzt haben die öffentlichen Arbeitgeber unsere Versuche der Jahre 2009 und 2015, dem Fachkräftemangel in den SuE Berufen zu begegnen, unsere Aktivitäten schlichtweg ausgesessen. Sie verfolgten wohl das Ziel, uns, unsere Anliegen sowie die Gewerkschaftskasse ausbluten zu lassen.

Was aber brauchen wir?

  • Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung und des Gesundheitsmanagements,
  • betriebliche Regelungen, die den besonderen Belangen älterer Beschäftigter Rechnung tragen, wie z.B. die Förderung von Teilzeitarbeit und Langzeitkonten,
  • Maßnahmen der Arbeitsorganisation und Arbeitsplatzgestaltung,
  • Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf inklusive Rückkehrplanung und -vorbereitung z.B. in Fällen von Elternzeit oder Sonderurlaub für familiäre Zwecke sowie Hilfestellung bei Kinderbetreuung
  • Unbefristete Beschäftigung von Anfang an, Abschaffung sachgrundloser Besfristungen, und, und, und…

Nächstes Jahr geht es in die nächsten zwei Tarifrunden. Tarifverhandlungen bei Bund und VKA für alle ÖD-Beschäftigten sowie die Tarifrunde für die Beschäftigten in den SuE Bereichen. Tarifrunden sind aktive Maßnahmen dem Fachkräftemangel zu begegnen. Wie gesagt, der Spielball liegt ohne Zweifel im Spielfeld der Arbeitgeber, denn für uns, ver.di, ist das nicht neu. Und: Wir können auch Streik!

Ergänzend machte Martin Steinmetz in seiner Eigenschaft als Gewerkschaftssekretär von ver.di Westfalen für den Fachbereich Gemeinden folgende Aussage:

Open-Source-Brötchen

Diese Brötchen haben diesen Herbst Weltprämiere!

Heute zum 3. Mal.

Warum haben wir diese Brötchen verteilt? Wir wollen darauf hinweisen, dass Saatgut nur noch ganz wenigen Konzernen gehört. Bayer, Monsanto,… Das schafft soziale Abhängigkeit für Landwirte und ökologische Schäden für uns alle.

Ganz ähnlich ist es bei der Digitalisierung. Unsere Software im öffentlichen Dienst gehört wenigen Konzernen – z. B. Microsoft.

Wir als ver.di wollen, dass der Öffentliche Dienst selbst über Software bestimmt. So wie wir mit Saatgut anders umgehen müssen, möchten wir auch mit dem Thema Digitalisierung und Software anders umgehen. Wir wünschen uns, dass Verwaltung und Politik ihren Weg für eine Open-Source-Software-Strategie fortsetzen und Dortmund als Open-Source-Stadt bundesweit vorangeht. Für bürger*innen- und beschäftigtenfreundliche Technologie, dafür sind wir als Gewerkschaft ver.di Partner.
Vielen Dank und guten Appetit!

Dokumente zum Herunterladen

Der Flyer kann hier und die Druckvorlage des Flyers kann hier heruntergeladen werden.

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Sunday, 13 October 2019

Digitale Woche Dortmund: Freie Software schafft ökologische Perspektiven

  • Do-FOSS
  • 20:38, Sunday, 13 October 2019

Do-FOSS-Tux

Bild: Do-FOSS-Tux

Hardwareupcycling – Ein zweites Leben für Medien

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund veranstaltet jährlich die Digitale Woche Dortmund, kurz diwodo. Dieses Jahr findet die diwodo vom 04.11.2019 bis zum 08.11.2019 statt. Auch das Umweltamt nimmt dieses Jahr an der Aktionswoche mit dem stadteigenen Pilotprojekt Hardwareupcycling – Ein zweites Leben für Medien teil. Bei dem Projekt geht es darum Hardware als Rohstoff zu erhalten. Außerdem geht es um die anschauliche Darstellung der Erkenntnis, dass es eine Alternative zu einer reduzierten Lebensdauer von Hardware durch geschäftsmodellgetriebene Hardwarehungrigkeit von Software gibt. Aus dem Umweltamt werden damit Ergebnisse der Konferenz Bits & Bäume umgesetzt. So wird Hardware häufig aufgrund steigender Hardwareanforderungen von Software oder der fehlenden (Treiber-)Unterstützung von alter Hardware durch Betriebssysteme entsorgt. Gleichzeitig besteht durch die Notwendigkeit von Sicherheits- und Kompatibilitätsupdates ein Handlungsdruck die Systeme mit aktueller bzw. gepflegter Software zu betreiben. Es entsteht Elektroschrott. Wie funktionierende Hardware durch Software in die Obsoleszenz geführt wird, beschreibt der Artikel Funktionierende Systeme werden systematisch zu Abfall gemacht im Konferenzbuch der Bits & Bäume. Dieser Artikel ist auch auf netzpolitik.org erschienen. Das Umweltamt zeigt in dem eigenen Piloten nun ganz praktisch, dass Hardware mit Freier Software deutlich länger ohne Leistungseinbußen einsatzfähig ist als mit proprietärer und somit Elektroschrott vermieden werden kann. Auf die offene Sprechstunde des Umweltamtes im Rahmen der Digitalen Woche Dortmund und die ökologische Wertigkeit von Freier Software weist Do-FOSS gerne hin.

Veranstaltungskündigung des Umweltamtes zur Digitalen Woche Dortmund

Datum/Uhrzeit
7. November @ 10:00 – 12:00

dlze-Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz Berswordt-Halle / Stadthaus

Veranstalter
Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz

Ticket Preis
frei

Hardwareupcycling – Ein zweites Leben für Medien

Erst No-Tech, dann Old-Tech und dann erst Hightechlösungen, lautet die suffiziente Daumenregel. Denn rohstoff- und energieintensive digitale Lösungen erschaffen oft neue Probleme an anderer Stelle. Welche Wege gäbe es zu digitaler Nachhaltigkeit?

Ein Weg ist Hardwareupcycling. Die Wiederverwendbarkeit von alter Hardware wird mit offenen Systemen erheblich verbessert, die Nutzungsdauer verlängert. Alte Geräte in Kombination mit offener, zum Beispiel Linux-basierter, Software zu nutzen ist dabei ein relativ einfaches Einstiegsprojekt für alle, die am gesellschaftlichen Wandel arbeiten. Die Stadt Dortmund kann diese Ansätze miteinander vereinen und demonstriert dies anhand eines Pilotprojekts.

Für alle Fragen rund um Hardwareupcycling gibt es die offene Sprechstunde des Dienstleistungszentrums Energieeffizienz und Klimaschutz. Bringen Sie Ihre Fragen und Ideen mit!

Als Ansprechperson und für Rückfragen steht Ihnen gerne zur Verfügung:

Christian Nähle
Koordinierungsstelle Klimaschutz und Klimaanpassung und Geschäftsführung des Fördervereins Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz e.V.

dlze-Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz
Berswordt-Halle / Stadthaus
Kleppingstraße 37
44135 Dortmund

Telefon: (02 31) 50 – 2 87 74
Fax: (02 31) 50 – 2 54 28
cnaehle@stadtdo.de

http://www.klimaschutz.dortmund.de / http://www.dlze.dortmund.de

Dokument zum Herunterladen

Das Gesamtprogramm der Digitalen Woche Dortmund kann hier heruntergeladen werden.

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Monday, 30 September 2019

Software Freedom Day 2019 in Berlin

Am vor-vergangenen Samstag (oh wie die Zeit vergeht) fand wie in jedem Jahr zum dritten Samstag im September der Software Freedom Day statt.

Rock the Software Freedom DayDer Software Freedom Day ist ein weltweit genutzter Tag im Freie Software und die vielen Menschen die die FLOSS Community bilden zu feiern und sie bekannter zu machen. In Berlin hat die lokale Gruppe der FSFE in Kooperation mit der Berliner Linux User Group (BeLUG) und dem Individual Network Berlin (IN-Berlin) ein kleines Event am Nachmittag organisiert gehabt zu dem rund zwei Dutzend Menschen gekommen sind.

Neben Info Flyern und Stickern zu Projekten von FSFE, BeLUG, IN-Berlin und Open Source Seeds gab es leckeren Kuchen und ein kleines Vortragsprogramm.

Zu diesem Programm gehörten den Nachmittag hindurch drei Vorträge zu unterschiedlichsten Themen aus dem “Alltag” von GNU/Linux Nutzerïnnen.

Zusammenfassung des Ablaufs vom Software Freedom Day 2019 in Berlin

Den Anfang hat Bücherratten gemacht mit einer ausführlichen Einführung in die BASH-Programmierung und einige Gimmicks, die einige auf der Kommandozeile zur Verfügung stehenden Befehle bieten. Aquarien, Superhelden, Lokomotiven–alles drin in der CLI.  Neben den Folien gab es auch immer gleich ein lebendiges Beispiel bei der BASH-Programmierung, so dass die Grundlagen schön anschaulich vermittelt wurden.

Die Folien des Vortrags sind derzeit nicht online verfügbar. Sollte sich das ändern wird es hier ein Update geben.

Nach einer kurzen Pause hat Rebeka Catalina Trulsen im Anschluss einen Lightning Talk über das Monitoring Tool monit gehalten.

Folie aus dem Vortrag über monit von Rebeka Catalina Trulsen

monit ist ein kleines, aber mächtiges Werkzeug zum routinemäßigen Überwachen von UNIX artigen Betriebssystemen. Mit monit kann man nicht nur die unterschiedlichsten Dinge (Server Erreichbarkeit, Vorhandensein und Konsistenz von Dateien und dem Status von Diensten) überwachen, sondern auch mittels einer einfachen Konfiguration automatisch Maßnehmen ergreifen für den Fall eines Problems.

Ein tar Archiv mit allen für den Vortrag benötigten Dateien kann auf den Seiten der Referentin bei der BeLUG gefunden werden.

Zum Abschluss der Vortragsreihe habe ich den Gedanken von Erik Albers von der letztjährigen Bits und Bäume Konferenz (bzw. Chaos Camp) Über die Nachhaltigkeit von Software zu denen ich leider beides mal nicht kommen konnte, und ein über die Nachhaltigkeit von Software gesprochen.

Über den Nachhaltigkeits-Aspekt Freier Software

Nachhaltigkeit ist so ein Ding, das es in meinem (bewusst wahrgenommenen) Leben schon immer gegeben hat. Von daher fand ich es mal unheimlich interessant zu schauen in wie fern man den Begriff in die Welt der Software und insbesondere auf Freie Software anwenden kann, und wo die Public Money? Public Code! Kampagne mit einfließt.

Die Folien des Vortrags sind wie üblich in meinem git Repository für Vorträge zu finden. Ein Handout gibt es diesmal leider nicht.

Ok eventuell nicht ganz der “Alltag” aller Nutzerïnnen, aber sehr nützliche Werkzeuge die den Alltag aller Nutzerïnnen vereinfachen können. Abgesehen von den angeregten Diskussionsrunden nach den Vorträgen zu dem jeweiligen Thema fand sich nach dem Programm noch ein wenig Zeit um über FLOSS in anderen Einsatzgebieten, wie z.B. der Forschung oder bei Bastelprojekten mit RasPi & Co zu sprechen.

Vielen Dank allen, die Veranstaltung möglich gemacht haben. Besonderen Dank den Referentïnnen und lieben Menschen, die sich um den Kuchen, den frischen Kaffee und das auf und abschließen der Räume gekümmert haben. Und danke auch an alle die sonst so da waren und einfach nur mit Diskutiert haben :-)

Wednesday, 04 September 2019

Dortmund schreitet voran: Raus aus der Lizenzabhängigkeit

  • Do-FOSS
  • 19:50, Wednesday, 04 September 2019

Aktuelle Inside ver.di zum Thema Freie Lizenzen erschienen

In der aktuellen Inside ver.di wird die Arbeit der Stadt Dortmund in Bezug auf Freie Lizenzen behandelt. Der Artikel thematisiert dabei sowohl die Arbeitsgruppe Freie Software des Dortmunder Systemhauses (dosys.) bzgl. ihrer Freien-Software-Strategie, als auch die Bestrebungen des Umweltamtes Saatgut mittels Freier Lizenzen wieder als Gemeingut zu behandeln. ver.di stellt sich hinter die Bestrebungen der Stadt Dortmund in Richtung Freier Lizenzen und fordert zum weitermachen auf. Insbesondere wird eine Ausweitung der Bestrebungen auf den Bereich Smart City erwartet.

Do-FOSS unterstützt die Forderungen von ver.di nach einer Fortführung dieser Bestrebungen und gibt den Artikel im Folgenden wieder.

Beitrag in der Inside ver.di

Raus aus der Abhängigkeit – Dortmund beschreitet neue Wege
Freie Lizenzen für Saatgut und Software

Als Bürger*innen merken wir es kaum: Tomaten sind fast immer verfügbar, manchmal sogar vier oder fünf verschiedene Sorten. Doch hinter der vermeintlich großen Auswahl im Supermarkt steht die Macht einiger weniger Konzerne. Mit geschickter Züchtung und knebelnden Saatgut-Lizenzen treiben sie Landwirte in die Abhängigkeit – und verhindern die eigentliche Vielfalt. Genauso sieht es in der Softwarebranche aus. Dabei gibt es Alternativen, Dortmund probiert sie gerade – medienreif – aus.

Saatgut und Software könnten kaum verschiedener sein. Saatgut ist analog, Software ist digital. Saatgut begleitet die Menschheitsgeschichte bereits sehr lange, Software ist, geschichtlich gesehen, noch jung. Saatgut kommt aus der Natur, Software entstammt der menschlichen Kultur. Was also haben Saatgut und Software gemeinsam?
Beides liegt hauptsächlich in der Hand von wenigen Großkonzernen. Der jeweilige Gebrauch ist zumeist an Nutzungsbedingungen geknüpft, die der Hersteller vorgibt. So kann zum Beispiel das Recht eingeschränkt werden, Software oder selbst geerntetes Saatgut weiterzugeben. Dann spricht man bei beiden von „unfrei“ oder „proprietär (Anm. d. Red. sich im Eigentum von jemandem befindend)“. Einige Produzenten gehen sogar noch weiter: Sie sorgen in Züchtung und Entwicklung dafür, dass es biologisch und technisch nicht möglich ist, ihre Saat oder Software weiterzuentwickeln. Führt Saatgut in der ersten Ernte noch zu Top-Erträgen, so sind die Samen der Früchte dazu nicht mehr in der Lage. Eine Art Kopierschutz, den die Großkonzerne auf ihre Produkte legen. Noch perfider: Manche Hersteller entwickeln ihr Saatgut derart, dass es nur auf die von ihnen produzierten Düngemittel und Pestizide reagiert – die Abhängigkeit der Landwirte ist nahezu perfekt. Ähnlich ist es bei den großen IT-Konzernen, deren Software kaum kompatibel ist mit denen anderer Hersteller und bei denen wir nicht wissen, was eigentlich dahintersteckt, geschweige denn, was sie mit unseren Daten machen. Aber ob auf dem Acker oder am Bildschirm, das grundsätzlich Fatale an diesen proprietären Strukturen ist, dass sie

  • sozial abhängig machen, denn sie führen zu Machtkonzentrationen auf wenige
  • arm an Vielfalt sind, denn es herrscht eine starke Tendenz zur Monokultur
  • kulturvernichtend wirken, denn lokales Wissen kann sich nur schwer erhalten oder weiterentwickeln.

Daher sollten Saatgut und Software als Gemeingut behandelt werden. Freie Lizenzen sind eine Voraussetzung dafür, dass Menschen sich mit ihrer Umwelt auseinandersetzen können. Sie ermöglichen es ihnen, Saatgut und Software nach ihren Bedürfnissen zu verwenden, zu verstehen, zu verbreiten und zu verbessern. Diese vier Freiheiten für Gemeingüter sind zentral für eine mündige Gesellschaft.
Wie also können wir vor diesem Hintergrund als Gewerkschaft und als Stadtverwaltung in einer globalen Geschäftswelt unsere lokale Verantwortung für Gemeinwohl gewährleisten?
Das Umweltamt und das dosys. haben mit ihrer Arbeit zu Freien Lizenzen für Saatgut und Software bereits gezeigt, dass der öffentliche Dienst sich seiner Verantwortung bewusst ist. Erster Beleg dazu: „Sunviva“, eine Cocktailtomate, deren Saatgut frei ist, samenfest und sich fortpflanzen kann. Die Stadt Dortmund unterstützt diese Freie Lizenz, indem sie das Saatgut der Tomate frei verteilt hat. Eine Aktion, aufsehend genug für einen Bericht eines öffentlich-rechtlichen Senders:

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/saatgut-die-open-source-tomate-aus-dortmund-100.html

Diese Vorbildfunktion sollte sich als nächstes im Bereich der Smart City Dortmund zeigen, damit wir unsere Vertrauensstellung für öffentliche Verantwortung auch weiter bei den Bürger*innen verdienen.

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Die Inside ver.di kann hier heruntergeladen werden.

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Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

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Monday, 26 August 2019

Bits & Bäume – Digitalisierung und Nachhaltigkeit durch Freie Lizenzen

  • Do-FOSS
  • 19:27, Monday, 26 August 2019

Konferenzbuch erschienen: „Was Bits und Bäume verbindet – Digitalisierung nachhaltig gestalten“

Logo Bits & Bäume

Logo Bits & Bäume (© Bits & Bäume)

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für stabile Tech-Communities? Welche ökologischen Chancen stecken in digitalen Anwendungen etwa für Klima- und Ressourcenschutz? Welche Arten von Digitalisierung stehen diesen Zielen entgegen oder sind gar kontraproduktiv? Wie kann die digitale Gesellschaft demokratisch und gerecht gestaltet und zugleich darauf ausgerichtet sein, auf friedvolle Weise die Grundlagen unseres Lebens auf diesem Planeten zu bewahren?

Mit Fragen wie diesen nahm die Bits & Bäume, die Konferenz für Digitalisierung und Nachhaltigkeit am 17. und 18. November 2018 in Berlin ihren Ausgang. Die Teilnehmer*innen haben unter verschiedensten Aspekten versucht zu beantworten, wie wir als Gesellschaft die Digitalisierung als Schlüsseltechnologie unserer Zeit mit der Menschheitsfrage nach den planetaren Grenzen zusammendenken können.

Auffällig an der Bits & Bäume ist sofort der bunte Trägerkreis der Konferenz:

Anja Höfner vom IÖW hat den durchmischten Trägerkreis folgendermaßen zusammengefasst:

Die Bits & Bäume bringt zusammen, was noch nicht zusammengehört: Techies auf der einen und Akteure aus der Umweltszene auf der anderen Seite – nur so wird eine nachhaltige digitale Zukunft gestaltbar!

Die Konferenz wurde durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt und über die Förderung von Projekten einzelner Trägerkreisorganisationen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) kofinanziert. Medienpartner ist netzpolitik.org, die Plattform für digitale Freiheitsrechte.

Die Vorträge der Bits & Bäume sind als Video- und Audiomitschnitte dokumentiert. Auch Do-FOSS hat einen Beitrag beigesteuert: Freie Software in Kommunen: Vom Sollen zum Wollen (30:08 Min.):



Link zum Video
Vortrag von Do-FOSS auf der Konferenz Bits & Bäume: Freie Software in Kommunen: Vom Sollen zum Wollen.

Noch auf der Konferenz wurden insgesamt 11 Forderungen in den folgenden sieben Kategorien aufgestellt:

  • Sozial-ökologische Zielsetzung bei der Gestaltung der Digitalisierung
  • Demokratie
  • Datenschutz und Kontrolle von Monopolen
  • Bildung
  • Entwicklungs- und handelspolitische Aspekte
  • IT-Sicherheit
  • Langlebigkeit von Software und Hardware

Diese Forderungen können seither unterstützt werden.

Nun ist Anfang Juli das Konferenzbuch der Bits & Bäume beim oekom-Verlag erschienen: Was Bits und Bäume verbindet – Digitalisierung nachhaltig gestalten. Das Buch steht unter der Creative Commons 3.0 (CC BY-NC-SA 3.0 DE) Lizenz. Es darf also unter Nennung der Originalquelle vervielfältigt und nicht kommerziell weiterverbreitet werden. Der freie Zugang zum Buch fördert damit die weitergehende Diskussion.

Seitens der Konferenzteilnehmer*innen wird Freie Software als zentraler Baustein für eine nachhaltige Digitalisierung beschrieben. Diese Überlegungen spiegeln sich in der Arbeit von Do-FOSS wider. U.a. hat Do-FOSS im Rahmen des städtischen Agenda-Siegels 2016 Freie Software als Teil der globalen Nachhaltigkeitsziele 2030 identifiziert. Auch in der Publikation des Umweltbundesamtes mit dem Titel Nachhaltige Software werden zahlreiche positive Auswirkungen auf soziale und wirtschaftliche Organisationsformen durch Freie Software beschrieben. Dazu gehören Zusammenhänge mit dem Energieverbrauch von Software (Green Software Engineering), den Hardwareanforderungen, der Wiederverwendbarkeit von Software (und damit der Einsparung von Entwicklungsressourcen), dem gesellschaftlich zugänglichen Wissen (in Form von Gemeingütern) und Modularität (Anpassbarkeit von Softwarelösungen). Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen kann Freie Software auch als Beitrag zu den Green-IT-Bestrebungen der Stadt Dortmund verstanden werden.

Der Mehrwert dieser Erkenntnisse ist für die Stadt Dortmund erheblich. Denn sie zeigen auf, dass Digitalisierung innerhalb einer Behörde für eine enkeltaugliche Welt anders gedacht werden kann. Auf Grundlage dieser Überlegungen können beispielsweise das Dortmunder Systemhauses (dosys.) als stadteigener IT-Dienstleister und das Umweltamt Kooperationsstrukturen neu ausprägen, um Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammenzuführen. Dies ist besonders vor dem Hintergrund relevant, da der Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund auch Nachhaltigkeitsaspekte in der Potenzialanalyse zu Freier Software untersuchen lassen möchte. Um diese Potenziale für eine Diskussion anschaulich zu machen, vergleicht Do-FOSS bereits seit längerem Freies Saatgut mit Freier Software. Vandana Shiva erklärt die Parallelen zwischen Freier Software und Freiem Saatgut folgendermaßen in dem kurzen Video Seeds of open source (1:38 Min.):



Link zum Video
Der Beitrag wurde von Red Hat Videos erstellt. Link zu YouTube!

Einen ähnlichen Ansatz hat auch Do-FOSS in einem Beitrag für das Konferenzbuch der Bits & Bäume beschrieben (S. 79-81) und gibt diesen im Folgenden im Wortlaut wieder.

Saatgut wie Software – Eine Frage der Lizenz

Was geht mich das an?
SAATGUT WIE SOFTWARE
Eine Frage der Lizenz


Dachorganisationen zu Freier Software und Open Source Saatgut
Was Bits und Bäume verbindet – Digitalisierung nachhaltig gestalten, S. 79, Creative Commons 3.0 (CC BY-NC-SA 3.0 DE) Lizenz

Saatgut und Software könnten kaum verschiedener sein. Saatgut ist analog, Software ist digital. Saatgut begleitet die Menschheitsgeschichte bereits sehr lange, Software ist, geschichtlich gesehen, noch jung. Saatgut kommt aus der Natur, Software entstammt der menschlichen Kultur. Was also haben Saatgut und Software gemeinsam? Der jeweilige Gebrauch kann an Nutzungsbedingungen geknüpft sein, welche der Hersteller vorgibt. So kann zum Beispiel das Recht eingeschränkt werden, Software oder selbst geerntetes Saatgut weiterzugeben. Sind Saatgut oder Software auf solche Weise eingeschränkt, werden sie ‹unfrei› oder ‹proprietär› [1] genannt. Zudem wird unfreies Saatgut biologisch und unfreie Software technisch in der Regel auf eine Weise am Markt bereitgestellt, die eine Nachzüchtung von Saatgut oder eine Weiterentwicklung von Software unterbindet. Bei Freiem Saatgut und Freier Software [2] hingegen werden Nutzung und Weitergabe nicht eingeschränkt. Aus gesellschaftlicher Sicht können Saatgut und Software also entweder als Privateigentum oder als Gemeingut [3] bewirtschaftet werden. Wir wollen im Folgenden aufzeigen, dass mit dem freien oder proprietären Ansatz jeweils Vor- und Nachteile verbunden sind. Die folgende Betrachtung von Nutzungsrechten und Gemeingütern stellt gesellschaftliche Prinzipien heraus, die sich auf andere Themenfelder übertragen lassen. Saatgut und Software dienen dabei als Beispiele für unsere Betrachtungen.

FREIE LIZENZEN: SCHUTZ FÜR GEMEINGUT

Welche Rechte Hersteller von Saatgut oder Software einräumen und welche Pflichten sie einfordern, wird durch Lizenzen geregelt. Um rechtliche Abhängigkeiten der Landwirtschaft von Saatgutproduzenten zu verhindern, hat die Initiative OpenSourceSeeds [4] die Freie Open-Source-Saatgut-Lizenz [5] mit den folgenden drei Regeln entwickelt:

REGEL 1: Jede*r darf das Saatgut frei nutzen, es vermehren, weiterentwickeln, züchterisch bearbeiten und es im Rahmen bestehender Gesetze weitergeben.

REGEL 2: Niemand darf das Saatgut und seine Weiter­­entwicklungen mit geistigen Eigentumsrechten wie Patenten belegen.

REGEL 3: Jede*r Empfänger*in überträgt zukünftigen Nutzer*innen des Saatguts und seinen Weiterentwicklungen die gleichen Rechte und Pflichten.

Vorbild bei der Entwicklung dieser Lizenz waren die Freien Softwarelizenzen. [6] Die Free Software Foundation Europe formuliert deren Prinzipien wie folgt:

FREIHEIT 1: Ein Programm für jeden Zweck auszuführen.

FREIHEIT 2: Die Funktionsweise eines Programms zu untersuchen und es an seine Bedürfnisse anzupassen.

FREIHEIT 3: Kopien weiterzugeben und damit seinen Mitmenschen zu helfen.

FREIHEIT 4: Ein Programm zu verbessern und die Verbesserungen an die Öffentlichkeit weiterzugeben, sodass die gesamte Gesellschaft profitiert.


Gegenüberstellung der Freiheiten von Freier Software und Open Source Saatgut
Was Bits und Bäume verbindet – Digitalisierung nachhaltig gestalten, S. 80, Creative Commons 3.0 (CC BY-NC-SA 3.0 DE) Lizenz

Diese Prinzipien werden durch konkrete Freie-Software-Lizenzen wie z. B. die GNU General Public License [7] ausgestaltet.

SAATGUT WIE SOFTWARE
UNGLEICH UND GLEICH ZU GLEICH

Proprietäre Lizenzen haben auf dem Software- und dem Saatgutmarkt sehr ähnliche Auswirkungen. So sieht man in beiden Märkten eine starke Monopolisierung. Im Softwarebereich entfallen bei Desktop-Computern über 80 Prozent der installierten Betriebssysteme auf Microsoft Windows. [8] Im Saatgutbereich beherrschen seit der Fusion von Bayer und Monsanto im Jahr 2018 nur noch drei Konzerne 60 Prozent des weltweiten Saatgutmarktes. [9] Das Ergebnis dieses Trends zur Machtkonzentration ist erschreckend: 75 Prozent der zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch verfügbaren Sortenvielfalt sind heute verloren. [10] Beiden Märkten ist wiederum gemein, dass häufig die Monopole dadurch aufrechterhalten werden, dass Kund*innen der Wechsel zu Alternativen erschwert wird. Im Softwarebereich führt das dazu, dass die Auswahl von Softwareprodukten sich nicht mehr nur an Sachgründen wie zum Beispiel einem starken Datenschutz orientiert. Somit ist die digitale Souveränität eingeschränkt.

Ob auf dem Acker oder am Bildschirm, das grundsätzlich Fatale an proprietären ­Strukturen ist, dass sie

  • sozial abhängig machen, denn sie führen zu Machtkonzentrationen bei wenigen,
  • arm an Vielfalt sind, denn es herrscht eine starke Tendenz zur Monokultur, und …
  • kulturvernichtend wirken, denn lokales Wissen kann sich nur schwer erhalten oder weiterentwickeln

Saatgut und Software sollten als Gemeingut behandelt, anstatt privat eingehegt werden. Freie Lizenzen sind eine Voraussetzung dafür, dass Menschen sich mit ihrer Umwelt auseinandetsetzen können. Sie ermöglichen es ihnen, Saatgut und Software nach ihren Bedürfnissen zu verwenden, zu verstehen, zu verbreiten und zu verbessern. Diese vier Freiheiten für Gemeingüter sind zentral für eine mündige Gesellschaft.

Umweltamt nutzt Freie Lizenz, um Saatgut als Gemeingut zu schützen

Das Umweltamt engagiert sich gemeinsam mit OpenSourceSeeds auf Basis der Open-Source-Saatgut-Lizenz dafür, Saatgut zu einer Freien Ressource zu erheben und so als Gemeingut zu schützen. Damit gibt es eine Alternative zu Monopolen und Konzernmacht. Anschaulich wird diese Alternative in dem Video Vielfältiges Saatgut, braucht vielfältige Menschen (1:43 Min.) von OpenSourceSeeds erläutert:



Link zum Video
Das Infovideo wurde von OpenSourceSeeds veröffentlicht. Link zu OpenSourceSeeds.

Dass Freie Lizenzen ökologisch sinnvoll sind, beschreibt auch der Beitrag Eine Tomate, frei für alle – Mit der Open-Source-Tomate gegen den Klimawandel von heute.de vom 19.07.2019:

Eine Tomate, frei für alle – Mit der Open-Source-Tomate gegen den Klimawandel
Mit Saatgut werden weltweit harte Geschäfte gemacht – das hat soziale Folgen und wirkt negativ aufs Klima. Dem stemmt sich die Stadt Dortmund mit einer speziellen Idee entgegen.

Das Umweltamt arbeitet mit einer Freien Lizenz und wirkt so gemeinwohlorientiert für die Menschen. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das dosys. mit der kommunalen Potenzialanalyse zum Einsatz von Freier Software.

Freie Lizenzen für die Kreislaufwirtschaft der Stadt Dortmund

Zur Ausgestaltung der Anwendungsmöglichkeiten von Freien Lizenzen für eine nachhaltige und digitale Zukunft könnten die Erfahrungen aus den Bereichen des Umweltamtes und des dosys. in einem Gesamtzusammenhang beschrieben werden, ähnlich zu Modellen von planetaren Grenzen wie z.B. der Visualisierung des Donut-Modells von Kate Raworth.


Das Donut-Modell
Das Donut-Modell von Kate Raworth mit visualiertem Stand der Grenzen, Wikipedia, Creative Commons 4.0 (CC BY-SA 4.0) Lizenz

Das Donut-Modell zeigt im gesellschaftlichen Fundament den Mangel an sozialen und gesellschaftlichen Grundlagen sowie die planetaren Grenzen in der ökologischen Decke. Daran angelehnt könnte eine gemeinsame Grundlage für das Umweltamt und das dosys. die folgende Architektur einer digital-emanzipatorischen Kreislaufwirtschaft sein, die von den Grundgedanken eines wechselseitigen Miteinanders und Freien Lizenzen getragen ist:


Kreislaufmodell
Was Bits und Bäume verbindet – Digitalisierung nachhaltig gestalten, S. 80, Creative Commons 3.0 (CC BY-NC-SA 3.0 DE) Lizenz

Die Autor*innen erläutern ihre Grafik im Konferenzbuch (S. 117) der Bits & Bäume wie folgt:

Die in die Abbildung eingebetteten acht Elemente stellen exemplarisch Anknüpfungspunkte dar, mit denen Wertschöpfung in einer auf Teilhabe und Lebensqualität ausgerichteten Circular Economy [Kreislaufwirtschaft – Anm. d. Verf.] realisiert werden kann.

Freie Lizenzen gewährleisten Zugang und Transparenz. Zusammen mit Commons schaffen sie Gemeinschaft und Solidarität. Dabei begünstigen Freie Lizenzen auf zentrale Weise, innerhalb der planetaren Grenzen zu leben. Auf kommunaler Ebene geht die Stadt Dortmund mit dem Umweltamt und dem dosys. bereits voran. Do-FOSS freut es, Ausprägungen von Commons-Public-Partnerships für Saatgut und Software bei der Stadt Dortmund zu erkennen. Solche Partnerschaften müssten von der Verwaltung weiterentwickelt und vermehrt verfolgt werden, um den Menschen strukturelle Lösungen für die Verfügungsrechte über ihre Mitwelt anbieten zu können. Die Auszeichnung der GEMEINGÜTER-Initiative mit dem Agenda-Siegel 2018 durch die Stadt Dortmund bestärkt Bestrebungen diesen Weg weiterzugehen, den auch Do-FOSS gerne weiter mitbegleitet.

Dokumente zum Herunterladen

Das Konferenzbuch Was Bits und Bäume verbindet – Digitalisierung nachhaltig gestalten kann hier, sowie der Beitrag von Do-FOSS zum Buch Saatgut wie Software – Eine Frage der Lizenz kann hier heruntergeladen werden. Außerdem können die Videos Do-FOSS – Freie Software in Kommunen: Vom Sollen zum Wollen hier, Vandana Shiva – Seeds of open source hier und OpenSourceSeeds – Vielfältiges Saatgut, braucht vielfälitge Menschen hier heruntergeladen werden.
Von Do-FOSS gesammelte Unterlagen zur Bits & Bäume können hier eingesehen werden. Weitere Informationen zum Thema „Open-Source-Saatware“ wurden von Do-FOSS hier zusammengestellt.

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Friday, 23 August 2019

Salonabend im Schätzchen: Vortrag über das Fediverse

Titelfolie des VortragsZum Ende der Sommerpause der Salonabende im Schätzchen, dem Café für Schöne Dinge & Salonkultur, war ich am 10. August eingeladen, einen Vortrag über das Fediverse und Friendica als Alternative zu den kommerziellen Plattformen wie Facebook, Instagram und nebenan.de zu halten.

Friendica ist eine Social Media Plattform, die im Sweetspot zwischen dem Fediverse und der Federation gelegen (da liegen auch Hubzilla und seit kurzem SocialHome) versucht seinen Nutzerïnnen zu ermöglichen mit möglichst vielen Kontakten an einem, für sie, zentralen Ort interagieren zu können. Wobei nicht nur mehrere offene Protokolle für die Kommunikation unterstützt werden, sondern auch Brücken zu einigen kommerziellen Plattformen geschlagen werden, so deren API das zulässt.

Das Fediverse ist ein Netzwerk von unterschiedlichen Social Media Plattformen, die alle als Freie Software umgesetzt sind. Die Knoten des Netzwerks, also die einzelnen Installationen bzw. Dienste, kommunizieren dabei über offene Protokolle mit einander, ähnlich wie man es von E-Mails her kennt. Damit können die Nutzerïnnen der einzelnen Dienste im Fediverse, über die Grenzen der jeweiligen Dienste hinweg, mit allen anderen Nutzerïnnen interagieren. Historisch gesehen, war das verbindende Protokoll dabei lange OStatus, welches ursprünglich von identi.ca und dem StatusNet Projekt eingesetzt wurde, seit 2018 wird OStatus immer mehr von ActivityPub als für das Fediverse definierendes Protokoll abgelöst. Die Federation ist historisch gewachsen als Netzwerk der Plattformen, die das Protokoll des diaspora* Projekts implementiert haben (in der Abbildung das graue Oval).

Protokolle, die von FLOSS Social Network Plattformen verwendet werden

Zum Fediverse (in obiger Abbildung das grüne Oval) gehören inzwischen eine ganze Reihe von Social Media Plattformen. Von Facebook ähnlichen wie Friendica oder Hubzilla, über Kurznachrichtendienste wie GNU social, Mastodon, Misskey, Pleroma bis hin zu Foto-Sharing Plattformen wie Pixelfed, Video Plattformen wie Peertube oder Plattformen zum Veröffentlichen von Podcasts und Musik wie Funkwhale und noch etlichen anderen mehr.

Getreu dem Motto Fediverse First kann man natürlich auch von den Plattformen im Fediverse die veröffentlichten Beiträge an Accounts in den kommerziellen Plattformen als Sekundärverwertung weiter leiten, wenn man denn unbedingt möchte.

Die Folien und das Paper zum Vortrag können in meinem git Repository auf git.fsfe.org gefunden werden. Wer lieber mit einem halben Ohr hin hören möchte, dem empfehle ich die erste Staffel des Podcasts Besser! Der Podcast mit ausführlichen Vorstellungsepisoden zum Fediverse und einzelnen Plattformen.

Eingang zum Schätzchen mit I love Free Software Ballons

Vielen Dank an Britta und Kai für die Einladung und das Organisieren dieses netten Abends! Hat Spaß gemacht, insbesondere die Diskussionsrunde im Anschluss an den Vortrag. Einige der aufgekommenen Punkte habe ich noch ins Paper zum Vortrag mit aufgenommen.

Das Schätzchen findet Ihr in der Marienburger Straße 5a in Berlin (Prenzlauer Berg). Website: www.schaetzchenberlin.de

Monday, 19 August 2019

Saatgut wie Software

Infostand bei der 100 Jahr Feier der KGA Wiesengrund Am vergangenen Samstag hat die Kleingartenanlage Wiesengrund in Berlin Köpenick ihren hundertsten Geburtstag gefeiert. Eine Kleingärtnerin und Unterstützerin Freier Software hatte uns von ihrer Idee erzählt unter dem Motto 1919 – 2019 – 2119 , was war, was ist, was wird nicht nur zu feiern sondern auch ein wenig zu informieren.

Nach dem, was uns berichtet wurde, hörte sich das nach einer guten Gelegenheit an mit Menschen über Freie Software zu sprechen die sonst wahrscheinlich eher keinen Kontakt zu der Materie haben. Und um nicht nur Freie Software und die Commons im Allgemeinen dabei zu haben, nahmen wir das Kapitel “Saatgut wie Software” aus dem Begleitbuch zur Bits und Bäume Konferenz als Aufhänger und boten den Kleingärtnern Informationen zu Open Source Seeds und Freier Software an einem kleinen feinen Infostand unter einem ebenso kleinen und feinen Sonnenschirm an.

Saatgut wie Software, frei unterm SonnenschirmIch denke die meisten der Kleingärtner die zur Geburtstagsfeier gekommen sind waren weder wegen des Besuchs des Bezirksbürgermeisters noch wegen der feilgebotenen Informationen da. Die meisten wollten einfach nur feiern und das gute Wetter genießen, nachdem die Wolken einmal aufgerissen waren.

Einige Weniger schlenderten dann aber doch an den Kleintieren vorbei und verharrten einige Augenblicke bei uns am Stand um sich auf ein Gespräch einzulassen. Die Existenz des F-Droid Stores für FLOSS-Applikationen für Android-Geräte stieß auf reges Interesse, beim Thema Freifunk zur eventuellen Versorgung der Anlage mit WLAN spitzten sich die Ohren einiger, und auch die Public Money, Public Code! Idee kam gut an. Nun gehört auch die Feier schon zur Vergangenheit der Kleingartenanlage – habt gute weitere 100 Jahre, vielleicht ja auch mit Open Seeds im Garten, Freifunk in der Luft und Freier Software auf den digitalen Endgeräten.

Vielen Dank für die Einladung @Sonja war ein netter Nachmittag Abseits der ausgetretenen Pfade unserer Infostand Locations.

Monday, 08 July 2019

Resolution des Kirchentags: Gottes Güter umsonst – Einfach frei

  • Do-FOSS
  • 20:50, Monday, 08 July 2019

Freie-Software-Bewegung lebt vor wie Commons organisiert werden können

Der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag fand vom 19.06.2019 bis zum 23.06.2019 in Dortmund statt. Auf dem Podium des Kirchentags Umwelt, Klima und Gerechtigkeit – heute handeln – Eine globale Perspektive hat der Kooperationspartner von Do-FOSS Pauluskirche und Kultur eine Kirchentagsresolution eingebracht. Die Resolution mit dem Titel Gottes Güter umsonst – Einfach frei, ging aus dem Gemeingütertag – Commons, Nachhaltigkeit und Klima von Pauluskirche und Kultur hervor, wofür ihr das Agendasiegel 2018 durch Herrn Oberbürgermeister Ullrich Sierau verliehen wurde. Der Gemeingütertag geht wiederum auf die von Do-FOSS initiierte Veranstaltungsreihe Wer verfügt darüber? zurück. Innerhalb dieser Reihe wurden der Zugang und die Verfügungsrechte bzgl. lebensnotwendiger Grundgüter thematisiert – heutzutage auch zu Digitalem. Damit hat die Logik des Teilens von Freier Software den Grundstein für die aktuelle Kirchentagsresolution gelegt.

Die Resolution fordert die Institutionen der Kirche theologisch begründet auf, sich mit dem Thema Commons als Konzept des Teilens über alle Lebensbereiche hinweg zu befassen. Für die digitalen Aspekte des Lebens, realisiert Freie Software bereits ein Commons. Freie Software ist für alle Menschen frei verfügbar. Dies bedeutet, dass Menschen Freie Software nach den eigenen Bedürfnissen verwenden, verstehen, verbreiten und verbessern dürfen. Hierdurch wird die Beziehung der Menschen zueinander gestärkt, denn sie stehen nicht in einer Marktkonkurrenz um die Wissensressource Software, sondern sie können sich als gleichrangige Menschen austauschen. Dies stärkt die Solidarität der Menschen, denn ihre Beziehungsarbeit kann nicht kommodifiziert werden. Ferner stärkt Freie Software die Bildung der Menschen und ihre Mündigkeit, denn das in der Software vorhandene Wissen ist für alle einseh- und benutzbar.

Do-FOSS unterstützt sehr gerne die Resolution, die mit 90% auf dem Kirchentag angenommen wurde, und gibt diese an dieser Stelle im Wortlaut wieder.

Kirchentagsresolution zu Commons: Gottes Güter umsonst – Einfach frei

37. Deutscher Evangelischer Kirchentag
Resolution: „Gottes Güter umsonst – Einfach frei“

Adressaten: Rat der EKD und die Kirchenleitungen der Landeskirchen
Antragstellerin: GEMEINGÜTER-Initiative von Pauluskirche und Kultur der Ev. Lydia-Gemeinde Dortmund
Ansprechpartner: Pfarrer Friedrich Laker, Kirchenstr. 31, Dortmund
Veranstaltung: Zentrum Stadt und Umwelt | Podium
Umwelt, Klima und Gerechtigkeit – heute handeln – Eine globale Perspektive,
Do. 11:00 – 13:00 Uhr, Westfalenhallen, Halle 3

Resolution: „Gottes Güter umsonst – Einfach frei“
Martin Luthers Gnadenlehre sagt: der Glaube ist ein Geschenk. Da gibt es nichts, was du dafür leisten musst. Du bist ein geliebtes Kind Gottes. Von Anbeginn an.

„Dass die Menschen an allen Gütern der Gemeinschaft teilhaben können unabhängig von ihrer Leistung, das wäre – so der Reformationshistoriker Berndt Hamm – die Überführung der Gnadenlehre Luthers in eine Gesellschaftstheorie. Commons, Gemeingüter als Konsequenz aus Luthers Gnadenlehre: Weil wir Menschen sind, nimmt uns Gott an. Weil wir Menschen sind, steht uns zu, was wir zum Leben brauchen – nicht aufgrund irgendeiner Leistung.“ [1]

Commons, das heißt Gemeingut: Etwas gehört uns gemeinsam, wir pflegen und hegen es gemeinsam, und schützen es davor, dass sich jemand exklusive Rechte daran sichert auf Kosten aller anderen.“ [2] Dies ist besonders relevant für unsere grundlegenden Lebensgüter.

Wer verfügt heute über unsere basalen Lebensgüter? Es sind vornehmlich Privatinteressen, z.B. große Konzerne, die über unsere essentiellen Lebensgüter verfügen und diese als ihr exklusives Eigentum betrachten. Wir fragen: Sollten nicht alle lebenswichtigen Güter wie Wasser, Saatgut, Medikamente, Wohnen, Energie und heutzutage auch Digitales für alle als Commons frei verfügbar sein? „Eine Ressource ist frei, wenn (1) man sie ohne Erlaubnis nutzen kann; oder (2) die Erlaubnis, sie zu nutzen, neutral vergeben wird.“ [3] So wie die Bibel, die jeder lesen und verstehen darf, so wie der Glaube, den nicht allein die Kirchen bestimmen dürfen.

Was steht mir als Mensch zu, einfach weil ich Mensch bin? „Wenn wir uns zu dieser Haltung durchringen können: Dass Menschsein an sich bedeutet, dass wir teilhaben an den Ressourcen dieser Erde, die uns geschenkt worden sind. Und dann versuchen wir diese Ressourcen dieser Erde so gemeinschaftlich zu verwalten, dass wir es nicht abhängig machen von der Leistung des Einzelnen und dem Geldeinkommen des Einzelnen. Das ist tatsächlich ein Paradigmenwechsel, denn da geht es um die Frage, wie verhalten wir uns zu dem Anderen und wie können wir dafür sorgen, dass alle mitkommen und niemand ausgeschlossen wird. […] Weil wir Mensch sind, steht uns [frei] zu, was wir zum Leben brauchen. Und nicht: Nur wer arbeitet, darf auch essen.“ [4]

„Die Logik des Kapitalismus heißt teilen. Nur teilen darin nicht die Menschen, sondern sie werden geteilt.“ [5] Wir rufen den Rat der EKD und die Kirchenleitungen auf, sich mit dem Thema Commons als Praxis gegen die Teilung der Menschen zu befassen. Ebenso fordern wir einen intensiven kirchlichen Dialog darüber, wie das Konzept der Commons den christlichen Urwert des Teilens widerspiegelt. Darin sehen wir auch einen Schlüssel der individuellen Übernutzung unserer Erde sowie dem Klimakollaps entgegenzuwirken.

Bitte unterstützen Sie diese wichtigen sozial-ökologischen Anliegen.

Dokument zum Herunterladen

Die Kirchentagsresolution Gottes Güter umsonst – Einfach frei kann hier heruntergeladen werden. Von Do-FOSS gesammelte Unterlagen zum Thema Gemeingüter/Commons können hier eingesehen werden.

[2] Newsletter „Vielfalt statt Macht“ #3, Heinrich-Böll-Stiftung, 25.07.2018
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeingut, abgerufen am 14.05.2019
[5] „Die Welt der Commons – Muster gemeinsamen Handelns“, Heinrich-Böll-Stiftung (Hg.), Klappentext, 2015
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Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
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Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

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Wednesday, 12 June 2019

Smart City Dortmund: Handyparken – Ein Beispiel für infrastrukturelle Abhängigkeit

  • Do-FOSS
  • 20:47, Wednesday, 12 June 2019

Aktuelle Inside ver.di zum smarten Ausverkauf des öffentlichen Dienstes erschienen

Im Blogbeitrag Dortmund und Digitalisierung: Ja, aber nur gemeinwohlorientiert, hat Do-FOSS einen Beitrag der ver.di-Vertrauensleute der Dortmunder Stadtverwaltung wiedergegeben. Zwei Anliegen des Beitrags waren die Aufklärung über IT-Lobbyismus in der Dortmunder Smart City und Informationen zu den nötigen Rahmenbedingungen einer Digitalisierung, die ganzheitlich im Dienst ihrer Bürgerinnen und Bürger steht.

Nun haben die Vertrauensleute ihre Kritik an dem IT-Lobbyismus in der Smart City Dortmund anhand des Beispiels Handyparken in der aktuellen Inside (Mai 2019), der ver.di-Zeitung für Beschäftigte der Stadtverwaltung Dortmund, konkretisiert. Darin beschreiben die Vertrauensleute wie über die Allianz Smart City Dortmund eine privatwirtschaftliche digitale Abhängigkeit der öffentlichen Infrastruktur forciert wird. Eigentlich müsste Infrastruktur für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sein, doch die öffentliche Hand kann dies in der Smart City Dortmund nur noch eingeschränkt steuern.

Do-FOSS vertritt die Auffassung, dass Infrastruktur für alle Menschen gleichermaßen zugänglich und durch politische Willensprozesse steuerbar sein muss. Bei digitaler Infrastruktur sind dabei speziell die Frage nach dem Datenschutz und die transparente Darstellung der Datenverarbeitung zentral. Um diese Ziele zu erreichen ist es aus Sicht von Do-FOSS wichtig, dass Infrastruktur durch die öffentliche Hand souverän betrieben wird und keine Herstellerabhängigkeiten diese Souveränität einschränken. Der ver.di-Inside-Artikel beschreibt mit dem Handyparken eine Entwicklung, welche klar macht, dass die öffentliche Hand digitale Souveränität im Rahmen der Smart City Dortmund nur noch eingeschränkt gewährleisten kann. Aus Sicht von Do-FOSS ist der konsequente Einsatz von Open Data, Offenen Standards und Freier Software notwendig, um eine digitale Kerninfrastruktur zu schaffen. An der Kritik der ver.di-Vertrauensleute wird deutlich, dass der öffentliche Dienst einen ganzheitlichen Ansatz für eine Digitalisierungsstrategie braucht, der die Bürgerinnen und Bürger in das Zentrum der Digitalisierung stellt und nicht vorrangig einzelne Geschäftsmodelle bedient.

Do-FOSS liefert für die Stadt Dortmund mit Freier Software den Grundbaustein für eine Offene Digitalisierung, die zudem wettbewerbsneutral wirtschaftsfähig ist. Dies wird Do-FOSS weiter in den städtischen Dialog einbringen.

Beitrag in der Inside ver.di

Smart City – Lasst uns über die Folgen sprechen
Geschäftsmodell Handyparken und der Ausverkauf des öffentlichen Dienstes

Kein lästiges Münzensuchen, kein Hetzen, weil man die Parkzeit überschreiten könnte – das digitale Parken per Handy hat durchaus Vorteile. Auf den ersten Blick. Der Blick hinter die Kulissen zeigt die problematischen Folgen dieses für die Stadtspitze „smarten Beitrags zur Serviceverbesserung“. Und die dringende Notwendigkeit, darüber zu diskutieren.

Das Smartparking- oder Handyparken-Modell ist bereits Realität in vielen Städten. Allerdings noch mit einer geringen Akzeptanz und unvollständigen Digitalisierung. Während das Parken in Dortmund bisher eine städtische Angelegenheit war und wie die Datenverarbeitung vollständig durch das öffentliche Recht reguliert wurde, läuft dies nun beim privatwirtschaftlich betriebenen Handyparken anders: Bei diesem Projekt im Rahmen der Allianz Smart City Dortmund, der Dortmunder Kooperations-Initiative zur digitalen Vernetzung von Systemen und Menschen, wird der öffentliche Raum zukünftig privat bewirtschaftet, womit dort das öffentliche Recht dem Privatrecht weicht. Eine bedenkliche Entwicklung, denn im Privatrecht spielen Gemeinwohlinteressen eine geringere Rolle – und die Mobilität der Bürger*innen wird dadurch auch nicht optimiert.

Bargeldloses Zahlen, flexible Parkdauer, genaue Zeitabrechnung, Benachrichtigung vor Ablaufzeit, mehr Komfort – die Werbung suggeriert den uneingeschränkt positiven Nutzen für die Parkkunden. Aber stehen sie vor der Uhr, müssen sie sich entscheiden, welche Betreiberfirma die richtige für das Parkticket sein könnte.
In Dortmund stehen nämlich mindestens sechs Anbieter zur Wahl, die sich in Gebührenhöhe, Service und Zusatzleistungen unterscheiden. Und pro Parkzeitbuchung fällt eine Extra-Gebühr an, auch variierend. Einfach eben mal parken geht also schon nicht mehr, wenn man wissen will, bei wem man für welchen tatsächlichen Preis sein Parkticket kauft.

Handyparken ist in seiner Digitalisierung ganz offensichtlich ein Geschäftsmodell. Neben dem finanziellen Gewinn mit einem anderen hohen Preis: unseren Daten.

Dieses und andere Geschäftsmodelle, die Menschen per App mit Datenbanken verknüpfen, sammeln und verwerten personenbezogene Daten – um Werbung und Produkte personalisierter und zielgerichteter an die Kunden zu bringen. Spätestens seit Facebook und Online-Shopping bekannt.
Doch damit nicht genug. Während die öffentliche Kommunalverwaltung vor Ort und direkt ansprechbar und handlungsfähig ist, sind die meisten Unternehmen der Smart City noch nicht einmal mehr in städtischer Reichweite. Mit der Firma Cisco haben wir einen mächtigen Global Player zur Federführung der Allianz Smart City Dortmund bestellt – ihr Hauptquartier allerdings liegt in den USA.
Und auch keiner der sechs Smartparking-Betreiber ist in Dortmund ansässig.

Wo entstehen also echte Mehrwerte für Dortmunder Bürger*innen? Und gibt es einen bilanzierbaren Mehrwert für die Stadtverwaltung?

Im Rahmen der Smart-City-Prozesse findet derzeit ein Umbau des öffentlichen Dienstes statt, der im Fokus von privatwirtschaftlichen Verwertungsinteressen steht – der Einstieg in eine neue Form des digitalen Ausverkaufs des öffentlichen Dienstes.
Während die eigentlichen Geschäfte von Privatfirmen geführt werden, verbleiben etliche (Zusatz-)Aufwände bei städtischen Fachbereichen (z.B. Vertragsabschlüsse, zusätzliche Einnahmekontrollen und Klärung von strittigen Rechtsfragen).
Ähnlich wie beim Cross-Border- Leasing, einem Steuervermeidungsmodell aus den 1990er Jahren, das durch den Verkauf von Dortmunder Stadtbahnanlagen an USA-Firmen und langfristige Rückanmietungen privatwirtschaftliche Einnahmen generierte, entstehen beim Smart-parking indirekte (Dauer-) Seite Kosten und ggf. Einschränkungen bei der Planungshoheit bzw. der Nutzung öffentlicher Flächen.
Das Handyparken ist dabei ein Beispiel für den zunehmenden Privatisierungsraubzug durch unsere öffentlichen Dienstleistungen. Wir sind mitten in einem Veränderungsprozess: vom daseinsvorsorgenden Staat zum Gewährleistungsstaat, also von einem Staat der selbst Dienstleistungen erbringt, hin zu einem Staat der lediglich noch den Rechtsrahmen kontrolliert. Demokratische Strukturen und Volksvermögen werden in privatwirtschaftliche Strukturen überführt. In diesen privaten Strukturen wird die Organisation des öffentlichen Gemeinwohls eine immer geringere Rolle spielen. Mehr noch: Sobald eine gewisse Marktmacht und Abhängigkeit erreicht wird, steigen die Preise. Beim Parken könnte es so aussehen: Ist der Parkraum erst einmal flächendeckend privatisiert, erhöht der Dienstleister flux flexibel und temporär die Parkpreise, auf zum Beispiel lockere fünf Euro pro Stunde bei einem BVB-Spiel …

Das Handyparken ist nur ein Modell, weitere Privatisierungspläne zum Nachteil des Gemeinwohls werden folgen. Dabei ist den unternehmensseitigen Befürworter*innen der Allianz Smart City Dortmund – wie sie in ihrer derzeitigen Form existiert – ein großer Coup gelungen: Die Steuerungsstruktur der Smart City Dortmund ist mit ihren sogenannten Expertengremien im Wesentlichen auf die privatwirtschaftlichen Interessen ausgerichtet – es fehlen Stimmen und Kräfte, die den Gemeinwohlinteressen Gehör verschaffen. Die erkennbar negativen Folgen müssen viel offener, intensiver und breiter diskutiert werden – innerhalb der Gewerkschaften und der Stadtgesellschaft. Außerdem stellt sich für unsere Kolleg*innen auf ganz persönlicher Ebene die Frage: Wie wird sich mein Berufsbild verändern? Von öffentlicher Verantwortung und Vertrauensstellung hin zu privatwirtschaftlichen Erfüllungsgehilfen?

Auf Fragen wie diese wünschen wir uns Antworten. Und genau die Stimmen und Kräfte, die sich für das Gemeinwohl einsetzen.

Dokumente zum Herunterladen

Die Inside ver.di kann hier heruntergeladen werden. Von Do-FOSS gesammelte Unterlagen zu „Smart City Dortmund“ können hier eingesehen werden.

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Tuesday, 21 May 2019

Freie Software für die Entwicklungszusammenarbeit

  • Do-FOSS
  • 20:30, Tuesday, 21 May 2019

GIZ Logo

GIZ Logo (© GIZ)

Do-FOSS gestaltete Webinar für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

Am 17. Mai hat Do-FOSS ein Webinar zu den Grundlagen von Freier Software für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt. Im Zentrum des Webinars stand die Frage, welche Bedeutung Freie Software für die Entwicklungszusammenarbeit haben kann. Da das Webinar lediglich für Personal der GIZ zugänglich war, ist es Do-FOSS ein Anliegen im Nachgang auch hier im Blog auf die Relevanz von Freier Software für die Entwicklungszusammenarbeit hinzuweisen.

Do-FOSS hat bereits in der Vergangenheit Freie Software im lokal-globalen Zusammenhang beschrieben. Durch Freie Software in der Entwicklungszusammenarbeit sieht Do-FOSS zudem eine besonders verantwortungsvolle Verwirklichung der Ubuntu-Rationalität, welche solidarisch eine eigenverantwortliche Kultur von örtlichen Gemeinschaften fördert. Nelson Mandela erklärt die Grundgedanken der Philosophie Ubuntu folgendermaßen:



Link zum Video
Nelson Mandela erklärt den Begriff Ubuntu. Link zu Wikipedia.

Freie Software ermöglicht ein selbstbestimmtes, soziales Miteinander und fürsorgendes Wirtschaften im digitalen Lebensraum. Auch erlaubt Freie Software gemeinschaftliche Selbstorganisation durch Gleichrangige vor Ort. Diese Eigenschaften passen gut zum Grundsatz in der Entwicklungszusammenarbeit Hilfe zur Selbsthilfe. Denn am Ende jeder Entwicklungszusammenarbeit gilt es keine Abhängigkeiten zu hinterlassen und der lokalen Gemeinschaft die Souveränität über ihr Wissen zu überlassen. Daher bietet sich Freie Software als Teil digitaler Exit-Strategien für erfolgreiche Entwicklungszuammenarbeit an und sollte sich entsprechend als Prinzip für digitale Entwicklungszusammenarbeit etablieren.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), in dessen Auftrag die GIZ arbeitet, hat bereits unter verschiedenen Aspekten zu Freier Software gearbeitet. Diese wurden in das Toolkit 2.0 – Digitalisierung in der Entwicklungszusammenarbeit aufgenommen, welches einen wertvollen Grundstein für Freie Software in der Entwicklungszusammenarbeit legt. Ebenso schreibt die Unterstützung der GIZ der Principles for Digital Development, die sich für Open-Source-Software aussprechen, den Wert von Freier Software international fest. Dazu passt auch die folgende aktuelle Broschüre der Free Software Foundation Europe (FSFE): Modernising Public Infrastructure with Free Software. Diese Broschüre ist Teil der Kampagne Public Money? Public Code!.

Im Folgenden findet sich der Ankündigungstext des Webinars vom 17.05.2019:

Webinar: Digitale Entwicklungszusammenarbeit: Nutzen, Lernen, Einbringen, Weitergeben – Freie Software: Der Weg zur digitalen Souveränität

Virtuelle Güter verhalten sich vollkommen anders als Materielle. Doch häufig nutzen wir digitale Güter, als wären sie materiell und übertragen unsere analogen Verhaltensweisen und Probleme unhinterfragt in die digitale Welt. Die Entfesselung digitaler Potenziale kann dem Menschen dienen oder ihn in neue Abhängigkeiten treiben. Digitale Strukturen können die Gemeinschaft fördern oder sie digital spalten in Menschen mit Zugang und Einfluss sowie in Menschen ohne diese Privilegien.
Software ist in ihrer heutigen Form als globales virtuelles Ökosystem zu betrachten, bei dem lokal schwer von global zu trennen ist. Ideen bauen auf anderen Ideen auf und schaffen damit mächtige Werkzeuge, welche nahezu ohne Kosten geteilt werden können.
Freie Software ist ein gemeinwohlorientierter Ansatz für den Umgang mit dem Wissen und der Nutzung von ditialen Funktionsweisen. Nutzen, Lernen, Einbringen, Weitergeben sind die Kernaspekte von Freier Software. Das Ziel ist die digitale Souveränität aller Menschen ohne künstliche Barrieren und Abhängigkeiten.

Dokumente zum Herunterladen

Die Vortragsfolien von Do-FOSS können hier heruntergeladen werden. Das Toolkit 2.0 – Digitalisierung in der Entwicklungszusammenarbeit des BMZ kann hier heruntergeladen werden und der Glossar des BMZ Digitalisierung in der Entwicklungszusammenarbeit kann hier heruntergeladen werden. Die Broschüre der FSFE Modernising Public Infrastructure with Free Software kann hier heruntergeladen werden.

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Thursday, 09 May 2019

Netzfest19 am Gleisdreieck

Im letzten Jahr gab es das erste Netzfest als Abschlussveranstaltung der re:publica im Berliner Park am Gleisdreieck. Am vergangenen Wochenende fand nun das zweite Netzfest statt. Dieses mal vor der re:publica, dafür aber auch zwei Tage lang. Wir von der Berliner Unterstützer*innen Gruppe der FSFE waren wieder mit einem Stand dabei.

Der Hashtag zum Netzfest19 auf dem Boden des TechnikmuseumsLeider war nicht ganz so gutes Wetter wie im letzten Jahr. Im Gegenteil, es herrschten im Vergleich fast arktische Temperaturen. Immerhin hielt sich der Regen zurück und so kamen dann doch etliche Menschen, gezielt zum Netzfest oder einfach so zum Wochenendspaziergang durch den Park am Gleisdreieck und bei uns am Stand vorbei.

FreeYourAndroid Presentation am FSFE Stand auf dem Netzfest

Unser Stand lag auf halben Weg die Ladestraße des Technikmuseums rauf, direkt am Anfang der Stände vom Park aus gesehen. In guter Nachbarschaft mit dem Berliner Beauftragten für Datenschutz, dem Deutschen Senioren Computer Club, der Cryptoparty und dem Naturkunde Museum.

Und mal abgesehen von unmenschlichen Zeiten am frühen Morgen, gab es kaum einen Zeitpunkt wo mal kein interessierter Passant am Stand war und sich über Freie Software im Allgemeinen, ForksFree Your Android oder Public Money Public Code informierte.

Ich freue mich schon auf’s nächste Jahr, Dann hoffentlich wieder mit etwas besserem Wetter. Obwohl für einen kleinen Sonnenbrand hat es gereicht, also so schlimm kann das Wetter gar nicht gewesen sein ;-)

Wednesday, 08 May 2019

Software-Rebellen – Die Macht des Teilens

  • Do-FOSS
  • 19:43, Wednesday, 08 May 2019

Do-FOSS TV

Bild: Do-FOSS TV

Filmtipp von Do-FOSS

Do-FOSS empfiehlt die Filmdokumentation Software-Rebellen – Die Macht des Teilens (56 Min., produziert von Arte, erschienen am 2. Mai 2019). Besonders interessant sind aus Sicht von Do-FOSS die Darstellungen der grundlegenden Prinzipien Freier Software, die weit über Software in die analoge Welt hinausreichen und wertschätzende Beziehungen der Menschen zueinander gestalten. Schlussendlich wird über die Prinzipien Freier Software sogar eine Perspektive zum Umgang mit dem Klimawandel aufgezeigt.

Interessant sind darüber hinaus die Parallelen zur Arbeit von Do-FOSS in der Veranstaltungsreihe Wer verfügt darüber? und die Mitwirkung am Gemeingütertag – Commons, Nachhaltigkeit und Klima.



Link zum Video
Arte „Software-Rebellen – Die Macht des Teilens“. Link zu Arte!

Beschreibung der Filmdokumentation „Software-Rebellen – Die Macht des Teilens“ von Arte im Wortlaut

Auf dem Softwaremarkt stehen sich zwei Modelle gegenüber: die sogenannte proprietäre Software der großen Unternehmen und die freie Software, die allen Bürgern kostenlos zur Verfügung steht. Die Doku zeigt anhand von Beispielen aus Indien, den USA und Europa, wie anonyme Entwickler und bekannte Persönlichkeiten versuchen, einer neuen Art des Wissenskapitalismus entgegenzuwirken.

In der globalisierten Welt kommt fast kein Alltagsbereich mehr ohne Computertechnik aus. Doch viele Unternehmen haben aus dem eingeschränkten Zugang zu ihrer Software ein Geschäftsmodell entwickelt. Machen die digitalen Hilfsmittel die Bürger tatsächlich freier? Oder sind diese nicht mehr als passive Konsumenten, naive Spielbälle weniger Großkonzerne? Auf dem Softwaremarkt stehen sich zwei Modelle gegenüber: die sogenannte proprietäre Software großer globaler Player und die freie Software, die allen Nutzern kostenlos zur Verfügung steht. Ihre Entwickler engagieren sich seit den 1980er Jahren dafür, dass das Internet offen und das damit verbundene Wissen allen zugänglich bleibt. Denn das Teilen der Softwarecodes bedeutet gleichzeitig weniger Machtkonzentration für Unternehmen, die proprietäre Software anbieten. Den amerikanischen IT-Konzernen Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft werfen die Open-Source-Befürworter vor, ihre Kunden bewusst im Unklaren darüber zu lassen, was sich hinter ihren technischen Wunderwerken verbirgt. Frei nach dem Prinzip: Nur ein dummer Kunde ist ein treuer Kunde … „Software-Rebellen – Die Macht des Teilens“ wirft einen resolut optimistischen Blick auf die aktuellen Entwicklungen und zeigt konkrete Anwendungsfälle von Open-Source-Lösungen in Medizin, Landwirtschaft, Bildung und Industrie. Anonyme Entwickler und bekannte Persönlichkeiten aus Indien, den USA und Europa erklären, wie sie mit freier Software die virtuelle und auch die reale Welt zum Positiven verändern.

Regie: Philippe Borrel
Land: Frankreich
Jahr: 2017
Herkunft: ARTE F

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Friday, 05 April 2019

Stadt Dortmund beschreibt ihr Verständnis von Freier Software und Offenen Standards

  • Do-FOSS
  • 20:13, Friday, 05 April 2019

Präsentation für Mitglieder des Ausschusses für Personal und Organisation

AG Freie Software

Bild: AG Freie Software

Die Arbeitsgruppe Freie Software hat auf dem Weg zur Erarbeitung der Potenzialanalyse zum Einsatz von Freier Software einen ersten öffentlichen Zwischenschritt erreicht. Die grundsätzlichen Überlegungen der Arbeitsgruppe wurden vor interessierten Mitgliedern des Ausschusses für Personal und Organisation (APO) vom Dortmunder Systemhaus (dosys.) und Do-FOSS im Dialogformat APO meets dosys. gemeinsam vorgestellt. Dies geschah bereits am 28.06.2018. Wegen des regen allgemeinen Interesses wurde die Präsentation nun freigegeben und von der städtischen Online-Redaktion veröffentlicht. Die Präsentation umfasst eine Vorstellung der Idee von Freier Software und Offener Standards, zeigt Probleme mit proprietären Geschäftsmodellen auf und stellt das geplante Vorgehen der Arbeitsgruppe vor. Do-FOSS hat den politischen Austausch positiv erlebt und ist gespannt, wie sich die Erkenntnisse in den Strukturen der Stadt Dortmund implementieren lassen.

Online-Redaktion der Stadt Dortmund im Wortlaut

Verwaltung erarbeitet Potenziale von „Freier Software“ und „Offener Standards“

04.04.2019

In Informationsveranstaltungen werden interessierten Mitgliedern des Ausschusses für Personal und Organisation (APO) vom Dortmunder Systemhaus (dosys.) IT-Themen näher erläutert. Am 28. Juni 2018 wurde dabei das Projekt „Untersuchung der Potenziale von Freier Software und Offener Standards“ vorgestellt.

„Das Projekt ist Bestandteil des Masterplans Digitale Stadtverwaltung und wird innerhalb der nächsten zwei Jahre die Potenziale von Freier Software und Offener Standards in Bezug auf die vielseitigen Anforderungen durch die Digitalisierung für die Stadtverwaltung Dortmund untersuchen“, erklärt Benjamin Kuhlmeier vom Dortmunder Systemhaus.

Das Projekt wird in einem Beteiligungsverfahren mit Bürgern durchgeführt. Die Einsatzpotenziale von Freier Software und Offenen Standards werden von der Stadtverwaltung gemeinsam mit der Bürgerinitiative Do-FOSS, Abkürzung für Freie und Open-Source Software, untersucht. Die Bürgerinitiative engagiert sich bereits seit mehreren Jahren in einem öffentlich geführten Dialog dafür, die Vorteile von Freier Software und Offenen Standards für die Stadt Dortmund zu nutzen. In einer Präsentation hat das Systemhaus den Ausschussmitgliedern die Eigenschaften Freier Software sowie die grundsätzliche Vorgehensweise im Projekt vorgestellt.

Zum Thema
Die Präsentationsfolien werden nun aufgrund des regen allgemeinen Interesses veröffentlicht. Für Rückfragen zur Präsentation stehen Ihnen Herr Benjamin Kuhlmeier, dosys., und Herr Till Schäfer, Bürgerinitiative Do-FOSS, zur Verfügung.

APO meets dosys. – Freie Software [pdf, 6,6 MB]
bkuhlmeier@stadtdo.de
kontakt@do-foss.de

Dokument zum Herunterladen

Die Präsentation vom 28.06.2018 kann hier heruntergeladen werden.

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Monday, 25 March 2019

WWF Earth Hour 2019 – Freie Software leistet einen Beitrag

  • Do-FOSS
  • 20:46, Monday, 25 March 2019

WWF Earth Hour 2019 Logo

Bild: WWF Earth Hour 2019 (© WWF)

Nachhaltiges Programm des Umweltamtes in der Pauluskirche mit Open-Source-Anteil

Am Samstag, den 30. März 2019, findet um 20:30 Uhr wieder die WWF Earth Hour statt – die weltweit größte Aktion für mehr Klima- und Umweltschutz. Rund um den Globus werden zum 13. Mal Millionen von Menschen, Städte sowie Unternehmen für eine Stunde das Licht ausschalten und so gemeinsam ein Zeichen für den Schutz unseres Planeten setzen. Unzählige Gebäude und Sehenswürdigkeiten in tausenden Städten versinken dann erneut 60 Minuten lang im Dunkeln – als globales Zeichen für den Klimaschutz. Die WWF Earth Hour ist eine globale Gemeinschaftsaktion, die nachwirkt: Die Aktion motiviert weltweit Millionen Menschen dazu, umweltfreundlicher zu leben und zu handeln – weit über die 60 Minuten hinaus.

WWF Earth Hour 2019 - Pauluskirche - Plakat

Bild: Dortmunder WWF Earth Hour 2019 (© WWF Deutschland, Stadt Dortmund)

Auch die Stadt Dortmund wird erneut an der WWF Earth Hour teilnehmen, koordiniert vom Team Klimaschutz und Klimaanpassung des Umweltamtes. Wer die WWF Earth Hour gemeinsam mit anderen erleben möchte, ist zu diesem Programm herzlich zu unserem Kooperationspartner in die Pauluskirche (Schützenstr. 35) eingeladen. Ab 17:00 Uhr wird es einen bunten Nachhaltigkeitsmarkt mit Angeboten von Getränken und Speisen, informativen Redebeiträgen und einem besinnlichen Akustikkonzert bei Kerzenschein geben. Der Eintritt ist frei.

Do-FOSS möchte besonders auf das Angebot der Open-Source-Tomaten hinweisen, welche durch Schülerinnen und Schüler der Johann-Gutenberg Realschule zu hunderten vorgezogenen wurden und in alten Tetra Paks im Sinne des Upcycling verschenkt werden . Do-FOSS freut sich die Open-Source-Schülerinnen und -Schüler vor Ort unterstützen zu können.

Freie Software: Grundbaustein für eine nachhaltige digitale Infrastruktur

Natürlich wird auch reichlich Raum für Gespräche über Freie Software vorhanden sein. Z.B. darüber, warum Freie Software der Nachhaltigkeit dient.

Do-FOSS stellte bereits auf der Bits & Bäume, der Konferenz für Digitalisierung und Nachhaltigkeit fest, dass Freie Software über eine umfassende Nachhaltigkeitsdimension verfügt und hat im Rahmen des städtischen Agenda-Siegels Freie Software als Teil der globalen Nachhaltigkeitsziele 2030 identifiziert. Auch in der Publikation des Umweltbundesamtes mit dem Titel Nachhaltige Software werden u.a. Zusammenhänge mit dem Energieverbrauch von Software (Green Software Engineering), den Hardwareanforderungen, der Wiederverwendbarkeit von Software (und damit der Einsparung von Entwicklungsressourcen), dem gesellschaftlich zugänglichem Wissen (in Form von Gemeingütern), Modularität (und der damit verbundenen Anpassbarkeit von Softwarelösungen), sowie zahlreiche weitere positive Auswirkungen auf soziale und wirtschaftliche Organisationsformen beschrieben.



Link zum Video
Vortrag von Do-FOSS auf der Konferenz Bits & Bäume: Freie Software in Kommunen: Vom Sollen zum Wollen

Dokumente zum Herunterladen

Der Programmflyer zur Dortmunder WWF Earth Hour 2019 kann hier, das entsprechende Plakat kann hier und die Pressemitteilung der Stadt Dortmund „WWF Earth Hour 2019: Dortmund macht dunkel – Umweltamt und Pauluskirche laden zum gemeinsamen Programm ein“ vom 25.03.2019 kann hier heruntergeladen werden.

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Sunday, 17 March 2019

Slogans für die Berlin gegen 13 Demo

Beim letzten Treffen der FSFE Unterstützer*Innen in Berlin haben wir u.a. auch über die für den kommenden Samstag (23. März) geplante Berlin gegen 13 (bzw. der europaweiten Save The Internet) Demo gesprochen. Auch wenn die FSFE es wunderbarer Weise geschafft hat die Upload Filter für Freie Software zu verhindern

“Providers of services such as open source software development and sharing platforms, not for profit scientific or educational repositories as well as not-for-profit online encyclopedias are also excluded from this definition.”

Gibt es weiterhin viele gute Gründe am 23. gegen diese Reform mit auf die Straße zu gehen. Katarina Nocun hat in ihrem Denkangebot Episode 3 eine wunderschöne Zusammenfassung erarbeitet. Nicht nur im Bezug auf Artikel 13.

Damit am Samstag nicht nur Wir sind [die|keine] Bots auf den Schildern zu lesen steht (auch wenn ich diese Reflexion des Vorwurfs, dass die Demonstranten alles von Google gesteuerte Bots sind überaus sympatisch finde), haben wir uns beim Treffen ein paar andere Slogans überlegt, die ihr gerne verwenden könnt:

  • “Intellectual Property: No such file or directory”
  • “Copyleft statt Copyright” (mit Verweis auf www.copyleft.org)
  • “Nicht zu wenig; zu viel Urheberrecht ist euer Problem”
  • “Copying is no theft” (youtube.com/watch?v=IeTybKL1pM4)
  • “Plagiarism is the greatest form of flattery” oder Alternativ als “Copying is the greatest form of flattery”
  • Die vier Freiheiten “Use, Study, Share, Improve” bzw. abgewandelt zu “Use, Study, Share, Remix”
Viel Spaß beim Schilder bemalen!

Friday, 08 March 2019

Nachtrag zum Exkurs: Open-Source-Saatgut für die Klimafolgenanpassung

  • Do-FOSS
  • 18:50, Friday, 08 March 2019

Die Open-Source-Tomate

Bild: Die Open-Source-Tomate

Umweltamt lädt erneut zum Vortragsabend ein

Im Blogbeitrag Exkurs: Open-Source-Saatgut für die Klimafolgenanpassung – Umweltamt verteilt Tomatensamen hat Do-FOSS auf die Verteilaktion von Freiem Tomatensaatgut des Umweltamtes der Stadt Dortmund hingewiesen. Der Auftakt der Ausgabe des Freien Saatguts wurde durch einen Abendvortrag begleitet. Aufgrund der hohen Nachfrage wird der Vortrag nun wiederholt. Hierauf weist Do-FOSS erneut gerne hin.

Ergänzend hierzu weist Do-FOSS mit Freude auf das Schulprojekt zu Open-Source-Saatgut der Johann-Gutenberg Realschule hin. Schülerinnen und Schüler werden einige hundert vorgezogene Open-Source-Tomaten zur WWF Earth Hour 2019 an die Dortmunder Bürgerinnen und Bürger verschenken. Die zentrale Dortmunder Veranstaltung zur WWF Earth Hour 2019 findet am 30. März ab 17:00 Uhr in der Pauluskirche statt. Auch Do-FOSS wird vor Ort sein und die Schülerinnen und Schüler bei der Verteilaktion unterstützen.

Einladung zum erneuten Saatgutvortrag im Wortlaut

Open-Source-Saatgut für die Klimafolgenanpassung: Umweltamt lädt zum Vortragsabend ein

Was haben leuchtend-gelbe Cocktail-Tomaten mit dem Klimawandel zu tun? Und wieso ist Open-Source-Saatgut gut für die Klimafolgenanpassung? Antworten darauf gibt das Umweltamt am Dienstag, 12. März, 19 Uhr in der Pauluskirche, Schützenstr. 35. Im Anschluss an die Info-Veranstaltung und in den kommenden Wochen kann man Open-Source-Saatgut der samenfesten Freilandtomate Sunviva mit nach Hause nehmen – solange der Vorrat reicht. Für Schulklassen o.ä. sind auch größere Mengen möglich.

Das Team der Koordinierungsstelle für Klimaschutz und Klimaanpassung im Umweltamt hat im vergangenen Herbst Tomatensaatgut geerntet, das an Klimaveränderungen angepasst werden kann. Es handelt sich dabei um sogenanntes Open-Source-Saatgut: es ist frei nutzbar, unterliegt also keinen privatrechtlichen Schutzrechten.

Mehr zum Thema erfährt man beim ca. einstündigen Vortrag am Dienstag.

Außerhalb des Vortrags kann das Open-Source-Tomatensaatgut zu den Öffnungszeiten des dlze – Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz, in der Berswordt-Halle, Kleppingstraße 37 abgeholt werden:

Dienstag: 09:00 Uhr – 12:00 Uhr und 14:00 Uhr – 16:00 Uhr
Mittwoch: 09:00 Uhr – 12:00 Uhr und 14:00 Uhr – 16:00 Uhr
Donnerstag: 14:00 Uhr – 18:00 Uhr
und nach Vereinbarung

Redaktionshinweis: Angehängt ist das Saatgutprospekt mit Informationen zur „Open-Source-Tomate Sunviva“.

Kontakt: Katrin Pinetzki

(Hervorhebungen und Verlinkungen durch den Verfasser)

Dokumente zum Herunterladen

Die Pressemitteilung der Stadt Dortmund „Open-Source-Saatgut für die Klimafolgenanpassung: Umweltamt verteilt Tomatensamen“ vom 05.03.2019 kann hier und das Saatgutprospekt „Open-Source-Tomate Sunviva“ kann hier heruntergeladen werden. Weitere Informationen zum Thema „Open-Source-Saatware“ wurden von Do-FOSS hier zusammengestellt.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
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Sunday, 24 February 2019

Salonabend im Schätzchen: Passwörter im gemütlichen Ambiente

Anfang des Jahres hatte ich aus aktuellem Anlass im Rahmen des Treffens der Berliner Unterstützer*innen der FSFE einen Vortrag zu diesem Teilthema der digitalen Selbstverteidigung gehalten; Sichere Passwörter und deren Management. Zu dem Zeitpunkt köchelte gerade ein neues Datenleak durch die Presse und erregte die Aufmerksamkeit der Menschen auf der Straße.

Kai Mertens, eine der treibenden Kräfte vom Zerocat Projekt und Mitfellow in der berliner Runde,. konnte leider nicht zum Treffen Anfang Januar kommen, hatte aber die Idee wir könnten doch den Vortrag an einem der kommenden Salonabenden im frisch eröffneten Schätzchen, dem Café für Schöne Dinge & Salonkultur, wiederholen. Im Rahmen des “nach außen hin öffnen”, das wir in der Gruppe immer wieder versuchen, war alsbald der Abend des 23. Februars verplant. Die Folien sind ein wenig umorganisiert worden, aber vom Inhalt her, könnt ihr euch einfach die oben verlinkten Unterlagen ansehen.

Ein gutes Dutzend Menschen, ein bunter Mix aus Laufkundschaft von der Straße spontan überredet in die warme Stube zu kommen, bis zu eingefleischten Computer-Kennern, kam. Folgte dem Vortrag und begab sich im Anschluss auf eine muntere Diskussionsreise über Passwörter, zur Freien Software, der aktuellen Public Money? Public Code Kampagne und wie man deren Forderungen in der Gesellschaft noch anstoßen kann, bis hin zum Fridays for Future Streik der Schüler fürs Klima.

Vielen Dank an Britta und Kai für die Einladung und das Organisieren dieses netten Abends! Ich hoffe wir können so einen Salonabend bei Gelegenheit mal wiederholen. Hat Spaß gemacht.

Das Schätzchen findet Ihr in der Marienburger Straße 5a in Berlin (Prenzlauer Berg). Website: www.schaetzchenberlin.de

Thursday, 21 February 2019

My part of the Fediverse

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich mich auf Mastodon neu eingerichtet hatte, da stieß ich auf ein kleines Problem, dass ich so nicht rumstehen lassen wollte. Ich wollte nämlich jemanden auf Diaspora folgen, das geht aber (momentan) nicht, weil Mastodon und Diaspora nicht miteinder können. Das geht nicht, dachte ich mir, und stieß auf eine alte Bekanntschaft, Friendica.

Friedica ist eine Mischung aus Sozialem Netz und Kommunikationswunder. Bereits vor vielen Jahren war ich Betreiber einer eigenen Instanz und eigentlich ganz happy.

Dann kam der neue heisse Scheiss, Red. Das war ein Experiment für eine neue Form der Onlinekommunikation, das musste ich haben und so widmete ich mich fortan Red, ebenso wie gefühlt ein großer Kreis der Entwicklerschaft.

Und damit war das Schicksal von Friendica für mich erstmal besiegelt, das Projekt verschwand unter meinem Radar und mein Leben ging weiter. Kurze Zeit später entwickelte sich dann Red zu Hubzilla, was dann wieder nicht das war, was ich wollte.

Bis zu dem Tag, an dem ich von Mastodon aus jemandem auf Diaspora folgen wollte und ich erfuhr, dass Friendica lebt und seit neuestem ActivityPub unterstützt.

Also zögerte ich nicht lange, holte mir bei Uberspace einen weiteren Webspace und installierte Friendica, was nach einem Fehlversuch (niemals vergessen den Branch nach dem Klonen aus GIT zu prüfen) wie am Schnürchen lief.

Auch wenn Friendica seit meinem ersten Kontakt deutlich übersichtlicher geworden ist, muss ich sagen, dass die Oberfläche noch nicht der Brüller ist und durchaus noch etwas mehr Mastodon vertragen könnte (ich meine von der Reaktionsfähigkeit, nicht vom Multispaltenlayout :-) ).

Aber das ist ein guter Grund für mich, meine PHP-Kenntnisse abzustauben, vielleicht kann ich ja was in diese Richtung beitragen. Ein bisschen Doku hab ich schonmal korrigiert. Mal schauen was als nächsten kommt.

Bis dahin kannst du mir aus dem Fediverse heraus überall mit https://social.softmetz.de/profile/softmetz folgen.

Saturday, 09 February 2019

Ausgeschaut: BBS The Documentary

Kürzlich überkam mich der Impuls, der 90er-Jahre-Mailbox-Szene nachzuspüren. Ich war erstaunt, wie viele aktive Mailboxen es noch gibt, auch wenn die Einwahl per MODEM oft den Protokollen telnet und neuer ssh gewichen ist oder diese zumindest ergänzt.

Während meiner Recherchen bin ich dann über die Filmreihe BBS The Documentary von Jason Scott aus dem Jahr 2002 gestolpert. Die DVDs sind seit mehreren Jahren ausverkauft, aber jemand war so freundlich, das Werk auf Youtube hochzuladen. Von dort fand es auch schon seinen Weg nach Archive.org.

Ich habe nun mehre Abende in intensiven Erinnerungen an meine eigenen Teenager-Zeit, die durchaus von der Mailbox-Szene (so hiess die BBS-Szene in irgendwie bei uns) geprägt war, geschwelgt und halte meine Gedanken dazu hier fest.

Das fast fünfstündige Werk betrachtet die Bulletin Board System-Szene der zwischen ca. 1980 und 2000 aus verschiedenen Blickpunkten.

  • README: Eine kurze Einführung zu BBSs
  • BAUD: Wie es mit BBS losging
  • SYSOPS AND USERS: Vor allem Interviews mit Sysops (den System Operators) und deren BBS-Users
  • MAKE IT PAY: Kommerzielle BBS, quasi existent ab dem Anfang und daher parallel zu den vorhigen Kapiteln
  • FIDONET: Eine grandiose Übersicht über das Fidonet als quasi das weltweite Nicht-Internet-Netz
  • ARTSZENE: Die ANSI-Kunst-Szene, die es quasi auch immer gab
  • HPAC: Hacking, Phreaking, Anarchy, Cracking
  • NO CARRIER: Das Ende der BBS
  • COMPRESSION: Die ARC-ZIP-Schlacht

Die Protagonisten und BBSs stammen fast ausschließlich aus Nordamerika. Trotzdem kann ich mich mit vielen der geäußerten Gedanken absolut identifizieren.

Ich würde sagen, dass ich einen guten Überblick über die deutsche Mailbox-Szene in den Jahren 1997-1999 habe. Überhaupt war ich geschockt, als ich merkte, dass die vermeintlich endlose Lebensphase nur ca. 2-3 Jahre umfasst hat, geprägt hat sie mich für die nächsten zwanzig. :-)

In dieser Zeit wurde ich vom User in einer Mailbox zu einem User vieler Boxen zu vielen Usern vieler Boxen. Letzteres war nötig, damit ich mehr als die vorgegebene Zeit pro Tag online sein konnte. ;-)

Am Ende meiner “Karriere” durfte ich als CoSysOp der NCC Leuna das Zepter schwingen. Und da fällt mir ein, dass ich sogar mal eine Mailbox-Liste von NCBMail Systemen geführt habe.

Natürlich stelle ich mir die Frage, ob das Konzept BBS in die heute Zeit übertragbar wäre. Ich meine nicht unbedingt MODEMs oder ANSI, wobei das schon seinen Charme hat. Was aber aus meiner Sicht der zentrale Unterschied zum heutigen (mobilen) Internet ist, war die Wertschätzung der Onlinezeit.

Damit meine ich weniger die Telefonkosten, sicher der spürbarste Aspekt dieser Zeit. Aber die Mailboxen hatten in der Regel nur eine sehr begrenze Anzahl von Einwahl-Lines, was sie zu einer begehrten Ressource machten. Daher war es üblich, dass man sich nur eine begrenzte Zeit pro Tag oder Woche in einer Mailbox aufhalten konnte. Diese Zeit konnnte teilweise mit Geld oder einem Stufensystem verlängert werden. Aber die beste Möglichkeit, unbegrenzte Online-Zeit zu bekommen war, sich selbst eine Mailbox zuzulegen. Wenn man dann noch Leute fand (oder Leute die Mailbox), ging der Spaß richtig los.

Ein weiterer wichtiger Punkt war der lokale Bezug. Obwohl man über die (inter)nationalen Nachrichtennetze wie Z-Netz oder FidoNet durchaus internationale Kontakte pflegen konnte, waren die meisten User aus dem direkten regionalen Umfeld, so dass regelmäßige User-Treffen eine wunderbare Möglichkeit waren, Menschen mit einem kompatiblen Mindset zu finden.

Diese beiden Eigenschaften fehlen mir in der heutigen Online-Welt schon etwas, aber vielleicht kann man da was erfinden.

OT: Während ich diesen Post schrieb, lief das hier duch meinen Newsfeed. Es wird.